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So feiert man ein Stadtfest

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Bereits am Mittag begannen sich die Züge von Michael Hülsen merklich zu entspannen. „Es läuft“, blickte der Vorsitzende des Vereins „Inside Kevelaer“ mit Gelassenheit auf einen trotz der sehr sommerlichen Temperaturen sehr belebten Peter-Plümpe-Platz und den gut besuchten Trödel. „Sehr viele Händler und Vereine waren am Freitag schon da, das war relativ stressfrei.“ Das Orga-Team hatte schon im Vorfeld dafür gesorgt, dass der Tag nach den Erfahrungen des Vorjahres entspannter vonstatten gehen konnte.
„Es füllt sich“, freute er sich dann Stunden später zu Beginn der Bandkonzerte, um kurz vor ein Uhr mit „Mr. Wally“ auf der Bühne das Stadtfest zu beenden. „Es war eine sehr geile Party. Ich danke allen Kevelaerern“, war es ihm wichtig, diese Botschaft nochmal loszuwerden.

Diesem Schlussakkord vorausgegangen war ein stimmungsvoller Tag mit einem vielfältigen Bühnenprogramm, einem reichhaltigen Angebot an Kulinarischem und Kulturellem und ein reger Austausch der Gäste auf dem Platz. Von den Fahnenschwenkern der Schützenvereine über die VFR-Showgirls bis zur Lebenshilfe und der Wing-Tsun-Schule Kevelaer reichte die Palette der Aktiven, die den Nachmittag vor der Bühne gestalteten – auch wenn aufgrund der Hitze weniger Zuschauer anwesend waren.

Die „Brisk Boots“ aus Weeze zeigten ihre Western-Dance-Fähigkeiten. „Cowboys müsssen was abkönnen“, sagte der erste Vorsitzende Wacky Knechten, war aber angesichts der Temperaturen nur mit einer kleineren Mannschaft gekommen, „weil mit dem Wetter nicht alle klarkommen.“

Den Temperaturen stellten sich auch die Kids der Ballettschule Pascal. „Wir haben genug Gruppen da, um zwei Tänze zu zeigen“, äußerte sich Lehrerin Nicola Pascal stolz auf ihre Schülerinnen. „Ich als Mutter bin mit der größte Fan. Da ist unheimlich viel Energie drin“, freute sich Tanja Groen über den Spaß ihrer elfjährigen Tochter Emily, die erst nach den Osterferien eingestiegen war.

Die Hitze „bekämpfen“ konnte man über die zahlreichen Bierstände, bei einem guten Glas Wein oder beim Cocktail-Chillen von Edeka. „Wir hatten die meisten Quadratmeter an Schatten“, meinte Gregor Joosten von der Schießgemeinschaft Kevelaer.

Marc Holtzschneider holte sich bei der „Kaffeerösterei“ seine besondere Form der Abkühlung: „Heiß auf heiß – lindert den Schweiß“ lautete sein spontan ersonnenes Motto. „Das ist echt eine Bereicherung und könnte auch zweimal im Jahr stattfinden“, fand er das Fest einfach nur klasse.

Zahlreiche Kevelaerer Vereine präsentierten sich auf dem Fest – von den Schachfreunden über die Faustkämpfer hin bis zum Lauftreff, bei dem Orgachef Hülsen eine Entdeckung der besonders berührenden Art machte: „Da ,treffe‘ ich meine verstorbene Mutter auf einem Faschingsfoto vom Lauftreff, wo sie früher war. Das hier erlebt sie quasi mit.“

Großen Zuspruch erhielt das Spieleangebot für Kinder. „Wir haben die positive Kritik der Bürger umgesetzt“, unterstrich Manuela Müller von „Inside Kevelaer.“ Die Palette reichte von der Drehscheibe und dem Kinderschminken bis zum Clown Pepe, der nicht nur mit den Kindern das Jonglieren übte, sondern später auch spontan vor der Bühne ein Miniradrennen ausrichtete, wofür „dm“ kurzfristig die Preise stiftete. „Ich nehme sonst nie an meinem Geburtstag Termine an, aber die sind mit so viel Herzblut hier dabei“, hatte auch der jetzt 66-jährige Clown seine Freude daran, von Karl Timmermann und den Zuschauern ein Geburtstagsständchen zu erhalten.

