Beiträge

Die Entscheidung gilt auch für Kevelaerer Vereine

Fußballverband Niederrhein beendet Meisterschaftssaison

Der Fußballverband Niederrhein beendet die Meisterschaftswettbewerbe der Spielzeit 2020/2021 ohne Wertung und ohne, dass weitere Spiele durchgeführt werden, da aufgrund der Corona-Pandemie weniger als 50 Prozent der Spiele in allen Gruppen durchgeführt werden können.

Erste online-Jahreshauptversammlung des Kneipp-Vereins Gelderland

Gesunde Menschen gerade in turbulenten Zeiten

Über 30 Mitglieder nahmen an der ersten online-Jahreshauptversammlung des Kneipp-Vereins Gelderland teil, die gleichzeitig die 30. war.

Der Kinderlauftreff forderte die Erwachsenen mit einer Lauf-Challenge heraus

Klein gegen Groß bei Viktoria Winnekendonk

Getreu dem Motto der Fernsehsendung „Klein gegen Groß – Das unglaubliche Duell“ forderten die beiden Kinderlauftreffgruppen des SV Viktoria Winnekendonk den Erwachsenenlauftreff zu einer Lauf-Challenge heraus.

Ehrenvorsitzender der Schießsportgemeinschaft aus Kevelaer ist verstorben

Die Tiger trauern um Rudi Joosten

Die Schießsportgemeinschaft aus Kevelaer (SSG) nimmt Abschied vom Erfolgstrainer Rudi Joosten. Der Gründungsvater hatte mutig seinen letzten großen Kampf angenommen, ihn aber nicht gewinnen können

Elf Jugendmannschaften traten bei der „Viktoria Young-Run Challenge“ gegeneinander an

Ungefähr bis nach Jerusalem gelaufen

Nachdem im Senior*innen-Bereich die „Run-Speed-Fun Challenge“ durchgeführt wurde, hat sich der Verein auch für den Jugendbereich Gedanken gemacht, wie man die Kinder und Jugendlichen in der Corona-Pandemie dazu bringt, in Bewegung zu kommen und sich langsam wieder für einen Wiedereinstieg in den Trainings- und Spielbetrieb vorzubereiten.

Auch beim SV Union Kervenheim ist an Trainings- oder Spielbetrieb nicht zu denken

Die Sehnsucht eines Vorsitzenden

Wenn Rainer Kürvers im Et Everdonk über die beiden Rasenplätze schlendert, befällt den 57-Jährigen schon sowas wie Melancholie. „Eigentlich könnten wir hier loslegen.“ Wenn nicht die aktuelle Situation wegen Corona wäre.

Die Veranstaltung ist ohne Einschränkung in der Pandemie nicht möglich

„BIG Challenge“ wird verschoben

Schon im vergangenen Jahr konnte der Verein „BIG Challenge – sportlich aktiv gegen Krebs“ seine Sportaktion für die Deutsche Krebshilfe nicht durchführen. Gleiches gilt nun leider auch für die Ausgabe anno 2021.

Das Kevelaerer Gymnasium bietet Online-Übungen an

Bewegte Pause am KVGG

Bei einem ihrer regelmäßig stattfindenden Online-Treffen überlegte die Schülervertretung des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums, wie man die Schüler*innen in Aktion bringen könnte und beschloss, Bewegungspausen anzubieten.

Kernsanierung wird wohl teuer

Es ist ein sehr umfangreiches Erbe, das der Merseburger Stadtbaurat Friedrich Reinhard Balthasar Zollinger (1880 – 1945) der Nachwelt hinterlassen hat. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte er eine Dachkonstruktion in Systembauweise, bei der vorgefertigte Einzelelemente rautenförmig zu einer Art tragfähigem Netz zusammengesetzt werden. Sieht man, wie schnell sich die einfache und günstige Bauweise verbreitete, möchte man fast das alte Bild vom „Lauffeuer“ bemühen. Mehr als 100 Standorte von Gebäuden mit Zollinger-Dächern findet man nach kurzer Recherche leicht, in Orten von A wie Annaberg-Buchholz bis Z wie Zella-Mehlis. Auch die Nutzung scheint ähnlich weit gefächert: Unter Zollinger-Dächern finden sich landauf, landab ehemalige „Reichsheimstätten“ ebenso wie alte Zechensiedlungen, Wohnhäuser wie Industrie- und Lagerhallen, Kirchen wie landwirtschaftliche Anwesen, Garagen, Galerien, Gewerbehöfe. 

