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Wallfahrt von 1642 bis heute

Viele Besucher zieht es in die Innenstadt der historischen Wallfahrtsstadt. Dort führt ihr Weg durch die Einkaufsstraßen hin zum Kapellenplatz, der mit seiner Gnadenkapelle sowie der ältesten Kirche am Platz, der Kerzenkapelle, sehr beeindruckt.

Hinzu kommen weitere Highlights, wie die Marienbasilika, die mit ihrem 90 Meter hohem Turm bereits aus weiter Entfernung gut zu erkennen ist. Hinter all diesen Sehenswürdigkeiten verbergen sich unzählige Geschichten, die es zu entdecken gilt.

Die langjährige und erfahrene Gästeführerin Marianne Heut-gens geht geschichtlich weit zurück in das Jahr 1642, als der Han-delsmann Hendrick Busman das kleine Gnadenbild der „Tröste-rin der Betrübten“ in einen Bildstock am Wegesrand einsetzte. Sie nimmt die Gäste mit auf die Reise, als erstmals eine Wallfahrt nach Kevelaer stattfand. Dabei geht sie auf viele Fragen ein, die vor 375 Jahren die Menschen beschäftigten.

Die Gästeführung findet am 15. August, um 18.30 Uhr, unter Ein-haltung der aktuellen Schutzmaßnahmen statt. Startpunkt: Priesterhaus. Die Teilnahme ist nur unter vorheriger Anmeldung unter 02832 122-991 oder tourismus@kevelaer.de möglich. Die Karten können allerdings auch direkt im Büro der Abteilung „Tourismus & Kultur“ im Rathaus zum Preis von 6 Euro pro Person oder 15 Euro pro Familie erworben werden. Kinder bis fünf Jahre nehmen kostenlos teil, müssen jedoch registriert werden. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen beschränkt. Je nach Bedarf werden weitere Gästeführer eingesetzt.

Im Anschluss an die Führung findet um 20 die Vigil statt, an der die Gäste unverbindlich teilnehmen dürfen. Dabei handelt es sich um eine liturgische Feier zum Übergang in die Nacht anlässlich des Festes Maria Himmelfahrt. Die Kirche feiert damit, dass das Licht auch in der Nacht den Menschen leuchtet.

Ein lebendes Kevelaerer Geschichtsbuch

Wenn Marianne Heutgens über sich selbst Begriffe wie „Stadtbotschafterin“ oder „Kevelaerer Institution“ hört, dann „tut mir das schon gut“, gesteht sie freimütig. Der kürzlich verstorbene Richard Schulte Staade soll über sie einmal gesagt haben: „Das ist die beste Frau, die die Stadt hat.“ Wenn es um die Gäste und um die Pilger geht, sagt Heutgens selbst, dann kann sie mit einer Bezeichnung wie „Botschafterin der Stadt“ leben. „Sonst ist mir der Titel an sich aber zu groß“. Die Frau, die viel in ihrem Leben im Mittelpunkt stand, will sich als einfacher Mensch nicht größer machen, als sie es aus ihrer Warte heraus eigentlich ist. Fakt ist aber, dass sie in diesem Jahr zwei besondere Feste zu feiern hat. Einmal ist es die 40-jährige Anstellung bei der Stadt – 30 Jahre Stadtverwaltung und nach der Pensionierung 2008 als Mitwirkende im Verkehrsverein – und die 50-jährige Tätigkeit als ehrenamtliche Gästeführerin. Dass sie die Stadt in besonderem Maße geprägt hat – und die Stadt mit ihrer ganzen kirchlichen Historie sie – das lässt sich in ihrem bewegten Leben sehr gut nachvollziehen.

Am 24. September 1943 kam sie als Marianne Bueren zur Welt. „Ich bin noch ein Kriegskind“, sagt die 76-Jährige. Ihr Vater Hans Bueren war gelernter Polychromeur. Er wurde an der Front bei einem Bombenangriff am 13. Dezember 1944 in der Eifel getötet.  Von einem Heimaturlaub existiert noch ein Bild – und die Dinge, die seine Schwester über ihn erzählen konnte. „Und der Großvater hatte einen Bierverlag, der später von dem Großvater Tenhaef übernommen wurde.“ Mutter Johanna und ihr Kind zogen mehrfach in Kevelaer um. Die kleine Marianne verbrachte viel Zeit bei „Tante Änne“ Fiedler. Und sie war mit dabei in den Kirchen, die ihre Mutter putzte, um Geld zu verdienen. Trotz der ärmlichen Verhältnisse „hatte ich alles, weil ich die ganze Liebe meine Mutter bekam.“ Und Heinrich Maria Janssen, der Kevelaerer Dechant, spielte viel mit ihr, erzählte ihr viele Geschichten: die von der nicht durchgeführten Sprengung der Basilika, ganz viel über Kirche, Liturgie, die Geschichte Marias. „Damals ist der Grundstock für meine Verehrung der ‚Consolatrix Afflictorum‘ gelegt worden“, sagt Heutgens.

