Aktuelles aus Kevelaer

Die Puppensammlerin

Kevelaer. Als Sigrid Brünen (heute Sigrid Weiblen, Jahrgang 1940) war sie in den 1950er-Jahren für viele Kevelaerer nur die „Puppen­ärztin“, denn wenn einmal bei einer Puppe ein Auge fehlte, ein Arm abgerissen war, die Haare nicht mehr richtig saßen, die Kleidung verschlissen war oder an der ein oder anderen Stelle ein Loch klaffte – „Frau Doktor“ konnte helfen.
1936 eröffneten ihre Eltern am Bahnhof ein Geschäft und spezialisierten sich ab 1954 auf Spielwaren. Hier entdeckte Sigrid Weiblen ihre Liebe für die Welt der Puppen. Einige der kleinen Kreaturen waren damals zwar schon ihre, eine Sammlung konnte man das aber noch nicht nennen, außerdem wurden im Krieg viele der Puppen zerstört.
1969 heiratete Sigrid Brünen den Goldschmied Heribert Weiblen und schied aus dem elterlichen Betrieb aus, der zu dieser Zeit bereits an der Ecke Haupt-/Willibrordstraße angesiedelt war. Nachdem die zwei Söhne Manfred und Lothar erwachsen waren, schlenderte das Ehepaar eines Tages über einen Trödelmarkt und Heribert Weiblen machte seine Frau auf eine Puppenschaukel aufmerksam: „Schau mal, ist das nichts für Dich?“. Dies war der Neubeginn der Puppen-Leidenschaft und Start in eine bemerkenswerte Sammlung.
Zunächst begann Sigrid Weiblen ihre fünf alten Puppen herauszuputzen und zu dekorieren, dann besuchte sie bei der VHS Kurse, um Porzellanpuppen selber gestalten zu können. „Mein Mann ging malen“, (er machte sich einen Namen als Landschaftsmaler mit Motiven vom Niederrhein), „ich spielte mit Puppen“, erzählt sie lächelnd. „Ich fertigte Repliken von antiken Puppen, wobei es hierbei auf jeden einzelnen Pinselstrich ankommt, denn sonst haben sie einen ganz anderen Gesichtsausdruck. Und wenn sie perfekt gelungen sind, müssen sie natürlich als „Repro“ gekennzeichnet werden.“ So entstanden „Mein Liebling 117“, „Philipp 115“ oder mehrere „Bru-Puppen“ (Nobelmarke der französischen Porzellanpuppen). „Jeder Puppensammler und Puppenliebhaber kennt diese Puppen unter dieser Bezeichnung, eigene Namen werden nie gegeben“, so die sichtlich stolze Sammlerin.
Noch intensiver wurde die Sammelleidenschaft, als sie an einem Geburtstag einen Laptop geschenkt bekam. „Ab dieser Zeit habe ich Kontakt zu anderen Sammlern aufgenommen. Bin Mitglied in einer geschlossenen Gruppe und habe immer mal wieder eine Puppe im Internet gekauft.“ Beim Sammeln geht es nicht nur um die Puppen selber. Die Kleidung (Originalkleidung wird sorgfältig eingeschweißt, um Beschädigungen und Verschleiß zu vermeiden – die Puppen bekommen einfache Kleidung an, die in Kinderabteilungen von Bekleidungsgeschäften gekauft werden) und Schmuck oder andere Accessoires spielen auch eine große Rolle. So wunderte sich eine Freundin von Sigrid Weiblen darüber, dass eine Puppe eine wertvolle antike Taschenuhr trug. Die Sammlerin klärte sie jedoch auf, dass die Replik der „Bru“, die auch Weiblens Lieblingspuppe ist, selbst einen deutlich höheren Wert hat.
Mit zehn antiken Puppen, 12 selbst hergestellten Repliken antiker Puppen, 80 modernen Puppen und 23 Puppen ihrer Himstedt-Sammlung (Annette Himstedt Puppen gehören zu den weltweit beliebtesten Künstlerpuppen für Sammler. Die Kinderpuppen sind bekannt für ihr naturgetreues Aussehen und die hochwertige Verarbeitung) teilt Sigrid Weiblen ihre Wohnung und jeden Tag sucht sie sich eine andere Puppe aus, die dann im Wohnzimmer besonders platziert wird. Auf die Frage, was sie mit ihrer Sammlung verbindet, antwortet sie: „Mit meinen Puppen bin ich niemals alleine.“
Was eines Tages aus ihrer Sammlung werden soll, ist für Sigrid Weiblen auch schon klar. „Einige Puppen sollen einmal meine Enkelkinder bekommen“, es gab aber auch schon Vorgespräche mit Dr. Burkhard Schwering, Leiter des Niederrheinische Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte. Hier sollen einmal zumindest die historischen Puppen ihren Platz finden. Einige Puppen aus der Sammlung von Sigrid Weiblen sind in der Auslage der ehemaligen Goldschmiede auf der Hauptstraße 47 zu sehen.