Schnell und günstig

Wer schnell und günstig bauen wollte, setzte lange auf den findigen Merseburger und sein Patent. Die ersten, heute noch erhaltenen Zollinger-Lamellendächer wurden einem Porträt des Stadtbaumeisters zufolge bereits ein Jahr vor der Patenterteilung in Merseburg errichtet und in den Jahren 1923–1926 zur Standardkonstruktion für verschiedene Bauaufgaben. Unter anderem auch für Turnhallen, falls die schon jemand in der Aufzählung vermisst haben sollte. Schön für ihn, schön für die Nachwelt. Schön auch für Kevelaer. Und möglicherweise bald ganz schön teuer.

Die Diskussion um die mehr als 90 Jahre alte „Kroatenhalle“ gegenüber der Tankstelle an der Kroatenstraße zieht sich schon eine Weile hin. 2010 war die Halle – beziehungsweise das Dach – unter Denkmalschutz gestellt worden. Ins Rollen gebracht hatte die Sache der damalige SPD-Ratsherr Ralf Angenendt. Der wies den Landeskonservator auf die Halle hin, dieser begutachtete die Halle und befand sie für denkmalwürdig. Sie wurde in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Die Nutzung als Sporthalle sollte davon nicht berührt werden. So weit, so immer noch gut.

Nun ist es ein offenes Geheimnis, dass große Teile der Kevelaerer Politik die Eintragung der Halle in die Denkmalliste – zumindest mittlerweile – kritisch sehen. Den einen steht sie mit Blick auf die städtebauliche Entwicklung des Areals am Wasserturm und am Schulzentrum im Weg, anderen ist die sehr aufwendige Instandhaltung zu teuer und sie würden lieber abreißen und an anderer Stelle neu bauen. Im Auftrag der Politik gab‘s daher mehrere Versuche seitens der Verwaltung, die Kroatenhalle wieder aus der Denkmalliste zu löschen – bisher vergebens. Aktuell startete die CDU mal wieder einen Anlauf. 

Nicht mehr sanieren

Anlass für den Haushaltsantrag der Christdemokraten war die Einstellung von Ansätzen für die „Kernsanierung der über 90 Jahre alten Kroatenturnhalle“. Zwar ist für das laufende Jahr noch keine entsprechende Ausgabe vorgesehen, doch in 2022 sollen laut Entwurf zunächst 200.000 Euro, in 2023 dann knapp 2 Millionen Euro für diese Sanierung ausgegeben werden. Das ist den Christdemokraten dann doch zu viel. „Seit Jahren besteht in der Kevelaerer Politik Einigkeit darüber, dass es in städtebaulicher Hinsicht mehr als sinnvoll ist, die Kroatenturnhalle nicht mehr zu sanieren“, schreibt die CDU in ihrem Antrag, entsprechende Positionen im Haushalt mit einem Sperrvermerk zu versehen und einen erneuten Anlauf zur Aufhebung des Denkmalschutzes zu unternehmen. „Wird das Ansinnen von der Unteren Denkmalschutzbehörde abschlägig beschieden, sind die nächsthöheren Instanzen anzusprechen“, heißt es im Antrag.

Ob der wiederholte Anlauf zum Erfolg führen wird, darf angesichts der Tatsache bezweifelt werden, dass die Halle, respektive das Dach, mehreren Museen angeboten wurde, die alle dankend ablehnten, und auch eine eingehende Dokumentation und ein anschließender Abriss aus Sicht des zuständigen LVR-Referenten Dr. Andreas Stürmer nicht in Frage komme. Es gehe dem LVR nicht zwingend darum, das Dach an dieser Stelle zu erhalten. Hauptsache sei, das Dach überhaupt zu erhalten“, erläuterte Bürgermeister Dominik Pichler in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, in der es auch um den schon erwähnten CDU-Antrag ging.

Darauf hob dann auch Frank Jakobs (KBV) ab und regte an, das Dach „mal selbst zu nutzen“, etwa als Element bei der Umgestaltung des Peter-Plümpe-Platzes. Darüber habe man bereits nachgedacht, erwiderte der Bürgermeister, doch das sei „nicht ganz so einfach“.

