Aktuelles aus Kleinkevelaer

Länger im Amt als geplant

Über sich persönlich zu sprechen, ist Johanna Ambrosius‘ Sache nicht. „Das muss eigentlich nicht unbedingt“, drückt sie damit aus, dass sie gar nicht so wichtig sei, dass man über ihre Person was erzählen müsse. Die heute 63-Jährige stammt aus Uedem-Keppeln. „Ich kam vom Bauernhof“, verweist sie auf die Hofgeschichte, die sie mit allen verfügbaren Urkunden mal erforscht hat. „Die Älteste war so um 1800 herum, der Hof ist aber noch älter“, sagt Ambrosius und erzählt von einer glücklichen Kindheit mit vier Geschwistern zwischen Hühnern, Kühen und Schweinen.

Ambrosius ging in Goch zur Schule, machte dort 1977 ihr Abitur. „Ich kann meinen Eltern dankbar sein, dass ich die Chance bekam, Abitur zu machen“, sagt sie. Danach arbeitete sie in Kleve als Bankkauffrau. Auf der Twistedener Kirmes lernte sie ihren Mann kennen. „Bei einer Tante war ich auf der Silberhochzeit und dann ergab es sich so: komm doch auf die Twistedener Kirmes.“ Und dann kam es so, wie es eben manchmal ist: Gesehen und gefunden. Sie heiratete 1981 und zog nach Twisteden. Drei Jahre später wurde die erste Tochter geboren. Zwei weitere Kinder folgten 1986 und 1988. Ambrosius beendete ihren Job in Kleve, machte in einem Bauunternehmen die Buchführung, arbeitet seit Mitte der 90er Jahre im Steuerbüro Jansen / Stenmans. 

Plötzlich mittendrin

2005 wurde sie dann Ortsvorsteherin. „Meine Vorgänger waren es quasi ewig“, sagt  Ambrosius. Es gab ja nur drei: Elbers, Karl Heuvens, der plötzlich 2002 verstarb, und dann rückte Karl-Heinz Kehren nach, der 2005 aus gesundheitlichen Gründen das Amt zurückgab. „Dann hat man mich gefragt. Ich habe gesagt: um Gottes willen, das ist nicht meins. Mein Mann sagte dann: Du musst nicht immer gleich Nein sagen.“ Der Job sei gar nicht so umfänglich, hörte sie. Da wurde sie später eines Besseren belehrt. „Es ist schon deutlich mehr, wobei ich mich auf die anderen verlassen kann, wenn ich was habe.“ Was in einer Dorfgemeinschaft von gut 240 Leuten schon wichtig ist. Sie machte sich Gedanken, hörte ein paar Monate nichts, ehe man zu ihr kam und sagte: „Du machst das ja.“ 

Nachfolger zu finden, das sei nicht einfach. „Das letzte Mal habe ich auch gesagt, ich mache das nicht mehr. Man denkt, das kann auch mal jemand anderes machen.“ Aber auch für die vierte Amtszeit seit 2005 hat sie sich schließlich bereiterklärt – was für ein starkes Verantwortungsbewusstsein spricht. Viel zu bedeuten habe das aber nicht, macht Ambrosius klar. „Ich bin ja nur das Bindeglied zwischen der Ortschaft, den Kleinkevelaerern und dem Rat mit seinen Gremien“, sagt sie. „Entscheiden kann ich ja sowieso nix.“ 

Sie sei nach wie vor nicht parteigebunden. „Ich bekomme aber immer die Unterstützung, die ich brauche“ – auch aus dem politischen Raum. Ihre Aufgabe sei halt nur, Ansprechpartnerin zu sein, an die die Menschen sich wenden können, wenn sie ein Anliegen haben. Das sei ihre Rolle – die aber vielleicht ja doch gar nicht so unwichtig ist für die Identität einer Ortsgemeinschaft.

