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Ein Ehrenamt, das glücklich macht

Es mag nach einer kurzen Etappe auf einem langen Weg klingen, aber wenn man genau hinschaut ­– auf das Geleistete und Erreichte – wird sofort klar, warum der zehnte Geburtstag für den ambulanten Hospizdienst des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer ein erster festlicher Moment des Dankes und des Innehaltens war. Die beiden Leiterinnen Birgit Stienen und Franziska Eickmans hatten sich richtig was einfallen lassen, um die Arbeit ihrer derzeit 38 ehrenamtlichen Hospizhelfer gebührend zu würdigen: der SPD-Grandseigneur Franz Müntefering und Musikerurgestein Purple Schulz sind schon besondere Geburtstagsgäste. Aber eigentlich standen nicht sie im Mittelpunkt, sondern die durchweg ehrenamtlich tätigen Hospizhelfer und ihre Angehörigen.

Zu diesen gehört das Vierergrüppchen Barbara Wallis, Ingrid Haß, Irene Brück und Maria Stolzenburg, die, so man ihnen ein wenig zuhört, offensichtlich nicht nur die Hospizarbeit verbindet. Alle vier Damen haben sich im gemeinsam besuchten Qualifizierungslehrgang kennengelernt, der Basis für die Arbeit mit Sterbenden und deren Angehörigen ist. In diesem auf ein Jahr angelegten Kurs geht es unter anderem um Gesprächstraining, Fremd- und Eigenwahrnehmung und schließlich auch um die Balance aus Nähe und Distanz, die es zu finden gilt, um sich einerseits in einen anderen Menschen einzufühlen, andererseits aber nicht „jeden Tod mitzusterben“.

Was treibt einen an, sich ehrenamtlich mit dem Sterben fremder Menschen auseinanderzusetzen? Für alle vier Hospizhelferinnen stand am Anfang ihrer nunmehr fünfjährigen Tätigkeit ein Schlüsselerlebnis im persönlichen Umfeld – die Begleitung eines geliebten Familienmitgliedes im Sterbeprozess –, aus dem der Wunsch erwuchs, etwas von der erfahrenen Anteilnahme an andere weiterzugeben.

Irene Brück fasst es für sich so zusammen: „Ich möchte in der Dankbarkeit für das eigene Leben etwas zurückgeben“. Aber auch die positive Variante eines „Helfersyndroms“ ist notwendig, wie alle vier Frauen lachend eingestehen, und zwei begleitende Ehemänner wollen nicht wirklich widersprechen. Die Rolle der Lebenspartner für jeden Hospizhelfer ist nicht zu unterschätzen, leisten doch gerade sie einen wichtigen Beitrag, das Erlebte zu verarbeiten, vielleicht mehr als jede noch so gute Supervision und Gesprächsrunde.

Der Umfang der Sterbebegleitung fällt naturgegeben sehr unterschiedlich aus, von wenigen Stunden bis hin zu längeren Zeiträumen von Wochen und selten Jahren ist alles möglich. Wichtig ist, dass die sprichwörtliche Chemie zwischen Sterbendem und seinem Begleiter stimmt – daran ist den beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen im Hospizdienst, Birgit Stienen und Franziska Eickmans gemeinsam mit den Ehrenamtlichen sehr gelegen, denn nur so kann ihre Arbeit gelingen. Die sieht sehr unterschiedlich aus und reicht vom stillen „Einfach-da-sein“ über das gemeinsame Singen eines geliebten Liedes bis hin zum Anhören von Episoden aus dem Leben des Sterbenden, was für beide Seiten nicht immer leicht ist.

Darauf angesprochen, was ein Hospizhelfer mitbringen sollte, antworten denn auch alle vier Frauen, dass eine starke Gemütsverfassung unbedingte Voraussetzung ist, wie auch eine ständige Begleitung durch Supervision und letztlich auch den Lebenspartner, beziehungsweise das eigene soziale Umfeld.