Rewe auf Standortsuche

2018 wird sich in Kevelaer das Angebot im Lebensmitteleinzelhandel erheblich vergrößern. Edeka erweitert an der Feldstraße und baut einen weiteren Markt auf dem Antwerpener Platz, Aldi baut einen zweiten Markt am Standort der einstigen Gaststätte Schiffer und auch Penny an der Walbecker Straße will vergrößern. Nur von einem Anbieter hört man wenig: Rewe im Kaufcenter. Das KB sprach mit dem Inhaber des Rewe-Marktes, Michael Narzynski, über seine Sicht auf die Entwicklung und die eigenen Pläne.
KB: Herr Narzynski, stimmt es, dass Sie kein Interesse daran hatten, auf dem Antwerpener Platz einen Rewe-Markt zu betreiben?
Michael Narzynski: Das ist richtig, allerdings war damals die Fläche des Möbelhauses noch nicht im Gespräch. Und das ursprüngliche Konzept mit Parkplätzen auf dem Dach oder Parkplätzen ebenerdig und darüber der Markt, das wird am Niederrhein nicht angenommen.
KB: Jetzt plant die Familie Brüggemeier dort einen weiteren Edeka-Markt. Ist das ein Problem für den Rewe-Markt im Kaufcenter?
Narzynski: Mit einem zweiten Edeka kommen wir klar. Es ist ja auch richtig, dass der Kevelaerer Norden bislang etwas unterversorgt ist. Ich glaube allerdings nicht, dass man damit die Amsterdamer Straße ans Laufen kriegt.
KB: Es beschäftigt Sie also nicht, dass rund ums Kaufcenter unterschiedliche Lebensmittelhändler ihr Angebot ausbauen?
Narzynski: Ich denke, es ist wichtig für eine Stadt von der Größe Kevelaers, dass beide großen Player, Edeka und Rewe, erhalten bleiben. Dazu müssen sie etwa gleiche Kräfte haben. Das ist aktuell nicht gegeben. Dazu bräuchten wir einen Ausgleichsstandort. Aber das weiß die Stadt und das ist auch der Politik bewusst.
KB: Wie ist das Verhältnis zwischen Ihnen und der Familie Brüggemeier?
Narzynski: Es gibt Orte, wo sich Einzelhändler bekriegen. Das ist hier nicht der Fall. Wir bringen uns beide ins Kevelaerer Leben ein und beim Stadtfest oder der Atempause ja auch gemeinsam.
KB: Das Kaufcenter bietet Ihnen keine Option, Kräftegleichheit herzustellen?
Narzynski: Im Kaufcenter ist immer viel los, aber es ist ein schwieriger Standort. Unser Lager ist komplett im Keller, die Mauern machen ein WLAN unmöglich, energetisch ist das Gebäude eine Katastrophe. Die Parkplätze aus den 70er-Jahren sind für heutige Fahrzeuge zu klein. Das Pflaster ist so holprig, wer bei uns Schampus kauft, hat den am Auto schon auf. Überhaupt ist die Verkehrssituation problematisch. Inzwischen stehen Autofahrer auch an Werktagen oft bis Winnekendonk im Stau.
KB: Haben Sie einen alternativen Standort im Blick?
Narzynski: Nein.
KB: Im Zuge der Suche nach einem Standort für ein zweites Gebäude der Stadtverwaltung war auch ein Neubau im Bereich der Parkplätze der Begegnungsstätte im Gespräch.
Narzynski: Ich bin schon lange in Kevelaer und ich glaube, eine Überplanung des Kaufcenters und der Flächen dahinter täte Kevelaer sehr gut. Dazu gehörte dann auch eine Verbesserung der Verkehrssituation. Das ist jedoch nicht meine Entscheidung. Wir als Rewe sind aber immer bereit, konstruktiv mitzuarbeiten.
KB: Ab September betreiben Sie neben Kevelaer und Kalkar den Rewe-Markt in Weeze. Werden Sie trotz der Situation im Kaufcenter am Kevelaerer Markt festhalten?
Narzynski: In Weeze ist die Symbiose aus Citymarkt und Anfahrtsmarkt gelungen. Müsste ich heute für das Kaufcenter sagen, ob ich weitermache oder nicht, würde ich definitiv sagen: Nein. Und diese Entscheidung steht in den nächsten Jahren an.