Die eigenständige Identität der Kleinkevelaerer*innen existiere genauso wie die Nähe zu Twisteden, was sich unter anderem an der Mitgliedschaft vieler Dorfbewohner*innen in den Twistedener Vereinen festmache. „Wir haben keine Schule, keinen Kindergarten, kein Geschäft“, sagt Ambrosius. Dafür hat die Ortschaft seit 2002 den Kapellenverein als stärkendes Identifikationsglied und einzigen Verein der Ortschaft – und die Kapelle, die als zentraler Dorftreffpunkt dient. „Wobei sie genau an der Grenze zu Twisteden steht. Und wenn schlechtes Wetter ist, steht das Zelt auf Twistedener Gebiet.“ 

Vorreiter der Müllsammelaktion

Die Verbundenheit beider Ortschaften zu betonen, das ist ihr wichtig – nicht nur, weil viele der Kleinkevelaerer*innen in den Twistedener Vereinen mit aktiv sind und seit 2016 ein Spielplatz für Kleinkevelaer auf Twistedener Grund steht. Trotzdem seien Kleinkevelaer und Twisteden zwei unterschiedliche Ortschaften. Es gebe einige Dinge, die für Kleinkevelaer stehen – so wie die erste Müllaktion „weit vor allen anderen. Da waren wir Vorreiter.“ Da dürfe dann auch mal „der Kasten Bier in der Kapelle stehen“ – und es kämen Leute, die sonst nicht zum Gottesdienst kommen würden. Gerade für Kinder sei diese Aktion schön, weswegen sie weitergeführt wurde. 

Auch der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Jahr 2008, bei dem Kleinkevelaer im Kreis Bronze holte, gehört dazu. „Da bin ich Werner Neumann, dem Vorsitzenden des Heimatvereins Twisteden-Kleinkevelaer, ganz dankbar. Der hat sich ganz viel gekümmert.“ Auch die 475-Jahr-Ausstellung im Museum „Twester Hoeckskes Hüss“ im selben Jahr und das dazugehörige Buch, das sie zusammen mit Maria Groothusen „in vielen Stunden und Nachmittagen“ auf Anregung des Kapellenvereins zusammengestellt hatte, sind Teil dieser Identität.

Ahnenforschung, Hofchronik und Schützenprotokolle

Historisches zusammen tragen, das ist überhaupt eine ihrer besonderen persönlichen Interessen. „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart auch gestalten. Das habe ich im Vorwort geschrieben“, fasst sie ihren Antrieb in einem Satz zusammen. Nicht umsonst habe sie viele Kirchenbücher aus Keppeln, Kevelaer, Twisteden, Walbeck, teilweise Goch und Wetten mal chronologisch mittels eines Software-Programms ihres Mannes erfasst, Ahnenforschung bei der eigenen Familie betrieben und eine Hofchronik angelegt. „Da bin ich ein paar Generationen zurück gekommen. Das fand ich natürlich schön.“ Aktuell arbeite sie an Schützenprotokollen.

Ihre zweite, noch größere Leidenschaft ist die Musik. „Was zu mir gehört, ist die Orgelspielerei. Mein Klavierlehrer war Organist in Kalkar. Der hat versucht, aus ein paar Klavierspielern den Organisten rauszuholen“, erzählt Ambrosius. So war sie keine 15 Jahre alt, als sie in Keppeln das erste Mal Orgel gespielt hat – „Sonntags im Gottesdienst um sieben und um zehn.“ Hinterher machte sie das auch in Kehrum, spielte 45 Jahre lang für die Kirche auch in Quirinus und in der Antoniuskirche. „Ich habe auch ewig den Twistedener Chor begleitet und an der Orgel Pastor Alois van Doornick begleitet, der Flöte gespielt hat.“ Zu diesem Hobby fällt ihr gleich noch eine passende Geschichte ein: „Bei der Einweihung der Kapelle im September 2002, einem wunderschönen Sommertag, war abends beim Aufräumen eine junge Frau da, die mich nicht kannte. ‚Das ist doch Johanna vonner Orgel und das ist der Mann von Johanna vonner Orgel‘“, habe sie zu ihr gesagt. Die Orgel gehört einfach zu ihr.

