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Dennis van den Berg überreichte Leckereien aus dem Bauernhofcafe Binnenheide

Für den KMGV gab‘s Osterpräsente

Große Freude herrschte zu Ostern bei den 56 Sängern des Kevelaerer- Männer-Gesang-Vereins. Der KMGV, gegründet 1896, begeht in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen, das leider nicht wie geplant gefeiert werden kann.

Die Karnevalsjugend Kevelaer e.V. vereint inzwischen rund 120 Mitglieder. Auch in Pandemiezeiten soll das Vereinsleben aufrechterhalten werden.

Aus Leidenschaft wuchs ein Verein

Ein ziemlich rasanter Start war es, den die Karnevalsjugend Kevelaer e.V. (KJK) da hingelegt hat. Während andere Vereine bei ihrer Gründung gerade einmal die Mindestzahl an Mitgliedern erreichen, starteten die Karnevalist*innen 2019 mit einer Gruppe, die schon bald in den dreistelligen Bereich gehen sollte. Angefangen hatte alles schon drei Jahre zuvor. Fünf junge karnevalsbegeisterte Männer hatten sich die Idee in den Kopf gesetzt, mit einem eigenen Wagen im Karnevalszug mitzuziehen. Etwas Geld in die Hand genommen, Freunde und Familie animiert, einen ausrangierten Schweinetransporter besorgt und es konnte losgehen. Im September 2019 folgte dann die Vereinsgründung, heute sind rund 120 Mitglieder dabei. Pandemiebedingt bleibt die Geselligkeit aktuell zwar auf der Strecke, der Vorstand nutzt die Zeit dennoch, um Vereinsaktionen zu planen. Unter anderem läuft derzeit eine Osterhasenaktion.

„Wir wollen ein bisschen Raum für die Jugend in Kevelaer schaffen“, beschreibt Vorstandsmitglied Henrik Lange das übergeordnete Ziel des Vereins. Der Karneval ist und bleibe zwar der Kern des Ganzen, die Aktivitäten sollen aber darüber hinausgehen. Im Visier habe man neben vereinsinternen Aktionen regelmäßige Partys für jeden zu veranstalten, die Osterhasenaktion zu etablieren und eine Schrottsammelaktion ins Leben zu rufen. Man wolle etwas für die Jugend in Kevelaer und den Ortschaften machen. Dabei wolle man die Strukturen recht locker halten. „Bei uns hat man keine Verpflichtungen“, sagt Vorstandsmitglied Julian Binn. Ein Mindestalter von 16 Jahren (Ende offen) und 15 Euro Jahresbeitrag ist alles. „Bei uns kann jeder kommen, der Bock hat.“ Eine erste größere Aktion, die sich auch an Nicht-Mitglieder richtet, ist vor Kurzem bereits angelaufen: die Osterhasenaktion. Hierbei verteilen Mitglieder der KJK in der Nacht zu Ostersonntag Schokoladenosterhasen. Die Bürger*innen können dazu vorab einen Zettel ausfüllen, um jemanden zu beschenken. Die entsprechenden Flyer liegen in beiden Edeka Brüggemeier Märkten in Kevelaer aus. 

Zum selbst Ausdrucken ist der Flyer außerdem unter dem Link zu finden: https://bit.ly/3dTjfc7. Alle Anweisungen für die Teilnahme sind aufgedruckt. Der Zettel mit der Adresse des Beschenkten sowie drei Euro pro Hase muss bis spätestens Sonntag, 28. März, bei Simon Boetselaars, Antoniusstraße 12 in Kevelaer, eingeworfen werden. „Wir hoffen, dass sich das in den nächsten Jahren etabliert“, erklärt Binn. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen und Vereine könnten das Angebot nutzen. 

Schrott abzugeben?

Durch diese und weitere Aktionen hofft der Vorstand, gesellige Vereinsaktivitäten zu schaffen und gleichzeitig Geld für die Vereinskasse zu sammeln. Wobei „gesellig“ in Corona-Zeiten natürlich schwierig sei. Für die Zukunft ist unter anderem eine Schrottsammelaktion in Planung. Das Grundprinzip sei simpel, so Lange: „Man meldet nicht bei der Stadt Schrott an, sondern bei uns.“ Die Mitglieder würden das Metall dann abholen und zum Händler bringen. Der Erlös fließt in die Vereinskasse. Auch diese Aktion solle sich im besten Falle einbürgern. 

Richtig loslegen mit Partys und weiteren Karnevalsumzügen kann der Verein zwar erst nach Corona, die Pandemie-Zeit schiebt den kreativen Ideen der Karnevalist*innen aber offensichtlich keinen Riegel vor.