Timmermanns Schlager waren dann auch der Auftakt der Musikdarbietungen des Abends auf dem sich nach der großen Hitze schnell füllenden Platz. „Am Tag machste halt wenig und freust dich darauf, dass man abends hier zusammenkommen kann“, traf Holger Kresse die Stimmung. „Im Pool war schön, jetzt kommt das zweite Bier“, scherzte die Winnekendonkerin Andrea Schlossarek.

Viele Fans nahmen an diesem Abend nach acht Jahren Abschied von der Kevelaerer Band „Die Söllers“. Die Band spielte auf dem Stadtfest ihr allerletztes Konzert. „Das war einfach überwältigend, dass so viele gekommen sind“, meinte Drummer Marco Aymans nach dem Verklingen der letzten Note. „Das war mit meine Jugend. Damals war ich 14 Jahre alt, jetzt 22“, hatte Sängerin Marie Weber schon mit den Tränen zu kämpfen. „Aber wenn wir Ü50 sind, machen wir eine Revival-Tour!“

Besonders war der Abend auch für „Whet“-Bassist Thomas Weber, der sein erstes Konzert mit der Band absolvierte. „Ich hoffe, das Adrenalin lässt mich den Mut nicht verlieren.“ Er machte aber wie die gesamte Combo mit teilweise sehr funky anmutenden Rhythmen und Covern von Joe Cocker, Roger Chapman oder den Commodores eine richtig gute Figur.

Den würdigen Abschluss bot die sechsköpfige Formation „Mr. Wally“, die von den Ärzten („Arschloch“) über Bryan Adams („Summer of 69“) bis zu Nenas „99 Luftballons“ so ziemlich alles im Repertoire hatte und den Platz bis nach Mitternacht rockte.

Optischer Höhepunkt war das von Antoine Sickau und seiner Firma „Fire X Light“ gestaltete Feuerwerk. Der Künstler war danach begeistert, dass „die vielen Farben und die schönen Bouquets, die Bengalen, die so in den Farben von Kevelaer aufgeleuchtet haben“, die Leute so sehr erfreut hatten.

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Stadtfest Kevelaer 2018

Das Stadtfest wurde um 11 Uhr von Bürgermeister Dominik Pichler eröffnet.

Sonniges Wetter, ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm und viele interessante Stände locken noch bis Samstagabend auf den Peter-Plümpe-Platz. Außerdem gibt’s einen bunten Trödelmarkt und einen tollen Biathlon-Test für Jedermann mit der Schieß-Sport-Gemeinschaft Kevelaer. (Hier sehen Sie erste Eindrücke, eine Fotostrecke und ein Bericht folgen im Kevelaerer Blatt)

Wor hör ek t‘hüß?

