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Auch die Show „Berlin kann jeder, Kevelaer muss man wollen“ fiel Corona zum Opfer

Die Hoffnung blieb bis zuletzt

Vor gut einer Woche hätte es soweit sein sollen: Mit der interaktiven Show „Berlin kann jeder, Kevelaer muss man wollen“ der Burghofbühne Dinslaken sollte eine Art Gameshow-Format in Kevelaer auf die Bühne gebracht werden.

Theater trifft Gameshow

Wer eine Theaterdarbietung im klassischen Stil erwartet, wird bei dem neuesten Projekt der Burghofbühne Dinslaken wohl kaum auf seine Kosten kommen. Die Herzen der Gameshow-Liebhaber werden dafür vermutlich umso höher schlagen – zumindest so hoch, wie es das Konzert- und Bühnenhaus erlaubt. Denn mit der interaktiven Show „Berlin kann jeder, Kevelaer muss man wollen“ will das Landestheater klassische Theaterkultur und den Flair einer Gameshow vereinen. Dabei wirken die Kevelaerer Bürger*innen nicht nur vorab an der Entstehung dieser „Kleinstadt-Show“ mit, sondern dürfen auch auf der Bühne ihren Senf dazu geben. Geplant ist die Vorstellung in Kevelaer für den 4. Mai – sofern die Corona-Maßnahmen es zulassen.

„Gemeinsam mit den Bürger*innen aus Kevelaer wollen wir einen humorvollen Blick auf die Stadt werfen“, beschreibt Lara Christine Pelzer, eine der fünf Darsteller*innen, den Kern des Projekts. „Es wird eine interaktive Show, eine Liebeserklärung an die Kleinstadt“ – oder Mittelstadt, denn da zählt Kevelaer mit seinen rund 29.000 Einwohner*innen per definitionem zu. Der Ablauf im Detail befinde sich aktuell noch in der Planung. Es werde aber definitiv ein „bunter Abend“. Neben Gameshow-Elementen (vor allem in Anlehnung an das „Familienduell“) und musikalischen Einlagen werden im Voraus aufgezeichnete Interviews mit Kevelaerer Bürger*innen das Format bereichern. „Es wird trotzdem theatrale Momente geben“, betont Pelzer. So werden die Darsteller*innen auch bei diesem Format fünf Rollen auf der Bühne verkörpern, die sich mit dem Thema Heimat befassen. Man habe nur einfach keine vorgegebene Geschichte, die man erwarten kann, sondern eher das Gefühl, an einer Show teilzunehmen.

Genau das macht auch für Pelzer, die von 2012 bis 2016 festes Ensemblemitglied war und nun als Gast weiterhin mitwirkt, den besonderen Reiz aus. Es sei nicht nur eine neue Erfahrung, das Projekt gemeinsam mit dem Regisseur und Intendant Mirko Schombert zu kreieren. Auch das noch höhere Maß an gefordertem Improvisationstalent ist eine Herausforderung. Und das wird unter Umständen stark ausgereizt. Denn das Ensemble darf zwar unter Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen weiterhin proben, wie Pelzer berichtet, aber es werde keine Probe mit den weiteren Beteiligten geben. Geplant ist nämlich, auch der Bevölkerung selbst einen Platz auf der Bühne zu bieten. Die Schauspieler*innen „teilen die Bühne zum Beispiel mit der ortsansässigen Tanzgruppe, dem großartigen Kirchenchor, dem Geschichtenerzähler, der Trommelcombo oder wen auch immer Ihre Stadt auf der Bühne sehen möchte“, kündigt die Burghofbühne an.

Bester Döner, leckerstes Eis und die liebste Kneipe?

