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Die Ratsfraktion und ihre Schwerpunkte in der noch jungen Wahlperiode

So sehen die Grünen die Zukunft Kevelaers

„Wie sieht Kevelaer in Zukunft aus? Welche Perspektiven gibt es? Wer hat Ideen, wer will mitgestalten? In einer unregelmäßigen Serie „Zukunft für Kevelaer“ will das Kevelaerer Blatt Menschen aus Verwaltung und Politik, aus Wirtschaft und Ehrenamt, aus Kirchen und Vereinen, aber auch engagierte Privatpersonen und ihre Perspektiven für ihre Heimatstadt vorstellen.

Die Ratsfraktion und ihre Schwerpunkte in der noch jungen Wahlperiode

So sieht die SPD die Zukunft Kevelaers

„Wie sieht Kevelaer in Zukunft aus? Welche Perspektiven gibt es? Wer hat Ideen, wer will mitgestalten? In einer unregelmäßigen Serie „Zukunft für Kevelaer“ will das Kevelaerer Blatt Menschen aus Verwaltung und Politik, aus Wirtschaft und Ehrenamt, aus Kirchen und Vereinen, aber auch engagierte Privatpersonen und ihre Perspektiven für ihre Heimatstadt vorstellen.

So sieht die FDP die Zukunft Kevelaers

Wie sieht Kevelaer in Zukunft aus? Welche Perspektiven gibt es? Wer hat Ideen, wer will mitgestalten? In einer unregelmäßigen Serie „Zukunft für Kevelaer“ will das Kevelaerer Blatt Menschen aus Verwaltung und Politik, aus Wirtschaft und Ehrenamt, aus Kirchen und Vereinen, aber auch engagierte Privatpersonen und ihre Perspektiven für ihre Heimatstadt vorstellen. Dazu haben wir unter anderem die Fraktionen im Kevelaerer Rat nach ihren Ideen, Vorstellungen und Schwerpunkten ihrer politischen Arbeit und im Rat befragt. In der heutigen Folge unserer Serie stellt die FDP-Ratsfraktion diese vor.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte der Arbeit bei Ihrer Fraktion (thematisch)?

Kevelaer ist eine attraktive Stadt, mit hoher Lebensqualität. Die Bandbreite unserer Einzelhändler und des produzierenden Gewerbes ist eine umfangreiche Basis, auf die gut aufgebaut werden kann. Der gutausgestattete Schulstandort, das gelebte und attraktive Vereinswesen sind Ausgangspunkt für eine gute Ausbildung unserer jungen Mitbürger sowie Fundament einer aktiven, gemeinschaftlichen Bürgergesellschaft. An diese gute Ausgangslage gilt es anzuknüpfen, Gutes zu bewahren und Herausforderungen anzunehmen und zu überwinden.

Bildung, Stadtentwicklung, Kultur und Tourismus

Für die Freien Demokraten spielen damit die Themen Bildung, Stadtentwicklung, sowie Kultur und Tourismus eine herausragende Rolle. Gleichzeitig gilt es aber auch die Themen des Umweltschutzes und des verantwortungsvollen Umgangs mit Finanzen in den Blick zu nehmen.

Jens Auerbach,
stellv. Fraktionsvorsitzender      Foto: Medienmanufaktur Niederrhein

In den kommenden Jahren werden wir uns beispielsweise mit folgenden Fragen beschäftigen: Welche Auswirkungen hat die Ausweisung von Wohngebieten, wo entsteht welcher Wohnraum? Wie werden die Kevelaerer Schulen zukunftsfähig und digital aufgestellt? Wie entwickelt sich die Innenstadt und der Einzelhandel? Wie stellen wir den Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven zur Verfügung? Wie stärken wir Wallfahrt und den Tourismus? Wie entwickeln und modernisieren wir unsere Stadt weiter und bewahren Bewährtes? Wie stellen wir unsere Stadt nachhaltig auf? Wie entwickelt sich die Altersstruktur der Bevölkerung, welche Auswirkungen hat das und welche Schritte leiten wir daraus ab?

Ideengeber

Wir Freien Demokraten sehen uns als Ideengeber, als innovative Kraft junger Menschen, unterstützt durch die Erfahrung unserer langjährigen Mitglieder und wollen konstruktiv und produktiv gestalten. Wir wollen Kevelaer verbessern und bringen dazu verschiedene Perspektiven und Sichtweisen mit. Wir kommen aus unterschiedlichen Lebenssituationen, üben unterschiedliche Berufe aus, schätzen das Vereinsleben und Ehrenamt und sind verbunden in der Liebe zu unserer Heimatstadt Kevelaer.

Welche laufenden Projekte wollen Sie unbedingt vorantreiben (inhaltlich)?

In Kevelaer finden derzeit große Bemühungen statt, neben den Pilgerreisenden weitere touristische Personengruppen zu erschließen. Im Zusammenhang mit dem Gradierwerk, dem Pilger- und Solepark und unserem historischen Stadtkern ist Kevelaer auch für Touristen ein attraktives Ziel. Diese Bemühungen gilt es zu vertiefen und auszubauen, dabei stehen wir in einem guten Austausch mit der Verwaltung, die in diesem Bereich sehr aktiv ist und mit guten Ideen viel leistet. Eine Herausforderung wird die Schaffung einer attraktiven Anbindung an die Innenstadt sein, hier können wir uns auch innovative Shuttle-Lösungen gut vorstellen.

Die Kevelaer-App

Als weiteren Baustein, nicht nur für die Touristen, sondern auch vor allem für die Kevelaerer Bürgerinnen und Bürger sehen wir auch die Kevelaer-App. Dabei handelt es sich um eine App, die alle relevanten Informationen über Veranstaltungen, Ansprechpartner, Vereine etc. bündelt und die baukastenartig um weitere Funktionen ergänzt werden kann. Wir könnten uns etwa ein Modul zum Streaming von Rats- und Ausschusssitzungen sehr gut vorstellen oder einen digitalen Mängelmelder, durch den unkompliziert und schnell Missstände wie defekte Laternen gemeldet und behoben werden können. In weiteren Ausbaustufen könnten über die App auch direkt Veranstaltungstickets und Kurse gebucht werden, sowie mittels „Augmented Reality“ Zusatzinformationen beispielsweise zu Sehenswürdigkeiten bereitgestellt werden.

Der Schulstandort in Kevelaer baut auf einem sehr guten Fundament auf, in den letzten Jahren sind umfangreiche Modernisierungen an allen Schulen auf den Weg gebracht worden. 

Digitalisierung in den Schulen

Die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik und die dafür benötigte Infrastruktur ist bereits in Umsetzung begriffen. Dies ist aber nur ein Teilerfolg, dringend muss etwa die Internetversorgung des Schulzentrums verbessert werden, damit die digitale Technik und die damit eröffneten Möglichkeiten auch vollumfänglich genutzt werden können.

Eine längerfristige Schwerpunktsetzung wird sich durch die in Kürze erfolgende Präsentation des Schulentwicklungsplans ergeben. Dieser wird uns erste Aussagen zu möglichen Schulerweiterungen liefern können. 

Jürgen Hendricks,
Ratsmitglied
Foto: Medienmanufaktur Niederrhein

Neben den Schülerzahlen, sollte die Entwicklung von Schule und den dazu gehörigen Gebäuden auch immer den aktuellen Kenntnisstand der Pädagogik widerspiegeln und Räumlichkeiten für Individualisierung, Förderung, Digitalisierung und methodisch unterrichtliche Arbeit bereithalten. 

Zukunftsplan

Was man in allen Teilbereichen merkt: Wir brauchen einen Zukunftsplan für Kevelaer, eine Vorstellung davon, wohin sich Kevelaer entwickeln soll und wie die Zukunft Kevelaers aussehen soll. Wir sehen das als eine überlebenswichtige Langzeitkonzeption, an der alle gesellschaftlichen Gruppen mitwirken sollten. Ohne eine solche Perspektive läuft die Stadtentwicklung Gefahr, nur solitäre Einzel-Entwicklung zu betreiben, aber das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Dabei gilt es nicht nur die Innenstadt zu betrachten, sondern auch den Außenbereich und die Ortschaften mit einzubeziehen. Auch die Bereitstellung von Erweiterungsflächen für bestehende und neue Betriebe muss strategisch betrieben werden. Insofern ist es richtig und wichtig, dass nun auch ein ganzheitliches Verkehrskonzept entwickelt wird. 