Die Resonanz war zugegeben keine riesige, die die Einladung von Museumsförderverein und Kevelaerer Blatt ausgelöst hatte, unter der Überschrift „Wer hat nen Theodor Bergmann und nen Jupp Tenhaef?“ am Vormittag des vergangenen Samstags ins hiesige Museum zu kommen und dort die eigenen Erinnerungen und Sammelstücke mit Bezug zu den beiden Heimatdichtern zu präsentieren. Und so harrte eine frohe Runde aus Mitgliedern des Fördervereins, KB-Herausgeber Rudolf Beerden, der Museumsleiterin Veronika Hebben und weiteren Freunden des ‚Kävels Platt‘ der Dinge, die da kommen würden.
„Zweite Muttersprache“
Ziel des Vormittags war es, die bekannten Bestände und die eigenen Bemühungen seitens des Museums, um neue oder nicht mehr bekannte Dokumente zu ergänzen, mit dem Ziel, diese in zukünftigen Ausstellungen und Veranstaltungen präsentieren zu können. Zumindest im Falle Tenhaefs ist sein sich in diesem Jahr zum einhundertsten Male jährender Geburtstag Anlass genug, sich von Neuem mit dem Dichter und seinem Werk auseinanderzusetzen.
Maria Groothusen war es dann schließlich, die den Vormittag buchstäblich rettete und manches Unbekannte in ihrer säuberlich sortierten Sammlung mitführte. Die langjährige Lektorin bei Butzon & Bercker spricht nicht nur als „zweite Muttersprache“ Platt, sondern hat auch über Jahrzehnte hinweg eine beachtliche Sammlung an Regionalia zusammengetragen. Tenhaef-Kenner Dr. Bernd Rolf zeigte sich jedenfalls sichtlich angetan, von zahlreichen auch ihm noch unbekannten Zeugnissen des Kevelaerer Heimatdichters. Er selbst hegt eine besondere Begeisterung für Vertonungen Tenhaefscher Texte, ist er doch selbst auch als Musiker aktiv. Als besonderen Schatz in seiner Sammlung hütet er Tonbandaufnahmen von Lesungen, die Tenhaef mit eigenen Werken einst veranstaltete.
Am Ende brachte der Vormittag also doch noch das eine oder andere zu Tage, das zukünftig einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Über diesen Tag hinaus gilt weiter der Aufruf an alle Hüter heimatkundlicher Schätze mit Bezug zu Theodor Bergmann oder Jupp Tenhaef, diese ihrer Ruhe in Kisten und Kartons zu entreißen. Der Förderverein und das Kevelaerer Museum freuen sich über eine Kontaktaufnahme.