In Busfahrer Werner Heutgens fand sie die große Liebe

Die Lichterprozession war für die junge Marianne das schönste Ereignis. 1952 erfuhr sie die Heilige Kommunion. „Ich bin sehr konservativ erzogen worden.“ Die junge Marianne ging auf die Marktschule, begann 1958 im Modehaus Kaenders eine Ausbildung zur Textilfachfrau und als Verkäuferin. Ihren eigentlichen Wunsch, in ein Fotolabor zu gehen, erfüllte sie sich erst 1962 in Goch in einer Drogerie. Aus ihrer ersten Ehe gingen ihre beiden Kinder Frank und Ivonne hervor. 1978 wurde sie alleinerziehende Mutter und konnte nachempfinden, was ihre Mutter an Verantwortung hatte übernehmen müssen. Viel mehr möchte sie zu diesem Lebensabschnitt nicht sagen. Drei Jahre später lernte sie den Mann ihres Lebens kennen: Marianne fuhr mit einer Frauengruppe der CDU-Niederrhein nach Berlin. Der Busfahrer war Werner Heutgens. „Der ist abends mit uns immer durch Berlin gegangen, kannte die Stadt wie seine Westentasche“,  erinnert sie sich  gerne daran. Als er ihr ihren Mantel bringt und sie erfreut ausruft „Ich könnt´ Sie küssen“, tut er es einen Tag später spontan selbst. Als er ein halbes Jahr später eine Pilgergruppe nach Kevelaer fuhr, trafen sich beide zum Kaffee. „Das war so ein toller Mensch“, sagt Marianne Heutgens. 1986 heiraten die beiden. Nach 16 glücklichen Jahren stirbt er an Krebs. „Er hat meine Kinder umsorgt, als wären es seine eigenen und hat die Enkel betüddelt.“ Die schwärmen bis heute noch von „Opa Werner.“

Zu dem Zeitpunkt, als sie ihren zweiten Mann kennenlernt, war sie bereits seit elf Jahren Gästeführerin und bildete seit 1980 mit zwei weiteren Frauen als die „Drei Engel für Charly“, wie das Kävels Bläche damals titelt, das erste Politessen-Trio im Kreis Kleve. 1970 war es Martin Pauli, der langjährige Geschäftsführer des Verkehrsvereins und ein Motor im gesellschaftlichen Leben der Stadt, der sie ansprach. Nach einer Ostereieraktion auf dem Markt und einigen Veranstaltungen in Paulis eigener Pilgerwirtschaft kam man auf die Idee, den Pilgern auch mal das eine oder andere in der Stadt zu zeigen. „Ich kann mich an meine erste Führung erinnern, da war ich damals noch hochschwanger.“ Heutgens war auch als „Mädchen für alles“ in der Kevelaerer Verwaltung unterwegs und agierte als Hostess bei Empfängen und Veranstaltungen.

„Da bin ich erwachsen geworden – und das Schlechte, was man so als Politesse erlebt, das wurde durch das Schöne aufgehoben“, sagt Heutgens heute.  „Aufgewogen“ wurde das durch die fantastischen Erlebnisse und Begegnungen mit bedeutenden Personen der Zeitgeschichte. Bei dem Papstbesuch 1987 ist sie genauso hautnah dabei wie bei dem Besuch von Mutter Teresa – die Person, die sie persönlich am nachhaltigsten beeindruckt hat.

Mit ihren sechs Mitstreiterinnen („Ein tolles Team“) ist sie anno 2020 noch immer unterwegs, um so vielen Gästen wie möglich das Wesen und den Glaubensgrundkern der Stadt nahezubringen. Dass sie als Sebastianus-Mitglied vergangenen Donnerstag nach acht Wochen Zwangspause mal wieder als Ordnungsdienst in der Basilika mithelfen konnte, erfüllt sie mit Freude. „Menschen zu begegnen, sie in den Arm nehmen können“, das fehle ihr in der Zeit. Sie hofft, dass sich auf absehbare Zeit das „normale“ Leben unter den Umständen, wie sie sind, wieder halbwegs einstellen kann.

