Aktuelles aus Twisteden

Kommunalwahlkampf in den Ortschaften

Den ersten Wahlkampfaufschlag in Twisteden machte am vergangenen Samstag die CDU, die an der Minigolfanlage mit Kaffee und Kuchen und dem Angebot der Diskussion um Stimmen warb. Neben dem Bürgermeisterkandidaten Mario Maaßen waren auch zahlreiche CDU-Kandidaten zu der Veranstaltung gekommen.

„Das ist ein zentraler Platz, er ist bekannt bei den Twistedenern, es ist sehr gemütlich hier“, meinte Sven Ambroz, der in Twisteden antritt. Es gebe für den Ortsteil einiges an Themen, meinte er. „Das Feuerwehrhaus, das neu gemacht werden muss, die Nahversorgung war ja gerade ein aktuelles Thema tatsächlich, dass das für die Zukunft gesichert wird. Die Schulen natürlich, dass wir sie da fördern können, wo wir können – und natürlich auch Bauland, das für junge Familien geschaffen werden kann.“

Maaßen räumte ehrlich ein, dass er den Aufwand eines Wahlkampfs „für mich unterschätzt“ habe. Er hätte gerne „mehrere Leute auf einmal“ gehabt, aber da habe „Corona mir ein kleines Schnippchen geschlagen.“ Jetzt müsse man die ganzen Großveranstaltungen auf kleinere Ortsverbände und Vereine ausdehnen. „Ich will ja nicht nach einer Viertelstunde da abhauen, sondern mich ordentlich mit den Leuten unterhalten.“

Was Twisteden angehe, seien die Vereine recht gut aufgestellt. Das Ehrenamt sehr ausgeprägt. „Der Begegnungsraum in Twisteden, vielleicht muss da nochmal ein ordentlicher Aufschlag gemacht werden“, sagte er. Er habe insgesamt schon viele Themen diskutiert, die die Menschen bewegen. „Lärmbelästigung mit Straßen, im Schulbereich viel, die Tablet-Sache, die kommt nicht voran, aber das liegt am KRZN, das europaweit ausschreibt.“ Aber auch da gelte es Druck zu machen. „Und es wird die Zukunft sein, dass wir in den nächsten Zeiten einen Unterricht haben, der sowohl digital stattfindet als auch mit Präsenzunterricht zusammenhängt.“

Andererseits müsse man auch „für die Entfremdung, die durch die Digitalisierung entsteht, Maßnahmen treffen und für die Jugendlichen Aufenthaltsflächen schaffen, wo die sich austoben und wieder treffen können.“ Die Ortschaften dürfe man da natürlich nicht auslassen.

Fragen gab es zum aktuellen Stand der OW 1. Ausführlichen Raum nahm die Debatte um eine direkte Busverbindung von Twisteden über Lüllingen nach Geldern und die Optimierung der Linie 53 ein, die die Sprecherin der entsprechenden Interessengemeinschaft, Rita Spitz-Lenzen, engagiert vortrug. Es gebe zahlreiche Schulkinder, die auf diese Verbindung und auf eine bessere Taktung der Linie angewiesen seien, sagte sie. „Der Kreis Kleve ist Aufgabenträger für den ÖPNV. Und Kevelaer muss dem Kreis Kleve sagen: Hurra, wir haben Bedarf. Da muss sich was ändern. Kevelaer ist da am Zug“, meinte sie. Da müsse man auch mit Geldern reden, die NIAG müsse ja eigentlich ein Interesse daran haben, sagte Maaßen. Er würde das Konzept gerne vorher studieren, wolle da mal nachhaken, versprach er.

Auch der Lastwagenverkehr durch Twisteden kam zur Sprache. Frank Tunnissen regte an, vor und nach den Ferien eine Untersuchung zu machen, wie viele Lastwagen durch die Ortschaft fahren.

Neben Wünschen wurden auch Sorgen geäußert. Der Vorsitzender des Natur- und Heimatvereins, Werner Neumann, meinte: „Die Infrastruktur von Twisteden muss erhalten bleiben.“ Er denke da an die Gaststätte und den Edeka-Markt. „Wenn der Markt weg ist, interessiert keinen, ob es Corona gegeben hat oder nicht.“

Ihm tue der bisherige Pächter Christian Hecks „unheimlich leid. Der hat zweieinhalb Jahre malocht, auch einen 15-Stunden-Tag gehabt, seine Frau ist mit eingestiegen und dann ist Schluss. Der wird noch Jahre brauchen, um das abzubezahlen.“ Sicher habe er „kleine und großer Fehler gemacht, sonst wäre es vielleicht nicht so gekommen. Aber wenn er achtzig Prozent bei den Getränken eingebrochen ist, wo er auch einiges investiert hatte“, dann sei das sicher schwierig gewesen.

