Schlagwortarchiv für: Heimat

Im Herbst gab’s Preise für den Frühjahrsputz im Kreis Kleve

Im Frühjahr hatte die Abfallberatung der Kreis-Kleve-Abfallwirtschaftsgesellschaft aus Uedem zum kreisweiten Frühjahrsputz aufgerufen. Die Resonanz übertraf dabei das Ergebnis aus dem letzten Jahr.

19 Vereine und 35 Schulklassen von zehn Schulen beteiligten sich an der großen Säuberungsaktion. Mehr als 1600 fleißige Helfer befreiten Wege, Wälder, Plätze und Straßenränder von über 85 Kubikmeter Abfall. Eine Win-Win-Situation für die Umwelt aber auch für die großen und kleinen Umweltschützer – denn für viele wurde das Engagement auch mit klingender Münze belohnt.

So durften sich bereits vor den Sommerferien insgesamt zehn Schulklassen aus Bedburg-Hau (Dietrich Bonhoeffer Schule), Emmerich (Gesamtschule), Geldern (Gesamtschule, LiseMeitner Gymnasium, Realschule, Sekundarschule), Kleve (Joseph-Beuys Gesamtschule) und Wachtendonk (Sekundarschule) über ein Preisgeld von je 150 Euro für die Klassenkasse freuen.

Beim Herbstfest des Kreisverbandes Kleve für Heimatpflege in Donsbrüggen wurden nun (nach Losverfahren) stellvertretend fünf Vereine ebenfalls für ihren Umwelteinsatz ausgezeichnet. Die ausgelosten Vereine (nicht nur aus dem Kreis der Heimatvereine) erhielten aus den Händen von Rolf Janssen, Geschäftsführer der KKA GmbH, eine Urkunde sowie 300 Euro für die Vereinskasse.

Freuen durften sich der Heimat- und Verschönerungsverein Kervenheim-Kervendonk e.V., die Jugendgruppe der St. Sebastianusbruderschaft 1888 Hees-Baal e.V., der Heimat- und Verschönerungsverein Praest e.V., die Deutsche Waldjugend – Horst Kleve und der Natur- und Heimatverein Lüllingen e.V.. Die Auszeichnung für die Beteiligung an der Aktion Frühjahrsputz soll sowohl eine Anerkennung als auch ein Anreiz für andere Gruppen sein. Denn im kommenden Jahr wird es eine neue Aktion geben, zu der die KKA aufrufen wird. Ganz nach dem Motto: „Nach dem Frühjahrsputz ist vor dem Frühjahrsputz.“

Beschreibungen und Bilder zu allen Aktionen der Schulen und Vereine findet man auf der Homepage unter www.kkagmbh.de

25 Jahre Heimatforschung und Heimatpflege

Was haben Heiligenhäuschen und historische Mühlen, Schützensilber und Vereinsfahnen, St.-Martins-Mäntel und ungeordnete Archive gemeinsam? Sie alle stehen für ein Stück niederrheinische Heimat und sie alle, respektive die Arbeiten an oder mit ihnen, wurden schon einmal von der Stiftung für Heimatforschung und Heimatpflege der Volksbank an der Niers gefördert. Und sie alle sind nur Beispiele, denn sage und schreibe über 500 kleinen und großen Projekten hat die Stiftung in den nunmehr 25 Jahren ihres Bestehens getreu dem Motto „Wir bewahren Heimat“ finanziell unter die Arme gegriffen.
Traditionen lebendig halten