Es ist zu begrüßen, dass mit der Ausschreibung einer Stelle für einen Stadtplaner oder eine Stadtplanerin nun eine zentrale Führungsstelle geschaffen wird, bei der die Fäden zusammenlaufen und die als Fachmann oder Fachfrau eine planerische Perspektive für Kevelaer entwickeln kann. Die FDP hatte die Einrichtung einer solchen Führungsstelle aus gutem Grunde bereits seit Jahren gefordert, endlich wird diese Idee nun realisiert und die Stadtentwicklung erheblich aufgewertet, sodass nun das volle Potenzial dieser Abteilung zum Tragen kommen kann.

Welches sind die dringendsten Probleme in Kevelaer, bei denen Sie sich um Lösungen bemühen wollen?

Zu den schon oben benannten Problemen, gibt es weitere, die jetzt angegangen werden müssen. So ist Wohnraum in verschiedenen Preis- und Wohnungsgrößen sehr knapp in Kevelaer. Gleichzeitig gibt es Leerstände oder Personen, die sich von zu groß gewordenen Immobilien trennen wollen. Durch die gestiegenen Grundstückspreise und die steigenden Baukosten wird Wohnraum aber immer teurer und für viele kaum noch erschwinglich, die Nachfrage ist sehr hoch, das Angebot niedrig. Aus diesem Grund befassen sich Politik und Verwaltung mit der Thematik des bezahlbaren Wohnraums. 

Einzelhandel

Die Entwicklung des Einzelhandels in den Innenstädten ist eine Schwierigkeit, die es nur schwerlich umzukehren gelingen wird. Nichtsdestotrotz ist der Einzelhandel mit aller Kraft zu unterstützen. Klar ist, wir werden in Kevelaer nicht eine deutschlandweite Entwicklung aufhalten können. 

Wir können aber alles in unserer Macht stehende tun und versuchen, so gut es geht den Einzelhandel zu unterstützen, sei es durch Verbesserung der Rahmenbedingungen wie beispielsweise bei Parkplatzgebühren und Sondernutzungsgebühren oder bei der Unterstützung durch das Stadtmarketing.

Philipp Schmidt,
Ratsmitglied
Foto: Medienmanufaktur Niederrhein

Problematisch sind aus finanzieller Sicht auch die anstehenden baulichen Investitionen. In vielen Bereichen stehen enorm kostenintensive Maßnahmen an, die zu einer stark steigenden Verschuldung der Stadt führen. Durch die derzeit aufgrund der Corona-Pandemie vollkommen unklaren konjunkturellen Entwicklung und der Besonderheit, dass die Finanzen der Stadt im erheblichen Umfang von der Konjunkturlage abhängt, ist die Finanzsituation mit wachsamem Auge zu betrachten und frühzeitig gegenzusteuern. Es gehört zur Verantwortung, auch schmerzhafte Entscheidungen zu treffen. Kostenträchtige Prestige-Projekte, die außerdem noch Parkplätze vernichten, gehören hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt.

Corona-Pandemie

Bei aller Brisanz der Stadtentwicklung wird es in der kommenden Zeit auch zu einer maßgeblichen Aufgabe gehören, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Vereine sorgsam zu betrachten und Gegenmaßnahmen zu treffen. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass auch und gerade nach der Pandemie unser Vereinsleben leistungsfähig ist. Die sozialen Folgen der Pandemie sind derzeit noch kaum abzuschätzen, eine gute Vereinsstruktur ist dabei das Sicherungsnetz unserer Kevelaerer Gesellschaft.

Wie sieht Kevelaer zum Ende der Wahlperiode aus, wenn Sie Ihre Ziele durchsetzen können (Ausblick)?

Kevelaer wird eine moderne, offene und freundliche europäische Stadt sein, die stark von Pilgern und Touristen frequentiert wird. Die gemeinhin bekannt ist, für ihre schöne und lebendige Innenstadt, das außergewöhnliche Gradierwerk und das entschleunigende Ambiente. Kevelaer wird sich verändert haben, aber das was wir lieben, wird erhalten bleiben: Die Vereine, das Ehrenamt, das Miteinander.

Heimat

Kevelaer wird die Heimat von vielen jungen Familien sein, die Kevelaer schätzen für die Atmosphäre, die gute Ausstattung der Schulen, den hohen Lebensstandard, das Vereinswesen, die gute Lage im Herzen Europas, die Nähe zum Ruhrgebiet, zum Rheinland und niederländischen Metropolregionen und die Nähe zur Natur, ganz in dem Bewusstsein unseres Wahlprogramms: „Hier hör ek thüß!“.

Sachkundige Bürger*innen (Fotos: Medienmanufaktur Niederrhein)

So sieht die KBV die Zukunft Kevelaers

„Wie sieht Kevelaer in Zukunft aus? Welche Perspektiven gibt es? Wer hat Ideen, wer will mitgestalten? In einer unregelmäßigen Serie „Zukunft für Kevelaer“ will das Kevelaerer Blatt Menschen aus Verwaltung und Politik, aus Wirtschaft und Ehrenamt, aus Kirchen und Vereinen, aber auch engagierte Privatpersonen und ihre Perspektiven für ihre Heimatstadt vorstellen. Dazu haben wir unter anderem die Fraktionen im Kevelaerer Rat nach ihren Ideen, Vorstellungen und Schwerpunkten ihrer politischen Arbeit und im Rat befragt. In der heutigen Folge unserer Serie stellt die KBV-Ratsfraktion diese vor.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte der Arbeit Ihrer Fraktion (thematisch)?

  1. Intensivere Beteiligung der BürgerInnen an der politischen Arbeit. 
  2. Ein sparsamer und verantwortungsvoller Umgang mit den städtischen Finanzen.
  3. Erhalt der wohngebietsnahen Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs.
  4. Schaffung von Gewerbebereichen im Stadtgebiet und den Ortschaften. 
  5. Erhalt vorhandener Arbeitsplätze.
  6. Schaffung ortsnaher neuer Arbeitsplätze.
  7. Förderung bezahlbaren Wohnraums.
  8. Entwicklung spezieller und attraktiver Angebote für Jugendliche.
  9. Bei allen politischen Entscheidungen sind die Auswirkungen auf die Umwelt zu beachten.
  10. Ausweisung neuer Baugebiete in den Außenbereichen.
  11. Das gesamtstädtische Radwegenetz ist auszubauen.
  12. Die Anbindung des Soleparks an die Stadtmitte ist sicherzustellen.
  13. Für den Solepark ist ein umfangreiches Angebot für Kevelaerer und Gäste zu entwickeln.
  14. Die Kindergartenzeiten sind den Belangen von Alleinerziehenden und Berufstätigen anzupassen. 
  15. Erhalt der Grundschulen, denn ohne Grundschulen bluten unsere Ortschaften aus.
  16. Erhalt des Krankenhauses.
  17. Ausreichendes Angebot an Haus-, Allgemein- und Fachärzten.
  18. Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit in Vereinen und Verbänden.
  19. Erhalt, Ersatz sowie eine sinnvolle Ergänzung bestehender Sportanlagen.
  20. Umwandlung vorhandener Auskiesungsflächen in einen Freizeit- und Wassersportbereich. 

Welche laufenden Projekte wollen Sie unbedingt vorantreiben (inhaltlich)?

Einen Mehrwert schaffen, für Besucher und Gäste unserer Stadt, vor allem aber für uns Kevelaerer Bürger*innen und dabei alte Traditionen bewahren. Für dieses Ziel steht die KBV. Durch Umgestaltung unserer Innenstadt eine Weiterentwicklung ermöglichen und an Attraktivität gewinnen.