Das KB habe in seinem Bericht „zwischen den Zeilen“ den Eindruck erweckt, als sei Hecks „der einzig Schuldige“ gewesen, kritisierte Matthias Neumann. Damals seien alle froh gewesen, dass jemand bereit war, den Laden weiterzuführen. „Dass der Fehler gemacht hat, große wie kleine, ist unbestritten. Aber so nachzutreten und als Buhmann darzustellen, finde ich nicht richtig.“ Auch wurde kolportiert, dass von Vermieterseite kurz vor der Insolvenz öffentlich gemacht worden sein soll, dass man das Gebäude verkaufen will. Noch mehr rege ihn persönlich aber „ein Kommunalpolitiker mit Trompete“ auf, „der so tut, als ob er der Retter der Nation ist, wo ganz klar gesagt wurde, dass dieses Thema nicht für den Wahlkampf benutzt wird“, kritisierte Matthias Neumann. „Das gehört sich einfach nicht.“

Am Sonntag stellte sich dann auch die Twistedener SPD den Fragen der Bürgerinnen und Bürger – zwar ohne Kuchen, dafür aber mit viel Infomaterial, Kandidaten für den Rat und dem Bürgermeisterkandidaten und Amtsträger Dominik Pichler.

„Mich interessiert, dass junge Leute weiter in Twisteden leben, Grundstücke finden, dass die In­frastruktur bestehen bleibt – also Schule, Nahversorgung, Kindergarten – dass Leute, die in Twisteden wohnen möchten, alle Möglichkeiten dazu haben“, meinte der 27 Jahre alte Niklas Janßen. Er tritt als Kandidat für die SPD in Twisteden an. „Und das sicherzustellen und auszubauen, da wäre es gut, wenn der amtierende und zukünftige Bürgermeister ein Auge für hätte.“ Ihn habe an der Kandidatur gereizt, „dass man in der Kommunalpolitik relativ schnell was verändern kann, dass die Entscheidungswege kurz sind, dass man mit persönlichem Einsatz in relativ kurzer Zeit ein Ergebnis sieht“, sagte der junge Mann. „Und ich habe gesehen, dass die Kommunalpolitik viel zu alt aufgestellt ist“, sprach er von „einem Altersdurchschnitt von über 60“. Das repräsentiere nicht, was die Gesellschaft widerspiegele. „Von daher ist es nicht schlecht, wenn da auch junge Leute dabei sind.“

Auch Norbert Baumann suchte den Diskurs mit den Menschen. „Ein Thema für Twisteden ist sicherlich das Feuerwehrhaus.“ Da brauche es dringend einen Neubau. „Wir haben zum Beispiel jetzt auch Mädchen in der Feuerwehr, aber keine Toilette oder Umkleideraum für sie.“ Das neue Baugebiet sei auch für die Menschen wichtig. Denn „viele junge Twistedener wollen so schnell wie möglich in Twisteden bauen.“ Und das IBC gehöre „saniert, überarbeitet oder sogar neu gebaut.“