Diese Prämisse der Teilfinanzierung betonten die Mitglieder des Stiftungsbeirates besonders, die anlässlich des Silberjubiläums jetzt im Niederrheinischen Museum in Kevelaer zu einem Pressegespräch zusammenkamen. Eine Vollfinanzierung sei ebenso ausgeschlossen wie eine Neuanschaffung, erklärten sie. Denn schließlich wolle man Traditionen, Kulturen und Bräuche lebendig erhalten und gleichzeitig das ehrenamtliche Engagement fördern. Ganz so, wie es sich die Gründerväter vor 25 Jahren gedacht haben mögen.
Im Jahre 1994 wurde die Stiftung zum 100-jährigen Bestehen der Volksbank Goch-Kevelaer mit einem Stiftungskapital von 300.000 D-Mark ins Leben gerufen. Nachdem die Genossen mit der Volksbank Gelderland 2006 zur Volksbank an der Niers funsionierten, floss noch einmal ein hübsches Sümmchen in die nun gemeinsame Stiftung – heute beträgt das Stiftungskapital 300.000 Euro.
Was die Genossenschaftsbank damit finanziell erreichte, ist schnell beziffert: 435.000 Euro wurden nach eigenen Angaben bislang ausgeschüttet. Was man in der Region an der Niers erreichte, ist so schnell nicht abzuschätzen: 30 bis 40 Förderanträge gingen pro Jahr ein, sagt der Vorsitzende des Stiftungsbeirates, Johannes Snelting aus Weeze. Die würden sorgfältig begutachtet und auf Förderfähigkeit und -würdigkeit geprüft, sagt der Vorsitzende, der seit den Anfängen vor 25 Jahren im Beirat sitzt.
Die Vielfalt der Traditionen, Bräuche und Kulturen in den Vereinen und bei den heimatverbundennen Menschen am Niederrhein allgemein zu erleben, das reize sie besonders, sagt die stellvertretende Vorsitzende Johanna Klümpen-Hegmans aus Rheurdt, und die anderen Mitglieder stimmen ihr zu. Johannes Janshen (Kessel), Bernhard Keuck (Geldern), Heinz Karl Meuskens (Pfalzdorf) und Konrad Pieper (Udem), sowie Wallfahrtssekretär Dr. Rainer Killich, der für Kevelaer im Stiftungsbeirat sitzt, scheinen viel Freude an ihrer für manchen Verein durchaus (geld-)segensreichen Arbeit zu haben.
Dr. Rainer Killich hat übrigens neben der offiziellen auch noch eine ganz persönliche Beziehung zur Stiftung: Aus seiner Promotion wurde dank der Förderung ein veritables Buch. Das war aber längst nicht die einzige Förderung, mit der die Stiftung in Kevelaer half: Eine besonders gelungene sei beispielsweise die Förderung der Orgelsanierung in der Basilika gewesen, erinnern sich die Beiratsmitglieder.
Eine besondere Feier zum Jubiläum wird es übrigens nicht geben, da feiert man lieber Anfang Dezember gemeinsam mit den geförderten Einzelpersonen und Vertretern der begünstigten Vereine, die dann wieder traditionell in eine der Städte in der Heimat an der Niers eingeladen werden. Doch bis dahin fließt noch etwas Wasser die Niers hinunter.
Wer etwas vom Geldfluss abhaben möchte, kann sich noch bis zum 2. Oktober bei der Stiftung für Heimatforschung und Heimatpflege der Volksbank an der Niers, Am Kapellhof 1, 47608 Geldern, bewerben. Neben aussagekräftigen Projektbeschreibungen sehen die Beiratsmitglieder, die über die Vergabe entscheiden, natürlich auch gerne Pläne oder Fotos, in jedem Falle aber einen Kostenplan.

