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„Das war Weltklasse“

Als Ende Dezember die Entscheidung feststand, dass Besuche in Pflege- und Senioreneinrichtungen ausschließlich mit einem negativen Corona-Schnelltest gestattet sind, war auch für die Malteser der Auftrag klar: Die Einsamkeit von Heimbewohner*innen lindern, indem die Durchführung dieser Schnelltests kurzfristig und unkompliziert übernommen wird. Auch bei den Maltesern aus Kevelaer meldeten sich innerhalb weniger Tage 38 Helfer*innen spontan, die Beprobungen in zwei Pflegeheimen zu übernehmen. 

Linda Gatzke präpariert eine Probe für einen Schnelltest. Foto: Maltester Kevelaer

Seit dem 24. Dezember 2020 waren auch über Weihnachten bis zum 3. Januar 2021 jeden Tag zwei Teams im Einsatz. Ehrenamtlich wurden in insgesamt 228 Arbeitsstunden über 545 Beprobungen durchgeführt: „Die Einsatzbereitschaft unserer Helferinnen und Helfer, so spontan und über die Weihnachtstage den Menschen zu helfen ist unglaublich. Ich bin stolz darauf, dass ein verhältnismäßig kleiner Stadtverband wie Kevelaer so einen großen Auftrag gemeistert hat. Das war Weltklasse und wäre ohne das ehrenamtliche Engagement unserer Helferinnen und Helfer nicht möglich gewesen“, freut sich Patrick Poschmann, Geschäftsführer der Malteser aus Kevelaer. 

Insgesamt testeten die Malteser in NRW seit dem 23. Dezember 2020 in 125 Senioren- und Pflegeheimen 11.111 Besucher*innen im Schnellverfahren auf Corona und ermöglichten damit über 11.000 Menschen, ihre Liebsten über die Feiertage im Heim zu besuchen. 42 dieser Schnelltests fielen positiv aus.

Der neue Kleidertreff wird gut angenommen

„Um es vorweg zu sagen: Es ist sehr schmerzlich, aufgrund der aktuellen Covid-19 Entwicklung so kurz nach der Wiedereröffnung schließen zu müssen. Doch das Wohl der Besucher wie auch der Helferinnen hat absoluten Vorrang“, sagt Sylvia Rommen-Ahlbrecht, Vorsitzende der Caritas-Konferenz St. Marien. Erst kürzlich war nach Umbauarbeiten die ehemalige Kleiderkammer als „Kleidertreff“ neueröffnet worden. Trotz Shutdown ziehen die Verantwortlichen ein positives Zwischenfazit.

Mit etwa 20 bis 30 Besucher*innen pro Öffnungstag wurden Konzept und Räume bisher gut angenommen. Das  Angebot der Pfarrcaritas der Gemeinden St. Antonius und St. Marien Kevelaer soll helfen, Notlagen zu lindern. Das wäre ohne tatkräftige Hilfe der ehrenamtlichen Helferinnen, der Sponsoren und der Spenden-bereitschaft von Kevelaerer Bürger*innen nicht denkbar.

Der Wirtschaftsteil konnte durch die Verbindung eines zusätzlichen Raumes mit der alten Kleiderkammer von der Ausgabe getrennt werden. Die Kleiderausgabe erhielt zudem variable Hängesysteme. Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sollen eine angenehme Atmosphäre schaffen. Das Angebot steht offen für jeden. Besucher geben in der Regel eine freiwillige kleine Eintrittsspende zu Gunsten von Flüchtlingskindern. Sie können dann selbst das Benötigte auswählen.

Einzelhandelsregelung

Der Zugang erfolgt durch das Forum Pax Christi. Der Eingangs-Sicherheitscheck, d.h. Abstand, Masken- und Desinfektionspflicht sei bisher ohne Ausnahme eingehalten worden, erklären die Verantwortlichen. Für die erlaubte Personenzahl gilt die Einzelhandelsregelung lt. Ordnungsamt.

Die 14 Helferinnen im Alter von 55 bis 90 Jahren aus beiden Gemeinden arbeiten seit vielen Jahren in drei „Schichten“: Sie managen die Annahme der Kleiderspenden und füllen Lücken wieder auf. Sachen, die niemand tragen kann, werden an bedürftige Menschen des ehemaligen Ostblocks geschickt. Dabei ist jeder Ausgabetag eine neue Herausforderung, individuell auf Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache zuzugehen und zu beraten. Sie sind mit Herzblut bei der Sache und hoffen darauf, bald wieder Pläne für das Angebot nach der Corona-Schließung realisieren zu können. Aktuell besteht noch Bedarf an weiterer Mithilfe. Zuverlässige Personen sind im Team gefragt.