Natürlich wurde auch an diesem Tag die Frage Edeka-Markt angesprochen, „wobei wir da einen Nachfolger haben. Da bestehen die Befürchtungen, dass die Metzgerei daneben auch zumacht, wenn das mit Edeka nichts mehr wird.“ Wenn das mit dem Nachfolger klappt, „dann freuen sich alle sehr drüber“, glaubt Baumann. „Das ist existenziell für Twisteden.“
Der amtierende Bürgermeister Dominik Pichler stand noch unter dem Eindruck der letzten Tage. „Jetzt beginnt der klassische Wahlkampf erst so richtig. Schade, dass die Podiumsdiskussion ausgefallen ist“, meinte er. Ihm fehle momentan noch so ein bisschen das Gefühl dafür, „ob sich die Leute schon entschieden haben oder ob es sie interessiert.“ Er nehme zwar wahr, wenn drei ältere Frauen am Samstag am Roermonder Platz an den Stand kommen und einem SPD-Kollegen versicherten: „Wir wählen den Pichler sowieso, guter Mann.“ Und er selbst sei ja in den Sommerferien in den Ortschaften gewesen, seit Anfang Juli mit Podcasts im Netz aktiv. „Die, die es nutzen, fühle sich darin aufgehoben. Ich glaube, dass viele Leute weniger gerne solche Programme lesen, als sie sich anzuhören.“
So ganz traut er dem Ganzen aber noch nicht. Er erinnerte an die „dramatisch schlechte Wahlbeteiligung bei der letzten Kommunalwahl. Bei der Bürgermeisterwahl waren es nur 45 Prozent.“ Das werde jetzt, „weil man vier Stimmen abzugeben hat, was anderes“, hofft er. „Jede Stimme ist wichtig, das bildet dann auch das Meinungsspektrum im Stadtgebiet ab. Es geht um viele Dinge, weil es vor Ort um Relevantes geht.“

Und da hat Pichler nach seinen Gesprächen, die er schon vor ein paar Wochen in Twisteden geführt hat, nach eigener Aussage „die Situation des Feuerwehrgerätehauses und des IBC“ auf dem Schirm. „Da müsste sich was verändern.“

In Sachen Nahversorgung sei nicht abzusehen gewesen, „dass es da kesselt.“ In Sachen Busverbindung nach Geldern befinde man sich in Abstimmungsgesprächen mit der NIAG. „Die waren letzte Woche bei uns.“ Zum Sachstand könne er aber nichts Konkretes sagen. „Man muss erstmal sondieren.“

Pichler brachte den CDU-Vorstoß für eine Stadtbuslinie zur Sprache. „Wenn die CDU über eine Stadtbuslinie redet, muss man drei Dinge beachten: Keine Konkurrenz zu den Bürgerbussen soll es sein – aber wie soll das sein, wenn der Bahnhof als Knotenpunkt dient?“ Auch gebe es beim Shuttle oft Leerfahrten. „Das macht ökologisch wenig Sinn.“
Und angesichts von Corona „muss man schauen, ob die Leute in einem halben Jahr wieder mehr ÖPNV fahren. Das Thema Stadtbuslinie ist für mich im Moment ein Stück weit surreal, weil es wenig Sinn macht. Und Mobilitätswende ist deutlich mehr als Stadtbus oder Ringlinie.“ Man sei, was das betrifft, eh in der Verkehrsuntersuchung. „Und dann muss man daraus Schlüsse ziehen.“

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions (Grafik: Public Domain)

Positive Nachricht im Corona-Fall an der Grundschule Twisteden

An der St.-Franziskus-Grundschule in Twisteden hat es einen  Corona-Fall gegeben. Eine Betreuerin des Offenen Ganztages sei betroffen, informierte Ordnungsamtsleiter Ludger Holla die Mitglieder des Rates in der Sondersitzung zu den Sonntagsöffnungszeiten am Donnerstagabend. Man habe am Donnerstagnachmittag mit der telefonischen Kontaktnachverfolgung begonnen und informiere über anstehende Quarantänemaßnahmen. Betroffen sei eine Gruppe mit 19 Kindern.

Am Montag erklärte Ludger Holla gegenüber der Presse, alle Ergebnisse der Testabstriche, die am Donnerstag in Twisteden vom Kreisgesundheitsamt veranlasst worden waren, seien negativ. „Das ist positiv“, sagte er, „für die Schüler und die weiteren betroffenen Personen endet damit heute die Quarantäne.“ Insgesamt waren 19 Kinder und 11 Erwachsene, darunter weitere Kontaktperonen aus der Schule und aus dem privaten Umfeld der positiv getetsteten Betreuerin, betroffen.

Ausdrücklich lobten Holla und Bürgermeister Dominik Pichler den Reihentest und die Anordnung der Quarantäne, um mögliche Risiken auszuschließen. Zudem sei das Verhalten an der Twistedener Grundschule, was die Hygienemaßnahmen angehe, vorbildlich gewesen. Beispielsweise hätten „alle immer Mundschutz getragen“.

Holla und Pichler äußerten auch Verständnis für die Verunsicherung der Eltern im Zusammenhang mit dem Fall. Es sei „sicherlich Vorsicht geboten“, es bestehe aber kein Grund zur Panik, so Holla.