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Stellplatz gesucht

Die KJK ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Stellplatz für ihren Karnevalswagen. Gesucht wird    im besten Falle eine geschlossene Halle oder Ähnliches im Umkreis von 10 bis 15 Kilometern um Kevelaer. Am liebsten wäre dem Verein ein Stellplatz, wo der Wagen ganzjährig stehen kann und in der Zeit unmittelbar vor Karneval die Möglichkeit besteht, mit bis zu 15 Personen daran zu arbeiten. Strom sollte vorhanden sein, Licht ist nicht zwingend notwendig. Gesucht wird ab sofort, spätestens aber ab Sommer. 

Als Notlösung käme vorübergehend auch ein Platz in Frage, wo der Wagen ohne Möglichkeit für handwerkliche Arbeiten stehen kann. Der Wagen ist 12 Meter lang, 3 Meter breit und gut 4,20 Meter hoch. Angebote können gerichtet werden an kjk@karnevalsjugend.de.

Mehr als „trotzdem etwas Kultur“

Als das „trotzdem etwas Kultur“-Jahr bezeichnet der Kevelaerer Verein „wirKsam e.V.“ das Jahr 2020 in der Rückschau. Klar, zahlreiche Veranstaltungen mussten pandemiebedingt abgesagt oder verschoben werden oder fielen ganz anders aus, als ursprünglich geplant. Mag die Liste der geplanten Veranstaltungen angesichts des großen Engagements des kleinen Vereins auch lang erscheinen, so bleibt jedoch beim Rückblick ebenfalls festzustellen, dass Flexibilität und Kreativität der Miglieder und Organisatoren den interessierten Kevelaerer*innen „trotzdem“ nicht nur „etwas“ sondern eine Menge Kultur bescherten. Verschiedene Aktionen im KUK-Atelier, eine ganz besondere Edition der „Landpartie am Niederrhein“ und eine Performance am Museum stehen hier eindeutig auf der Haben-Seite.

Schaufenster

Als „Schaufenster und offener Ort für Künstler*innen und Kreative“ verstehen die „wirKsam“-Mitglieder das Kunst- und Kultur Atelier (kurz KUK-Atelier) am Johannes-Stalenus-Platz. Gestartet war das Jahr dort mit einem Mal-Workshop. Aminah Aengenheyster lud dazu ein, gute Vorsätze künstlerisch umzusetzen. Alle Teilnehmenden waren begeistert von diesem intensiven Workshoptag. Im Februar stand eine außergewöhnliche Performance des Duos „Emerican Void“ auf dem Programm. Die  beiden Emmericher Sander Bisselink (E-Gitarre, Looper, Effekte) und Oliver Kretschmann (Lichtkünstler) faszinierten ihr Publikum mit experimenteller Klang- und Lichtkunst und auch zahlreiche Passanten wagten einen Blick durch die großen Schaufenster.

„Bis Mitte März öffneten regelmäßig donnerstags abends Vereinsmitglieder das KUK-Atelier zur offenen Begegnung. Es wurde gejammt, diskutiert und natürlich auch einfach gemütlich gequatscht. Ab Mitte März pausierten diese Treffen bis in den Spätsommer hinein. Nach einzelnen kleineren Treffen September mit einer maximalen Besucherzahl von fünf und mit Maske, war dann bereits im Oktober wieder Schluss mit dieser persönlichen Form des Austauschs“, schreibt Anne van Rennings in der Vereins-Rückschau. 

„Night of Light“

Ursprünglich waren bereits fest weitere Veranstaltungen im Frühjahr geplant, etwa weitere Malworkshops und mehrere Konzerte, teils in Kooperation mit anderen Veranstaltern und Veranstaltungsorten. „Alle Veranstaltungen konnten glücklicherweise weitgehend kostenneutral auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Gemeinsam mit den Künstler*innen hoffen wir, bald wieder gemeinsam Live-Musik genießen zu können“, heißt es dazu.

Am 22. Juni beteiligten sich Vereinsmitglieder an der Aktion „Night of Light“, die deutschlandweit auf die schwierige Situation der Kultur- und Veranstaltungs-wirtschaft aufmerksam machte. Das KUK-Atelier leuchtete rot und in vielen Gesprächen mit Passanten wurde der Grund für diese Aktion erläutert. „Dank des großen Entgegenkommens unseres Vermieters konnten wir – trotz des Wegfalls der Veranstaltungen – das KUK-Atelier für den Verein und für die Künstler*innen erhalten“, freut sich der Verein über die Unterstützung seitens des Eigentümers des Ladenlokals.

