St. Martin ritt durch Schravelen

Es war ein süßer Anblick, der sich den Teilnehmern des Martinzuges an der Pforte des Kindergartens bot. Kleine, große, in Herzensform gebastelte Laternen wiesen den kleinen Marienkäfern den Weg des Zuges durch den kleinen Ortsteil.

„Natürlich haben wir die Lieder eingeübt, nach 30 Jahren hat man ja Routine“ , lachte die Leiterin Beate Kaus. Dabei gäben die Erzieherinnen nie vor, wie welche Laterne auzusehen habe. Das erkläre die unterschiedlichen Arten und Formen.

„Die kleinen Marienkäfer sind aus Flüssigseifen-Behälter erstellt“, zeigte sie auf ein paar der Exemplare, die die Kinder vor ihr trugen. Bei der einen Laterne habe man auf dem Papier erst Wachstropfen, dann Farbe und wieder Wachs genommen und so die schönen Farbtupfer erzeugt, plauderte sie ein bisschen aus dem Nähkästchen.

An der Spitze des Zuges durfte auf dem Schimmel zum zweiten Mal Johannes Grevers reiten, was ihm sichtlich Spaß machte: „Man hat mich damals gefragt, ob ich das machen will.“ Eine Nachbarin hatte ihn angesprochen, weil sie wusste: der macht sowas gerne.

Entlang der kleinen Siedlung waren die Häuser geschmückt mit LED-Lampen und Lichterkettenn. Nachbarn hatten Kinderpunsch und Dampfnudeln für die Kleinen zubereitet. „Jahr für Jahr stehen wir hier. Und das Event wird immer größer“, so eine Anwohnerin.

Auch der „arme Mann“ fand sich schnell, der von dem „Heiligen Martin“ die Hälfte des Mantels erhielt, auch wenn es an diesem Abend nicht ganz so kalt schien. Die Kinder wurden von ihren Eltern begleitet, bei denen der Tenor einhellig war: „Dass man teilt“, sei einfach eine wichtige Grundeigenschaft, und das lerne man mit über die Martinsgeschichte.

Am Ende konnten sich die kleinen Jungen und Mädchen nach dem zügigen Marsch durch Schravelen noch auf etwas Besonderes freuen. Im Sportraum der Kindertagesstätte kamen sie dem St. Martin ganz nah.

„Ich freue mich jedesmal, wenn ich zu euch komme, und bedanke mich sehr für euren Gesang. Habt ihr das mit Mama ud Papa gemacht“, fragte er die Kinder. „Nein, alle zusammen!“, riefen diese spontan aus. Gemeinsam stimmten sie das Martinslied an, bevor der Heilige Mann jedem Kinder ein Stück des großen Weckmanns reichte.

Danach ging es zu den Eltern in den großen Versammlungsraum, wo sich der Martin  verabschiedete und alle gemeinsam nochmal für ihn „sein Lied“ anstimmten.

Nach dem Zug begrüßte der Heilige Mann die Kinder persönlich.