Beiträge

Corona-Kontrolle per "Bändchen"

„Kevelaerer Krippenmarkt“ mit 2G

Die Wallfahrtsstadt Kevelaer als Veranstalter hat sich laut einer Pressemitteilung von Montagnachmittag dazu entschlossen, dass der Markt unter Berücksichtigung der 2G-Regel stattfinden wird.

Adventszeit ist schön und stressig

Auch in dieser Woche geht unsere Interview-Reihe zum Advent weiter. Die Kevelaererin Heike Eichhofer, die seit 2008 den Hüdderather Hofladen betreibt, hat mit dem KB über ihre Adventszeit gesprochen und darüber, was sie in dieser Zeit besonders gerne isst: Apfel-Zimt-Brot. Wer dafür gerne selbst den Ofen anschmeißen möchte, für den gibt‘s das passende Rezept dazu.

Wie erleben Sie in Ihrem Hofladen die Adventszeit?

Heike Eichhofer: Für mich ist die Adventszeit die anstrengendste Zeit im Jahr. Es heißt dann immer – statt wie sonst im Jahr um 5 Uhr morgens – bereits um 3 Uhr aufzustehen, um die Teige vorzubereiten und die Plätzchen, Stollen, Kuchen und Brote zu backen, die wir ja im Laden täglich frisch anbieten. Im Advent heißt es, etwa zwei Drittel mehr zu backen als im übrigen Jahr. Aber da ich immer schon gerne gebacken habe und mir alles zur Herzensaufgabe geworden ist, ist die Arbeit schnell vergessen.

Der Advent ist für mich so auch die schönste Zeit im Jahr, denn dann gibt es viele schöne und leckere Dinge, die das Herz begehrt und die es sonst nicht gibt: wie Apfel-Zimt-Brot, Quarkstollen, Nussecken mit Marzipan, Vanillekipferl, Spritzgebäck, Stollenkonfekt. Gerne experimentiere ich auch mit neuen oder alten Rezepten, viele Rezepte benutze ich auch von meiner Schwiegermutter, Oma Quinders.

Sie verkaufen in Ihrem Laden jährlich auch viele Adventskränze. Wann beginnt somit Ihre Vorbereitung auf die Adventszeit?

Heike Eichhofer: Im September und Oktober kaufe ich die Weihnachtsfloristik und etwa drei Wochen vor dem Advent beginne ich mit dem Binden der Kränze. Dieses Jahr gab es sogar eine stärkere Nachfrage, weil es keine Weihnachtsmärkte gab. Neben dem Backen ist die Floristik meine zweite Hauptleidenschaft.

Ist der Advent dieses Jahr für Sie auch sonst anders?

Heike Eichhofer: Durch die Pandemie in diesem Jahr haben wir viele neue Kunden aus Nah und Fern dazu gewonnen, die unsere Regionalität und die hofeigenenProdukte schätzen und lieben gelernt haben. Wir hatten viele interessante Gespräche und mussten oft feststellen, dass es uns im Grunde ja noch recht gut geht, und es vielen Menschen schlechter geht. Wir können hier immer raus und haben die Natur und den schönen See direkt vor der Tür. Glücklicherweise durfte und darf ich meinen Laden auch in Corona-Zeiten immer öffnen.

Dieses Jahr wurden auch mehr Präsentkörbe bei uns bestellt, weil Firmen nun nicht essen gehen können und ihren Mitarbeiter stattdessen etwas anderes schenken.

Dann können Sie sich vom Stress der Adventszeit hoffentlich in der Weihnachtszeit erholen?

Heike Eichhofer: Nach Heiligabend ist der Laden immer für gut zwei Wochen geschlossen. Weihnachten ist für mich die Zeit der Familie, die ich mit unseren sechs Kindern und vier (bald fünf) Enkelkindern genieße. Dann heißt es Ausschlafen und sich und die Lieben verwöhnen. Diese Zeit kann ich dann einfach genießen.

Heike Eichhofers Apfel-Zimt-Brot

Zutaten:
1 kg Äpfel, 150 g Zucker, 320 g Rosinen, 1 EL Rum, 600 g Weizenmehl (Typ 550 oder 812), 150 g gemahlene Nüsse, 1 Handvoll ganze Nüsse, 2 EL Kakao, 2 TL Zimt, 1 TL Lebkuchengewürz, 2 Päckchen Backpulver. Die angegebenen Zutaten reichen, um zwei Kastenformen zu füllen.