Gedenkstunde für den Heimatdichter

Fast 100 Kevelaerer kamen zur Gedenkstunde zum 70. Todestag von Theodor Bergmann (29.12.1868-17.5.1948) an sein Denkmal (Bronzebüste von dem Kevelaerer Bildhauer Horsten) in die Basilikastraße. Bergmann ist als Politiker (Mitglied in der verfassungsgebenden Versammlung der Weimarer Republik, als Mitglied der Zentrumspartei 1919-1923 Mitglied im Reichstag und Gründungsmitglied der CDU Kevelaer sowie deren erster Vorsitzender), Schuhfabrikant und als Heimatdichter eng mit Kevelaer verbunden und nicht zuletzt als Dichter des Heimatliedes „Wor hör ek t‘hüß“ ein Stück Stadtgeschichte. 1910 entstand der Text, den im gleichen Jahr Gerhard Korthaus vertonte.
Spontaner Kraftakt
Mit einem spontanen Kraftakt hatte die Nachbarschaft Basilikastraße, mit ihrem Nachbarschaftsältesten Richard Hoymann, die grüne Insel um das Denkmal Bergmanns herum einen Tag zuvor noch auf Vordermann gebracht und, um ein guter „Gastgeber“ zu sein, auch noch für Getränke gesorgt. Kevelaerer-Blatt-Herausgeber Rudolf Beerden begrüßte die Gäste. Das Kevelaerer Blatt, der Förderverein des Niederrheinischen Museums für Volkskunde und Kulturgeschichte mit seinem Vorsitzenden Peter Hohl und der Kevelaerer Männer-Gesang-Verein 1896 (KMGV) mit seinem Vorsitzenden Heinz Lamers hatten im Vorfeld Überlegungen angestellt, wie das Jahr 2018 mit Blick auf viele Gedenktage, die im Bereich Heimatforschung und Mundart anfallen, zu begehen ist. Die Gedenkfeier zum 70. Todestag von Theodor Bergmann war dabei als erste Veranstaltung festgelegt worden.
Beerden teilte mit, dass es eine Besprechung bei „Lei.la“ (Leistende Landschaften) gegeben habe. Im Bereich des Projekts „Leader“, welches zur Förderung der ländlichen Entwicklung konzipiert wurde, hatte sich das KB beworben, um das vorhandene Kevelaerer-Mundart-Wörterbuch von Herbert Cürvers durch ein neues zu ergänzen. Cürvers Wörterbuch übersetzt Kävels-Platt ins Hochdeutsche. Das neue Wörterbuch soll hochdeutsch in Kävels-Platt übersetzen. Durch „Lei.la“ wurde die Idee als förderungswürdig eingestuft und es fehlt nun nur noch die Zustimmung der Bezirksregierung.
Heinz Lamers verwies noch einmal auf die vielen herausragenden Daten in diesem Jahr und führte unter anderem den 17.11. an, an dem Jupp Tenhaef, der ebenfalls ein großer Heimatdichter war, 100 Jahre alt geworden wäre. Er hatte dem KMGV in sein Jubiläumsbuch geschrieben: „… Einen weiteren Wunsch kann ich mir nicht versagen, dass der KMGV der Mundart seiner und meiner Heimatstadt einen angemessenen Platz einräumt…“ „Was wir heute machen“, fügte Lamers hinzu.
Bevor der KMGV das Heimatlied zusammen mit allen Anwesenden sang, las Lamers Bergmanns Gedicht „Kävels Platt“ „Min Modertaal es Kävels Platt…“ vor. Besonders andächtig hörten zwei Gäste der Gedenkstunde zu: Heribert Bergmann (eins von neun Kindern), Sohn von Johanna und Theodor Bergmann und seine Frau Viktoria. Sie genossen die Gedenkstunde und freuten sich, dass so die Erinnerung wachgehalten wird.
Noch lange standen die Gäste zusammen und manches Wort in Kävels Platt war zu hören.
Am 27.10.2018 wird es im Rahmen eines Familientreffens der Familie Bergmann einen Liederabend geben, den Güno van Leyen und Dr. Bernd Rolf gestalten werden. Hier wird unter anderem das Gedicht „Kävels Platt“ vertont zu hören sein.
Am 17.11.2018 werden die zwei Musiker erneut Mundartlieder vortragen, dann im Museum, wo eine Bronzetafel zur Erinnerung an Jupp Tenhaef enthüllt werden wird.

