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Der erste Auftritt nach langer Zeit begeisterte das Publikum im Kevelaerer Museum

Sommerkonzert der Jungen Streicher

In der Museumspassage konnte Gastgeberin Veronika Hebben am vergangenen Sonntag wieder ein größeres Publikum begrüßen. Unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen hatten erstmals wieder 100 Gäste Zutritt zum Sommerkonzert der Jungen Streicher Kevelaer.

Endlich wieder Musik

Konzert mit Duo Miikado

Am Freitag, 2. Juli, wird es erstmalig dieses Jahr, wieder Live-Musik im Kävelse Lüj, Maasstraße 5, geben. Das Duo Miikado wird dort erneut ab 19.30 Uhr draußen auftreten.

Einfach mal probieren

Seit fünf Jahren unterhält der Theaterchor Niederrrhein mit einem vielfältigen Repertoire von 30er-Jahre-Musik bis zum Queen-Rock das Kevelaerer Publikum. Die alljährlichen Konzerte des Chores finden großen Anklang, sogar vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier wurde der Chor nach Bonn eingeladen und kam mit dem Staatsoberhaupt ins Gespräch.

Jetzt wollen die Mitglieder der Chorgemeinschaft ihrer Historie ein weiteres Highlight hinzufügen. Denn der Theaterchor hat sich für die „Nacht der Chöre“ beworben, die von der „Rotkäppchen“-Sektkellerei ausgerichtet wird und Mitte November in Freyburg / Sachsen-Anhalt stattfinden soll – musikalisch unterstützt von dem Popstar Johannes Oerding und dem Komponisten Dieter Falk.

Geschickter Link

„Wir sind da dran gekommen, weil ein Mitglied unseres Chores mal den dazugehörigen Link geschickt hat“, erinnert sich Marloes Lammerts, eine der beiden Gründerinnen des Chores. „Da habe ich spontan gesagt: Das könnten wir doch mal machen.“ Der Vorschlag ging in den Chor-Vorstand und an die Stimmsprecher, die sich mit der Idee sofort anfreunden konnten.

Wie kriegt man es aber hin, sich für so einen Wettbewerb angemessen zu präsentieren? Als Grundbedingung war gefordert, den eigenen Lieblingssong zu singen, sich dabei filmen zu lassen und das Video auf der Internetseite des Unternehmens unter dem Stichwort „Nacht der Chöre“ hochzuladen.

Nur ein einfaches Filmchen, das sollte es eigentlich nicht sein, dachten sich die Verantwortlichen des Chores. Auch da half der Zufall mit: Lammerts, die als Künstlerin Keramik-Skulpturen herstellt und auch mal auf Ausstellungen zu finden ist, traf auf der „Landart“ Ende August im Achterhoek den Foto- und Filmjournalisten Gerry Seybert.
Der drehte dort zufällig einen Imagefilm über die Veranstaltung. „Da habe ich ihn einfach gefragt, ob er nicht was für uns machen könnte. Und er hat spontan zugesagt.“ Am 1. September kam Seybert dann mit seinem Equipment in das Forum Pax Christi, wo der Chor seit ein paar Wochen wieder seine Proben durchführt, drehte einzelne Einstellungen der Proben und führte Kurzinterviews mit einigen Mitgliedern.

Es entstand ein 4:59 Minuten langer Kurzfilm, der die Idee und die Philosophie des Theaterchores in angemessener Form zusammenfasst. „Wir haben uns vor Ort umgesehen und dann spontan entschieden, wer aus dem Chor dazu auch was vor der Kamera sagen kann“, sagt Christina Derix, die zweite Gründerin des Theaterchores.

„Garniert“ wurden diese Aussagen und Probeaufnahmen mitAusschnitten aus den Konzerten, die im Bühnenhaus Kevelaer stattfanden.

Eine Jury, die sich aus dem Sänger Johannes Oerding, Dieter Falk, dem „Rotkäppchen“-Marketing-Manager Tobias Richter, Moderatorin Johanna Klum und dem Model und der Schauspielerin  Marijke Smittenaar zusammensetzt, entscheidet Anfang Oktober, welche zwei Gewinnerchöre und SängerInnen dabei sein dürfen.