Zubereitung:
Die Äpfel grob raspeln und mit dem Zucker, den Rosinen und dem Rum mischen. Einige Stunden, am besten über Nacht, stehen lassen. Danach die restlichen Zutaten zugeben und unter die Apfelmasse heben. Zwei Kastenformen einfetten, evtl. mit Haferflocken ausstreuen und Masse einfüllen. Bei Umluft 200 Grad eine Stunde backen.

Blühende Azaleen zum Advent

Um in dieser außergewöhnlichen Weihnachtszeit etwas Farbe in die Kevelaerer Pflegeeinrichtungen und Altenheime zu bringen, hat sich der Gartenbaubetrieb Gesthuisen & van Loon etwas Besonderes einfallen lassen: Die Mitarbeitenden verteilten in dieser Woche als Spende 1.500 blühende Azaleen an 17 Einrichtungen in der Wallfahrtsstadt.

Foto: privat

Traditionen im Advent erhalten

Nicht nur privat erleben viele Menschen die Adventszeit durch die Corona-Pandemie anders als in den Jahren zuvor. Auch die jungen Schüler*innen, für die die Vorweihnachtszeit in der Schule meist etwas ganz Besonderes ist, sind in ihren Weihnachtsaktivitäten eingeschränkt.

Tanja Kocken, seit 2017 Leiterin der St. Franziskus-Grundschule in Twisteden, hat dem KB im Interview einen Einblick in die schulischen Adventsaktionen gegeben. Denn gänzlich ausfallen müssen diese nicht.

Was macht in der Grundschule die Besonderheit der Adventszeit aus?

Tanja Kocken: Die Adventszeit ist eine sehr traditionsreiche Zeit. Wir haben mit den Kindern wieder die Klassenräume geschmückt: die Fenster werden mit Basteleien der Kinder geschmückt, es gibt in den Klassenräumen Tannengrün und Lichterketten, um eine adventliche Atmosphäre zu schaffen. Alle Lehrerinnen starten an den Adventstagen den Unterricht mit dieser gemütlichen Beleuchtung und einer kleinen Geschichte zum Einstieg morgens.

Jede Klasse hat einen Adventskalender, es wird ein besonderes Präsent für die Eltern gebastelt, die größeren Schüler wichteln auch. Gerade den Kleineren merkt man es an, wie sie immer aufgeregter werden, je näher Weihnachten kommt. Generell ist die Adventszeit bei den Kindern sehr beliebt. Man merkt auch, wie sie sich auf den Einstieg morgens in der gemütlichen Atmosphäre freuen.

Gab und gibt es dieses Jahr wegen Corona viele Einschränkungen der Adventsaktivitäten?

Tanja Kocken: Wir haben an den Adventsmontagen sonst immer alle Kinder im Schulhof um einen Adventskranz versammelt und in der großen Runde Lieder gesungen, die Christian Franken meist mit dem Akkordeon begleitet hat. Das war über Jahre hinweg eine schöne Tradition, die dieses Jahr leider ausfallen muss. Auch haben wir sonst vor den Weihnachtsferien immer mit allen Schülern zusammen Weihnachtslieder gesungen, um sie auf das Fest einzustimmen.

Der Advent ist ja eine Zeit, in der am meisten gesungen wird. Diese Einschränkung merkt man dieses Jahr sehr stark. Auch in den Klassen darf ja nicht gesungen werden, sodass wir auf Musik von der CD zurückgreifen müssen, um Adventsstimmung zu verbreiten. Und es wurden sonst in der Regel auch in allen Klassen Plätzchen gebacken und verziert. Das fällt dieses Jahr leider auch ganz aus.

Welchen pädagogischen Wert des Advent sehen Sie für die Kinder?

Tanja Kocken: Die Kinder lernen über den Advent, dass man vieles im Leben nicht sofort bekommt, sondern sich oft auf einen längeren Weg machen muss. Aber auch wenn das Weihnachtsfest noch in weiter Ferne ist, können sie erfahren, dass jeder Tag wichtig und ein Schritt auf dem Weg zum großen Ziel ist, dass jeder Tag ein Geschenk ist und oft schöne Überraschungen mit sich bringen kann.

Gerade beim Adventskalenderöffnen in der Klasse lernen sie, sich mit dem Kind zu freuen, das an diesem Tag öffnen durfte. Und sie machen über das Wichteln oder das Basteln für ihre Eltern selbst anderen eine Freude. Die Adventszeit spricht auch in der Schule sehr das Herz und die Emotionalität an. Es können sich auch Kinder, die im Lesen und Rechnen vielleicht nicht so stark sind, einbringen durch ihre Ideen, indem sie etwa ein schönes Buch vorstellen oder ein Gedicht vortragen. So können auch andere Talente der Schüler entdeckt werden.

