St.-Martins-Aktion: Mit Laternen gegen die Einsamkeit

Ganz vertieft arbeiteten die Kids der sechsten Klasse an diesem Vormittag mit an den Laternen. „Das ist aus Transparentpapier, da kommt eine Kerze rein, aber keine echte“, klärte mich die elfjährige Shikha über die Gestaltung des Objekts auf. „Lila fand ich gut“, meinte sie zu der Farbe. Auch die zwölfjährige Jacqueline hatte ihren Spaß bei der Gestaltung. „Ich finde die Idee ganz gut“, meinte sie. Und Mitschüler Ole klärte auf, um was für eine Idee es sich handelt. „Wir schicken diese Laternen zu drei Altenheimen, damit sie halt auch was für St. Martin haben.“ Marcel Robens als Lehrer und Mitglied der Bürgerstiftung „Seid einig“ hatte die Aktion mit initiiert und durfte die Aussage des Jungen präzisieren. „Wir können alle Altenheime in Kevelaer mit Laternen beschenken.“

Er erläuterte, wie das Ganze entstanden ist: „Das kam auf bei einer Vorstandssitzung der Bürgerstiftung.“ Man habe seitens der Stiftung ja immer das Anliegen, Bürger zu unterstützen. „Wir haben im Frühjahr die ‚Tafel‘ unterstützt – und als die Kirmes ausfiel, haben wir dazu aufgerufen, das Geld zu spenden oder in Lebensmittelgutscheine umzuwandeln“, nannte er Beispiele. Als es um die Frage St. Martin ging, habe man von sich aus überlegt, „wie wir wen da unterstützen können.“ Und da dachte er spontan an seinen Job als Lehrer, hatte eine Eingebung. „Es gibt in diesem Jahr so viele Menschen, die isoliert leben müssen. Wir machen in diesem Jahr bei uns die Laternen in den Klassen fünf bis sechs und schenken sie den Altenheimen.“

Gesagt, getan. Die eigene Schule zog mit, und der Gesamtschule schlug er das Projekt auch zur Umsetzung vor. „Wir versuchen eh, als weiterführende Schulen da gemeinsam Dinge zu machen. Und die Kollegen haben sofort gesagt, jawoll, machen wir mit.“ Denn die Feste seien wichtig für die Gemeinschaft, „das merken die Senioren jetzt nochmal mehr, wenn es auf Weihnachten zugeht.“ Denn sie leiden aufgrund der Einschränkungen ja besonders  unter der Corona-Situation. Und St. Martin sei halt „die klassische Einstimmung auf die Weihnachtszeit.“

Die sechste Klasse beim Basteln.

Es sei wichtig, „dass wir den Slogan „Kevelaer hält zusammen“ weiter fortsetzen. Wir wollten den Charakter des Teilens von St. Martin da stärken. Und es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen, dass wir an die Älteren denken.“ Und so bastelten die Kids am letzten Schultag und können in den Ferien zu Hause weiter machen.

Musikvereine machen mit

Ergänzend dazu fragte Stefan Jansen, der Vorsitzende der Bürgerstiftung und zugleich auch beim Spielmannszug der Feuerwehr aktiv, bei seinen Leuten und den anderen Musikvereinen an, ob man so eine Aktion wie ein paar Monate zuvor, als die Musikvereine alle vor den Altenheimen spielten, nochmal wiederholen könnte.

„Alle haben begeistert zugestimmt, so dass sie sich jetzt vor die jeweiligen Altenheime stellen und dazu Martinslieder spielen werden“, so Robens. Die Übergaben der Laternen mit Musik sollen alle möglichst zeitgleich in den einzelnen Ortschaften am 9. November stattfinden. Das Martinskomittee Winnekendonk will das gemeinsam mit den Initiatoren fünf Tage später durchführen.

Robens geht davon aus, dass bei der Erstellung der Laternen noch ein paar übrig bleiben werden. Aber auch dafür hat er schon einen Plan. „Dann beschenken wir die Demenzgruppe, das Krankenhaus und eventuell auch das Hospiz mit denen, die übrig sind.“.