Aktuelles aus Kevelaer

Horst Neisius – Mein Kevelaer

Was schätzen Sie an Kevelaer?
Ich mag an Kevelaer das Flair einer Kleinstadt, obwohl doch auch einiges zu verbessern wäre. Da ich ja selbst in Kervenheim wohne, schätze ich die vielen Aktivitäten in den Dörfern, die auch außerhalb der Wallfahrt zum Besuchen und Teilnehmen einladen.
Für einen Tag Bürgermeister von Kevelaer. Welches Problem würden Sie als erstes in Angriff nehmen?
Diesen Tag würde ich als Stress- oder Lerntag für die Stadtverwaltung und die Politiker des Rates propagieren. Zu verschiedenen Projekten der Stadt würde ich interessierte und sachkundige Bürger einladen. Diese sollen mit den letztlich „Entscheidern“ die einzelnen Projekte in jede Richtung abklopfen. Vielleicht können einige Personen doch noch etwas dazulernen. Mein Ziel wäre, dass mehr auf die Bürgerstimme gehört würde, denn das identifiziert die Menschen viel mehr mit der Stadt als jeder Aufruf.
Was sollte ein Besucher auf jeden Fall gesehen bzw. unternommen haben?
Wie schon von einigen Mitbürgern vorher genannt selbstverständlich der Kapellenplatz, die Basilika und natürlich Besonderheiten in den Ortschaften wie z.B. die Burg Kervenheim-Kervendonk und die Keramikgeschichte.

Um Flüchtlinge zu integrieren

Um Projektideen für die „LEADER-Region Leistende Landschaft e.V.“ ging es in einem Treffen in der Kevelaerer Zweifachturnhalle auf der Hüls, zu der das Regionalmanagement sowie der Kreissportbund eingeladen hatten. Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Dominik Pichler sowie Grußworten der stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins „Leistende Landschaft“ e.V. und Präsidentin des Rheinischen Landfrauenverbands, Margret Voßeler, und des Vorsitzenden des Kreissportbunds Kleve e.V., Lutz Stermann, lernten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einem „Spielfeld“ mit einer angedeuteten Weltkarte kennen (Foto). Denn es ging thematisch darum, wie Flüchtlinge und Saisonarbeiter besser in die dörflichen Strukturen der Region integriert werden können. In zwei Workshops wurden die Ideen erarbeitet.

Großer Erfolg fürs Einradteam

Da strahlen Sarah Adamaschek, Julia Kühnast, Paula Wilbers und Markus Achten. Die 4er Einradmannschaft Schüler offen des RSV Falke Kervenheim-Kevelaer, qualifizierte sich bei der Landesmeisterschaft für die Deutschen Schülermeisterschaften. Acht Startplätze wurden in dieser Disziplin vergeben und die vier Sportler freuten sich, dass sie es geschafft haben, zu diesen acht 4er Einradmannschaften zu gehören. Trainerin Angelika Achten gab vor: „Unser Ziel ist es, nicht Letzter zu werden“.  Das Quartett fuhr sein Programm mit den Übungen durch und nach fünf Minuten Fahrzeit, hatten ese eine ausgefahrenen Punktzahl von 48,40 Punkten. Nach den Falken kamen noch fünf weitere Mannschaften, die ihre Kür präsentierten. Nachdem die letzte Mannschaft aus Mörfelden an den Start ging, stand fest Julia, Sarah, Paula und Markus hatten den 5. Platz belegt und durften sogar an der Siegerehrung teilnehmen. Bei den Deutschen Schülermeisterschaften werden nur die ersten sechs Plätze zur Siegerehrung aufgerufen. Die Falken freuten sich so über den fünften Platz, dass es nicht ärgerlich war, das ihnen nur knappe 0,6 Punkten zum vierten Platz fehlten.