Sie wollen nicht ihr Tanzbein schwingen und zählen auch nicht zum Kirchenchor? Beteiligen können Sie sich an diesem Showabend trotzdem. Neben Interviewpartner*innen suchen die Darsteller*innen auch weiterhin Teilnehmer*innen für die Familienduell-Umfrage. Getreu dem Motto „Wir haben 100 Leute gefragt“ wollen die Darsteller*innen mithilfe der Kevelaerer Bevölkerung einiges übers Städtchen erfahren: „Bester Döner der Stadt“, „bestes Eis der Stadt“, „beste Kneipe der Stadt“ und „hässlichster Ort der Stadt“, sind dabei nur einige Kategorien. So richtig in die Karten gucken lassen sich die Mitwirkenden nicht. Aber eine Info ließ sich Pelzer, die die Umfrage für Kevelaer durchführt, bereits entlocken: Beim Eis, der Kneipe und dem besten Döner waren sich die Bürger*innen ziemlich einig…

„Ich glaube, dass es auf jeden Fall ein Plädoyer für die Kleinstadt wird“, sagt Pelzer, die sich auf dieses außergewöhnliche Format freut. Neben typischen Klischees, mit denen sicherlich gespielt werden wird, wird der Abend sich vor allem mit der Frage befassen: „Was hat die Stadt zu bieten und was lieben die Menschen an ihrer Stadt?“ Die Darstellerin ist sich sicher, dass dieses Format, das aktuell für 13 Spielorte geplant ist und an die jeweilige Stadt angepasst wird, ein breites Publikum ansprechen wird – vielleicht ja auch diejenigen, die sich normalerweise selbst der Kategorie der Theatermuffel zuordnen würden.

Auch wenn aktuell noch keine Voraussagen hinsichtlich der Corona-Maßnahmen im Mai getroffen werden können, ist das Team der Burghofbühne Dinslaken für den Auftritt in Kevelaer optimistisch. Bis dahin sei es ja noch eine Weile hin, „aber für die Premiere Anfang März sehen wir schwarz“, erklärt Pressesprecherin Verena Caspers. „Das Stück wird bis März auf Generalproben-Stand sein.“ Vor allem für den Regisseur und die Darsteller*innen sei es natürlich ein großes Verlangen, nach dieser langen Zeit des Füße-still- Haltens mal wieder ein Stück auf die Bühne zu bringen. Gerade dieses Format sei „eine Art des Arbeitens, die viele aus unserem Haus gerne mal ausprobieren wollten.“ In der Zeit des Probens und Wartens sei nun aber noch Zeit, die Recherchen voranzutreiben und in den Städten Bürger*innen zum Mitmachen zu animieren (Details im grünen Kasten).

Es gibt noch keinen Kartenvorverkauf

Seitens der Stadt Kevelaer sind die Gefühle ebenfalls gemischt. Man habe vorab bereits den Eindruck gewonnen, „dass dieses Projekt sehr spannend ist und für Kevelaer eine schöne Geschichte sein kann“, erklärt Lisa Verhoeven aus dem Bereich Tourismus und Kultur. Die Umsetzung allerdings ist noch unsicher. Karten gibt es nicht zu kaufen. „Wir haben das Büro ‚Tourismus und Kultur‘ geschlossen und verkaufen derzeit auch keine Eintrittskarten. Wir werden einen Vorverkauf erst dann in Betracht ziehen, wenn wir mit Sicherheit wissen, wie viele Personen zu diesem Zeitpunkt ins Konzert- und Bühnenhaus dürfen.“ Pläne bezüglich einer Absage gebe es allerdings noch nicht. „Hier entscheiden wir kurzfristig mit den jeweiligen Theatern in Abstimmung“, sagt Verhoeven. 

Wie kann ich mitwirken?

Sie möchten die Show „Berlin kann jeder, Kevelaer muss man wollen“ nicht nur als Zuschauer*in begleiten, sondern aktiv einen Teil dazu beitragen? Die Darsteller*innen suchen noch Unterstützung in zweierlei Form: 

Die Darbietung soll durch Interviews mit Kevelaerer Bürger*innen bereichert werden. Dazu werden aktuell Freiwillige gesucht, die bereit sind, den Schauspieler*innen einige Fragen zu beantworten, die aufgezeichnet und anonymisiert in Form einer Tonspur auf der Bühne abgespielt werden. Wer Interesse an einem Interview hat, kann sich bei Lara Christine Pelzer unter hallo@larachristine.de melden.