________________________________________________________________________

Das Denkmal

Die nach Angaben des Landschafsverbandes (LVR) 1927 eingeweihte Turnhalle wurde Anfang 2010 als Baudenkmal mit der laufenden Nummer A221 in die Denkmalliste der Stadt Kevelaer eingetragen. „Das herausragende, seltene und überregional bedeutsame Merkmal der Turnhalle ist ihre Dachkonstruktion in ,Zollinger-Bauweise‘“, heißt es in der Eintragung. Mittlerweile gilt als gesichert, dass allein das Dach Denkmalwert besitzt, da die Halle mehrfach umgebaut und beispielsweise 1974 um einen Anbau erweitert wurde. Dadurch sei das Gebäude „stark verändert“ worden.

________________________________________________________________________

Anlässlich der Debatte um die Sanierung der Halle teilt KB-Reporter Wilfried Schotten ein paar Erinnerungen aus Schülertagen  unter dem Titel Folterwerkstatt statt „frisch“ und „fröhlich“:

Die Halle 2003, mit dem Turnerkreuz aus vier „F“. Foto: WiScho

„Ein paar entsprechende Sätze im KB vor gut zwei oder drei Wochen brachten mich auf die Idee, Erlebnisse aus Schülertagen der späten 50er-Jahre mit dieser Turnhalle in Verbindung zu bringen. Dabei erinnere ich mich an einen kleinen, aber drahtigen Lehrer des Kevelaerer Gymnasiums, dessen Namen ich aus Datenschutzgründen besser nur mit …ski enden lasse. Wenn das Wetter zu schlecht war, um den benachbarten „TuS-Platz“ aufzusuchen, blieb zu meinem Leidwesen nur diese Alternative: Turnhalle Kroatenstraße. Schon auf dem Weg dorthin trauerte ich dem Fußballspielen nach, das auf erwähntem Platz für mich die einzige sportlich akzeptable Alternative war. Über der Eingangstür das vierfache „F“ – was ist daran eigentlich frisch und fröhlich? Was mich jenseits dieser Tür erwartete, außer einem fürchterlichen Miefgeruch nach Schweiß und Gummi, waren diese seltsamen Geräte wie Seitpferd, Bock, Kasten – igitt!

Ein dezenter Verweis auf die obige Überschrift sei an dieser Stelle gestattet. Viele Jahre später – ich hatte tatsächlich diese unsäglichen Turnstunden überlebt – erhielt ich als Erwachsener und Stadtfotograf die Gelegenheit und Erlaubnis, besagte „Werkstatt“ mir von oben ansehen zu dürfen. 

Nun ist sie sichtlich in die Jahre gekommen, hat seit ihren Anfängen aus dem Jahr 1926 außer sportverweigernden Schüler*innen aber auch wirklich Sportbegeisterte beherbergen dürfen: Kwoon-Do – Bogenschütz*innen – Kevelaer Kings, um nur einige zu nennen. Und was das Beherbergen angeht, so diente die altehrwürdige Halle auch irgendwie als Notbehelf für Asylsuchende.

Seit Januar 2010 wird der Ehrwürdigkeit Genüge getan: die Halle steht also seit gut 11 Jahren unter Denkmalschutz. Nun kann ich sie ehrfürchtig und nicht mehr fürchtend betrachten – ihren Schrecken hat sie für mich verloren. Ich muss ja nicht mehr da hinein.“

Winnekendonk bleibt in Bewegung

Dass in Sachen Sport wegen Corona in den vergangenen Monaten nicht viel möglich war, liegt auf der Hand. Der SV Viktoria Winnekendonk hat jetzt mit Hinblick auf erhoffte Lockerungen im Rahmen des zweiten Shutdowns eine „Challenge“ auf die Beine gestellt, die auf der einen Seite einen vorsichtigen Start zur Normalität darstellen soll, in erster Linie aber Abwechslung und Bewegungsmöglichkeit unter Berücksichtigung aller aktuell geltenden Beschränkungen bietet.

Die „Viktoria Run-Speed-Fun Challenge“, die offiziell am 1. März startete, wird mit gemischten Teams aus allen fünf Seniorenmannschaften ausgetragen. „Wir haben die fünf Seniorenmannschaften querbeet gemischt, so dass wir ausgeglichene Teams haben“, erklärt der sportliche Leiter Nils Dahlmann. „Die Trainer haben da vorher so eine Rangliste erstellt, so dass die Teams ausgewogen besetzt sind. Und so ist die Motivation und die Chancengleichheit da.“

Zehn Teams

Insgesamt treten zehn Teams mit je acht bis neun Personen in drei unterschiedlichen Disziplinen – „Run“, „Speed“ und „Fun“ – an. Die ersten beiden Disziplinen werden in drei Etappen an drei Tagen durchgeführt und am Ende jeder Etappe werden Punkte vergeben. Die dritte Disziplin geht über die gesamten neun Tage. Das Team mit den meisten Punkten über alle Etappen und Disziplinen gewinnt. 