Hannes Selders wird 70 Jahre alt

Bevor Hannes Selders in die Kommunalpolitik einstieg, hatte er sein privates und berufliches Feld bestellt. Er wurde Büroleiter eines Vermessungsunternehmens in Geldern, schloss sich den Bürgerschützen an und engagierte sich in der DLRG, u.a. 20 Jahre lang als Bezirksvorsitzender. Die Lebensretter zeichneten ihn mit dem Ehrenkreisvorsitz und dem nur selten vergebenen Verdienstabzeichen in Gold des DLRG-Landesverbandes aus. An diesem Donnerstag, 10. August 2017, wird Hannes Selders 70 Jahre alt.
Der Kevelaerer war mit sechs Geschwistern als Sohn des Metzger-Meisters Ludwig Selders und dessen Frau Gerta in der Marienstadt aufgewachsen. Er hatte eine überschaubare Zukunft vor sich, als er 1979 zum ersten Mal Mitglied des Stadtrats von Kevelaer wurde.
Seine Parteifreunde von der CDU übertrugen ihm 1983 den Vizevorsitz im Stadtverband und machten ihn im Jahr darauf zum Vorsitzenden der CDU-Fraktion. Er folgte Hans Broeckmann nach, der die „Seinen“ eher lässig geführt hatte. Selders hielt es anders. Besonders in seinen ersten Jahren als Fraktionschef galt er als straff leitender Vormann mit bisweilen eigensinniger Führung.
Selders arbeitete sich mit Disziplin bis in letzte Details politischer Themen ein. Wenn einer umfassend Bescheid wusste, dann war es neben Klaus Sadowski (FDP) und Winfried Janssen (SPD) immer Hannes Selders. Er konnte aus den umfangreichen Unterlagen, die er zu jeder Sitzung mitschleppte, auf Anhieb die passenden Informationen zu Tage fördern. Das kreideten ihm Zeitgenossen als Detailversessenheit an. Immer wieder hakte Selders auf der Verwaltungsbank nach. Er wollte alles genau wissen und vertraute vor allem dem Sachverstand. Das musste nicht unbedingt sein eigener sein. Wenn Politikerkollegen seinem hartnäckigen Nachbohren nicht folgen konnten oder mochten, hielten sie ihm vor, er solle sich lieber um die große Linie als um Peanuts kümmern.
Selders konnte und machte beides. Allerdings ließ er sich nicht, wie er einmal sagte, „von bunten Plänchen“ beeindrucken, die es zuhauf von der Verwaltung in die politischen Gremien schafften. Er scheute sich nicht, gegen den Strom zu schwimmen. Als 1988 der Rat über ein Konzept für das B&B-Gelände (heute LuGa) debattierte, das den etablierten Einzelhandel schwer belastet hätte, argumentierte Hannes Selders konsequent gegen diese „Dampfwalze für die heimische Wirtschaft“. Martin Willing kommentierte später im KB: „Niemand in der CDU-Fraktion hat so frühzeitig und so engagiert gegen die nun beschlossene Massiv-Bebauung des B&B-Geländes zu kämpfen gehabt wie ihr Vorsitzender Hannes Selders. … Er hat sein Eintreten gegen das Projekt standhaft durchgehalten; alles andere wäre für ihn eine politische und menschliche Unerträglichkeit gewesen.“
Bei der folgenden Kommunalwahl stürzte die CDU im Vergleich zur vorangegangenen Wahl um 10 Prozentpunkte ab, Hannes Selders in seinem Wahlbezirk um 22 Prozentpunkte. Eine Abstrafung für den Frontmann, der für die verunglückte B&B-Politik verantwortlich gemacht wurde? Sicher nicht allein. Landes- und kreisweit hatte die CDU desaströse Ergebnisse eingefahren.

Hannes Selders (r.) 1992 mit Stadtdirektor Heinz Paal über einem Modell der Innenstadt im Ratssaal.

Hannes Selders (r.) 1992 mit Stadtdirektor Heinz Paal über einem Modell der Innenstadt im Ratssaal.