In Notfällen während der Corona-Schließung ist der Kleidertreff erreichbar unter Tel. 02832-9733631. Es wird darum gebeten, keine Kleidersäcke vor den Eingängen abzulegen.

„Es kommt auf die Kleinigkeiten an“

Wenn Frank Berretz vor einigen Jahren nicht den Rat seiner Stieftochter befolgt hätte, hätte er seine heutige Leidenschaft womöglich niemals entdeckt. Denn als seine Stieftochter ihn damals fragte, ob er nicht Lust hätte, sich im LVR-Wohnverbund an der Lindenstraße in Kevelaer zu engagieren, sagte er spontan Ja. Die Entscheidung hat er bis heute nicht bereut.

Für den 48-Jährigen ist es bestimmt leichter als für viele andere, in seiner Freizeit Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Denn zum einen ist seine Stieftochter Christine Bielen beim LVR-Verbund Heilpädagogischer Hilfen (HPH) beschäftigt, zum anderen hat Frank Berretz auch einen Stiefsohn mit einer Behinderung. Und durch Christine Bielen kannte er das Haus bereits.

Seit inzwischen fünf Jahren geht Frank Berretz im LVR-Wohnverbund ein und aus – immer dann, wenn er Zeit hat. Als Schichtführer in einem plastikverarbeitenden Unternehmen arbeitet er im Schichtdienst und ist beruflich stark eingebunden. Aber für eine Tasse Kaffee im Wohnverbund reicht es immer. „Das ist ja das Schöne“, sagt Berretz. „Es müssen nicht gleich die großen Veranstaltungen oder Unternehmungen sein. Es kommt auf die Kleinigkeiten an.“ Einfach hingehen, nur mal reden, ein bisschen Abwechslung in den Alltag der Frauen und Männer im Wohnverbund bringen – das ist sein Ziel. 

Berretz macht allerdings mehr als das. Zweimal im Monat begleitet er eine Gruppe zum Reiten, er ist bei Festen wie Karneval, Ostern und St. Martin dabei, genauso wie bei Weihnachtsmarkt- und Kirmesbesuchen, um nur einige Beispiele zu nennen. In normalen Zeiten. „Mit Corona ist alles sehr schwierig“, sagt Berretz. Auch die Menschen im LVR-Wohnverbund leiden darunter. „Gerade auch diejenigen, die arbeiten. Es fällt ihnen sehr, sehr schwer, den ganzen Tag einen Mundschutz zu tragen.“

Job, Familie und Ehrenamt

Ein anstrengender Job, eine eigene Familie und ein freiwilliges Engagement: Wenn Frank Berretz danach gefragt wird, warum er bei der Stange bleibt, ist die Antwort ganz einfach: „Es macht mir Spaß. Menschen mit Behinderung geben viel mehr zurück als Menschen ohne eine Behinderung.“

Einen Bekannten hat er davon bereits überzeugt. Mehrere Jahre hintereinander ist Berretz im Dezember im LVR-Wohnverbund ins Nikolaus-Kostüm geschlüpft. „Da haben mich die Leute aber erkannt.“ Er bat einen Bekannten, für ihn einzuspringen. Dieser zögerte zuerst, war unsicher, sagte aber zu. Das Ergebnis: „Er fragte, ob er das im Jahr darauf wieder machen könnte. Weil es so schön gewesen ist.“ 

Wer mehr über ein freiwilliges Engagement im LVR-Verbund HPH erfahren möchte, kann sich bei Yvonne de Mür melden; telefonisch unter 02821/81-4050 oder per E-Mail an yvonne.demuer@lvr.de.