Ein Ende und ein Neubeginn

Seit ein paar Wochen geisterte das Gerücht schon in der Ortschaft herum. Jetzt ist es bestätigt worden: Das Ehepaar Hecks, das den „Nah&gut“-Laden an der Dorfstraße seit gut zweieinhalb Jahren betriebt, geht mit dem Betrieb in die Insolvenz. Man habe Dienstag vor zwei Wochen von der Insolvenz erfahren, „als der Insolvenzverwalter vor allen Angestellten stand und mitgeteilte, dass Hecks insolvent sind“, erzählt Gertrud Zaykowski, deren Mann Vermieter des Ladens ist und mit dem sie gemeinsam in der Frühschicht immer noch mit hinter der Theke steht. Nähere Angaben habe es nicht gegeben. „Im Januar war das Ehepaar Hecks bei uns am Frühstückstisch“, erzählt Zaykowski.  Da habe man noch gefragt, ob man so zurechtkomme. „Sie sagten, wir haben die und die Pläne.“

Dann kam Corona. „Aber das ist nicht alles. Der Lebensmittelbereich hat sogar von Corona profitiert, weil alle zu Hause kochen mussten und kein Restaurant geöffnet war.“ Sicher habe Edeka zwischenzeitlich Lieferschwierigkeiten gehabt, „aber das hätte man auffangen können.“ Hecks habe viel mit Kühlanhängern und Events gemacht, „das ist ihm weggebrochen, das stimmt. Aber dass man davon insolvent ist, das kann nicht alles sein.“

Ganz wichtig, unterstreicht die 59-Jährige, sei es ihr, das Gerücht zu entkräften, „dass wir in der Coronazeit die Pacht erhöht hätten. Da ist kein Stück dran.“ Im Gegenteil, sagt sie. „Hätte er uns gefragt“, wäre sie ihm da sicher entgegengekommen.

Der bisherige Betreiber hält sich bedeckt

Christoph Hecks hielt sich zu dem Thema auf KB-Anfrage komplett bedeckt. „Wir geben keine Presseauskunft zurzeit, da haben wir uns mit unserem Anwalt drauf geeinigt. Wir sind noch an einigen Sachen dran“, bestätigte er nur, dass „was in Bewegung“ sei. Ein Pressemitteilung werde dann über den Anwalt an die Öffentlichkeit weitergeleitet.

Nach der Ankündigung durch den Insolvenzverwalter „war ich drei Tage in Schockstarre“, gesteht Zaykowski. Denn immerhin haben sie und ihr Mann den Laden selbst 26 ½ Jahre lang geführt.  „Das ist mein Baby , da hab ich das halbe Leben mit verbracht. Ich liebe diese Arbeit“, merkt man mit jedem Satz, wie viel Herzblut darin steckt. „Wir hatten es damals ja nicht aufgegeben, weil wir keine Lust mehr hatten, sondern weil wir wenigstens für die Enkelkinder Zeit haben wollten, wo wir wir nie Urlaub gemacht haben.“

In der jetzigen konkreten Situation kam dann Karin Raimondi auf sie zu, um sie zu motivieren, ob sie nicht noch irgendwelche Kontakte mobilisieren könne. Die so Angesprochene will die Lorbeeren für den Impuls nicht haben, sagte sie dem KB. „Hauptsache, es geht weiter. Da haben wir jetzt ziemlich gezittert.“

Über die Lüning-Gruppe – ein deutsches Lebensmittelunternehmen mit dem Hauptsitz im ostwestfälischen Rietberg im Kreis Gütersloh- kam sie dann an einen Interessenten, der „Freitag vor zwei Wochen“ nach Twisteden kam, „sich die Geschichte angesehen“ hat und sehr interessiert war. Der sei dann eine Woche im Urlaub gewesen, habe „eine Nacht darüber schlafen“ wollen. „Und er hat sich dann entschieden.“ Die konkreten Verhandlungen fanden dann am Dienstag dieser Woche in Herne statt. „Er nahm uns dann auch mit nach Recklinghausen, um uns zu zeigen, wie er seine Läden führt. Er hat da so mehrere Läden, so nachbarschaftsmäßig.“ Der neue Pächter sei „ein ganz lieber Mensch.“

