Aktuelles aus Achterhoek

Kevelaerer Verlag sucht Fotos für eine Studie über den Künstler Heinz Henschel

„… müssen Männer mit Bärten sein“

Jan und Hein und Klaas und Pit kämen eventuell infrage. Denn wie heißt es in dem alten Seemannslied „Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren (…müssen Männer mit Bärten sein)“ so schön: „…die haben Bärte, die fahren mit.“ Nun ist die Zeit der Kaperfahrten und Seeräubereien am Niederrhein lange vorbei und auch im Hinblick auf die aktuelle haarige Hipster-Mode hätten es Jan und Hein und Klaas und Pit heute nicht ganz so leicht.

Der zweite Achterhoeker Autogottesdienst zu Ostern lockte auf die grüne Wiese

„Schöner als in der schönsten Kathedrale“

Gut eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes probten die Techniker und der Sonsbecker Posaunenchor im Schatten der Bühne nochmal die Akustik auf dem Gelände am Achterhoeker Schulweg 22. Pfarrer Albrecht Mewes von der evangelischen Kirchengemeinde Sonsbeck verfolgte die letzten Vorbereitungen.

Am Ostermontag geht es um 11 Uhr los

NUK-Autogottesdienst wird online übertragen

Der Oster-Autogottesdienst des „Natur und Kultur im Achterhoek e.V.“ am Ostermontag wird per Livestream auf YouTube übertragen. Um 11 Uhr geht’s los.

Am Ostermontag dürfen die Gläubigen wieder mit ihren Autos auf die NuK-Pachtwiese

Zweiter Auto-Gottesdienst im Achterhoek

„Dass uns die Pandemie so lange beschäftigen würde, daran hatte nie jemand geglaubt. Mit aller Traurigkeit haben wir dem Erliegen des kulturellen Daseins dennoch zusehen müssen. Bis heute“, schreibt der NuK-Vorstand. Aber es werde immerhin eine zweite Auflage des Auto-Gottesdienstes geben, der vor einem Jahr weltweit in den Schlagzeilen landete.

„Du sollst nicht fluchen“

Mit der Versendung des Jahresrückblicks (das KB berichtete) hatte der NuK-Vorstand auch zu einer Müllsammelaktion am Neujahrstag aufgerufen. Die Ereignisse dabei wollte man im Nachgang nicht unkommentiert lassen:

„Der NuK hat sich in seiner Funktion als Familienverein eine entsprechende Sprache verordnet. Daran halten wir uns recht konsequent, nur gerade im Moment fällt uns das etwas schwer. Wie schön, dass es für solche Fälle Platzhalter gibt, von denen wir heute reichlich Gebrauch machen werden.

Im Jahresrückblick haben wir dazu aufgerufen, beim Neujahrsspaziergang zur Mülltüte zu greifen und das Besinnliche mit einem weiteren Nutzen zu verbinden. Die Beteiligung an der Aktion war eher ***. Zugegeben, der Aufruf kam sehr kurzfristig. So kam es dann dazu, dass eigentlich nur der NuK-Vorstand losgezogen ist und den Achterhoek nach Plastikmüll, Tetrapack und alten Kippen durchforstet hat. Bedenkt man, dass quasi nur 10 Leute unterwegs waren, ist die gesammelte Menge dennoch beachtlich.

Klar hat man sich durch die Medien an die Bilder von abgekippten Reifenbergen oder Sperrmüllhaufen im Wald gewöhnt, dennoch haben wir nicht schlecht gestaunt, was wir so alles gefunden haben.

Foto: NuK

Die kleine Sackgasse an der Singendonk´schen Mühle scheint ein magischer Anziehungspunkt für entsorgungswillige *** zu sein. Neben dem ein scheinbar hirnloser *** dort gut 30 Liter Altöl – teils in unverschlossenen Behältern – abgestellt hat, fand keine zehn Meter weiter eine feuchtfröhliche Piccolo-Party statt. Eine solche Flaschenansammlung der gleichen Marke fand sich dann noch an zwei weiteren Stellen in unmittelbarer Nähe. Beides Produkte, die man problem- und kostenlos regulär entsorgen kann, wenn man nicht so *** *** wäre.

