Beiträge

Verurteilt wegen Körperverletzung

Im Prozess gegen einen 22-jährigen und einen 27-jährigen Mann aus Kevelaer wegen Körperverletzung hat das Gelderner Amtsgericht den jüngeren von ihnen zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt. Sein Begleiter wurde freigesprochen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 22-jährige vorbestrafte Mann am 24. Februar 2020 beim Karneval im Zuge eines Handgemenges mit zehn bis zwanzig Personen am Durchgang von der Marktstraße zum Konzert- und Bühnenhaus einen 20-Jährigen vorsätzlich in das Gesicht geschlagen hatte. Der Betroffene selbst hatte an dem ersten Verfahrenstag zuvor ausgesagt, er habe dem Angeklagten noch Geld geschuldet, habe von ihm Drogen gekauft und damals gedealt. Das Thema sei an diesem Tag auch zur Sprache gekommen. Der Angeklagte hatte die Tat vor Gericht bestritten. Mehrfach befragte er die am Tatort herangeilten Polizisten, ob er überhaupt von ihnen gesehen worden sei. Er habe sich vorzeitig vor dem Ausbruch des Handgemenges davon gemacht.

„Benni im Bärenkostüm“

Die zuständige Richterin überzeugte diese Argumentationslinie nicht. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass der „Benni im Bärenkostüm“, der dann Richtung Marktstraße weggelaufen sei, nur der Angeklagte sein konnte. Die damalige Freundin des Angeklagten konnte sich vor Gericht erinnern, dass ihr Freund ihr gesagt habe, dass er es gewesen war.

Ein 27-jähriger Kevelaerer, der in das Handgemenge aktiv mit verstrickt war, wurde vom Vorwurf der Körperverletzung freigeprochen. Auf Basis der Aussagen vor Ort hatte die Staatsanwaltschaft den Verdacht geäußert, dass der Begleiter der Freundin des Opfers bewusst und absichtlich einen Schlag ins Gesicht versetzt haben soll – ob mit der flachen Hand oder mit der Faust, wisse sie nicht mehr, hatte die heute 18-Jährige bei der Polizei im Februar angegeben.

Keine Schmerzen

Im Gerichtssaal konnte sie aber nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es der wegen einiger Delikte im Jugendstrafrecht vorbestrafte Mann war oder nicht. Sie habe in dem Moment nur versucht, ihren Freund aus dem Handgemenge herauszuziehen und immer gesagt, dass sie keinen richtigen Schlag erhalten, sondern dass sie nur „einen mitbekommen“ habe.  Und dass der Schlag, der sie erwischt, aber keine Schmerzen oder schwere Verletzungen nach sich gezogen habe, allerhöchstens unabsichtlich aus der Situation heraus erfolgt sei.

Ihr damaliger Freund gab an, wegen des Angriffs auf seine Person davon nichts mitbekommen zu haben. Seine Aussage wertete das Gericht als „unergiebig“. Selbst die Staatsanwaltschaft hatte im Anschluss an die Beweisaufnahme Freispruch für den 27-jährigen Angeklagten gefordert.

Karnevalisten bleiben optimistisch

Schunkelnde Narren zu den Klängen der „Swingies“ im Forum Pax Christi, kollektives „Hände zum Himmel“-Singen in der Basilika, ein farbenprächtiger Umzug durch die Stadt und eine tolle Sitzung – all das gehört zur Wallfahrt der Karnevalisten, die alljährlich Hunderte Jecken aus dem ganzen Land nach Kevelaer lockt.

Doch all die schönen Dinge, die eigentlich am 8. November wie sonst vonstatten gehen, fallen nun dem Coronavirus zum Opfer. „Wir haben die Wallfahrt der Karnevalisten schweren Herzens abgesagt“, erklärt Elke Tebartz, die Präsidentin des VFR Blau-Gold Kevelaer. „Wir hatten ein tolles Abstands- und Hygienekonzept, aber unter den Umständen“ sei es halt nicht möglich, die Veranstaltung durchzuführen.