Hannes Tervooren wird 90 Jahre alt

Wer kennt ihn nicht, diesen großartigen, freundlichen und immer humorvollen Mann aus Kervenheim?, fragt der Theaterverein im Ort. Hannes Tervooren, das Kervenheimer „Original“, so dürfe man ihn bezeichnen, sei „immer für einen witzigen Spruch zu haben und allen Menschen stets freundlich zugewandt, so kennt man ihn in Kervenheim und weit über die Grenzen von Kervenheim hinaus“, so Theo Bruckmann vom TVG Krevenheim.
„Schon über 68 Jahre gehört er dem Theaterverein „Gemütlichkeit 1879“ an. Viele Jahre stand er in verschiedenen und wunderbaren Rollen als Laienspieler auf der Bühne und jeder Theaterbesucher wusste seinerzeit, wenn „Hannes“ (Spitzname Pollmann) mitspielt, dann war ganz viel „Lachen, Spaß und Blödsinn“ angesagt“, so Bruckmann weiter. „Eine Delikatesse für alle Theaterfreunde waren die Hauptrollen in unserer Mundartsprache. Kervenheimer „Döntjes op Platt“- das war und ist auch heute noch seine große Leidenschaft.“
Unvergessen sind aber auch seine Auftritte als großartiger „Karnevalspräsident“. Kraft- und schwungvoll hat er durch die beliebten Sitzungen vom Theaterverein in Kervenheim geführt.
Wenn heutzutage neue Vorstandswahlen anstehen, dann steht der Wahlkampfmanager „Hannes“ sofort parat und übernimmt den Vorsitz für die Neuwahlen beim Theaterverein. Das geht dann richtig lustig zu und ruckzuck ist der neue Vorstand gewählt. „Der Theaterverein ist froh, so einen guten und erfahrenen Mann an der Seite zu haben“, so der 1. Vorsitzende Erich Derricks vom 140- jährigen „Theaterverein „Gemütlichkeit“.
Mit großem Ehrgeiz und mit absolutem Willen fördert „Hannes“ über viele Jahre die Vereine in seiner- und unserer Vaterstadt „Kervenheim“. 73 Jahre Mitglied im Sportverein „Union“, lange Jahre aktiv im Schützenverein, verantwortliche Tätigkeiten im Heimatverein, aktiv in der Mundartgruppe Kreis Kleve-Geldern, Inhaber der bekannten Schreinerei Tervooren in Kervenheim und Sponsor für viele Aktivitäten rund um Kervenheim sind nur einige Beispiele dafür. Er hat sich um Kervenheim sehr verdient gemacht, das ist der „Tenor“ der Bevölkerung im Dorf.
Die Mitglieder, der Vorstand und der 1. Vorsitzende des Theatervereins „Gemütlichkeit 1879“ bedanken sich ganz herzlich für seine unermüdlichen Tätigkeiten: „Wir gratulieren zum runden Geburtstag und wünschen Dir, lieber Hannes, alles Gute, ganz viel Glück und Freude sowie noch viele, viele Jahre bei bester Gesundheit im Kreise deiner Familie.
Ein waschechter Kervenheimer wird „90 Jahre“ und alle Freunde und Bekannten aus den verschiedenen Vereinen, alle Kervenheimer und viele liebgewonnene „Menschen“ vom Niederrhein gratulieren herzlich und freuen sich mit Dir und deiner Familie.
Wir wünschen einen wunderschönen und sonnigen Geburtstag !
Zu diesem Festtag am 1. September 2019 stimmen wir alle ein und singen dein und unser Heimatlied, was Du für uns „Kervenheimer“ so wunderbar gedichtet hast.“

Ein Leben lang Künstlerin

„Innerlich hatte ich schon entschieden, dass ich nach Japan zurückgehe“, erklärt Yoshi Yamauchi, in welcher Situation sie sich vor über 30 Jahren befand, nachdem sie fürs Arbeiten aus Japan nach Deutschland gekommen war. Doch sie blieb. Und sie arbeitete insgesamt 25 Jahre bei der Glasmalerei Derix in Kevelaer. Ab nächsten Monat stellt sie sogar einige Werke in einer Einzelausstellung zur Schau.

In jungen Jahren studierte Yoshi Kunstmalerei in Tokyo an einer Kunsthochschule. In Berührung mit der Malerei kam sie durch ihren Onkel. „Mein Onkel war auch Maler“, berichtet Yoshi. Außerdem habe er verschiedene Illustrationen für Zeitungen angefertigt. „Jeden Tag habe ich seine Illustrationen gesehen. Da war ich auch mächtig stolz drauf“, erinnert sich die 80-Jährige zurück. Trotz der Sorge ihrer Mutter, dass man mit Malerei keine gute Zukunft hätte, entschied Yoshi sich, ihren Weg zu gehen.

Während ihres Studiums und danach arbeitete sie unter anderem an Mosaikarbeiten im Olympischen Stadion in Tokyo mit und fertigte viele eigene Arbeiten an. Im Anschluss verbrachte sie Zeit in Venedig. Im Jahr 1967 kam Yoshi im Alter von 28 Jahren nach Kevelaer und absolvierte ein viermonatiges Praktikum bei der Glasmalerei Derix. Der Kontakt entstand durch einen Musiker, den sie auf einem Flug von Tokyo nach Venedig kennenlernte. „Malen konnte ich ja. Da habe ich richtig in der Auftragsarbeit mitgearbeitet“, blickt Yoshi zurück.

