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Empfindliche Bußgelder

Kontaktverbot, Geschäfte geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Regelungen für Reiserückkehrer und Risikogruppen: Mit sogenannten „Allgemeinverfügungen“ reagierten die städtischen Ordnungsbehörden bisher auf die Gefahrenlage der Corona-Pandemie. Durch die aktuelle Verordnung der Landesregierung sehen Bürgermeister Dominik Pichler und Ordnungsamtschef Ludger Holla die bisherigen Verfügungen der Stadt als überholt an. „Wir haben sie eingestampft“, sagt Pichler mit Verweis auf die Internetseite der Stadt, auf welcher die nun gültige
„Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“
heruntergeladen werden kann.

Hier finden sich zahlreiche Regelungen zu folgenden Bereichen:

  • Reiserückkehrer aus Infektionsgebieten
  • Stationäre Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen
  • Freizeit-, Kultur-, Sport- und Vergnügungsstätten
  • Bibliotheken, Hochschulbibliotheken
  • Handel
  • Sonntagsöffnung
  • Handwerk, Dienstleitungsgewerbe
  • Beherbergung, Tourismus
  • Gastronomie
  • Einkaufszentren
  • Veranstaltungen, Versammlungen, Gottesdienste, Beerdigungen
  • Ansammlungen, Aufenthalt im öffentlichen Raum
  • Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörde
  • Durchsetzung der Verbote, Bußgelder, Strafen

Die Verordnung ist bereits in Kraft getreten und tritt am 20. April 2020 außer Kraft.

Zudem weisen Pichler und Holla auf die Kontrollen zur Einhaltung durch das Ordnungsamt der Stadt Kevelaer hin – und auf empfindliche Geldbußen. Denn die Behörden seien „gehalten, die Bestimmungen dieser Verordnung energisch, konsequent und, wo nötig, mit Zwangsmitteln durchzusetzen“, heißt es im Text der Verordnung. Die Höchststrafen liegen bei 25.000 Euro Geldbuße für Ordnungswidrigkeiten und als Straftaten bei bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Kostenpflichtige Verwarnungen sind übrigens nicht vorgesehen und es gibt auch eine untere Grenze für die Geldbußen: Mindestens 200 Euro sollen die zuständigen Behörden laut Minister Laumann, der die Verordnung unterzeichnet hat, festsetzen.

Bürgermeister Dominik Pichler äußert sich zu den konkreten Auswirkungen der Verordnungen in Kevelaer bei den Kävels News in unserer Mediathek.

Ein Blick in die Jakobsmuschel

Es ist zwar noch nicht die angepeilte Meeresbrise, die derzeit über die Hüls huscht, aber frischen Wind kann durchaus verspüren, wer sich dieser Tage in die Nähe des Gradierwerks begibt. Der Rohbau der Becken und Fundamente und der Überbau der Anlage, überwiegend aus dicken Lärchenholzbohlen, stehen. Das Beton-Becken, in dem die herabrieselnde Sole aufgefangen wird, wurde mit einer speziellen Beschichtung abgedichtet, damit das solehaltige Wasser später nicht ins Erdreich versickern kann.
80 Gradierwerke gebaut

Nach und nach treffen LKW mit Sanddorn ein (das KB berichtete). Sieben waren es bislang an der Zahl, jeder mit 120 Kubikmetern der Schlehenzweige gefüllt, sagt Krystof Lazarz, der mit seinen Mitarbeitern die Arbeiten ausführt. Vier bis fünf weitere Laster werden wohl noch folgen, schätzt der Fachmann, der nach eigenen Angaben schon 80 Gradierwerke gebaut hat und für den es keine wirkliche Berufsbezeichnung gibt. „Bedorner“ nennt man ihn schon mal, „Künstler“ wäre ihm aber eigentlich lieber, gerade wohl auch angesichts der eigenwilligen Muschelform des Kevelaerer Gradierwerks.
Die hat Architekt Peter Grund ersonnen, der Jakobsmuschel nachempfunden, die den Pilgerweg kennzeichnet. Passt ja auch irgendwie besser zu Kevelaer als die sonst vielfach in Bädern üblichen Riesen-Bauwerke, die den in ihrer Blütezeit üblichen architektonischen Linien folgten.
Beeindruckend mutet die Holzkonstruktion, die mehr und mehr mit den Zweigen gefüllt wird, trotzdem an. Und höher wird das Bauwerk auch noch, denn sobald die Arbeiten an der Bedornung abgeschlossen sind – diese liegen im Zeitplan und im April/Mai sollen die baulichen Arbeiten insgesamt abgeschlossen sein, schätzt Peter Grund – kann das Dach drauf. Beziehungsweise die Dächer, denn durch die aufwändige Konstruktion sind es acht einzelne Dächer. Die sollen verhindern, dass das Regenwasser die herabrieselnde Sole zu sehr verdünnt.
Deren Salzgehalt muss ohnehin reguliert werden: Bei den Technischen Betrieben der Stadt habe man schon einen Mitarbeiter ausgeguckt, der sich gerade in die Thematik einarbeite und der dann die Treppe im rechten Turm des Bauwerks hochsteigen wird, um in der oberen Galerie die Hähne aufzudrehen. Richtig gelesen: Eine automatische Steuerungsanlage wird es nicht geben. Viel hängt also vom Fingerspitzengefühl des „Gradierwerkers“ ab, der immer mal wieder Sole aus der wenige Meter entfernte Quelle zusteuert.
Umfangreiche Erfahrung