Ehrenamtliche können Unterstützung beantragen

Bereits zu Beginn der Corona-Krise, aber auch aktuell engagieren sich zahlreiche ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger in unterschiedlichen Bereichen, um andere Menschen bei der Bewältigung der Pandemie zu unterstützen. Mehr noch als vor der Corona-Krise sind viele Menschen auf die Hilfe anderer angewiesen. Für die freiwilligen Helferinnen und Helfer gibt es aktuell die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung zu erhalten (das KB berichtete). Das Land stellt der Stadt Kevelaer zur Unterstützung ehrenamtlicher Aktivitäten Mittel in Höhe von 1.800,35 Euro zur Verfügung. Am 31. Oktober 2020 läuft die Frist für die Beantragung aus.

Das Hilfsangebot richtet sich an Freiwilligenagenturen, Nachbarschaftsinitiativen, Vereine und andere rechtsfähige Engagement fördernde Einrichtungen, die vor allem ältere und vorerkrankte Bürger darin unterstützen, die aktuelle Situation zu bewältigen. Eine Auszahlung der Mittel an natürliche Personen ist ausgeschlossen.

Mittel bis zu 200 Euro

Mit den bereitgestellten Mitteln sollen bestehende und neu entstehende ehrenamtliche Aktivitäten unterstützt werden, damit die Helfer ihre Aktionen einfacher und besser umsetzen können. Zum Beispiel förderungsfähig sind Materialien zum Nähen von Behelfsmasken, Anschaffung von Schutzbekleidung oder die Einrichtung von Videokonferenzen. Um möglichst vielen Organisationen die Möglichkeit zu geben, entstandene Kosten abzudecken, können die Einrichtungen Mittel bis zu 200 Euro beantragen. Es dürfen nur Ausgaben in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ab dem 24. März 2020 geltend gemacht werden.

Bezüglich der Ausgaben reichen Eigenbelege aus, die formlos folgende Angaben enthalten sollten: Name und Anschrift des Lieferanten / Dienstleisters; Menge und Bezeichnung der gelieferten Produkte oder Art und Umfang der Dienstleistung; Termin der Lieferung oder Leistung sowie der Rechnungsbetrag. Sollten die Ausgaben über 200 Euro liegen, können hierfür auch Belege eingereicht werden. Sofern die Fördermittel bis Ende der Antragsfrist nicht vollständig abgerufen werden, können eventuell auch höhere Kosten übernommen werden.

Für die Beantragung der Mittel gilt eine Frist bis zum 31. Oktober 2020. Die Ausschüttung der Fördermittel erfolgt in der Reihenfolge der eingegangenen Anträge, bis die Gesamtfördersumme erreicht ist. Anträge, die nach Ausschüttung der vollen Fördermittelsumme eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden. Zur Beantragung steht ein Formular unter https://bit.ly/2HqCf3m zum Download zur Verfügung. Dieses muss ausgefüllt und unterschrieben bei der Stadtverwaltung eingereicht werden.

Land stellt Fördermittel für ehrenamtliche Organisationen bereit

Sie haben in der Corona-Krise geholfen, Masken genäht oder Einkäufe für andere getätigt, Videokonferenzen eingerichtet oder Webseiten ins Netz gestellt, um nur einige populäre Beispiele zu nennen. Jetzt sollen diese Ehrenamtler, wenn sie in einer Agentur, Initiative, einem Verein oder einer anderen „rechtsfähigen Einrichtung“ organisiert sind, finanzielle Unterstützung vom Land bekommen. Knapp über eine Million Euro stelle die Landesregierung dafür zur Verfügung, 1.800,35 Euro davon erhalte Kevelaer, berichten Bürgermeister Dominik Pichler und Ordnungsamtschef Ludger Holla. „Das wollen wir natürlich gerne an die Kevelaerer weitergeben“, sagt Holla. Gleichzeitig bedauert die Verwaltung auch, dass Privatpersonen leider nicht in den Genuss dieses Förderprogramms kommen.

Um möglichst vielen Organisationen die Möglichkeit zu geben, entstandene Kosten abzudecken, können Freiwilligenagenturen, Nachbarschaftsinitiativen und Vereine Mittel bis zu 200 Euro beantragen. Es dürfen nur Ausgaben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ab dem 24. März 2020 geltend gemacht werden. Sollten die Ausgaben über 200 Euro liegen, könnten hierfür auch Belege eingereicht werden. Sofern die Fördermittel bis Ende der Antragsfrist nicht vollständig abgerufen werden, könnten nämlich eventuell auch höhere Kosten übernommen werden. Ziel sei es, „bestehende oder neu entstehende ehrenamtliche Aktivitäten“ zu unterstützen, „damit die Engagierten ihre Aktionen vor allem für Seniorinnen und Senioren, Erkrankte und in Quarantäne befindliche Menschen einfacher und besser umsetzen können“, heißt es in der Beschreibung des Landesprojekts.

