Beiträge

Dunja Berendsen lädt am 11. September 2022 zum Hoffest nach Wetten ein

„Naturhof“ feiert erstes Jahr am Niederrhein

Ein Umzug über 100 Kilometer ist auch unter normalen Umständen schon eine logistisch herausfordernde Angelegenheit. Wenn neben dem üblichen Hausstand einer fünfköpfigen Familie aber auch noch 140 Schafe, 4 Hunde, 2 Katzen, 16 Hühner und 11 Laufenten umziehen, dann wird daraus ein richtiges Großprojekt.

Hannes Selders feierte am 10. August seinen 75. Geburtstag

Er verschrieb sich der Politik

In lockerer Serie stellt KB-Autorin Delia Evers Kevelaerer Persönlichkeiten vor. Heute: Hannes Selders.

Der Kevelaerer Galerist Heinz Janssen wird Sonntag 83 Jahre alt. An Ruhestand ist für ihn nicht zu denken.

„…weil ich noch immer sprühe“

Am Sonntag, 31. Juli, wird Heinz Janssen 83 Jahre alt – eine gute Gelegenheit, sich das Leben des Kevelaerer Galeristen näher anzusehen.

Canisianer Bruder Klaus aus Kevelaer feiert seinen 85. Geburtstag im Priesterhaus

„Dankbar sein für jeden Tag“

Wenn Bruder Klaus über sein Leben spricht, wird eines sofort deutlich: In Kevelaer hat er seine Heimat, seinen Ruheort gefunden.

Helene Bohne hatte gleich zwei Gründe zum Feiern

100. Geburtstag an Silvester im Katharinen-Haus

Silvester ist für Helene Bohne jedes Jahr ein besonderer Tag – feiert sie doch am letzten Tag des Jahres alljährlich ihren Geburtstag.

Helga Zapsky feiert ihren 90. Geburtstag. In den 60er-Jahren kam sie der Liebe wegen nach Kevelaer und fand hier ihre neue Heimat.

Die 90 gebührend gefeiert

Für Helga Zapsky ist ihr 90. Geburtstag kein großes Ding, nicht der Rede wert.

Peter Tenhaef wurde am Montag 70. Sein Familienbetrieb leidet jedoch unter Corona.

Momentan stehen alle Räder still

Am 19. April vollendete Peter Tenhaef sein 70. Lebensjahr. Vielen Kevelaerer*innen ist er gut bekannt. Ob als Vorstandsmitglied der Bürgerschützengesellschaft, durch die Auszeichnungen für sein ehrenamtliches Engagement, als Getränkegroßhändler und Arbeitgeber sowie als Festkettenträger oder Präsident der Geselligen Vereine.

„Die Jugend hat mich jung gehalten“

Fast sein ganzes Leben lang war Bruder Werner Bölsterling für Jugendliche zuständig. 21 Jahre lang wirkte der studierte Sozialpädagoge als Erzieher auf der Gaesdonck. Danach arbeitete er 13 Jahre als Pastoralreferent in Bocholt und gründete dort auch 1994 die Pfadfinder, die noch heute bestehen. Seit 2012 vollbringt Bruder Werner seinen Lebensabend im Priesterhaus in Kevelaer. Nach zwei Rückenoperationen ist er seit drei Jahren auf einen Rollator angewiesen. „Ohne Rollator könnte ich nicht mehr laufen, aber sonst geht es mir sehr gut. Die Jugend hat mich jung gehalten“, meint der Jubilar lächelnd.  

In Kevelaer war er bis zu seiner körperlichen Einschränkung noch für die Caritas tätig und betreute einen eigenen Bezirk. Nun ist er immerhin noch in der Caritas-Konferenz. „Mehr geht für mich leider nicht, mir fehlt dieser Dienst sehr“, muss er zugeben. Zur Gaesdonck hat er immer noch eine gute Verbindung und 2019 war er noch in Bocholt, um das 25-jährige Bestehen „seiner“ Pfadfinder zu feiern. „Ich bin sehr stolz, dass die jungen Leute sich immer noch treffen. Rund 100 Kinder und Jugendliche, die zum Teil mit mir zusammen angefangen haben, sind heute noch dabei. Das zeigt, dass die Pfadfinder für Jugendliche immer noch sehr aktuell sind.“ 

Und wenn die Bocholter Pilger mit dem Bus nach Kevelaer kommen, dann holt Bruder Werner die fußbehinderten Pilger auf dem Peter-Plümpe-Platz ab, um in Prozession zur Gnadenkapelle zu ziehen, wo er dann eine kleine Andacht hält. Auch mit Rollator lässt er sich diesen Dienst nicht nehmen. Nur im letzten Jahr fielen alle Wallfahrten der Bocholter aus, was Bruder Werner bedauerte. Aber mit Zuversicht und Geduld sieht er einem hoffentlich baldigen normalen Wallfahrtsbetrieb entgegen und freut sich, auch mit Bewegungseinschränkung noch lange im Dienst für die Menschen zu sein.