Nach ihrem Praktikum verbrachte sie erneut ein Jahr in Venedig, um einen Auftrag zu erledigen. In dieser Zeit fertigte sie ein sechs Meter hohes Mosaik an. „Ein Maler wollte mich als Assistentin haben“, erzählt die Malerin. Aber sie entschied sich 1968, nach Japan zurückzukehren. „Genau zwei Jahre war ich in Europa – Venedig und Kevelaer.“ In Japan arbeitete sie unter anderem an einem Klosterfenster in Mosaikart und an Fresko-Deckenmalereien. Zu der Zeit habe man von diesen Arbeiten noch gut leben können, sagt Yoshi.

Länger geblieben als geplant

„Dann kam zufällig die Anfrage aus Kevelaer, ob ich in der Basilika ein Fenster machen kann“, erzählt die 80-Jährige. „Ich habe so an zwei bis drei Jahre gedacht, aber irgendwie bin ich hängen geblieben“, lacht sie. In Kevelaer hat sie dann in der Glasmalerei Derix gearbeitet und dort unter anderem Fenster in der Basilika nach einem Stummel-Entwurf angefertigt.

1999 legte Yoshi im Alter von 60 Jahren ihre Arbeit nieder. „Von da an habe ich hin und wieder mitgeholfen“, sagt die Künstlerin. Außerdem war sie in der Künstlergruppe „Binnenheide“ „sehr aktiv. Wir haben zwei Mal im Jahr eine Ausstellung gemacht“, berichtet Yoshi. Seit 15 Jahren hält sich die 80-Jährige mit Yoga und Walking fit. Alle eineinhalb Jahre geht sie ihre Familie in Japan für mehrere Wochen besuchen. „Eine Woche gehe ich immer auf Reisen“, berichtet Yoshi. So reiste sie zum Beispiel nach Peru oder Syrien.

Am 15. Juli 2019 wurde Yoshi 80 Jahre alt. Sie feierte ihren Geburtstag im Goldenen Löwen in Kevelaer mit 60 Gästen. „Es war richtig schön. Wir hatten eine richtig gute Stimmung“, sagt die 80-Jährige und lächelt beim Gedanken an die Feier.

Über das Leben und ihre Werke

Am Freitag, 23. August 2019, startet die Ausstellung „Lebenslinien“ über Yoshi Yamauchi und ihr Werk als Malerin in der wort.werk-Galerie in Kevelaer, Busmannstraße 28. Die Ausstellung endet am Samstag, 28. September 2019. Zur Vernissage am 23. August 2019 ab 19 Uhr gestalten Wies Kuyers und Rainer Heeke eine Collage aus Texten und Tönen über Leben und Werk der 80-jährigen Künstlerin und ihren Weg nach Kevelaer.

Trautes Heim seit 50 Jahren

„Diese Betondecke ist Heiligabend ´69 gebaut worden“, erinnert sich Matthias Berns mit Blick auf die Garagendecke noch ganz genau an den Bau seines Hauses. Vor nun 50 Jahren wurde sein Haus in Winnekendonk errichtet. Bis heute darin zu leben, macht Berns sichtlich glücklich.

Viele Jahre lebte er mit seiner Frau Regina Berns „Frau Aldi“ in seinem Heim. Sie fing damals mit 44 Jahren ihre Arbeit bei Aldi in Kevelaer an und wurde in ihren 16 Jahren im Unternehmen zum bekannten Gesicht. Selbst in einem Duisburger Krankenhaus habe man sie erkannt, erzählt Matthias Berns mit einem Lächeln im Gesicht. Da sei jemand an ihnen vorbeigelaufen, habe sich umgedreht und „Hallo Frau Aldi“, gerufen. Sie war bis zu ihrem Tod über Kevelaer hinaus eine bekannte Persönlichkeit.

