Ein Umzug und eine Feier mit vielen Emotionen

„Das ist ja ein prachtvoller Anblick“, meinte Pichler angesichts der imposanten Aufstellung der Vereine am Alten Rathaus, die sich ein paar Minuten zuvor am Kapellenplatz zum gemeinsamen Marsch versammelt hatte. Gemeinsam mit der Wache der Hubertusgilde wartete er mit der Festkette und der Plakette 2017 mit der Hubertuskapelle als Konterfei auf den zu ehrenden Festkettenträhger Theo Keysers und seinem Adjutanten Georg Bors.
Bei strahlendem Sonnenschein würdigte Pichler die Rolle der festgebenden Hubertusgilde Keylaer als mit 173 Mitgliedern größten Gilde in Kevelaer . „Bei sovielen Leuten muss es jemand Besonderes sein“,  hob er Keysers Verdienste als Vorsitzender der Gilde und bei der Neugestaltung des Hubertushauses hervor. „Die Hubertusgilde hat gut gewählt“, befand er, ehe er dem 58-Jährigen die Festkette anlegte.
Der frisch Geehrte bekannte: „Das ist für mich etwas ganz Besonderes.“ Der achte Festkettenträger in der Geschichte der Hubertusgilde zu sein, sei eine „große Ehre“ , blickte er schonmal auf die Feiern der nächsten Tage voraus. „Da ich nicht viel Schlaf brauche, werde ich wie ein Pferd im Stehen schlafen“,  verkündete er und sorgte unter den Anwesenden für großes Gelächter.
Geselligkeit und Freude
Nach dem Abschreiten der Formationen ging es für Keysers, Bors und Co. zum Gottesdienst in die Basilika. „Wir feiern Gott, der will, dass wir Geselligkeit und Freude erleben“, grüßte Rolf Lohmann den neuen Festkettenträger mit Adjutant und deren Famiien sowie Bürgermeister Pichler und den Vorstand der Geselligen Vereine.
In seiner Predigt stellte der Pastor den Bezug zu 375 Jahren Kevelaerer Wallfahrt her und plädierte für das entschiedene Bekenntnis zum christlichen Glauben. Später verteilte er unter den Honorationen vor dem Haupteingang noch die 375-Jahre-Anstecker.
Schließlich zog eine große Menschentraube aus Schützen-Majestäten, Reiterinnen, akrobatischen Mädchen , den feiernden KSV-Kreisliga-A-Aufsteigern und vielen Kindern durch die Stadt. Keysers und sein Adjutant durften die Reise mit der Kutsche antreten. „Das sind soviele Emotionen, das ist schwer, das alles zusammenzubekommen“, bekannte der Vorsitzende der Hubertusgilde.
Bei brütender Hitze zog der Tross auch an dem Haus des Adjutanten vorbei, wo die Festketten-Frauen und weitere Damen den Zuggruppen zujubelten. „Wir sind die geilste Nachbarschaft der Welt“, zeigten sich Alex und Georg Lenz, Stefanie und Thomas Janßen und Robert und Renate Helisch stolz, das gestemmt zu haben.
Im Festzelt sorgten die Musikapellen für Stimmung, Kaltgetränke flossen in Strömen, die Reden fielen kurz aus. Der Präsident der Geselligen Vereine, Peter Tenhaef, hob alle Schützenkönige und Gäste von außerhalb hervor, ließ Theo Keysers mit stehenden Ovationen feiern und wünschte „vergnügliche Stunden.“ Bürgermeister Dominik Pichler verwandte bewusst keine Vergleiche mit „dem Aufguss in der Sauna“, wiederholte sein Statement vom „richtigen Festkettenträger“.  Und Pastor Rolf Lohmann lobte Keysers und Bors als „verlässliche Leute, die anpacken“  und hob das „starke Vereinsleben in Kevelaer“ hervor.
Aus der Reihe scherte da nur der Festkettenträger selbst, als er bedauerte, dass ihr Präses nun Abschied nimmt: „Mit ihnen konnte man feiern, Sie haben auf ein vernünftiges Wort gehört. Sie waren ein toller Pastor.“ Alle erhoben sich nach diesen Worten von Keysers zum langanhaltenden Beifall für Rolf Lohmann.
Keysers versprach, die Kette „mit großer Freude zu tragen“, dankte seiner Gilde , dem Festausschuss,  seiner Frau Beate und seinem „Freund und Adjutanten, der immer einen coolen Spruch drauf hat, ohne Federlesens  handelt und einen klaren Plan hat.“  Und er endete mit dem Satz: „Nun lasst uns feiern – es lebe die Gemeinschaft.“
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