„Ein ganz lieber Mensch“

Bei dem „lieben Menschen“ handelt es sich um den aus Sri Lanka stammenden 43-jährigen Geschäftsmann Sivaguru Sivagaran. Der in Unna lebende Mann war Mitte der 90er-Jahre vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat geflohen, hatte sich als Flüchtling im Einzelhandel und in der   Gastronomie Stück für Stück hochgearbeitet, führte mit 18 ein Restaurant. Vor fünf Jahren war er dann in das Nahversorgungsgeschäft eingestiegen. „Ich habe drei Fischmärkte im Ruhrgebiet, einen vierten zuletzt vor zwei Monaten neu in Gummersbach eröffnet.“ Er sei auch Richtung Gummersbach, Köln und Duisburg unterwegs. Von den insgesamt sieben Läden habe er vier in einer ähnlichen Konstellation wie in Twisteden übernommen. Er wolle den Twistedener Laden ähnlich wie bisher weiterführen. „Das ist auch „nah&gut“, aber der Lieferant ist mit der Lüning-Gruppe ein anderer, der die Produkte liefert – nicht mehr direkt von Edeka.“ Über Lüning habe Zaykowski auch den Draht zu ihm gefunden. „Ich habe nicht gezögert“, sagt er, als es Freitag vor zwei Wochen hieß, „wir fahren da hin.“ Dann kam es zu den Gesprächen mit dem Ehepaar Zaykowski, mit Hecks und Lüning, wie es weiter gehen soll. „Und dann habe ich spontan entschieden, das zu übernehmen.“

Die Personen, die in dem Laden tätig sind, werde er übernehmen und ein, zwei Neue mitbringen, da das Ehepaar Hecks ja ausscheide. Was ihn motiviere? „Es macht mir Spaß, so angeschlagene Läden hochzubringen, das ist mein Ehrgeiz und mein Stolz. Und ich habe immer gesehen, wie die Menschen glücklich waren.“

Die Post soll bleiben

Die Details würden jetzt zwischen Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt geklärt. Dazu gebe es am heutigen Donnerstag, 13. August 2020, einen Termin in Düsseldorf. Sivagaran geht von grob vier Wochen aus, die es dauern wird, bis das Ganze über die Bühne gebracht worden ist. Die neue Eröffnung peilt er für Mitte September an. „Wir bauen ein bisschen um, werden etwas meinen Stil reinbringen.“ Was soviel heißt wie: „Soviel wie möglich in einem Laden – Bäcker, Tabakwaren, Lebensmittel, Drogerieartikel, Getränke.“ Auch die Post solle gerne bleiben. „Die Post habe ich kontaktiert.“ Hecks habe der Post bislang noch keine Kündigung geschrieben. Sobald diese vorliege, werde sich die Post an ihn wenden. „Die Öffnungszeiten sollen so bleiben, wie sie bisher sind,“ gibt sich der neue Betreiber zuversichtlich, „dass die Leute mitmachen.“

Der Twistedener Ortsvorsteher Josef Kobsch (CDU) freute sich über die „verheißungsvollen“ Signale, die darauf hindeuten, „dass es mit dem Markt weitergehen könnte.“ Auch die Stadt Kevelaer war in den Diskussionsprozess mit eingebunden. „Es sieht so aus, dass es unter Mitwirkung vieler sehr positiv eingestellter Akteure   gelungen ist, eine Nachfolgeregelung zu besprechen“, freute sich Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns über die ihm zugetragene „mündliche Zusage“ und die „fruchtbaren Gespräche“, die geführt worden seien. Und auch Bürgermeister Dominik Pichler begrüßte den eingeschlagenen Weg. „Wenn es klappt, freut es mich sehr. Toll, dass das so kurzfristig geklappt hat. Das ist für die Ortschaft wichtig und ein gutes Signal.“

Sicherheitstraining für Pedelec-Fahrer

Aufgrund landesweit steigender Unfallzahlen der Pedelec‐Fahrer bietet die Verkehrsunfallprävention der Kreispolizei Kleve kostenlose Fahr- und Sicherheitstrainings für Pedelec‐Fahrer in den Städten und Gemeinden an. Nach einer theoretischen Einführung besteht die Möglichkeit, einen Parcours mit verschiedenen Übungen zu durchfahren. Der Parcours simuliert unterschiedliche Verkehrssituationen, die der Übung für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr dienen soll.