50 bunte Jahre

Nachdem Berns seine Berufslaufbahn als Schreiner beendet hatte, widmete er sich vielen eigenen Basteleien. Seit Neuestem steht in seinem Vorgarten ein selbst gebasteltes Schild mit der Aufschrift „50 bunte Jahre“. 50 bunte Jahre im eigenen Heim. Und auch ist es 50 Jahre her, dass Berns die Nachbarschaft „die lustigen Nachtigallen“ gegründet hat. Dafür gibt es ein ebenso buntes Schild mit dem Namen der Straße darauf. Dieses wird das „Haus-Nr-10“-Schild ersetzen, sodass die ganze Straße sich an dem Bild erfreuen kann.

Auch beim Gang durchs Haus, die Garage und vor allem durch den Keller ist Berns‘ Bastelleidenschaft zu erkennen. In seiner Garage hat er eine große Highlight-Sammlung angelegt, in der er Fotos und Dokumente aus all den Jahren auf seiner Straße zusammengetragen hat. Fotos von Karneval, Hochzeiten und von der Kommunion habe er darin gesammelt sowie viele Einladungen zu Festen und kleine Gedichte. 20 Jahre sei er Vorsitzender der Nachbarschaft gewesen, „aber jetzt nach dieser Zeit sind auch andere mal Vorsitzende“, sagt er.

Im Keller schlägt er eine große Mappe auf, in der er mit viel Liebe Anleitungen zu seinen selbst gebauten Spielen angelegt hat. Links ein Bild des Spiels, rechts die genaue Spielanleitung. „25 Kinderspielgeräte habe ich selbst gebastelt“, erzählt er. Vom kleinen Karussell über ein Glücksrad bis zum Ringewerfen habe er Spiele gebaut und diese im Laufe der Jahre auch gegen eine kleine Leihgebühr „falls mal was kaputt geht“ verliehen. Die Achterhoeker Kirmes, Schützenfeste und Kindergärten haben die Spiele für verschiedene Anlässe geliehen, erinnert Berns sich zurück. „Bis nach Düsseldorf und Grefrath sind die Spiele gegangen“, lacht er.

In einer weiteren Mappe und sämtlichen Bilderrahmen im Keller hat Berns liebevoll Zeitungsartikel und Fotos über die Fußballgeschichte der Winnekendonker Damenmannschaft zusammengestellt. „Die sind ja jetzt in der Niederrheinliga“, erzählt er stolz.

Alles, was man braucht

Mit den Worten „das ist mein Bastelkeller“ präsentiert der ehemalige Schreiner das Herzstück seines Kellers und wahrscheinlich den Traum vieler Männer. Neben einer Werkbank und aktuellen Bastelprojekten türmen sich Werkzeug und allerhand nützliche Sachen, die man im eigenen Heim für anfallende Arbeiten so braucht. Alles jedoch fein säuberlich sortiert. Hier hat Berns Ruhe zum Arbeiten und hier „bastel ich auch gerne für andere Leute was“, lächelt er.

Im Mai hat der Winnekendonker mit seiner Familie das 50-jährige Bestehen des Hauses gefeiert. In seiner großen Garage fanden alle zusammen und konnten gemeinsam in Erinnerungen schwelgen.

In den „Top 20“: Wallfahrtsstadt Kevelaer tritt für den Niederrhein an

„Travelbook“ ist nach Angaben der Stadt Deutschlands größtes Online-Reisemagazin. Aktuell breche dieses eine Lanze für deutsche Städte. Im Mittelpunkt stünden dabei jedoch nicht die bekannten Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg. Die Redaktion von Travelbook findet, dass gerade die deutschen Kleinstädte echte Perlen seien und viel mehr Aufmerksamkeit verdienten. Denn abseits der Metropolen gebe es zauberhafte Orte mit alten Fachwerkhäusern, schmalen Gassen, idyllischen Parks und malerischen Höfen und Gärten.