Der eigentliche Festakt im Konzert- und Bühnenhaus war aufwendig arrangiert und nach lockerem Empfang und Gesprächen bei „Sekt & Schnittchen“ eröffneten Birgit Stienen und Franziska Eickmans mit launig-charmanter Moderation den Abend. Ein Grußwort des stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Kevelaer, Johann-Peter van Ballegooy, folgte, bevor Karl Döring aus dem Vorstand der Caritas den Hospizdienst inhaltlich und funktionell in das Aufgabenspektrum des Verbandes einordnete. Genauso wie der Sterbeprozess ein unausweichlicher Bestandteil des Lebens ist, gehört ein würdevoller Umgang mit Sterbenden zu einer zivilisierten Gesellschaft. Schließlich ist die Sterbebegleitung ein unverzichtbarer Dienst im Sinne christlicher Solidarität und ordnet sich damit in den diakonischen („dienenden“) Grundauftrag der Kirche ein.

Festredner Franz Müntefering Foto: MaWi

Hauptredner des Abends war zweifelsohne Franz Müntefering, langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter, Vizekanzler, ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Soziales und letztlich charismatischer Vollblutpolitiker, für den „Ruhestand“ kein Begriff ist. Der Tod seiner zweiten Frau war nicht nur in jeglicher Hinsicht ein lebensändernder Einschnitt für ihn – er legte in Folge sein Amt als Bundesminister und Vizekanzler nieder –, sondern brachte ihn auch den Palliativ- und Hospizdiensten näher, für die er sich seitdem engagiert.

Wie schon Karl Döring, stellte auch Müntefering den Tod als Teil des Lebens in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen – „Sterben ist normal“. Dass das in unserer Gesellschaft, in der das Wohnen mehrerer Generationen unter einem Dach fast nicht mehr gegeben ist, in der „ewige Jugend“ das Credo ist und die das Thema Sterben vornehmlich an den dunklen Rand drängt, keineswegs normal ist, steht dazu in einer gewissen Spannung. Viele Entwicklungen in der Gesellschaft, sei es der Trend zu Ein-Personen-Haushalten oder auch die Fortschritte in der Hochleistungsmedizin führen zu vollkommen neuen Anforderungen, wenn es darum geht, Menschen an ihrem Lebensende würdig zu betreuen.

Von der Forderung palliativ- und hospizdienstliche Versorgung flächendeckend anzubieten, träumt gewiss nicht nur Müntefering, sondern auch die Engagierten bei der hiesigen Caritas tun dieses. In diesem Zusammenhang mahnte Müntefering die längst überfällige Aufwertung sozialer Berufe und Tätigkeitsfelder an, die sich in einer höheren gesellschaftlichen Anerkennung ebenso äußern muss wie in einer besseren Bezahlung. Die unersetzliche ehrenamtliche Arbeit vergaß er dabei selbstverständlich nicht und strich heraus, dass Leistungsfähigkeit nur in der Verzahnung von dieser mit hauptamtlicher Arbeit entsteht. Seiner Quintessenz „Helfen und sich helfen lassen sind Kernwerte in einer Demokratie“ mag gewiss niemand widersprechen.

Nach einer etwas unfreiwilligen Pause – der nun folgende Künstler war kurzzeitig nicht auffindbar –, übernahm dann Purple Schulz die Bühne. In seinem Soloprogramm „Einzig, nicht artig“ präsentierte er Songs aus 35 Jahren seiner Bühnenkarriere und las auch eigene Texte.

Das Lied „Der letzte Koffer“ hatte Birgit Stienen und Franziska Eickmans derart angerührt, dass sie sich entschieden, Purple Schulz für diesen Abend einzuladen, der nach eigenem Bekunden spontan zugesagt hat. Gemäß seinem programmatischen Motto war er dann auch wenig artig und begeisterte das Publikum mit seinen gesellschaftskritischen Songs – so wie man es eben von einem Alt-68er erwartet.

Umzug für einen guten Zweck

Seit Mitte Januar ist der Laden des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Kevelaer nicht mehr in der Amsterdamer Straße 18, sondern in der Amsterdamer Straße 25 zu finden. Doch auch wenn die Straße gleich geblieben ist, ein Umzug ist immer mit viel Stress, Arbeit und Aufwand verbunden. Vor allem geschultert wurde dieser Kraftakt von Andrea Aengenheyster und ihrem Mann, die in tage- und wochenlanger Arbeit mit vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern – auch zwischen Weihnachten und Neujahr – fleißig Kisten packten, transportierten und das neue Ladenlokal liebevoll einrichteten.
Fein säuberlich