Wie kann der Peter-Plümpe-Platz zu einem lebendigeren Ort werden, an dem wir uns gerne aufhalten, einkaufen, arbeiten und wohnen? Der Bereich um diesen zentralen Platz sowie die angrenzenden Straßenräume stellen einen prägenden Bereich der Kevelaerer Innenstadt dar. Angrenzende Gastronomiebetriebe, der dort stattfindende Wochenmarkt sowie über das Jahr verteilte Großveranstaltungen, haben ihn zu einem wichtigen Ort der Begegnung und Kommunikation gemacht. Dies soll auch in Zukunft so bleiben, bzw. verbessert werden. 

Umgestaltung der Innenstadt 

Frank Jakobs, Stellv. Fraktionsvorsitzender

Darüber hinaus verknüpft der Peter-Plümpe-Platz die Haupteinkaufszonen. Unser historisch geprägter Stadtkern, mit zu großflächig ausgewiesenen Parkmöglichkeiten, einer nicht zeitgemäßen Ein- und Ausstiegsstelle für Busse, einem nicht vorhandenen und standesgemäßen Vorplatz vor dem alten Rathaus, entspricht nicht mehr den heutigen Ansprüchen einer attraktiven und modernen Innenstadt. Ziel einer Neugestaltung ist es, den Einkaufsstandort Kevelaer zu stärken und die Innenstadt städtebaulich attraktiver zu gestalten und dabei Nachhaltigkeitsaspekte für zukünftige Generationen und den heute hier lebenden Bürgern zu berücksichtigen. 

Durch die Umgestaltung des Peter-Plümpe-Platzes muss ein zentraler Ort geschaffen werden, an dem sich sowohl Kevelaerer, ob alt oder jung, als auch Gäste unserer Stadt, treffen, verweilen und wohlfühlen. Kernstück sollte ein unterkellertes eingeschossiges Gebäude sein, welches u. a. aus einer Erlebnisgastronomie samt Außengastronomie, z. B. ähnlich dem Café Extrablatt oder einer entsprechenden Restauration besteht, die auch durch einheimische Gastronomen realisiert werden könnte. Im Gebäude sollten weiter, öffentliche, frei zugängliche und kostenlose Toiletten integriert werden. Verschiedene Sitz- und Verweilmöglichkeiten, ein Spielplatz mit Wasserspielen sowie einer Freifläche, welche für diverse kleinere Veranstaltungen genutzt werden kann, wären eine sinnvolle Ergänzung.

Ganz wichtig sind Fahrradabstellplätze mit Lademöglichkeiten. Darüber hinaus ist die Bushaltestelle neu auszurichten. Diese ist unserer Meinung nach nicht mehr zeitgemäß und muss bautechnisch auf den neusten Stand der Technik gebracht werden, ergänzt durch die Schaffung von An- und Abfahrtsmonitoren sowie einer geeigneten Überdachung für alle Benutzer der Busse.  

Diese Umgestaltungsmaßnahmen sind natürlich nicht ohne eine Reduzierung der Parkplätze auf dem Peter-Plümpe-Platz möglich. Die wegfallenden Parkmöglichkeiten sollten derart verlagert werden, dass sie nahe und fußläufig erreicht werden können. Behindertenparkplätze hingegen sollen verbleiben, wenn nicht sogar deren Anzahl erweitert werden. Ebenso ist die Anzahl der Dauerparkplätze drastisch zu reduzieren. Die Schaffung von neuem Parkraum, in unmittelbarer Nähe der Innenstadt, könnte durch ein neugeschaffenes Parkdeck auf der Ladestraße erfolgen. 

Jan Ehren, Ratsmitglied

Aus Sicht der KBV ist die Anzahl der Parkplätze auf dem Peter-Plümpe-Platz nicht allein ausschlaggebend für das Einkaufs- und Verweilverhalten der Kevelaerer Bürger und der Gäste unserer Stadt. Vielmehr gilt es, die Attraktivität und Aufenthaltsqualität durch die erwähnten Umgestaltungsmaßnahmen zu erhöhen. Gäste besuchen Kevelaer nicht wegen der direkten Parkmöglichkeiten vor den dort vorhandenen Geschäften, sondern wegen reichhaltiger Geschäftsangebote, einem attraktiv gestalteten Innenstadtbereich samt vielfältig nutzbarem Marktplatz und einem ausgeklügelten Parkleitsystem, was die Parkplatzsuche wesentlich erleichtert. 

Kevelaer muss eine fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt werden. Kevelaer ist vom Prädikat einer fahrradfreundlichen Stadt noch weit entfernt. Dies zeigten die Stellungnahmen von Bürgern oder des ADFC, wie auch die KB-Veranstaltung über Fahrradfahren und Mobilität. Gerade im Rahmen der derzeitigen Klimadiskussionen muss der Radverkehr stärker als bisher gefördert werden, zumal ein großer Teil des innerstädtischen Verkehrs „hausgemacht“ ist. Punkte, die zu berücksichtigen sind:

  • Der Fahrradweg von Kevelaer bis in die Ortschaft Winnekendonk soll sicherer werden.
  • Alle Fahrradwege, die sich mit Straßen kreuzen, sollen rot markiert werden.
  • Entschärfung der Situation an der Kreuzung B9, von der kleinen Verkehrsinsel zum Fahrradweg (scharfe Kurve).
  • Die Begrenzungspfähle auf dem Fahrradweg im Bereich der Rheinstraße sind zu entfernen, um die ursprüngliche Breite wieder her zu stellen.
  • Der Übergang vom Fahrradweg zum Niersweg ist sicherer zu gestalten, z. B., so weit zulässig, mit einer Bedarfsampel. (Anmerkung: die 50er-Zone wurde bereits aufgrund des tragischen Unfalls und eines erneuten Antrags der KBV eingerichtet).
  • Prüfung für den Ortskern Winnekendonk, Marktstraße, Hauptstraße und einen Teil der Niersstrasse (im Bereich des Katharinenhauses), ob diese als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen werden können. Das Verbot für LKW über 3,5 t oder das 20er-Schild wird nicht besonders gut beachtet. Auch sollte danach die Hauptstraße nicht in beiden Richtungen befahrbar sein.
  • Bei den Kreisverkehren B9 und Wettener Straße sollten die gleichen Vorfahrtsregeln gelten. Dies könnte z. B. realisiert werden, indem man das Ortsausgangsschild Richtung Wetten versetzt, sodass beide Kreisverkehre sich innerhalb der geschlossenen Ortschaft befinden.
  • Mittelfristiges Ziel sollte die Mitgliedschaft der Wallfahrtsstadt Kevelaer in der AGFS (Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW) werden. Im Kreis Kleve ist die Stadt Kleve dort bereits seit 2015 Mitglied. 

Welches sind die dringendsten Probleme in Kevelaer, bei denen Sie sich um Lösungen bemühen wollen?

1. Sicherung der mittelständischen Einzelhandels- und Gewerbestruktur

Neben der Wallfahrt und dem touristischen Angebot ist sowohl für die Kevelaerer Bevölkerung wie aber auch für auswärtige Besucher, ein ausreichendes Einzelhandels- und Gewerbeangebot wichtige Voraussetzung für eine lebenswerte Stadt. Die direkte Einflussnahme der Kommunalpolitik ist zwar begrenzt, möglich ist aber die Schaffung einer attraktiven Innenstadtgestaltung und eines investorenfreundlichen Umfelds.

2. Verschuldung Kevelaers abbauen

Investitions- und coronabedingt steigt die Verschuldung der Stadt. Allerdings muss mittelfristig die Verschuldung Kevelaers mit Rücksicht auf die kommenden Generationen wieder gesenkt werden. Die unter anderem unter Punkt 1 genannten Maßnahmen sind dafür wesentlich.

3. Parkplätze und elektronisches Parkleitsystem

Um die Innenstadt in der Zukunft durch weniger Autoverkehr zu belasten, ist es erforderlich, dass am Rand des Innenstadtbereichs zusätzliche Parkplätze in fußläufiger Nähe zur Innenstadt geschaffen werden und mit einem elektronischen Parkleitsystem die Parkplatzsuche vermindert wird und damit der Verkehrsfluss in der City reibungsloser ablaufen kann. Eine der Möglichkeiten zur Schaffung citynaher Parkplätze ist der Bau eines Parkdecks an der Ladestraße. Die Fassade kann heute so gestaltet werden, dass sich das Parkdeck harmonisch in die Umgebung einfügt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Dachfläche des Parkdecks zu begrünen.