Bei Facebook und Instagram konnten die Fans des Magazins ihre Vorschläge für die schönste Kleinstadt einreichen. Auch die Wallfahrtsstadt Kevelaer war unter den Kommentaren und ist als einzige Stadt der Region Niederrhein in die Liste der Top 20 aufgenommen worden. Bis zum 30. April kann man noch online für seine Lieblingsstadt abstimmen. Kevelaers Bürgermeister Dr. Dominik Pichler ist bereits mit gutem Beispiel vorangegangen und hat seine Stimme für die Wallfahrtsstadt abgegeben: „Ich freue mich sehr, dass meine Heimatstadt unter den Top 20 dabei ist und bin mir sicher, dass Kevelaer den Niederrhein würdig vertritt.“

Hier geht es zur Online-Abstimmung. 

Das Heimatlied für die Hosentasche

Auf dem Heimatabend lagen sie auf den Tischen aus und fanden buchstäblich großen Anklang: Das Kevelaerer Blatt hat die vier Strophen des Kevelaerer Heimatliedes auf eine faltbare Karte in Visitenkartengröße drucken lassen. Zum immer und überall dabeihaben und mitsingen. Passt praktischerweise in die Hosentasche oder ins Portmonee. Wer noch keines hat: Die Heimatlied-Kärtchen des KB gibt es kostenlos in der Redaktion des Kevelaerer Blattes im E-Werk-Office-Port in der Johannesstraße 11. Holen auch Sie sich Ihr Kevelaerer Heimatlied „to go“!

Twisteden diskutiert über neue Chancen

Gut 40 Bürger waren der Einladung des Twistedener Ortsvorstehers Jürgen Kobsch ins Bürgerhaus gefolgt, um sich über die Möglichkeiten neuer Fördertöpfe ausführlich informieren zu lassen. Nach der Begrüßung durch Kobsch durfte Ludger Holla für die Stadt die Details der einzelnen Maßnahmen erläutern. Der Aufschlag für den Abend war die Summe von 12,25 Millionen Euro, die der Bund und das Land NRW für Maßnahmen zur Dorferneuerung und Heimatförderung auf den Weg gebracht haben.

Die Förderrichtlinie dazu sieht vor, dass integrierte Dorferneuerungskonzepte dafür nicht mehr Fördervoraussetzung sind, sodass Einzelprojekte beantragt werden können, unterstrich Holla. Die Förderung erfolge ausschließlich in Orten oder Ortsteilen mit bis zu maximal 10 000 Einwohnern.

Es gebe insgesamt fünf Elemente der Heimatförderung, benannte Holla als Erstes den sogenannten „Heimat-Scheck“, wo Maßnahmen gefördert werden können, die sich mit dem Thema Heimat und Heimatgeschichte befassen. Da liegt die Fördersumme bei 2000 Euro je Maßnahme.

Beim „Heimat-Preis“ werden Preisgelder gefördert, wo die Gemeinden das Engagement und nachahmenswerte Praxisbeispiele würdigen wollen. Er kann als einzelner Preis oder in bis zu drei Preiskategorien einmal jährlich in einer Höhe von 5000 Euro verliehen werden.

In der „Heimat-Werkstatt“ sollen Projekte gefördert werden, wo Menschen in Projekten oder Diskussionen die Frage nach der lokalen Identität eines Dorfes aufwerfen. Die Ergebnisse können dann kreativ-künstlerisch im öffentlichen Raum umgesetzt werden. Die zweckgebundene Projektförderung muss ein Volumen von mindestens 40 000 Euro betragen.

Lokale und regional prägende Projekte mit mehr als 5000 Euro und weniger als 80 000 Euro Gesamtausgaben, die ihren Ausdruck unter anderem in Traditionen, Geschichte, Orten in Natur und Landschaft oder Bauwerken finden, werden vom Land anteilig über den „Heimatfonds“ gefördert. Voraussetzung ist da, dass die Gemeinde Spender motivieren kann oder eigene Mittel zur Verfügung stellt – dann wird dieser Betrag um maximal 40 000 Euro über das Land aufgestockt. Zehn Prozent dieses halben Gemeindeanteils kann auch von Dritten erbracht werden.

Als letztes Element nannte Holla das „Heimat-Zeugnis“, mit dem die Gemeinden oder private, gemeinnützige Organisationen in Projekten lokale und regionale Geschichte, Traditionen oder Besonderheiten aufarbeiten und öffentlich präsentieren.