Coaching mit einem Komponisten

Die sollen dann Anfang November durch ein Coaching mit Dieter Falk – abhängig von der aktuellen Situation – persönlich in ihrer Heimatstadt oder digital auf die „Nacht der Chöre“ vorbereitet werden. Die „Nacht der Chöre“ soll dann am 14. November nach klaren Abstands- und Hygienevorgaben im Lichthof der „Rotkäppchen“-Sektkellerei stattfinden.
„Wir wissen nicht, was da alles genau passiert“, sagten die beiden Frauen. „Da müssen wir uns überraschen lassen.“ Auf jeden Fall glauben sie an die Chance ihres Chores. „Wir haben eine super Bewerbung abgegeben und einen super Imagefilm. Und wenn wir nicht genommen werden, kann man mit dem Film immer super darstellen, was der Theaterchor ist.“

Älterwerden mit Musik

Was haben diese vier – man verzeihe mir den Ausdruck, aber hier passt er doch ganz prima – Weibsbilder nicht schon alles hinter sich gebracht: Ehealltag und Beziehungsstress haben dabei ebenso ihre Spuren hinterlassen, wie Küche, Kinder und Klimakterium. Sie haben erst „Heiße Zeiten“ erlebt und dann wurde es „Höchste Zeit“ für eine Fortsetzung ihrer Lebensgeschichten mit anderen Mitteln, die in diesem Falle Lieder sind. Und nun? Wo man doch jetzt weiß, dass sie mit Kodderschnautze oder Karriereblick, mit Eleganz oder Familiensinn so ziemlich jeder Lebenssituation trotzen können, was soll da noch kommen? Richtig: „Knocking on heaven‘s door“.

Das schwere Leben und die Leichte-Muse-Schippe

Kommt aber nicht, zumindest nicht als Song drin vor, im dritten Teil dieses wunderbaren Quartett-Spiels, welches das manchmal schwere Leben der vier Damen musikalisch auf die Leichte-Muse-Schippe nimmt. In „Himmlische Zeiten“ bekommt die Karriere-Leiter der Karriere-Frau (richtig resolut und sehr schön energiegeladen: Franziska Becker), die schon ein schönes Stück über den Wolken schwebt, sich aber für die letzten Stufen tatsächlich noch kosmetisch generalüberholen lassen will, plötzlich einen Knick. Die Junge (herrlisch hektisch und ein fantastischer Wirbelwind: Nini Stadlmann) merkt, dass auch Torschlusspanik und ein zweites Kind kein guter Kitt für eine brüchige Beziehung sind.

Die beiden anderen haben das alles längst hinter sich gelassen – doch gerade für sie hält das Leben zum Ende hin die unliebsamsten Überraschungen bereit. Die patente Hausfrau (Angelika Mann, eine „Kumpeline“, wie man sie sich ein Leben lang wünscht) hat sich tapfer durchs Älterwerden geackert, um nun festzustellen, dass da kein finanzielles Polster bleibt, auf dem sie sich einmal ausruhen könnte. Die Vornehme (Heike Jonca ist in den traurigen Passagen so eindringlich, dass man ihre Hand ergreifen möchte) hat einen Golfball an den Kopf bekommen, der jedoch nicht lange dazu taugt, den wahren Grund ihrer garstigen Verwirrtheit zu kaschieren: Demenz.

Alzheimer und Altersarmut – ja auch diese wirklich existenziellen Themen kommen aufs Tapet. Für Lösungsansätze ist die Revue-Bühne sicherlich der falsche Ort, und auch die Gefahr, ins allzu seichter Fahrwasser flacher Witze zu geraten, ist groß. Doch das einfühlsame Produktionsteam (Tilmann von Blomberg, Buch; Carsten Gerlitz, Liedtexte und musikalische Arrangements; Katja Wolff, kreative Entwicklung und Regie) und gute Darstellerinnen sorgen für eine angemessen ernsthafte Auseinandersetzung. „Altwerden ist nichts für Feiglinge“, heißt es im Untertitel treffsicher. Es ist ein Kampf gegen das Älterwerden, der hier an vier unterschiedlichen Fronten geführt wird. Und nicht vorgeführt, wohlgemerkt. Mal wird mit Witz gekämpft, mal mit Krallen, mal mit Sarkasmus, mal mit Verzweiflung – immer aber mit Würde, die wohl zu den schärfsten Waffen einer Frau zählt.