Bei „Run“ sollen die Teams so viele Kilometer wie möglich in drei Tagen absolvieren. Das Team mit dem höchsten Durchschnittswert erhält die höchstmögliche Punkte-Ausbeute. In der Disziplin „Speed“ müssen die Teams 1000 Meter so schnell wie möglich laufen. Der / die Läufer*in des Teams mit dem schnellsten Kilometer zählt für die aktive Etappe für das gesamte Team und holt für sein / ihr Team die maximale Punktzahl. Insgesamt müssen mindestens drei Kilometer absolviert werden. Und bei „Fun“ sollen sich die Teams einen kreativen Namen für ihr Team ausdenken sowie ein Wido-Trickshot-Video drehen und einreichen. Am Ende entscheidet die Jury aus Trainern und sportlicher Leitung über die Platzierung. Hier können Zusatzpunkte ergattert werden, die am Ende den Ausschlag geben können.

Dokumentation erfolgt über App

„Jeder macht seine Läufe draußen, macht normales Jogging“, erläutert Dahlmann. Die Läufe werden über die App „Runtastic“ aufgezeichnet. „Darüber haben wir eine Vergleichbarkeit hergestellt, weil alle mit der gleichen App laufen, genauso wie die Geschwindigkeit. Die werden zentral gesammelt, zur Dokumentation verwendet. Dann läuft man mit den Kilometern für das eigene Team.“

Der Team-Kapitän sammelt alle Läufe und schickt diese am Ende jeder Etappe an die fünf Trainer der Seniorenmannschaften, die als Team-Betreuer agieren. Die sportliche Leitung bekommt die Meldungen aller Trainer und erstellt dann das Ranking, das nach jeder Etappe an die Teams kommuniziert wird. Die Challenge soll neun Tage lang aktiv laufen. „Die letzten zwei Tage sind für uns für die finale Auswertung“, sagt Dahlmann. Am 11. März 2021 ist die Bekanntgabe des finalen Ergebnisses geplant. 

Außerdem will der Verein mit jedem gelaufenen Kilometer 37 Cent an die Winnekendonker Kindergärten „Sterntaler“ und „St. Urbanus“ sowie an den Schravelener „Marienkäfer“-Kindergarten spenden – maximal 750 Euro. Laufen die zehn Teams in den neun „Challenge“-Tagen 2022 Kilometer – 2022 feiert der Verein sein 100-jähriges Jubiläum – erhält jeder der drei Kindergärten eine Spende von 250 Euro. 

Lokale und vereinsnahe Gastronom*innen wie Anja und Thomas Scholz vom Vereinslokal „Zur Brücke“ sowie Markus Schulz vom „Stübchen“ im Sportpark stellen die Preise. Das Siegerteam erhält einen Gutschein im Wert von 200 Euro fürs Vereinslokal, die Plätze zwei und drei bekommen einen Gutschein im Wert von 120 und 80 Euro für das „Stübchen“.

Normalität

„Neben einem kleinen Schritt zur Normalität wollen wir mit der Challenge auch die Mannschaften untereinander näher zusammenbringen“, sagt Nils Dahlmann. „Dass man nun mit Spielerinnen und Spielern arbeitet, die normal nicht in meiner Mannschaft spielen, fördert das soziale Miteinander im Verein (…) Das fängt ja schon damit an, dass die Team-Kapitäne sich die Handynummern aller Teammitglieder besorgen müssen, um z.B. eine interne WhatsApp-Gruppe zu erstellen, über die man sich organisiert.“ Man habe die Aktion bewusst in diese Zeit gesetzt, „weil wir hoffen, dass bald Sport wieder möglich ist und so eine Art Grundausdauer geschaffen werden kann für die bevorstehenden möglichen Aufgaben.“

Aktuelle Rankings und Infos zur Challenge werden auch über die Social Media Kanäle von Viktoria Winnekendonk veröffentlicht. „Wer mitfiebern, sich Rankings der einzelnen Teams anschauen und vielleicht sogar Live-Bilder von Läufen sehen möchte, sollte vor allem die Stories bei Instagram im Blick haben“, sagt der sportliche Leiter Jonas Niersmann.