Das blieb trotz abgesagter Verantaltungen nicht leer: „Solange es zulässig war und sich für die vor Ort Wirkenden gut anfühlte, stand die Tür offen und die Menschen nahmen dankbar die Gelegenheit zum Austausch an.“ Zur „Landpartie am Niederrhein“ stellten der Kevelaerer Fotograf Axel Hundertmarck und damalige Resident-Künstler Maris Hofmann eine Auswahl ihrer Werke im Schaufenster aus. Und es fanden immer wieder kleinere Netzwerktreffen mit Künstler*innen und Kulturschaffenden aus der Umgebung statt, „die tolle Projekte für die Zukunft versprechen“. Zum Late-Night-Shopping der Kevelaerer Einzelhändler boten Daniel Wouters und Roxolana Schulze freies kreatives Malen für Kinder an. Zum Jahresabschluss stellte im November die Fotografin Raphaele Feldbrügge unter dem Motto „Kevelaer im Licht“ eine Auswahl ihrer Werke aus. Im Dezember schließlich brachten verschiedene Vereinsmitglieder sich bei der Ausstellung „Kunstlokal“ mit ein.

Landpartie am Niederrhein

Vielversprechend begannen zunächst die Planungen für die „Landpartie am Niederrhein 2020“. Flyer und Plakat wurden im Februar gedruckt und Anfang März trafen sich Vertreterinnen der 20 Ausstellungsorte im KUK-Atelier zum ersten Austausch. Vieles war bereits geplant und so gingen alle in der fröhlichen Erwartung auf eine großartige Veranstaltung am 13. und 14. Juni auseinander. Nur zwei Wochen später ging es in den ersten Lock-Down. „Ein Wort, was wir bis dahin gar nicht kannten“, so Anne van Rennings. Ende April war dann klar: Wie gewohnt war die Landpartie nicht umsetzbar. Raphaele Feldbrügge und Anne van Rennings als Initiatorinnen und Organisatorinnen des seit 2016 in Kevelaer und Umgebung etablierten besonderen Ausstellungs- und Eventformats steckten den Kopf nicht in den Sand. Das Ergebnis ist bekannt: Das unverzüglich entwickelte, neue Konzept wurde mit dem Ordnungsamt abgestimmt und die Anmeldung erneut geöffnet. 24 Ausstellungsorte beteiligten sich und lockten einen ganzen Sommer nach Kevelaer und auf die Räder.

Performance

Als ein „Highlight des Jahres“ sehen die Vereinsmitglieder die Performance des Klangkünstlers Holger Maik Mertin. Auf Initiative von wirKsam e.V., konkret Daniel Wouters, wurde in Kooperation mit dem Stadtmarketing und dem Niederrheinischen Museum Kevelaer eine ganz besondere Performance unter dem Titel „Der transformierende Raum“ möglich. Der Perkussionist erkundete die Umgebung während einer dreitägigen Residenz, das KUK-Atelier war dabei gleichzeitig Rückzugsort und Basis. Unter dem Titel „Tiefenbegegnungen in historischen Gemäuern“ veranstaltete schließlich „wirKsam e.V.“ drei klassische Konzerte des Duos Lea Brückner (Violine) und Roman Salyutov (Piano) in Schlössern und Adelssitzen. Die ehmalige Kevelaererin Lea Brückner hatte beim Kevelaerer Verein um Unterstützung gebeten und war auf offene Ohren gestoßen. „Da helfen wir natürlich gerne, genau dafür ist wirKsam e.V. auch gegründet worden“, so Anne van Rennings.

Der Kevelaerer Verein möchte die Kreativarbeit vor Ort natürlich fortsetzen und setzt dabei neben der Unterstützung durch Sponsoren (Volksbank an der Niers und Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze) auch auf Unterstützung durch Mitgliedschaft.

Weitere Informationen gibt’s im Internet unter www.wirksam-ev.de.

Seit 60 Jahren trainieren die Kevelaerer „Maikäfer“

Sieben junge Frauen, ein Stammtisch und erste gemeinsame sportliche Aktivitäten im Mai 1960 – mehr brauchte es nicht, um den Kevelaerer Gymnastikclub „Die Maikäfer“ ins Leben zu rufen. Doch der Name geht nicht allein auf den Gründungsmonat zurück. Eine bei den Sportlerinnen beliebte Gymnastikübung – auf dem Rücken liegend mit angezogenen Beinen – habe damals schlichtweg an die kleinen Tierchen erinnert, erzählen die Mitglieder. Die ersten Jahre verbrachten die Sportlerinnen im Saal der Gaststätte „Valks“ in Kevelaer. Neben den wöchentlichen Sportstunden standen aber auch gemeinsame Ausflüge und Kurztrips auf dem Programm. Heute besteht der Club noch aus 23 Damen.