Dem Besucher zeigt sich die neue Lokalität hell, übersichtlich, geräumig, modern und mit toller Ausleuchtung. Fein säuberlich sortiert und auf Augenhöhe bieten sich auf 120 Quadratmetern Verkaufsfläche gut erhaltene Kinderkleidung, sauber gewaschen und gebügelt, nach Größen sortiert, sowie Karnevalssachen, Kinderbücher und Spielsachen. Mit den neuen Räumlichkeiten rundum zufrieden ist nicht nur das Team des SkF, auch die Besucher haben sich bisher nur positiv geäußert.
Auch die Umzugsverantwortliche Andrea Aengenheyster ist zufrieden. „Die Resonanz ist prima: Es ist hier größer, heller, freundlicher und begehbarer. Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer haben hier keinerlei Probleme mehr. Die Arbeit des Umzugs hat sich gelohnt!“ Gerade an diesem Tag wurde vorne am Laden noch das SkF-Logo angebracht und die Fensterseiten der modern eingerichteten Beratungszimmer wurden mit Lamellen versehen, so dass bei Gebrauch die nötige diskrete Atmosphäre erzeugt wird.
Auf der Suche

Bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten für den Laden und gleichzeitig für verschiedene Beratungsdienste des SkF wie Schwangerschaftsberatung, Vormundschaften und ambulant betreutes Wohnen für Frauen, waren die Kontakte von Friedhelm van Gemmeren, dem langjährigen Jugendamtsmitarbeiter, Gold wert. Er, der nun eigentlich seinen verdienten Ruhestand genießen könnte, war bei der Planung und Durchführung des Umzugs unermüdlich dabei. Schon während seiner Zeit beim Jugendamt hatte er immer guten Kontakt zum SkF.
Verschmolzen

Der SkF Kevelaer wurde im Juni 2018 auf den SkF im Kreis Kleve verschmolzen. Geschäftsführerin des SkF im Kreis Kleve, Janneke Zoller, erklärt: „Die Verschmelzung wurde von den SkF-Mitgliedern aus Kevelaer und Kleve über einen Mitgliederentscheid vollzogen und war dann in der Praxis einfach, weil der SkF Kevelaer keine hauptamtlichen Mitarbeiter hat und beide Verbände gemeinsam im Diözesan-Caritasverband der Diözese Münster sind.“ Der SkF Kleve war auch vor der Verschmelzung schon kreisweit tätig. Der SkF Kevelaer hatte bisher nur den Laden, in dem z.B. die Schwangerschaftsberatung oder Gruppenangebote wie „Wiegen und Messen“ stattfanden.
Um den Laden, so wie bisher, jeden Tag öffnen zu können, bräuchte es noch mehr Freiwillige, die im Laden mitarbeiten wollen. Aktuell helfen neben Maria van Lipzig etwa 25 Frauen mit. Sie übernehmen meistens zu viert etwa im Wochenrhythmus eine drei-Stunden-Schicht. Und auch Spenden an gut erhaltenen Kleidungsstücken, Büchern und Spielsachen nimmt der Kevelaerer Laden des SkF gerne an. „Kinderwagen oder Kindermöbel nehmen wir sehr gerne an. Die sind auch besonders schnell immer weg“, weiß Andrea Aengenheyster. Alle Sachen werden nach Bedarf noch gereinigt und gepflegt präsentiert und für wenig Geld hier im Laden verkauft.
Frisch geschnibbelt

Von dem Erlös werden nicht nur Miete und Strom des Ladens bezahlt, er dient auch den verschiedenen wohltätigen Zwecken, die der SkF in Kevelaer schon lange leistet. So gibt es z.B. seit vielen Jahren im Antoniusheim einmal monatlich Kaffee und Kuchen für Menschen mit Beeinträchtigung oder Barbara Beckmann mit anderen zusammen beliefert einmal pro Woche die Schüler der Anto­niusschule mit frisch geschnibbeltem Obst und Gemüse, um ihnen einen gesunden Snack anzubieten.
Feierlich

Ende April oder Anfang Mai ist auch die feierliche Eröffnung des Ladens geplant; sobald der Termin und das Programm stehen, wird es auch eine offizielle Einladung dazu geben. Bis dahin schauen Andrea Aengenheyster, Janneke Zoller und Friedhelm van Gemmeren gemeinsam mit den vielen Ehrenamtlichen, dass der neue Laden mit seinem erweiterten Angebot eine runde Sache wird.
Aktuelle Öffnungszeiten
„Da sein, leben helfen!“ ist das Motto des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. im Kreis Kleve. Auf www.skf-kleve.de finden sich Informationen über die verschiedenen Beratungsdienste und Hilfsleistungen.
Die aktuellen Öffnungszeiten des SkF-Ladens auf der Amsterdamer Straße 25 in Kevelaer (früher: Optik Plümpe) sind Montag, 9-12 Uhr, 14-17 Uhr, Donnerstag 9-12 Uhr, 14-17 Uhr und Freitag 9-12 Uhr.

