Eine Spitzen-Gaudi

Keine Maus passte an diesem Abend mehr in die restlos ausverkaufte Öffentliche Begegnungsstätte – so groß war das Interesse an einer ausgelassenen und feucht-fröhlichen Kappensitzung.
Für den anwesenden KB-Journalisten begann der Abend mit einer (nicht ganz ernst gemeinten) „Drohung“ seitens des Siebenerrats-Vorsitzenden Markus Schink von der Seb Winnekendonk. „Wehe, Du berichtest nicht ordentlich, dann fesseln wir dich“, meinte der vor dem Auftakt-Einmarsch im Foyer stehende „Indianer“-Häuptling mit seinem „Stamm.“
Davon „unbeeindruckt“ durfte der Chronist den Abend aber „unbeschadet“ genießen – und später war Schink selbst froh, den Abend überstanden zu haben. „Das ist so heiß da oben, beim nächsten Mal gehe ich als „Tarzan“ nur mit Lendenschurz“, waren bei Schink ein paar Gläser Flüssiges angesichts der Belastung aus Hitze und Bewegung auf der Bühnen-Tribüne nötig.
So humorvoll und fröhlich wie der Abend begonnen hatte, setzte er sich während der folgenden viereinhalb Stunden Programm fort – musikalisch begleitet von dem bunt kostümierten Winnekendonker Musikverein.
Und wo hat man das schon am Niederrhein, dass man als Intermezzo zwischen den Auftritten immer wieder den Anfang von „In München steht ein Hofbräuhaus“ hören darf ?
In Sachen Helau und Schunkeln Nummer eins

Den Reigen der diversen Auftritte eröffnete die Mini-Tanzgarde des VfR Kevelaer. Ihrem bewegtem Tanz folgte der Einmarsch des Kinderprinzenpaares Robert I. und seiner Prinzessin Lea I. . „Drei Kinder hatte man schnell gefunden, dann hat der AKG für Julian die Rolle des Pagen gefunden“, hoben die beide die Rolle ihres Begleiters explizit hervor.
Von dem Prinzenpaar erhielt die überaus charmante Moderatorin „Annemieken Dubbevla“ alias Anne Foitzik mit ihrem zauberhaften niederländischem Slang den ersten Orden. „Sogar mit Glitzer“, konnte sie sich nur herzlich bei beiden bedanken.
Danach erläuterte sie den Grund für ihre „Verspätung“: Sie hatte in Köln die Ergebnisse der ersten internationalen Vergleiche für „Schunkel-Koeffizienz“ und „Helaurufen“ mitgebracht – und natürlich war da „Winnekendonk“ an erster Stelle.
Dafür enthüllte sie die von Heinz Aben entwickelte „Goldene Narrenkappe“, um sie an Georg Werner weiterzureichen. Später ging diese Auszeichnung an die „beste Kostümgruppe“ des Abends.
Den ersten optischen Höhepunkt boten die VfR-Showgirls mit ihrer energiegeladenen und spektakulären Performance ihrer „Astroshow“ . Trotz technischer Probleme machte Markus Achten bei seiner Premiere beim „Jungen vom Bau“ seine Sache sehr ordentlich.
Jubiläum für „Volleys“

Und eine halbe Stunde lang sorgten die „Volleys“ mit einem Potpourri aus kölschen Liedern und Karnevals-Gassenhauern für Stimmung.
„Vier dieser jungen Männer waren genau vor 30 Jahren hier zum ersten Mal auf der Bühne“, hob die Moderatorin Elmar Rühl, Werner Fischer, Reinhold und Werner Musielak hervor. „Wir haben noch Freude dran und sind gerne hier“, unterstrich der junggebliebene 68 Jahre alte Werner Musielak.
Unter der „Nippelbüttenrede“ von Johannes Rankers und Niels Honnen musste man sich nicht das vorstellen, was man hätten meinen können – sondern eine sehr schlagfertig-komische Aneinanderreihung von knackigen Bemerkungen und Pointen im früheren „TV Total“-Stil. Eine witzige Idee, die zur „Überbrückung der Leerstelle im Programm“ (Honnen) einen super Beitrag leistete.
„Auf ins All“ thematisierte dann die AKG-Showtanzgruppe und sorgte erneut für ein optisches Tanzhighlight. Georg Werner brillierte als „Der Referendar“, wobei man ihm anmerkte, dass er die Rolle nochmal verfeinert hatte.
„Lisbeth“ ist wieder da

Den schauspielerischen Höhepunkt des Abends lieferte dann Robert Achten, nach Jahren der Abwesenheit hatte er seine Figur der Hausfrau „Lisbeth“ wieder reaktiviert.
Und allein schon die fantastische Gestik und Optik – plus des liebenswerten Stoffhundes, mit dem eine junge Dame aus dem Publikum „Gassi gehen“ durfte – machten aus seinem Auftritt ein echtes Ereignis.
Am Ende kam der Siebenerrat mit allen Beteiligten nochmal auf die Bühne. Nach viereinhalb Stunden Show drückte Lena Heistrüvers vom Organisationsteam der zauberhaften Anne Foitzik einen Blumenstrauß in die Hand. Die bedankte sich im Namen aller bei dem „tollen Publikum“ für die Unterstützung.
Auch das bisherige ÖBS-Hausmeisterehepaar wurde mit einem Strauß gewürdigt, das neue vorgestellt. Und Winnekendonk hatte erneut bewiesen, dass es in Sachen Narretei Spitze ist.
Bildergalerie: https://www.kevelaerer-blatt.de/kappensitzung-2019-in-winnekendonk/