Selders blieb seiner Linie im neuen Rat treu. Hatte er sich einmal für einen gangbaren Weg entschieden, hielt er daran fest. Das hatte für ihn mit Haltung und Verlässlichkeit zu tun.
1993 streckte Hannes Selders seine Fühler zur Kreisebene aus (Mitglied im CDU-Kreisvorstand), im Jahr darauf wurde er Kreistags-Abgeordneter und zugleich erneut Fraktionschef im Stadtrat Kevelaer.
Als er 1997 im Kreis ungezählter Politiker seinen 50. Geburtstag feierte, lernte mancher Selders neu kennen. Entspannt, gesellig und witzig kommentierte er die unterschiedlichen Standpunkte zur Lokalpolitik.
Wenige Wochen später wurde Selders in das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der Kreis Kleve Abfallwirtschaft GmbH gewählt. Damals sagte er dem KB, er wolle die Geschäftsführung der kreiseigenen Firma konstruktiv und kritisch begleiten, damit gute wirtschaftliche Ergebnisse erzielt würden. Sie sind für Selders gleichbedeutend mit Entwicklung und Investition. Bis heute hat er das Amt ohne Unterbrechung inne und ist in der sehr komplexen Thematik bestens bewandert.
1997 wurde der CDU-Politiker im parteiinternen Wahlkampf um die Bürgermeisterkandidatur zur Kommunalwahl 1999 bei einer ersten Abstimmung böse ausgebootet. Heinz Paal machte das Rennen. Selders, der Pflichtbewusste, blieb bei der Stange.
Im November 1997 drohte nach jahrelanger Hängepartie das „Balnearische Kur- und Erholungszentrum“ zu scheitern. Das KB fragte Selders: „Was passiert, wenn es zwischen der Stadt und Kurzentrumsentwickler Wolfgang Dömkes zu keiner fruchtbaren Zusammenarbeit kommt?“ Selders vorsichtig: „Für den Fall plädiere ich dafür, dass wir erst einmal eine vernünftige Datenbasis erstellen und die Machbarkeit prüfen.“ Das war sein Weg: erst ein Fundament legen.
1998 sagte Hannes Selders in seiner Haushaltsrede über das Kur- und Erholungszentrum: „Vielleicht muss man den Mut haben, die durch die erfolgreiche Bohrung entstandene Perspektive einer anderen Generation zu überlassen.“ Recht hatte er. Wie so oft in seinen 20 Jahren Ratsarbeit! Stolz ist er darauf, dass die Verschuldung der Stadt unter seiner 15-jährigen Fraktionsführung von 1984 bis 1999 gestoppt wurde und dann sogar leicht rückläufig war. Für ihn sind solide Finanzen die Grundlage jeder weiterführenden Arbeit. Nach seiner Zeit, sagt er, habe sich die Verschuldung in wenigen Jahren verdoppelt.
18 Jahre lang kümmerte er sich an vorderster Stelle im Planungsausschuss um die großen Themen der Stadt. Der Rat debattierte hitzig über zweite Niersbrücke, OW1, Fluglärm, Realschule und Schulentwicklung, B&B, Blumen- und Vogelpark, Hallen- und Freibadsanierung, Bauhofneubau, Bauleitplanung, Wirtschaftsförderung, Traberpark und vieles mehr. Selders blieb bei manchen umstritten und Spielball der Machtinteressen anderer.
„Parteifreunde“ kritisierten 1998 plötzlich, das Doppelmandat von Selders auf Stadt- und Kreisebene sei nicht mehr tragbar. Selders war wie vor den Kopf gestoßen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Arbeit schlecht beurteilt wird. Durch die Verzahnung stellen sich Synergieeffekte ein.“ 1999 zog Selders die Konsequenz. Er verzichtete auf eine Kandidatur für ein Stadtratsmandat, trat bei der offiziellen Nominierung des CDU-Bürgermeisterkandidaten nicht mehr an (Paal wurde gewählt) und steckte seine politische Kraft erfolgreich in seine Arbeit auf Kreis-Ebene. Das tut er bis heute.
Seit 1994 sitzt er im Kreistag. Seit 17 Jahren arbeitet er im wichtigen Kreisausschuss und ununterbrochen im Ausschuss für Umwelt und Strukturplanung mit.
Auch in der Kreispolitik sind Finanzen und Planung seine Steckenpferde.
Seit 2004 engagiert er sich im Verkehrsausschuss des Regionalrats Düsseldorf. Hier kommt immer mal wieder das Thema „zweiter Bauabschnitt der OW1“ zur Sprache. Die never ending story dieser Straße empfindet er bei allem Einsatz für das Projekt seit 1980 als eine der größten Enttäuschungen seiner politischen Laufbahn.
Es spricht für Selders, dass er das über ein Sachthema sagt und nicht über negative persönliche Erfahrungen. Davon gibt es reichlich.
2012 kam es zur „Fax“-Affäre. Am 17. September schickte ein Unbekannter Bürgermeister Dr. Axel Stibi und lokalen Medien ein Fax. Darin wurden Vorwürfe gegen das Vorstandsmitglied des CDU-Kreisverbands, Dr. Frank Wackers, erhoben. Der Urheber des Faxes stellte die Rechtmäßigkeit einer damals noch vorgesehenen Ratsmitgliedschaft von Wackers in Kevelaer infrage. Das Schreiben stammte, wie das Protokollsystem des Rathauses trotz Rufnummernunterdrückung festhalten konnte, von einem Anschluss, der Hannes Selders zugeordnet ist.
Hannes Selders bestritt vehement, Urheber des Faxes zu sein. Rückendeckung bekam er von CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen, der sagte: „Ich schicke Ihnen jedes Fax mit jeder Nummer zu.“ Als Kriminalpolizist, der mit IT-Sicherheitsfragen beschäftigt war, könne er das beurteilen. Heute sind solche Manipulationen fast an der Tagesordnung. Die wahren Hintergründe konnten nie ermittelt werden. Obwohl die Unschuldsvermutung zu gelten hat, wurden immer wieder Verdächtigungen gegen Hannes Selders laut. Sie machten dem Mann, der stets für Korrektheit gestritten hat, sehr zu schaffen.
Sein sicherer Rückzugsort waren und sind seine Familie, sein riesiges Anwesen auf Hüdderath, das dank voranschreitender Auskiesung inzwischen malerisch auf einer Halbinsel liegt, und Freunde wie der verstorbene Sparkassenchef Gerd Blombach. Ihre Verbindung wuchs, als Selders von 1984 bis 1999 in Sparkassengremien aktiv war. Sie hielt, als Blombach schwer und schließlich lebensbedrohlich krank war.
Mitten im Leben steht Hannes Selders mit seinen vier Enkelkindern – Sophie (geboren 2008) und Laurenz (2011) von Tochter Verena (1979) sowie Clemens (2015) und Klara (2017) von Sohn Thomas (1982). Wenn er mit dem Rad unterwegs ist oder mit seiner Frau Gerti zum x-ten Mal nach Portugal reist oder im eigenen Garten Kartoffeln erntet, ist er ein dankbarer und glücklicher Mensch.

Sandra und Kai Kämper haben geheiratet

Der schönste Tag im Leben von Sandra und Kai Kämper wirkt eindeutig nach. „Wir haben eine so wunderbare Hochzeit erlebt…“, sagt die Braut, „es waren so ergreifende Momente, viele schöne Überraschungen, eben ein unvergesslicher Tag für uns beide“, fügt Kai Kämper mit bewegter Stimme hinzu.
Am vergangenen Samstag traten Sandra und Kai Kämper in der St. Antonius-Kirche Kevelaer vor den Traualtar und gaben sich vor Gott das Jawort. „Wir möchten gemeinsam die Zukunft gestalten und zusammen alt werden“, versichert Sandra Kämper, „denn wer will schon alleine alt werden“, fügt sie schmunzelnd hinzu.
Die Braut stimmte zuvor einem überraschenden Heiratsantrag auf einer Aussichtsplattform mit Blick auf Willingen überglücklich zu. Seitdem laufen die Hochzeitsvorbereitungen. Nicht nur bei dem Brautpaar. Denn die Arbeitskollegen aus dem Hause „Herbrand art mobile“ in Kevelaer, bei dem Kai Kämper als Serviceberater tätig ist, bereiteten sich ebenfalls auf die bevorstehende Hochzeit ihres Kollegen vor.