Bischof Genn lädt Ehrenamtliche zum Austausch nach Münster ein

Das Angebot ist so vielfältig wie die Aufgaben derjenigen, für die es bestimmt ist: Münsters Bischof Dr. Felix Genn lädt am Samstag, 9. März, zu einem „Tag der Pfarreiräte“ in die Domstadt ein.
Von 9 bis 17 Uhr können sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Pfarreiräte im Bistum informieren, austauschen – sowie Ideen und Hilfen für ihr Gemeindeleben vor Ort mit nach Hause nehmen. Die Veranstaltung findet in der Halle Münsterland statt.
An diesem Tag wird es um die Entwicklung und Perspektiven der Pfarreien im Bistum Münster gehen, aber auch um aktuelle Herausforderungen. Die Ehrenamtlichen können an Workshops teilnehmen, die sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen: Zukunft des freiwilligen Engagements, Schöpfungsbewahrung und ökofaire Gemeinde, Umgang mit Konflikten und Spannungen, Experimente wagen, Nachrangigkeiten entwickeln sowie Pastoralplan umsetzen und weiterdenken.
Den Inhalt vier weiterer Workshops legen die Teilnehmer zu Beginn des Tages selbst fest. Dabei kann auch über das Thema sexueller Missbrauch in der Kirche und die Konsequenzen daraus gesprochen und diskutiert werden.
Den ganzen Tag über ist zudem ein „Servicepoint“ als Anlaufstelle für Fragen und Anregungen der Pfarreiratsmitglieder besetzt. Ansprechpartner aus den Fachabteilungen des Bischöflichen Generalvikariates werden Auskünfte geben.
Eingerahmt wird der „Tag der Pfarreiräte“ in ein musikalisches Begleitprogramm mit spirituellen Impulsen.
Anmeldungen sind bis zum 17. Februar ausschließlich online unter https://bistum.ms/pfarreiraete möglich.

Opa Willi im Einsatz

Nun ist er im Sondereinsatz. Opa Willi als Werbeträger für ein ehrenamtliches Engagement als Bürgerbusfahrer.

Mit Erlaubnis der Besitzer (Familie Bodenstein) ist Opa Willi aus der Friedensstraße nun Dank der Spende einer heimischen Firma auf der Fahrerseite des Winnekendonker Bürgerbusses präsent und wirbt nach dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ um Nachwuchs der Bürgerbusfahrer.

“Es hat sich nichts verändert, Fahrgäste haben wir genug, viele Sonsbecker, die früh morgens zur Arbeit nach Kevelaer oder zum Bahnhof müssen und tagsüber ins Krankenhaus Kevelaer aus Winnekendonk viele Mütter mit Kinderwagen zum Kinderarzt und Einkaufen nach Kevelaer”, sagt der Vorsitzende Hans-Joachim Kohlhoff. “Viele Senioren in Kevelaer nutzen den Bürgerbus, um ins Zentrum zu kommen.”

Fahrgäste wären also wirklich genug da- Hier seinen die Bürgerbusse gefragt. Die Bedingungen seien leicht erfüllbar, um Busfahrer zu werden Kohlhoff: “Ein kleiner Gesundheitscheck und der PKW-Führerschein B (ehem. III). Ja, und dann nur drei Stunden Zeit in der Woche für diese ehrenamtliche Tätigkeit, die Spaß und Kontakt zu dankbaren und freundlichen Fahrgästen bringt.”

Der Vorsitzende fände es schön, “wenn wir diese ehrenamtliche Tätigkeit auf mehrere Schultern verteilen können, wir weiterhin den Verkehr ab sechs Uhr morgens aufrechterhalten und damit die Beförderung unserer Bürger auch weiterhin sicherstellen.”

Wer Zeit und Lust hat das Team zu verstärken, wendet sich an die Stadtwerke Kevelaer (Telefon: 02832/931315) oder an den Vorsitzenden des Bürgerbusvereins Winnekendonk Kohlhoff (Telefon: 02832/9792538).