Foto: NuK

Äußerst Erstaunliches bot auch ein Fund am alten Steg. Die Bitte, in diesem Jahr auf ein Feuerwerk zu verzichten, scheint manchen *** Zeitgenossen geradezu provoziert zu haben. Was wir fanden, war eine abgebrannte professionelle Pyro-Wunderkiste polnischen Vertriebs; hergestellt im fernen Asien. Entsorgt in der Landschaft. ***!

Wir schätzen, dass es gut 3% unserer Bevölkerung nicht schaffen, ihren Müll an geeigneten Orten zu entsorgen. Der Achterhoek bietet der Einfachheit halber ja sogar zwei Wurfmülleimer an, um es diesen Menschen leichter zu machen. Es handelt sich bei diesen *** aber oft um Wiederholungstäter, weil man es ihnen nicht anders beigebracht hat. Scheinbar hat hier mangelnde Bildung zu mangelndem Respekt geführt. Dieses Phänomen haben wir den „Sallos-Fehler“ genannt. Warum? Da gibt es einen *** Mitmenschen, der seit langer Zeit zwischen Kapellen und Wido pendelt. Er liebt scheinbar diese würzigen Lakritzbonbons und stopft sie sich während er pendelt in rauen Mengen in sich hinein. Die kleinen Plastikverpackungen in denen die Bonbons einzeln verpackt sind, wirft er regelmäßig aus dem Autofenster. Alleine auf der Strecke von der Mühle bis zur Kapelle fanden wir knapp 70 Sallos-Tütchen. Die isst man nicht während einer Fahrt, da steckt Gewohnheit dahinter. Umweltverschmutzung als Prinzip. Eben genau solche *** schrecken dann auch nicht davor zurück, ihr Altöl an der Straße zu entsorgen. Gerne würden wir uns einmal mit einem solchen *** unterhalten.

Ein weiterer Wiederholungstäter verhält sich in ähnlicher Manier. Der mampft allerdings keine Lakritze, sondern säuft Schnaps und entsorgt seine Pullen immer in der gleichen Ecke. Das lässt den Rückschluss zu, dass dieser autofahrende *** seine Fahrt anschließend fortsetzt. Erschreckend!

So, genug geflucht für dieses Jahr. ´21 wird ein gutes Jahr!

Der Vorstand dankte heute mal dem Vorstand für diese Leistung. Ein weiterer Dank geht an die Jungs vom Bauhof. Ihr seid die Besten.“

Achterhoek – im kulturellen Shutdown und im Iran

Mit einem besonderen Rückblick auf das Corona-Jahr wendet sich der Verein „Natur und Kultur im Achterhoek“ (NuK) an seine Mitglieder. Naturgemäß steht dabei die Natur im Vordergrund, denn der zweite im Vereinsnamen genannte Themenschwerpunkt ist unter den bekannten Pandemie-Bedingungen arg in Bedrängnis gegangen. Dennoch: Auch wenn das Vereinsjahr völlig anders verlief, als es der engagierte Vorstand des Vereins zu Beginn des ablaufenden Jahres noch plante, gibt es ein paar Meilensteine, die sicherlich einer Erwähnung wert sind. Und die Hoffnung auf eine Normalisierung in der Zeit nach Corona macht sicherlich nicht nur den Achterhoekern Mut, zuversichtlich nach vorn zu blicken. Deshalb wollen wir Ihnen diesen besonderen Rückblick des NuK nicht vorenthalten. In dem Schreiben an die Mitglieder heißt es:

„2020 wird zukünftige Geschichtslehrer in gesellschaftlicher und politischer Besonderheit sehr herausfordern. Wie will man das erklären? Für unseren Verein hieß 2020 das „K“ für Kultur nahezu komplett zu streichen. Wir wären aber nicht der NuK, wenn wir uns nicht mit den Umständen arrangiert hätten, wie beim ersten Auto-Gottesdienst am Niederrhein. Dennoch hat uns die zunehmende Bedrohlichkeit der Pandemie genauso zum Nichtstun verdammt, wie alle anderen kulturellen Akteure auch. Was uns blieb, war Bäume pflanzen.