Ein Brautpaar, ein Auto, 25.000 Zwei-Cent-Stücke und viele fröhliche Gäste. Die Überraschung der Arbeitskollegen von „Herbrand art mobile“ war gelungen.

Ein Brautpaar, ein Auto, 25.000 Zwei-Cent-Stücke und viele fröhliche Gäste. Die Überraschung der Arbeitskollegen von „Herbrand art mobile“ war gelungen.


Es sollte ein sehr außergewöhnliches Hochzeits-Geschenk für das Brautpaar werden. Das erbrachte dem Bräutigam zwar ein kurzfristiges „Hausverbot“, den Arbeitskollegen aber jede Menge Spaß. In genau 60 Arbeitsstunden beklebten diese ein komplettes Auto mit Zwei-Cent-Stücken. Insgesamt verbrauchten sie 25.000 Stück. „Wir staunten bei der Übergabe nicht schlecht“, versichert das frisch getraute Paar mit einem herzlichen Lachen.
Vor genau elf Jahren sprang zwischen Sandra Wehren und Kai Kämper ein ganz besonderer Funke über. „Eigentlich kannten wir uns schon lange vorher“, berichtet die 27-jährige Braut. Denn ein gemeinsamer Freundeskreis lässt die Steuerfachangestellte und den gelernten Mechatroniker immer wieder aufeinandertreffen. Und beide lernen sich dabei auch näher kennen. 2015, das sind sie schon ein Paar, erwerben die beiden ein Haus auf der Wasserstraße in Kevelaer. Mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail krempeln Sandra und Kai Kämper das Haus um, genauer gesagt, sie sanieren es komplett und gestalten es nach ihren Vorstellungen. „Das Haus und der Garten werden zu unserem Hobby“, berichtet der 29-jährige Bräutigam mit Begeisterung. „Aber, das machen wir für uns“, fügt seine Frau mit gleicher Begeisterung hinzu.
Die Zukunft möchte das Paar auf jeden Fall in Kevelaer gestalten. „Ab und zu verreisen ist okay, aber die Basilika darf nicht zu lange und nicht zu weit weg sein“, gesteht Sandra Kämper, die durch ihren Mann das Skifahren kennengelernt hat. Einmal jährlich zieht es das Kevelaerer Paar in die Schneelandschaft nach Ellmau in Österreich.
Die Flitterwochen aber verbringen Sandra und Kai Kämper in Amerika. Hier möchte das Paar Freunde besuchen und vielleicht einen Abstecher nach Las Vegas machen. Das Glück im Spiel brauchen sie dort allerdings nicht suchen, denn das haben sie in ihrer Liebe schon gefunden.

Gottfried Mülders – Mein Kevelaer

Was schätzen Sie an Kevelaer?
Die Frage klärt sich von selbst. Wer durch die Stadt geht und das Flair genießt, welches bekanntlich zum Großteil durch die Wallfahrt geprägt ist, weiß, warum unsere Stadt schön und interessant ist.
Für einen Tag Bürgermeister von Kevelaer. Welches Problem würden Sie als erstes in Angriff nehmen?
Natürlich lässt sich nichts Bedeutendes in einem Tag allein erledigen. Da ich passionierter Radfahrer bin und innerstädtisch alles mit dem Rad erledige, würde ich sofort veranlassen, dass sich jemand um die sehr schlechten Straßen (Beispiel alte Bachstraße und Blumenstraße) und die schlechten Radwege (Beispiel Weezer Straße) kümmert. Wenn wir wirklich fahrradfreundliche Stadt bleiben/werden wollen, muss hier einiges geschehen. Kontrolle müsste grundsätzlich durch die Verantwortlichen per Rad erfolgen.
Außerdem würde ich das Ehrenamt noch mehr fördern und der Kevelaerer Bevölkerung klar machen, dass auch die Kommunalpolitiker ihre Arbeit ehrenamtlich verrichten. Leider werden sie trotzdem, oft zu Unrecht, gescholten.
Was sollte ein Besucher auf jeden Fall gesehen bzw. unternommen haben?
Klar, dass jeder Gast, auch der, welcher nicht Pilger ist, auf jeden Fall das Zentrum unserer Stadt, den Kapellenplatz mit seinen acht Kirchen und Kapellen besuchen sollte. Unbedingt sollte er an einer Stadtführung, die von sehr kompetenten Gästeführern durchgeführt wird, teilnehmen. Vor allem die neue, historisch begründete, ist sehr interessant. Das kann man übrigens auch allen Bürger Kevelaers empfehlen.