Auf umfangreiche Erfahrung kann ein anderer Mitarbeiter der Stadtwerke zurückgreifen, der derzeit an dem Groß-Projekt beteiligt ist: Hans-Günter Naß hat jahrelang die Technische Abteilung der Kevelaerer Stadtwerke geleitet und kann auch im Ruhestand noch nicht ganz die Finger von seinem Beruf, den immer als Berufung verstanden hat, lassen. Einen besseren Mann für den „Mini-Job“ mit dem großen Anspruch habe man wohl kaum finden können, ist Stadtwerke-Chef Hans-Josef Thönnissen voll des Lobes.
Im linken Turm des Gradierwerkes wird dann die Technik untergebracht. Bis zur Fertigstellung – und bis dann wirklich einmal eine frische Meeresbrise über die Hüls weht, wird zwar noch einiges an Zeit vergehen. Doch die soll den interessierten Kevelaerern durchaus verkürzt werden, verspricht Sandra Kimm-Hamacher von der Wirtschaftsförderung der Stadt, die die Entwicklung auf der Hüls und das städtebauliche Handlungskonzept begleitet. Dazu soll es neben dem Richtfest im Februar ab dem Frühjahr auch „Baustellenführungen“ geben, bei denen man sich nach vorheriger Anmeldung vor Ort über Fortgang und Hintergründe des Projektes informieren kann (Infos dazu auf www.kevelaer-tourismus.de). Bis dato muss man, als Tourist wie auch als Kevelaerer – mit dem gelben Schild am Bauzaun leben: „Baustelle – betreten für Unbefugte verboten!“
Schwarzdorn, Tore und Web-Cam
Rund 20 Jahre halte der Schwarzdorn, schätzt Architekt Peter Grund. Dass der innere Bereich des Gradierwerks durch Tore nachts verschlossen werden kann, ist bekannt und soll umgesetzt werden. Neu hingegen war die Info, dass möglicherweise eine Webcam installiert werden soll. Diese soll aber keine „Überwachungskamera“ sein, sondern als Werbeträger im Internet genutzt werden. Momentan werden die rechtlichen Voraussetzungen für den Betrieb einer solche Kamera sondiert.

Dienstjubiläen in der Wallfahrtsstadt

Im Kalenderjahr 2018 können insgesamt fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Dienstjubiläum bei der Wallfahrtsstadt Kevelaer feiern. Bürgermeister Dr. Dominik Pichler sowie Personalverantwortlicher Werner Barz dankten den Jubilaren im Rahmen einer kleinen Feierstunde für ihre engagierte Tätigkeit in insgesamt 140 Beschäftigungsjahren im öffentlichen Dienst. Auch der Vorsitzende des Personalrates, Stefan Reudenbach, gratulierte den Jubilaren im Namen des Personalrates und der Belegschaft der Wallfahrtsstadt Kevelaer. 

Auf eine 25-jährige Dienstzeit im öffentlichen Dienst können folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückblicken: Gerhard Derksen (Elektroinstallateur beim Betriebshof), Stefan Hornbergs (Schreiner beim Betriebshof sowie Hausmeister an den Grundschulen in Wetten und Twisteden), Ute Hahnen (Schulsekretärin an den Grundschulen in Wetten und Twisteden) sowie Wilhelmus Simons (Sachbearbeiter für Beschaffung und Poststelle).

Der Leiter der Abteilung „Grundstücksmanagement“, Bernd Ingenhaag, wurde sogar für seine 40-jährige Beschäftigungszeit bei der Wallfahrtsstadt Kevelaer geehrt. 

Neue Stühle für das Kevelaerer Bühnenhaus

Wer es im Zweifelsfall mit der bequemen heimischen Couch aufnehmen muss, der darf sich, was Design und Komfort angeht, nicht lumpen lassen. So gesehen war die Gute Stube der Stadt etwas in die Jahre gekommen: Seit rund 30 Jahren war die variable Bestuhlung hier in Gebrauch. Und was von der Zeitspanne her bei Menschen als eine Generation gilt, scheint auch für Stapelstühle zu gelten. Die nächste Generation ist jetzt da.