Wird es eine fünfte Amtszeit geben?

Was in Zukunft für den Ort wichtig sei? „Dass man sich wie bei der Müllsammelaktion trifft, dass Leute immer wieder mitmachen“, sagt Ambrosius. Froh ist sie über den Kinderspielplatz auf Twistedener Seite, wo André und Willi Elbers ein Stück Wiese zur Verfügung gestellt haben. „Der nächste Spielplatz oder Irrland ist über die Straße, da will man im Sommer nicht unbedingt, dass die Kinder dort rübergehen.“ Die Konstanten also weiter erhalten und vielleicht weiter entwickeln, wenn Corona mal zu Ende sei, das behalte sie im Blick. Ob sie in fünf Jahren weitermache? „Erst mal abwarten, was dann ist“, sagt Ambrosius. 

Eine besondere Hausmesse

Wer momentan das Geschäftshaus des Blumengroßhändlers „Eurofleurs“ am Ottersweg betritt, mag sich zur Zeit ein bisschen wie im Blumen- und Pflanzenparadies vorkommen. Insgesamt 550 tropische Pflanzen, Orchideen, Gräser und Heidekräuter aller Art und in jeglicher Form sind dort bis Freitag zu den Geschäftszeiten zu sehen.

„Das ist unsere Hausmesse, wo wir internationale Kundschaft aus ganz Europa begrüßen können“, umschrieb Bernd Grüntjens vom „Eurofleurs“-Verkaufsteam die Idee der Veranstaltung. Die Messe richtet sich im Wesentlichen an das Fachpublikum – also an Händler und Kunden, die dem Unternehmen schon seit Jahren verbunden sind und die das Unternehmen beliefert.

„Das ist für sie das Ereignis des Jahres“, ergänzte Inhaberin Ann Elbers. Auch für das Unternehmen sei diese „Austauschbörse“ sehr wichtig, um die gewachsenen Kontakte aufrechtzuerhalten. Dementsprechend kamen und kommen in dieser Woche Händler aus Österreich, Frankreich, Italien, Litauen oder sogar Finnland an den Niederrhein, um sich bei dem Kleinkevelaerer Unternehmen über den aktuellen Bestand zu informieren. „Ich muss sehen, was aktuell da ist“, unterstrich Jens Augustinus von „Dan Fleurs“ aus dem dänischen Odense. 

Einige Neuheiten

Naturgemäß werden dort in der Woche auch einige neue Produkte und Neuheiten vorgestellt – so die Calluna „Beauty Lady Seastar“. Die bleibe „flachwachsend und hat den Charakter eines Seesterns“, führte Sylke Schacht von der Marketingabteilung des Unternehmens aus.

Auch der Umweltaspekt spiele eine immer größere Rolle, verwies Schacht auf die Wiederaufbereitung des Schmutzwassers zur Neubewässerung. Es gehe auch um die Langlebigkeit der Pflanzen und ihren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Tierwelt, verwies sie auf das Beispiel der „Erica gracilis“, die über den Spätsommer hinaus blühen könne und so als Bienenpflanze einen Nutzen bringe. Auch farnförmige Pflanzen, die wenig Wasser brauchen oder pflegeleicht-dekorative Sansevierias lägen im Trend, ergänzte Grüntjens.

Interessante Präsentation

Seit dem vergangenen Jahr hat auch das ganz „normale“ Publikum die Möglichkeit, die besonderen Neupflanzen zu begutachten und so die Trends für den kommenden Herbst mitzubekommen. Einige hatten die Chance, bei einer Präsentation am Dienstag Christine Elbers, der Mutter der Inhaberin, bei der Gestaltung von Haar- und Dekokränzen zuzuschauen. „Trockenblumen werden 2020 der Hit bei den Floristen sein. Da muss man sehen, was man so kombinieren kann“, meinte die kreative Frau.