Junge Leute verkörpern junge Fotografie

Im Schatten des Forum Pax Christi hat sich was getan. Am Luxemburger Platz 1, hat die MedienManufaktur Niederrhein ihre Pforten geöffnet. In dem neuen Geschäft dreht sich alles um Fotografie und Videos.
Hinter der MedienManufaktur Niederrhein stehen die beiden Fotografen David Simon und Markus van Oorschot. Der 30-jährige van Oorschot kommt aus Kevelaer und hat bereits seit 15 Jahren auf Hochzeiten und sonstigen Festivitäten immer gerne auf den Auslöser gedrückt. Meistens gemeinsam mit David Simon. „Unzählige Studio-Shootings sowie Kampagnen im Bereich Werbung für Unternehmen gingen in den letzten Jahren auf unser Erfahrungskonto“, plaudert der 26-Jährige aus dem Nähkästchen. Den Wember verschlug es nach seiner Ausbildung zum Fotografen in Geldern nach Hamburg. „Neben Berlin die Adresse für Fotografen“, versichert Simon. Nun will er zusammen mit Markus van Oorschot in der Marienstadt neue Wege gehen. Der moderne Stil der Beiden bedeutet: Weg vom veralteten Bildstil, wie man ihn in vielen Fotostudios oder bei vielen Hochzeitsfotografen heute noch findet, hin zur modernen und jungen Fotografie mit „Fashionflair“.
„Wir möchten junge Fotografie anbieten im modernen Licht, aus anderer Perspektive und mit anderen Farben “, erklärt David Simon. Zum Angebot gehören neben Porträts und Hochzeitfotos auch Gruppenaufnahmen, Videos sowie Business und Werbung.
Ein Bild von der Vielfalt des neuen Geschäftes kann man sich ab sofort am Luxemburger Platz 1 machen. Im Rahmen der Veranstaltung „Nacht der Trends“ am 16. September, soll dann noch eine kleine Eröffnungsfeier steigen.

Die Zukunft des Vereins ist der Nachwuchs

Mit dem Sieg von Laura de Witt endete das zweitägige Turnier des Reitvereins St. Georg Kevelaer auf dem Gelände des Daelshofes in Kervendonk. Die Reitlehrerin und Jugendwartin des Vereins setzte sich auf „Cleo“ im abschließenden M-Springen mit einer Siegerrunde mit null Fehlern und 39,14 Sekunden gegen die Konkurrenz durch.
Zuvor hatte sie deutlich gemacht, wie wertvoll so ein Sieg für sie sein würde. „Zuhause vor heimischer Kulisse, die ganzen Reitschüler und die Vorbildfunktion“, das alles zähle da schon, konnte sie sich über den Triumph dann zurecht freuen.
Einen Tag zuvor hatte de Witt auf „La Püppi“ gemeinsam mit Franz van Stephoudt (auf Cleo 176), Allegra Stuwe (auf Lucky Luke) und Kim Joline Kutschereiter auf O‘Julie unter dem Namen „Drei Engel für Franz“ das Mannschaftsspringen für sich entschieden.
Die 14-jährige Kutschereiter hatte dabei die Verantwortung im Stechen übernommen. „Man ist schon nervös, aber es ist ein schönes Gefühl, dass man für die Mannschaft reiten darf. Jetzt wird gefeiert“, meinte die Jungamazone, die auch die A*-Punktespringprüfung und mit dem E-Springen auch den Ehrenpreis der Stadt Kevelaer gewonnen hatte.
Am Samstag litt das Turnier unter dem heftigen Regenwetter, der ein nenneneswertes Publikumsaufkommen und eine entspannte Turnieratmosphäre verhinderte.
„Frustrierend, so eine harte Vorbereitung und dann dieses Wetter. Aber der erste Tag ist immer ruhiger, und wir müssen wenigstens die Blumen nicht gießen“, verbesserte sich die Stimmung des Vereinsvorsitzenden Hans-Jürgen Bruns mit dem sonnigeren zweiten Tag . „Das sieht schon anders aus – und die Leute sind besser drauf“, konnte er angesichts der insgesamt 900 Nennungen und der guten Plazierungen der eigenen Sportler zufrieden sein.
Als positiv bezeichnete die Geschäftsführerin des Vereins, Lucia Plümpe, die Entwicklung bei der Dressur, die in der Halle und auf dem Außenplatz stattfand. „Da sind die Nennzahlen super – dahinter steht auch ein „edleres“ Angebot hinten am Platz mit Sekt und Pavillon, da gibt es für das Reiten einen schöneren Rahmen.“
Für die ganz Kleinen konnte der Führzügel-Cross-Country-Wettbewerb überzeugen. „Ich würde gerne auch noch ein Ponyspringen machen. Wir sehen die Zukunft in den Kleinen, die sind der Verein von morgen“, so der Vorsitzende Bruns.
Und dass der Spaß am Sport das Eigentliche ist, unterstrich der Xantener Peter Werle, der sich bei der Siegerehrung über den Pokal für seine elfjährige Tochter Paulina im Schritt-Trab-Galopp-Wettbewerb freute. „Das hier ist das Fundament für die Zukunft – alles was sie hier mitnehmen, das prägt. Dass sie positive Erlebnisse mitnehmen und sagen: Das war ein schöner Tag.“