Und wer seine Antwort im Mai beim „Familienduell“-Format „Wir haben 100 Leute gefragt…“ wiederfinden möchte, der kann sich ganz einfach an einer kurzen Online-Umfrage beteiligen unter https://bit.ly/36GxcWx. Dort ist Ihre ganz persönliche Meinung gefragt: Wo ist Ihr Lieblingsort in Kevelaer, wer ist Ihr Bäcker des Vertrauens und in welche Kneipe kehren Sie am liebsten für Ihr Feierabendbier ein?

Weiter warten auf Kultur in Kevelaer

„Schweren Herzens“ hat das Team „Tourismus & Kultur“ der Stadt das Theaterstück „25 km/h“ und das Kindertheaterstück „Zottelkralle“ mit Blik auf die Corona-Pandemie abgesagt. Die verbleibenden drei Theaterstücke „Extrawurst“, „Pater Brown und der Tod des Schneewittchens“ sowie „Berlin kann jeder – Kevelaer muss man wollen“, die für die zweite Saisonhälfte der Städtischen Veranstaltungsreihe vorgesehen sind, werden vorerst noch nicht abgesagt. Es bestehe „immer noch ein Fünkchen Hoffnung“, „dass das ein oder andere Stück vor reduziertem Publikum stattfinden kann“, sagt Verena Rohde, Leitung „Tourismus & Kultur“. Das Gleiche gilt für die verbleibenden Kindertheaterstücke und die Reihe Puppenspiel 18+.

Die Sonderveranstaltung „Frau Höpker bittet zum Gesang“ wird vorerst auf Sonntag, 30. Januar 2022 verschoben. Sofern die nächsten, geplanten Aufführungen stattfinden können, wird hierfür ein Einzelkartenvorverkauf angeboten. Die Abonnenten der Theaterreihe werden schriftlich über die weitere Vorgehensweise informiert. Die Besitzer von Einzelkarten werden gebeten, sich zwecks Rückerstattung des Ticketpreises per E-Mail oder telefonisch beim Büro „Tourismus & Kultur“ zu melden. Dieses ist unter der Telefonnummer: 02832 122-991, E-Mail: kultur@kevelaer.de, zu erreichen.

Theater- und Kindertheatersaison in Kevelaer endet vorzeitig

Auf Grund der aktuell steigenden Corona-Infektionszahlen hat sich das Team „Tourismus & Kultur“ der Wallfahrtsstadt Kevelaer schweren Herzens entschlossen, die Theater- und Kindertheatersaison im Jahr 2020 zu beenden und erst im Januar 2021 fortzusetzen. Die Theaterstücke „Opa wird verkauft“, „Der Sandmann“, und das Kindertheater „Jan & Henry – die große Bühnenshow“ sowie das Musical „Rotkäppchen“ werden somit nicht aufgeführt. Die Veranstaltungsreihen „Puppenspiel 18+ – Puppenspiel für Erwachsene“ und das „KoBü-Flimmern“ können wie geplant fortgesetzt werden.

Die Abonnenten der Theaterreihe werden von der Stadtverwaltung schriftlich über die weitere Vorgehensweise informiert. Die Besitzer von Einzelkarten werden gebeten, sich zwecks Rückerstattung des Ticketpreises beim Büro „Tourismus & Kultur“ im Rathaus, unter Tel. 02832 / 122-991 oder E-Mail: kultur@kevelaer.de, zu melden.

Karlsson fliegt durchs Bühnenhaus

In Stockholm, in einer ganz gewöhnlichen Straße, in einem ganz gewöhnlichen Haus, wohnt eine ganz gewöhnliche Familie und die heißt Svantesson. Dazu gehören ein ganz gewöhnlicher Papa und eine ganze gewöhnliche Mama und drei ganz gewöhnliche Kinder, Birger, Betty und Lillebror.