Weiterhin keine Verstöße gegen das Kontaktverbot

Kävelse sind sehr diszipliniert und halten sich überwiegend an die Anweisungen und Empfehlungen, die Bund, Land und Kommune in der Corona-Krise vorgeben. So lautet das Fazit des Bürgermeisters Dominik Pichler und des Ordnungsamtschefs Ludger Holla, wenn sie auf die vergangenen Tage zurückblicken.

Auch an diesem Wochenende waren Mitarbeiter des Ordnungsamts im Einsatz, stellten aber keine ernsthaften Verstöße fest, verhängten keine Bußgelder. Die Befürchtung, die angekündigten Lockerungen könnten zu einem gelockerten Umgang mit den Vorschriften führen, stellten sich als unbegründet heraus.

Im Gegenteil: Holla lobt ausdrücklich die Gastronomie, namentlich die Eisdielen, die alles getan hätten, darauf hinzuweisen, dass der Verzehr im Umkreis von 50 Metern verboten ist. Auch die entsprechenden Anordnungen wurden konkretisiert: Die Erlaubnis zum Kauf von Speisen sei mit Blick auf den Verzehr zu Hause gedacht.

Am Montag ging‘s dann wieder auf Streife: Kontrolle der Läden, die wieder öffnen durften. Auch hier gab es keine Beanstandungen. Hinter den Kulissen des Rathauses warte man immer noch auf die Definition des Begriffs „Großveranstaltungen“, hieß es am Montag.
Die Fallzahlen der Corona-Infizierten, die in der vergangenen Woche erstmals für die Wallfahrtsstadt vorlagen, zeigen bislang einen positiven Trend: Die Zahl der positiv getesteten Kevelaerer kletterte zwar auf 44 (Vorwoche 40).

Da aber 24 Menschen als genesen gelten, gebe es aktuell in der Statistik weniger Erkrankte als jene, die die Infektion überstanden haben. Ein Patient aus Kevelaer ist seit der Erfassung der Daten an Covid-19 verstorben. Jetzt müsse man sehen, welche Auswirkungen die stufenweise Lockerung der Vorschriften habe.

In der Heimat zählt der Künstler nicht!

In dem Artikel kann der Eindruck entstehen, dass sämtliche Straßenmusik in eine „Schmuddelecke“ gestellt wird. Vermutlich wäre es an dieser Stelle sinnvoll, zwischen belästigendem Handeln und schützenswertem Kulturgut zu unterscheiden. So wird wohl weder Herr Heckens, noch Herr Hollas oder Frau Dicks auf die Idee kommen die Ehrengarde eines Schützenvereines oder stadtbekannte Antikdrehorgelspieler von der Straße zu vertreiben. Anläßlich der Puppenspielertage hörte ich von Passanten öfter die Frage an jenen letztgenannten Drehorgelspieler, warum er so lange nicht mehr in der Stadt gewesen sei. Diesmal sei er von dem Restaurant gebucht worden, jedoch ansonsten wäre er von der Stadtverwaltung nicht gern gesehen.
Es kann ja wohl nicht das Bestreben bestehen, Kulturgut aus Kevelaer zu vertreiben. Man sollte eher dankbar sein, wenn durch entsprechend hochwertige und beliebte Darsteller die Innenstadt aufgewertet wird. Dabei muss es sicherlich auch die Möglichkeit geben, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies würde die Attraktivität der Innenstadt erweitern. Dazu bedarf es aber auch gezielter „Rechtssicherheit“ für die Darsteller, statt einer drohenden Vertreibung.
In den 50er und 60er Jahren mussten diese Darsteller vor dem Polizeimusikmeister dazu vorspielen, um eben nur den seriösen Darstellern eine entsprechende Lizenz zu erteilen. Die Darstellung in historischen Kostümen und Drehorgeln ist wohl von dem handgeschriebenen Bettelzettel mancher bandenmäßig auftretender Plage zu unterscheiden, um nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten und beliebtes Kulturgut gleich mit zu vertreiben. Jener freundliche Mann erzählte mir auf Nachfrage, dass er teilweise europaweit zu Veranstaltungen eingeladen wird.
Und da wir in Kevelaer doch eigentlich Traditionen lieben, hegen und pflegen, wundert es um so mehr, dass der Nachfolger Drehorgelmann, des aus der Kevelaerer Enzyklopädie bekannten „Kevelaeres eigener Drehorgelmann“ Paul Heckens, nun verjagt werden soll. Andere Städte und Schützenvereine wissen sogar um die besondere seltene Kirmesorgel, die in Kevelaer beheimatet ist, aber nur im Exil unter anderem in Goch, Münster, Alpen… bewundert werden kann – eigentlich sehr schade. Bewahrheitet aber die alte Erkenntnis: In der Heimat zählt der Künstler nicht!