In der Basilika habe man noch mit 150 Menschen geplant, im Forum wäre sicher das Doppelte gegangen, weil man die Leute anders hätte plazieren können. Aber seit Mittwoch vergangener Woche steht fest, dass das in der Form gar nicht mehr möglich ist. „Die Kirche sagt, Messen gehen. Aber das ist ja eine Zusammenkunft. Und wir als Verein halten dann auch dafür den Kopf hin und wollen der Pandemie keine Nahrung geben.“ Natürlich sei das alles nicht schön, sagt Tebartz, „weil im Endeffekt gar nichts stattfindet. Wir konnten vor der Pandemie feiern, mit Aschermittwoch kam quasi die Pandemie und dann war es vorbei.

Es besteht noch Hoffnung

Jetzt wolle man schauen, „was wir nach dem 31. November beziehungsweise ab dem 1. Dezember dürfen oder nicht dürfen.“ Das Bühnenhaus habe man noch immer für die große Prunksitzung reserviert. „Wenn, dann wird das nicht so stattfinden wie sonst“, das sei schon klar. „Wir versuchen aber bis auf den letzten Drücker, dass was passiert.“ Auch den Rosenmontag habe man offiziell noch nicht abgesagt. „Wir sind nicht so pessimistisch wie an anderen Orten. Wir versuchen, so lange wie es irgendwie geht, etwas auf die Beine zu stellen.“

Die Tanzgarden hätten nach den Sommerferien bereits draußen mit dem Training angefangen, weil die Dreifachturnhalle ja renoviert worden sei. „Wir hätten jetzt mit den Gardetänzen angefangen, aber jetzt gibt es ja kein Training mehr.“ Und im Dezember werde man wahrscheinlich nicht mehr anfangen. Die Information habe man an die Tanzmädels direkt weitergegeben. „Die waren alle total traurig. Das ist im Moment nicht machbar. Wir versuchen, den Kontakt zu den Mädels zu halten.“

In dem Sinne sei die nächste Session von der Warte aus dann natürlich gelaufen. „Aber die alten Tänze würden die Mädels noch tanzen können“, falls die Möglichkeit doch noch bestehen sollte. Wie es mit dem Turniertanzen weitergehen wird, sei noch nicht ganz klar. „Es gab 2020 auch nur ein oder zwei Turniere. Und das nächste Turnier von uns wird womöglich auch abgesagt. Aber auch da warten wir ab, weil wir Karnevalisten Optimisten sind.“

Man gebe die Hoffnung nicht auf, „dass es irgendwann einmal aufwärts gehen wird.“ Und die gut 2000 geplanten Exemplare der Karnevalszeitschrift „Fünfte Jahreszeit“ wird man trotz der Pandemie herausgeben, „um den Karneval so wenigstens den Narren nahezubringen.“

Wallfahrt der Karnevalisten wurde jetzt abgesagt

In einem Schreiben an alle betroffenen Vereine wendet sich der Verein zur Förderung des Rosenmontagszuges Blau Gold Kevelaer an die Karnevalsfans. Darin heißt es:

„Durch die neuen Bestimmungen der Bundesregierung (…) und aufgrund der massiv steigenden Infektionszahlen sowie der jetzt schon unter der Gefährdungsstufe 2 geltenden Einschränkungen haben wir uns schweren Herzens entschieden, die Wallfahrt der Karnevalisten am 8. November abzusagen. Nach heutigem Stand ist auch zu befürchten, dass sich die Situation in den nächsten Tagen noch verschärfen wird. Eine Umsetzung der Vorgaben halten wir leider für nicht möglich. Der gesamte Vorstand vom VFR Blau-Gold hofft auf Euer Verständnis. Wir hoffen, dass Ihr alle und eure Familien und Freunde Gesund durch die nächsten Monate kommt. Im nächsten Jahr würden wir uns freuen, Euch alle wohlbehalten auf unserer Wallfahrt anzutreffen.

