Ein großer Tag für den Männergesangverein

Die Mitglieder des Kevelaerer Vereins tragen mit dem Ableger „Theodosiuschor“ im Frankfurter Kaiserdom die Ostkirchenliturgie in Auszügen vor

Der Kevelaerer Männergesangsverein fährt nach Frankfurt. Archiv: KB

Der Männergesangverein Kevelaer macht sich mit den Mitgliedern des „Theodosius“-Projektchores auf den Weg nach Frankfurt, um dort im Zuge der „Holodomor“-Gedenkfeier Auszüge aus ihrer Ostkirchenliturgie vortragen zu dürfen.

„Der Kontakt ist über Viktoria und Rüdiger von Rosen entstanden, dem Vorsitzenden der Frankfurter Gesellschaft. Der war am 23. Juni in der Ostkirchenliturgie in Kevelaer. Und er fand die Messe so gut, dass er sich an unseren Kantor Michael von Jasienicki gewandt hat“, erläuterte der Vorsitzende des KMGV, Heinz Lamers, nochmal den Ausgangspunkt der Reise.

Seit 1976 hat der Theodosius­chor im Zuge der Völkerverständigung einmal pro Jahr in Kevelaer die Ostkirchenliturgie gesungen. „Der dazugehörige Ostkirchentag wurde von Richard Schulte Staade eingeführt“, beschreibt Lamers, wie es zu der Tradition gekommen ist. Auch in anderen Städten und zu anderen Anlässen durfte der Chor diese besondere Liturgie „Johannes Chrysostomus“ nach dem Ritus der katholischen Ukrainer intonieren – unter anderem beim Katholikentag in Düsseldorf und in Aachen.

Erlebnis und Ehre

„Wir erfüllen damit auch den ökumenischen Auftrag für Kevelaer – die Verbindung unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften“, spricht Lamers von „einem Erlebnis und einer Ehre“ für seinen Verein angesichts der Bedeutung des Frankfurter Konzerts. Denn es erinnert an die Opfer der großen Hungerkatas­trophe in der Ukraine in den Jahren 1932 und 1933. Wie wichtig diesem Land dieses Gedenken ist, zeigt die Anwesenheit der Generalkonsulin der Ukraine, Alla Polyova, im Rahmen der Festmesse.

Bei der Fahrt werden um die 45 Sänger mit dabei sein – darunter auch viele ehemalige Mitglieder und sogar Mitglieder des Gocher Kolpingchores, ein Sänger aus Veert und einer aus Köln. Die gesamte Liturgie wird allerdings nicht zu hören sein, sondern „nur Lieder und Fürbitten, keine Wechselgesänge“, erklärt Lamers.

Mit dem Konzert in Frankfurt ist für den Männergesangverein aber noch nicht Schluss: Neben dem Singen am Volkstrauertag und der Advents- und Jubilarfeier am 30. November wird der KMGV am 15. Dezember noch sein Adventskonzert in der Clemenskapelle auf der Sonnenstraße in Kevelaer geben. Dabei sein werden die Sopranistin Annja Rossmann, Arjan van Baest an Orgel und Klavier und ihr scheidender Chorleiter Tom Löwenthal.

„Er hat angekündigt, dass er aufhört“, bedauert Lamers den Abschied des Dirigenten und Komponisten nach drei Jahren guter Zusammenarbeit. „Aber er hat klar gesagt, dass er einfach zu viel am Kopf hat.“ Entsprechend befindet sich der Chor nun auf der Suche nach einem Nachfolger und hofft, dass der bald gefunden wird.
Gedenkgottesdienst in Köln

Denn bereits am 25. Januar 2020 wollen die Männer das nächste große Projekt angehen: ein Messe-Konzert im Kölner Dom mit Elmar Lehnen an der Kirchenorgel. Da geht es dann um einen Gedenkgottesdienst für den Begründer des internationalen Hilfswerkes „Kirche in Not“, Pater Werenfried van Straaten. Für das Konzert werden auch noch Projektsänger gesucht.