Ein besonderes Projekt

Kevelaer. Besuch vom niederländischen Fernsehen erhielt jetzt der in Kevelaer lebende und arbeitende Komponist und Dirigent Tom Löwenthal.
Der Sender „Omroep Brabant“ drehte mit Löwenthal einige Einstellungen am Piano und sprach auch mit dem Regisseurspaar Peter van Aar und Dorette Ploegmakers sowie dem Drehbuchautor Gerard Rooyakkers.
Die vier bilden das Korsett für ein außergewöhnliches Musikprojekt, bei dem Tom Löwenthal als Komponist in Erscheinung treten wird.
2020 wollen sie gemeinsam „Vincent´s homeland“ – eine große Oper über Vincent van Gogh und seine Heimat Brabant – in dem früheren Wissenschaftsmuseum und heutigem Konferenz-und Konzertgebäude „Evoluon“ in Eindhoven aufführen.
„Das hier heute ist der Auftakt unserer Planungen“, unterstrich Löwenthal gegenüber dem KB. „Das ist für die Niederlande was Besonderes und hat auch internationale Ausstrahlung“, freut sich der 64-Jährige auf die „große Herausforderung. Das ist, als würde man ein großes Zelt bauen.“
Zunächst hatte man die Idee für ein Theaterstück über Brabant und ein Team zusammengestellt. „Gerald hat dann sofort gesagt, da sollten wir eine Berühmtheit für haben“, erzählt Regisseur Peter van Aar, der schon mit den drei großen „Kreisen“ in dem Gebäude in Gedanken plant und mit der großen Bühne, die bespielt werden kann. „Wir haben aber noch gar keinen Plan über den Cast, wie und wieviele.“
Gerald – das ist Gerald Rooyakkers, der das Drehbuch – das „Liberetto der ganzen Geschichte“ – ausfertigen wird und darüber die große Liebe van Goghs und dessen Bruder und Unterstützer Theo als starke Botschaft thematisieren will.
Außerdem will er in der Oper drei Grundmotive deutlich machen. „Das des ,Outsiders‘, was er war. Deswegen ist er eine Ikone weltweit, aber zu Lebzeiten wäre man um die Ecke gegangen, hätte man ihn angetroffen.“
„Vincent zu begegnen, heißt Mut“, sagt er. Es beeindruckt ihn, wie konsequent van Gogh seine Malerei verfolgte, obwohl dieser in Brabant wegen seines schlechten Rufes irgendwann kein Motiv mehr fand und über Antwerpen und Paris weiter in Frankreich unterwegs war.
„Die Ausdauer, sich und seine Arbeit nicht zu verleugnen“, nennt Rooyakkers als zweites Grundmotiv. „Und Brabant als Rückbezug auf seine Heimat als drittes Motiv.“
Das soll mit elektronischer Musik untermalt werden. Denn kurz nach dem Tod van Goghs kamen die beiden Gebrüder Philips nach Brabant, „Und damit änderte sich Brabant – wie sich die ganze Welt änderte.“
Van Goghs Ort des Bildes „Hirten mit dem Schaf auf der Weide“ war „eine Generation später eine Müllhalde und ist heute ein Golfbezirk, wo man ein Loch bohrt, um aus der damals unfruchtbaren Erde den Grundstoff für Chipkarten zu entnehmen.“ So gesehen zeige uns van Gogh mit seiner Kunst im Nachhinein „die Ironie“ von allem.
Der Konzertort hat auch eine wichtige Bedeutung: Das Ufo-artige „Evoluon“ Eindhovens war in den 60er Jahren ein Geschenk der Firma Philips und wurde in diesem Jahr zum „Reichsdenkmal“ ernannt. „Wir geben 2020 den Bürgern die Halle quasi mit der Oper dann zurück.“
Die „Stichting van Gogh Brabant“ und die Gemeinde Eindhoven unterstützen das Projekt. Jetzt soll es an die Umsetzung gehen, wozu es sicher noch den einen oder anderen Sponsor braucht, um das besondere Vorhaben zu verwirklichen.
Die Beteiligten trommeln dafür schon kräftig – nicht nur über das Fernsehen in Brabant am Mittwochabend, sondern auch am kommenden Freitag über das niederländische Radio „NPO1“, wo das Projekt zwischen 14 und 16 Uhr Thema sein soll. „Und ein Klavier für Tom wollen sie auch noch organisieren“, schmunzelt Peter van Aar.

„erlebe-fernreisen“ wird von Kevelaer aus weiterentwickelt

Kevelaer. Im ehemaligen Maschinenhaus des alten E-Werks an der Johannesstraße tut sich eine Menge: Im „E-Werk-Office-Port“ des KB-Herausgebers Rudi Beerden ist neben dem Kevelaerer Blatt und der Agentur „Oneline-Media“ jetzt eine weitere, kreative Ideenschmiede in Kevelaer ansässig geworden. Die Holding der „erlebe-fernreisen GmbH“ hat in der Wallfahrtsstadt eine Zweigstelle eröffnet. Die beiden Geschäftsführer Johannes van Stephaudt und Mark Lindner steuern von hier aus die Geschicke des Unternehmens, dessen operatives Geschäft weiter von Krefeld aus betrieben wird. Sie entwickeln ihr seit Jahren im Reisemarkt erfolgreiches Unternehmen mit derzeit rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – frei nach dem Motto: „Stillstand ist Rückschritt“ – von Kevelaer aus weiter. „erlebe fernreisen“ hat sich auf die Entwicklung von sogenannten „Reisebausteinen“ spezialisiert. Über länderspezifische Web-Portale stellen sich die Kunden zunächst ihre Reisewünsche selbst zusammen und werden dann von den „erlebe-fernreisen“-Reiseexperten individuell beraten. Übernachtungen und Transfers werden dabei so mit Ausflügen kombiniert, dass die Reisenden Land und Leute aus nächster Nähe kennenlernen. Ergebnis ist einer internen Abfrage zufolge eine weit überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit.