Mit freundlichen Grüßen und einem Dreifachen Kävele Helau.
Elke Schumacher
VFR-Blau-Gold Kevelaer“

Ergänzend dazu teilt Schriftführer Helmut Baers mit, am 8. November werde per Video ein Grußwort veröffentlicht. Zudem könnten die Wallfahrt-Pins per Mail bestellt, oder im Frisörladen von Michael Schumacher erworben werden.

„Mask hätt Session“

Auf der jüngsten Vorstandssitzung des VFR Blau-Gold Kevelaer musste sich der Vorstand mit der Situation in Bezug auf die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die bereits lange im Voraus geplanten Veranstaltungen des VFR in der kommenden Session auseinandersetzen. Die Folgen für das Karnevalstreiben in Kevelaer gibt der Verein nun bekannt.

Die Wallfahrt der Karnevalisten am 8. November 2020 kann nur in „abgespeckter Form“ durchgeführt werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand können nur 150 Personen an der Messe teilnehmen. Der VFR bittet daher um Verständnis, dass die begrenzten Plätze in der Basilika in diesem Jahr nur an die geladenen Karnevalisten vergeben werden können. Die Messe wird aber per Video aufgenommen, sodass alle Interessierten das Geschehen über das Internet verfolgen können. Der sonst übliche Umzug durch die Innenstadt nach der Messe muss entfallen.

Die angesetzte Prinzenproklamation am 13. November 2020 kann in diesem Jahr nicht im Hubertuszelt stattfinden – die Hubertuskirmes wurde bereits abgesagt. Eine Verlegung ins Bühnenhaus machte für den VFR wenig Sinn. Die Prinzenproklamation wird daher auf das nächste Jahr verschoben und findet am 12. November 2021 im Hubertuszelt statt. Alle bereits erworbenen Karten für die diesjährige Prinzenproklamation behalten ihre Gültigkeit für die Veranstaltung im nächsten Jahr. Wer seine Karte zurückgeben möchte, sollte hierzu eine E-Mail an Elke Schumacher unter sitzungen@vfrblaugoldkevelaer.de senden. Der Kaufpreis wird dann vollständig ersetzt.

Die Sessionseröffnung am 11. November 2020 im Vereinslokal „Zur Schanz“ wird nicht stattfinden.

Sitzungen werden nicht wie gewohnt geplant

Zum Rathaussturm am Altweibertag und zum Rosenmontagsumzug im Februar 2021 wollte der Vorstand noch keine eindeutige Entscheidung treffen. Die Politik lasse die Vereine diesbezüglich im Unklaren, erklärt der VFR. Nach derzeitigem Stand können die Sitzungen des VFR (Bunter Nachmittag für Jung und Alt, Große Kappensitzung und der Kinderkarneval) nicht in der bisherigen bewährten Form durchgeführt werden. Der Vorstand sucht hier nach Alternativen. Beschlossen wurde allerdings auch, trotz des befürchteten „Ausfalls“ der Karnevalssession 2020/2021 die Karnevalszeitung „5te Jahreszeit“ auch für die kommende Session 2020/2021 zu erstellen und herauszugeben. Passend zur Corona Pandemie wurde ein neues  Motto für die Session gefunden. Es lautet: „Mask hätt Session“.

Der Vorstand des VFR erklärte, dass die Entscheidungen nicht leicht gefallen seien. Bei all den Planungen stehe jedoch die Gesundheit aller im Vordergrund. „Und auf diesem Wege wünscht der VFR allen Karnevalisten und der gesamten Bevölkerung alles Gute und vor allen Dingen Gesundheit“, heißt es in einer Mitteilung.

Zeichen stehen auf Absage

Was wird aus dem Karneval in Coronazeiten? Überall herrscht Ungewissheit. Das wurde auch beim Treffen der Karnevalsvereine des Südkreises im Twistedener IBC deutlich.

„Wir treffen uns jedes Jahr für Nachbesprechungen und tauschen uns aus“ erklärt die VfR-Präsidentin Elke Tebartz. „Dieses Mal haben wir mal mehr über die jetzige Situation gesprochen.“ Keiner wisse wirklich, was Sache sei. Und eine einheitliche Linie gäbe es nicht.