Wie feiern Sie mit Ihrer Familie die Adventszeit?

Tanja Kocken: Wir machen an den Adventssonntagen die Kerzen des Adventskranzes an, singen Lieder und gehen in den Gottesdienst. Normalerweise ist die Adventszeit sonst auch stressig, weil es viele Termine und Konzerte gibt. Es ist schade, dass die Zusammenkünfte bei diesen Gelegenheiten nun ganz wegfallen, aber es gibt auf jeden Fall viel mehr Zeit für die Familie, sodass der Advent 2020 sehr viel ruhiger ist als sonst.

Tanja Kockens Lieblingsplätzchen

Zutaten
250 g Honig, 50 g brauner Zucker, 100 g Butter, 3 TL Kakaopulver, 1 Päckchen Lebkuchengewürz, 1 Ei, 500 g Mehl, 1 Päckchen Backpulver; (für 40 Stück, 2 Backbleche)

Zubereitung
Honig mit Zucker und Butter unter Rühren aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Etwas abkühlen lassen, dann Kakaopulver, Lebkuchengewürz und das Ei unterrühren. Das Mehl mit Backpulver mischen. Mit der Honigmasse zu einem glatten Teig verkneten. In Folie wickeln und 12 Stunden ruhen lassen.

Den Backofen auf 175 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier belegen. Den Teig 0,5 cm dick ausrollen. Beliebige Figuren in unterschiedlichen Größen (z.B. Herzen, Nikolausstiefel, Engel) ausstechen oder mithilfe der aufgelegten Schablonen ausschneiden. Die Figuren auf die Bleche legen. Im Backofen ca. 12 Minuten backen. Mit dem Papier vom Blech ziehen und abkühlen lassen.

Advent als Zeit der Geduld

Nachdem zuletzt Pastor Andreas Poorten mit uns einen Blick auf seine Adventszeit geworfen hat, setzen wir unsere Serie nun mit Romano Giefer fort. Er wirkt seit 2009 als Chordirektor in der Marienstadt. Im Gepäck hat er für uns sein Lieblingsrezept für Eifeler Spritzgebäck.

Welche besondere Zeit ist der Advent für Sie als Musiker und Kirchenmusiker?

Romano Giefer: Der Advent hat ein wunderbares Liedgut, das von Erwartung und Hoffnung erzählt. Dieses Warten und Stillhalten, nicht am Ziel zu sein von etwas, erzeugt den ganz eigenen Tonfall dieser Musik. Adventliche Musik richtet sehr den Blick nach innen auf das, was noch nicht sichtbar ist, aber sichtbar werden will. Man kann auch sagen:

Adventliche Musik ist Musik des „noch nicht“. Nicht von ungefähr sind in dieser Musik viele Texte der Propheten des Alten Testamentes vertont. Der Prophet Jesaja hat ausgesprochen, warum es für das Volk wirklich Grund zur Hoffnung gibt, indem er auf den Spross aus dem Stamm Davids verwies. Vor allem der Gregorianische Choral kann das hörbar machen.

Hat die Zeit des Advents Sie schon als Kind fasziniert?

Romano Giefer: Ja, der Advent war schon als Kind meine Zeit, ich bin wohl ein adventlicher Typ. Seit ich mich erinnern kann, freue ich mich jedes Jahr darauf. Wir saßen immer in der Familie an den Adventssonntagen um den Adventskranz und haben gesungen. Mir war das enorm wichtig und oft habe ich meine Eltern und Geschwister gedrängt, doch endlich zu kommen, sobald es draußen dunkel wurde. Auch wusste ich als Kind die Gotteslobnummern der Adventslieder auswendig, weil ich die so schön fand.

Wie gestalten Sie mit Ihrer Familie diese besondere Zeit?

Romano Giefer: Wir nehmen uns Zeit, auch in äußerlich geschäftigeren Jahren als in diesem. Bei uns hängt ein großer Adventskranz von der Decke. Wir machen das Licht aus und genießen den besonderen Schein der Adventskerzen. Da erzählen wir uns etwas, manchmal singen und musizieren wir auch. Die Adventsstimmung ist so etwas Eigenes. Darin ergeben sich oft Gedanken und Gespräche, die manchen Dingen vielleicht tiefer auf den Grund gehen als sonst.

Advent in Zeiten von Corona – welche Chancen bietet der diesjährige Advent?