Zwar habe der Zustand des Bezugstoffes den Anbietern neuer Stühle reichlich Respekt abgenötigt, sagt Stadtmarketing-Chef Bernd Pool. Doch viele Gestelle waren bereits mehrfach repariert worden, und so wartete man schon eine Weile auf das „O.K.“ des Kämmerers zur Neuanschaffung für das von der Stadt betriebene Bühnenhaus. Nun wurden 180.000 Euro im Stadtetat bereitgestellt. „Wir haben gut verhandelt“, sagt Pool, und so habe diese Summe um satte 30.000 Euro unterschritten werden können. So blieb sogar Geld übrig, um in einem „Rutsch“ auch die Sitzplätze und Hocker auf der Empore neu zu beziehen.

Dass die neuen Stühle nicht nur ihren Zweck erfüllen, sondern auch noch bequem sind, gut aussehen und technisch ein variables elektronisches Display bieten, davon konnten sich die ersten Nutzer beim Theaterstück „In 80 Tagen um die Welt“ am Sonntagabend überzeugen. Zuvor hatten Beate Clasen (CDU), Jürgen Hendricks (FDP) und Udo Fischer (SPD) als Vertreter des Kulturausschusses, sowie Bürgermeister Dominik Pichler, mal „probegesessen“ und zeigten sich hocherfreut, dass die Anschaffung gelang.

Der Bezugstoff nimmt statt des alten Blau die ohnehin vorhandenen Farben des Bühnenhauses auf: Dunkelrot und Anthrazit-Grau. Es kann sowohl eine komplette Bestuhlung in Antrazit erfolgen, als auch rote Sitze variabel „eingestreut“ werden, denn es wurden insgesamt 400 graue und 200 rote Exemplare angeschafft. Das Display kann jeweils individuell angepasst werden. So können neben Reihe und Platznummer auch ein Logo oder ein Schriftzug eingeblendet werden.

Einen besseren „Testmonat“ als den November hätte man sich nicht aussuchen können: Bis auf zwei Tage sei das Konzert- und Bühnenhaus ausgebucht, sagt Bernd Pool. „Und mit den neuen Stühlen werden wir unserem Ruf als herausragendes Veranstaltungshaus in der Region einmal mehr gerecht.“

Die alte Bestuhlung gehört übrigens noch nicht ganz zum „alten Eisen“: Ein Teil der blauen Stühle der „Generation 30+“ soll künftig für andere Zwecke, etwa in der Begegnungsstätte, weiterverwendet werden.

Eine rote Telefonzelle mit ganz vielen Büchern

Gerade mal einen Quadratmeter ist sie groß, die neue Telefonzelle an der Brunnenstraße. Mit rund 120 Exemplaren aus verschiedenen Genres bestückt, wurde sie nun als Bücherzelle der Evangelischen Kirchengemeinde eingeweiht und steht ab sofort für jeden zur Verfügung.

Im Frühjahr hatte der Presbyterer Dr. Thiede eine außergewöhnliche Idee. Ihm schwebte vor, eine Bücherzelle direkt neben der Evangelischen Kirche zu errichten. Doch für die Umsetzung galt es manche Hindernisse zu bewältigen. Eine 700 Kilo schwere Telefonzelle überhaupt zu bekommen, ist schon sehr schwierig. Deshalb suchte die Gemeinde nach einer Telefonzelle bei verschiedenen Gebrauchthändlern.

Dank der Unterstützung des Stadtwerke-Mitarbeiters Wolfgang Toonen fand sich in Isselburg ein geeignetes Exemplar. Mit einem großen Traktor wurde die Telefonzelle nach Kevelaer transportiert und mit einem großen Kran auf das vorher gegossene Fundament gehoben.

Um die Attraktion der Bücherzelle noch zu steigen, schlug der Betriebsleiter der Stadtwerke, Hans-Josef Thönnissen, vor, daneben eine E-Bike Ladestation zu errichten. Kein leichtes Unterfangen: Schließlich musste für die Stromkabel extra ein Graben ausgehoben werden.

Doch die Ladestation wurde rechtzeitig fertig und von den Stadtwerken zur Verfügung gestellt. Jeder kann nun hier sein E-Bike bei Bedarf kostenlos laden, während er zum Beispiel gerade eine Messe besucht oder eine Lesepause auf der direkt anliegenden Bank macht.

Die Intention der Bücherzelle ist schließlich, dass man rund um die Uhr Bücher ausleihen und seine eigenen abgeben kann, damit andere Leute in den Lesegenuss kommen können. Die Grundbestückung für die Bücherzelle wurde von Spenden aus der Gemeinde bereitgestellt.