„Die Verunsicherung ist da“, sagt die Karnevalistin. „Viele waren der Ansicht, dass sie die Veranstaltung aufgrund des Gesundheitskonzepts so umsetzen sollten und können. Einige sagen, absagen.“ Und Goch habe schon abgesagt. „Wir warten ab, sagten auch einige. Andere haben alles auf Lager liegen und warten auf „go“ oder „stop“, sobald man was Neues von oben hört.“

Als Veranstalter trage man Verantwortung und Risiko gleichermaßen. „Wir können jetzt nicht den Rosenmontagsleuten sagen: Wir sagen eventuell im November mal ab, fangt schon mal an.“ Auch finanziell sei dabei einiges zu beachten. Dementsprechend müsse man jetzt zeitnah entscheiden. Ihre Maxime sei: “Gesundheit geht vor.“

Man müsse noch aus einem anderen Grund Verbindlichkeit herstellen. „Wir haben ja auch Künstler engagiert, haben mit denen Verträge.“ Die Tendenz sei schon „irgendwo absagen oder es stark reduzieren.“ Wie man das aber im kleinen Rahmen verwirklichen solle, „wissen wir noch nicht.“ Natürlich mache man sich auch Gedanken, wie Karneval unter Corona-Bedingungen funktionieren könnte. Aber Karneval ohne Alkohol, mit 1,50 Meter Abstand und ohne Bützen, das erscheint „schwer möglich“.

Natürlich wolle man Brauchtum nicht absagen. „Aber Kirmes ist auch Brauchtum, musste auch abgesagt werden.“ Und eins ist für die VfR-Vorsitzende glasklar: „Wir wollen nicht die Schlagzeilen 2021, die Heinsberg 2020 hatte. Für das Risiko verantwortlich zu sein, das will ich nicht.“ Das sei für alle Beteiligten „eine sehr unglückliche Situation.“ Bloß kein zweites Heinsberg. Das bestätigt auch der Präsident der Karnevalsfreunde Twisteden, Rolf Roosen. Man habe im IBC eine gemeinsame Marschrichtung abstimmen wollen.

Schnell wurde deutlich, dass das nicht geht, „weil die vertragliche Situation und Organisation der einzelnen Vereine“ halt unterschiedlich sind. Und weil die Künstler, die unter Vertrag stehen, bezahlt werden, wenn man vor einem offiziellen Verbot eine Veranstaltung oder einen Zug absagt. „Da warten die meisten ab.“

Wirklich wohl fühle sich mit der Situation absolut niemand. „Keiner sagte, wir wollen das auf jeden Fall machen.“ Vereinzelt werde über Videos und Onlinesitzungen nachgedacht. „Da muss jeder Verein gucken, was er in seinen Möglichkeiten verwirklichen kann.“ Über ein Corona-Hygienekonzept zum Karneval habe man sich noch keine Gedanken gemacht. „Da sich das ständig ändert, haben wir ein Konzept nicht gemacht.“

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Wie soll da Stimmung entstehen?„Echte Stimmung beim Sitzungskarneval wird doch nicht aufkommen, wenn nur 30 oder 40 Leute reinzusetzen sind.“ Das habe dann „mit Karneval feiern nix zu tun“, findet Roosen. „Es ist auch die Frage, wenn wir feiern, ob da jemand hingeht.“

Und allein die Zugfeier kostet „ein Vermögen“, sagt Roosen. „Wenn da keiner hinkommt und kein Umsatz stattfindet, kann man das nicht bezahlen.“ Mit 30 Mann eine Kappensitzung und den Zug könne man nur machen, wenn „jemand uns nett Geld schenkt.“ Im Ergebnis bedeute das: „Also entweder für Twisteden alles oder nix.“