Tarnschild zur Wahrung von Eigeninteressen

„Die Bewertung dieser Informationsveranstaltung, mit der die BI ihren Protest gegen die Fortführung der OW1 zum Ausdruck bringen wollte, hinterließ einen sehr zwiespältigen Eindruck und bedarf einer Nachbetrachtung.
Die einleitende Darstellung der mit dem Bauvorhaben verbundenen Nachteile für die Landschaft, das Ökosystem, die Menschen und die Tierwelt durch Herrn Dr. Blauert war sachlich zutreffend. Zustimmende Reaktionen aus der Versammlung überraschten demzufolge nicht, berührt dieses weltweite Problem inzwischen alle Generationen. Auch die Anerkennung der Belastungen/Gefährdungen der Bürger in Kevelaer und Winnekendonk durch das ständig zunehmende Verkehrsaufkommen im Bereich der Ortsdurchfahrten, inbesondere der Rheinstr., wurde zustimmend zur Kenntnis genommen.
Gut 90 Minuten umfassten die ausufernden Redebeiträge weiterer BI-Vertreter. Ohne Blick auf die Zielsetzung der Veranstaltung drifteten diese schnell in eine Beschreibung der globalen Umweltproblematik ab, zeichneten sich durch einen ideologischen Duktus ab und blieben oft ohne Bezug zum Thema des Abends (Frau Dr. Blauert). Dieser Eindruck verstärkte sich durch Beiträge ortsfremder „Gäste“, die zudem zur unausgereiften Diskussionskultur des Abends beitrugen. Die langatmigen Ausführungen der Herren Krebber und Pothmann ließen vielfach auch Zweifel an der sachlichen Richtigkeit ihrer Aussagen aufkommen.
In der abschließenden „Diskussion“ wurden keine neuen Ideen geboren und die notwendige Bereitschaft zum Konsens und zur Akzeptanz rechtlicher Gegebenheiten, z. B. der Verkehrssteuerung, nicht sichtbar. Der Einwurf aus der Versammlung: „Wir sollten einen Schulterschluss“ anstreben, blieb unbeachtet. Wie auch, wenn der Blickwinkel ideologisch eingeengt ist?
Fazit: Die Forderung: „Erhalt unserer Binnenheide“ ist ein Tarnschild zur Wahrung von Eigeninteressen, wohlwissend, dass der Schutz unserer Umwelt ein globales Problem ist.
So lange wir auch in Winnekendonk eine intensive Landwirtschaft ohne Rücksicht auf die Fauna betreiben, Umweltgifte dort und im eigenen Garten einsetzen, nicht nur Autos fahren, die zur Mobilität notwendig sind, sondern unserem Image dienen, und unsere tierischen Lieblinge mit fragwürdigen Industrieprodukten füttern, müssen wir und auch die Protagonisten der Umweltbewegungen akzeptieren, dass der Mensch die Ursache für die Gefährdung ist. Nicht die OW1 ist das Problem, sondern unser Verkehrs- und Umweltverhalten. Dann wird auch bei der BI und allen Aktivisten die Erkenntnis wachsen, dass die OW1 eine Konsequenz unseres Lebensstils ist und für den gebeutelten Menschen auf der Rheinstraße und im Innenstadt- und Ortsbereich Menschen- und Umweltschutz bedeutet. Beugen Sie sich dieser übergeordneten Sichtweise!