Romano Giefer: Die Zeit vor Weihnachten wird dieses Jahr zwangsläufig weniger öffentlich stattfinden. Vielleicht erlebt man dadurch auch in den Straßen tatsächlich einmal die andere Seite von Advent, nämlich nicht nur die Zeit, in der alles volle Fahrt aufnimmt Richtung Weihnachten, sondern eine Zeit der Entschleunigung und Besinnung darauf. In anderen Jahren muss man dem Trubel dafür eher gezielt aus dem Weg gehen. Dieses Jahr müssen Glühweinstände und Jingle-Bells-Lautsprecher aber eben ein Jahr Pause machen. Das wird vielen Leuten fehlen, mir persönlich nicht.

Das Beste aus einer Situation zu machen heißt aber ja keinesfalls, sie als Dauerzustand haben zu wollen. Meine Geschwister sind Mediziner; wenn sie von ihrer gegenwärtigen Arbeit im Krankenhaus erzählen, macht mir das große Sorgen, genauso, wenn mir Kevelaerer Geschäftsleute berichten, was gerade abgeht. Ich habe den allergrößten Respekt vor solchen und unzähligen anderen Menschen, die gegenwärtig alles dafür tun, damit wir diese Krise hoffentlich überstehen. Dazu sollte jeder von uns seinen persönlichen Beitrag leisten.

Wie machen Sie als Chorleiter – aktuell ohne Chorproben – das Beste aus dieser Zeit?

Romano Giefer: Wir machen verstärkt Einzelstimmbildung mit unseren Kindern und Jugendlichen. Mit den Erwachsenen dürfen wir unsere Gottesdienste im Rahmen der Vorschriften gestalten, wenn auch aus dem Stegreif und ohne nennenswerte Vorbereitung. Da leben auch wir gegenwärtig sozusagen vom Ersparten. Es ist natürlich schön, einmal jedem Einzelnen im Chor die volle Aufmerksamkeit schenken oder Sachen in kleiner Besetzung singen zu können. #

Aber natürlich fehlt uns allen in dieser Arbeit auch das Wesentliche, nämlich die Selbstverständlichkeit, ohne Einschränkungen gemeinsam zu singen und zu musizieren. Das ist bei allen Möglichkeiten, die wir Gott sei Dank haben, einfach durch nichts anderes zu ersetzen.

Romano Giefers Eifeler Spritzgebäck

Zutaten
225 g gute Butter , 200 g Zucker, 1 bis 2 Päckchen Vanillezucker, 3 Eigelb, 375 gesiebtes Mehl, 50 g gemahlene Mandeln, Nüsse oder Kokosflocken (je nach Geschmack)

Zubereitung
Den Teig gründlich zu einem festen Mürbeteig verkneten, dann zu einem Stollen formen und 48 Stunden kellerkühl lagern. Der Teig ist danach recht fest. Das Spritzgebäck wird daher am besten in gewünschter Form durch den Fleischwolf gedreht und beliebig angerichtet. Die Plätzchen bei 160 Grad Umluft hellbraun anbacken, nach Belieben mit Kuvertüre überziehen.

Am besten schmecken sie, wenn sie vor Verzehr noch ein bis zwei Tage in einer Blechdose lagern.

Die Kevelaerer Tafel im Advent

Unter dem Motto „Teilen, Schenken, Helfen und Freude spenden“ arbeiten seit 15 Jahren viele ehrenamtliche Helfer bei der Kevelaerer Tafel. Sie versorgen regelmäßig wirtschaftlich benachteiligte Menschen mit gesunden Lebensmitteln, die zwar noch einwandfrei sind, aber im Verkauf nicht mehr verwendet werden können.

Viele der ehrenamtlichen Helfer zählen zum festen Stamm, doch sind immer wieder neue interessierte und engagierte Mitarbeiter herzlich willkommen.

Seit rund zwei Jahren ist Rainer Morawietz ein Teil dieses Teams und arbeitet mit drei weiteren Mitgliedern im Vorstand der Kevelaerer Tafel. Während seines aktiven Berufslebens blieb wenig Zeit für gemeinnützige Zwecke. „Ich möchte dies nun nachholen und freue mich über jeden, die ebenfalls Zeit findet, hier ehrenamtlich mitzuwirken. Es gibt immer etwas zu tun“, erklärt Morawietz.

Die Tätigkeiten beschränken sich dabei nicht nur auf die Ausgabe der Lebensmittel, auch Koordination, Logistik, Fürsorge oder Verwaltung sind Bereiche, die durch Ehrenamtliche abgedeckt werden. Eine besondere Herausforderung war der Lockdown im März. Viele der Helfer gehören zur Risikogruppe.