Das schließt auch den Präsentationsort und die Herrichtung historischer Gebäude und Plätze ein. Das Projektvolumen müssse da mindestens 100 000 Euro betragen. Der Förderanteil betrage bei Gemeinden 80 Prozent und bei privaten Organisationen 90 Prozent. „Der Vorteil aller Maßnahmen ist die leichte Antragstellung“, ließ Holla einen Bogen mit viereinhalb Seiten Infoblatt und Antrag für den „Heimat-Scheck“ rumgehen.

Förderanträge könne man für 2018 noch stellen und dann auf jeden Fall aber für 2019. „Ich kann mir vorstellen, dass jetzt viele kleine und große Projekte entstehen“, lautete Hollas Tip: „Kommt zu mir mit möglichst konkret ausgedachten Plänen.“ Einzelne Maßnahmen wie einen Dorfplatz könne man in den Blick nehmen.

Danach begann gleich die Diskussion darüber, welche Projekte vor Ort mit den Geldern möglich sein könnten. Holla machte in der Diskussion deutlich, dass es förderschädlich für Projekte sei, wenn diese schon begonnen haben. Angelika Kobsch sagte, sie sei gebrandmarkt und skeptisch angesichts des LEADER-Projekts, wo auch alles einfach klang, Geld aber nicht geflossen ist und es da deutliche Anlaufprobleme gegeben habe. Karin Raimondi nannte dagegen das Beispiel Bochum, wo ein Karnevalsverein die Zuwendung für neue Tanzkleidung über 2000 Euro erhalten hatte, das Ganze also funktioniere.

Ein zentrales Thema der Diskussion war dann das IBC. Die CDU habe den Antrag an die Verwaltung gestellt, zu prüfen, ob die Umgestaltung des IBC im Zusammenhang mit dem Abriß des Gebäudes am Gerberweg über Fördertöpfe möglich sei, sagte Kobsch. Der Musikverein suche einen Proberaum für die Jugend, der Eingangsbereich sei suboptimal. „Wenn da Fördertöpfe da sind und die Stadt sparen kann, wäre das eine einmalige Chance.“

Ihr Parteikollege Paul Schaffers machte dagegen klar, dass es erstmal um die Sicherung des IBC gehe und um den „Zugriff“ auf die Gerberweg-Fläche, „damit wir schauen, was wir damit machen“.

Es gehe da eher um ein komplett neues Gebäude, das sei sonst „Flickschusterei“; unterstrich der Vorsitzende des Natur-und Heimatvereins Twisteden-Kleinkevelaer, Werner Neumann.

Natürlich wäre ein Abriss und Neubau toll, „um viele Vereine ins Bürgerhaus reinzubringen“, meinte der stellvertretende Vorsitzende des Bürgerhaus-Vereins, Georg Poschen. Holla gab aber zu bedenken, dass ein kompletter Abriss und Neubau wohl kaum über die Förderhöhe von 100 000 Euro zu finanzieren sei.

Kreisverband für Heimatpflege tagt in Kevelaer

Am Samstag, 6. Oktober 2018, hält der Kreisverband Kleve für Heimatpflege seine Jahrestagung 2018 im Bühnenhaus in Kevelaer, Bury-St. Edmunds-Str. 5, in Kevelaer ab. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr mit der Mitgliederversammlung.
Neben den üblichen Regularien und dem Geschäfts- und Kassenbericht werden in dieser Mitgliederversammlung Vorstandsmitglieder, Beiratsmitglieder und die Kommissionen der verbandseigenen Gartenwettbewerbe gewählt.
Besondere Themen
Besondere Themen stellen der Landeswettbewerb 2018 „Unser Dorf hat Zukunft“ mit den Golddörfern Louisendorf und Schaep­huysen und dem Silberdorf Pont und der Bundeswettbewerb 2019 dar, ebenso die Durchführung der bundesweiten Aktion „Tag der offenen Gartentür“ am 30. Juni 2018.
In einem weiteren wichtigen Tagesordnungspunkt wird über die verbandseigenen Gartenwettbewerbe inklusive der Bewertung der neuen Sparte, den Haus- und Wohngarten, berichtet. Ein bedeutender Punkt der Agenda ist ferner die Darstellung der Mitarbeit des Kreisverbandes an Dorfentwicklungsprojekten.
Jahresabschlussfest
Nach der Pflanzung eines Gingkobaumes am Konzert- und Bühnenhaus um 16.45 Uhr geht es um 17.00 Uhr weiter mit dem traditionellen Jahresabschlussfest.
Nach der Begrüßung und im Anschluss an die Grußworte findet die Auszeichnung und die Übergabe der Preise im Landeswettbewerb 2018 „Unser Dorf hat Zukunft“ durch den Landrat des Kreises Kleve, Wolfgang Spreen, statt. Anschließend wird die Siegerehrung in den verbandseigenen Gartenwettbewerben durchgeführt. Als weiteres Highlight findet die Ehrung der Kreis Klever Abfallwirtschaftsgesellschaft hinsichtlich der Aktion „Frühjahrsputz im Kreis Kleve“ statt. Umrahmt wird das Fest von musikalischen Beiträgen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Der Kreisverband bittet alle Ortsvereine um rege Teilnahme. Weitere Interessierte sind ebenfalls herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