Ein Wahlkevelaerer wird 80 Jahre

„Eigentlich möchte ich gar nicht in die Zeitung“, sagt Gerhard Müskens, der am 22. September 2020 sein 80. Lebensjahr vollendet hat, bescheiden. Dabei könnte seine Lebensgeschichte mehrere Seiten füllen. Seit 2005 wohnt er mit seiner Ehefrau Thea in Kevelaer und sagt ohne lange zu zögern: „Wir fühlen uns hier sauwohl.“ Geboren und aufgewachsen ist er in Kessel bei Goch. Dort hat er seine heutige Ehefrau kennen und lieben gelernt und mit ihr viele glückliche Jahre auf einer kleinen Kartstelle, dem Elternhaus von Thea, in Kessel-Grunewald verbracht. Neben Schweinen und Hühnern zogen beide liebevoll ihre Kinder groß und lebten gemeinsam mit der Oma unter einem Dach, bis diese im stolzen Alter von 87 Jahren verstarb.

Auf dem Hof gab es immer viel Arbeit. Nicht nur das Vieh musste gepflegt, auch das umliegende Land sowie das Haus mussten in Stand gehalten werden. Hauptberuflich arbeitete Gerhard Müskens bei der Klever Union. Vielen ist diese als Butterfabrik bekannt. Dort, wo heute riesige Wohnkomplexe stehen, verbrachte der Jubilar 37 Jahre seines aktiven Beruflebens. „Feierabend hatte mein Vater nie“, erinnert sich seine Tochter Monika Behrens, die vielen KB-Leser/innen durch die Rubrik „Bildgedanken“ bekannt sein dürfte. „Er hat sogar Teppiche geknüpft. Einen Webteppich für mein Kinderzimmer, auf dem später meine beiden Töchter spielten“, sagt sie mit Blick auf ihre Eltern. „Ja genau“, wirft Thea ein, „ich hatte mir das Sortiment bestellt, doch mir fehlte einfach die Geduld. Da hat Gerd mir geholfen. Und weil es ihm Freude bereitet hat, kamen weitere Teppiche hinzu.“

Die Offenheit, Neugier und das Interesse an den unterschiedlichsten Dingen haben ihn sein Leben lang begleitet und angetrieben. Als leidenschaftlicher Fotograf rückte er so manches Motiv ins rechte Licht und erwarb Preise für einige seiner außergewöhnlichen Bilder. Gerne stellte er diese anderen zur Verfügung, ebenso sein Wissen über die Geschichte rund um Goch. Jahrelang hat er ehrenamtlich als Autor für die Zeitschrift „An der Niers und Kendel“ gearbeitet und führte gemeinsam mit seiner Frau zu Beginn der Öffnung von Schloss Moyland zahlreiche Gruppen durch das geschichtsträchtige Gemäuer.

Nach Wien, Budapest und Paris

„Unser Familienurlaub war meistens gleichzeitig eine Studienreise“, schmunzelt Monika Behrens. „Ich konnte mir zwar nicht alles merken, doch war es mir und meinem Bruder nie langweilig.“ Später, als die Kinder aus dem Haus waren, besuchte das Ehepaar Müskens mit dem Briefmarkenverein große Städte wie Wien, Budapest, Paris, Berlin und viele mehr. Dabei faszinierten Gerhard Müskens stets die großen Bauwerke sowie die unendlichen Weiten, aber auch die schlichte Schönheit der einzelnen Orte. „Mein Mann hat alles behalten, er kann so viel erzählen“, sagt seine Frau nicht ohne Stolz.