„Am Anfang haben wir noch Geräteturnen gemacht“, erinnert sich Margret Hitzfeld, die seit 59 Jahren bei den Maikäfern aktiv ist. Die Übungen habe man mit der Zeit allerdings angepasst. Mit einem durchschnittlichen Alter der Mitglieder von Mitte 70 bis Mitte 80 sei man einfach ruhiger geworden. Eines allerdings sei bis heute gleich geblieben: „In der Pause gab es immer Bröckskes“, sagt Hitzfeld. „Und die gibt es heute noch“, pflichtet Inge van Meegen, Gründungsmitglied und Kassiererin, ihr lächelnd bei. Früher gab es nach dem Sport außerdem immer ein Eis. Das hatte auch bei privaten Zusammenkünften eine große Bedeutung. „Runde Geburtstage wurden immer privat in einer großen Eisrunde gefeiert. Eis essen ist ganz wichtig“, lacht Hitzfeld.

Neben runden Geburtstagen waren auch die in der Regel alle zwei Jahre stattfindenden Städtetouren Highlights für die Sportlerinnen. Hamburg, Berlin, London, Paris und Trier waren dabei nur einige Ziele. Die Organisation dafür hat lange Zeit Agi Plönes übernommen – mit Unterstützung ihres Ehemannes Alfred. Plönes ist aktuell noch Vorsitzende des Gymnastikclubs, wird dieses Amt nach 20 Jahren Ende 2020 niederlegen und an Ingrid Janssen übergeben. Sie habe Janssen angesprochen und sich sehr um ihre Nachfolge bemüht. Nicht nur die Städtetouren standen unter der Führung von Agi Plönes. Auch bei gemeinsamen Treffen außerhalb des Sports, bei Weihnachtsfeiern und anderen Versammlungen habe sie sich sehr für die Mitglieder eingesetzt.

Sektfrühstück an der Autobahn

Auf einer der Städtetouren hat sie mit Unterstützung sogar ein Frühstück an der Autobahn organisiert, erzählt Plönes, während sie von dieser Aktion sogar noch Fotos aus ihrem persönlichen „Maikäfer-Archiv“ kramt. Auf dem Weg nach Dülmen gab es ein Sektfrühstück für die Reisenden. Auch die jährlichen Weihnachtsfeiern sind der scheidenden Vorsitzenden wichtig. Anfangs fanden diese in der Turnhalle statt. „Da hat jeder etwas mitgebracht“, erinnert sich Plönes. Später wurde das Geschehen schließlich in den „Goldenen Schwan“ verlagert.

Agi Plönes (l.) übergibt zum Jahreswechsel das Amt der Vorsitzenden an Ingrid Janssen. Foto: privat

Seit zwei Jahren trainieren die Sportlerinnen nun in der Kroatenhalle in Kevelaer, nachdem sie zuvor viele Jahre in der Turnhalle an der Biegstraße ansässig waren. Sille Janßen ist aktuell Vorturnerin und leitet die Gruppe an. „Das ist eine starke Gemeinschaft“, sagt Margret Hitzfeld mit Blick auf die Gruppe. Nachdem eine Trainingseinheit früher zwei Stunden dauerte, hat sich das Pensum inzwischen auf eine Stunde reduziert. Und egal wie fit und beweglich jemand ist, bei den Maikäfern wird niemand auf der Strecke gelassen. So machen die „Hockerladies“, wie sie charmant genannt werden, ihre Übungen eben im Sitzen. Den Mitgliedern ist dabei durchaus bewusst, dass die jahrzehntelange Gymnastik ihre Spuren hinterlässt – im positiven Sinne. „Man merkt das schon, wenn man lange nichts getan hat“, betont Hitzfeld. Durch Covid-19 bleibt den Damen der Sport aktuell verwehrt. Eigene Übungen daheim könnten das Ganze eben nicht ersetzen.

Besonders stolz ist die Gruppe auf ihr 60-jähriges Bestehen auch aus dem Grunde, weil es sich bei den Maikäfern um eine private Einrichtung handelt, die in völliger Eigenregie geführt wird. Wie eine solche Gruppe über Jahrzehnte erfolgreich und aktiv bestehen kann? „Man hat ein gemeinschaftliches Ziel – das Ziel ist der Sport“, findet Margret Hitzfeld eine Erklärung. Außerdem harmoniere die Gruppe sowohl in der Turnhalle als auch außerhalb. Es seien teilweise enge Freundschaften entstanden. „Und wenn jemand krank ist, wird er auf jeden Fall besucht“, betont Plönes den Zusammenhalt.

So ist es kaum verwunderlich, dass die Maikäfer sogar ihre eigenen Lieder geschrieben haben. Anlässlich der Geburtstage wurde immer zu bestehenden Melodien gedichtet und gemeinsam gesungen. Auch diese Eigenkreationen finden sich natürlich im Hause Plönes noch wieder – darunter sogar eine eigene „Vereinshymne“.