Zumindest waren wir einer der wenigen Vereine, der nichts absagen musste, weil wir schlicht und ergreifend noch nicht angesagt hatten. Als Corona sein Debüt erfuhr, hatten wir unseren Newsletter mit allen Ankündigungen soweit fertig und wollten ihn schon rausjagen. Wohlweißlich taten wir es dann doch nicht. Wir hatten viel geplant, Bands gebucht, Touren erdacht und ein Sommerevent im Kopf. Anstelle dessen blicken wir täglich auf die Zahlen der Neuinfektionen und hoffen, dass die Vernunft bald Herr über die Entwicklung wird; oder eben ein Impfstoff. Wenn alles gut geht, werden wir Richtung Ende ´21 wieder in einer neuen Art der Realität durchstarten können.

Auf Abstand und doch gemeinsam wurde der Auto-Gottesdienst im Achterhoek gefeiert. Foto: nick

NuK Viral

Oben erwähnter Auto-Gottesdienst darf – nein, muss – noch mal gesondert erwähnt werden. Wer hätte das gedacht. Da sitzen zwei Vorständler gemütlich beim Bierchen zusammen und sinnieren, was man denn derzeit so machen könnte. Das Ergebnis ist hinreichend bekannt. Dass dieses Event einmal rund um den Globus viral gehen würde, hatte niemand auf dem Schirm. Der Pressefotograf Arnulf Stoffel aus Sonsbeck reichte seine Bilder der Veranstaltung bei der DPA (Deutsche Presseagentur) ein. Montags danach um 08:00 Uhr klingelte das Telefon beim NuK und die DPA erfragte ein Interview. Keine zwei Stunden später wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die „Welt“ über uns berichten würde, kurze Zeit später die Passauer Presse, dann Coburg, von Bayern aus ging es plötzlich nach Tschetschenien. Die „Zeit“ ließ es sich auch nicht nehmen über uns zu berichten. Als uns dann die Meldung erreichte, dass just in New York der Dorfgottesdienst auf der grünen Wiese erwähnt wurde, hatten wir Schwierigkeiten unsere Kinnlade zu kontrollieren. England, Australien und der Iran folgten. Etliche weitere Länder ebenfalls. Eine Idee ging um den ganzen Globus. Das war zwar nicht unsere Intention, aber diese Welle war spannend zu beobachten. Immerhin wissen wir jetzt, wie man im Iran „Achterhoek“ ausspricht. Wir haben es aus der arabischen Meldung via Google-Übersetzer zurück übersetzen lassen. Heraus kam „Akhtaruk“. Als Sahnehäubchen druckte das Stern-Monatsmagazin „View“ im Mai, das Bild der Veranstaltung noch einmal doppelseitig mit dem denkwürdigen Titel „Das Wunder von Achterhoek“.

Die 92 Bäume der NuK-Aktion „Grundlos Bäume pflanzen“. Fotos: NuK

Grundlos Bäume pflanzen // Stand der Dinge

Mittlerweile haben 98 Bäume im Kevelaerer Stadtgebiet eine neue Heimat gefunden. Die Aktion ist zum Selbstläufer geworden und wir freuen uns riesig darüber, dass die Idee so gut angenommen wurde. Gemeinsam mit der Kommune und der Truppe von SOS-Kinderdorf werden auch in Zukunft Plätze gesucht und noch mehr grundlose Bäume gepflanzt werden. Stand heute ist der Topf noch nicht erschöpft und wird erfreulicherweise regelmäßig wieder befüllt. Erst gestern hat uns das Kevelaerer Unternehmen „Nacke Logistik GmbH“ dankenswerterweise mit der Summe von 1000 Euro bedacht.