Helmut Komorowski, Ratsmitglied

Eine weitere Möglichkeit, zusätzliche Parkplätze in Nähe der Innenstadt zu schaffen, ist durch die Überplanung und Bebauung des derzeitigen Kauf-Center-Geländes möglich. Die derzeitige Parkplatzsituation ist für die Besucher des Konzert- und Bühnenhauses sicher kein Schmuckstück. Hier kann durch ein architektonisch gestaltetes Parkdeck nicht nur das Umfeld optisch schöner gestaltet werden, sondern zusätzliche Aufenthaltsqualität geschaffen werden.

Mit Parkleitsystemen erhalten Autofahrer mit Hilfe von dynamischen und statischen Anzeigetafeln Informationshinweise zu einem freien Parkplatz. Elektronische Parkleitsysteme sind automatisch, rechnerunterstützt und bedienen sich elektronischer Anzeigen, die über die verfügbaren Parkplätze Auskunft geben. Parkleitsysteme ermöglichen dem Autofahrer eine bessere Planung und vermeiden somit unnötige Fahrten zu besetzten Parkplätzen. Mithilfe von Smart-City-Anwendungen lassen sich Parkraumbewirtschaftung und Verkehrssteuerung optimieren, der Parkservice verbessern und der innerstädtische Verkehr sowie Kosten reduzieren. Durch intelligente, digitale Mobilitätslösungen werden Städte attraktiver, wirtschaftlich stärker und leisten einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. 

Wie sieht Kevelaer zum Ende der Wahlperiode aus, wenn Sie Ihre Ziele durchsetzen können (Ausblick)?

Durch die Umsetzung der zuvor genannten Punkte wird die Attraktivität für auswärtige Besucher und vor allem auch der Kevelaerer erheblich steigen, ebenfalls auch für Investoren und Unternehmer, die neben Wallfahrt und Tourismus Kevelaer auch zu einer sympathischen Einkaufsstadt werden lassen.

Heinz Melzer, Ratsmitglied

Eine Vision, die aber vielleicht in dieser Wahlperiode noch nicht vollständig umsetzbar sein wird, ist die Einrichtung eines Wassersportzentrums. Die Größe der Auskiesung auf Hüdderath und die umliegenden Flächen ermöglichen nach Beendigung der Auskiesung die Einrichtung eines Wassersportzentrums im maritimen Design und damit eine sinnvolle Nutzung des Geländes für Vereine sowie Familien mit Kindern. Mit einem Wassersportzentrum würde die Attraktivität Kevelaers deutlich weiter gesteigert und es würde zusätzlich viele Besucher anziehen, aber auch für die Kevelaerer Bevölkerung eine zusätzliche Freizeitmöglichkeit bedeuten. Einen Badebereich sollte es unserer Ansicht nach dort jedoch nicht geben. Hierfür verfügt Kevelaer über ein attraktives Freibad.

Ein derartiges Wassersportzentrum könnte beispielsweise folgende Einrichtungen umfassen:

  • Wassersporteinrichtungen, wie Bootshafen, Wasserski- und Wakeboardanlage, Angelplatz, Tretboote und Kanu fahren, Segelschule
  • Ferieneinrichtungen wie Campingplatz – Zelt oder Mobilheim, Wohnmobil­platz, Bungalows oder Chalets, Sanitäranlagen, Toiletten, Duschen), Kiosk, Imbiss
  • Einrichtungen für Jung und Alt wie Spielplätze für Eltern mit Kindern, Adventure Golf, Beachvolleyball, Grillplatz
  • Ausbildungsmöglichkeiten für Segler, Ruderer, Kanuten, Taucher.

Neben den Vorsitzenden und den Ratsmitgliedern gehören der KBV-Fraktion folgende sachkundige Bürger an: Johann-Peter van Ballegooy, Carina Daniels, Hans Maas, Daniel Nowotnick, Siegfried Pathe, Michael Verhaagh und Gottfried Winkels.

So sieht die CDU die Zukunft Kevelaers

„Wie sieht Kevelaer in Zukunft aus? Welche Perspektiven gibt es? Wer hat Ideen, wer will mitgestalten? In einer unregelmäßigen Serie „Zukunft für Kevelaer“ will das Kevelaerer Blatt Menschen aus Verwaltung und Politik, aus Wirtschaft und Ehrenamt, aus Kirchen und Vereinen, aber auch engagierte Privatpersonen und ihre Perspektiven für ihre Heimatstadt vorstellen. Dazu haben wir unter anderem die Fraktionen im Kevelaerer Rat nach ihren Ideen, Vorstellungen und Schwerpunkten ihrer politischen Arbeit und im Rat befragt. In der heutigen Folge unserer Serie stellt die CDU-Ratsfraktion diese vor.

„Kommunalpolitik kümmert sich um die Belange der Menschen vor Ort, daher ist Stadtentwicklung ein wesentlicher Punkt auf unserer Agenda. Wohlgemerkt, Entwicklung ist für uns viel mehr als nur Bauen – sie umfasst Leben, Wohnen und Arbeiten in unserer Stadt, also im Grunde alle Belange des Alltags und die Vorsorge für die kommenden Generationen. Dabei müssen wir die Weichen für die Entwicklung immer wieder neu justieren und bei unseren Planungen die sozialen, wirtschaftlichen und umweltpolitischen Aspekte gleichberechtigt gegeneinander abwägen und miteinander verbinden.

Zusammenarbeit 

Ein wichtiger Partner dabei ist die Verwaltung, die strukturelle Entwicklungen und Einzelmaßnahmen aufarbeitet und der Politik die Fakten und Möglichkeiten zur Entscheidung vorstellt. Hier gab es zuletzt einige Probleme in Sachen Transparenz und frühzeitige Information, die jetzt aber auf Druck des Rates Vergangenheit sein sollen. 

Für den wichtigen Bereich Bauplanung und Stadtentwicklung wird eine neue Stelle geschaffen und zusätzliche Fachkompetenz ins Rathaus geholt. Seitens der CDU hätten wir dafür gerne einen Technischen Beigeordneten installiert, doch diese Möglichkeit wurde vom Bürgermeister schon vorab aus dem Spiel genommen und von den Fraktionen so akzeptiert. Die nun geplante Stärkung des Fachbereiches durch einen extern hinzugeholten Leiter ist die kleine Lösung, aber dennoch ein wichtiger Fortschritt. Es stehen in naher Zukunft viele Projekte an, die stadtplanerisch begleitet werden müssen. Als CDU haben wir hierzu ein Positionspapier erarbeitet, mit der KBV abgestimmt und nun gerade mehrheitsfähig dem Rat vorgelegt.

Bauliche Gestaltung

Stadtentwicklung ganz klassisch bedeutet für die meisten erst einmal bauliche Gestaltung. Hier sind wir noch dabei, die Maßnahmen, die 2015 im Integrierten Handlungskonzept definiert wurden, umzusetzen. Nach Hauptstraße und Kapellenplatz liegt der Schwerpunkt aktuell im südlichen Bereich der Innenstadt mit Peter-Plümpe-Platz, Marktstraße und dem daran anschließenden Straßengeflecht. Neben der bereits laufenden Umgestaltung des Platzes zu einem modernen städtischen Raum, der Funktion und Aufenthaltsqualität verbindet sehen wir auch die aktuellen Investorenprojekte am Roermonder Platz (Kaufcenter – korrelierend mit dem EDEKA-Markt an der Feldstraße) und an der Marktstraße (Norma, Geschäfts- und Wohnbebauung gegenüber der Busmannstraße) als Teil dieses Ganzen.

Lebendiges Quartier

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Burkhard Bonse.