Bei den Gästen stieß das Angebot auf eine positive Resonanz. „Super interessant, was Menschen mit ihren Händen alles machen können. Die Weihnachtsecke hier, die ist ganz toll“, war die Kevelaererin Maria Neumann von der Vielfalt angetan. Und ihre Freundin Ulla Rees meinte: „Schöne Sachen, wobei ich sagen würde, dass diese Topfpflanzen hier nicht so interessant sind wie das Andere.“

Woche der offenen Tür bei Eurofleurs

Trends und Neuheiten für einen blühenden Herbst und für eine stimmungsvolle Winterzeit erwarten den Besucher: In der Woche vom 19. bis 23. August 2019 öffnet Eurofleurs nicht nur für die Kunden die Türe am Ottersweg 6 in Kleinkevelaer, auch interessierte Pflanzenfreunde sind eingeladen, sich die Trends und Neuheiten für den Herbst 2019 während der Bürozeiten (Mo.-Fr. 8 – 17 Uhr) bei Eurofleurs anzusehen.

Neue Züchtungen oder neue Kulturgrößen, aber auch Nachhaltigkeit im Gartenbau und bienenfreundliche Pflanzen für den Herbst stehen im Fokus der Ausstellung. Die Firma Eurofleurs GmbH & Co. KG ist ein internationaler Pflanzengroßhandel im größten Gartenbaugebiet Europas. Besonders stolz ist Geschäftsführerin Ann Elbers auf die Internationalität des Unternehmens. Es sei nicht nur der Kundenstamm sehr international (D-A-CH, Skandinavien, Frankreich, Italien, Polen, Malaysia, Singapur, Thailand, USA), sondern auch die Belegschaft. In Kleinkevelaer arbeiten Mitarbeiter aus acht verschiedenen Nationen im Team zusammen (Foto).

Gleichzeitig feiert man zehn Jahre „Florifair“, das Markenzeichen stehe für eine umweltfreundliche Produktion mit rezirkulierendem Wassersystem und einer Wasserersparnis von 72 Millionen Liter Wasser im Jahr auf einer Fläche von 15 ha. Dies bedeutet nach eigenen Angaben 90 Prozent weniger Wasserverbrauch als bei einem herkömmlicher Gartenbaubetrieb und 40 Prozent weniger Dünger durch einen punktuellen Einsatz von Dünger. Die Reinigung des Wassers erfolge durch „Bio-langsam Filter“ ohne jeglichen Zusatz von Chemikalien.