Irrfahrt der Iren

„Sie haben unsere Gastfreundschaft missbraucht.“ Klare Worte fand am Mittwoch der Leiter des Kevelaerer Ordnungsamtes, Ludger Holla. Da herrschte in Kevelaer gerade wieder Ruhe: Um Punkt 12.05 Uhr war das letzte Gespann der „Irish Travellers“ vom Europaplatz aufgebrochen – Ziel ungewiss. Wenig später fuhren auch an der Delbrückstraße die letzten Iren aus Kevelaer ab.
Es ist ein alljährliches Schauspiel: Zu Mariä Himmelfahrt reisen die oft als „Tinker“ bezeichneten Iren mit ihren Wohnwagen nach Kevelaer an. Meist sind die Iren, von denen viele als Pilger herkommen, friedlich. Immer jedoch sind sie laut und schrill und – besonders in diesem Jahr – Quell von Verschmutzung und teils auch Zerstörung.
In diesem Jahr waren die Iren bereits in der vergangenen Woche angereist, um in Kevelaer drei Hochzeiten zu feiern. Rund 60 Gespanne tauchten unangemeldet auf und wurden vom Ordnungsamt zunächst zum Parkplatz am Hallenbad gelotst, weil Bad und Schulzentrum derzeit geschlossen sind. Bald häuften sich die Beschwerden der Kevelaerer über Müll und Fäkalien rund um den Parkplatz. Mancher forderte die Räumung des Platzes.
Bürgermeister Dominik Pichler setzte hingegen auf Deeskalation, nicht zuletzt, weil sich die Stadt nicht imstande sah, eine Räumung tatsächlich durchzusetzen. Pichler erlebte die Iren selbst abends im Prinzenhof, wo er sie als laut und trinkfest, aber friedlich erlebte. Kurz darauf teilte der Prinzenhof allerdings mit, die nächsten Tage nicht zu öffnen. Die Iren hatten dem Vernehmen nach zwar ihre zahlreichen Getränke bezahlt, aber auch die Toiletten regelrecht verwüstet.
Die Polizei registrierte nur eine Anzeige eines Cafés, in dem eine Gruppe Irinnen zwar ebenfalls bezahlt hatte, dann aber ein Verkaufsschild mitgehen ließ und zuvor die Toiletten verschmutzt hatte. In sozialen Medien wird von weiteren Problemen berichtet, die jedoch nicht zur Anzeige gebracht wurden und daher meist unbestätigt sind.
Darüber hinaus gab es zahlreiche Ordnungswidrigkeiten – besagte Fäkalien im öffentlichen Raum, gefährliches Fahrverhalten und mehr. „In der Fülle konnten wir das nicht wirksam sanktionieren“, erklärt Holla die von den Bürgern gefühlte Untätigkeit des Ordnungsamtes. „Wir müssen Androhungen auch umsetzen können.“
Insgesamt aber fruchtete die Deeskalationsstrategie: Die Iren kamen freiwillig der Aufforderung der Stadt nach, den Hallenbadparkplatz am Sonntag zu räumen, da dieser für die Tamilenwallfahrt gebraucht werde. Nur einzelne Gespanne machten vom Angebot der Stadt Gebrauch, zur Delbrückstraße umzuziehen.
In der Folge tauchte die irische Gruppe in Neuss und Düsseldorf auf, wo sie jeweils von einer Hundertschaft der Polizei vertrieben wurde – und, jetzt mit rund 100 Gespannen, nach Kevelaer zum Europaplatz zurückkehrte. Diesmal erließ das Ordnungsamt noch am Dienstagabend auf Englisch eine Räumungsverfügung. Mittwochvormittag fanden sich mehrere Abschleppfahrzeuge, zahlreiche Polizeikräfte des Kreises sowie eine Hundertschaft des Landes ein. Deren Präsenz genügte, um die Iren zum pünktlichen Aufbruch zu bewegen. Zu Mariä Himmelfahrt werden einige wohl wiederkommen.

