Eine Bereicherung für Kevelaer

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Seit ein paar Wochen lässt sich schon beobachten, dass das Gradierwerk an der Hüls zum Anlaufpunkt für viele Kevelaerer geworden ist, um dort auf den Bänken zu verweilen, dem Rauschen des Wassers zuzuhören und ein wenig zu verweilen. Nun kann man auch ganz offiziell das Innere betreten.

Bürgermeister Dominik Pichler brachte es am Morgen des Tages via Facebook auf den Punkt: „Wir können zwar in diesen komischen Zeiten den Solegarten nicht eröffnen, wie wir es gern getan hätten, aber wir können das Gradierwerk öffnen. Ab heute Mittag dann also auch von innen. Seien Sie herzlich willkommen.“

Entsprechend nutzten einige Bürger die Chance, eimal einen Blick in das Innere des Bauwerks zu werfen und mit Blick auf das Holzgerüst und die Reisigbündel dort zu verweilen.

Familie Schindler hatte erkennbar Freude an dem herabfließenden Solewasser. „Der Kleine geht gerne gucken. Das ist mal was Anderes als nur in der Innenstadt“, genoss Janine Schindler die Atmosphäre. „Man entspannt, denkt beim Rauschen ans Meer. Es lenkt vom Alltag ab.“

Sven Schindler fand es vor allem „ziemlich frisch, wenn man hier reinkommt“, sagte er, und dachte dabei an das ausgleichende Empfinden für den Fall eines heißen Sommers. „Und das beruhigt ganz schön, haben wir grade gesagt.“

Man wohne mit Sohn Leon direkt an der Fußgängerampel und laufe jeden Abend hierher. „Ich höre das auch so gerne, wenn der Regen an das Dachfenster kommt. Ich könnte mich hier hinlegen und schlafen.“

An seinem 72. Geburtstag kamen Karl-Heinz Brammen und seine Frau Maria nach einer Tour entlang der Maas und gutem Essen nochmal mit den Rädern am Gradierwerk vorbei. „Das ist wunderbar. Wir kommen fast jeden Tag hierher“, meinte das Geburtstagskind.
Seine Frau ergänzte: „Wir sind oft zweimal hier, oft bin ich morgens schon um 6 Uhr hier gewesen“, sagte sie und entdeckte einen deutlichen Unterschied: „Innen ist es viel intensiver. Ich hab ein bißchen Asthma.“

Ihr Hals-Nasen-Ohren-Arzt habe ihr empfohlen, das ruhig weiter zu machen.“Ich wollte in der Zukunft jetzt nochmal öfter hier sitzen. Es ist ja auch nicht weit, wir wohnen hier an der Stadt und so haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – Sonne tanken und für die Atemwege was tun.“

Und Gabi Ullmann und Willy Holtappels saßen auf einer Bank, ließen das Ganze auf sich wirken. „Ich mag diese Form, die finde ich total schön“, fand Gabi Ullmann einfach gut, dass man „durch diese Form sich aussuchen kann, wie nah man daran sitzt. Man kann wie hier jetzt weit weg sitzen, aber eingeschlossen von dem Reisig, oder wie draußen davor in der Sonne.“ Und ihre Atemwege freuten sich auch über die Wohltat. „Im Moment bin ich eh grad erkältet, von daher tut mir das auch so gut. Dieses Geräusch entspannt mic , aber auch dieses Salzige. “ Und ihr Begleiter Willy Holtappels meinte schlicht: „Sehr atmosphärisch. Es ist wunderschön gemacht. Eine Bereicherung für Kevelaer.“