Kevelaerer säubern ihre Umwelt

Nach zweieinhalb Stunden Arbeit hatten sie es sich verdient: Nach und nach trudelten die engagierten Müllsammler am Samstagmittag auf dem „Edeka“-Parkplatz an der Feldstraße ein. Dort wurden sie vom stellvertretenden Filialleiter Simon Wellmanns mit Brötchen, Würstchen und etwas zu trinken empfangen. „Wir haben mit 150 gerechnet, jetzt sind es sogar ein paar mehr“, freute er sich darüber, „so wenigstens den Helfern was Gutes tun“ zu können.
Von insgesamt vier Treffpunkten aus – von der Gelderner Straße unter der Brücke der Weller Landstraße, von der Niersbrücke in Schravelen, dem Edeka-Parkplatz an der Feldstraße und dem Parkplatz am KSV-Stadion (für die Vereinsmitglieder) hatten sich die Helfer auf den Weg gemacht, um die Stadt vom Müll zu befreien.
Außerdem versammelten sich die Menschen in Kervenheim am Scoutopia, am Wettener Sportplatz, am Winnekendonker Rathaus am Alten Markt und am Achterhoeker Dorfplatz. In Kleinkevelaer waren die Helfer von der Kapelle aus bereits am Freitagnachmittag gestartet und hatten dann ihr Sammelwerk verrichtet.
Allein der KSV hatte aus seinen Teams 120 Leute mobilisieren können – ein Verdienst von KSV-Präsident Christian Schick und seinem Vorstand. „So kommen unsere Hallensportler mal nach draußen“, meinte KSV-Schatzmeister Heinz Litjens augenzwinkernd.
Dabei waren auch die Volleyballer vom KSV. „Spritzen in der Nähe von Butzon & Bercker, überall Zigarettenkippen, wo man auch hinging“ oder „ne Felge, Radkappen, ein Sofa hinten am Baumarkt“ hatten André Ophey und Jannik Janßen auf ihrer Tour vom Bahnhof bis zum Freibad ausgemacht.
In Keylaer hatten Tanja und Dirk Wienhofen „ganz viele Wodkaflaschen und den Bach entlang viel Plastikmüll“ gefunden. „Man müsste so was drei-, viermal pro Jahr machen“, waren sich beide einig. „Man könnte hundert Stunden laufen und wird immer wieder fündig.“
Zwei Zeitungsbündel hatte Jan Eyll im Park entdeckt. Und Julia Hösl, die mit Bekannten den Vormittag Revue passieren ließ, zeigte sich wie viele andere auch über die Funde in dem Waldstück an der Windmühlenstraße besonders erschrocken. „Da lagen bestimmt auf einem Quadratkilometer 30 volle Hundekottüten – das war krass abstrakt.“
„Bei uns waren es um die 20 Helfer. Wir waren so in dem Bereich Gelderner Straße, OW1 und Südstraße“, zeigte sich der Initiator der Aktion, Thomas Molderings, vollauf zufrieden mit der Aktion. „Das war das erste Mal, dass wir das so in der Form übergreifend gemacht haben“, drückte Molderings die Hoffnung aus, „dass die Sensibilität geschärft wird, nicht jeden Müll zu verbreiten oder auf dem Boden liegen zu lassen, sondern aufzuheben und vernünftig zu entsorgen.“ Das habe in den letzten 15 Jahren unheimlich zugenommen, „das kannte ich so vor 20, 30 Jahren nicht“, meinte er. Aus seiner Sicht „wurde es höchste Eisenbahn, dass Kevelaer da was tut.“
Die Klimaschutzmanagerin Nina Jordan hatte mit ihren Mitstreitern in Schravelen unter anderem „alte Teppiche, Metallstücke und Bonbonpapier“ zusammengetragen und freute sich auch über die gute Beteiligung. Und Walter Speulmanns vom Kevelaerer Bauhof konnte nur staunen: „Das sind zwei Wagen voll – was da in zwei Stunden zusammengekommen ist, und das nur in Kevelaer. Das ist irre.“



Großes Engagement und großer Dank
In Kevelaer sammelten rund 170 Personen Müll, in Wetten waren die Geselligen Vereine federführend, in Kervenheim nahmen etwa 45 Personen (Pfadfinder, Heimat- und Verschönerungsverein, Dorfmarketing und Helfer) teil. In Kleinkevelaer rief traditionell der Kapellenverein zu der seit Jahren durchgeführten Müllsammelaktion auf. Für Winnekendonk dankt der Heimatverein im Namen der Geselligen Vereine allen Beteiligten. Hier waren vertreten: Teil des Präsidiums der Geselligen Vereine, die St. Sebastianus-Schützen Winnekendonk, der Sportverein mit seiner zweiten Damenmannschaft, der Musikverein, der Kirchenchor, die Landjugend und der Heimatverein Ons Derp Winnkendonk sowie viele weitere Freiwillige.
Klimaschutzmanagerin Nina Jordan lobte: „Seitens der Stadt danken wir besonderes dem Betriebshof, der das Gesammelte entsorgt hat, und dem Sponsor des Imbisses, Edeka Brüggemeier.“