Große Bedeutung und heitere Stimmung

Für die Mitglieder ist der Gymnastikclub mit den Jahren ein fester Bestandteil des Alltags geworden. „Maikäfer war immer an erster Stelle“, sagt Margret Hitzfeld. Vielleicht mag die große Bedeutung der Gruppe der Grund dafür sein, dass Agi Plönes Fotos, Lieder und Schriftstücke sorgfältig aufbewahrt. Dem zu verdanken ist es, dass auch heute noch ein Schriftstück, das 1970 anlässlich des zehnjährigen Bestehens verfasst wurde, für ein Schmunzeln sorgt. Denn damals ging es nach der getanen Arbeit offensichtlich schon einmal feuchtfröhlich zu: „Zur Freude unserer Männer kehrten wir dann gegen zehn bis elf Uhr gut entspannt und gelockert, zuweilen auch sehr heiter nach Hause zurück“, heißt es dort.

Europakönigspaar war zu Gast in Kevelaer

Das Europakönigspaar Leo und Irma Niessen aus den Niederlanden mit ihren Adjutanten Jack van Duinen und Fred van Hal besuchten kürzlich die Wallfahrtsstadt Kevelaer. Hauptgrund ihres Besuches war es, den Verstorbenen der Corona Pandemie zu gedenken und an einer Messe in Kevelaer teilzunehmen. Aufgrund der Pandemie konnte nur eine kleine Abordnung des Bezirksverbandes Kevelaer sowie der St. Antonius Schützengilde Kevelaer und der St. Johannes Bruderschaft Kevelaer den Europakönig am Rathaus in Empfang nehmen. Anschließend besuchten sie die heilige Messe in der Basilika und beteten gemeinsam in der Gnadenkapelle.

Pastor Gregor Kauling bedankte sich bei den Kevelaerer Schützen für den Dienst für die Kirche während und außerhalb der Pandemie. Bei der anschließenden Führung durch die Innenstadt lernten die Teilnehmer viele Details der Stadtgeschichte kennen. Ein Dank gilt den Stadtführerinnen Mechtild Jansen und Marianne Heutgens. Das gemeinsame Kaffeetrinken im Priesterhaus rundete den Tag ab. Gegen Abend verabschiedete sich das Europakönigspaar aus Kevelaer mit dem Versprechen, sich unter anderen Umständen wieder zu sehen.

Die gemeinsame Liebe zum Pferd

Seit Mai vergangenen Jahres besteht die „Pferdesportgemeinschaft Daelshof Kevelaer“. „Wir sind angetreten, um auf dem Daelshof die sportlichen Interessen aller Pferdebesitzer, die auf dem Daelshof der Familie Schopmans eine Heimat gefunden haben, unter einen Hut zu bringen“, sagt die Vorsitzende der PSG Daelshof Kevelaer, Elke Behrens. „Dazu gehört neben der Stallgemeinschaft insbesondere das Team Voss, die Reitschule von Laura de Witt. Der Verein bietet mit seinem vielfältigen Angebot dazu eine ideale Plattform für eine starke Pferdesportgemeinschaft. So ist auch der Name entstanden.“

Das Team Voss ist im dem Konstrukt ein wichtiger Grundpfeiler, „weil Laura de Witt ja die ganzen Reitabzeichenkurse und den Pferdeführerschein anbietet.“ Während die Reitlehrerin die klassische Ausbildung fördere, organisieren Elke Behrens und Nicole Fulland das Westernreiten – ein Angebot, das den Verein von anderen abhebe, so die Vereinsvorsitzende. „Die Nachfrage danach ist ungebrochen“, ergänzt Fulland.

Damit bildet der Verein ein vielfältiges pferdesportliches Angebot ab – vom Springreiten über  Vielseitigkeit, Gespannfahren bis zum Westernreiten. Sehr großen Wert werde dabei auf das gute Miteinander in dem Verein gelegt, sagt Fulland. Das äußere sich auch in solchen Auftritten wie bei der Pferdeshow in Keppeln zu Beginn des Jahres. Dort stellte man in dem Stück „Rush hour“ die Problematik in der Reithalle dar, wenn alle Sparten der Reiterei zur gleichen Zeit reiten wollen und man sich darauf verständigt, dass es mehr Sinn macht, gemeinsam zu handeln. „Anschließend haben wir noch eine gemeinsame Kür geritten“, erinnert sich Laura de Witt. Das Motto „We are Family“ sei auch das, was der Verein nach außen tragen wolle, unterstreicht die erste Vorsitzende. „Die Freude am Pferd“ stehe stets im Mittelpunkt allen Tuns.

Plätzchen, Nachtwanderung und Kinoabend

Auf das Zwischenmenschliche werde insbesondere im Jugendbereich geachtet, sagt Jugendwartin Melanie Ebinger. „Wir haben 2019 mit den Kids Plätzchen gebacken, eine Stangenstreichaktion und einen Kinoabend gemacht. Und wir haben mit der Jugend gezeltet und eine Nachtwanderung gemacht.“ Es sei einfach wichtig, mit den Kindern auch mal eine Pizza zu bestellen und den Abend ausklingen zu lassen. Die Planungen für 2021 sehen eine Fahrt nach Arcen oder zum CHIO nach Aachen vor.