An den beiden Ausgabeterminen, jeweils dienstags und donnerstags, sind meist 40 bis 50 bedürftige Personen vor Ort, für die die Tafel auch eine Stätte der Begegnung und des Miteinanders ist. Durch räumliche Veränderungen und entsprechende Hygienekonzepte konnte die Verteilung der Lebensmittel nach einer kurzen Pause fortgesetzt werden. „Ich finde es enorm, dass wir trotz der schwierigen Lage in der Coronazeit nach wie vor sehr gut unterstützt werden“, drückt Morawietz seinen Dank für alle Spender aus.

Während der Adventszeit möchten die Mitarbeiter der Tafel, wie bereits in den vergangenen Jahren, mit kleinen Geschenken aus der Bevölkerung in Form von Weihnachtspäckchen Freude spenden. „Auch wenn wir nicht wie sonst im Rahmen eines gemütlichen Nachmittags die Päckchen verteilen können, möchten wir dennoch nicht auf diese schöne Tradition des Teilens verzichten“, erinnert sich der Vorstandsvorsitzende auch gerne zurück. „Rund 200 Päckchen wurden im letzen Jahr bei uns abgegeben. Die Freude und Dankbarkeit der Tafel Kunden ist unbeschreiblich.“

Inhalt der Päckchen können haltbare Lebensmittel, Kaffee, Tee oder Süßigkeiten sein aber auch Körperpflegeprodukte, Spiele oder Bücher. Eine hübsche Verpackung steigert die Vorfreude und ein beigefügtes Inhaltsverzeichnis erleichtert den Tafelmitarbeitern die entsprechende Verteilung (wie keine Schweinefleischprodukte an muslimische Kunden, bekannte Allergien oder Alter des Empfängers).

Alle ehrenamtlichen Helfer freuen sich über eine große Spendenbereitschaft und geben diese Freude mit den Adventspäckchen gerne weiter.

Das Warten auf Jesus

Die Adventszeit ist nicht nur eine Zeit der Ruhe und Besinnung. Auch das Plätzchenbacken gehört einfach dazu. Das KB möchte sich in der Vorweihnachtszeit einmal umhören, wie bekannte Kevelaerer den Advent begehen und auf welches Rezept sie schwören. Den Anfang macht Andreas Poorten. Er ist seit 2012 Pastor in Kevelaer und und leitet die Kirchengemeinde St. Antonius.

Was für eine Zeit ist der Advent in theologischer Hinsicht?

Andreas Poorten: Der Advent ist die Zeit der Erwartung: Wir warten auf das Kommen Jesu. Im Grunde genommen ist dies ein dreifaches Kommen Jesu, dessen wir im Advent gedenken: Das erste Kommen war das Kommen Jesu durch seine Geburt in Bethlehem vor 2000 Jahren. Daran denken wir an Weihnachten. Advent ist die Zeit der Vorbereitung, in der uns dieses Geheimnis prägen soll, hier und heute. Die Geburt Jesu war nicht nur ein punktuelles Ereignis, sondern Gott hat dadurch die ganze Welt verändert, ihr die Liebe Gottes geoffenbart.

Das zweite Kommen Jesu ist sein Kommen in unsere Seele, also eine geistliche Begegnung. Das drückt sehr schön Angelus Silesius aus, indem er sagt: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du gingest ewiglich verloren!“ Und das dritte Kommen Jesu, auf das wir im Advent vorausschauen, ist das Kommen Jesu am Ende der Zeiten, seine Wiederkunft.

Der Advent ist noch nicht die Zeit des großen Festes, aber der frohen Erwartungen. Die alttestamentlichen Lesungen dieser Zeit sind geprägt von der Verheißung des Messias. Oft hört man auch in den liturgischen Texten den Ruf zur Umkehr, um sich für das Kommen Jesu bereit zu machen. Sich bereiten hat immer mit Verzichten zu tun, aber die Adventszeit ist keine Zeit der strengen Buße, wie es die Fastenzeit ist. Aber die liturgische Farbe ist wie in der Fastenzeit violett.

Welche Erinnerungen aus der Adventszeit haben Sie als Kind geprägt?

Andreas Poorten: Wir hatten in der Familie immer einen Adventskranz als sichtbares Symbol für die Adventszeit. Und am Frühstückstisch brannte eine Kerze mit 24 Zahlen. An jedem Tag wurde eine Zahl abgebrannt. Einen Adventskalender hatten wir noch nicht. Ich erinnere mich, wie wir als Familie oft am Spätnachmittag um den Adventskranz zusammensaßen und Spekulatius aßen und wir die einbrechende Dunkelheit durch das Licht der Kerzen vertrieben. Zum Weihnachtsfest gehörten immer Vanillekipferl, die wir im Advent gebacken haben. Aber gegessen wurden sie erst zu Weihnachten, im Advent gab es immer nur Spekulatius.