Heimatverein „Ons Derp“ lädt Winnekendonker Schülerlotsen ein

Auch in diesem Jahr hat der Heimatverein „Ons Derp Winnekendonk“ zur Wertschätzung des Ehrenamtes eine Gruppe fleißiger und engagierter Dorfbewohner zu einem gemütlichen Miteinander auf den Minigolfplatz eingeladen. Die Schülerlotsen wurden zum Dank von Vorstandsmitgliedern des Heimatvereins mit leckeren Speisen vom Grill und gekühlten Getränken verwöhnt. Bei den Lotsen handelt es sich um eine Gruppe selbst organisierter aktiver Eltern und Großeltern der Schülerinnen und Schüler der Overberg Grundschule, die Tag für Tag für einen sicheren Schulweg sorgen und den Kindern beim Überqueren der viel befahrenen Kervenheimer Straße helfen. Mit viel Engagement setzen sie sich für ihre Kinder und Enkel ein und tragen so dazu bei, dass Unfälle auf dem Schulweg verhindert werden. Vor Schulbeginn und nach Schulschluss stehen die Lotsen auch bei Wind und Wetter an der Straße, um für die Kinder den Verkehr anzuhalten. Dieser ehrenamtliche Einsatz wurde nun durch den Heimatverein gewürdigt und in gemütlicher Runde bedankte sich der Vorstand bei allen Schülerlotsen.