Ein Buch für die Pfarrerin

Insgesamt findet es die Gemeinde eine prima Idee und ist gespannt, wie es von den Bürgern genutzt wird und ob es bald noch mehr solcher Modelle in der Wallfahrtsstadt gibt.

Zur offiziellen Eröffnung der Bücherzelle übergab Bürgermeister Dominik Pichler an Karin Dembek gleich ein passendes Geschenk. Die Pfarrerin erhielt ein Buch über Kevelaer, das von der Kevelaerer Kunst AG des Kardinal von Galen Gymnasiums gestaltet wurde.

Ideen für den Plattenbau gesucht

Das Pflaster im ersten Bauabschnitt der Hauptstraße ist fertig. Über Bepflanzungen, Bänke und Abfallbehälter soll der Stadtentwicklungsausschuss am 29. November befinden.

Zur Gestaltung der Hauptstraße sieht der Planungsentwurf aber auch 10 bis 15 künstlerisch gestaltete Reliefplatten vor, die in Abständen über die gesamte Länge der Straße in die Mittel-Leitlinie eingefügt werden. Die Reliefplatten werden voraussichtlich in Bronze hergestellt und sollen Motive der Stadt und der Wallfahrt darstellen. Kevelaerer, aber auch Gäste von außerhalb, können sich an der Ideensammlung beteiligen. Dabei geht es sowohl um Themenbereiche als auch ganz konkret um Motivvorschläge für die einzelnen Platten. Vorschläge und Ideen werden von der Stadtverwaltung, Sandra Kimm-Hamacher oder Franz Heckens, bis Anfang Dezember entgegengenommen. Vorgaben für die Vorschläge gibt es nicht. Im Dezember werden sich Vertreter von Kirche und Stadt mit den Vorschlägen beschäftigen und daraus eine Auswahl treffen. Die ausgewählten Motive werden dann künstlerisch gestaltet und in etwa 30 mal 30 cm große Bronzeplatten ausgearbeitet.

Förderantrag zurückgezogen

Die Stadt hat den Ende des vergangenen Jahres gestellten Förderantrag zum Umbau des Forums Pax Christi zurückgezogen. Hintergrund ist die Feststellung der Bezirksregierung, dass nur die Hälfte der Umbaukosten gefördert werden sollten. Damit aber sei der Eigenanteil, den Stadt und Kirche zu gleichen Teilen tragen wollten, zu hoch. „Es ist daher entschieden worden, den Förderantrag für dieses Teilprojekt zurückzuziehen“, schreibt Franz Heckens von der Abteilung Stadtplanung der Wallfahrtsstadt Kevelaer im aktuellen Newsletter zur „Stadtkernerneuerung“.
Es hätte eines der zukunftsweisenden Projekte der Stadtkernerneuerung in Kevelaer werden sollen: „Eine so zentrale Lokalität mit open-air-Charakter und Überdachung ist eine ganz besondere Einrichtung, die für die verschiedensten Zwecke genutzt werden könnte“, so Heckens. Der Umbau sollte die Möglichkeit schaffen, das Forum auch für unterschiedlichste kulturelle Veranstaltungen nutzen zu können. Darauf hatten sich die Beteiligten nach intensiven und teils kontroversen Diskussionen im vergangenen Jahr geeinigt und im Konsens eine gemeinsame Entwurfsplanung erstellt. Diese war die Grundlage für den Förderantrag.

Die Bezirksregierung kam nun zu dem Schluss, dass das Forum weiterhin ein kirchlich genutzter Raum bleiben und nur zur Hälfte für kulturelle Zwecke genutzt werden würde. Daher könne auch nur die Hälfte der Umbaukosten gefördert werden.

Damit hatten die Antragsteller offensichtlich nicht gerechnet. Denn sowohl Kirche als auch Stadt hatten angegeben, Mittel für den Eigenanteil, der je zur Hälfte von ihnen getragen werden sollte, eingeplant zu haben. Der nun von der Düsseldorfer Behörde veranschlagte „deutlich höhere Eigenanteil“ ließ die Beteiligten vor den Umbauplänen zurückschrecken. „Mit den vorhandenen Mitteln ist ein Umbau in der geplanten Art nicht zu finanzieren“, lautet das Fazit im aktuellen Newsletter.