Da hat wohl ein Biber genagt

Da staunte KB-Leser Heinz Kempkes nicht schlecht, als er am frühen Morgen durch Kleinkevelaer fuhr: Bei der regelmäßigen Inspektion seiner Jagd entdeckte der Jäger an einem Baum am Ufer des Niers-Maas-Kanals überraschende Spuren: „Da hat wohl ein Biber genagt“, berichtet Kempkes. Aus Fotos von Kollegen kenne er die Spuren und dieser Baum sehe sehr ähnlich aus. „Wie angespitzt.“
Jetzt ist Heinz Kempkes gespannt, ob er weitere Spuren des Tieres oder gar das Tier selbst entdeckt.
Sollten Sie, liebe Leserinnen und Leser, in Kleinkevelaer oder entlang des Niers-Maas-Kanals Hinweise auf das in unserer Region noch seltene Nagetier entdecken, freuen wir uns, von Ihnen zu hören!

Kevelaers Ortschaften haben viel vor

Viel Aufmerksamkeit hat im vergangenen Jahr auf der Stadtmitte Kevelaers gelegen – und mit den anstehenden und laufenden Projekten wird auch in diesem Jahr die Stadtmitte großen Anteil am politischen Geschehen haben. Ein Grund mehr für das Kevelaerer Blatt, zum Jahresbeginn den Blick auf die Ortschaften und die dortigen Ereignisse zu lenken. In diesem Rück- und Ausblick berichten die jeweiligen Ortsvorsteher, was war, was ist und was die Bürger in ihren Dörfern sich für 2019 wünschen.
Josef Kobsch, Twisteden
In 2018 konnten in Twisteden die Verkehrsinseln auf der Dorfstraße endlich fest installiert werden. Die bisherigen Inseln (die nur Übergangs- bzw. Probe-Lösung sein sollten) konnten entfernt werden.
Dank der guten Verhandlungen der Stadt Kevelaer konnte der Grunderwerb für die Erweiterung des Baugebietes Elisabethstraße abgeschlossen werden. Das Planverfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes soll in 2019 durchgeführt werden.
Für die Zukunft stehen umfangreiche Renovierungsarbeiten im Bürgerhaus an. In diesem Zusammenhang sehe ich Handlungsbedarf, da der durch die Stadt Kevelaer vorgesehene Abriss des Hauses „Gerberweg 1“  neue Optionen für eine Gesamtnutzung bzw. Gesamtgestaltung des Geländes eröffnet.
Der Brunnen auf dem Dorfplatz ist defekt und kann nicht repariert werden. Daher wurde versucht, eine Förderung der möglichen Umgestaltung des Dorfplatzes durch das LEADER-Programm zu erhalten. Leider erfolglos. Nunmehr soll ein Antrag über ein Förderprogramm des NRW-Bauministeriums gestellt werden. Um praxisorientiert und hinreichend konkret zu überlegen, welche Funktionalität der Dorfplatz künftig haben soll, wird hierzu mit allen Vereinen ein Termin im Januar stattfinden.
Besonders freue ich mich – und natürlich auch die Twistedener – auf das Dorffest am ersten Wochenende im Juli 2019. Das Fest findet dieses Mal im und am Bürgerhaus statt, da das Bürgerhaus (30 Jahre) und der Bürgerhaus-Verein (40 Jahre) Jubiläum feiern.
Johanna Ambrosius, Kleinkevelaer
In Kleinkevelaer lief und läuft alles wie immer. An Heiligabend trafen sich viele Menschen zum Einstimmen auf Weihnachten an der Kapelle. Deren Außenanlage müsste erneuert werden – eine Aufgabe, der sich der Kapellenverein eventuell in diesem Jahr annehmen wird. Wiederholt werden soll 2019 außerdem die auch 2018 erfolgreich durchgeführte Müllsammelaktion, die von der Kreis Klever Abfallwirtschaftsgesellschaft unterstützt wird.
 