Angesichts der aktuellen Entwicklung der Innenstädte halten wir es für wichtig, diese nicht nur als Fußgängerzone und Verwaltungszentrum zu sehen, sondern als lebendiges Quartier für Wohnen, Freizeit und Arbeiten. Wenn uns hier ein entsprechender Umbau gelingt, gewinnen wir zusätzliche attraktive Räume mit Aufenthaltsqualität, die Bürgern, Besuchern und Einzelhandel/Gewerbetreibenden gleichermaßen zugutekommen und trotzdem – oder gerade deswegen – das besondere Flair Kevelaers bewahren. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir Plätze für Begegnung schaffen, die allen offenstehen. Das Gradierwerk mit seiner Umgebung, das von anderen lange als teurer, rückwärtsgewandter Unsinn abgetan wurde, ist ein solcher Begegnungsort, der gut von den Menschen angenommen und vielseitig genutzt wird. Der Bürgerpark auf dem Peter-Plümpe-Platz hat die gleiche Zielrichtung, aber auch in den Wohngebieten und insbesondere in den Ortschaften müssen wir solchen Projekten mehr Aufmerksamkeit schenken – oft reichen schon einige Bänke und eine freundliche Gestaltung, um solche Plätze zu schaffen. 

Kinder- und Jugendliche

Eine Zielgruppe haben wir dabei besonders im Blick: Für unsere Kinder und Jugendlichen gibt es viele institutionelle Einrichtungen, aber in der Gestaltung des öffentlichen Raumes haben wir sie in der Vergangenheit oft nicht ausreichend berücksichtig. Die Skatebahn am Mittagstreff – im Übrigen eine Idee der Jungen Union – kann nur ein erster Aufschlag sein, um ihnen mehr Raum zu schaffen. Perspektivisch sollen weitere Freizeitareale hinzukommen, die auch generationenübergreifend genutzt werden können. Im Blick haben wir hier eine Entwicklung auf Hüdderath und im nördlichen Bereich der Innenstadt.

Wirtschaftsförderung

Wirtschaftsförderung ist ein wichtiger Teil der Stadtentwicklung, denn hier geht es sowohl um vielfältige und gut bezahlte Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit vor Ort – ein wichtiger Aspekt in Sachen Lebensqualität – als auch, Stichwort Gewerbesteuereinnahmen, um die kommunalen Finanzen. Als CDU wollen wir sowohl neue Gewerbeflächen mit Zentrumsanschluss, die Händlern mehr Entfaltungsmöglichkeiten bieten (z.B. an der Ladestraße) als auch zukunftsfähig ausgestattete Gewerbegebiete. Zukunftsfähig, d.h., wir brauchen flächendeckend eine bedarfsgerechte Infrastruktur, eine vorausschauende Bauleitplanung und eine mittelstandsfreundliche Wirtschaftsförderung, denn dies schafft für die Unternehmen Planungssicherheit, die wiederum Voraussetzung für Investitionsbereitschaft ist.

Digitalisierung und Verkehr

Stichwort städtische Infrastruktur: Hierzu zählen wir erstrangig die Digitalisierung sowie ein leistungs- und anpassungsfähiges Verkehrs- und Parkkonzept, das Mobilität für jeden und ein geordnetes, gleichberechtigtes und sicheres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer sichert. Dazu gehört auch ein aufeinander getaktetes System aus Bahn, Linien- und Bürgerbussen. Hier warten wir noch gespannt auf die Vorlage der Verwaltung zu unserem Antrag für eine Stadtbuslinie, die das bestehende System der Bürgerbusse ergänzt und es noch besser mit dem überregionalen Netz verbindet.

Wohnraum

Leben und Wohnen ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Stadtentwicklung. Attraktiver und energetisch nachhaltiger Wohnraum, bezahlbar und flexibel an individuelle Lebensverhältnisse und -phasen anpassbar, ist ein Grundbedürfnis aller Menschen, sowohl in der Stadt als auch in den Ortschaften. Schon 2019 haben wir als CDU eine Definition für den oft sehr unscharf verwendeten Begriff „Bezahlbarer Wohnraum“ vorgelegt und dem Bürgermeister und den übrigen Fraktionen zur Diskussion an die Hand gegeben. Eine systematische Vorgehensweise ist aber nach wie vor ein Desiderat. 2021 werden wir Bewegung in die Sache bringen, denn ganz gleich, ob es um die bedarfsgerechte Ausweisung neuer Bauplätze geht oder um die Weiterentwicklung bestehender Quartiere durch Umwidmung und maßvolle Nachverdichtung – hier können wir in Kevelaer noch deutlich besser werden.

Kitas und Schulen

Zum Leben gehört neben Wohnen und Freizeitangeboten ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Angebot an Kindertagesstätten und Schulen. Dazu brauchen wir mehrstufige Betreuungsmodelle in Einklang mit der modernen Lebens- und Arbeitswelt und eine gut ausgestattete Lernumgebung in den Schulen, insbesondere auch im digitalen Bereich. Hier hat die Corona-Pandemie Schwachstellen und zusätzliche Bedarfe offengelegt, für die wir gemeinsam mit Schülern und Lehrern zukunftsfähige Lösungen finden und als Schulträger den Rahmen anpassen müssen.

Ortschaften

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Kamps.

Eine besondere Bedeutung kommt der Stadtentwicklung in den Ortschaften zu. Sie sind Teil des Ganzen, aber zugleich eigenständige Heimatorte mit lebendigen Traditionen, die wir unbedingt pflegen und erhalten wollen. Unser Ziel ist es, in allen Ortschaften eine funktionierende Infrastruktur für die wohnungsnahe Versorgung mit Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs sowie medizinische Versorgung aufrecht zur erhalten. Kindergarten und Grundschule gehören ins Dorf, ebenso wie Hilfe im Alltag und Senioreneinrichtungen, damit auch der Lebensabend im vertrauten, heimatlichen Umfeld verbracht werden kann. Nicht überall wird das 100-prozentig umsetzbar sein – aber wir sind bereit, für dieses Ziel neue Wege zu gehen. Dafür werfen wir den Blick über die Stadtgrenzen hinaus und suchen nach Modellen, die sich anderswo schon bewährt haben. 

Vereine und Ehrenamt

Vieles weiter ließe sich hier noch ausführen: Die Betonung der Bedeutung von Vereinen und Ehrenamt, ohne die sich das vielfältige soziale, kulturelle und sportliche Angebot in unserer Stadt nicht aufrechterhalten ließe und die dafür unsere Wertschätzung und ganz praktisch unsere Unterstützung in Sachen Infrastruktur verdienen, die Themen Verkehrskonzept, kulturelles Leben, digitale Strukturen u.v.m. – aber wir waren ja gebeten, uns auf einige wenige Kernthemen zu begrenzen. 

Umwelt und Klima

Ein gesondertes Wort aber noch zum Thema Umwelt- und Klimabewusstsein. Wir als CDU definieren dies bewusst nicht als eigenen Programmpunkt, sondern sehen es als integralen Bestandteil aller Bereiche und Maßnahmen, in denen politisches Handeln die Richtlinien setzt. Nicht umsonst gehört die Bewahrung der Schöpfung zur politischen DNA der Christlich Demokratischen Union. Das mag nicht immer plakativ daherkommen, und sicherlich sind wir in unseren Einschätzungen und Maßnahmen für manchen zu pragmatisch, zu unverbindlich, zu langsam … doch der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen, der Einsatz erneuerbarer Energien, der Erhalt von Flora und Fauna ist Teil unserer Verantwortung, bei der wir als Politik mit gutem Beispiel vorangehen und überzeugen müssen, wollen und werden.

Ein offenes Kevelaer

Die letzte Frage seitens des KB lautete: „Wie sieht für die CDU Kevelaer im Jahr 2025 aus?“ Viele Antworten zu konkreten Projekten, die das äußere Gesicht und das Leben in der Stadt beeinflussen, haben wir hier bereits gegeben, daher soll zum Schluss das Lebensgefühl im Mittelpunkt stehen. Wir wünschen uns ein offenes Kevelaer, das eine Heimatstadt für viele ist, in der ganz unterschiedliche Lebensentwürfe ihren Platz finden und in dem nicht die Unterschiede einzelner Gruppen in den Vordergrund gestellt und verteidigt, sondern die Gemeinsamkeiten gesucht und gelebt werden. Das kann aber weder die CDU noch irgendeine andere politische Partei alleine erreichen – für dieses Ziel müssen alle in Kevelaer gemeinsam arbeiten. Wir stellen uns dazu mit unserem CDU-Team weiterhin in den Dienst der Stadt und ihrer Menschen.“

Die CDU Ratsfraktion

Bauen und Wohnen – ein Zukunftsthema

„Wie sieht Kevelaer in Zukunft aus? Welche Perspektiven gibt es? Wer hat Ideen, wer will mitgestalten? In einer unregelmäßigen Serie „Zukunft für Kevelaer“ will das Kevelaerer Blatt Menschen aus Verwaltung und Politik, aus Wirtschaft und Ehrenamt, aus Kirchen und Vereinen, aber auch engagierte Privatpersonen und ihre Perspektiven für ihre Heimatstadt vorstellen. Dabei soll jeweils ein Thema oder ein Oberbegriff im Fokus stehen. Zu Beginn der Serie stellt Bürgermeister Dr. Dominik Pichler seine Sicht als Verwaltungschef zum Thema „Wohnen und Bauen“ in Kevelaer vor.