Voraussichtlich noch in dieser Woche soll es ein Gespräch der Vereine mit Bürgermeister Dominik Pichler geben, um eine einheitliche Linie herzustellen. „Meine private Meinung ist: Verantwortungsvoll kann man ohne Impfstoff keine Session machen“, sagt Roosen. „Und es wäre das Einfachste, wenn von Land und Bund das Signal kommt, ob es machbar oder nicht ist.“

Seine Haltung zum Thema ist klar: „Lieber ein Jahr Pause und dann wie Phönix aus der Asche als Gangelt. Das nützt nix.“ Wenn man dann rumlaufe, „und jemand sagt, Oma ist gestorben, weil Karneval war“, dann sei damit nichts gewonnen. „Und wenn da ein Highspreader mit Trillerpfeife ist, kannste das alles nicht sicherstellen.“

Bei den anstehenden Wahlen sei das wohl nicht so leicht zu entscheiden. „Ich kann mir vorstellen, dass Ende September sich jemand traut, das offen zu verkünden, weil es eine unpopuläre Entscheidung ist.“ Die Kommunikation mit dem Ordnungsamt und der Stadt laufe hinsichtlich Corona super. „Wir werden eine Lösung finden, wo jeder mit leben kann.“ Beim Ordnungsamt ist die mögliche Absage von Karneval auch Thema. „Wir machen uns da natürlich Gedanken, aber wir haben bis jetzt die Corona-Schutzverordnung, die bis Ende August gilt“, sagte Ordnungsamtsleiter Ludger Holla. „Wir erhoffen uns spätestens für den 1. September einen entsprechenden Hinweis. Das Ministerium lässt sich von uns nix vorschreiben.“

Das Ganze sei noch in der Schwebe, aber Holla bezeichnete es als „relativ unwahrscheinlich“, dass ein Karnevalstreiben stattfinden könne, auch wegen der aktuell steigenden Infektionszahlen. „Aber es gibt noch keine Regelung.“ Das Gesundheitsministerium in Düsseldorf sei für eine Verordnung zuständig. „Wir müssen es umsetzen.“ Es habe da schon einen Austausch des Bürgermeisters mit der VfR-Präsidentin Elke Tebartz gegeben, bestätigte er. „Und dass es in der Richtung die Info gab, darauf jetzt zu warten.“

Beim Karneval Kraft tanken für die kommende Fastenzeit

Pünktlich um 9.11 Uhr ergriff Gertrud Koenen im Petrus-Canisius-Haus das Wort. Sie begrüßte 150 Möhnen aus Kevelaer und Umgebung zum Möhnefrühstück der kfd St. Marien Kevelaer. Auch von der gönne Kant aus Wesel waren einige Jecke angereist. Neben selbstgebackenem Schwarzbrot und Krinteweck gab es eine reichhaltige Auswahl am Büfett. Bereits während des Frühstücks sorgte Monika Voß mit schönen Liedern und einigen Dönches für gute Stimmung.

Das ehrenamtlich arbeitende kfd-Team – bestehend aus Maria Haesters, Gertrud Koenen, Waltraud Lemken, Elke Manders und Edith Willemsen – sorgte mit tatkräftiger Unterstützung dafür, dass es den Gästen an nichts fehlte. Unter den Helfern waren auch Männer zu finden, die sich an diesem Morgen um die schweren Dinge wie Getränkekästen und Sektkartons kümmerten.

Mit Pauken und Trompeten zogen sie ein

Kurz nach 10 Uhr, vor dem offiziellen Rathaussturm, zogen mit Pauken und Trompeten die Swingies samt Festkettenträger, VFR-Garde und Kinderprinzenpaar ins Petrus-Canisius-Haus ein. Prinzessin Milla und Prinz Lasse erfreuten die Möhnen mit lustigen Versen, sehr souverän und professionell. Das ganze Gefolge kam vom Priesterhaus, wo es versucht hatte, die Geistlichkeit einzufangen. Pfarrer Kauling befand sich jedoch in einer Rehamaßnahme und Kaplan Schwerhoff auf Fortbildung. So hatte Dr. Bastian Rütten das Vergnügen.