Eine weitere äußerst großzügige Spende hat uns zum Jahresbeginn von den Vogelfreunden Twisteden erreicht. Der Verein hatte sich dazu entschieden, dem NuK 1000 Euro – zweckgebunden – für die Natur zu übergeben. Eine tolle Geste und ein Vertrauensbeweis in den NuK. Wir danken sehr herzlich.

Nochmal 500 Euro wirft die Firma Breuer in die Kasse. Der Kevelaerer Blumen- und Gartenhandel gibt jedes Jahr einen Euro pro verkaufter Portionen der Niederrhein-Saatgutmischung an Vereine weiter. Bei zwei Preisträgern kann man leicht nachrechnen, dass demnach gut 1000 Portionen der Mischung in die heimischen Gärten gewandert sind. Das ist grandios von den Käufern und klasse von Heino Breuer, dass er einen satten Teil des Gewinns wieder ausschüttet. Auch hier sagen wir danke. Noch bei der Übergabe wurde entschieden, den Erlös gleich wieder in neues Saatgut für das kommende Jahr zu investieren.

Verzicht auf den Bonus

Die finanziellen Mittel des NuKs und wofür sie verwendet werden, sind oft ein – mit Herzblut – diskutiertes Thema der Vorstandsrunden. Ohne Geld ist man nicht handlungsfähig, aber in einigen seltenen Fällen kann oder sollte man darauf verzichten. Dies haben wir beschlossen.
Als wir 2018 die kleine Waldparzelle an der Wetterley gekauft haben, haben wir gleichzeitig überlegt, für den Grund ein Ökopunktekonto führen zu lassen. Dies hätte bedeutet, dass wir je Quadratmeter einen Ökopunkt erhalten, wenn wir es sich selbst überlassen; was einem Gegenwert von 2500 Euro entsprechen würde. Von diesem Geld hatten wir geplant ein E-Lastenrad anzuschaffen, das sich jedes NuK-Mitglied günstig wochenweise leihen kann, um so ein Gefährt einmal zu erproben. Diese Anschaffung wurde jedoch zurückgestellt. Ökopunkte haben nämlich einen entscheidenden Nachteil. Sie stellen den von uns so oft erwähnten Makulatur-Naturschutz dar. Tue ich hier Gutes, darf ich an anderer Stelle Schindluder betreiben. Konkret: Verkaufen wir diese Ökopunkte auf dem freien Markt, ist der kleine Naturwald zwar geschützt, anderenorts darf dann aber Fläche versiegelt oder etwas Anderes zerstört werden. Würden wir dies tun, hätte der Kauf des Grundstücks seine Berechtigung verloren. Laut Beschluss des Vorstandes wird das Areal nun unter freiwilligen dauerhaften Schutz gestellt, ohne dafür einen Gegenwert zu erhalten.

Es muss vielmehr unser Bestreben sein noch mehr Land zu finden, auf dem sich die Natur frei entfalten kann und für den Menschen erlebbar wird. Dies ist ein kostspieliger Gedanke, den wir dennoch wagen wollen.

Der frisch gepresste Apfelsaft wird in Tüten mit Zapfhahn umgefüllt. Diese können in einem zugehörigen Pappakarton aufgestellt werden. Foto: NuK

Apfelsaftaktion

Im September fand wieder die allseits bekannte wie beliebte Apfelpress-Aktion des NuKs statt. Jutta und Fred Eickhoff hatten alles hervorragend vorbereitet und unser Partnerverein Likk e.V. in Keppeln die Presse und die Verpackungen bereitgestellt.