Die Corona-Zeit sei auch für den Verein nicht einfach gewesen. „Es gab vom Landwirtschaftsministerium Konzepte für Pferdebetriebe. „Die haben wir strikt eingehalten und durchgeführt“, erläutert Behrens. „Das betraf die Zeit, die man beim Pferd verbringen durfte. Die war auf 90 Minuten begrenzt. Man musste sich in Listen eintragen.“ Es gab Beschränkungen, was das Reiten anging, „eine Notversorgung und keinen Unterricht.“ Den Verein als Ganzes habe das zusammengeschweißt, ist sich der Vereinsvorstand einig. „Jeder wollte sein Hobby weiter ausüben und das nicht gefährdend für die Gruppe“, sagt Behrens. Jetzt agiere man halt mit den nötigen Abstands- und Hygienemaßnahmen.

Nach einer Turniersaison, die man kaum so nennen kann, steht nun die Herbst- und Winterzeit an. Diese Zeit will die PSG Kevelaer dazu nutzen, an jedem ersten Montag im Monat diverse Workshops zu unterschiedlichen Themen anzubieten. „Zu Beginn der Vereinsgründung haben wir eine Wunschliste aufgehängt mit den Fagen: Was wünscht ihr euch? Was interessiert euch?“, erklärt die erste Vorsitzende. Da waren dann auch solche Themen wie Erste-Hilfe-Kurs oder Gelassenheitstraining dabei, die jetzt in dem Rahmen zum Zuge kommen.

Alle Beteiligten sind sich einig, dass der Verein schon viel besser dasteht, als man das eigentlich gedacht hat. Knapp 80 Mitglieder und weitere Neuanträge stehen zu Buche. Dazu kommt der sportliche Erfolg der Reiterinnen und Reiter. „Das ist auch das Schöne an der Sache, wenn die Kinder trainieren und dann mit dem einen oder anderen positiven Erlebnis nach Hause kommen“, meint Kassenwart Mike Scholten, dessen Tochter im Verein sportlich aktiv ist.

Turnier trotz Corona

Nachdem man in diesem Jahr auf ein eigenes Dressur- und Springturnier verzichten musste, steht für 2021 mit dem „Daelshof Opening“ am Wochenende des 19. und 20. Juni 2021 ein festes Datum im Kalender. „Es ist wichtig, auch über Turniere zu zeigen, was wir können – auch in Corona-Zeiten“, ist sich Elke Behrens sicher, das man mit „ausgeklügelten Hygienekonzepten“ das Turnier auch dann möglich machen kann, wenn Corona noch nicht vom Tisch ist.

Zuvor gibt es vom 11. bis 16. Oktober diesen Jahres für die Reitschüler die Chance, auf dem Daelshof einen Reitabzeichenlehrgang mit anschließender Prüfung zu absolvieren. Und in Verbindung mit der Nikolausfeier soll am Wochenende des 5. und 6. Dezember ein Dressurlehrgang mit anschließender Prüfung unter Turnierbedingungen stattfinden.  Dazu soll es nach dieser Prüfung einen „Nikolaus-Fun-Trail“ geben – einen Geschicklichkeitsparcours, bei dem der Spaß und das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter im Vordergrund stehen soll. Danach möchte der Verein den Abend mit den Reitern und deren Familien in geselliger Runde coronagerecht ausklingen lassen.

„Dafür wären Sponsoren durchaus noch gerne gesehen“, sagt Behrens – genauso wie für die geplante neue Dressurabgrenzung, für die dem Verein aus dem Fonds „Energie für Kevelaer“ bereits 900 Euro zur Verfügung stehen. Allerdings fehlen noch 2300 Euro, weil der dafür bereitstehende Sponsor aufgrund der Corona-Krise abgesprungen ist.

Neue Hindernisse für die Pferdesportgemeinschaft Daelshof

Grund zur Freude gab es jetzt für die Mitglieder der Pferdesportgemeinschaft Daelshof Kevelaer“ (PSG Daelshof Kevelaer). Denn auf deren Gelände konnte ein Teil der mittlerweile 74 Mitglieder die beiden neuen Hindernisse einweihen, die die Volksbank an der Niers und der Bauunternehmer Scholten dem Verein zur Verfügung gestellt haben.

Laura de Witt bedankte sich bei Michael Rütten (Volksbank an der Niers).