Die gute Seele des Platzes

„Hallo, in meinem zweiten Zuhause“, grüßt Horst Ehren ganz unprätentiös am Eingangstor zu „seinem“ Minigolfgelände an der Martinistraße in Twisteden und bittet in die Hütte, wo neben einem Tisch mit Getränkekühlung und den aufgereihten Schlägern noch eine Sitzecke und eine komplette Küche zu finden sind.
An den Wänden hängen viele Twistedener Ehrenurkunden – auch die für die Goldmedaille beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ von 1998. „Einmal pro Woche komme ich mit Kollegen her und schmeiß den Kamin an, damit hier alles trocken bleibt.“ Und: „Man muss immer freundlich sein – die Leute müssen immer gerne zurückkommen wollen“, umschreibt er das Geheimnis des Erfolgs mit dem Platz, der vom Natur-und Heimatverein Twisteden Kleinkevelaer e.V. getragen wird.
Dass der heute 76-Jährige, in Kevelaer geborene und in Wetten aufgewachsene Sohn eines Schusters heute Herr über die Twistedener Golfschläger ist, war eher Schicksal als bewusste Entscheidung. Beruflich hatte er in seinem Leben zunächst als Schuster, dann als Galvaniseur, später als Feuerwehrmann der englischen Rhein­armee in Twisteden und bei der Fernleitungsbetriebsgesellschaft der NATO in Geldern-Lüllingen gearbeitet.
Dann erkrankte er an Rheuma und schied aus dem Berufsleben aus: „Ich konnte mich teilweise von Kopf bis Fuß nicht bewegen.“ „Da war ich dann ein paar Mal in der Klinik – und man hat mir dann bedeutet: Sie kommen nicht mehr zurück.“ Für den damals 55-Jährigen war es ein Schock, nicht mehr gebraucht zu werden. „Da konnte ich nicht mit fertig werden“, ist ihm noch heute anzumerken, dass das keine einfache Situation für ihn war.
Urplötzlich eine Perspektive
Urplötzlich eröffnete sich aber eine neue Perspektive – das Engagement am Minigolfplatz: „Der Tiskens, der hat das damals hier gemacht, der hat mich angesprochen. Dann kannste doch hier mithelfen.“ Zunächst vertröstete Ehren ihn mit dem Satz „Im nächsten Jahr.“ Später traf er ihn in Holland am Wohnwagen wieder. „Im März des nächsten Jahres hörte er dann auf, und ich kam im April. Das ist jetzt zwanzig Jahre her.“
Erstmal bleibt Ehren immer nur einen Tag da. „Da waren nur ältere Leute da“, erinnert er sich an die Ehrenamts-Kollegen. Als diese dann nach und nach ausschieden, bedeutete das, dass für ihn immer mehr zu tun war. „Tiskens´ Nachfolger wurde dann krank, der drückte mir vor fünfzehn Jahren symbolisch die Tasche in die Hand und sagte: „Mach´ ma“.
Und so „übernahm“ er quasi den Golfplatz – den Einkauf, die Personalplanung, die Organisation und die Pflege der gesamten Anlage. „Wenn es Regen gibt so wie jetzt, geht´s mit dem Gebläse über die Bahnen. Und was hier gepinselt wird, das mach ich.“ Nebenbei gibt er noch die Schläger, Bälle, Spielkarten und Getränke aus.
Die Farbe bekommt er von Werner Neumann, in dessen Farb- und Glasfirma er nebenbei mal gearbeitet hatte. Neumann engagiert sich als erster Vorsitzender des Natur- und Heimatvereins Twisteden Kleinkevelaer e.V. für die Belange der Ortschaft. „Das ist die gute Seele unseres Platzes“, beschreibt er auf Anfrage mit einem Satz die große Bedeutung von Horst Ehren.
Neben dem eigentlichen Spiel hat sich ein anderer „Geschäfts-Zweig“ über die Jahre entwickelt. „Jede Woche wird hier gegrillt“, holt Ehren dazu ein Übersichtsbuch hervor. Da komme dann mal der Bofrost-Betriebsrat, dann Gruppen von Haus Dondert oder Haus Freudenberg.
Für die Bestellungen wird Ehren regelmäßig angerufen. Um die 80 Grilltage oder -abende kommen da zusammen. „Und wir haben in der Saison mittlerweile 15.000 Besucher.“ Sogar Leute aus Essen oder den Niederlanden kommen, um auf dem Gelände einen 80. Geburtstag zu feiern, Firmenfeste oder Jubiläen zu begehen. „Und die Holländer, die feiern und spielen bei jedem Wetter.“
Entsprechend ist Ehren jedes Wochenende auf dem Gelände, manchmal löst er auch montags einen Kollegen ab. „Da wird´s manchmal auch schon mal zwei Uhr nachts, wenn da hundert Leute grillen. Aber da schmeiß ich niemanden raus.“
Am Wochenende helfen ihm jeweils zwei Kaffeefrauen, auch dafür gibt es einen festen Einteilungsplan, der „hunderprozentig“ klappt, sagt Ehren stolz. „Das ist unsere Frauentruppe, die sich die „Suppenhühner“ nennt. Und selbst deren Kinder, die helfen da jetzt auch mit.“ Dann gebe es zum Beispiel Reibekuchen und Erbsensuppe. Der Erlös geht an an den Twistedener Kindergarten. Die Schulen und Gymnasien haben Ehren und Co. besonders im Blick, für die gibt´s Nachlass.
In Twisteden liefen die Uhren halt anders, freut sich Ehren über die starke Gemeinschaft im Verein und vor Ort, wo ganz viel mit Eigenleistung geht. „Nur vor sieben Jahren, da gab´s einmal Zuschüsse von der Stadt für behindertengerechte Toiletten“, erinnert er sich.
Die Anlage, die habe man sehr bewusst Mosaik für Mosiak entwickelt. „Die Hütte hier haben wir vom Verein selbst gebaut vor vier Jahren.“ Gemeinsam mit dem Sportverein habe man die Boulebahn auf dem Gelände gebaut und hinter der Hütte steht ein Schachbrett.
Im Keller oder auf dem Platz
Der kleine Spielplatz gibt den Kindern die Gelegenheit, mal zu tollen, falls sie nicht mehr beim Minigolf bleiben wollen. Und der neue Grillstand „mit richtigem Betonfundament“ ist zwischen Oktober 2016 und April diesen Jahres in Eigenleistung gemeinsam erstellt worden.
Dankbar ist Ehren seiner Frau, „die das alles mitgemacht hat“, nun aber nach 52 Jahren Ehe im vergangenen Jahr gestorben ist. „Sie hat immer gesagt, der Horst ist immer entweder im Keller zum Schreinern – oder auf dem Minigolfplatz.“ „Sowas muss man mit Herzblut machen“, ist er überzeugt. Manchmal kann er deswegen nicht schlafen – und baut dann nachts ein Holzgestell für die mit dem Auto zu transportierenden Gasflaschen fertig.
Die vier eigenen Kinder, vierzehn Enkel und sechs Urenkel kommen oft von sich aus gerne zu ihm. Die eigenen runden Geburtstage hat er mit Familie und den Minigolffreunden auf dem Gelände gefeiert. Wie lange er dieses Ehrenamt noch bekleiden wird, da hat er eine klare Vorstellung. „Wenn es „da oben“ nicht mehr stimmt“, tippt er sich an die Stirn, „dann höre ich auf – oder die anderen müssen mir Bescheid geben.“