Große Enttäuschung

Die Enttäuschung über die Einschätzung der Bezirksregierung ist in Kevelaer groß, hatten sich doch in der jüngsten Vergangenheit erst, beispielsweise mit der Initiative für den Kevelaerer Krippenmarkt, interessante Perspektiven für eine „erweiterte“ Nutzung des Forum Pax Christi und das Umfeld entwickelt. Ob diese und andere Nutzungen eventuell auch ohne die Umbaumaßnahmen, die in erster Linie eine flexible Bestuhlung und eine optische Abtrennung des Kreuzweges vorsahen, sinnvoll umzusetzen sind, ist fraglich. Festzuhalten bleibt zunächst, dass damit eines der Vorzeigeprojekte des Stadtumbaus – zumal eines, das nach zähem Ringen eine hohe Akzeptanz innerhalb der Wallfahrtsstadt erlangt hat, – an fehlender Finanzierungsbereitschaft scheitert.

Atempause bringt wieder viel Sport und Entspannung

15 Tage, 30 Kurse und fast 1.000 Teilnehmer verzeichneten die Veranstalter für die „Atempause“ in 2017. Wer denkt, dass ihnen damit so langsam die Puste ausgehen könnte, der irrt. Sie haben tief Luft geholt und wieder ein ebenso spannendes wie vielfältiges Programm für alle Altersgruppen auf die Beine gestellt.
Die Teilnehmer dürfen sich auf das abwechslungsreiche Kursprogramm des Sportbildungswerks Kleve freuen. Neben der „EWTO WingTsun“ Schule, dem Gesundheits- und Fitnesszentrum Steps und Gisela Ingenwepelt konnte das Stadtmarketing auch den Kneipp-Verein Gelderland und die Volkshochschule erneut als Partner für die Aktion gewinnen. Auch Myokraft (ehemals Bol & Greuel) und Christina Schaller Seminare & Coaching sind in diesem Jahr wieder als Unterstützer mit dabei.
Zur Stärkung
„Wir möchten uns bei unseren Partnern und unserem Sponsor bedanken, ohne die ein solch abwechslungsreiches Programmangebot bei der ‚Atempause im August‘ nicht möglich wäre“, so Bernd Pool, Leiter des Stadtmarketing. In diesem Jahr werden zusätzlich zu den Kursen auf der Wiese an der Hüls erstmals auch auch verschiedene Wanderungen und eine Radtour in der Umgebung im Rahmen des Programms angeboten.
Als Stärkung gibt es auch in diesem Jahr wieder nach jeder Sporteinheit an der Hüls-Wiese ein reichhaltiges Obst- und Getränkeangebot von Edeka Brüggemeier und Rewe Narzynski.
Natürlich darf bei dem dreiwöchigen Veranstaltungsformat das Motto „Gesund an Leib und Seele“ nicht fehlen, das die Atempause, die selbstverständlich auch die Veranstaltungswiese auf der Hüls ein wenig in den Fokus rücken soll, sehr gut beschreibt.
Open-Air-Kino
Besonders viele Besucher lockte übrigens bisher immer die Abschlussveranstaltung auf die Hüls, im vergangenen Jahr mit einer gelungenen Open-Air-Kino-Vorstellung. An diesen Erfolg wollen der Sponsor – die Volksbank an der Niers – und die Organisatoren vom Stadtmarketing anknpüpfen. Also gibt es am 24. August ab 20 Uhr zunächst wieder Leckeres vom Grill von Rewe Narzynski und Edeka Brüggemeier. Im Anschluss, ab 21.00 Uhr, kommen Kino-Liebhaber mit dem außergewöhnlichen Kinofilm „The Greatest Showman“ auf der Freiluft-Leinwand auf ihre Kosten.
Der Musical-Film basiert auf der wahren Geschichte des amerikanischen Showmasters P.T. Barnum (Hugh Jackman), der sich im 19. Jahrhundert mit seiner Frau Charity (Michelle Williams) in New York ohne Job durschlagen muss. Trotz der harten Zeit gibt Barnum seinen Glauben nicht auf und hat eine geniale Idee. Er reist mit Schaustellern durch das Land und produziert opulente Shows, die verblüffen, faszinieren und überwältigen. Tanz, Musik und Magie begeistern die ganze Welt. Bald ist Barnum der Gründer eines ganzen Unterhaltungs-Imperiums.
Doch sein Erfolg basiert auf seinem Mut, immer neue Risiken einzugehen. Nicht ohne Grund wurde Barnum seiner Zeit auch als „König der Schwindler“ bezeichnet.
Freier Eintritt
Der Eintritt für das Open-Air-Kino ist frei und es darf wie im vergangenen Jahr neben Picknickdecken zum gemütlichen Sitzen auch eigene Verpflegung mitgebracht werden. Auch für Popcorn und kühle Getränke ist durch Edeka Brüggemeier und Rewe Narzynski ausreichend gesorgt.