„Uns ist es ein Anliegen, diesen neuen Verein zu unterstützen“, unterstrich Michael Rütten von der Volksbank bei der „Übergabe“ der Hindernisse, die von den jungen Sportlern direkt im Anschluss fleißig frequentiert wurden.

Die Hindernisse wurden direkt eingeweiht.

Die stellvertretende Vorsitzende Laura de Witt freute sich über die Unterstützung. „Wir wollen ja, dass die Jugend Sprünge hat, damit wir für unser geplantes Turnier 2021 gut aufgestellt sind und im besten Fall den Parcours selber stellen können.“

NuK macht Apfelsaft im Achterhoek

Der Verein „Natur und Kultur im Achterhoek“ (NuK) presst gemeinsam mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern Apfelsaft aus eigenen Äpfeln. Am kommenden Samstag, 26. September 2020, ab 11 Uhr, sind alle Apfelbesitzer auf den Rammendonkshof der Familie Eickhoff, Achterhoeker Schulweg 18 in 47626 Kevelaer-Achterhoek, eingeladen. Gepresst werden nur Äpfel von denjenigen, die sich vorher angemeldet haben und die bei der Apfel-Bearbeitung helfen. Um Anmeldung bei Jutta und Fred Eickhoff unter Tel. 02838-91830 oder per email an p.becker@nuk-achterhoek.de wird gebeten.

Angenommen werden gut tragbare Behältnisse wie Obstkisten, Wäschekörbe, Säcke aber auch gerne größere Mengen nach Absprache. Eine ungefähre Gewichts- bzw. Mengenangabe ist außerdem hilfreich für die Zeitplanung der Organisatoren. Über den Heimatverein Keppeln e.V. leiht der NuK eine Apfelsaftpresse aus. Mit dazu erhalten sie die Technik zum Pasteurisieren und Abfüllen in drei oder fünf Liter „Bag-in-Box“-Verpackungen mit Zapfhahn. Im Saftkarton abgefüllt bleibt der Saft mindestens ein Jahr haltbar. Nach dem Öffnen hält sich der Saft bis zu drei Monate ohne Kühlung.

„Da wir ein Lebensmittel herstellen, brauchen wir nicht nur Helfer beim Spülen und Reinigen der Äpfel, sondern auch beim Annehmen, Wiegen, Schreddern, Pressen, Pasteurisieren und Abfüllen“, erklären die Verantwortlichen des NuK. Jeder kann maximal so viel Saft mitnehmen, wie er selber an Äpfeln geliefert hat. Apfelspenden werden gerne angenommen und kommen dem NuK zugute.

Hierzu ein Beispiel: 50kg Äpfel ergeben circa 20 Liter Saft. Dazu werden vier „Bag-in-Box“ Verpackungen zu je drei Euro benötigt. Somit kosten 20 Liter naturtrüber Achterhoeker Apfelsaft 12 Euro (= 60 Cent je Liter).

Neuwahlen zum Vorstand beim Kevelaerer Sportverein

52 Mitglieder waren zur Jahreshauptversammlung des Kevelaerer Sportvereins ins Kevelaerer Hülsparkstadion gekommen. Neben der Verabschiedung von Annemarie Schlossarek aus der Turnabteilung nach 47 Jahren Mitgliedschaft im KSV (Foto) fanden auch Neuwahlen zum Vorstand statt. Neuer Erster Vorsitzender des KSV ist Thomas Kruss, Zweiter Vorsitzender ist Christian Schick, Kassenwart Christian Venmans und Geschäftsführer Ralf Hermens.

Motorradfahrer-Wallfahrt „light“

Kein Zeltplatz mit Musik und Party, keine große Motorrad-Lichterfahrt entlang des Niederrheins, kein gemeinsames Beten am Gnadenbild und keine Sonntagsandacht: Die Motorrad-Wallfahrt 2020 bot diesmal ein gänzlich anderes Bild als in den Jahren zuvor. Nur ein paar Dutzend Maschinen standen auf dem Parkplatz an der Basilikastraße, am Johannes-Stalenus-Platz und vereinzelt nahe der Gnadenkapelle. „Wir sind Katholiken. Beten – und die Segnung jedes Mal“, das mache es für ihn aus, sagte Adam Kaim, der mit seiner Kawasaki 1000 aus Erkelenz angereist war. Elke Hrebljan aus Nettetal war mit einer Gruppe in Richtung Basilika unterwegs. „Ich bin sehr gerührt und sehr dankbar, dass es stattfindet. Die Segnung zu holen, das ist ein Muss.“ In der Basilika begingen die Biker die feierliche Virgil mit Wallfahrtsrektor Gregor Kauling und dem Bischof von Lüttich, Jean-Pierre Delville.