Hierbei geht es um Balance zwischen Rad und Körper, die richtige Blickrichtung, optimales Bremsverhalten usw. Radfahrer, die beabsichtigen, sich ein Pedelec zuzulegen, sind ebenfalls willkommen, da die Beamten der Verkehrsunfallprävention Tipps geben können, worauf man beim Kauf eines Pedelec achten sollte. Aus Sicherheitsgründen ist ein Fahrradhelm für das Training zu empfehlen.

Das nächste Training findet statt am Dienstag, 11. August 2020, 11 Uhr, Platz am Casino, Im Auwelt/Traberpark, Twisteden. Interessierte Bürger können ohne vorherige Anmeldung am Training teilnehmen. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Kreispolizeibehörde Kleve: PHK Johannes Look, Tel. 02821‐5041542 (für den Nordkreis); PK Stefan Cohnen, Tel. 02831‐1251541 (für den Südkreis).

Die Viertklässler hinterlassen Spuren

Da aufgrund der aktuellen Situation auch die Kinder der St. Franziskus Grundschule Twisteden keinen Abschluss wie in den vergangenen Jahren machen durften, überlegten die Eltern, wie sich die Kinder der vierten Klasse bei den anderen Schülern kontaktlos verabschieden könnten. Erst stand die Überlegung im Raum, einen Baum zu pflanzen. Doch davon hätten die Kinder der Klassen 1 bis 3 nicht viel gehabt. Ein neues Spielgerät passte nicht ins Budget. Die Idee fiel schließlich auf Hinkelkästchen – eine Spielmöglichkeit, die Kreativität bei der Erstellung und Nutzung zulässt und mit der die Abschlusskinder an der Schule ihre „Spuren“ hinterlassen können. 

Für die Schüler gibt’s nun vieles zu entdecken.

Es wurden Fußspuren in Form nackter Fußabdrücke in die Hinkelkästchen eingearbeitet. Zugleich stellen diese Spuren eine Nutzungsvariante / Sprungvariante in den Hinkelkästchen dar. Die Anzahl der einzelnen Fußabdrücke entspricht der Anzahl der Kinder der Klasse 4 und wurde am Abschlusstag jeweils mit einem Autogramm der Kinder versehen. Die Kinder malten keine klassischen Hinkelkästchen, sondern Striche, Balken und eine Schlange, um möglichst viel Phantasie zuzulassen. Die Organisatoren wählten extra Straßenmarkierungsfarbe, damit auch zukünftige Jahrgänge die Hinkelkästchen nutzen können. Die Lehrerinnen wurden vorher nicht eingeweiht, so dass diese wie auch die Schüler der anderen Klassen von der fertigen Malerei überrascht wurden.

Zwei Radfahrer verletzten sich schwer

Mit schweren Verletzungen mussten am Donnerstagnachmittag, 16. Juli 2020, eine 66 Jahre alte Radfahrerin und ein 67 Jahre alter Radfahrer, beide aus Mönchengladbach, ins Krankenhaus gebracht werden. Die 66-Jährige war gegen 16.15 Uhr aus noch unbekannter Ursache auf dem Radweg der K17 (Im Auwelt) in Höhe des Traberparks nach rechts auf den nicht befestigen Grünstreifen geraten und in der Folge gestürzt. Hierdurch kamen zwei hinter ihr fahrende Radfahrer aus der Gruppe ebenfalls zu Fall.

SPD will mehr Schutz für Radfahrer in Twisteden

Die SPD-Fraktion beantragt zu prüfen, inwieweit in Twisteden der Beetenackersweg mit einem Radweg und der Gerberweg im Anschluss in Richtung NL mit Schutzstreifen für den Radverkehr ausgestattet werden können. „Sollte für die absehbare Zeit keine Förderkulisse in Aussicht stehen, bitten wir für den Beetenackersweg alternativ um die beidseitige Markierung eines Schutzstreifens für den Radverkehr und die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h“, heißt es in einem Schreiben an den Bürgermeister.

In der Begründung führt Fraktionschef Horst Blumenkemper die für Radler oft gefährliche Situation in dem Bereich an: „Der Beetenackersweg ist eine Außerortsstraße, die ca. 700m lang ist und unmittelbar hinter den Sportanlagen der Ortschaft Twisteden verläuft. Sie ‚verbindet‘ den Maasweg mit dem Gerberweg. Auf dem Beetenackersweg gilt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70km/h. Dass diese Geschwindigkeit auf freier Strecke häufig nicht eingehalten wird, lehrt die Erfahrung. Den Beobachtungen zufolge findet hier tatsächlich ein sehr schneller motorisierter Verkehr (PKW und LKW) und ein landwirtschaftlicher Verkehr mit teils überbreiten Gespannen statt.