Erstattungsfähig seien etwa Material zum Nähen von Behelfsmasken, Anschaffung oder Kauf von Schutzkleidung, Einrichtung von Videokenferenzen (Lizenzen), Website-Gestaltung und Hosting oder die Erstattung von Fahrtkosten bei der Nutzung von PKW und Lieferwagen oder des ÖPNVs.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Wallfahrtsstadt Kevelaer. Hier kann man auch den doppelseitigen Förderantrag herunterladen. Beeilen sollte man sich dabei: Die Verteilung erfolgt nach der Reihenfolge der Antragseingänge.

Sie arbeiten für die Gemeinschaft

An diesem Morgen wirkt das Becken des Freibades wie ein gähnendes großes „Loch“. An verschiedenen Stellen des Beckenbodens liegen diverse große Rollen aus Folie. „Ich bin dabei, den Boden vorzubereiten“, beschreibt Heinz-Peter Tebest das, was er gerade mit seinen Mitstreitern da macht. „Wir helfen der Stadt seit gut 25 Jahren bei dem Erhalt der Bäderlandschaft – und hier mit dem Freibad“, erläutert der Leiter des Technikteams. „Das machen alles Mitglieder vom Bäderverein hier.“ Dazu gehöre es zum Beispiel auch, die Wasserleitungen winterfest zu machen oder die Rutschen zu warten.

Teamarbeit ist gefragt.

Jeden Samstag und „auch mal Mittwochs“ treffe man sich so mit sieben bis acht Leuten in der Herbst- und Winterperiode. „Wir fangen so um acht Uhr an, machen so bis 16 / 17 Uhr immer. Das ist ´ne freiwillige Sache. Da bekommt niemand auch nur einen Cent für.“ Vor drei Jahren habe man damit begonnen, die Folien von den Wänden zu erneuern. „Zur Zeit machen wir die Wände und den Boden der Sprunggrube“, erklärt Tebest den Ablauf dessen, was noch ansteht. Dabei werde „die alte Folie abgebrochen, dann die neue Folie geglättet und in die Rinne des Bogens gespannt bis runter auf die Trittstufe.“ Das Bestreben sei, „bis Mai damit fertig zu sein“, wenn es mit der Bädersaison wieder los geht. Das werde zwar bis in die letzte Woche gehen, aber bis jetzt habe man alle Arbeiten immer rechtzeitig geschafft. „Ab September geht es dann an das große Becken.“

Da liegt vor den Männern dann viel Arbeit. „Das sind da 25 Meter lange Rollen. Bei einem Becken von 50 Metern muss man auf der Längsachse dann jeweils zwei Folien zusammenschweißen.“ „Da kommt dann der Estrich von acht Zentimetern und die Schwimmbadfolie, die nochmal draufgeschweißt werden muss.“

Handarbeit ist gefragt

Auch der Feinschliff muss sitzen.

Ein paar Meter von ihm entfernt kniet Herbert van Bühren an der Wand des Springbeckens. „Ich verschweiße hier gerade die Kunststoffbahnen. Das ist schon diffizil, weil die Nähte ganz dicht aneinander verschweißt werden müssen“, erläutert der erfahrene Handwerker. „Das sind so 1,5 Millimeter Dicke, da ist ja auch Gewebe drin. Dafür muss man sich Zeit nehmen, da ist Handarbeit gefragt.“ Auf der großen Fläche mit den Folien „gehen wir dann mit einem Schweißautomaten dran“, erklärt er und konzentriert sich anschließend wieder auf seine Arbeit.

An einer Wand des Großbeckens sind Hans-Dieter Möllerke und ein Kollege zugange. „Wir warten hier noch auf den Schlosser, der kommt in der nächsten Woche. Wir bereiten hier schon mal das Gerüst dafür vor, damit er den Handlauf da montieren kann.“ Möllerke erzählt, dass er bei der Aufbereitung des Bades als Ehrenamtler schon „seit gut 20 / 25 Jahren“ mit dabei ist. „Die Gemeinsamkeit ist wichtig – und der Erhalt der Freibäder für uns und die Enkelkinder.“ Und mit so einem Bad könne die Stadt halt gut Werbung für sich machen.