„Wie entwickelt sich aus Ihrer Sicht Kevelaer in Sachen Wohnen und Bauen in den nächsten fünf Jahren?“

Das muss man in mehrerlei Hinsicht differenzieren und auffächern. Es gibt derzeit einen erheblichen Bedarf an Wohnraum in Kevelaer und den Ortschaften. Daneben wird über die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum diskutiert. Schließlich steht über allem die Frage, wie sich Kevelaer perspektivisch entwickeln soll. Zuletzt wurde immer wieder politisch thematisiert, ob die Stadtplanung in der Verwaltung die nötige Mannschaftsstärke und das erforderliche Fachwissen mitbringt. Mit dem letzten Punkt möchte ich – quasi vor der Klammer – beginnen.

Stadtplanung

In den letzten Jahren wurde eine zweite Stadtplanerin eingestellt. Die Aufgaben Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sind zusätzlich in die Abteilung Stadtplanung verschoben worden. Derzeit sucht die Verwaltung hierzu ergänzend eine Vollzeitkraft, die sich dem Thema Verkehrsplanung widmen soll. Des Weiteren habe ich dem Rat vorgeschlagen, die Bereiche Stadtplanung und Bauordnung in einem eigenen Fachbereich zu bündeln, der von einer Person „vom Fach“ geleitet werden soll, also einem Stadtplaner bzw. einer Stadtplanerin (oder vergleichbarer Qualifikation). Die Abteilung Stadtplanung ist insoweit für die nächsten Jahre bestens aufgestellt.

Wohnraum in Kevelaer

Aktuell sind im Stadtgebiet Kevelaer verschiedene Flächen zur Wohnbebauung vorgesehen. An der Hubertusstraße ist der Bebauungsplan bereits rechtskräftig, auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Rühl können quasi sofort ca. 20 Wohneinheiten entstehen. Die Fläche auf der Hüls ist schon länger im Gespräch. Hier ist die weitere Entwicklung abhängig von der Entwässerungsplanung. Die Planungen zur Gewässerumlegung der Kuckucksley können hoffentlich in diesem Jahr gelöst werden, sodass dann im nächsten Jahr die Umlegung stattfinden kann, sodass anschließend für ca. 100 Wohneinheiten (Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser) der erste Bauabschnitt zur Verfügung steht. Darüber hinaus wollen Investoren auf der Anto­niusstraße, der Lindenstraße, der Jägerstraße und dem Lohweg in Kürze auf kleineren Flächen weiteren Wohnraum schaffen.

Wohnraum in den Ortschaften

In der Ortschaft Wetten sollen nun kurzfristig an der Marienstraße Baugrundstücke vergeben werden, hier werden ca. 15 Wohneinheiten entstehen. In Twisteden ist die Erweiterung an der Elisabethstraße mit weiteren ca. 25 Wohneinheiten geplant, das Planungsverfahren dürfte bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Für Kervenheim soll in der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses die Erweiterung des Baugebiets Haagsches Feld in Angriff genommen werden. In Winnekendonk bestehen kleinere Optionen an der Blumenstraße und auch schon kurzfristig am Sportplatz Kevelaerer Straße. Eine Erweiterung des Baugebiets Paßkath ist von den Eigentümern abhängig.

Es gibt in Kevelaer und seinen Ortschaften bereits rund 100 Wohneinheiten bezahlbaren Wohnraum allein durch Wohnungen der GWS, an denen die Stadt Kevelaer Genossenschaftsanteile besitzt. Die GWS schafft auch aktuell bezahlbaren Wohnraum in Winnekendonk und treibt ein weiteres Vorhaben in Kevelaer voran. 

Bezahlbarer Wohnraum

Ein anderes Projekt der GWS am Beethovenring war dagegen in der letzten Wahlperiode im Rat nicht mehrheitsfähig. Bezahlbarer Wohnraum wird dessen ungeachtet weiterhin benötigt. Wie viel, wird derzeit untersucht. Die Antwort auf die Frage, was denn nun genau bezahlbarer Wohnraum ist, ändert natürlich auch den voraussichtlichen konkreten Bedarf an weiteren Wohneinheiten. Hierüber sollte nun recht bald im Rat und seinen Gremien abschließend diskutiert und entschieden werden, denn hieraus leitet sich alles Weitere ab. Geplant ist, diese Vorfrage noch in diesem Jahr zu klären.

Entwicklungsperspektiven

Wie aufgezeigt, soll dem aktuell enormen Bedarf mit der Ausweisung von Baugebieten in Kevelaer und den Ortschaften begegnet werden. Daneben gibt es fortlaufend kleinere private Bauvorhaben im Innenbereich. Hinzu kommt, dass regelmäßig auch bereits bestehende Immobilien verkauft werden und natürlich auch vorhandene Wohnungen neu vermietet werden. Letztlich ist es das Ziel, insbesondere den jungen Familien, aber auch den anderen Bauinteressierten entsprechende Möglichkeiten zu bieten, im Stadtgebiet zu bauen und bei einem entsprechenden Wunsch auch in der „eigenen“ Ortschaft zu bleiben. Dabei soll für jeden Geldbeutel das Passende auf dem Markt sein.

Die Bebauung von vormals landwirtschaftlich genutzter Fläche führt allerdings stets zu einer Versiegelung von Böden und zur Ausdehnung des Siedlungsbereichs zulasten der Natur. In den kommenden fünf Jahren muss die Kommunalpolitik meines Erachtens daher bei allem Verständnis für die Wünsche und Notwendigkeiten der Bürger auch die sich aufdrängende Frage beantworten, ob – und wenn ja, wie weit – Kevelaers Bevölkerung wachsen soll. Kevelaer hat derzeit ca. 29000 Einwohner, sodass es naheliegt zu entscheiden, ob Kevelaer wirklich auf mehr als 30000 Einwohner wachsen sollte oder nicht. Losgelöst davon, dass ein weiteres Wachstum der Bevölkerung Infrastrukturfragen nach sich zieht, die weiteres Geld kosten – beginnend mit weiteren Kindergärten, endend mit der Gewährleistung der (haus- und fach-)ärztlichen Versorgung hier im ländlichen Bereich und der Schaffung von barrierefreiem Wohnraum –, darf bei aller Freude darüber, dass Kevelaer offenbar ein attraktiver Ort für Familien und Zuzugskommune ist, nicht übersehen werden, dass Kevelaer aufgrund der bekannten demographischen Parameter bis zum Jahr 2030 bereits wieder schrumpfen wird. Neben den Fragen, wie wir eigentlich mit der wertvollen Ressource Boden umgehen und welche zusätzliche Infrastruktur mit den neuen Wohngebieten einhergeht, muss also auch der Blick in eine Zukunft geworfen werden, der deutlich jenseits der Fünf-Jahres-Perspektive liegt, die hier erfragt wird.

Meine Einschätzung geht dahin, dass ein Wachstum „um jeden Preis“ unbedingt vermieden werden muss. Natürlich sollen und dürfen die aktuellen Bedarfe der Bürger befriedigt werden. Dabei darf aber keinesfalls das Augenmaß verloren gehen. Angesichts der weiteren, über die hier umrissenen Möglichkeiten hinausgehenden Flächen, die schon jetzt zur Wohnbauerweiterung im Gespräch sind, sollte die aufgeworfene Frage, wie sehr Kevelaer noch wachsen soll und wie umfangreich noch wertvoller Boden versiegelt werden soll, möglichst bald von der Kommunalpolitik diskutiert werden. 