Neuer Name, neuer Sound – føley macht auf sich aufmerksam

Lange war der Abend geplant gewesen – und sicher hatten sich die vier Bandmitglieder von føley vor ihrem ersten Auftritt unter neuem Namen in der Kevelaerer Heimat viele Gedanken gemacht, wie ihre neuen Ideen beim Publikum ankommen würden. In der vergangene Woche hatte føley in Münster bei einem gemeinsamen Konzert mehrerer Newcomer-Bands eine Art Generalprobe gespielt, richtig ernst wurde es dann aber am Samstagabend in der Begegnungsstätte. Und als die Pforten geöffnet wurden und sich bereits weit über eine Stunde vor Konzertbeginn eine Schlange gebildet hatte, da staunten Frontmann Jonas Spolders und seine Bandkollegen nicht schlecht. „Das war eine absolute Premiere für uns. Für eine junge Band wie uns, die was erreichen möchte, war das ein toller Start“, sagte Spolders.

føley hieß früher K47, bereits seit 2014 gibt es die Band in ihrer aktuellen Besetzung. Spolders an der Gitarre und am Gesang, Nico Venhoven am Bass, Josa Fiedler an der Gitarre und am Schlagzeug Alexander Lemmen – die vier Kumpels bilden eine Einheit, auf und neben der Bühne. Während ihr Sound unter altem Namen noch eher an den klassischen US-Punk erinnerte und auch der ein oder andere Coversong mehr dabei war, hat sich die Band seit der Umbenennung musikalisch weiterentwickelt. føley ist eigenständiger, orientiert sich nicht mehr so eng an alten Vorbildern. „Wir sind älter geworden, da entwickelt sich automatisch auch der musikalische Einfluss“, meinte Spolders.

Über 100 Freunde, Bekannte, Familienmitglieder – und womöglich alte oder zukünftige Fans – waren also gekommen, um in der Begegnungsstätte richtig was auf die Ohren zu bekommen. Lauter Alternative Rock, deftiger Punk-Rock – føley ließ die Wände zittern. Rund eine Dreiviertelstunde wurden die neuen Songs präsentiert, wobei sich auch am Samstagabend ein alter Song aus K47-Zeiten auf die Setlist geschlichen hatte – und der Applaus war riesig. „Es ist schön zu sehen, dass man für lokale Musik so viele Leute begeistern kann“, freuten sich Spolders und seine Bandkollegen über die überwältigende Resonanz, die sie nicht nur während des Konzerts, sondern auch beim obligatorischen Get-Together im Anschluss bekamen.

Zu hören gibt es føley nicht nur demnächst live in Geldern (7. April) oder Kleve (12. Mai), sondern auch über die gängigen Musik-Streamingdienste wie Spotify, Deezer oder Soundcloud sowie bei YouTube. „If everything was alright“ heißt die EP, die die Band kürzlich veröffentlicht und für die sie am vergangenen Wochenende mit ihrem starken Auftritt ordentlich Werbung gemacht hat. Viel Herzblut, Schweiß und Geld hatten die vier Kevelaerer Musiker in die Debüt-CD gesteckt, am Ende soll sich der große Aufwand mit eigens gebuchten Tonstudio und viel investierter Zeit gelohnt haben. „Da wir die gesamte Veranstaltung sowie die EP selbst organisiert und vorfinanziert haben sind wir extrem froh, dass alles so gut geklappt hat“, zeigte sich Spolders zufrieden mit dem Auftakt. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass man in Kevelaer und Umgebung etwas von føley gehört hat – versprochen! JAN ABEN

Hier geht es zur Facebook-Seite von føley!

