Solarstrom im kleinen Stil: Mieter können Balkonkraftwerk nutzen

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW und Klimaschutz Kevelaer klären über die Nutzungsweise auf

Stecker-Solar-Module machen Photovoltaik auch für Mieter interessant. Foto: sandra zuerlein / stock.adobe.com

Solarstrom vom Dach ist längst günstiger als Strom aus dem Netz. Doch in der Vergangenheit konnten hauptsächlich Hausbesitzer Solarstrom selbst erzeugen. Seit einiger Zeit können nun auch Mieter und Bewohner von Mehrfamilienhäusern in Kevelaer mit Stecker-Solar-Geräten Strom produzieren. Andere Bezeichnungen für Stecker-Solar-Geräte sind Balkonkraftwerk und Plug-and-Play-Solar. Hierbei handelt es sich um vergleichsweise kleine Photovoltaik-Systeme, zwischen etwa 1,5 und drei Quadratmeter. Balkonbrüstungen, Außenwände, Dächer, Terrassen und Gärten kommen für die Anbringung oder Aufstellung in Frage.

Die Geräte werden zur Sonne (nach Süden) ausgerichtet. Der Anschluss von bis zu 600 Watt an eine spezielle Einspeisesteckdose ist möglich. Der Strom dieser kleinen Stromerzeuger wird meistens im eigenen Haushalt verbraucht. Dadurch werden der Strombezug aus dem Netz und damit die Stromkosten reduziert. Für den geringen Überschuss an eingespeistem und nicht selbst verbrauchtem Strom verzichten die Nutzer in der Regel auf ihre kleine Einspeisevergütung. „Durch ein Stecker-Solar-Gerät habe ich als Verbraucher die Möglichkeit, eigenen Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Das ist ein tolles Erlebnis und leistet einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz“, erläutert Nina Jordan, Klimaschutzmanagerin der Wallfahrtsstadt Kevelaer.

Über den Betrieb eines Stecker-Solar-Gerätes muss der örtliche Stromnetzbetreiber informiert werden. Immer mehr Betreiber vereinfachen die Anmeldung. Verbieten können sie den Betrieb nicht. Damit der Haushaltsstromzähler nicht rückwärts zählt, werden in der Regel herkömmliche Zähler durch neue „moderne Messeinrichtungen“ ersetzt. Diese sogenannten Zweirichtungszähler, die auch die Strommengen erfassen, die in das Netz eingespeist werden, müssen bis zum Jahr 2032 in allen Haushalten verbaut sein. Die Anschaffungskosten eines Stecker-Solar-Geräts richten sich nach der Größe. Die Preisspanne reicht von wenigen 100 bis etwa 1000 Euro. Die jährliche Stromerzeugung liegt je nach Größe bei etwa 200 bis 500 Kilowattstunden.

Anmeldungen für persönliche und / oder telefonische Beratungen bei der Verbraucherzentrale sind möglich unter Tel. 0211-33996555. Mehr Informationen gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/steckersolar.