Daneben haben meine zwei Schwestern und ich im Advent regelmäßig am Sonntagabend nach der Tagesschau die damalige fünfminütige Chormusik im Advent gehört. Leider gibt es heute ja kaum CDs mit Adventsliedern zu kaufen, aber zwei habe ich schließlich doch gefunden, die ich abends im Advent gerne anhöre und die ein Relikt von diesen Abenden sind.

Was stört Sie am Advent, wie er heute begangen wird?

Andreas Poorten: Weihnachtsmärkte gehören für mich eindeutig nicht zur Vorbereitung auf Weihnachten. Schon als Student in den 80er-Jahren in Münster fand ich die großen Weihnachtsmärkte bedrückend, beengend und unpassend von ihrer ganzen Atmosphäre her. Es lief schon Weihnachtsmusik, es wurde Glühwein getrunken. Natürlich gehört es für viele dazu, im Advent noch Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Ich bin aber froh, dass wir in Kevelaer einen Krippenmarkt haben mit eindeutig christlichem Gepräge, keinen Weihnachtsmarkt.

Welche Anregung für den Advent haben Sie für die Leser?

Andreas Poorten: Ich bete seit vielen Jahren das Brevier und wenn ich darin in der Adventszeit all die vielen Prophetentexte höre, komme ich automatisch in adventliche Stimmung. Auch die Texte der heiligen Messe im Advent sind sehr geeignet, um sich auf Weihnachten vorzubereiten. Besonders auch die Roratemessen stechen im Advent heraus und bilden die Dunkelheit des wartenden Gottesvolkes und das durch Jesus aufgehende Licht wunderschön ab. Die Liturgie im Advent ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, um sich auf Weihnachten vorzubereiten.

Pastor Poortens Vanillekipferl

Zutaten
250 g Mehl, 1 Messerspitze Backpulver, 125 g Zucker, 1 Vanilleschote (Mark), 2 Eigelb, 200 g kalte Butter, 125 g gemahlene Mandeln, 50 g Puderzucker, 4 Pck. Vanillezucker, Mehl für die Arbeitsfläche

Zubereitung
Das Mehl mit dem Backpulver in einer Rührschüssel vermischen. Den Zucker, das Mark einer Vanilleschote, die Eigelbe, Butter und Mandeln hinzufügen und alles mit den Knethaken eines Mixers gut durcharbeiten.

Den Teig anschließend auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem glatten Teig verkneten. Aus dem Teig bleistiftdicke Rollen formen und auf einem großen Teller für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank geben. Die Rollen in 4 bis 5 cm lange Stücke schneiden, die Enden etwas dünner rollen und zu Hörnchen geformt auf das mit Backpapier ausgelegte Blech legen. Im vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober-/Unterhitze ca. 10 Minuten backen.

Den Puderzucker mit dem Vanillezucker mischen und die heißen Kipferl sofort nach dem Backen damit etwas bestreuen. Die Kipferl erkalten lassen und im Rest des Vanillezuckers wenden.

So planen die Kirchen Weihnachten

„Planungen erweisen sich als schwierig wegen der Ungewissheiten“, sagt Pfarrerin Karin Dembek. „Die Menschen, die Jugendlichen, die Ehrenamtlichen sind entmutigt an manchen Stellen wegen dieser ständigen Veränderungen. Dürfen die geplanten Veranstaltungen ausgeführt werden? Soll überhaupt vorbereitet werden? Und dann findet es doch nicht statt. Alles nicht einfach. Aber da geht schon etwas.“

Evangelische Kirchengemeinde

Die Pfarrerin erzählt von dem Newsletter, der nun regelmäßig erscheint, damit die Menschen informiert sind über Aktuelles und die Angebote der Kirchengemeinde. „Einfach mal unsere Homepage besuchen“, sagt Dembek.

Jedes Jahr am 1. Advent feiert die Evangelische Kirchengemeinde diesen Tag in einem Gottesdienst mit anschließendem Neujahrsempfang und begrüßt so das neue Kirchenjahr. Das wird so nicht stattfinden können. Mit dem Konfirmandenjahrgang 2020/21 gemeinsam plant Pfarrerin Karin Dembek diesen Gottesdienst mit dem Thema: „Wir begegnen Jesus“. Wie kann man sich begegnen auf unterschiedlichen Wegen? Diese Einheit, die während der Konfirmandenarbeit ein Themenbereich war, werden die Konfirmand*innen virtuell und schriftlich in den Gottesdienst einbringen. Die musikalische Begleitung übernehmen Annja Rossmann, Tom Löwenthal und einige Chormitglieder.