Bürgerkonferenz zum Peter-Plümpe-Platz

Am 23. Mai 2019 beteiligten sich Kevelaererinnen und Kevelaerer an der ersten Bürgerkonferenz zur Umgestaltung des Peter-Plümpe-Platzes. Gefragt waren eigene Ideen und Nutzungsvorschläge für den Platz vor dem Rathaus, der derzeit hauptsächlich zum Parken, für die Ankunft der Pilgerbusse und für Veranstaltungen wie den Markt, den Autofrühling, die Fahrradpause oder die Kevelaerer Kirmes genutzt wird.
Samstag, 25. Mai, 10 bis 16 Uhr, und Sonntag, 13 bis 18 Uhr, ist dazu ein Info-Pavillion auf dem Peter-Plümpe-Platz geöffnet, bei dem Kevelaererinnen und Kevelaerer ihre Ideen weiter einbringen können. Eine Online-Beteiligung ist über die Homepage der Stadt möglich: www.kevelaer-stadtkernerneuerung.de.

Eine Bildergalerie zur Bürgerkonferenz finden Sie unter Bildergalerien auf www.kevelaerer-blatt.de.

Kevelaerer Unternehmer stellen sich neu auf

Nachdem nun auch die Mitglieder des Verkehrsvereins mit deutlicherer Mehrheit als erforderlich für eine Namens- und Satzungsänderung gestimmt haben, ist der Weg jetzt frei für eine komplett neue Struktur und für neue Inhalte, heißt es vom Kevelaerer Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns. Im August 2018 hatten sich sowohl die Unternehmervereinigung Kevelaer, als auch der Initiativkreis Wirtschaft für eine Neuausrichtung ausgesprochen.
In den vergangenen zwei Jahren hatten sich viele Akteure der Wirtschaft intensiv in die Erarbeitung eines Standortentwicklungskonzeptes für die Wallfahrtsstadt durch die Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung eingebracht. Als Ergebnis der vielschichtigen Beratungen wurde eine u.a. Umstrukturierung und Zusammenführung bestehender Gruppen zu einem „Wirtschafts- und Verkehrsverein“ empfohlen.
Wesentlicher Kern der zukünftigen Struktur sind sieben Handlungsfelder. Mit diesen Handlungsfeldern sollen alle Kevelaerer Unternehmen mit ihren jeweiligen Themen und Interessenlagen angesprochen werden. „Hier kann sich ausdrücklich jeder Unternehmer einbringen“, erklärt Bruns.
Neben den umfangreichen Aktivitäten für Gäste und Besucher soll der Verein zukünftig einen neuen Fokus auf alle Kevelaerer Unternehmen richten und so in einer ganzheitlichen Sicht die ganze Bandbreite unternehmerischen Handelns in der Wallfahrtsstadt in den Blick nehmen.
„Alle Unternehmer Kevelaers sind deshalb herzlich zu der ersten Versammlung am Mittwoch, 20.03.2019 um 19.30 Uhr im Konzert & Bühnenhaus der Stadt eingeladen.
Bereits zum Ende 2018 haben sich drei Kevelaerer Unternehmer entschieden, gemeinsam den Vorstand des neuen Vereins als gleichberechtigtes Team zu bilden. Im Rahmen der  Veranstaltung werden sich diese Damen und Herren persönlich vorstellen und zur Wahl stellen“, lädt Bruns zu der Versammlung ein.
„Wir sind fest davon überzeugt, dass durch die Bündelung der unternehmerischen Interessen, durch einen permanenten Austausch mit allen Akteuren und durch die neu gestaltete kooperative Vernetzung mit Politik und Verwaltung ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Entwicklung der Unternehmen und unserer Stadt erreicht werden kann“ so der Leiter der Kevelaerer Wirtschaftsförderung.

