Ein jecker Abend mit Kinderprinzenpaar, Kampfsport und Kölsche Tön

Kaum hatte der Zeremonienmeister, Hans-Heinrich Hebben („mache das schon ewig“) den „Siebenerrat des Musikvereins Winnekendonk“  ins Präsidium der Sitzung gebracht, erschien die Kappensitzung auch schon wieder zu Ende. Nichts passierte, bis das Telefon klingelte. „Papa Schlumpf“, der Vorsitzende des Siebenerrates, Wolfgang Hebben (Festkettenträger) umringt von seinen kleinen Schlümpfen Steffi Relouw, Simona Müldern, Gesa Wellesen, Michaelea Paeßens, Katharina Elbers und Lea Krebber, nahm den Hörer ab: „Was Anne (Foizik), Du bist krank? Du kannst nicht moderieren? Du kommst nicht? Dann gute Besserung.“
Zum Glück kam diese Krankmeldung nicht wirklich live, sondern bereits einen Tag zuvor, und so konnte Heinrich Hebben direkt eine „Aushilfe“ anrufen: „Bonjour madame, es ist uns ein plaisir, ils nous helfen“ –  und die Madame tat ihm den Gefallen. Mit schwarzem Kleid, edelem Dalmatiner-Umhang, einem ebenso gepunktetem (Stoff)-Hündchen, einer Cigarette in schwarzer, nicht endenwollenden Cigarettenverlängerung und nach Pariser Chic der 30ger Jahre gestylte Haare kam Anne Teller -Weyers auf die Bühne. Sie sprach in entzückender Weise Deutsch mit einem unüberhörbaren französischen Akzent. Zu keinem Zeitpunkt des Abends war zu merken, dass sie nur einen Tag Zeit hatte, sich auf die Moderation vorzubereiten. Madamé geleitete die Gäste und Darsteller bravoures durch den Abend.
Mit der Trainerin und Choreografin Verena Hermens sowie Elke Tebartz startete die Mini Tanzgarde des VFR Kevelaer das Feuerwerk an erstklassigen Darbietungen. Sie zeigten Acrobatique vom Feinsten und kamen nicht ohne eine Zugabe von der Bühne. Die 15 Kinder standen auch Spalier als das erste Kinderprinzenpaar von Winnekendonk ihren Auftritt hatten. Die Geselligen Vereine hatten beschlossen, dass ab jetzt jedes Jahr der Festgebende Verein ein Kinderprinzenpaar stellt. So standen nun Moritz I. (Görtz) und Gesa I. (Relouw) und präsentierten sich zu den Tönen „Der schmucke Prinz“, den der Musikverein intonierte ihrem närrischen Volk.
Robert Achten als „Satte Prum“ gab bei seiner Büttenrede an, dass er Kampfsport mache: „Ja, ich widerspreche meiner Frau. Immer wenn die mich nachts weckt und sagt, ich kann nicht schlafen, da antworte ich: Das Böse schläft nie.“ Er kannte auch einen Nachbarn, dessen Tochter so häßlich ist, dass man bei ihm einbreche um die Vorhänge am Fenster zuzuziehen. Zum Schluss betrauerte er aber seine Frau, die ihr ganzes Leben als Putzfrau gearbeitet hätte. Er habe ihr einen schönen Grabstein besorgt „Da steht drauf: Sie kehrt nie wieder“ Madame Frongreisch“ verabschiedete ihn mit den Worten: „Du kommst sicher nächstes Jahr wieder, aber bestimmt nicht als Gleichstellungsbeauftragter.“
„Kölsche Tön“ spielten dann „Die Volleys“ und brachten dabei die Begegnungsstätte zum Beben und rissen die Jecken von den Stühlen. Von „Lev Marie“ bis „Auf das Leben“ spielten sie sich erstklassig und mitreißend durch die kölschen Lieder und in die Herzen der Jecken. In der Pause sammelten die Geselligen Vereine für die Alten der Gemeinde. Hierbei kam ein Betrag von 208,37 Euro zusammen.
Die „VFR Feuerwehr“, läutete dann mit Blaulicht und Sirene den zweiten Teil der Kappensitzung ein. 20 VFR Showgirls zeigten, wozu sie bei einem Brand in der Lage sind. Da wurden nicht nur Pyramiden erstellt um die Feuersbrunst einzugrenzen, auch eine Tänzerin, die sich todesmutig aus dem brennenden Haus katapultieren lies, wurde fachgerecht im Sprungtuch, das aus zahlreichen Armen gebildet wurde, aufgefangen. Zwischenzeitliche Bravo-Rufe und viel Applaus begleitete die mega Tanzvorführung, die von Verena Hermens eintrainiert wurde.
„Wir lernen Kölsch“ und das ist gar nicht so schwer, wenn man Englisch kann, bewiesen die FKK´ler. „Gay – Sally – Gay“ heißt „Gesellige“, und „Leg – Air – Mad – Share“ spricht man „lecker Mädscher“ aus. Bei dem Stück, welches grandios ankam, wurde auch deutlich, das der Karneval in Winnekendonk eine lange Geschichte und gesellschaftsfördernde Wirkung hat. Friedel, Michael und Milla Dahlmann, drei Generationen traten bei der Kappensitzung auf und machten klar, Karneval verbindet und schweist Familien zusammen.
Im Dunkeln ist gut Schunkeln
„Im Dunkeln ist gut Schunkeln“, bewiesen „Die gecken Hühner“. Sieben KFD-Frauen mit ihrem Schwarzlichttheater mit Straußenvögeln, der Referendar (Georg Werner), der sein Leid klagte und Fabian Renken mit Michael Dahlmann, die mit „Was Du sagst und was Du denkst“ von „Eure Mütter“, brachten die Stimmung dann noch einmal auf den Höhepunkt. Die Aufführungen und die immer wieder begleitenden Stücke des Orchester des Musikvereins machten die Kappensitzung in Winnekendonk zu einem raketenwürdigen Abend.
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