Spannende Wettkämpfe und viel Spaß

Bei milden Temperaturen fanden sich Schülerinnen und Schüler aus zehn Schulen des Kreises zum sportlichen Wettkampf im Hubert-Houben-Stadion in Goch ein. „Insgesamt haben wir aktuell 399 Teilnehmer auf der Starterliste“, bestätigte der Geschäftsführer für den Schulsport im Kreis Kleve, Harald Hackfurth, als  Ausrichter des Wettbewerbs. „Das ist jedes Jahr gegen Ende des Schuljahres das Highlight für die Schüler.“
Im Gegensatz zu anderen Regionen werde hier noch engagiert Sport betrieben. „Im Kreis Kleve gibt es in der Hinsicht noch blühenden Landschaften“, meinte Hackfurth, der für den Schulsport im Kreis seit 26 Jahren mit Verantwortung trägt.
Die Jungen und Mädchen durften sich in drei verschiedenen Altersklassen WK II bis WK IV (10-12 Jahre, 12-14 Jahre und 14-16 Jahre)  messen. Dabei ging es um Sportarten wie Kugelstoßen, Hoch- und Weitsprung, Speerwerfen sowie zahlreiche Laufwettbewerbe (von 50 Meter über 75 Meter und 800 Metern bis zu den Staffel in 4×50 und 4×100 Metern). „Jedes Team darf maximal zwölf Schüler haben und jeder Schüler nur bei drei Sportarten antreten, um den Mannschaftsgedanken zu erhalten“, beschrieb Hackfurth die Regeln des Wettbewerbs.
Teams aus drei Kevelaerer Schulen waren am Start
Mit am Start waren auch Schüler des Kardinal-von Galen-Gymnasiums, der Gemeinschaftsahuptschule Kevelaer und der Gesamtschule Kevelaer-Weeze.  „Wir haben drei Teams hier mit 27 Schülern und einer starken WK III-Mannschaft“, sagte KvGG-Sportlehrer Michael Henkel. „Für den Sportlehrer wär es das Beste, wenn die ihre Bestleistung toppen. Aber die sollen mehr daran wachsen und Spaß haben.“ Dazu kamen noch 23 Schüler der Gesamtschule Kevelaer-Weeze und 20 von der Gemeinschaftshauptschule.
Henkel gab beim Weitsprung der 15-jährigen Katja Lingen noch den Hinweis: „Ein bisschen mehr Druck auf das Brett.“ Die Nordrhein-Meisterin über 80 Meter Hürden beschrieb ihre persönliche Motivation für diesen Wettkampf: „Dass man sich gegen andere Schüler messen kann und sehen kann, wie die so drauf sind.“
Entscheidend dabei sei aber, „eher Spaß zu haben.“ Es gebe aber schon den Ehrgeiz, für das Team das Beste zu leisten, meinte ihre Teamkollegin Nele Kollöchter. „Wenn man‘s  vergeigt, ärgert man sich noch mehr“, so die 14-jährige. Beim 4×75-Meter Lauf zeigten die beiden gemeinsam mit Emmelie Opwis und Lina Kaets der Konkurrenz die Hacken und siegten souverän in 41,22 Sekunden.
Tamara Linßen engagierte sich trotz Erkältung beim Hochsprung und dem 800-Meter-Lauf, bei dem sie nach beherztem Lauf Dritte wurde. „Ich hab gesagt, für das Team mache ich das“, so die 13-Jährige.

Selina Leck KvGG beim Weitsprung.


Auch Melanie Bollendonk von der Gesamtschule Kevelaer-Weeze machte weiter, obwohl sie beim Klettern auf der Tribüne gestürzt und sich am Knie verletzt hatte.
Deren Mutter Steffi beobachtete mit Begeisterung, „dass die sich alle untereinander noch für den anderen freuen, wenn er über die Stange kommt“. Sie konnte sich darüber freuen, wie ihre Tochter bei ihrem ersten Wettkampf die Höhe von 1,26 Meter übersprang.
Pascal Jordan von der Hauptschule absolvierte seinen Lauf für das Team , auch wenn vorher wenig Training möglich war und „ich was am Fuß habe. Hauptsache dabei.“
„Das ist ein Selbstläufer. Die sind hier heiß drauf, staunen ein bisschen, wollen so weit wie möglich kommen“, meinten Sebastian Fröhlich von der Gesamtschule  und Martina Klass von der Gemeinschaftshauptschule als Betreuer. „Beim Hochsprung haben die sich gegenseitig angefeuert“, unterstrichen beide die Bedeutung des Gemeinschaftsgeistes bei dem Event.
Und so zählte nicht allein die Plazierung, auch wenn sie für die Teilnahme am Landesfinale in Rheine als einer von sechs Punktbesten und als Sieger für den Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin nicht ganz unwichtig waren . Wer sichd dafür qualifiziert hat, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Sie werden unter www.kevelaerer-blatt.de nachgereicht.