So fängt eines der vielen schönen Kinderbücher von Astrid Lindgren an. Nämlich „Karlsson vom Dach“. Das Wittener Kinder- und Jugendtheater zeigt am Dienstag, 6. Oktober, 10 Uhr, das liebevoll umgesetzte Theaterstück im Konzert- und Bühnenhaus der Wallfahrtsstadt Kevelaer. Es ist für Kinder ab 3 Jahren empfohlen.

Es gibt nur einen im ganzen Haus, der ungewöhnlich ist, und das ist Karlsson vom Dach. Er wohnt oben auf dem Dach und schon das ist ja etwas recht Außergewöhnliches. Es mag in anderen Gegenden der Welt anders sein, aber in Stockholm kommt es fast nie vor, dass jemand in einem besonderen kleinen Haus oben auf dem Dach wohnt. Er ist ein sehr kleiner und sehr rundlicher und sehr selbstbewusster Herr und er kann fliegen. Mit Flugzeugen und Hubschraubern können alle Menschen fliegen, aber es gibt niemand, der ganz allein fliegen kann, außer Karlsson.

Karlsson dreht bloß an einem Knopf, der ungefähr mitten vor seinem Nabel sitzt, und schon springt ein winzig kleiner Motor an, den er auf dem Rücken hat. Und dann – wenn der Motor genügend auf Touren gekommen ist – steigt Karlsson auf und schwebt würdevoll davon. Eines schönen Tages kam Karlsson einfach durchs Fenster zu Lillebror hereingeflogen. Karlsson ist in allem der Beste, wenn man ihm selber glauben darf. Lillebror glaubt ihm und Lillebror findet auch, dass Karlsson in allem der Beste ist. Auf jeden Fall ist er der beste Spielkamerad der Welt.

Das Kevelaerer Konzert- und Bühnenhaus verfügt über eine Klimaanlage, die verbrauchte Luft absaugt und Frischluft in das komplette Gebäude rückführt. Diese technische Gegebenheit, eine Reduzierung der Besucherzahl und die lückenlose Nachvollziehbarkeit der Kontakte der Besucher ermöglichen die Kindertheateraufführungen in Kevelaer. Die bereits beim Kartenkauf erhaltenen Kontaktformulare müssen bei Betreten des Bühnenhauses abgegeben werden. Diese Maßnahmen schreiben die Corona-Regeln vor – sie sorgen allerdings für einen reibungslosen Ablauf des vergnüglichen Morgens.
Kindergarten-Gruppen, Schulklassen und Einzelbesucher die Karlssons und Lillebrors Abenteuer live auf der Kevelaerer Bühne erleben möchten, können die Eintrittskarten im Büro „Tourismus & Kultur“ unter der Telefonnummer: 02832 122-991, E-Mail: kultur@kevelaer.de erwerben. Der Eintrittspreis beträgt 4 Euro pro Person.

Das schmackhafte Abschiedsdinner

Ein sehr schmackhaftes Abschiedsdinner servierte das Tourneetheater Thespiskarren dem Kevelaerer Publikum zum Auftakt der Theatersaison am Montagabend im Konzert- und Bühnenhaus. Die Speisenkarte nicht zu überfüllt, einzelnen Gänge nicht zu schwer verdaulich, die drei „Köche“ bestens aufgelegt – tolles Boulevard-Theater, das dem Publikum der Wallfahrtsstadt gut schmeckte.

Der Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière liegt eine simple Idee zugrunde: Peter und Katja (Ralf Komorr und Saskia Valencia) wollen ihre langweilig gewordene Freundschaft mit Anton (Michael von Au) und Bea ohne deren Wissen per „Abschiedsdinner“ abservieren. Ein letzter gemeinsamer Abend ist geplant, und die Gastgeber wissen schon, wie er verlaufen wird – wie all die anderen Treffen zuvor auch. Man hat sich einfach sattgesehen und -gehört aneinander, kennt die persönlichen Eigenheiten des anderen so gut, dass man sie schon nicht mehr liebenswert findet.