Am 16. Januar starb Wolfgang Funke

Der langjährige Lokalpolitiker und ehemalige Rektor der Kevelaerer Edith-Stein-Hauptschule, Wolfgang Funke, ist am 16. Januar 2019 im Alter von 76 Jahren verstorben.
Der gebürtige Essener hate in jungen Jahren zunächst eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht, bevor er auf dem zweiten Bildungsweg sein Abitur nachholte, um in Bochum und Essen Pädagogik und Erziehungswissenschaften zu studieren.
1972 heiratete er seine Frau Anita. Drei Jahre später kommt Tochter Sonja zur Welt, noch einmal drei Jahre später folgt Sohn Robin. Für seine Familie war Funke immer da und hat seine Kinder auch nachdem diese längst das Haus verlassen hatten, immer gerne beraten und unterstützt. Als „liebevoll, großherzig und stets optimistisch“ beschrieb ihn seine Familie.
Seine Laufbahn als Pädagoge begann Funke 1973 nach einem kurzen Intermezzo als Fachleiter Wirtschaftslehre in Geldern als Lehrer an der Kevelaerer Theodor-Heuss-Hauptschule. Von 1985 bis 2004 leitete er als Konrektor und schließlich als Rektor die Kevelaerer Edith-Stein-Hauptschule. Seine Schüler beschrieben ihn als Leistung einfordernd, aber stets fair – ein Urteil, das viele Kevelaerer teilten, nicht zuletzt in der Politik.
Denn Funke war für die SPD von 1975 bis 1999 Mitglied im Rat der Stadt Kevelaer und von 1984 bis 1991 Vorsitzender des hiesigen SPD-Ortsvereins. Der Sozialdemokraten lag das Gemeinwohl sehr am Herzen und er wollte stets Dinge vorantreiben und besser machen. Neben Helmut Esters und Winfried Janssen war es vor allem Wolfgang Funke zu verdanken, dass die SPD in Kevelaer bei der Kommunalwahl 1989 erstmals mehr als 30 Prozent der Stimmen erhielt. Als sachkundiger Bürger gehörte Funke bis zuletzt der SPD-Fraktion an und war Mitglied der Spielplatzkommission.
In der Arbeiterwohlfahrt Kevelaer und im Generationenhaus der evangelischen Kirchengemeinde Kevelaer war Funke auch nach seiner Pensionierung als ehrenamtliches Vorstandsmitglied tätig. Außerdem arbeitete er seit Beginn des Ruhestands an einer Schulchronik und widmete sich ausgiebig dem Reisen. Seinen weiteren Hobbys – Langlauf, Segeln, Motorboote, Fahradfahren und Kieser-Training – ist er bis zuletzt gerne nachgegangen und hat sich zu Hause an seinen diversen Haustieren erfreut.
Wolfgang Funke hinterlässt seine Frau, seine beiden Kinder sowie vier Enkel.


Update: Der Nachruf wurde am 22. Januar 2019 um weitere Facetten aus dem Leben von Wolfgang Funke ergänzt.

Michael Cuypers gestorben

Michael Cuypers, geboren am 6.2.1956, ist nach kurzer aber schwerer Erkrankung am 14.10.2018 verstorben. Der Direktor der Gesamtschule Kevelaer-Weeze war bis zum Sommer 2014 Rektor der Städtischen Realschule Kevelaer. Bereits seit dem Jahr 1987 war er als Lehrer, Konrektor und Schulleiter in Kevelaer tätig. Zuvor hat er vier Jahre in Düsseldorf gearbeitet. Seine Unterrichtsfächer waren Mathematik, Naturwissenschaften, Biologie und Musik. Michael Cuypers wohnt in Issum, war verheiratet und hinterlässt neben der Witwe zwei erwachsene Töchter.

Wie kaum ein anderer prägte er über die Jahre den Lebensweg Kevelaerer Schülerinnen und Schüler. „Ich verspreche Euch und Ihnen, dass mein persönlicher Einsatz in Zukunft ganz im Dienst der Entwicklung unserer Schule stehen wird“, kündigte er bei der Antrittsrede als Schulleiters am 31.01.2011 im Konzert- und Bühnenhaus Kevelaer an. Und diese Ankündigung setzte er auf breiter Ebene um. Neben vielen weiteren Akzenten die er setzte, prägte der Impuls den er im Fach Musik (dies hatte er nicht studiert und nur durch die nachträgliche Zertifizierung unterrichten koönnen) und für eine Theater-, Tanz- und Musik AG gab das Bild der Schule nach außen. Den jährlichen Musicals, deren musikalischen Aufbau er selbst erarbeitete, wurde jedes Jahr schon entgegengefiebert und das Musical im nächsten Jahr trägt passender Weise den Titel „We want you!!!“. Kaum vorstellbar, dass Cuypers dann nicht vor dem Schulorchester stehen und die musikalische Leitung haben wird.