Dreckablagerungen müssen entfernt werden

Mit der Leiter geht es hinab.

Winnie Stelzer und Robin Völlings lassen derweil eine sechs Meter lange Leiter in das Schwall-becken herunter, steigen mit zwei Wassereimern hinab. „Hier sammelt sich das Wasser des Beckens, was gleichmäßig durch die Filter gepumpt wird. Hier sind Dreckablagerungen, die wir weg machen“, erklärt Stelzer das Procedere.

„Dazu wischen wir hier alles komplett ab, spritzen das von oben nochmal ab. Dann werden wir das Wasser wieder so absenken wie hier, und dann ist das sauber“, sagt Stelzer und erinnert sich daran, dass er die Anlage vor Jahren teilweise mit aufgebaut hat. „Und das hier, das ist das junge Talent“, lobt er seinen jungen Mitstreiter Robin. „Der wird demnächst Architektur und Bauingenieur studieren und das dann hier bestimmt die nächsten 20 Jahre betreuen. Das ist schon sowas wie eine Verpflichtung.“

Helfer für die Minigolfanlage gesucht

Seit 16 Jahren betreibt Peter Siebers nun schon die Minigolfanlage in Winnekendonk. Vor zehn Jahren übernahm er sie vom Heimatverein und ist nach wie vor begeistert. Er genieße die Gesellschaft von all den unterschiedlichen Besuchern, die übers Jahr verteilt zu ihm kommen. Zusammen mit 16 weiteren Winnekendonkern pflegt und verwaltet er die Anlage. Jeden Winter wird alles geputzt, gestrichen und renoviert, um den Besuchern ab dem 1. Mai einen schönen Aufenthalt zu bieten. Jedes Jahr kommen neue Blumen und Kräuter dazu. Dabei achtet Siebers besonders auf die Umwelt. Bienenfreundliche Blumen und der Verzicht auf Plastikgeschirr waren nur einige Änderungen. Auch würden schon seit mehreren Jahren Bäume gepflanzt, um die Anlage noch grüner zu gestalten.

In selbstgebauten Vogel- und Fledermaushäuschen hat der Minigolfplatz nun auch tierische Besucher. Doch neben diesen kämen immer zahlreiche Nachbarschaften und Gruppen zu Besuch. Dabei sei es wichtig, kommunikativ und aufgeschlossen zu sein. Auch Schulklassenabschlüsse werden oft bei Peter Siebers‘ Minigolf gefeiert. „Dann kommen auch schon mal gerne 80 bis 90 Leute“, erklärt er. Besonders gefragt sei dann der gute Umgang mit Menschen. Dafür werden nun weitere ehrenamtliche Helfer gesucht.

Handwerk, Theke und Spielplatz

Als Mitarbeiter solle man auf jeden Fall Zeit und Spaß fürs Ehrenamt mitbringen. Zwar sei das momentane Team schon sehr gut und alle hätten ein freundschaftliches Verhältnis untereinander, doch wolle das Team sich vergrößern. Damit sei die Dienstverteilung einfacher, vor allem wenn jemand in den Urlaub fahre. Anfangen würden sie immer morgens gegen neun Uhr. Dann würde alles vorbereitet werden, um später die Besucher zu empfangen. Neben dem Handwerklichen und dem Bedienen hinter der Theke gehöre auch die Beaufsichtigung des nebenliegenden Spielplatzes dazu.

Bei Interesse, dem Team beizutreten, solle man sich einfach melden und vielleicht mal für ein paar Stunden „snuppern“ kommen. Jedes Alter und Geschlecht sei erwünscht. Für interessierte Anrufer: Tel. 02832-8348.

Versammlung mit Paukenschlag

Ausnamsweise mal im „Waldschlösschen“ trafen sich die Mitglieder der neun Geselligen Vereine Wettens zu ihrer Jahreshauptversammlung. Nach der Begrüßung verwies der Präsident der Geselligen Vereine, Thomas Krahnen, darauf, dass 2019 „ein sehr gutes und schönes Vereinsjahr“ gewesen sei.