Beide halten sich durch tägliche Sparziergänge mit Hündin Wanda fit. Wanda ist 21 Jahre alt, ein richtiges Familienmitglied und ebenfalls bei allen beliebt. Ihren Umzug in die Wahlheimat Kevelaer hat das Ehepaar nie bereut. „Die Menschen um uns herum sind immer hilfsbereit, freundlich und offen. Als ich eine benachbarte Bäuerin mit Gummistiefeln im Garten sah, wusste ich sofort, dass ich hier sogar Platt sprechen kann.“ In Kessel-Grunewald hingegen seien fast alle Häuser an Niederländer verkauft worden. „Es lebt nur noch eine ehemalige Nachbarin dort, mit der wir manchmal telefonieren.“

Gerhard Müskens blickt auf 80 erfüllte Jahre zurück. „Heute würden wir das alles nicht mehr schaffen“, sagt er. Und auch wenn er nun keine Riesenerdbeeren, Bohnen oder Kartoffeln mehr anbaut, ein Trecker steht dennoch in seinem Schuppen. Auf Hochglanz poliert, strahlt dieser mit seinem Fahrer um die Wette und wird regelmäßig gewartet. „Denn: Gesundheit ist wichtig!“ Dies ist sein größter Wunsch, besonders auch für seine Familie, wobei er wieder zuversichtlich und gewinnbringend lächelt.   

Mit Leib und Seele Bäuerin

Auf dem Hüdderather Hof fühlt Kathrin Quinders sich pudelwohl. Mit viel Liebe pflegt sie ihre Rosen, hat den Garten immer im Blick und stellt sich daraus jeden Sonntag einen eigenen Blumenstrauß zusammen. Regelmäßig empfängt sie dabei noch ihre Kinder, Enkel und Urenkel. Das Familienleben erfüllt die Kevelaererin. Und dass sie all diese Sachen mit beinahe 90 Jahren noch erleben kann, dafür ist Quinders sehr dankbar. Am 16. August feiert sie ihren 90. Geburtstag – aufgrund von Corona zwar nicht so groß wie erhofft, aber der Familientrubel darf trotzdem nicht fehlen.

Am 16. August 1930 wird Kathrin Leurs als ältestes von fünf Geschwistern auf einem Bauernhof in Wetten geboren. Das landwirtschaftliche Leben wurde ihr damit quasi in die Wiege gelegt. Dass sie dann im Jahr 1956 ihren Theo heiratet, den sie auf einem Reiterball kennengelernt hatte, führt sie auf den nächsten Bauernhof. Denn ihr Mann bewirtschaftet damals einen landwirtschaftlichen Betrieb auf Hüdderath. Dort feiern die beiden Kevelaerer, für die die Kirche immer eine große Bedeutung hatte, damals ihre Hochzeit. Ein Ereignis blieb der Familie von diesem Tag besonders in Erinnerung: Die Braut bekam zur Hochzeit eine Kuh als Mitgift. Als diese Reißaus nahm und mit vereinten Kräften wieder eingefangen werden musste, sorgte das für die nötige Action.

Kathrin Quinders besuchte auf dem Weg ins Berufsleben zunächst die Landwirtschaftsschule und anschließend das Mädchenpensionat in Remagen. Später ist sie „mit Leib und Seele Bäuerin“, sind sich ihre Kinder einig. Sie packte überall mit an, war besonders verbunden mit den Tieren. Heute gilt ihre Leidenschaft immer noch dem Hof, auf dem sie sich ihre Selbstständigkeit bewahrt – wohlwissend, dass einer ihrer Söhne mit seiner Partnerin nebenan wohnt und zur Stelle ist, wenn sie doch einmal Hilfe benötigt. Durch den Hüdderather Hofladen, den die beiden betreiben, ist immer Leben auf dem abgelegenen Grundstück.

Immer auf dem Laufenden bei den Enkeln

Mit ihrer Familie hält die 89-Jährige telefonisch Kontakt. Hin und wieder bekommen die Enkel, die teilweise das Leben in der Großstadt erkunden, einen handgeschriebenen Brief. Der regelmäßige Kontakt liegt der Kevelaererin am Herzen. Am liebsten ist es ihr aber natürlich, wenn die Familie zu besonderen Anlässen auf dem Hof zusammenkommt. Zwar kann sie die fünf Kinder, zehn Enkel und vier Urenkel nicht mehr alle selbst verköstigen, das tut den Familienfesten aber keinen Abbruch.

So wird es am Wochenende zu ihrem Geburtstag eine reich gedeckte Frühstückstafel geben. Am liebsten hätte Quinders ihre ganze Familie dabei, was sie aufgrund des Coronavirus in diesem Jahr allerdings nicht verantworten möchte. Dennoch freut sich die heimatverbundene Kevelaererin auf ihren Ehrentag und hofft, sich noch viele Jahre um den Hof kümmern zu können. „Wenn es so weiter geht, sind wir zufrieden“, sagt die 89-Jährige.