Kardinal Eijk predigt zum Ende der Festwoche

Eine Woche lang wurde in Kevelaer das 375-jährige Wallfahrtsbestehen gefeiert. Zum Abschluss der Festwoche war der Metropolit der Niederlande, Kardinal Willem Eijk, in der Marienbasilika zu Gast. Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann betonte in seiner Begrüßung die gute Beziehung der Niederlande nach Kevelaer und umgekehrt.
Zum Dreifaltigkeitssonntag predigte der niederländische Kardinal darüber, was die Menschen von Maria über die Beziehung zu Gott lernen können. Den Gläubigen könne sich, sagte Eijk, die Frage stellen, was die Dreifaltigkeit für ihr tägliches Leben bedeutet, es als zu abstrakt ansehen, dass Gott in den Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist existiert. „Maria zeigt, dass es alles andere als abstrakt ist. Sie macht neugierig, wie auch wir mit jeder Person der Dreifaltigkeit eine persönliche Beziehung haben können“, erklärte der Kardinal.
Der Gott des christlichen Lebens sei eben kein transzendentes, unnahbares Wesen, das nur mit Distanz zur Welt herrscht. Vielmehr handele es sich bei der Dreifaltigkeit um eine „Liebesgemeinschaft“, die nach außen offen sei. „Sie will eine Beziehung zu uns persönlich“, sagte Eijk. Das könne man vom Leben Marias lernen. Bei der Verkündung durch den Erzengel Gabriel sei Maria eine enge Beziehung zu Gott eingegangen, dessen Sohn sie schließlich gebar. Zu Pfingsten habe Jesus den Menschen den Heiligen Geist als Beistand gesandt. Kardinal Eijk: „Er ist der Geist, der die Kirche in die Welt führt und uns selbst in Taufe und Firmung weiterbringt. Er ist der Geist, durch den Jesus uns beisteht.“
Maria sei nicht nur eine Mutter für die Menschen, sondern auch eine „Erzieherin im Glauben“, sagte der niederländische Metropolit. „Es gilt auch für uns, Maria zu uns zu nehmen und ihr in unserem Haus und unserem Leben einen festen Platz zu geben als Mutter, Erzieherin und Trösterin.“
Musikalisch begleitet wurde der festliche Gottesdienst von dem Mädchenchor am Aachener Dom unter Leitung von Marco Fühner sowie dem Mädchenchor der Basilikamusik Kevelaer unter Leitung von Romano Giefer.

Evensong nach nur einer Probe

Anlässlich des doppelten Jubiläums, 375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt und 500 Jahre Reformation, gab es eine ökumenische Vesper in der Marienbasilika. Diese leiteten Pastor Rolf Lohmann, Pfarrer Josef Cornelißen und die evangelische Pastorin Karin Dembek. Zahlreiche katholische und evangelische Chöre der ganzen Region, darunter der Familienchor der Basilikamusik Kevelaer, waren in der Marienbasilika unter Kerzenschein zu einem chorischen Abendgebet zusammengekommen. Unter Leitung von Chordirektor Romano Giefer zeigten die etwa 250 Sängerinnen und Sänger ihr Können. Die Abendandacht klang an der Gnadenkapelle mit dem Lied „Bleib bei uns, Herr“  von William Henry Monk aus. Obwohl alle Chöre zusammen erst eine Stunde vor dem Evensong die erste und letzte gemeinsame Probe hatten, klang alles wunderbar. Die Einheit war gesanglich auf jeden Fall da. „Wir sollten das wiederholen“, sagte Pastor Rolf Lohmann mit vielen Dankesworten am Ende.