„Es gibt unzählige Ehrenamtler bei uns, die dafür sorgen, dass im Dorf soviel passiert“, sprach Krahnen auch „Probleme in der Vereinswelt“ wie Mitgliederschwund oder die Situation beim Musikverein. Insgesamt gebe es in Wetten aber noch ein „gut funktionierendes Vereins- und Gemeinwesen.“

Ausdrücklich dankte er dem Berendonker Schützenverein und dem Festkettenträger Johannes Croonenbrock mit seinem Adjutanten Heinz Gipmans für die schöne Kirmesfeier. Sein Dank richtete sich aber auch an die Mitglieder der KLJB Wetten, die „trotz ihres Alters und längeren Nachdenkens“ die Herausforderung annehmen, die diesjährige Kirmes auszurichten. „Und gleich werden wir sicher erfahren, wer der Festkettenträger ist“, sorgte der Scherz im weiten Rund für lautes Gelächter.

Nachdenkliche Töne

Danach brachte er mit dem Text „Alles nur geliehen“ nachdenkliche Töne in der Runde. Im Anschluss erinnerte Carola Deselaers an die besonderen Ereignisse des vergangenen Jahres. Ihr Jahresbericht 2019 streifte alle wesentlichen Stationen, von der Versammlung der Geselligen Vereine über den Heimatabend und die Kirmes bis zum Abschied von Diakon Berthold Steeger. „Wir können die Welt nicht retten, aber wenn jeder etwas mehr macht, können wir was bewegen“, dankt sie allen für die Unterstützung.

Nach dem Kassenbericht von Jens Kösters, der Bestätigung durch die Kassenprüfer, der Entlastung des Vorstands und dem Kassenbericht des Heimatausschusses berichtete Bernd Ingenhaag von den letztjährigen Aktivitäten des Heimatausschusses.

Er ging dabei unter anderem auf Weihnachtsbeleuchtung, die Bepflanzung des Ortes und die Dorfsaubermach-Aktion der Geselligen Vereine ein. Auch die Neuwahlen oder die Aufwertung des Beetes an der Ecke Marienstraße/Hauptstraße fanden Erwähnung. Und in diesem Jahr sei unter anderem angedacht, das Kriegerdenkmal an der Kirche umzugestalten. Für den Frühlingsmarkt am 1. Mai könnten sich noch Aussteller melden.

Danach wurden kurz die Vereinstermine für 2020 angesprochen, wobei Annette van Stephoudt für den Reiterverein van Bredow Wetten ausdrücklich nochmal auf die 100 Jahr-Feier am 5. April und das Jubiläumsreiten am Wochenende des 31.Juli/1. August hinwies. Thomas Krahnen rief alle auf, sich an den Vorstand zu wenden, zum Termine im Internet zu veröffentlichen.

Für die Landjugend erläuterte Lena Hombergs den aktuellen Stand der Vorbereitungen in Sachen Heimatabend und Kirmes. Man plane seit letztem Sommer, habe dazu ein Team gegründet, und die Aufgaben an diverse Gruppen verteilt. „Wir brauchen aber noch Unterstützung. Es sind viele junge Leute dabei, die auch noch zur Schule gehen.“ Sie zeigte sich aber optimistisch: „Ich glaube, dass wird gut, lasst euch überraschen.“

Thomas Krahnen sprach ihnen Mut zu. „Es wird eine andere Kirmes, aber das wird es sowieso jedes Jahr. Und die letzten beiden Kirmes-Veranstaltungen von der Landjugend waren super. Das werden ihr auch schaffen. Genießt die Zeit und schreit, falls was ist.“

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ sorgte Ortsvorsteherin Beate Clasen für den abendlichen Paukenschlag. Nachdem sie der Franziskus-Bruderschaft Berendonk für die abgelaufene Kirmes gedankt und der Landjugend viel Glück gewünscht hatte, kündigte sie an, bei der Kommunalwahl am 13. September nicht wieder anzutreten und somit auch das Amt der Ortsvorsteherin nicht mehr auszuüben. Clasen zeigte sich schon jetzt „dankbar für die Zeit, die ich hatte. In den 16 Jahren habe ich tolle Unterstützung erfahren. Toll, wie es ist, Wetten zu gestalten.“ Sie bat alle, „meinen Nachfolger zu begleiten und zu unterstützen. Die Partei mit den meisten Stimmen in Wetten hat das Vorschlagsrecht für den Ortsvorsteher.“ Sie drückte die Hoffnung aus, dass „sich jemand finden“ lässt.