Seit Jahren wird diese Straße aber auch in erheblichem Maße von deutschen und niederländischen Fahrradgruppen befahren, die Tagesausflüge machen oder für den Wettkampfsport Trainingsfahrten unternehmen. Diese sehen wir durch den motorisierten Verkehr zunehmend gefährdet. Gleiches gilt für den Gerberweg bis etwa zur Haus-Nr. 155, obwohl dort eine höchstzulässige Geschwindigkeit von 50 km/h gilt. Ein Durchgangsverkehr in die Niederlande findet im weiteren Verlauf des Gerberwegs trotz entgegenstehender Beschilderung mit Kraftfahrzeugen ständig statt.

Mit den beantragten Maßnahmen könnte außerdem ein weiterer Beitrag zur Förderung des Radverkehrs geleistet und das Radwegenetz an einer weiteren Stelle des Stadtgebiets erweitert werden. Ein Ortstermin mit Herrn Metzelaers hat bereits stattgefunden, ein Gespräch mit Herrn de Ryck bzgl. der Fördermöglichkeiten und der Verfügbarkeit von Grundstücken ebenfalls“, heißt es in dem Schreiben.

Ruhnau informiert über Sanierung

Die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve steht in ständigem Dialog mit unternehmerisch Tätigen der gesamten Region. Fragen der Existenzgründung, der Nachfolgeregelung, auch der Fördermittel- und Corona-Hilfen gehören zum Spektrum. Seit wenigen Wochen sind es auch immer wieder die Wünsche nach Hilfen zur Sanierung von Unternehmen, die geäußert werden. Vor diesem Hintergrund hat die Kreis-WfG nun nach Hilfeleistung eines Dritten gesucht, der als einziger Steuerberater im Kreisgebiet den Titel des „Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung“ (DStV e.V.) trägt: Steuerberater Thomas Ruhnau aus Twisteden.

Zum Einstieg in diese nichtöffentlichen Veranstaltungen lädt die Kreis-Wirtschaftsförderung nun Interessierte ein, erste Sanierungsfragen in kleinen Runden mit maximal vier Teilnehmenden im Rahmen eines dreistündigen Seminars zu erörtern, und zwar am Dienstag, 11. August, Donnerstag, 20. August, und Mittwoch, 26. August, jeweils von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Die Teilnehmenden an diesen Treffen werden branchenorientiert zusammengestellt.

Zum Einstieg werden Informationen für Gastronomie und Veranstaltungswesen geliefert. Bei Interesse werden im weiteren Verlauf auch andere Wirtschaftsbereiche wie der örtliche Einzelhandel angesprochen, heißt es von der Kreiswirtschaftsförderung. Das Treffen in Kleve ist für die Interessierten kostenfrei. Zugelassen sind ausschließlich Firmenchefs aus dem Kreisgebiet. Anmeldungen per Mail an info@wfg-kreis-kleve.de.  

Keramikausstellung bei der Landpartie

Am Sonntagnachmittag steht Jutta Friedrich vor ihrer Haustür an der Kuhstraße 11c und plaudert mit einem Paar aus Goch-Asperden. Sehr angetan zeigte sich Sabine Schreus von den Ausstellungsgegenständen. „Ich töpfere selbst ein bisschen und schaue gerne, was andere so machen.“ Die Künstlerin freute sich über den Austausch. „Heute hatte ich nur so um die drei, vier Leute da. Aber die haben auch gekauft“, zeigte sich Friedrich nicht unzufrieden mit der Resonanz des Tages.

Angesichts der Corona-Pandemie hatte sie sich in diesem Jahr dazu entschieden, nur ihren Vorgarten mit den Kunstwerken auszuschmücken. „Lieber 40/50 Quadratmeter Vorgarten als das Gehen durch den Garten mit Maske. (…) Letztes Jahr waren so 70 bis 100 Leute hier, da haben wir sogar im Garten gegrillt.“ Dass ihr die „Landpartie“ zumindest die Gelegenheit eröffne, ihre Objekte einem breiteren Publikum zu zeigen, fand die 58-Jährige gut, die sonst jedes Wochenende auf Kunsthandwerkermärkten ist. Aber da sei bis September alles abgesagt, meint sie.