Happy-End oder endlos happy?

Was bleibt, von einem wirklich unterhaltsamen Abend, bei dem das Damen-Quartett noch einmal so richtig aufdrehen darf, ist die Erkenntnis, dass nicht das vielzitierte Happy-End zählt, sondern die Zeit bis dahin so happy wie möglich zu bleiben. Und dazu kann eine solche Revue einen wunderbaren Beitrag leisten.

Zurück zur Open-Air-Kultur

Am Eingang des Forums Pax Christi begrüßten Elmar Lehnen und Bastian Rütten die gut 90 Gäste, die sich am vergangenen Freitag einen besondere musikalischen Leckerbissen nicht entgehen lasen wollten. „Weil Mut erlaubt ist und Übermut verboten“, habe man sich entschieden, den Abend stattfinden zu lassen, meinte Pastoralreferent Rütten zu der Idee des Konzerts. „Mut im Sinne von: das zu tun mit überlegten Abständen und einer guten Sicherheit, das ist dran gerade im Bereich Kultur.“ Man habe abgewogen und beschlossen, „dass wir das hier draußen gerade noch können“. Das Forum sei ein Juwel hier. „Und wir haben gesagt, wir tun das, weil wir mit den Künstlern schon lange unterwegs sind und die Not sehen, dass die halt spielen wollen.“

Man kenne sich schön länger. „Hans-Jörg Fink macht mit mir und Elmar Lehnen zahlreiche Projekte. Und dann haben wir uns unterhalten und gesagt, dass wir hier die Möglichkeit haben, wenigstens irgendwas zu machen, wo es halbwegs warm ist.“ Dem Posaunisten und seinen Kollegen Olaf Krüger (Trompete, Flügelhorn), Kay Kellner (Trompete, Flügelhorn) und Karsten Süßmilch (Bassposaune) war die Vorfreude auf das Konzert anzumerken. „Im März war Shutdown, letzte Woche hatten wir ein Konzert, davor waren keine Möglichkeiten. Alles was geht, ist prima.“ Nicht umsonst war auf dem Programmzettel von einem „Berufsverbot“ durch Covid-19 und einem „ersten Schritt, dass Live-Kultur wieder einen angemessenen Platz in der Gesellschaft einnehmen kann“, die Rede.

Hochklassige Musik im Zusammenspiel

Entsprechend traten die vier Musiker vor das Publikum und gaben mit dem fast fanfarisch-fetzigen „First call“ von Torsten Maaß den richtigen Klangimpuls zum Auftakt. Was in der folgenden knappen Stunde die Zuhörer unterhielt, war hochklassige Musik von vier gleichberechtigt agierenden Könnern, die sich im Zusammenspiel souverän durch die diversen Musikstile bewegten. 

Ob nun im kubanischen Gewand bei „Peanut Vendor“, klassisch-erhaben mit kompaktem Klangkörper bei Claude Debussys „The Girl with the flaxen hair“, dem jazzigen, bossanova-beschwingten „Fab Four“ von Michael Davis oder der sehr melodisch-vielschichtigen Komposition „Dijio“ von Tini Thomsen – die Musik war stets stimmig, aufeinander abgestimmt und ein Vergnügen fürs Ohr.

Groove, Gefühl und ein Stück Kopfkino brachte Elmar Lehnens Stück „Liebesleben einer Ameise“ mit sich. Barock wurde es dann mit Henry Purcells „Ouvertüre“ und „Air, latin-jazziger mit dem „Samba d´Orpheo“. Mitreißender Höhepunkt des Abends war am Ende die Michael-Jackson-Nummer „Thriller“ – und mit einem ruhigen „Guten Abend, gute Nacht“ verabschiedeten die Künstler ihr Publikum nach einer kleinen Hutspende in die angenehmen Reststunden.