„Das ist echt ,spooky‘ alles“, fand der Mitbegründer der Kevelaerer Motorradfahrer-Wallfahrt, Heinz-Peter Angenendt, die passenden Worte für die mehr als ungewöhnliche Situation. „Das ist halt unser Ding, aber ich könnte heulen“, bedauerte er natürlich, dass der Verein „Motorradfahrer-Wallfahrt Kevelaer“ die „MoWa“ nicht mehr organisiert. „Es ging so nicht mehr. Wir haben immer Geld zugelegt – 10.000 Euro schon, ohne dass einer da war.“ Ähnlich sah das Vorstandsmitglied Klaus Heyer, der unter dem Info-Pavillon vor dem Priesterhaus stand. „Es ist ganz schön traurig – es fehlt was.“ Der Vorstand treffe sich noch in diesem Jahr, sagte Heyer, zeigte sich allerdings wenig zuversichtlich, dass der Verein nächstes Jahr wieder übernimmt. „Wir hatten schon mehrere Versammlungen gehabt, aber die waren sehr erfolglos.“ Zu den organisatorischen Veränderungen von 2020 kamen noch die deutlichen Beschränkungen durch die Corona-Pandemie hinzu. 

Bei Wind und Wetter

Stephan und Dagmar Drabben aus Nettetal wollten sich trotz der Widrigkeiten das Erlebnis gemeinsamen Innehaltens und der Einkehr nicht nehmen lassen. „Wir kommen seit 1986 hierhin, bei Wind und Wetter. Das ist ein Bestandteil unseres Lebens geworden“, meinte der 50-Jährige. Der Kevelaerer Frank Kirsch berichtete, er sei mit 40 Mann vom alten Zeltplatz an der Walbecker Straße aus die frühere „MoWa“-Strecke gefahren. Er sprach davon, dass er ein Interesse daran habe, „die MoWa wieder aufleben“ zu lassen.

Am Eingang der Basilika wurden die Biker von den Helfern der Kirche und der Seb mit einer Kerze ausgestattet. Sie trug die Aufschrift „Ich bin da, wo Du bist“ – das Motto des Wallfahrts-Jahres 2020. „Egal, in welcher Kirche ich bin, ich zünde da eine Kerze an – für die Buddies und Arbeitskollegen, die durch Krebs oder Unfälle gestorben sind“, so der Oberhausener Rainer Panne. Ihn trage „der Glaube, dass die Gemeinschaft etwas bewirken kann.“ 

Die anwesenden Biker verfolgten dann im angemessenen Corona-Abstand die über einstündige Andacht, die von Pastor Gregor Kauling und dem Bischof von Lüttich, Jean Pierre Delville, in äußerst würde- und stimmungsvoller Form durchgeführt wurde. Ergänzt wurde die Feier von den wirklich berührenden musikalischen Beiträgen von Elmar Lehnen am Klavier, seiner Frau Biggi, Anja Rossmann und ihrer Tochter im Gesang.

Persönliche Ansprache von Pastor Kauling

Sehr persönlich geriet in diesem Jahr die Ansprache von Pastor Gregor Kauling an die anwesenden Fahrer. „Alles anders als in den vergangenen Jahren – die Corona-Krise trifft uns alle“, gestand er, aber machte sehr deutlich, wie wichtig es der Kirche gewesen war, „dass die MoWa wie auch immer stattfinden kann, die Vereine und Fahrer unter Gottes Segen stehen“ können. Anknüpfend an die Predigt meinte er: „Wahre Erlebnisse erlebt nur der, der sich auf den Weg macht.“ Er wandte sich an die Anwesenden: „Eure Touren führen euch in Neuland, auf neue Straßen. Gott geht mit euch mit.“

Er schilderte, wie er unter Corona-Bedingungen seinen sterbenskranken Vater besuchte und dabei auf einen ehemaligen Motorradfahrer im Rollstuhl mit amputiertem Bein traf, der ihm von seinem Unfall berichtete, dass er „Glück gehabt“ habe, und der den Optimismus verbreitete, selbst bald mal zur „MoWa“ zu kommen.

Im Zuge des Gottesdienstes wurden sechs Namen von bei Unfällen Verstorbenen verlesen, für jeden einzelnen eine Kerze angezündet – ein sehr inniger und berührender Moment für alle. Anschließend führte der Weg die Gläubigen zurück zu ihren Maschinen, während Kauling und der Bischof zum Gnadenbild gingen, wo Kauling nochmal unterstrich, wie sehr ihm die Zukunft der MoWa am Herzen liegt und dass „die Kevelaerer ruhig hören dürfen, dass die Motorradwallfahrt im Ort ist.“ Und anschließend fuhren etwas mehr als 50 Biker an Kauling, dem Bischof, Pater Thomas und Pater Jomat vorbei, um einzeln den Segen für ihre zukünftigen Touren zu erhalten.

Eine Bildergalerie zur MoWa finden Sie hier auf unserer Website.