Jetzt gibt es eine neue Anlaufstelle

Viele der ehrenamtlichen Helfer der ambulanten Hospizgruppe, Mitbegründer, Politiker und Freunde waren zur Eröffnung der Räumlichkeiten in die Luxemburger Galerie gekommen. „Die Arbeit der Hospizgruppe ist sehr wichtig. Es gibt viele, die dieser Hilfe bedürfen. Denn es kommen nicht alle in das Wettener Hospiz, dort gibt es nur zehn Plätze“, drückte der Seniorenbeiratsvorsitzende Karl Bay aus, was viele dachten.
Mitbegründerin und Helferin Maria Seegers zeigte sich optimistisch, dass man mit diesem festen Standort die Menschen besser erreichen kann: „So ist die Hemmschwelle niedriger, wenn das hier offiziellen Charakter hat und die Leute wissen, wohin sie sich konkret wenden können und Mitarbeiter für sie da sind.“
Bürgermeister Dominik Pichler sprach von einer „wertvollen Aufgabe“, die die Ambulante Hospizgruppe seit 20 Jahren leiste. „Wenn Sie noch expandieren wollen – Platz ist da“, sprach er angesichts des „kleinen Sorgenkindes“ LuGA von einem „guten Anfang“ und einem möglichen „Schritt in die richtige Richtung.“
Auch der Weezer Bürgermeister Ulrich Francken war als Zeichen der Solidarität zur Eröffnung gekommen:  „Es ist gut, wenn Menschen da sind, die sich um Menschen  kümmern, die einsam sind und mit schwerern Krankheitsverläufen zu kämpfen haben. Da braucht man ehrenamtliche Hilfe, und die erhalten sie hier. Sterben war lange Zeit als Thema verpönt, das hat sich geändert.“
Die Idee, die Geschäftsstelle hier einzurichten, sei vor knapp einem halben Jahr entstanden. Im Dezember sei der Mietvertrag mit dem Eigentümer unterschrieben worden. „Jetzt können wir hier Vorträge zu allen rechtlichen und medizinischen Fragen, das Trauercafé und Beratungen machen“, beschrieb der Vorsitzende der Gruppe, Hans-Wilhelm de Haan, die Vorteile des Angebots aus einer Hand.
Sterben gehöre zum Leben wie das Leben an sich , unterstrich auch die Uedemer CDU-Ratsfrau Maria Ingenerf, die Grüße der Landtagsabgeordneten Bergmann und Voßeler überbrachte. „Es ist gut, dass es sie gibt, um Angehörige zu entlasten“, unterstrich auch sie die Bedeutung der Arbeit, die vom Verein geleistet wird.
Es habe lange früher Ignoranz gegenüber der Hospiz-Idee auch in Kevelaer gegeben, reflektierte Johannes Horlemann die Geschichte der Bewegung seit der Gründung des Wettener Hospizes 1997 und der ambulanten Hospizgruppe zwei Jahre später. Die „Lücke für die Sterbenden zuhause“ sei damals deutlich spürbar gewesen und die damit verbundene Notwendigkeit der Zuwendung. Heute gebe es eine ambulante hospizliche Versorgung durch Hausärzte, spezialisierte ambulante Versorgung als Ersatz für stationäre Therapie und Angebote wie ein Trauercafé . Da habe man „Widerstände durchbrochen“, lobte Horlemann insbesondere den guten Geist, Rudi Melzig.

Zur Eröffnung gab es auch schottische Klänge.