Das Programm der ersten Woche der Atempause im August (6.-11. August)

Den Beginn macht am Montagvormittag, Christina Schaller Seminare & Coaching mit dem Kurs „Kundalini Yoga, Yin Yoga, Body Architecture“. Von 10 bis 11 Uhr können die Kursteilnehmer die perfekte Mischung aus Kräftigung der Muskulatur, Dehnung der Faszien, Ausrichtung des Körpers und tiefer Entspannung für Körper, Geist und Seele erfahren. Teilnehmer, die ihre Kraft, Mobilität und Flexibilität gezielt fördern möchten, können sich am Abend von 18 bis 19 Uhr dem Kurs „Gymnastikstab und Theraband-Gymnastik“ vom Kneipp-Verein Gelderland anschließen. Dieser Kurs ist für alle Altersklassen geeignet. Wer es lieber etwas ruhiger angehen möchte, kann dies durch fließende Bewegungen beim Tai-Chi Kurs von Gisela Ingenwepelt von 19 bis 20 Uhr umsetzen.
Der Dienstag bietet am Vormittag von 10 bis 11 Uhr „WingTsun“, eine Sportart bei der die Kursteilnehmer spielerisch lernen sich zu verteidigen und fit zu werden. Dienstagabend zwischen 19 und 20 Uhr bietet das Sportbildungswerk Kleve den Kurs „Bodyweight“ an, der eine Form des Krafttrainings ist, bei dem nur mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird.
Am Mittwochmorgen von 9.15 bis 10 Uhr findet mit Unterstützung der VHS der Kurs „Wer rastet, der rostet für Senioren und Seniorinnen“ statt. Von 10 bis 11 Uhr, findet der Kurs „Bodyfit“ vom Gesundheits- und Fitnesszentrum Steps statt, bei dem der gesamte Körper durch Kräftigungs- und Ausdauerübungen mit einfachen Grundschritten trainiert wird. Der Mittwochabend beginnt um 17 Uhr mit „Reha Sport“ von Myokraft (ehemals Bol & Greuel), dieser Kurs über 45 Minuten eignet sich besonders für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Wer seine Muskulatur grundlegend mit Kraft- oder Ausdauerübungen aufbauen will, sollte am Kurs „Zirkel“ von Myokraft von 18 bis 19 Uhr teilnehmen. Der Tag schließt ab mit dem Kurs „Rückenspezial / Blackroll“ vom Gesundheits- und Fitnesszentrum Steps. Von 19 bis 20 Uhr werden hier Kräftigungsübungen für die Muskulatur und die Wirbelsäule mit Faszientraining kombiniert.
Der Donnerstagmorgen, 9.15 bis 10 Uhr, wartet mit Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken auf. Myokraft möchte mit dem Kurs „Body & Mind“ den Kursteilnehmern Möglichkeiten bieten, um mit Stress umzugehen, die Auswirkungen abzumildern oder Stress bestenfalls sogar ganz zu vermeiden. Eine erfrischende Abkühlung gibt es für die Teilnehmer beim Kurs „Aquafitness“ vom Sportbildungswerk Kleve von 10 bis 11 Uhr im Freibad Kevelaer. Am Donnerstagabend ab 19 Uhr werden zwei einstündige Kurse parallel angeboten. Zum einen bietet die EWTO WingTsun Schule Kevelaer „WingTsun“ an und das Sportbildungswerk Kleve den Kurs „Nordic Walking“.
Am Freitagmorgen beginnt der Tag mit dem Kurs „Bodywork“ von der VHS. Die Teilnehmer können von 9 bis 10 Uhr bei einem Ganzkörpertraining mitmachen. Ziel ist es, die Muskulatur zu stärken und das Gewebe zu straffen. Anschließend bietet das Gesundheits- und Fitnesszentrum Steps von 10 bis 11 Uhr Kräftigungsübungen für die Muskulatur und die Wirbelsäule in Kombination mit Faszientraining beim Kurs „Rückenspezial / Blackroll“ an. Am Freitagabend sorgt Christina Schaller Seminare & Coaching von 18.30 bis 19.30 Uhr beim „Kundalini Yoga, Yin Yoga, Body Architecture“ für Kräftigung und Entspannung der Muskulatur.
Am Wochenende kommen die Wanderfreunde auf Ihre Kosten. Am Samstag, um 9.30 Uhr wird eine Tageswanderung vom Sportbildungswerk Kleve ab der Hüls-Wiese angeboten. Die Wanderung führt über Keylaer, Wemb und Twisteden, umfasst ungefähr 15 Kilometer und dauert 3 bis 3,5 Stunden. Getränke und eine Stärkung für unterwegs sollten von den Teilnehmern mitgebracht werden. Wer sich für die Natur rund um Schloss Walbeck interessiert, für den bietet sich die Wanderung um 13.45 Uhr vom Kneipp-Verein Gelderland ab Schloss Walbeck an.
Am Sonntag dürfen Teilnehmer und Kursleiter eine kleine Verschnaufpause einlegen.