Behutsame Weiterentwicklung

Kevelaer. Wie schwierig es sein kann, Traditionen zu bewahren und gleichzeitig lebendig zu erhalten, muss man in einer Stadt wie Kevelaer, die im vergangenen Jahr auf 375 Jahre Wallfahrt zurückblickte, nicht erklären. Präsident Peter Tenhaef tat gut daran, das Credo der immerhin in diesem Jahr seit 110 Jahren bestehenden Geselligen Vereine Kevelaer mehrfach zu betonen: „Seid einig – es lebe die Gemeinschaft!“, sagte Tenhaef recht oft bei der Jahreshauptversammlung der großen Kevelaerer Dachorganisation am Dienstagabend im Bühnenhaus. Und noch einen Aspekt betonte der Präsidiumschef häufig: Eine „behutsame Weiterentwicklung“ sei in vielen Bereichen vonnöten.
Das beginnt schon beim Präsidium, das mit dem Ausscheiden von Ulrich Wolken in 2016 und dem offiziellen Ende der Amtszeiten von Ferdi van Ditzhuysen, Jürgen Aben und Heinz Goemans zum Ende 2017 „starke Abgänge“ zu verzeichnen hat. Doch mit Dominik Lemken kam in 2017 ein ebenso starker Neuzugang. Das Präsidium erweiterte dessen Kompetenzen jetzt deutlich: Lemken wurde von dem Gremium zum Stellvertreter des Präsidenten ernannt. Und eine der weiteren freien Stellen im Präsidium wurde Dienstagabend gleich neu besetzt: Die Versammlung wählte auf Vorschlag des Präsidiums Tobias Aymanns einstimmig in selbiges (siehe Bericht auf Seite 7 dieser Ausgabe).
Eine würdige offizielle Verabschiedung der scheidenden Präsidiumsmitglieder folge in den kommenden Tagen, versprach Peter Tenhaef. Doch der Präsident konnte Heinz Goemans, der ihn als Adjutant begleitet hatte, als er 2008 selbst die Festkette trug, natürlich nicht einfach so von Bord gehen lassen. Er dankte für 22 Jahre ehrenamtlicher Arbeit, die sich längst nicht nur auf die Vorbereitung des Heimatabends – „der Heimatabend trägt Deine Handschrift“ – und das Führen der Chroniken beschränkt habe. Vor allem aber dankte er für eine langjährige Freundschaft, die beide Männer über die Präsidiumsarbeit hinaus verbinde.
„Einer von Euch, einer für Euch“
Goemans selbst sprach von einer Aufgabe, „die mich ausgefüllt, aber auch erfüllt hat.“ „Ich war immer einer von Euch und einer für Euch“, betonte er und ergänzte das Vereinsmotto um die Variante „Seid mutig – und lasst Euch auch in die Pflicht nehmen“. „Gutes pflegen, Neues bewegen“, sei die Aufgabe künftiger Generationen.
Peter Tenhaef knüpfte daran
gleich an und leitete über zu einem Thema, das bei der Kirmes 2017 für heftige Diskussionen gesorgt hatte: die Zugwege. „So wie es jetzt gelaufen ist, geht es nicht mehr“, sagte Tenhaef und wurde noch deutlicher: „Ich bin es satt, über leere Straßen zu laufen.“ Das Präsidum wolle einen Zugweg erörtern, der sich auf die Innenstadt beschränke; mehrere Varianten – mit Abholung des Festkettenträgers und/oder Adjutanten, je nach dem, ob diese im Innenstadtbereich oder außerhalb wohnten, sollen geprüft und den Mitgliedern der Geselligen Vereine vorgestellt werden. Nach einigen Vorschlägen und Diskussionen sprach sich die Versammlung für diese Prüfung durch das Präsidium aus.
Weiterentwicklungen könnte es auch im Bereich der Verlosung auf dem Heimatabend geben. Tenhaef stellte klar, dass der Erlös weiterhin einem „guten sozialen Zweck in Kevelaer“ zugute kommen sollte. In diesem Zusammenhang wies er auf die Stiftung „Seid einig“ hin: „Es kommt draußen schlecht an, wenn wir als Stifter unsere Stiftung außer Acht lassen.“ Diesbezügliche Irritationen mit dem festgebenden Verein, der „St. Petrus Schützen-Gilde 1907 e.V.“, seien ausgeräumt, erklärte deren Präsident Heinz van Bühren. Der Erlös der Verlosung am Heimatabend solle zu je einem Drittel an die DLRG Kevelaer (für die Ausstattung eines Einsatzfahrzeugs), das Hospiz in Wetten sowie die Stiftung „Seid einig“ gehen.
Dr. Edmund Bercker und Stefan Jansen aus dem Vorstand der Stiftung nutzten die Gelegenheit, die Herausforderungen der zehn Jahre alten Stiftung zu erläutern, in erster Linie die problematische personelle Situation. Auch hier sieht das Präsidium der Geselligen Vereine künftig Handlungsbedarf.