Doch es kommt alles anders als geplant: Anton kommt ohne Bea und durchschaut den Plan. Und statt Friede, Freude, Abschiedsdinner gibt‘s einen brodelnden Eintopf aus Chaos, Kränkung und dem Versuch, den anderen zu verstehen. Dabei wird der Rührlöffel nicht allzu tief in den Topf gesteckt. Kleine Messerstiche müssen reichen, um das Gefühlschaos zu sezieren. Doch die sitzen, auch dank der hervorragenden Besetzung. Komorr und von Au bringen reichlich komödiantisches Können auf den Tisch, zum Beispiel wenn sie in die Rolle des jeweils anderen schlüpfen. Und Saskia Valencia bleibt auch nicht immer im Hintergrund, sondern darf ihr Talent ordentlich ausspielen. Die Textvorlage wurde sanft angepasst, ein paar überdrehte Szenen sind trotzdem drin geblieben, aber das stört die Geschichte nicht weiter. Die Dialoge machen Spaß. Sie verlangen der Schauspielerin und den beiden Schauspielern einiges ab, doch alle meistern ihre Darstellung auch in überdrehten Teilen noch so, dass sie nachvollziehbar und sogar ziemlich natürlich bleiben.

Vorspeise, Hauptgang, Dessert werden mit viel Spielfreude serviert, und auch eine kleine Unterbrechung wegen eines Zwischenfalls im Zuschauerraum kann die routinierten Darsteller nicht aus der Rolle bringen.

Dass die Freundschaft schließlich siegt, ist bei einer Boulevard-Komödie fast schon eine Selbstverständlichkeit. Dass aus einem so einfachen Rezept ein schmackhaftes Menü wird, dazu bedarf es aber mehr als die Zutaten – und in diesem Falle waren es genau die richtigen Köche, die dem „Abschiedsdinner“ die nötige Würze verliehen.

Spaß mit Mama Muh und der Krähe

Die Geschichten um „Mama Muh und die Krähe“ sind als schwedisch-deutsche Zeichentrickserie zwischen 2009 und 2010 bekannt geworden und basieren auf den schwedischen Kinderbüchern von Tomas und Jujja Wieslander und Sven Nordqvist.
Die Abenteuer der quirligen Kuh Muh hat auch das WODO Puppenspiel adaptiert. Am vergangenen Samstag war das Stück im Kevelaerer Museum zu sehen.

Dort ließ Dorothee Wellfonder einige Abenteuer der quirligen Kuh und ihrer Freundin, der Krähe, lebendig werden. Statt Gras zu fressen und faul auf der Weide oder im Stall zu liegen, tanzt Mama Muh lieber, spielt Fußball mit Ballettschuhen oder frisst das Blumengeschäft der Stadt leer. Der Bauer ist sauer auf Mama Muh und will eine hohe Mauer um die Weide bauen, doch Mama Muh lässt sich nicht entmutigen und übt schon einmal Hochsprung.

Die anwesenden Kinder waren eingeladen, sich einbeinig mit der tanzenden Kuh im Kreis zu drehen oder sangen am Ende Mama Muh mit einem Lied in den Schlaf. Anschließend konnte jeder, der wollte, sich von Mama Muh verabschieden.

Dorothee Wellfonder freut sich, nach einer längeren Corona-Pause wieder auftreten zu können. Nach dem Lockdown hatte das WODO Puppenspiel schon ab Mai wieder einige Auftritte: „Wir waren das erste Theater von NRW, das Aufführungen hatte. Wir haben viel draußen gespielt und die Zuschauerzahl war stark beschränkt. Aber was geht, machen wir“, so die Puppenspielerin.

Regelmäßig ist das Figurentheater aus Mülheim im Museum zu sehen. Dieses Mal saßen die Kinder nicht wie sonst alle gemeinsam auf dem Teppich vor der Bühne, sondern alle Kinder saßen mit viel Abstand zu den anderen bei ihren Eltern oder Großeltern.