Christoph Feldmann, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer-Weeze erklärte in einem Statement: „Michael Cuypers hat die Schule mit gutem Gespür für alle Beteiligten aufgebaut. Ihm war es wichtig, Schüler, Lehrer und Eltern an einen Tisch zu holen um mit ihnen zusammen die Schule zu entwickeln. Er war ein weltoffener Visionär ohne Schranken im Kopf und von allen hoch angesehen und geschätzt. Dabei war er offen für neue Ideen, wertschätzend und stilvoll im Umgang mit seinem Gegenüber. Seine Werte sprach er nicht nur aus, sondern lebte sie verlässlich vor. Mit einem großen Herz und voller Leidenschaft arbeitete er schülernah, mit großem pädagogischen Geschick, dialogisch und immer beherrscht. Er hat sich bis kurz vor seinem Tod noch informieren lassen, was an `seiner Schule´ passierte. Er hat seinen Beruf und die Schule geliebt.“

Auch außerhalb der Schule war Michael Cuypers ein sehr aktiver Mensch. Bei „Lichters Schnitzeljagd“, einer Sendung des WDR-Fernsehens mit Horst Lichter, präsentierte er zusammen mit seinem Zwillingsbruder Achim „Beschwipstes Kalbskotelett zu frischem Spinat“.

Im Verein Geschichte und Mundart im Kreis Kleve, „För Land en Lüj“ war er Mitglied und nach unterschiedlichen Aufgaben zuletzt Beisitzer des erweiterten Vorstandes.
Als er in Neuss studierte, gründete er die Band „Et loept“, war neben seinem Bruder Achim, Dr. Bernd Rolf, Gerhard Jansen und Monika Mikolaiczik Gründungsmitglied der Musikgruppe „Moyland“ (traditionelle Folklore aus Irland, Schottland und der Bretagne) und war nach deren Auflösung Gründer und Frontman (Gitarre, Akkordeon und Gesang) der Band „Ratatouije“. Er engagierte sich in der Kulturscheune Sevelen, wo er mit seinem Freund und Mitstreiter Hubert Engels einen philosophischen Gesprächskreis leitete, in dem über Werte in der Gesellschaft nachgedacht wurde.

Unter anderem als langjähriger Vorsitzender des KulturKreis Issum arbeitete er auf ehrenamtlicher Basis im diesem Bereich und prägte so entscheidend das Kulturleben am Niederrhein. Hierzu gehört insbesondere auch der Erhalt und die Belebung des „Weißen Häuschen“ in Issum. Ziel ist die Bewahrung der einzigartigen Atmosphäre des schönen Gebäudes mit seinem Garten. Mit seiner Ehefrau Mechtild, die verantwortlich für die Initiative steht, hat er mit viel Herzblut einiges auf den Weg gebracht. So finden dort fortlaufend Kulturveranstaltungen statt.

Mit Michael Cuypers verliert Kevelaer und der ganze Niederrhein einen beeindruckenden Menschen, der sich stets für Mitmenschlichkeit, die Entwicklung von Menschen und für die Kultur eingesetzt hat. Das Kevelaerer Blatt wünscht der Familie und allen, die ihn ein Stück seines Weges begleiten durften, viel Kraft.

Juwelier Veronika Ophey in funkelnagelneuen Räumen

Ein Diamant sei „für die Ewigkeit“, sagt eine alte Redewendung. Vieles andere nicht. Und so ist es kein Wunder, dass die Kevelaerer Goldschmiedin Veronika Ophey kräftig in ihr Landenlokal an der Busmannstraße 30 investiert hat. Am Samstag, 6. Oktober, öffnet sie gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen, ab 9.30 bis 14 Uhr, im neuen Ambiente. Das Team freut sich, mit den Kundinnen und Kunden den Umbau feiern zu können. Und neben frischer Farbe sowie speziellem Vitrinen- und Lichtkonzept gibt es so manche weitere Entdeckung zu machen. Das neue Trauring-Studio etwa, bei dem Paare nicht nur individuell beraten werden können, sondern sich ihren „Traum-Ring“ gleich selbst konfigurieren und auf dem Bildschirm ansehen können, bevor dieser dann nach ihren Wünschen angefertigt wird. Damit die Trauringe kein Traum bleiben, gibt’s natürlich auch zahlreiche Beispiele zum Anfassen…
Zur Neueröffnung nach dem umfangreichen Umbau und zur Premiere des Trauring-Studios gibt’s außerdem eine besondere Aktion (gültig bis zum 31.10.2018): Die ersten zehn Paare erhalten 10 Prozent Rabatt! Ein Besuch beim Juwelier Veronika Ophey in der Busmannstraße lohnt sich in jedem Fall! (Weiterer Bericht im Kevelaerer Blatt folgt)