Dieser griff die Gelegenheit beim Schopf und nutzte die Kanzel bzw. die Bütt, um einiges aus dem Nähkästchen des Priesterhauses zu erzählen. Gekonnt und mit hintergründigem Humor erfuhren die Damen im Saal viel Neues von den Herren im Talar. Auch machte Rütten deutlich, wie wichtig die Freude und die Heiterkeit für die kommenden Tage der Fastenzeit sind. Später lüftete Edmund, der Kirchenschweizer, weitere Geheimnisse aus den heiligen Hallen.

Über die Wallfahrt und die Ehemänner

Markant an diesem Möhnefrühstück ist stets die Nähe zur Kirche. Das Gottvertrauen ist besonders bei der Planung des Programm­ablaufs zu spüren. „Wir wissen nicht, ob und wer überhaupt eine Büttenrede hält“, erklärte Gertrud Koenen. Doch wie in den vergangenen Jahren konnte sie sich wieder auf die Spontaneität der Möhnen St. Mariens verlassen. Ob auf Platt oder in Reimform, über die Wallfahrt oder Ehemänner, ja auch wichtige Themen wie der Verlust der Unschuld oder die Plagen eines XXL-Mannequins, alles wurde angesprochen und mit lustigen Anekdoten ins rechte Licht gerückt.

Die sich abwechselnden Büttenrednerinnen Liesel Bay, Maria Haesters, dat Kathrinschen, Gertrud Koenen, Maria Verhülsdonk und Martha Winkels sorgten für ein gutes Training der Lachmuskeln. Arm- und Beinmuskeln wurden dann beim Schunkeln auf Trab gehalten. Die speziell für diesen Morgen gegründete Band – bestehend aus Anton Koppers sowie Dominik und Hubert Lemken – sorgte ebenfalls für gute Stimmung. „Wir haben bereits Karten für 2021 geordert“, sagte eine Weselerin.

Feiern geht auch ohne den Zug

Eigentlich wollten sich die Jecken der beiden Ortsteile Twisteden und Winnekendonk mit ihren jeweiligen Zügen am Karnevalssonntag auf den Weg machen. Doch Petrus schickte einen so heftigen Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h an den Niederrhein, dass die Verantwortlichen in Abstimmung mit der Stadt und dem Ordnungsamt am Vormittag entschieden, die beiden Züge nicht fahren zu lassen.

Karneval in Twisteden.

„Wir wollten nicht riskieren, dass ein Kind eine Dachpfanne auf den Kopf kriegen könnte“, begründete der Präsident der Karnevalsfreunde Twisteden, Rolf Roosen, die Absage des Zuges. „Wir haben Windstärken bis 10 gemeldet vom Deutschen Wetterdienst, deshalb machen wir auch keine Zeltveranstaltung. Das ist nur sicher bis Windstärke 8.“

Dafür machten die „Karnevalsfreunde“ für die Narren das IBC auf, wo dann ab 14.11 Uhr fröhlich gefeiert wurde. Die Jecken ließen sich von der guten Laune nicht abbringen, getreu dem Motto: „Die Feier hier ist mindestens eben so schön.“

Karneval in Winnekendonk.

Ähnlich agierten auch die Jecken in Winnekendonk, die sich ihre gute Laune durch die Absage des Zuges ebenfalls nicht vermiesen ließen, ob nun in der Dorfschänke Kaenders oder in der Öffentlichen Begegnungsstätte.

„Ist das Wetter schlecht, feiern wir erst recht“, meinte Simone van Baal als eine von zahlreichen Besuchern in der proppevollen Begegnungsstätte. „Die Kinder waren traurig, aber die Lösung hier ist ganz gut.“ Ansonsten wäre sie mit Handwagen, mindestens 30 Kindern und insgesamt 55 „Regenbogen-Leuten“ durch die Ortschaft gezogen. „Wir hätten gerne den Regenbogen im Himmel gehabt, aber das war halt nicht möglich.“