Insgesamt wurden 1.350 kg Äpfel angeliefert und daraus 666 Liter Apfelsaft gepresst. 583 Liter gingen an die Helfer und Obstlieferanten, der Rest wird vom NuK für 4 € je 3-Liter-Packung verkauft.

Mittelaltermarkt

Unser Mittelaltermarkt konnte in diesem Jahr nicht öffentlich ausgetragen werden. Das Lager fand aber unter strengen Hygienebedingungen dennoch statt. Die Wiese bot reichlich Raum für Abstand. Trotz des abgespeckten Programms durften wir auch diesmal die Unterstützung der VoBa in Form von 250 Euro erfahren.

Neujahrsspaziergang mit Müllsack

Die großen Müllsammelaktionen sind in diesem Jahr ausgefallen. Dementsprechend liegt an unseren Straßen und Wegen viel mehr Müll als üblich. Aufgrund der derzeitigen Umstände wollen wir auch nicht zu einer gemeinsamen Sammelaktion aufrufen. Besser wäre es, beim Neujahrsspaziergang mit Müllsack loszuziehen. Wer mitmacht, kann die gefüllten Säcke dann zur Geschäftsstelle bringen (Der Abstellplatz am Achterhoeker Schulweg 22 wird ausgeschildert). Es wäre klasse, wenn ihr alle mitmacht, egal, ob ihr im NuK seid oder nicht.

Danke schön …

Aufgrund der zahlreichen Einsätze von der Jugendtruppe von SOS-Kinderdorf, die immer wieder Hand anlegen, wenn Bäume gepflanzt werden sollten, haben wir uns gedacht, dass wir denen ja auch mal was Gutes tun könnten. Daher spenden wir in 2021, 250 Euro an diese tollen Menschen, mit der Zweckbindung für die Jugenderholung. Ob das ein Kinoabend oder eine Pizza für alle wird, entscheiden deren Verantwortlichen. @SOS + Team: Danke für eure Hilfe. Ihr seid klasse!

Euch allen wünschen wir einen guten Start in das neue Jahr. Wenn wir uns noch ein wenig gedulden und die Impfstoffe alle erreicht haben, steht der Kultur auch nichts mehr im Wege.“

Einen Kommentar zur 1. Müllsammelaktion in 2021 gibt’s hier.

Weckmänner und Honig für die Autofahrer

Ein paar Stehtische, auf denen Weckmänner und kleine, mit selbstgemachtem Honig gefüllte Gläser standen plus eine Zange zur Übergabe der kleinen Gaben. Mehr brauchte es nicht, um mit wenig Aufwand am Dorfplatz eine pfiffige Idee umzusetzen.

Die Mitglieder des Vereins Natur und Kultur im Achterhoek hatten sich zum Nikolaus die „Weckmann-to-go“-Aktion für die Autofahrer ausgedacht. Diese konnten sich einen Weckmann wahlweise mit oder ohne Rosinen und ein kleines Glas Honig durchs Fenster reichen lassen. „Uns bleibt doch momentan nichts anderes übrig, als sich etwas auszudenken, um wenigstens noch ein bisschen Weihnachtlichkeit hineinzubringen“, erklärte NuK-Geschäftsführer Matthias David. „Dann verteilen wir wenigtens Weckmänner und Achterhoeker Honig für die Gemeinschaft.“

Vereine seien in dieser Zeit „auch verpflichtet, zu machen, was geht“, sagte der NuK-Vorsitzende Rainer Verhülsdonk. „Man muss kreativ sein. Wir machen eine nette Geste für die Menschen. Viele haben schwer genug gelebt in dieser Zeit.“

Bei den Besuchern des Dorfplatzes kam die Aktion jedenfalls super an. „Der NuK lässt sich immer was einfallen“, sprach Michael Kerkmann vielen aus der Seele. „Ein Lichtblick in dieser Zeit.“