Thomas Krahnen sprach einen „riesen lieben Dank für deine Zeit und dein Engagement“ aus, obwohl die offizielle Zeit des Abschieds ja noch ein paar Monate auf sich warten lassen würde.
Ein ernstes Thema sprachen Klemens Marten und Sebastian Eickens vom Musikverein Wetten an, die unter dem Motto „Fünf vor zwölf“ aktuell mit Infozetteln für Mitglieder werben. „Es ist keinem verborgen geblieben, dass wir sehr große Schwierigkeiten haben, Nachwuchs für den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten“, sagte Marten. Auch der Aufruf an den Schulen sei verpufft, die Jugendarbeit liege „in Trümmern.“

Besuch in Venray

Deshalb wolle man über diesen Aufruf jetzt alle ehemaligen Aktiven wieder reaktivieren und sich auf das Kerngeschäft mit den Veranstaltungen vor Ort „mit den Möglichkeiten, die wir haben“ , zu konzentrieren. Ausnahme sei der Gegenbesuch in Venray, wo 2020 die Befreiung von der deutschen Besatzung vor 75 Jahren gefeiert wird. Beide traten entschieden dem Gerücht entgegen, dass sich der Musikverein auflöse.

Neuer Einsatzbus sorgte für Freude

Nach elf Jahren hat das alte Fahrzeug der Verkehrskadetten viele Einsätze und Großveranstaltungen bewältigt. Zwischen 40 und 50 Einsätze jährlich – ob Parookaville, Weihnachtsmärkte oder Sportveranstaltungen, aber auch Einsätze der Verkehrswacht bei Kinderfesten, Schulanfangsaktionen und Verkehrssicherheitstagen – leisten die ehrenamtlichen Helfer immer wieder. Daher war es nun an der Zeit, dass mit sauberer Antriebstechnik und höherem Fahrkomfort des neuen Citroen Jumpy des Autohauses Küppers aus Goch die zukünftigen Aufgaben der Verkehrswacht Kreis Kleve e.V. angegangen werden.

Umso erfreuter waren die Verkehrswachtler, als sie in der Zevens-Stiftung einen Hauptsponsor gefunden haben, der von der Verkehrssicherheitsarbeit, mit einem Schwerpunkt in der Jugendarbeit, überzeugt ist. Während eines Einsatzes auf dem Klever Stadtfest übergab Benno Hufschmidt, Geschäftsführer der Zevens GmbH, in Anwesenheit von Hans-Theo Küppers das neue Fahrzeug an Vorstand und Kadetten der Verkehrswacht Kreis Kleve e.V., die sich mit einer Warnweste mit Unterschriften der Vereinsangehörigen als Geschenk bei Hufschmidt bedankten.

Im Anschluss an die Übergabe segnete Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender der Verkehrswacht Kreis Kleve e.V., Max Puttkammer, zugleich emeritierter Diakon in Emmerich, das neue Fahrzeug ein und gab den Fahrern einen Segenswunsch für eine weiter allzeit sichere Fahrt mit auf den Weg.

Ein Fonds für das Ehrenamt

Im Großen Saal des Priesterhauses versammelte sich kürzlich das geballte Vereinsleben Kevelaers. Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, der hier aufgewachsen ist und selber rege am Kevelaerer Vereinsleben teilnimmt, eilte zur Begrüßung von Tisch zu Tisch. Er zeigte sich erfreut, dass auch alle Ortschaften gut vertreten waren und dass das durch den Fonds „Energie für Kevelaer“ zur Verfügung gestellte Geld den unterschiedlichsten guten Zwecken dienen wird. „Diese zweite Veranstaltung dieser Art wird hoffentlich nicht die letzte sein, mögen noch viele dieser Art folgen“, meinte er.

Um ganze 50.000 Euro an Fördergeldern ging es an diesem Abend – eine stolze Summe, die auf 78 Kevelaerer Vereine und Verbände aufgeteilt wurde. Hans-Josef Thönnissen, Betriebsleiter der Stadtwerke Kevelaer und Geschäftsführer der Niers­Energie GmbH, zeigte sich beim Blick über den Saal auch beeindruckt über die Fülle des ehrenamtlichen Engagements und der Bürgerbeteiligung Kevelaers.