„Theaterspielen gehört einfach zu unserem Leben“, meint Dorothee Wellfonder, und freut sich auf viele weitere Vorstellungen im Kevelaerer Museum.

Theaterverein 4c freut sich schon aufs Wiedersehen

Da kann man nun wirklich sagen: Kinder, wie die Zeit vergeht! Seit 30 Jahren begeistert der Kevelaerer Theaterverein 4c sein Publikum durch mindestens zwei Aufführungen jährlich und ist durch seine humoristischen und komödiantischen Darstellungen ein Publikumsmagnet für Zuschauer weit über die Grenzen von Kevelaer hinaus geworden.
„Wer hätte gedacht, dass aus unserer damaligen Intention, Schülern der Abschlussklasse 4c der Antonius Grundschule Kevelaer durch unsere Sketche einen schönen Grundschulabschluss zu bescheren, ein so lange agierender, etablierter und anerkannter Verein wird“, resümiert Günter Voß, Vorsitzender des Vereins.

Ehrenamtlicher Einsatz

Mit viel Engagement und ehrenamtlichem Einsatz wurde in den vergangenen Jahren viel erreicht und umgesetzt. Mit den derzeit 22 Mitgliedern konnten nicht Charaktere und nur exzellente schauspielerische Darstellungen auf die Bühne gebracht werden. Bühnenbau, Technik, Requisite und maskenbildnerische Arbeiten wurden von den Vereinsmitgliedern eigenständig durchgeführt und eingebracht, oftmals auch durch persönlichen finanziellen Einsatz. Durch die Anmietung eines Probenraumes wurde die Grundlage für die professionelle Weiterentwicklung des Vereins gelegt, da hier sowohl die Bühnenelemente und Requisiten gelagert werden können und dort auch Bühnenbau und Proben stattfinden.
Natürlich hat sich der Verein sein Jubeljahr ganz anders vorgestellt. Bedingt durch die Corona-Pandemie mussten im Frühjahr bereits die allseits beliebten Sketchabende abgesagt werden. Etwas Besonders hatte sich der Verein für sein Publikum für den Herbst überlegt. Für Ende Oktober war die Cover-Band „Dauerwelle“ aus dem Rhein-Main-Gebiet engagiert. Hier sollte im Konzert- und Bühnenhaus eine Jubiläumsparty unter dem Motto „NDW“ (Neue Deutsche Welle) starten. Leider fällt auch diese Veranstaltung coronabedingt aus, soll aber im kommenden Jahr nachgeholt werden.

„Bedauerlicherweise haben die Veranstaltungsabsagen auch eine negative Auswirkung auf unsere Finanzlage“, so Günter Voß. „Wir hoffen doch sehr, im kommenden Jahr wieder vor Publikum spielen zu können. Unserem treuen Publikum sagen wir ein ganz großes Dankeschön für die treue Unterstützung und Begleitung in den vergangenen Jahren. Wir hoffen, dass sie und wir gesund durch die nächsten Monate kommen und freuen uns auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr.“

Jubelfoto aus dem Jahr 2000. Foto: Archiv KB

Das Kevelaerer Blatt hat die Aufführungen der beliebten Amateurschauspieler immer gerne begleitet und freut sich sehr, dass der kreative und engagierte Verein weiterhin für die Theaterfreunde in Kevelaer und darüber hinaus da sein möchte. In diesem Zusammenhang haben wir beim Kramen in unseren Archiven ein besonders Bild gefunden: Es zeigt die Truppe beim zehnjährigen Bestehen. Mit dabei sind Moderatoor Karl Timmermann und der Stargast des Abends, Mike Krüger, der sich damals vom Können der Kevelaerer begeistert zeigte und extra die Genehmigung für ein Foto im Kevelaerer Blatt gab.