Der langjährige Vorsitzende und Mitbegründer erhielt von seinem Nachfolger de Haan ie Urkunde als Ehrenvorsitzender der Hospizgruppe. Anschließend segnete Pastor Andreas Poorten die Räumlichkeiten ein. Danach gab es viel Zeit zum Austausch und ein kleines Rahmenprogramm unter anderem mit dem Aufmarsch der „Pipes and Drums“ und echter Dudelsackmusik.
31 Aktive gebe es momentan bei der Hospizgruppe, so Vorstandsmitglied Günter Ernst. 2016 habe es 54 abgeschlossene Begleitfälle von Kevelaer über Weeze, Straelen bis Walbeck gegeben.
Der Zugang zu den Betroffenen sei dabei ganz unterschiedlich, beschrieb Koordinatorin Mareike Ohse den Prozess: „Die Patienten oder Angehörige rufen uns an, die Hausärzte melden sich oder die SAPV (spezialisierte ambulante Palliativversorgung) mit Ärzten und Pflegern sagt uns, dass  da jemand ist.“
Sie oder ihre Kollegin Anne Borkowski fahren dann zu den Betroffenen hin, fragen, was benötigt wird. „Sie können sich uns gegenüber leichter öffnen als bei ihren Verwandten und Kindern, denen man das nicht in den Rucksack packen will.“ Anschließend gebe es viele Einzelgespräche und die ehrenamtliche Betreuerin kämen dazu. „Wir bleiben nahe dran und schauen, wie geht es der Ehrenamtlichen und der zu betreuenden Person?“ Zu einem Austausch der Betreuer komme es selten.
Die neuen Räumlichkeiten böten der Ambulanten Hospizgruppe neue Möglichkeiten, ist Ohse fest überzeugt. „Denn wir sind jetzt sichtbar auch für viele, die sich vorher nicht getraut haben. Es ist leichter, durch eine offene Tür zu gehen. Und bei einer Tasse Kaffee redet es sich leichter.“
Die Hoffnung aller ist, dass sich nicht nur Betroffene, sondern auch noch mehr Menschen für die Sterben- und Trauerbegleitung engagieren. „Denn je mehr wir haben, desto weniger müssen wir einzelne mit mehr Fällen belasten“, unterstrich Vereins-Schatzmeister Georg Tomasik.

Pfarrkonvent St. Antonius 2017: Mitbauen an einer lebendigen Gemeinde

Die Pfarrgemeinde St. Antonius hatte dreifachen Grund zur Freude und zum Feiern: Die Feier des Patronatsfestes des Heiligen Antonius und des Kirchweihfestes der Pfarrkirche sowie der Pfarrkonvent fielen auf den vierten Sonntag im Januar zusammen.
Pfarrer Andreas Poorten erinnerte in der Eucharistiefeier an die feierliche Einweihung der bei einem Brand völlig zerstörten St.-Antonius-Kirche durch Bischof Dr. Reinhard Lettmann vor genau 30 Jahren, am 17. Januar 1987.
Die aktuell erforderlichen Renovierungsarbeiten an der Außenfassade übertrug Poorten auf die Situation der Kirche, die gleichwohl ein sicherer Ort sei. Denn Jesus selbst sei wie ein Schlussstein, der alles zusammenhalte, so Poorten. Unter Bezug auf Psalm 127 ermutigte Poorten die Gemeinde, Gott in der täglichen Stille zu suchen und „Gott wirken zu lassen, damit er sein Haus bauen kann“.
Lebendige Gemeinde erlebten die rund 100 Engagierten und Mitarbeiter aus allen fünf Gemeinden der Pfarrei sowie die Vertreter des Seelsorgeteams beim anschließenden Pfarrkonvent im Pfarrheim. Neben Informationen aus dem gemeindlichen Leben zum neuen Firmkonzept und dem Stand des lokalen Pastoralplans, stand die Beteiligung der Gäste an der Entwicklung eines Zukunftsbildes von St. Antonius im Mittelpunkt. Dazu erläuterten Pastoralreferentin Stefanie Kunz, Dr. Brigitte Sensen und Elisabeth Werner vom Sachausschuss Pastoralplan die Methode sogenannter „Kirchenbilder“. Diese veranschaulichen verschiedene Vorstellungen und Erfahrungen mit Kirche in schematischer Bildform.
In fünf Gruppen tauschten sich die Teilnehmenden danach über eigene, gemeinsame oder unterschiedliche Erfahrungen und Vorstellungen des gemeindlichen Lebens in Kevelaer und den Ortschaften aus. Mit verschiedenen Materialien bauten sie gemeinsam an „ihrer Kirche“ vor Ort. Die sehr unterschiedlichen Bilder der Gruppen sollen Impulse für die weitere Diskussion im Pfarreirat setzen und Eingang in den lokalen Pastoralplan finden. Moderiert wurde der Pfarrkonvent von Dr. Christoph Joosten, Mitglied des Pfarreiratsvorstandes, der Anregungen für die Umsetzung des Jahresmottos „Eins in Christus“ setzte. Für musikalischen Schwung sorgte der Kirchenchor von St. Antonius unter Leitung von Christian Franken.