Konzert im Forum Pax Christi

Am Freitag, 18. September 2020, lädt die Pfarrgemeinde St. Marien Kevelaer um 20 Uhr zu einem einstündigen Konzert ins Forum Pax Christi ein. In der Coronazeit bietet das Forum die Möglichkeit, an diesem Abend 150 Zuhörerinnen und Zuhörer zu beherbergen. Zu Gast ist das Ensemble „Brassfabrik 4.0″ – vier Blechbläser aus unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen, die neue klangliche Wege gehen wollen, frei nach dem Motto: „Erlaubt ist, was (uns) gefällt!“ Jeder der vier Musiker der Brassfabrik 4.0 hat sich in seinem musikalischen Herkunftsbereich einen Namen gemacht, aber dabei nie den „Blick über den Tellerrand“ gescheut. Als Brassfabrik 4.0 musizieren sie, um voneinander zu lernen, Symbiosen einzugehen und sich stilistisch miteinander zu verbinden.

Gemeinsam spannen sie einen musikalischen Bogen von Johann Sebastian Bach über Claude Debussy bis hin zu Jazz und Pop und in die Gegenwart. Auch ein Werk, das der Kevelaerer Basilikaorganist und Komponist Elmar Lehnen für die Brassfabrik 4.0 komponiert hat, wird zu hören sein.

Verzicht auf Kultur

„Wir freuen uns, dass wir diesen Abend mit diesem besonderen Ensemble möglich machen können. Lange Zeit mussten wir auf Kultur verzichten. Wir sind zur Vorsicht aufgerufen und merken doch, dass Musik und Kultur allgemein einen großen Wert für unser Leben haben“, sagt Dr. Bastian Rütten. „An diesem Abend werden wir im Forum die Möglichkeit haben, unter freiem Himmel, gut durchlüftet und trotzdem regensicher einem wunderbaren Konzert lauschen zu können. Das ist uns als Wallfahrtsgemeinde wichtig, denn wir sind auch ein wichtiger Kulturträger in der Stadt.“

Der Eintritt an diesem Abend ist frei. Jedoch stellt Corona besonders die Künstler vor große Herausforderungen. In diesem Zusammenhang bittet die Gemeinde am Ausgang um eine  Spende. Eine Anmeldung und Registrierung ist nicht nötig. Es gilt die Coronaschutzverordnung.

„Man muss in dieser Zeit improvisieren“

Die frühere Kevelaererin Lea Brückner, die trotz ihres Umzugs nach Straelen noch gute Drähte in die Marienstadt hat, ist wieder in Sachen ihrer Kunst unterwegs.

Die 22-jährige Geigerin führt in Zusammenarbeit mit dem Kevelaerer Verein „wirksam e.V.“ und mit Unterstützung der Volksbank drei Konzerte an besonderen Orten am Niederrhein durch. „Der Verein hat sich trotz der schwierigen Situation zurzeit bereiterklärt, als Veranstalter zu fungieren und mir erlaubt, das auf die Beine zu stellen.“

Gemeinsam mit dem Pianisten Roman Salyutov wird sie am 25. September im Schloss Ossenberg, am 1. Oktober auf Schloss Hartefeld und im Haus Vlassrath in Straelen im Rahmen der „Muziek Biennale 2020“ auftreten.

Eine Künstlerin von „wirksam e.v.“ – Gabriele Schwarz-Lamche aus Geldern-Kapellen – wird in Ossenberg und Weeze begleitend das eine oder andere Bild ausstellen. „Man muss in dieser Zeit einfach improvisieren“, sagt die junge Musikerin. „Die drei Hausherren sind uns da sehr entgegengekommen und haben uns ihre Locations zur Verfügung gestellt. Das ist für uns Künstler und die Gesellschaft wichtig, dass die, die größere Räumlichkeiten haben wie Scheunen, Herrensitze oder Ähnliches, uns Künstler unterstützen und wir nicht Tausende Euro Miete zahlen müssen.“

Edvard Grieg am Ende

In ihren Konzerten wollen die beiden Künstler ein vielfältiges musikalisches Programm anbieten – von dem ersten Satz aus Ludwig van Beethovens „Sonate Nr. 7“ über die „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms und einem der „schwierigsten Stücke der Violon-Literatur“ von Henry Vieniaswki, solle es auch gezielt für junge Leute Stücke wie die „Short story“ aus „Westside Story“ von George Gershwin oder auch Musik von Maurice Ravel geben.