Die Landpartie war wieder ein voller Erfolg

Das noch junge Konzept der „Landpartie am Niederrhein“ scheint aufzugehen: Viele der insgesamt 16 Stationen verzeichneten am vergangenen Wochenende nach eigener Einschätzung eine Frequenz von mehr als 1.000 Besuchern.
Viele Besucher waren dem Tipp der Veranstalter gefolgt und hatten sich aufs Zweirad geschwungen; die an den meisten Orten angelegten Fahrradparkplätze waren immer gut belegt. Mit Flyer und Plan bewaffnet hatten sich auch einige größere Gruppen auf den Weg gemacht. An den einzelnen Orten gab es neben der Möglichkeit, sich lecker zu verpflegen, mehr über den Ort, das Atelier, die Aussteller oder das Kunsthandwerk zu erfahren. Einen einfacheren und lockereren Einblick in die Arbeit der Künstler wird man wohl kaum finden.
Sehr gut angenommen wurden auch die zahlreichen „Sonderveranstaltungen, wie etwa Autorenlesungen, Gastauftritte von Musikern oder die Workshops und Aktionen der Künstler.
Auch die Kombination zwischen professionellen Künstlern und Kunsthandwerkern sowie Hobby-Künstlern und Anbietern regionaler Produkte und Lebensmittel machte wieder den ganz besonderen Reiz dieser Landpartie aus. Auch die Befürchtung, die gestiegene Zahl der Veranstaltungsorte könnte zu einem „Überangebot“ führen, bewahrheitete sich nicht. Die Besucher stellten sich einfach ihre individuellen  Touren je nach den eigenen Interessen zusammen.
In einem waren sich Veranstalter wie Teilnehmer einig: Eine weitere Auflage der „Landpartie am Niederrhein“ ist ausdrücklich erwünscht.

Mensch Maria Superstar

Ob man aus dem Leben des Gottessohnes ein Musical („Jesus Christ Superstar“) machen musste, darüber darf man geteilter Meinung sein. Dass man aus dem Leben der Gottesmutter ein „Mysterienspiel“ machen kann, haben Elmar Lehnen (Musik) und Bastian Rütten (Text) sich zunächst gedacht und das dann mit der Unterstützung zahlreicher Profis und Laien auf dem Kapellenplatz umgesetzt. Mensch Maria Superstar?
Ja, darüber gibt es keine andere Meinung, wenn man die beiden hervorragenden Aufführungen zum Abschluss der Festwoche „375 Jahre Wallfahrt“ in Kevelaer gesehen hat.
Und auch nein: Ein Superstar ist Maria in dieser großartigen Vorlage gerade nicht. Librettist Bastian Rütten nähert sich ihr in ihrem Alltag – der dem unseren, dem heutigen, dem menschlichen ähnlich ist. Er lässt sie unsere Sprache sprechen. Maria stellt Fragen, Maria zweifelt, Maria freut sich, Maria leidet.
Vertrauen erringen
Weil Maria nicht gleich blind vertraut, sondern hinterfragt, erringt sie in einem oftmals schweren Kampf mit sich selbst unser Vertrauen. Wir erleben eine Maria, die zur Trösterin wird, weil sie selbst Trost gefunden hat. Wir sehen eine Maria, zu der wir aufschauen können, weil sie jemanden hat, zu dem sie aufschaut.
Elmar Lehnen, der auch dirigiert, führt das wunderbare Rheinische Oratorienorchester, den Theaterchor Niederrhein aus Kevelaer, den Chor „Kalobrhi“ aus Nettetal und nicht zuletzt die Laiendarsteller durch eine dreistündige musikalische Reise, in der er als Komponist alle Register zieht. Mal unterstützt die Musik die Szenen unauffällig im Hintergrund, einer Filmmusik gleich, mal erklingen monumentale Ausrufezeichen. Und er lässt den herausragenden Solisten Annette Gutjahr, Alan Parkes, Wiltrud de Vries und Bernhard Scheffel den Raum, sich von ihrer besten und ihre jeweiligen Rollen von ihrer eindringlichsten Seite zu zeigen.
Diese Leidenschaft der Autoren und der Profis für dieses einmalige Projekt scheint sich auf die Laien zu übertragen. Die Massenszenen entwickeln unter der Regie von Peter van Aar und Dorette Ploegmakers eine eigene Dynamik, die fein abgestimmt ist und nie aufgesetzt oder hölzern wirkt. Und immer wieder „umspinnen“ sie die Hauptfiguren, umfangen sie thematisch auf musikalisch und darstellerisch hohem Niveau. Und – auch das muss man heute erwähnen – von mehr als drei Stunden Spielzeit ist keine einzige Minute langweilig.
Verehrung verstehen
Nicht überall, wo man sich katholisch nennt, schon gar nicht überall auf der Welt, wird Marienverehrung verstanden. Auch  „Mensch! Maria!“, dieses „Mysterienspiel zu einem ganz normal-besonderen Menschen“, wie es im Titel heißt, beantwortet nicht alle Fragen. Aber es lebt neben der Spiritualität, die der Kapellenplatz im engeren und Kevelaer im weiteren Sinne bieten, von der modernen und ernsthaften künstlerischen Auseinandersetzung mit einer jahrhundertealten Tradition. Und die ist inhaltlich wie emotional so dicht, dass sie zumindest niemanden kalt lässt. In Kevelaer schon gar nicht.
https://www.kevelaerer-blatt.de/bildergalerien/mysterienspiel-mensch-maria/