NuK macht Apfelsaft im Achterhoek

Der Verein „Natur und Kultur im Achterhoek“ (NuK) presst gemeinsam mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern Apfelsaft aus eigenen Äpfeln. Am kommenden Samstag, 26. September 2020, ab 11 Uhr, sind alle Apfelbesitzer auf den Rammendonkshof der Familie Eickhoff, Achterhoeker Schulweg 18 in 47626 Kevelaer-Achterhoek, eingeladen. Gepresst werden nur Äpfel von denjenigen, die sich vorher angemeldet haben und die bei der Apfel-Bearbeitung helfen. Um Anmeldung bei Jutta und Fred Eickhoff unter Tel. 02838-91830 oder per email an p.becker@nuk-achterhoek.de wird gebeten.

Angenommen werden gut tragbare Behältnisse wie Obstkisten, Wäschekörbe, Säcke aber auch gerne größere Mengen nach Absprache. Eine ungefähre Gewichts- bzw. Mengenangabe ist außerdem hilfreich für die Zeitplanung der Organisatoren. Über den Heimatverein Keppeln e.V. leiht der NuK eine Apfelsaftpresse aus. Mit dazu erhalten sie die Technik zum Pasteurisieren und Abfüllen in drei oder fünf Liter „Bag-in-Box“-Verpackungen mit Zapfhahn. Im Saftkarton abgefüllt bleibt der Saft mindestens ein Jahr haltbar. Nach dem Öffnen hält sich der Saft bis zu drei Monate ohne Kühlung.

„Da wir ein Lebensmittel herstellen, brauchen wir nicht nur Helfer beim Spülen und Reinigen der Äpfel, sondern auch beim Annehmen, Wiegen, Schreddern, Pressen, Pasteurisieren und Abfüllen“, erklären die Verantwortlichen des NuK. Jeder kann maximal so viel Saft mitnehmen, wie er selber an Äpfeln geliefert hat. Apfelspenden werden gerne angenommen und kommen dem NuK zugute.

Hierzu ein Beispiel: 50kg Äpfel ergeben circa 20 Liter Saft. Dazu werden vier „Bag-in-Box“ Verpackungen zu je drei Euro benötigt. Somit kosten 20 Liter naturtrüber Achterhoeker Apfelsaft 12 Euro (= 60 Cent je Liter).

Da wurden Erinnerungen wach

Mit ruhiger Hand holte Rainer Verhülsdonk die Kuchenform aus dem Ofen. „Das ist richtig gut gelungen“, konnte der Vorsitzende des Vereins „Kultur und Natur im Achterhoek e.v.“ (NuK) der „Künstlerin“am Haus Achterhoeker Schulweg 32 zu ihrem Brotwerk nur gratulieren.

Marie-Therese Jansen hatte an diesem Nachmittag zum ersten Mal in ihrem Leben ein Ofenbrot zustande gebracht. „Das ist ganz wunderbar“, freute sie sich über das Ergebnis: „Die Backmischung stand bei mir im Schrank und ich hab mir gesagt, jetzt ist die Zeit.“ Mit Genuss kostete sie mit ihrem Liebsten den ersten Bissen. „Der schönste Moment ist, wenn der erste Duft in die Nase steigt“, fand sie.

Vorher durften die anderen Besucher, die größtenteils schon seit Jahren mit von der Partie sind, das noch warme Blech mit Zwetschgen- und Apfelkuchen verköstigen, das Rosi Gomolka kreiert hatte.

„Gratis“ dazu bekamen die Gäste noch die schönen Erinnerungen, die die ältere Dame an die Zeit hatte, als sie noch in Franken lebte und Brotbacken im Ofen eine Normalität war. „Dazu mussten wir Sauerteig haben und dann wurden sechs, sieben Brote gebacken“, erzählte sie, während sie den Kuchen schnitt. „Da wurde das Mehl noch selbst gedroschen. Die Oma hat es angesetzt mit dem Sauerteig. Das wurde noch alles mit der Hand gekloppt und geknetet.“