„För Land en Lüj“ en Kävelse

Der erste Mundartnachmittag des Förderkreises für Geschichte und Mundart im Kreis Kleve, „För Land en Lüj“, findet in diesem Jahr im Konzert- und Bühnenhaus der Stadt Kevelaer statt.
Dem Verein, der sich vor allem für den Erhalt der keineswegs einheitlichen Mundart im Kreisgebiet einsetzt, ist es wieder gelungen, ein unterhaltsames Programm zusammenzustellen. Nach den Grußworten werden Akteure und Gruppen in ihrem jeweiligen Platt „Liedjes, Dönekes en Vertällekes“ zum Besten geben.
Jubiläen und Geburtstag
Im Jahr der Jubiläen zweier Kevelaerer Mundartdichter und des runden Geburtstages eines dritten – Peters Martens (110. Geburtstag), Theodor Bergmann (150. Geburtstag) und Jupp Tenhaef (100. Geburtstag) dürfen deren Gedichte „op platt“ natürlich nicht fehlen. Die beiden Kevelaerer Wilfried Schotten und Wilfried Renard werden sie vortragen.
Mit dabei sind auch Heino Derkx und Lasse Füngerlings, Walbeck; Hans van Leuven, Lüllingen; Hans Tervooren, Kervenheim; Franz Wustmans, Twisteden; Manfred van Halteren, Bedburg-Hau; Wilhelm Spans, Hülm. „Öwer Adam en Eva“ wird Pastor Alois van Doornick berichten, vielen Kevelaerern sicher noch als „ihr“ Pastor bekannt. Musikalisch werden die Besucher von den „Parodisten op Uem`s Platt“ unterhalten.
Erlös geht an die Kevelaerer Stiftung „Seid einig“
Während des geselligen Nachmittags, der wiederum traditionell von den Sparkassen im Kreis Kleve unterstützt wird, findet eine Tombola statt. Bei Planung und Durchführung der Veranstaltung helfen die „Geselligen Vereine Kevelaer“. Ein Teil des Erlöses der Veranstaltung geht daher an deren Stiftung „Seid Einig“.
Mundart aus dem gesamten Kreisgebiet wird in Kevelaer geboten am 7. Oktober 2018, Beginn ist um 15 Uhr, Einlass ab 14 Uhr.
Eine weiterer Mundartnachmittag „För Land en Lüj“ mit teilweise anderen Akteuren findet am 28. Oktober 2018 im Bürgerhaus in Rees statt.
Karten zu beiden Veranstaltungen zum Preis von je 5 € gibt es ab dem 20. September in allen Kreis Klever Stadt- und Gemeindeverwaltungen bzw. deren Bürgerbüros, im Stadttheater Emmerich, im InfoCenter am Schloss Moyland, im Kreisarchiv in Geldern sowie bei den Sparkassengeschäftsstellen in Kevelaer und Rees.
Veranstaltung mit Dr. Cornelissen fällt aus
Die für den 23.09.2018 geplante Veranstaltung mit Dr. Georg Cornelissen zum Mundartwettbewerb muss aus organisatorischen Gründen leider ausfallen. Ein neuer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.