Junge Menschen mit Spaß an der Blasmusik

„Down by the riverside“, „I  want to hold your hand“ und „Happy“ erklangen durch die Öffentliche Begegnungsstätte, präsentiert von 24 Kindern und Jugendlichen, die einfach Spaß am Musizieren hatten.
„Die Idee war, einfach mal was gemeinsam zu unternehmen“, erklärt Leoni Selders, Jugendleiterin des Musikvereins Winnekendonk. So wurden die Jugendgruppen der umliegenden Musikvereine Kevelaer, Kapellen und Wemb zu einem gemeinsamen Probewochenende geladen. Unter der Leitung von Hans-Gerd Stienen (er unterrichtet in allen vier Vereinen) wurde zunächst eifrig geprobt, abends wurde dann gegrillt. „Das Echo war sehr positiv“, versichert Selders. Zumals sich das Üben ja gelohnt hatte. Über 100 Besucher konnten dies beim gemeinsamen Konzert am nächsten Tag hautnah miterleben.
Dabei ist es keineswegs einfach, junge Menschen für die Blasmusik zu begeistern. „Viele Kinder sind einfach die ganze Woche verplant“, sagt Markus Aben, Vorsitzender des Musikvereins Winnekendonk. „Und wenn sie doch einem Verein beitreten, spielen sie lieber Fußball als Blasmusik.“
Es sei auch nicht damit getan, die Dritt- oder Viertklässler in der Schule zu besuchen. Deshalb verharrt der Musikverein Winnkendonk keineswegs in alten Strukturen. Im neuen Jahrtausend wurde die Bläserklasse am Beispiel der Amerikaner reformiert. „Früher wurden zunächst wochenlang Noten gepaukt, bevor das Kind ein Instrument in die Hand bekam“, erinnert sich Markus Aben. „Heute testen die Neulinge sechs Wochen auf dem Instrumentenkarussell, was ihnen am besten liegt.“
Zwar seien Flöte, Klarinette, Trompete oder Schlagzeug anfangs die Hits. „Aber nur aus Unkenntnis der Dinge“, erzählt der Vereinsvorsitzende, dass plötzlich Kinder auch am Waldhorn Gefallen fänden. Ihr Können präsentieren die Winnekendonker Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den Erwachsenen (zurzeit rund 65 Vereinsmitglieder) beim Jahreskonzert, an St. Martin oder bei verschiedenen Schützenfesten im Umland.
Gebrobt wird jeden Freitag von 18.15 bis 19.15 Uhr in der Öffentlichen Begegnungsstätte. „Wer sich für Blasmusik interessiert, darf gerne unverbindlich reinschauen“, sagt Leoni Selders.
Kontakt für den Nachwuchs
Musikverein Kevelaer:
Christian Mülders
Telefon: 02832/1239769
email: c.muelders@web.de
Musikverein Winnekend.:
Leoni Selders
Telefon: 0171/2123544
email: leoniselders@web.de
Musikverein Kapellen:
Annelies Klaasen
Telefon: 02837/668274
anneliesklaasen@hotmail.com
Musikverein Wemb:
Klaus Relouw
Telefon: 02831/2730
email: k.relouw@web.de