Lena Peeters führt Wanderer durch die Natur

Lächelnd verteilt Lena Peeters an die Anwesenden auf dem Parkplatz am Kevelaerer Bahnhof noch eine schmackhafte Runde Eisbonbons, zählt durch und gibt nach ein paar Minuten das Zeichen zum Aufbruch. „Heute geht’s in Richtung Boxteler Bahn“, erklärt die schmächtig wirkende Frau, bevor sich die Autokolonne in Richtung Kervenheim und dann Richtung Uedem auf den Weg macht. Am Rastparkplatz Kalbecker Forst hält die Kolonne und nach dem gemeinsamen Gruppenfoto geht es hinein in das Wald-Erholungsgebiet auf die sieben Kilometer lange Strecke.
„Ich hatte vorher sowas noch nie gemacht“, gesteht die 55-Jährige auf dem Weg entlang der schönen Baumlandschaft, wie sie zu dem „Job“ als Wanderführerin gekommen ist. „Ende 2016 wurde ich vom Kneippverein angerufen, ob ich nicht Lust dazu hätte.“ Im Dezember war es dann erstmals so weit.
Und so wählt sie die Strecken aus: „Ich überlege mit dem Chef, wo es langgehen soll. Und ich laufe mit dem Hund die Strecken dann immer selbst ab.“ Wenn sie sich unsicher fühle, was den Verlauf betrifft, dann „mache ich auf der Straße eine Markierung mit Sprühfarbe“, zeigt sie direkt auf den Pfeil, der sich an dem Feld an der Linksabbiegung schon etwas abgeblättert am Boden darstellt.
Sie sei halt „immer gern in der Natur“ unterwegs, wollte aber nie allein laufen, sagt Peeters, die nach einer Zeitungsveröffentlichung die Chance wahrnahm, erste Wanderungen zu machen.  „Es macht einfach Spaß, Leute kennenzulernen“, erzählt die alleinstehende Hauswirtschafterin eines Zwei-Personen-Haushalts in Kervenheim. „Man duzt sich immer sofort, ist sich auch nicht fremd oder so“, genießt sie auch den lockeren Umgangston miteinander.
Entlang einer Brücke passiert ein Kanu die Niers, die Wanderer winken. Für Schmunzeln sorgt dann ein kleines Schild mit der Aufschrift „Papa-Klein-Wanderweg“. Ob sie eine Lieblingsstrecke hat? „Nein, das eigentlich nicht“, meinte Lena Peeters. „Die Region ist insgesamt prädestiniert fürs Wandern – überall“, sagt sie und will keine besondere Ecke hervorheben.
Die Geldernerin Gisela Ehlert läuft mit ihr plaudernd an der Spitze – sie führt seit vier Jahren Wandergruppen, hat der Kevelaererin in Sachen Leitung von Wandergruppen ein bisschen unter die Arme gegriffen. „Ist ja was anderes, ob man führt oder nicht. Da steckt viel Arbeit drin, aber wir machen das gern“, so die 73-Jährige, noch sehr vital wirkende Frau. „Man kann den Menschen hier zeigen, dass sie gar nicht in Urlaub fahren müssen, wo es hier so schöne Ecken gibt. Und Bewegung ist ja alles.“
Das sehen auch die Mitwandernden so. „Man muss sich vernünftig ernähren und bewegen – das bietet Kneipp gut an“, lobt Hubert Wehling die Angebote. „Und eine erfahrene Führerin ist wichtig“, ergänzt eine Dame aus Winnekendonk und marschiert mit dem Tross weiter am Maisfeld entlang.
Angesichts des aufkommenden starken Regens entscheidet sich Peeters, die Strecke deutlich abzukürzen und Richtung Parkplatz zurückzugehen. „Im Mairegen wächst man ja bekanntlich, aber es ist ja kein Mai“, schmunzelt sie, als sie in den Wagen steigt und mit der Gruppe zum Weezer Marktcafé fährt, wo die Tour langsam ausläuft.

Mächtig Spaß auf Ameland

Vom Ferienlager auf Ameland bekam das KB Post von Hannah van de Bruck und zwei jungen Teilnehmerinnen:
„Heute ist Bergfest, und somit ist die erste Hälfte unseres Lagers leider schon vorbei. Wir Kevelaerer Mädels haben in der ersten Woche schon viel erlebt: wir waren am Strand, hatten einen gemütlichen Kinoabend, den Gammelmorgen, Wasserolympiade, verschiedene Quiz-Spiele und in Kleingruppen haben wir mit dem Fahrrad die Insel erkundet, Spaziergänge gemacht, das Gleichgewicht auf der Slackline bewiesen und schöne Sachen gebastelt. Außerdem haben wir traditionell am Sonntag gemeinsam Messe gefeiert.

Tolle Stimmung beim Bergfest.

Tolle Stimmung beim Bergfest.


Ein besonderes Highlight waren die Bubbleballs, in denen wir über die Lagerwiese gerollt sind. Lustig war auch die Disco mit den Jungs aus Alstätte, bei der wir viel getanzt, Briefe ausgetauscht, Bowle getrunken und unseren Lagertanz präsentiert haben. Während der Disco konnten wir die Lagerfahne der Jungs für uns gewinnen, was uns natürlich sehr stolz macht! Die neuen Kids wurden durch die Taufe herzlich im Lager aufgenommen und sind nun Teil der tollen Ameland-Bande. Lana und Nicole wissen zwar noch nicht genau was sie in der zweiten Woche erwartet, aber sie freuen sich schon jetzt riesig auf neue Erlebnisse, sehr gute Stimmung und die gemeinsame Zeit mit alten, aber auch neuen Freundinnen, die sie im Lager kennengelernt haben.
Mit diesen Brillen ist gute Laune garantiert.

Mit diesen Brillen ist gute Laune garantiert.


An dieser Stelle möchten wir euch auch unser diesjähriges Lagermotto vorstellen: Zirkus! Wir Mädchen haben vor Beginn des Lagers mit unseren Betreuerinnen T-Shirts passend zum Thema gestaltet und ein Gruppenname bestimmt. Nicole und Lana sind zum Beispiel in der Gruppe „Törööö, auf Ameland führen Elefanten den Zirkus an“. Auch im Tagesraum erkennt man das Thema: der Raum wurde in ein Zirkuszelt verwandelt und die Lagerfahne schmückt ihn zusätzlich. Auch manche Spiele wurden auf das Thema angepasst und von den Betreuerinnen umgeschrieben. Genauso wie im echten Zirkus ist die Stimmung perfekt, überragend und wir genießen den Alltag als Zirkusfamilie.
Uns geht es allen gut, denn das Wetter spielt mit, das Essen schmeckt super lecker und die Inselluft hat uns in ihren Bann gezogen: wir genießen die Zeit hier sehr und blicken auf eine tolle Woche zurück. Wir sind gespannt was uns noch erwartet und freuen uns auf das, was noch kommt. Vielleicht sehen wir noch den Leuchtturm, machen eine Nachtwanderung oder das Völkerballturnier. Aber wer weiß das schon? Liebe Grüße von unserer Lieblingsinsel.“

Hannah van de Bruck
mit Lana W. (9 Jahre)
und Nicole Z. (11 Jahre)