Töpfern als Therapie für die Tochter

Jutta Friedrich

Sich mit Keramik und Töpfern zu beschäftigen, darauf kam die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau vor über 20 Jahren. „Das geschah über die Therapie meiner Tochter, die nicht richtig sprechen konnte.“ Um da etwas zu verändern, kaufte sie ihr Ton. Denn das Töpfern löse automatisch einen Prozess aus, bei der sich die Zunge bewege, erklärt sie. „Und dann hatte ich noch gut zehn Tonnen Ton und dachte mir, da kannste ja was mit machen.“ Gesagt, getan – und seitdem ist sie bei diesem sehr kreativen Kunsthandwerk geblieben.

Neben den Tieren fertige sie auch kleine Engel an. „Passend zum Thema habe ich auch welche mit Maske.“ Da werde mit einem Zahnstocher die Maske darauf glasiert, wofür es eine Brille und eine ruhige Hand brauche, beschrieb sie den technischen Prozess. Ein besonderer Clou seien aber die Keramik-Engel mit S04-Abbild. Sie habe geträumt, sie solle für einen Fußballclub Engel machen. Sie erzählte den Traum einem Kollegen aus Wesel. Der sagte, er hätte Kontakte zu einer Würstchenbude am Trainingsplatz auf Schalke. Und schon war Jutta Friedrich mitten drin im blau-weißen Trubel.

„Die Würstchenbude hat meinen Schalke-Engel an der Zapfsäule hängen“, verbindet sie mittlerweile eine ganze Reihe von Anekdoten mit den Engeln. „Sogar der Weltstar Raul hat die Engel für seine Kinder gekauft“, erzählt sie nicht ohne Stolz. Auf Baltrum habe sie dann sogar Schalke-Fans getroffen, die die Engel kannten und perplex waren, die Erschafferin zu treffen. „Und wenn ich nach Gelsenkirchen hinfahre und ein Paket aus dem Kofferraum hole und damit hochlaufe, sagen die Ordner jedesmal: „Da isse wieder, die Engeltante.“

Trafo von innen explodiert

Für zweieinhalb Stunden ging am Mittwochmorgen in Wemb, Teilen Keylaers, in Teilen der Kevelaerer Innenstadt (inklusive Rathaus) am Markt und in Teilen von Twisteden in Sachen Stromversorgung nichts mehr. Denn dort fiel von halb 9 bis 11 Uhr der Strom aus.

Laut Brigitte Hintzen-Elders, Sprecherin des Betreibers „Westnetz“ in Wesel, waren externe Tiefbauarbeiten in der Nähe des Freibades an der Dondertstraße die unmittelbare Ursache für die Störung. Dort wurde ein Kabel der Westnetz getroffen. Die Störung dauerte von 8:20 Uhr bis circa 11 Uhr. „Dann war der Letzte auch wieder versorgt mit Strom.“

Trafobrand: Einsatz in Twisteden. Foto: privat

In dem Zusammenhang erlebte die Twistedenerin Karin Raimondi allerdings in ihrem Haus an der Quirinusstraße eine böse Überraschung, als sie am Morgen aufstand, um ihren Kaffee zu machen. Denn nahe ihrer Haustür gab es mit einem Mal in dem Westnetz-Trafohäuschen einen lauten Knall. „Ich hab erst gedacht, das wäre ein Anschlag, so hat das geknallt“, beschrieb sie im Nachhinein gegenüber dem KB die Situation.

Die Twistedener Feuerwehr rückte mit einem guten Dutzend Feuerwehrleuten an und stellte laut Einsatzleiter Georg Metzelaers fest, dass „da eine tierische Rauchwolke“ herauskam.
„Wir haben gesagt, wir warten erstmal, bis die Westnetz kommt. Ein Mitarbeiter hat den Kasten dann geöffnet, da kam noch eine Rauchwolke – und er sagte, dass Innen wohl alles verkohlt ist“, so Metzelaers.

Trafobrand: Einsatz in Twisteden. Foto: privat

Gegenüber dem KB gab die „Westnetz“-Sprecherin an, dass es im Zuge des Stromausfalls wohl „Spannungsverlagerungen“ im Netz gegeben habe. Dadurch habe eine Kontaktstation „angefangen zu brennen“. Die Reparatur des Trafos werde voraussichtlich in den nächsten Tagen erfolgen.