Eine Hauptaufgabe der nächsten Jahre für den neuen Chef-Stadtplaner wird sein, diese Grenzen klar zu benennen und der Politik diese Frage zur Entscheidung vorzulegen, die für die Zukunft Kevelaers von maßgeblicher Bedeutung ist. Denn so wenig gewollt ist, dass junge Familien aus Mangel an Wohnraum aus Kevelaer und den Ortschaften wegziehen, so wenig ist gewollt, dass Kevelaer in zehn, fünfzehn Jahren aufgrund des demographischen Wandels dazu übergeht, zunehmend und zunächst vielleicht sogar unbemerkt zu einer Stadt mit Wohnungsleerstand zu werden. Dass Quartiere und auch einzelne Ortschaften in zwei bis drei Jahrzehnten, also bereits in einer Generation teils erheblich an Population verloren haben dürften, muss man auch außerhalb von Worst-Case-Szenarien mitbedenken. 

Ein Job mit vielen Facetten

Was wäre das Kevelaerer Blatt ohne seine Schreiberlinge? Davon gibt es zum Glück eine ganze Menge. Sie sorgen dafür, dass sich die Neuigkeiten im Städtchen schnell verbreiten (ob im Blättchen oder online). Ich darf mich stolz schätzen, dazuzugehören. Und das auch schon seit knapp vier Jahren.

Ich bin zwar keiner „von hier“. In Sachen Journalismus allerdings ein „alter Hase“. Seit über 30 Jahren „beackere“ ich den Niederrhein als Redakteur. Viele Jahre in Düsseldorf, bevor es mich wieder in meine Heimat, nach Xanten, verschlagen hat. Und da in der Domstadt das kirchliche Leben einen ebenso hohen Stellenwert hat wie in der Wallfahrtsstadt, verwundert es kaum, dass ich mich beim KB unter anderem um die kirchlichen Themen kümmern darf. Schließlich ist man ja auch noch familiär „vorbelastet“. Einer der beiden Söhne ist Messdiener. Meine Ehefrau unterrichtet Katholische Religion und ist im Pfarreirat der St. Viktor-Gemeinde Xanten aktiv.

Mir selber macht mein Job vor allem Spaß, weil man mit vielen Leuten in Kontakt kommt. Aber nicht nur Pressekonferenzen, Ratssitzungen oder Karnevalsveranstaltungen gehören zum „täglichen Brot“ eines Journalisten. Oft sind es die Geschichten, die auf der „Straße liegen“, die den besonderen Reiz ausmachen. Und wenn es mal schwierige Zeiten gibt, wie momentan die Corona-Krise, dann bleibt immer noch der Griff zum Hörer, um sich auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Bildbearbeitung ist längst Routinearbeit

Zum täglichen Geschäft gehören auch die Routinearbeiten. Trudelte früher Tag für Tag jede Menge Post in der Redaktion ein, läuft im Zeitalter der Digitalisierung heute alles über Email. Aber auch diese Post muss bearbeitet werden, bevor sie ins Blatt kommt. Korrekturlesen und Mitverwaltung des Online-Auftritts zählen ebenfalls zu meinen Aufgaben. Wirklich spannend ist auch das Layouten. Zwar ist das Schema der Seiten generell vorgegeben. Aber es lässt dennoch genügend Freiraum, zum Beispiel für Freisteller. Und da kommt noch ein weiterer Aspekt ins Spiel: Ging ein Journalist früher nur mit Block und Stift zu einem Termin, gehört seit einigen Jahren die Kamera zur festen Ausrüstung. Und auch die spätere Bildbearbeitung ist längst Routinearbeit.

Eigentlich bin ich gelernter Bankkaufmann. Den Schritt in eine ganz andere Richtung habe ich jedoch nie bereut. Manche Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Politik (Ronald Pofalla, Dr. Barbara Hendricks), Kirche (Dr. Felix Genn) oder Sport (Berti Vogts) hätte es wahrscheinlich nie gegeben. Ganz zu schweigen von den unvergesslichen Presseeinladungen der Freizeitparks. Unsere beiden Jungs schwärmen noch heute von Attraktionen im Toverland, Efteling, Phantasialand oder Kernie‘s Familienpark. Und dann sind da noch die alltäglichen Geschichten, die oftmals für Kopfschütteln sorgen: Da führt manche Route einer neuen Radwanderkarte ins Nirvana, der Baum des Nachbarn neigt sich seit Monaten bedrohlich auf ein Gartenhäuschen oder Poller versperren plötzlich den Weg der Zufahrtsstraße. Einmal angestoßen durch die Presse, ist eine Besserung komischerweise ganz schnell in Sicht. Das ist eben der positive Nebeneffekt in diesem Job.

Die rosigen Zeiten im Print-Bereich sind wohl vorbei. Ich hatte noch das Glück, im Laufe der Jahre einige Stationen durchlaufen zu können: vom Kölner Express über den Düsseldorfer Anzeiger und dem Rheinboten bis hin zu den Niederrhein Nachrichten. Eins ist doch sicher: Eine Bodenständigkeit wie beim KB findet man heute nur noch selten.

Eine KB-Mitarbeiterin auf vier Pfoten

Heute möchten wir Ihnen die wohl flauschigste, jüngste und kleinste Mitarbeiterin des Kevelaerer Blattes vorstellen: Lilly. Die 1-jährige Hündin unterstützt seit Oktober vergangenen Jahres das Redaktionsteam. Spezialisiert hat sie sich auf das Vernichten von Leckerchen, das „Um-den-Finger-Wickeln“ der Kollegen und das Erschnüffeln von Pizzabrötchen. Dass Lilly noch schneller als manch anderer Hund wittert, wenn im Büro Essensgeruch in der Luft liegt, mag auch damit zusammenhängen, dass es für sie bis vor einigen Monaten keine Selbstverständlichkeit war, regelmäßig etwas zu bekommen. Die schwarze Hündin lebte bis September 2019 auf den Straßen Griechenlands – in einem kleinen Dorf auf dem Festland.

Abgemagert, mit zerzaustem Fell und völlig scheu lief der damals namenlose Welpe auf den Straßen des Dorfes umher – auf der Suche nach Fressen oder einem Plätzchen im Schatten. Laut Angaben der Dorfbewohner wurde sie im Sommer 2019 mit einem Geschwistertier dort ausgesetzt. Nur Lilly überlebte. Trinken fand die damals wenige Monate alte Hündin oft vor dem Supermarkt, Fressen bekam sie vor allem von einem der Cafébesitzer. Das jedoch abends in der Dunkelheit – um von denjenigen, die mit Hunden auch in der heutigen Zeit so gar nichts anfangen können, keine bösen Blicke zu ernten. Spätestens bei Wintereinbruch hätte das Leben auf der Straße für die abgemagerte Hündin unter Umständen tödlich geendet.

Von Griechenland nach Euskirchen

Während des dreiwöchigen Familienurlaubs stand dann also schnell fest: Auf der Straße bleiben kann sie nicht. Nach einiger Organisation, Telefonaten und Whatsapp-Nachrichten war gesichert, dass sie von einer Tierschutzorganisation aus der Nachbarstadt abgeholt und vorerst im Tierheim untergebracht werden würde. Schon vor der Abholung war dann allerdings auch klar, dass sie nach Deutschland – nach Kevelaer – kommen sollte. Das hilflose, magere Wesen im griechischen Tierheim zurücklassen, das sollte nicht die Lösung sein. Drei Wochen später, am 6. Oktober 2019, kam Lilly dann mit einem Transport in Euskirchen an. Erschöpft von der weiten Reise, schlief sie auf der Fahrt nach Kevelaer friedlich in ihrer Transportbox.