Der Ofen dazu „musste von früh bis nachmittag vorgeheizt sein, damit die Steine heiß genug waren. Dann wurden die Brote reingeschoben.“ Sie erinnerte sich auch noch daran, dass die letzten Brote immer etwas härter wurden. „Die wurden dann in Kaffee eingetaucht.“

Am Ende, das weiß sie noch, hatte sie „auf der Schubkarre mal acht große Brote.“ Auf jeden Laib kam ein Kreuz: „Oft gab es dazu Schmalz und mein Opa hat dazu auf dem Herd Knoblauchzehen gemacht und auf das Brot geschmiert.“

Die Geschichte von Rosi Gomolka löste auch bei Rainer Verhülsdonk Erinnerungen aus. „Wir hatte zwar einen Elektroofen. Aber meine Mutter hat samstags immer gebacken und wir haben uns als Geschwister um die erste Schnitte gestritten. Die war so lecker, frisch , warm – da kam Butter und Marmelade drauf. Es gibt nix Besseres.“

Was die Besonderheit eines guten Ofenbrotes eigentlich ausmacht? „Die Glut lass ich drin. Da hat man so ein Raucharoma, das ist unbeschreiblich. Das Aroma ist einfach phänomenal, man weiß, was drin ist, und es sind halt keine Haltbarkeitssachen drin – einfach lecker.“

Ofenbacken erfordere echtes Feingefühl. „Ein Elektro- oder Gasofen, den stellt man 50 Minuten auf 220 Grad ein und es läuft. Hier muss man wirklich gucken, auch wenn wir die Gradzahl messen, hier und ein Händchen entwickeln, dass es jetzt gerade gut ist. Mein allererstes Brot, das war eine Katastrophe, weil ich gar kein Gefühl hatte und wusste, wie das mit dem Hefeteig funktioniert.“

Auch der zwischenzeitliche Platzregen konnte der entspannten Stimmung der Teilnehmer nichts anhaben. „Es sind immer die gleichen Protagonisten da, die bringen ihren Teig mit. Meinen Kuchen hab ich schon reingebracht“, erzählte Rainer Verhülsdonk. „Wir machen das seit 2015, als wir den Ofen hier eingeweiht haben.“

So ganz „nebenbei“ erwähnte Verhülsdonk noch, dass man in der Woche zuvor die NuK-Mitgliederversammlung mit der Wahl eines neuen Beisitzers (Andreas Boltze) und des alten, neuen Geschäftsführers Matthias David abgeschlossen hat.

Mit Blick auf die Trockenheit der Böden äußerte der Naturschützer seine Sorgen: „Die Bäume, die Sträucher gehen kaputt. In der Fleuth sterben Fische am Sauerstoffmangel. Auf 300 Meter in Kapellen an der Brücke waren zehn große Fische tot. Warmes Wasser hat weniger Sauerstoff und die Fische ersticken. Willkommen im Klimawandel. Das macht mir noch mehr Sorgen als Corona.“

Kunsthandwerk in der Natur erleben

Nicht nur zahlreiche Künstler, sondern auch das Ordnungsamt war an diesem Morgen am Hungerwolfsweg erschienen, um eine Abnahme der „LandArt 2020“ vorzunehmen. „Das, was wir uns erhofft haben, reicht aus“, zeigte sich Judith Schelbergen als langjährige Organisatorin der Veranstaltung froh, dass die Vorsorgemaßnahmen, die sie angesichts von Covid-19 treffen möchte, auf das Wohlwollen der Behörden treffen. Somit darf ein Juwel der Kunstausstellungen am Niederrhein gerade in diesen Zeiten seine Pforten zwischen dem 28. und 30. August öffnen. „Ich bin sehr erleichtert, dass es überhaupt geht“, meinte die 46-jährige Künstlerin.