Bileam und seine Eselin

„Bileam und sein Esel“ ist eine weniger bekannte Erzählung aus der Bibel. Gerd Peter Münden hat dazu jedoch ein ganz in Reimform gehaltenes Singspiel geschrieben, das die Geschichte treffend und humorvoll beschreibt. Der Titel des Singspiels lautet: „Die Geschichte von Bileam und seiner gottesfürchtigen Eselin”. Die Kinder der St.-Hubertus-Grundschule führten dieses Stück im Forum Pax Christi auf.
Schuldirektorin Helga Dückers Janßen freute sich, dass auch das Wetter mitspielte. Seit August 2015, so führte sie aus, wurde in Kooperation mit der Pfarrgemeinde St. Marien ein Musikzweig an der Grundschule eingerichtet. Seitdem hat jedes Kind zweimal wöchentlich eine Singstunde durch Basilikakantor Sebastian Piel. Im Rahmen dieser Singstunden wurde dieses Singspiel einstudiert. Alle Schüler von der 1. bis zur 4. Klasse hatten mitgemacht.
Dückers Janßen freute sich, dass die Schule mit diesem Singspiel so einen Beitrag zur Festwoche der Wallfahrtsgemeinde leisten konnte. Unter der Leitung von Sebastian Piel präsentierten die 200 Schüler ein kurzweiliges Singspiel und begeisterten das Publikum. Die musikalische Gestaltung übernahmen Romano Giefer am Keyboard und seine Frau Annette mit der Querflöte. Als Erzähler wirkte Basilikaorganist Elmar Lehnen im roten Samtsessel mit. Aufmerksam umgeben von den Schülern las er aus einem großen Buch die Geschichte von Bileam und seinem Esel vor.
„Kein Ende nahm die lange Reise und täglich Manna nur als Speise“, beschrieb der Erzähler die Situation der Israeliten, die nun schon 40 Jahre in der Wüste umherirrten. Doch Mose (Ole Grave/Mila Probst/Mona Giefer) machte dem Volk Mut: Gott werde es nicht verlassen. Der König der Moabiter, Balak, (Theo Wilbers) hatte Angst vor diesem großen Volk Israel. Er wollte den Seher Bileam (Clara Wollmann) mit Gold bestechen, die Israeliten zu verfluchen. Bileam zog mit seinem Esel (Rosa Löwenthal) auch wirklich los, um den Fluch auszusprechen, doch ein Engel Gottes (Sidi Touray) stellte sich ihnen in den Weg: „Bileam sieht den Engel zornig blicken, er fühlte seine Beine knicken.“ Schließlich musste Bileam erkennen: „Wie könnte es ein Mensch versuchen, ein Volk, das Gott liebt zu verfluchen?“ Statt das Volk zu verfluchen, segnet er es schließlich. „Dies Volk, es ist das Volk des Herrn, er segnet es und hat es gern.“ Zum Abschluss sangen alle Schüler „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ und ernteten mit ihrer ersten großen Aufführung viel Applaus.
Die Schüler hatten nicht nur viele Reimverse auswendig wiedergegeben. Viele hatten sich auch verkleidet und stellten die Handlungsabläufe so anschaulich dar. Scheinbar ohne Scheu und Aufregung sprachen oder sangen die Hauptdarsteller mutig ins Mikrofon. Sie zeigten, dass es an der Schule viele stimmliche Talente gibt, die durch den musischen Zweig gebührend gepflegt werden. Die Schüler hatten es geschafft, die etwas unbekannte Bileamgeschichte in heiterer und lebhafter Weise darzustellen.