Lilly an ihrem Arbeitsplatz in der Redaktion. Foto: eg

Seitdem blüht Lilly auf und hat beim Kevelaerer Blatt dann auch sofort Arbeit gefunden: Kuschelbeauftragte… oder so ähnlich. Herzlich aufgenommen wurde sie in der Redaktion jedenfalls sofort. Fast jeden Tag liegt sie unter Frauchens Schreibtisch und wartet geduldig, bis der anstrengende Arbeitstag geschafft ist. Die Bezahlung erfolgt in Leckerchen. Verschiedene Termine hat Lilly bisher auch schon wahrgenommen: Die Folgen des Vandalismus im Restaurant Herr Lehmann hat sie mit unter die Lupe genommen, Telefonaten mit dem Bürgermeister lauschte sie entspannt und bei den Team-Meetings in der Redaktion darf sie natürlich auch nicht fehlen.

In große Menschenmengen traut sie sich bisher noch nicht – das Vertrauen zu den Zweibeinern muss sie erst noch lernen. Denn nicht nur Züge, Pferde und Motorräder können einem Angst machen, wenn man all das noch nicht kennt. Neben dem Alltag in der Redaktion lebt Lilly ein ganz normales Hundeleben: Schlafen, essen, die Welt erkunden. Und da gibt es für die kleine Griechin noch eine ganze Menge zu entdecken.

Wenn ich heute nochmal auf Los könnte…

Kultur, Politik und Wirtschaft – das sind die Themen, an denen Matthias Wirth mit Leidenschaft arbeitet. So standen ihm als KB-Reporter bisher vor allem zahlreiche Unternehmer Rede und Antwort – vor allem dann, wenn er mal wieder einer Ladenneueröffnung auf der Spur war. Seit 2018 hat Matthias Wirth es sich zur Aufgabe gemacht, in Kevelaer einfach mal hinter die Kulissen zu schauen – und so die Wallfahrtsstadt mit ihren Bürgern näher kennenzulernen. Denn der 39-Jährige hat Kevelaer erst vor einigen Jahren kennen und lieben gelernt.

Gebürtig kommt Matthias Wirth nämlich aus Stralsund. Gelebt hat er lange Zeit in Baden-Württemberg – und gewirkt schon in vielen Teilen der Welt. Denn der gelernte Intonateur und Orgelbauer war beruflich bedingt lange Zeit viel im Ausland unterwegs. „Das war wohl irgendwann zu viel“, weiß der 39-Jährige heute. 2014 kam er zu Orgelbau Seifert nach Kevelaer und machte sich vier Jahre später selbstständig. Damit war dann auch der Startschuss für seine Arbeit beim KB gefallen. „Horizonterweiterung finde ich gut und wichtig“, erklärt der Wahl-Kevelaerer, was ihn antreibt, neben seinem Hauptberuf anderweitig tätig zu sein. Die Arbeit beim KB sei eine willkommene Abwechslung und habe auch etwas mit Leidenschaft zu tun.

Bereits zu Studienzeiten habe er gerne geschrieben und auch aktuell „schreibe ich selbst noch manchmal für Fachzeitschriften.“ Das Format unserer Heimatzeitung ist für den Reporter jedoch ein ganz besonderes. Einen positiven – vielleicht sogar etwas eigennützigen – Nebeneffekt hat die Arbeit beim KB für den Zugezogenen auch, verrät er mit einem Augenzwinkern: „Ich kann Leute und Geschichten aus dem eigenen Ort kennenlernen.“

Einen unparteiischen Blick bewahren

Bei politischen Themen im KB hält sich Matthias Wirth zurück, trotz seines großen Interesses für diesen Bereich. Vor allem dann, wenn es ihm nicht gelingen würde, unparteiisch zu sein, gibt er die politische Berichterstattung beim KB in andere Hände. Denn der Reporter ist als Mitgliederbeauftragter der CDU Kevelaer und der CDU Kreis Kleve sowie als Kreisvorsitzender der CDA tätig. Einen unparteiischen Blick bezüglich einer Berichterstattung zu bewahren „ist schwer“, sagt Matthias Wirth, der mit dem Zwiespalt nicht hinterm Berg hält.

Neben seinem Hauptberuf, der Arbeit beim KB und seinem politischen Engagement hängt seine Leidenschaft an den Bergen. „Da bin ich jetzt in der falschen Gegend wohnhaft“, lacht der gebürtige Stralsunder, der dafür seinen Urlaub gerne in den Bergen verbringt.

Warum er neben all den Tätigkeiten in seinem Alltag auch der Heimatzeitung treu bleibt? Ganz einfach: „Ich mach‘s gerne.“ Und „wenn ich heute nochmal auf Los könnte“, und mit dem heutigen Wissen, würde der 39-Jährige vielleicht sogar seine Haupttätigkeit in der Medienbranche suchen.

„Ich wollte schon immer Journalist werden“

Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft fürs Schreiben. „Ich saß mit zehn Jahren an der Schreibmaschine meiner Mutter und habe fiktive Bundesligaspiel-Berichte geschrieben“, erinnert sich Alexander Florié-Albrecht zurück. Und er hielt an seiner Leidenschaft fest. Der gebürtige Oberhausener absolvierte sein Studium im Bereich Geschichte, Politik und Allgemeine/vergleichende Literatur. Damit wollte er „Grundlagen schaffen“ für seine Arbeit, denn für ihn stand fest: Ich möchte Journalist werden. Nach beruflichen Tätigkeiten unter anderem beim Radio (Ausbildung zum Rundfunk-Redakteur), in der Pflege und in diversen Printmedien führte ihn sein Weg im Jahr 2009 schließlich zum Kevelaerer Blatt – eigentlich eher zufällig.

„Ich bin zufällig auf die Internetseite des Kevelaerer Blattes gestoßen“, erzählt der 50-Jährige, der in Moers aufwuchs. Ein Telefonat und ein Gespräch mit der damaligen Redaktionsleiterin später, war er Teil des Teams. Im gleichen Jahr kaufte er mit seiner damaligen Frau eine Doppelhaushälfte in Kervenheim. So war er sowohl beruflich als auch privat in Kevelaer angekommen und fand „schnell Kontakt zu den Menschen in Kevelaer.“ Heute lebt er mit seiner Lebensgefährtin in Kevelaer, fühlt sich hier wohl.

Nah an den Menschen sein

Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit und Kontinuität – das sind wichtige Konstanten im Leben des KB-Reporters. Die Kontinuität spiegelt sich zweifelsohne in der nun elfjährigen Tätigkeit beim KB wider. Warum er der Wochenzeitung über so viele Jahre treu geblieben ist? „Ich habe mich immer wohl gefühlt mit den Menschen beim KB.“ Außerdem liege ihm das Projekt sehr am Herzen, weil Kevelaer mit der Heimatzeitung „eine besondere Sache“ habe, die „unter allen Umständen erhalten bleiben“ sollte. Vor allem aber macht ihm seine Arbeit einfach Spaß. „Die Termine, die mir am meisten Spaß machen, sind die, bei denen ich ganz nah an den Leuten bin.“

Für den KB-Reporter muss es nicht immer das ganz große Ding sein. Auch die kleinen Geschichten, das Engagement der Leute für die vielen kleinen Projekte in der Stadt machen für Alexander Florié-Albrecht das Besondere aus – „abzubilden, wie vielfältig das Leben in Kevelaer ist.“ Heute lebt der 50-Jährige seine Leidenschaft nicht nur beim Kevelaerer Blatt, sondern auch bei der NRZ und der Rheinischen Post aus, für die er ebenfalls tätig ist. Was ihn in diesem Beruf hält? „Man lernt jeden Tag“ und er liebt es, den Menschen zuzuhören und besondere Geschichten daraus mitzunehmen.

Vertrauensvolle Treffen und Gespräche

Zuhören – das müsse man in diesem Beruf einfach beherrschen – und mögen. Und dass ihm die Menschen ihre Geschichten erzählen, darüber ist Alexander Florié-Albrecht glücklich. Sein Dank gilt den Menschen, „die mir bei den Treffen und Gesprächen Vertrauen geben, dass die Informationen angemessen und würdevoll behandelt werden.“

Noch heute ist der KB-Reporter neugierig auf die Begegnungen mit den Menschen. Für ihn hat der Beruf seinen Reiz im Laufe der Jahre nicht verloren. „Die Freude am Schreiben, die Freude am Geschichten erzählen hat mich mein Leben lang begleitet. Deswegen werde ich das wahrscheinlich auch bis an mein Lebensende machen.“