Am Ende ist eine Sonate von Edvard Grieg vorgesehen. „Dazu    ließ er sich von endlos langen Nächten in den skandinavischen Wäldern und der Liebe zu einer Violinistin inspirieren“, sagt Brückner und will während des Konzerts weitere Anekdoten zu den Komponisten und ihren Kompositionen erzählen. „Es ist ja nicht nur Musik, sondern sind auch die spannenden Geschichten, die dahinterstehen.“   Und man wolle auch versuchen, alle gesellschaftlichen Schichten mit dem Angebot abzuholen.

Die Preise für die Tickets liegen bei 25 Euro. „Normalerweise sind da im Schnitt 300 Zuschauer möglich. Wegen Corona müssen wir aber auf 55 Personen runtergehen“, erläutert Brückner. „Es ist uns trotzdem wichtig – egal, was es für eine Zeit ist. Wir möchten trotzdem weiter Kultur anbieten.“

Die Tickets gibt es wegen der begrenzten Platzwahl mit Sitzplatz nur online oder per Mail mit allen Kontaktdaten, damit man auch im Falle einer Infektion die Nachverfolgung der Kontaktpersonen und die daraus resultierende notwendige Erreichbarkeit gewährleisten kann.

Brückner hat schon Pläne für weitere Konzerte, würde gerne vor Neujahr oder nach Neujahr mit Konzerten den Menschen Freude machen. „Da sind wir schon mit dran. Wenn es da Interessenten mit Räumlichkeiten gibt, dann können die sich gerne melden.“

Die Jungen Streicher Kevelaer dürfen wieder öffentlich auftreten

Es war ein gelungener Auftakt: Am vergangenen Sonntag gab das Jugendstreichorchester der „Jungen Streicher Kevelaer“ sein erstes Konzert seit Ausbruch der Corona-Krise. Im überdachten Freiluftbereich des Niederrheinischen Museums Kevelaer spielten die 20 jungen Streicher und Streicherinnen Werke aus Barock, Klassik und Romantik unter Leitung von Thomas Brezinka. Die junge Sopranistin Magdalena Langner, die im Orchester auch Bratsche spielt, begeisterte als Solistin bei Arien von Mozart und Gounod. Die strengen Auflagen erlaubten nur eine geringe Anzahl von Zuhörern. Für die 49 Anwesenden war es ein gelungenes Konzert, und dies endlich wieder „analog“. Die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen konnten laut Museumsleiterin Veronika Hebben sehr gut umgesetzt werden. Das Sommerkonzert der Jungen Streicher Kevelaer findet am kommenden Sonntag, 21. Juni, um Uhr, wieder im überdachten Freiluftbereich des Museums
statt. Eine begrenzte Anzahl an Karten ist für 4,00 Euro im Vorverkauf des Niederrheinischen Museums Kevelaer erhältlich.

Bühnenhaus glänzt stimmgewaltig

Gut gefüllt mit über 300 Besuchern war das Bühnenhaus, als die Show begann. Mit „Die Schöne und das Biest“ wurde das Publikum eingestimmt in das Programm. Auffallend schöne aufwendig gestaltete Kostüme der Interpreten überraschten. Die blau und grün wechselnde Illumination des Bühnenbildes unterstrich die Kostüme effektvoll. Mit einem Sternenhimmel im Hintergrund der Bühne und Wunderkerzen erklangen die ersten Lieder. Später wurden weitere farbige Lichteffekte eingesetzt. Leicht und beschwingt schwebten die verschiedenen Stücke durch den Konzertsaal, der mit seiner guten Akustik auffiel, auch durch die brilliante Tontechnik und Musik des Veranstalters DS Entertainment. Spielszenen, wie in Musicalaufführungen, gab es nicht.

Im Vordergrund der Aufführung standen der Gesang und die Musik, die die Besucher schon zu Beginn mitnahm in eine bunte facettenreiche Musicalwelt. Der Applaus wurde immer wieder begleitet von begeisterten Stimmen aus dem Publikum. Nach einer musikalisch gelungenen Stunde biss Graf Dracula zu und entließ die Besucher in die Pause, die sich die Interpreten mit ihren stimmgewaltigen Einlagen verdient hatten. Der stürmische Applaus für das Lied „Totale Finsternis“ verebbte erst als der Saal hell wurde.