Unverwechselbar neu

Niemand schneuzt sich in ein Papiertaschentuch. Niemand fährt einen Geländewagen. Niemand reibt sich mit einer Hautcreme ein. Für alle diese Dinge gibt es Markennamen, die unverwechselbar mit den Produkten verbunden sind. Und idealerweise haben wir, wenn wir den Markennamen nennen, auch sofort Bilder von den Produkten im Kopf. Formen, Farben, Logos, Sprüche…
„Kann man sich als Stadt die Methoden der Konsumgüter-Industrie zunutze machen?“, fragt Hans-Josef Bruns, Leiter der Wirtschaftsförderung der Wallfahrtsstadt Kevelaer. Andere, zugegebenermaßen größere Städte, können das, haben das getan. Mit Erfolg. Und deshalb hat sich die Kevelaerer Wirtschaftsförderung das jetzt auch auf die Fahnen geschrieben. Die Standortvermarktung sei eines der wichtigsten Handlungsfelder des Standortentwicklungskonzeptes, führt Bruns weiter aus. Und eines, das gerade vorrangig in Angriff genommen werde. „Wir wollen das aber nicht mit ,Aktionitis‘ machen, sondern konzeptionell.“
Die alte Marke ist nicht schlecht
„Natürlich ist die alte Marke nicht schlecht“, erklärt Nicole Wagener, die sich seit einiger Zeit bei der Wirtschaftsförderung mit Projekten und Konzepten zur touristischen Neuausrichtung Kevelaers beschäftigt. Und auch über den Zusatz „Wallfahrtsstadt“ – den sich Kevelaer in 375 Jahren nun wahrlich verdient hat – sei man sehr glücklich, versichern Wagener und Bruns. Dennoch sei es Zeit für eine Art ,Face-Lift‘, vor allem des visuellen Auftritts. Jeder kenne beispielsweise die im Laufe der Zeit entstandenen unterschiedlichen Logos, die mit Kevelaer in Verbindung gebracht werden, „die Dreiecke und Punkte, den Schriftzug ,unverwechselbar‘, die Skyline – und jede Menge Kombinationen“, sagt Wagener. „Da ist kein roter Faden erkennbar.“ „Der Schriftzug ,unverwechselbar‘ ist natürlich etabliert und wird mit Kevelaer in Verbindung gebracht. Aber er hat einen ganz entscheidenden Nachteil“, ergänzt Bruns, „er überbringt keine Inhalte.“
Aber auch Inhalte können schnell beliebig werden: Viele Kommunen am Niederrhein führten etwa die Region im Namen. Und am Niederrhein gibt‘s nun mal viele Städte. Oder sie schmückten sich mit dem Attribut, eine „Einkaufsstadt“ zu sein. In welcher Stadt kann man denn nicht einkaufen? Es gehe um „Abgrenzung, Profilierung, Positionierung“, sagt Bruns deshalb. Es müsse klar sein, „was wir mit unserem Auftritt sagen wollen“, ergänzt Wagener. Beiden ist klar, dass sie hier an einem hoch emotionalen Thema arbeiten.
Eine Bürgerbefragung, deren Antworten mehrheitlich in die gleiche Richtung wiesen, und zwei von Experten moderierte Workshops mit der Beteiligung vieler gesellschaftlich relevanten Gruppen später, zeigten die ersten Konturen. Und die Zielgruppen waren schärfer definiert. „Wir können natürlich nicht alle Märkte gleichzeitig in gleicher Intensität bearbeiten“, sagt Wagener. Deshalb, und weil im Standortentwicklungskonzept ganz konkret formuliert sei, dass die Zahl der Touristen und Übernachtungen in Kevelaer wieder signifikant steigen müsse, wolle man sich eben als erstes auf Touristen als Zielgruppe konzentrieren.
Die Markenbotschafter
Dennoch weiß auch Wagener, dass die Kevelaererinnen und Kevelaerer „die wichtigsten Markenbotschafter“ ihrer Stadt sind. „Wenn Bürgerinnen und Bürger das Kevelaer-Feeling nach außen tragen, ist das die beste Werbung, die man haben kann.“
Wie sieht‘s denn nun aus, das „Kevelaer-Feeling“, das nach all den Analysen, Workshops und Gesprächen herausgekommen ist? Der „Markenkern“ hat drei Elemente: „Seele“ (steht für Wallfahrt, Spiritualität, auch für Mensch-Sein unter Menschen), „Flair“ (steht für Atmosphäre, Stimmung, Ausstrahlung, Faszination), „Bewusst-Sein“ (steht für Bewusstsein und sich bewusst sein, Achtsamkeit, Ruhe, zu-sich-kommen).
Wohlgemerkt handele es sich dabei um den Kern der Marke, der so direkt nicht nach außen kommuniziert werde, stellt Nicole Wagener klar. Vielmehr bildeten die drei für Kevelaer stehenden Begriffe die Grundlage, etwa für Werbebotschaften, aber auch für die Entwicklung eines Logos und eines einheitlichen „Corporate Designs“.