Vorstellungen im Museum: „Mama Muh und die Krähe“

Am Samstag, 26. September 2020, ist das Mülheimer Figurentheater „Wodo Puppenspiel“ im Niederrheinischen Museum Kevelaer zu Gast mit dem Stück „Mama Muh und die Krähe“. Krähe ist Mama Muhs beste Freundin und beste Freundinnen unterhalten sich gerne: über Farben, Formen, Aussehen… Und Mama Muh tanzt gerne! Nicht selten trifft Krähe der Flügelschlag, wenn Mama Muh mal wieder eine Idee hat. Natürlich halten beide Freundinnen zusammen – was auch immer geschieht.

Für die Vorstellungen um 15 Uhr und um 16.15 Uhr sind noch Karten für 4 Euro pro Person im Museum erhältlich. Karten für die ausgefallene Vorstellung „Briefe von Felix“ vom 4. April 2020 behalten ihre Gültigkeit und können für beide Vorstellungen eingelöst werden. Das Museum bittet jedoch um vorherige Anmeldung, da die Personenanzahl begrenzt ist: Niederrheinisches Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte e.V.,
Tel. 02832-954110.   

Kurioser Vorverkauf für Kulturveranstaltungen

Eine bis jetzt einmalige Situation ergibt sich zum Start des Vorverkaufs für die aktuelle Kultursaison in Kevelaer. Die Theaterreihe und die Reihe „Puppenspiel 18+“ sind bereits ausverkauft. Durch die Sitzplatzbeschränkung nach der Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen dürfen unter Einhaltung der Corona-Regeln nicht mehr als 300 Besucher im Konzert- und Bühnenhaus platziert werden. Somit ist das zulässige Sitzplatz-Kontingent durch die Abonnenten bereits ausgeschöpft.

Das gleiche Prozedere ist für das Forum der Öffentlichen Begegnungsstätte vorgeschrieben und auch hier finden nur die Abonnenten einen Platz. Das Team der Abteilung „Tourismus & Kultur“ bedauert sehr, die Nachfrage nach Einzelkarten in dieser Saison nicht bedienen zu können.

Für alle anderen Veranstaltungen der Spielzeit sind die Eintrittskarten ab Montag, 17. August, bei der Kartenvorverkaufsstelle im Erdgeschoss des Rathauses zu erwerben.

Kultur für Kinder startet im Oktober

Das Wittener Kinder- und Jugendtheater freut sich, das Eröffnungsstück für die Reihe „Kultur für Kinder“ aufzuführen. Am Dienstag, 6. Oktober, gastiert die Produktion um 10 Uhr mit dem Jugendbuch-Klassiker „Karlsson vom Dach“ von Astrid Lindgren. Die Aufführung ist für Kinder ab drei Jahren geeignet. Kindergartengruppen und Schulklassen werden gebeten, sich frühzeitig im Büro „Tourismus & Kultur“ anzumelden.

Sonderveranstaltungen beginnen mit Premiere

Den Verantwortlichen der Abteilung „Tourismus & Kultur“ ist es gelungen, den dritten Teil aus der Musical-Reihe um die vier Frauen aus „Heiße Zeiten“ und Höchste Zeit“, mit der neuesten Produktion „Himmlische Zeiten“, nach Kevelaer zu verpflichten. In der Premierenveranstaltung am Samstag, 26. September, geht es erneut ans „Eingemachte“. Was bleibt nach Wechseljahren und später Scheidung? Die Autoren nähern sich dem „Ernst des Alters“ in gewohnt bissiger Manier und verorten ihre Komödie in die Privatabteilung eines Krankenhauses – Lachmuskelkrämpfe sind garantiert!

Tipps und Hinweise auf alle weiteren Veranstaltungen können im aktuellen Kulturprogramm der Wallfahrtsstadt Kevelaer nachgelesen werden.

Vorverkauf
Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen – außer für Theater und Puppenspiel 18+ – beginnt am Montag, 17. August. Dann können alle Eintrittskarten im Büro „Tourismus & Kultur“ im Erdgeschoss des Rathauses Tel.-Nr.: 02832 122-991 erworben werden.