Eine Stadtverwaltung auf Abwegen

Kevelaer. Manchmal ist ernst bleiben gar nicht so leicht: Es ist immer wieder die gleiche Stelle, an der die Schauspieler des Kevelaerer Theatervereins 4c stocken, weil sie sich vor Lachen kaum noch halten können. Seit dem Sommer wird in der Probenscheune auf Keylaer wieder fleißig geprobt.
Nach dem Stück „Wer glaubt schon an Geister“ im vergangenen Jahr steht im November wieder ein Theaterstück von Ute Schillig auf dem Spielplan. In der Komödie „Eine Stadtverwaltung auf Abwegen“ kämpfen die Sekretärinnen Hedwig Gruber (Marion Schink) und Eva Kirchner (Helene Voß) mit ihrem Vorgesetzten Vincent Baum (Frank Gipperich), der sich als wahres Ekel erweist. Er würde die beiden nur zu gerne loswerden.
Nervtötende
Bürgerin
Zusätzlich muss er sich auch noch mit dem Bürgermeister (Günter Voß), dem ortsansässigen Pfarrer (Markus Schink) und der nervtötenden Bürgerin Frau Kiesel (Hannelore Ehrlich) herumschlagen. Zum allen Überfluss machen sich dann auch noch die neue Praktikantin Lilly Brand (Carmen Röhm) und der Computertechiker Herbert Winzig (Heinrich Ohlig) in seinem Büro breit. Als dann noch die geheimnisvolle Lolita Becker (Silvia Schweden) in der Stadtverwaltung auftaucht, nimmt das Schicksal für „das Bäumchen“, wie der Herr Baum von seinen Untergebenen genannt wird, seinen Lauf.
Jetzt hat die heiße Probenphase für die Amateurschauspieler des Kevelaerer Traditionsvereins mit zwei Proben pro Woche begonnen. Die Ideen für das Bühnenbild sind auch schon gereift und genauso wie die Kostüme in Vorbereitung. Texte und das Stellungsspiel sitzen immer besser, der Regisseur Günter Voß ist mit seinen Schauspielern zufrieden. Alle Beteiligten fiebern schon der Premiere entgegen.
Aufführungen
Kevelaer. Die Vorstellungen am 10. und 11. November beginnen jeweils um 20 Uhr im Bühnenhaus in Kevelaer. Karten können zum Preis von 10,- Euro (Gruppenkarte: 10 Karten je 8,- Euro) bei jedem Vereinsmitglied und den nachfolgenden Kartenvorverkaufsstellen erworben werden:
Lotto Cleven, Marktstr. 4; Foto Brell, Hauptstraße 49; Schreibwaren + Lotto Leonie Borghs-Sabolcec, Hauptstr. 18 (Winnekendonk) oder im Service Center der Stadt Kevelaer (dort + 1,- Euro Vorverkaufsgebühr).