Mit Evita ging es nach der Pause weiter und anschließend bestimmten Soul und Rock die musikalischen Szenen. Die Darsteller lebten ihre Rollen mit Bravour und füllten sie mit Leben nicht nur durch ihre beeindruckenden Stimmen. Erst nach einer nochmals stimmgewaltigen Zugabe wurden die Künstler entlassen nach einer gelungenen Vorstellung. Diane Lübbert, Werner Wulz, Annemarie Reuter und Birgit Widmann überzeugten gekonnt.

„Manege frei – Wir feiern heut `ne Party!“

Fröhlich tanzte Heidi Leenen mit ihrer Mitstreiterin Anita Flügel und den beiden Kevelaerer Kursleiterinnen Ruth Peters und Bärbel Holtappels am Rande der Bühne in der Begegnungsstätte. Die Musikpädagogin freute sich sehr über den positiven Verlauf des rund einstündigen Mitmachkonzerts, das Liedermacher Rainer Niersmann mit seinen Liedern und den gut 35 drei- bis sechsjährigen Kindern der Abschlussklasse gestaltet hatte. „Die wachsen hier über sich hinaus. Das ist einfach nur schön. Ich glaube, Ängste hat da keiner mehr, wenn er da oben steht“, zeigte sich Leenen stolz angesichts der mittlerweile 20 Jahre „MusikAtelier“, mit dem sie in der Zeit „bestimmt zwischen 1500 und 2000 Kinder“ (Niersmann) an Musik herangeführt hat.

„Wo sind die 20 Jahre geblieben?“, fragte sie und dankte den Familien für das immer wieder entgegengebrachte Vertrauen. „Das Schöne ist, man bekommt soviel zurück von den Kindern an Fantasie und Kreativität“, schwärmte Anita Flügel von der Erlebnissen in dieser Zeit.

Bei der Aufführung „kommt das heute so rüber, was wir eigentlich wollen, dass die Kinder Lust auf Musik haben und Spaß“, sagte Leenen. Wenn man das bei den Kindern „herauskitzeln“ kann, „dann bleibt Musik auch ein fester Bestandteil im Leben“, zeigte sie sich überzeugt.

Ihr großer Dank galt auch ihrem Team – und vor allem Rainer Niersmann, der „sehr nah dran an dem Kind“ sei und sich dabei selbst nicht so wichtig nehme. „Er veräppelt sich selbst mal und nimmt sich auf die Schippe.“

Un er verbreitete bei dem Programm knapp eine Stunde lang erneut gute Laune. „Zirkus ist immer was ganz Besonderes – Spannung, Abenteuer, ein bisschen Gefahr und natürlich viel Humor. In dem Zirkus, wo ich hingehe, gibt es auch super viel Musik“, begrüßte er den fünfjährigen Mika und die sechsjährige Ida als Zirkusdirektor „Roberto“ und Clown „Augustine“.

Anschließend erlebten die anwesenden Eltern und Großeltern mit den Kindern im „Zirkus Katastrofale“ einen stimmungsvollen Nachmittag, bei denen sich die verschiedenen Tiere und Attraktionen des Zirkus „präsentierten“ – vom Elefanten mit originellem Rüssel über die Löwen bis hin zu den „Seifenblasenträumern“, den Schlangenbeschwörern und einer „Zirkusband.“

Dazu bezog Rainer Niersmann die Kinder und die Erwachsenen mit ein – ob es nun um den richtige Zauberspruch ging, er musikalisch die Geschichte vom „Zauberer, der nicht zaubern kann“ oder den „Luftgitarren“ erzählte und die Großen dazu animierte, bei der Schlangenbeschwörung aufzustehen und mitzusingen.

Und natürlich ließen es sich Bärbel Holtappels und Ruth Peters nicht nehmen, als „Petronella“ und „Annabella“ mit großer Plastikbrille, Miniröckchen, Seifenblasen und einer Bank eine witzige „Trapeznummer“ auf die Bühne zu bringen.

Am Ende sangen alle gemeinsam „Wir feiern heut´ne Party“ und „Der größte Schatz der Welt ist unsere Fantasie“. Und Heidi Leenen freute sich bei dem Blick in die Gesichter von Kindern, Eltern und Großeltern vor allem über eins: „Dass man mit so wenig soviele Menschen glücklich machen kann.“

Info: 02831-88172 oder -89314) oder per E-Mail info@musikatelier-mobil.de.