Der Kapellenplatz ist die Hölle

Mit ein paar Minuten Verspätung eröffnete der Kevelaerer Bürgermeister Dominik Pichler am Samstagvormittag am Luxemburger Platz offiziell den „Tag der Städtebauförderung“, zu denen sich einige Bürger und das Team der Stadterneuerung aus Verwaltung und Planungsbüro versammelt hatten.
Zunächst mal sei es ein bundesweiter Tag, aber es sei auch wichtig, hier Infos über die Kevelaerer Stadtentwicklung zu geben, sagte Franz Heckens von der Planungsabteilung der Stadt. „Wir wollen möglichst jeden Bürger erreichen“, hieß das in der Diktion des Bürgermeisters, der drei seiner Kinder mit zum Baustellen-Maulwurf „Grubi“ gebracht hatte.
An und nahe einem Pavillon konnten sich Interessierte über den aktuellen Planungsstand in Sachen Hauptstraße, Johannes-Stalenus-Platz und Kapellenplatz informieren. „Ich erhoffe mir mehr Barrierefreiheit“, machte Liesel Borman vom Seniorenbeirat ihre Erwartungen deutlich, „für Sehbehinderte ist es hier sehr schlecht“. Und Mechthild Jansen hätte „es besser gefunden, Fragen am Mikro für alle zu stellen und zu beantworten.“ Das Thema gehe schließlich alle an.
Für das beauftragte Planungsbüro IPW Wallenhorst stellte sich deren Projektleiterin und stellvertretende Abteilungsleiterin für Freiraumplanung, Stephanie Janning, anhand der Vorentwurfsplanung den Fragen der Bürger zum Kapellenplatz und ging mit ihnen einige Bereiche ab. Dabei hatte sie allerdings keinen leichten Stand – gerade in Bezug auf die Frage nach dem Erhalt der Bäume im Bereich Luxemburger Platz / Petrus-Canisius-Haus und Kapellenplatz. Zwar sei der Baumgutachter am Vortag nochmal in der Stadt unterwegs gewesen, aber das endgültige Gutachten liege noch nicht vor.
So konnte sie wenig Konkretes und Neues mitteilen, nur sagen, dass es eben den einen oder anderen Baum gebe, der, auch wenn er gesund aussehe, wohl nicht überleben könne. Und es sei schwierig zu händeln, weil viele Wurzelwerke der Bäume miteinander verflochten seien. Man pflanze aber sicher ganz viele nach.
Das Kopfsteinpflaster solle aber erhalten bleiben, glatter geschliffen werden und die Fläche insgesamt wegen des Gefälles begradigt. Definitiv „ist aber nix,“ außer ihrer Beschreibung des Status quo: „Hier mit dem Rollstuhl fahren – das ist die Hölle.“
Gegenwind in Sachen Bäume
Zu den Bäumen bekam sie für ihre Aussagen von den Bürgern viel Gegenwind und grundsätzliche Kritik. „Bäume sind unsere Lebensader“, meinte Anke Dahmen-Wassenberg. „Sie tun so, als wäre das schon entschieden“, war ihr Eindruck. „Kevelaer hat ausgesprochenen Charme, das sollte auch so bleiben“, fand Johanna Sprenger und sprach sich für den Erhalt des Pflasters aus. „Ein paar Bäume abholzen, aber doch nicht alle“, war ihr Credo. „Da geht‘s um Atmosphäre – und um den Klimawandel.“ An der Hauptstraßen-Baustelle hingen Luftballons, wurde Live-Musik gespielt. Mitarbeiter der Verwaltung informierten über die Planung dort. „Viele haben gefragt, wie es mit dem Pflaster und den Lampen laufen soll“, erzählte Norbert de Ryck. „Aber man freut sich, dass es gemacht wird.“ Mit Sand, einem Fahrzeug des städtischen Betriebshofs und jeder Menge Baustellen-Spielzeug wurde der Mechelner Platz zur Kinderbaustelle. Museumspädagogin Indra Peters bot am Museum einen Workshop für Kinder an und bemalte mit den Kids Fliesen, die als Mosaik im Museum gezeigt werden sollen. „Es ist wichtig, das Thema ins Gedächtnis zu rufen“, meinte Museumsdirektor Burkhard Schwering. Den Neubau am Mechelner Platz, den verfolge man „mit größter Aufmerksamkeit.“