Die Vorbereitung mit der Einladung der Künstler begann schon im November letzten Jahres. „Als es losging mit Corona, da kamen schon erste Zweifel.“ Man habe sich im Vorfeld sehr viele Gedanken gemacht, wie die Veranstaltung unter den aktuellen Bedingungen vonstattengehen kann. „Wir machen wie jedes Jahr die Verlosung. Da bekommt jeder Besucher ein Kärtchen, auf dem er seine Daten mit Uhrzeit einträgt. Das reicht dann für die Nachverfolgung aus.“ Außerdem werden an diversen Stellen – am Eingang, an den Toiletten und nahe dem kulinarischen Angebot mit Wein, Flammkuchen und Grillstand – Desinfektionsspender aufgestellt. „Es wird an den Ständen kein Bargeld gezahlt  – es gibt Taler zu kaufen. Dann haben die Leute mit Geld nix zu tun.“

Um Müllberge zu vermeiden und der Getränke-Hygiene zu genügen, hat Schelbergen extra 1000 „LandArt“-Becher drucken lassen. „Die Stände kann man so platzieren, wie wir das immer machen.“ Da herrsche auf dem weitläufigen Grundstück genügend Platz.  Und beim Einhalten des Abstandes setzt sie auf die Vernunft und Eigenverantwortlichkeit der Gäste. „Da kann ich nicht permanent hinterher sein.“ Schelbergen hofft jetzt, „dass es nicht kurz vor knapp wegen Corona doch nichts wird“, wenn doch noch erneut Einschränkungen aufgrund der steigenden Infektionszahlen kommen sollten.

Sieben „Neue“ sind dabei

Insgesamt 30 Künstler und Künstlerinnen der Region zeigen ihre Objekte. Die Palette reicht von der Goldschmiedekunst, Blumen, Winzermöbel, Holzkunst, Metallobjekten und Steinmetzarbeiten bis hin zu Bildern und Skulpturen. „Mir war es wie immer wichtig, dass verschiedene Kunstrichtungen dargestellt werden – und auch ein paar neue Künstler gezeigt werden“, beschreibt sie den Ansatz der Künstlerauswahl. Insgesamt sieben „Neue“ werden auf dem Gelände zu sehen sein.

Auch bei den Künstlern herrscht Vorfreude. „Wir sind sehr erleichtert, weil die Kunden auch schon fragen“, meinte der Issumer Goldschmied Norbert Vitten, der mit seiner Tochter Annika dabei ist. „Alle anderen Märkte sind ja abgesagt worden.“ Ähnlich geht es der Kapellenerin Christine Pollmann, die bei ihrer Premiere Keramikskulpturen zeigt. „Die Welt ist ja stehengeblieben – auch für uns Künstler“, meint sie, obwohl sie in der Zeit „unheimlich viel geschafft“ habe. Der Reeser Michael Sting zeigt wieder seine „Mikrokosmen“ – alte Bäume auf Lavagestein aufgesetzt auf einen Stahl- oder Edelstahlständer.

Mit Herzblut dabei

„Für mich ist das jedes Mal ein Höhepunkt des Jahres“, sagt der Baerler Gartenkünstler Kurt Schlüter. Er setzt altes Werkzeug neu in Szene, ist zum sechsten Mal dabei. Was ihn begeistert? „Das Ambiente und die Frau Schelbergen, die sich hier mit Herzblut reinkniet. Mit den Kollegen kann man sich gut austauschen, es gibt kein Konkurrenzdenken und jeder gönnt dem anderen den Erfolg.“

Floristin Barbara Brings aus Geldern ist erstmals mit von der Partie und hofft auf „gute Geschäfte und gutes Wetter“. Betonkünstlerin Marion Schlabbers aus Veert betonte den Stellenwert, mit der eigenen Kunst „präsent zu sein und die Ideen, die man hat, präsentieren zu können.“ Und die Xantener Keramikerin Barbara Lemmen-Klotz sieht nicht nur den Bedarf der Künstler, nach außen zu treten. „Man merkt auch bei den Leuten, dass sie rauswollen.“