Das Stehcafé, das für den 2. Advent geplant war, hofft die Kirchengemeinde bei gutem Wetter draußen auf dem Kirchplatz vor der Jesus-Christus-Kirche ausführen zu können, mit dem nötigen Abstand und den Hygieneregeln und musikalischer Begleitung.

Wenn die Regeln der Pandemie es erlauben, denkt man nach über einen „Neujahrsempfang“ am 3. Advent um 16 Uhr auf dem Kirchplatz mit einer Andacht aus Texten und Musik. Der Familiengottesdienst am Vormittag ist mit dem Kindergarten „Jona“ geplant.

Und am Mittwoch, 16. Dezember, um 18 Uhr soll doch auch wieder die „Zeitinsel im Advent“ angeboten werden. Mit Musik und Kerzenschein, mit Meditationen, voraussichtlich nicht wie in den vergangenen Jahren im Gemeindesaal, sondern in der Kirche.

Die Angebote der Weihnachtsgottesdienste können im neuen Newsletter nachgelesen werden. Am Heiligabend sollen der Familiengottesdienst „Schafe an der Krippe“ um 15 Uhr, die Christvesper um 17 Uhr auf dem Kirchplatz sein.

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde

Auch die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde plant Weihnachten anders als sonst. Voraussichtlich soll der Heiligabend Gottesdienst im Freien draußen in der Siedlung gefeiert werden. „Wir möchten zu den Menschen kommen“, erklärt Pastor David Burau. Zurzeit sei es nicht einfach mit den Vorbereitungen, die Menschen seien müde geworden in dieser schwierigen Zeit. Auch überlege man, die Kirche länger aufzulassen am Heiligabend, vielleicht von 13 bis 17 Uhr, um die Hygieneregeln und erforderliche Abstände einhalten zu können.

Dann dürfe man sich auch ein Licht mit nach Hause nehmen, erläutert Burau weiter die Vorüberlegungen. Predigt und Musik wolle man vorbereiten für die Homepage, auch um den Gottesdienst zu Hause feiern zu können.

St. Antonius

Die St. Antonius Pfarrgemeinde plant mehrere Gottesdienste an Heiligabend und Weihnachten, für die Anmeldungen erforderlich sind. Der Pfarrbrief „mit – einander“ der Kirchengemeinde wird in Kürze verteilt. Da habe man eine breite Streuung, um die Menschen zu informieren, sagt Pastor Andreas Poorten. „Man muss sich online oder telefonisch anmelden zu den jeweiligen Gottesdiensten.“

Es werden einige Krippenfeiern für Familien mit kleinen Kindern angeboten am Heiligabend. In Kervenheim sind keine Anmeldungen erforderlich, weil diese Krippenfeier draußen im Garten des ehemaligen Pfarrhauses stattfindet. Die Anzahl der Gottesdienste sind nahezu verdoppelt worden, um möglichst vielen Menschen einen Besuch zu ermöglichen.

Wer das nicht kann oder nicht möchte, findet im Pfarrbrief Hausandachten zum Advent oder für Weihnachten zu Hause. Auch gibt es wieder den WhatsApp-Adventskalender, über den schon berichtet wurde. Und St. Antonius wird es auch online geben, mit Texten und Liedern zum Advent, einem virtuellem Krippengang und der Übertragung der Christmette am 24. Dezember um 18.30 Uhr.

Abend der Lichter

Wie in den Vorjahren gestalten die Kirchengemeinden gemeinsam, auch mit St. Marien, wieder den „Abend der Lichter“ am Freitag, 11. Dezember um 20 Uhr, diesmal in der Clemenskapelle an der Sonnenstraße. Auch die Weihnachtsklänge des Musikvereins Eintracht Twisteden im ganzen Dorf soll es wieder geben, wenn es sein darf in diesem ungewöhnlichem Jahr. Ein vielfältiges Angebot für ein Miteinander in der Weihnachtszeit kann man nachlesen im Pfarrbrief von St. Antonius sowie auch auf allen Homepages der Kirchengemeinden in Kevelaer.