Nachdem im vergangenen Jahr zum ersten Mal 25.000 Euro ausgeschüttet wurden, wurde die Summe dieses Jahr verdoppelt und etwa die dreifache Menge an Vereinen damit gefördert. Das Geld wurde von den vier Kevelaerer Unternehmen NiersEnergie GmbH, Stadtwerke Kevelaer, Bürgerwind Kevelaer GmbH & Co KG und Bürgerenergie Schwarzbruch-Nord GmbH & Co KG zur Verfügung gestellt.

Einzeln wurden im Lauf des dreistündigen Programms die Vereine und Verbände mit zwei Vertretern nach vorne gerufen. Ziele und Projekte, die mit dem Fonds gefördert werden, wurden vorgestellt. Bis zum 15. Mai 2019 konnten die Vereine den Antrag zur Förderung stellen und sie hatten davon auch rege Gebrauch gemacht.

Wasser fürs Stadtfest

Gefördert werden mit dem Fonds in diesem Jahr verschiedene neue Anschaffungen der gerade gegründeten ReparierBar Kevelaer, die Strom- und Wasserversorgung des diesjährigen Stadtfestes am 3. August 2019, die Antonius-Bücherei Kervenheim erhält 50 neue Sachbücher und die St.-Hubertus-Gilde Keylaer freut sich über einen Zuschuss zur Festwoche sowie zum Jubiläumsbuch.

Weiterhin wird ein Kinder-Kunst- und Kulturworkshop des Kunst- und Kreativnetzwerkes Kevelaer und Umgebung „wirKsam e.V.“ gefördert, ebenso das letzte Jahreskonzert „Freedom“ des Theaterchors Niederrhein. Die Achterhoeker Karnevalsgesellschaft erhält neue Vereinsjacken, der Mädchenchor der Basilikamusikschule neue Polo-Shirts, das Blasorchester und die Swingenden Doppelzentner neue Uniformen. Fördervereine der Kindergärten und Grundschulen erhalten unter anderem neue Spielgeräte, das Ameland-Ferienlager bekommt eine neue Tischtennisplatte, der Musikverein Eintracht Wetten einen neuen Faltpavillon für seine Konzerte, die Malteser Jugend wird mit Feldbetten, Schlafsäcken und Schutzhelmen gefördert, die Jugendfeuerwehr Kevelaer mit einer Zeltlager-Ausstattung und die Bunte Vogelwelt Twisteden wird beim Pflanzen von 1.000 Gehölzen zur Artenvielfalt der heimischen Vögel finanziell unterstützt.

Langer Atem nötig

Die unterstützten Vereine und Verbände wurden nacheinander vorgestellt durch Bürgermeister Pichler: Gerd Baumgärtner und Heinz-Adolf Magoley von Bürgerwind Kevelaer, Johannes Ermers von der Bürgerenergie Schwarzbruch und von Mitgliedern des Betriebsausschusses der Stadtwerke Kevelaer, namentlich Horst Blumenkemper, Günther Krüger, Paul Schaffers sowie von Wolfgang Toonen von den Stadtwerken und Hans-Josef Thönnissen. Es dauerte allerdings, bis alle Vereine und Verbände einzeln vorgestellt waren. Die knapp drei Stunden Programm wurden nur unterbrochen durch zwei Musikeinlagen der Swingenden Doppelzentner.

Das Fazit fiel, abgesehen von der musikalischen Lautstärke und der etwas langen Dauer des Programms, sehr positiv aus. „Die Idee ist pfiffig: Diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren, werden belohnt. Der Abend zeigte eine große Wertschätzung für jeden Verein, auffallend viele junge Leute tragen auch schon Verantwortung. Das Vereinsleben wird lebendig für die nächste Generation erhalten“, so Jens Auerbach von der FDP. „Eine wunderbare Schätzung des Ehrenamtes“, meinten auch Christina Derix und Marloes Lammerts vom Theaterchor.

„Diese Veranstaltung ist ein Blick in eine Schatzkiste: So ein Ausmaß an Zivilengagement! Ich bin schwer beeindruckt!“, sagte Eckehard Lüdke, der für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club anwesend war. „Man konnte auch sehen, dass wir einen tollen Jugendnachwuchs haben, der auch schon Verantwortung übernimmt. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu fördern ist das Wertvollste, was man machen kann, es ist die Zukunft der Stadt!“