Auch der Kervenheimer Thomas Fehst, der den Zug als Zuschauer gerne miterlebt hätte, genoss mit Freunden die Feier. „Es ist einfach schön, obwohl der Zug ausgefallen ist. Wir waren erst traurig, aber die Veranstaltung ist erste Sahne.“

https://www.kevelaerer-blatt.de/karneval-in-twisteden/

https://www.kevelaerer-blatt.de/karneval-in-winnekendonk/

200 Möhnen, ein Zelt und jede Menge Spaß

Bereits vor 10.11 Uhr versammelten sich an Altweiber Engel, Piraten, Teufel und Hexen im Twistedener Festzelt zum Möhnefrühstück. Rund 200 Karten hatten die Karnevalsfreunde Twisteden (KFT) im Voraus verkauft – und damit beinahe die Maximalzahl für das Zelt erreicht. Bereits zum fünften Mal durften sich die Organisatoren damit über ein volles Haus freuen.

Der Präsident des Vereins, Rolf Roosen, war vor allem wieder dankbar für die vielen Helfer, die für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten. Sogar Nicht-Vereinsmitglieder hätten sich bereit erklärt, zu helfen. Mit Gästen wie Hilla Heien, Monika Voss und der Showtanz-Gruppe „Revolution Dance“ war auch in diesem Jahr wieder für jecke Unterhaltung gesorgt.

Keine Zwischenfälle 

Über die Jahre habe man gemerkt, „dass gerade die Damen aus dem Dorf das gut finden, dass es die Veranstaltung gibt“, meinte Roosen. Dass die Veranstaltung immer weiter fortgesetzt wird, da tragen auch die Gäste ihren Teil zu bei. Denn in all den Jahren habe es bisher keine Zwischenfälle oder gewalttätige Ausschreitungen gegeben, erzählt Roosen – dankbar für das friedliche Publikum.

Ab 13 Uhr war der Eintritt zur Veranstaltung an diesem Tag dann frei und die Jecken konnten ausgelassen feiern, schunkeln, tanzen. Der Präsident der KFT freute sich über die gute Stimmung und das volle Zelt. Wichtig bei all dem jecken Treiben sei vor allem, „dass alle unversehrt und gut gelaunt nach Hause gehen.“ 

Die Frauen Union feiert Karneval

1400 jecke Damen aus ganz NRW füllten erneut den Satory Saal zur Mädchensitzung der Frauen Union, unter ihnen zum wiederholten Mal auch rund 50 Frauen aus dem Kreis Kleve, organisiert von der FU Kreisvorsitzenden Walburga Kamps. Nach der Ankunft in Köln und dem traditionellen Besuch im Kölner Dom wurde zunächst einmal ein Frühschoppen gefeiert.

Die Stimmung erhielt ihren Höhenpunkt im Satorysaal mit Spitzenkräften des Kölner Karnevals, z.B. Guido Cantz, dem Blötschköpp und den Räubern. Das diesjährige Dreigestirn, eine sympathische Zusammensetzung aus dem Prinzen Christian II., der Kölner  Jungfrau Griet und dem gewaltigen Bauern Frank, faszinierte das Damenpublikum und brachte den Saal zum Beben.

Vollgas bei der Kappensitzung

Es hatte den Anschein, als wollten die Jecken des VFR bei ihrer diesjährigen Kappensitzung von Beginn an richtig Vollgas geben – so temporeich gestaltete sich schon der Auftakt des diesjährigen Programms im voll besetzten Bühnenhaus. „Die Welt und die Sorgen lassen wir heute draußen“, formulierte die Präsidentin des Vereins, Elke Tebartz, nach dem beschwingten Auftakt-Einmarsch voller Vorfreude. Mit den Worten: „Ausverkauftes Haus in der guten Stube Kevelaers“, begrüßte Sitzungspräsident Willi Holtappels das Publikum, ehe es anschließend dreieinhalb Stunden lang zur Sache ging.