„Digitaler Adventskalender“ des Museums

Da in diesem Jahr der traditionelle Adventskalenderworkshop in der Museumsschule nicht stattfinden kann, hat sich das Niederrheinische Museum etwas anderes ausgedacht. Denn wenn auch die vielen tollen Ideen der Kinder nicht vor Ort in einem Workshop verwirklicht werden können, so kann das Museum sie doch präsentieren – und zwar digital. So soll ab dem 1. Dezember jeden Tag im Advent ein virtuelles Türchen auf der Facebook-Seite des Museums geöffnet werden, worin ein selbstgemaltes Bild von Kreativen Zuhause zu bewundern sein wird.

Deshalb ruft das Museum Kinder auf: „Sendet uns, egal wie alt Ihr seid, ab sofort Eure künstlerischen Werke per E-Mail zu. Ob Buntstift oder Pinsel, ob Wasserfarbe oder Acryl, wählt einfach Euer Lieblingsmotiv zum Thema Winter, Advent oder Weihnachten, sucht Euch ein DIN A 4 Format und los geht’s! Bitte achtet beim Versenden des Bildes darauf, dass es eine gute Qualität aber nicht mehr als 4 Megabyte hat. Dazu schreibt uns bitte noch Euren Vornamen, Euer Alter, wenn Ihr mögt Euren Wohnort, und den Titel des Kunstwerks.
Die ersten 24 Einsendungen werden in den Adventskalender aufgenommen. Das Museumsteam freut sich über viele tolle und bunte Werke und diese über Facebook zeigen und teilen zu dürfen. Unsere E-Mail-Adresse: info@niederrheinisches-museum-kevelaer.de.“

Im Advent gibt es Nachrichten aus der Pfarrei aufs Handy

24 Wünsche, weltliche und kirchliche Gedanken zum Innehalten, die man auf dem Handy lesen kann: diese Idee des Pfarreirates St. Antonius kam im vergangenen Jahr bereits gut an. Rund 700 Menschen ließen sich registrieren, um den WhatsApp-Adventskalender der Pfarrei mit dem Titel „Wartezeit“ auf ihrem Gerät zu verfolgen. „Wir waren davon echt überrascht“, sagt Anne Teller-Weyers vom Pfarreirat. „Wir sind auch nicht im Kreisgebiet geblieben. Von daher zählt es, dass wir Menschen glücklich machen, egal wo sie sind.“ Vom 1. bis 24. Dezember können auch in diesem Jahr Interessierte einmal täglich die kirchlichen oder weltlichen Gedanken auf ihr Smartphone bekommen.

Dabei sind Impulse wie „Ich wünsche dir Hände, die nicht lange überlegen, ob sie dir helfen oder gut sein sollen“ nachzulesen. „Das kann helfen, weil das 24 positive Gedanken sind, mit denen man den Tag gut beginnen kann“, sagt Teller-Weyers.

Eigens für das Projekt wurde ein Prepaid-Handy angeschafft, über das der Versand der Nachrichten mit Berücksichtigung aller datenschutzrechtlichen Bestimmungen erfolgt. Wer Lust auf den mobilen Adventskalender hat, muss WhatsApp auf seinem Smartphone installiert haben und kann ab sofort eine WhatsApp-Nachricht mit dem Stichwort „Advent“ an Tel. 0162-7055300 senden. Um Broadcast-Nachrichten empfangen zu können, ist es erforderlich, die Handynummer als Kontakt abzuspeichern, zum Beispiel unter dem Namen „Wartezeit“. Die Nummern der Interessenten werden anonym in einer Broadcast-Gruppe gesammelt und können so an jedem Tag der Adventszeit kontaktiert werden. Über diesen Verteiler ist es möglich, dass Nutzer keine Mobilfunknummern anderer Nutzer sehen können und auch keine Nachrichten an andere Nutzer schicken können.

Jeder Teilnehmer erhält eine Nachricht, dass die Anmeldung erfolgreich war. „Wer 2019 bereits registriert war und die Nummer von damals noch abgespeichert ist, muss sich in jedem Fall erneut anmelden“, macht Anne Teller-Weyers deutlich. „Wir haben die alten Nummern ja alle gelöscht, sodass das Broadcast-Handy auf Null gefahren ist.“ Und nach Ablauf des Adventskalenders werden die Mobilfunknummern aller Teilnehmer durch das „Wartezeit“-Team unaufgefordert gelöscht.

Keine Kommunikation mit der Pfarrei über den Messenger

Der Service ist kostenfrei und jederzeit kündbar. Wer sich von der Aktion abmelden möchte, sendet eine Nachricht mit dem Stichwort „Stopp“ und wird aus dem Verteiler entfernt. Von Anrufen und SMS bittet der Pfarreirat abzusehen, diese können nicht berücksichtigt werden. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und allein für den genannten Zweck verwendet.