Suche nach verschollenem Grabmal

Gerhard Korthaus (1870-1937) komponierte die Melodie zum Heimatlied. Kevelaerer Verein sucht nach dem Grabmal.

Das Kevelaerer Heimatlied verbindet man wohl in erster Linie mit dem Namen Theodor Bergmann, der 1910 den Text schrieb. Weniger bekannt ist, dass der Kirchenmusiker Gerhard Korthaus die Melodie des Heimatliedes komponierte. Am 19. Januar 1913 wurde „Wor hör ek t’hüß“ während einer Sitzung des Heimatschutzvereins, dem heutigen Museumsverein, uraufgeführt und ist seitdem fester Bestandteil des lokalen Liedguts und aus Kevelaer nicht mehr wegzudenken.

Der Komponist von „Wor hör ek t’hüß“, Gerhard Korthaus, wurde am 9. April 1870 in Goch geboren. Seine früh auftretende musikalische Begabung wurde durch seinen Lehrer Peter Heinrich Thielen in Goch nach Kräften gefördert. Bereits in jungen Jahren wirkte er ab 19. März 1890 als Basilikaorganist in Kevelaer. Er galt als größtes Orgeltalent der Diözese und machte sich besonders durch seine Improvisationsgabe einen Namen.

Konzeption der großen Seifert-Orgel

1905 war er maßgeblich an der Konzeption und Ausführung der Großen Seifert-Orgel beteiligt.

1909 heiratete er Louise Busch (1883-1981), die mit ihm die Liebe zur Musik teilte und ihn nach Kräften unterstützte. Als er 1916 etwa für zwei Jahre an die Front musste, übernahm sie seinen Platz an der Basilikaorgel bis zu seiner Rückkehr. Seine Frau schuf auch zur Erstaufführung des Heimatliedes 1913 eine Übersetzung ins Hochdeutsche und hinterließ auch einige Prosatexte und Gedichte.

Gerhard Korthaus gründete 1910 den Männer-Gesang-Verein Kevelaer. Mit der Basilikaorgel war er zeitlebens so vertraut, dass er nach seinem Weggang nach Bonn (1927) in den letzten Lebensjahren nie wieder auf einer anderen Orgel spielte.

Nach kurzer Krankheit verstarb er am 25. Oktober 1937. Nach seinem eigenen Wunsch wurde er in Kevelaer beerdigt, seine Frau Louise wurde 1981 neben ihm beigesetzt. Das Ehepaar blieb kinderlos. Leider wurde die Grabstelle 2009 von den Nutzungsberechtigten aufgegeben. Gerade auch nach tiefgreifenden Umgestaltungen des Friedhofes ist die genaue Lage des Grabmals nun verschollen.

Gemeinsam mit Ludger Holla und Armin Zocher von der Denkmalbehörde, mit Ulrich Hünerbein-Ahlers, Heinz-Peter Angenendt und Günther Krüger, tauschte sich Ernst Koppers über Möglichkeiten aus, aufgegebene Grabstätten wie die von Gerhard Korthaus und anderen Kevelaerer Persönlichkeiten zu erhalten.

Zu diesem Zweck wurde am 27. März 2019 der Verein DenkMal/Grabmal gegründet, der sich der Erhaltung aufgegebener Grabstätten annimmt (das KB berichtete). Ernst Koppers und Günther Krüger haben sich dem Verein als 1. und 2. Vorsitzender zur Verfügung gestellt, Ulrich Hünerbein-Ahlers und Heinz-Peter Angenendt fungieren als Schriftführer und Kassenwart.

Neues Denkmal in der Nähe von Theodor Bergmann

Aktuell bittet der Verein um Mithilfe auf der Suche nach dem verschollenen Grabmal für Gerhard Korthaus. Geplant ist es, für den Kevelaerer Musiker an einer freien Grabstelle ganz in der Nähe des Grabmals von Theodor Bergmann ein Denkmal zu setzen, damit auch in Zukunft nicht vergessen wird, aus wessen Feder die Melodie des Kevelaerer Heimatlieds kommt. Unabhängig von dem geplanten Denkmal erinnert natürlich auch weiterhin die Gerhard-Korthaus-Straße an den Kevelaerer Musiker.

Über Hinweise in Bezug auf die Grabstätte dieser Kevelaerer Persönlichkeit würde sich der neue Verein sehr freuen, Kontakt über Ernst Koppers, Tel. 02832 / 7579, Email: ernst.koppers@t-online.de.