Dem Einmarsch folgte ein mitreißender Vortrag der wunderbaren Hilla Heien, die gemeinsam mit dem „Saxofon“ spielenden Frank Leukers eine großartige „Dirty Dancing“-Nummer zu „Time of my life“ auf der Bühne bot. „Eine musikalische Hochleistung“, meinte Willi Holtappels, der anschließend mit dem Urgestein des niederrheinischen Karnevals schlagersingend die Menschen von den Stühlen holte. Auch hier konnte Leukers als „Biene Maja“ für einen Farbtupfer sorgen. Und als Heien schon mit Rad und Mantel die Bühne verlassen hatte, dankte ihr Holtappels angesichts ihres Ausscheidens aus der Karnevalsfamilie – „aus privaten Gründen“ – für die Jahrzehnte ihres Wirkens.

„De Tön“ boten modernen Sound.

Anschließend sorgten „De Tön“ mit ihrer Mischung aus kölscher Musik, modernem Sound und riesiger Bläserbesetzung für brodelnde Stimmung im Saal. „Unglaublich, was hier schon um diese Uhrzeit für eine Stimmung ist“, stellte Sängerin Tina nach der fetzigen Performance fest.

Natürlich durfte sich auch die VFR-Minigarde in blau-weiß tänzerisch elegant in Szene setzen – begleitet von Prinz Louis I. und Prinzessin Nele I., die sich in Reimform am letzten Abend ihrer Regentschaft vom Publikum mit den Worten „Es war für uns eine wunderschöne Zeit, die uns immer in Erinnerung bleibt“ verabschiedeten. Und mit Robert Achten alias „Lisbeth“ durfte ein Urgestein des Karnevals mit seinen/ihren Scherzen und dem besonderen Erscheinungsbild für Heiterkeit im Saal sorgen. „Danke für Deine Spontanität – er ist vor zwei Tagen eingesprungen“, sagte Willi Holtappels und dankte ihm für seinen Beitrag zu der Show.

Tampon, Warteschlange und Schottenröcke

Dass auch Puppenspiel noch sehr originell rüberkommen kann, bewies dann Andreas Minze aus Vennikel, der mit seinem roten Esel Heiner über Prominente in Paris, Schottenröcke und deutsche Rechtschreibung ablästerte und am Ende aus einer ALDI-Tasche ein Tampon („Damit kann man reiten, tanzen und singen!“) und eine „Warteschlange“ zückte. Origineller Höhepunkt seines Auftritts war die Bauchredner-Nummer mit Bürgermeister Dominik Pichler. Dem verpasste er nicht nur eine „lächelnde“ Maske, sondern als „Hansi“ auch ein dauerhaftes „Na klar“, einen Wiedererkennungsspruch und sang mit ihm und dem Publikum Tony Marshalls „Schöne Maid“. „Das ist mein Volk“, ließ er den entspannt mitmachenden Pichler noch sagen, ehe dieser unter tosendem Appplaus die Bühne wieder verließ. Anschließend gab es für Pichler wie auch für Kaplan Schwerhoff, den Festkettenträger der „Swingies“, Jürgen Völlings, und seine beiden Adjutanten jeweils einen Orden.

Auch Bürgermeister Dominik Pichler sorgte auf der Bühne für Stimmung.

Die „Swingies“-Männer bewiesen in „Baywatch“-Manier mit Surfbrett ihre Tanz- und Akrobatik-Fähigkeiten und machten zum Finale mit der gesamten Combo vor der After-Show-Party nochmal so richtig Alarm. Bevor dies aber geschah, sorgte ein Teil des VFR-Vorstandes mit einer aberwitzigen „Altersheim“-Nummer mit Rollator, kollektivem Waschen mit einem Lappen und Abwischen mit dem gleichen Toilettenpapierstück für feuchte Augen.

Und über welche Nachwuchstalente im Bereich Tanz der VFR schon seit Jahren verfügt, davon konnte man sich erneut bei zwei akrobatisch-spektakulären Tanzdarbietungen der „Exploder Teens“ und der VFR-Showgirls mehr als nur überzeugen.

Eine Bildergalerie zur Kappensitzung finden Sie hier auf unserer Website.