Was tun, wenn die Sirenen heulen?

Krisenmanagement für den Katastrophenfall: Interkommunales Treffen mit Kevelaer

Nach dem ersten Termin beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz im Februar trafen sich die Experten aus Datteln und Kevelaer kürzlich in Büren, um gemeinsam mit dem Team der Bürener Stadtverwaltung vor Ort das Krisenmanagement für einen möglichen Katastrophenfall unter die Lupe zu nehmen.

Der zuständige Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung, Ludger Holla, und Stadtbrandinspektor Georg Metzelaers als Leiter der Feuerwehr Kevelaer erarbeiten mit den Vertretern der drei Kommunen wichtige Voraussetzungen für ein effizientes Krisenmanagement. „Dabei sind zunächst die Grundlagen für den professionellen Einsatz der Verwaltung abzuklären“, sagt Fachbereichsleiter Ludger Holla. „Die Gefahrenabwehr ist eine kommunale Aufgabe. Daher muss ein Krisenplan aufgestellt werden, der den aktuellen Anforderungen entspricht und in dem alle zur Verfügung stehenden Einheiten, Ansprechpartner und Arbeitsmittel genannt werden. Neben der Organisation eines Krisenstabes sind daher auch dessen Aufgaben, die beteiligten Mitglieder und eine personenbezogene Einsatzplanung jeweils auf den aktuellen Stand zu bringen.“

Warntag war im September

In diesem Kontext beteiligte sich die Stadt Kevelaer auch am landesweiten digitalen Warntag: Am Donnerstag, 6. September 2019, ertönte um 10 Uhr in den Kommunen im Kreis ein Probealarm. Der dauerte insgesamt drei Minuten: eine Minute Dauerton (Entwarnung), ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton (Warnung), und dann noch einmal der einminütige Dauerton (Entwarnung).

„Sirenen sind ein Alarm für die Ohren, der Leben retten kann: Sie sind laut und funktionieren zu jeder Tages- und Nachtzeit“, berichtet Georg Metzelaers als Leiter der Kevelaerer Feuerwehr. Er hat gemeinsam mit den Feuerwehrkollegen aus Büren die Verwaltungs-Teams aus Büren, Datteln und Kevelaer für den Einsatz im Krisenstab unterstützt. Da die ganzheitliche und übergreifende Alarmierung geprobt werden sollte, erfolgten erstmals sowohl in Kevelaer als auch in allen vier Ortschaften zusätzlich zu den Sirenen Lautsprecherdurchsagen durch spezielle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und des Ordnungsamtes.

Warn-Apps als Unterstützung

Ob Großbrände, Unwetter, giftige Rauchwolken oder sonstige Gefahrenlagen: Je schneller und effektiver die Menschen gewarnt werden, desto eher können sie sich und ihre Familien in Sicherheit bringen. Der Kreis Kleve nutzte auch die Warn-Apps „KATWARN“ und „NINA“ am 6. September 2019, um die Bevölkerung zu informieren und Verhaltenshinweise auf den Weg zu geben. Die Apps können in allen Stores kostenlos heruntergeladen werden.

Neben der behördlich organisierten Hilfe kommt aber auch der Selbsthilfe der Bevölkerung eine entscheidende Rolle zu: Jeder Bürger sollte im Notfall in der Lage sein, die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte mit den Maßnahmen der ersten Hilfe zu überbrücken, außerdem sollten allgemeine Verhaltensregeln im Notfall bekannt sein. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet zu diesem Thema eine Broschüre mit dem Titel „Für den Notfall vorgesorgt“ an. Die Broschüre kann direkt im Internet heruntergeladen werden unter www.bbk.bund.de.