Beate Clasen, Wetten
Offensichtlich ist in Wetten viel los. Das liegt auch an den Kanalsanierungen auf der Hauptstraße und den Tiefbauarbeiten des Niersverbandes, wodurch das Klärwerk durch eine Pumpstation ersetzt wird. Alle Maßnahmen verlaufen im geplanten Zeitraum, sodass voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 die begonnenen Arbeiten inklusiv der bevorstehenden Arbeiten auf bzw. unter der Twistedener Straße abgeschlossen werden können.
Einige dorfprägende Gebäude werden unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes so aufgewertet, dass sie eine Wohnqualität erhalten, die aktuellen Standards entspricht.
Es ist gelungen, 2018 die Planungen für ein dringend benötigtes Baugebiet weiter voranzubringen. Das optimiert die Bedingungen für junge Familien, die in Wetten ein gut funktionierendes Betreuungs- und Lernangebot für Kinder vorfinden. Damit das so bleibt, wird weitsichtig der Raumbedarf berücksichtigt, damit es zu keinen Engpässen kommt.
Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu optimieren, sind die Wettener und die Stadtverwaltung gut vernetzt mit Kreis- und Landesbehörden. Das Rad- und Fußwegenetz wurde in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, ist aber ausbaufähig. Dafür ist es auch wichtig, die gut frequentierten Bahnübergänge auf dem Wettener Gebiet zu erhalten.
Die Wettener Vereine sorgen für viele interessante Freizeitangebote. Der Sportverein ist mit mehr als 1000 Mitgliedern der größte Verein. Aufgrund der intensiven Sportplatznutzung ist es zeitnah erforderlich, die stark beanspruchten Außenanlagen instand zu setzen, damit der Spielbetrieb weiter garantiert bleibt.
Hansgerd Kronenberg, Winnekendonk
Winnekendonk hat engagierte Vereine und ein aktives Dorfleben. In diesem hat es 2018 eine Vielzahl von turnusmäßigen Veranstaltungen gegeben. Möglich waren diese nur durch großen ehrenamtlichen Einsatz vieler Mitbürger, sodass auch 2019 ein reichhaltiges Programm angeboten wird.
Daneben sind einige besondere Ereignisse zu vermelden. Dazu zählen die Feiern nach 70 Jahren Erstkommunion von St. Urbanus und zum 30-jährigen Bestehen des Marienkäfer-Kindergartens in Schravelen.
Sportlich waren die Fußballdamen nach ihrem Aufstieg weiterhin erfolgreich. Der A-Jugend-Nachwuchs der Viktoria schaffte den Sprung in die Leistungsklasse.
Ein besonderer Höhepunkt war das Gemeinschaftskonzert des Musikvereins mit der Königlichen Harmonie des Moresnet aus Belgien im Bühnenhaus.
Das Zirkusprojekt der Grundschulen in Kervenheim hat viele Besucher und die Kinder begeistert. Die Sorgen an den Schulen sind erst einmal beruhigt.
In Achterhoek wurde durch NuK der alte Bildstock wieder hergerichtet. Am Hungerwolfsweg entstand ein neues privates Kleindenkmal.
Bedauerlicherweise sind die Hoffnungen, die die Winnekendonker in das LEADER-Programm gesetzt hatten, nicht erfüllt worden. Jetzt soll daran gearbeitet werden, im Rahmen eines neuen Förderprogrammes weiterzukommen. Vorrangiges Ziel ist die Erhaltung und Verbesserung der dörflichen Infrastruktur. Dabei ist die Neugestaltung von Denkmalbereich und Hauptstraße anzugehen, eine Maßnahme, die bereits vor mehr als zehn Jahren mit einer städtischen Planung eingeleitet war.
Neben der Regelung des Straßenverkehrs in diesem Bereich sind Markierungen und Beschilderungen aller Straßen und insbesondere der Einmündungen zu überprüfen. So sollte an der Kreuzung L491/L362 in der Dorfmitte eine Ampelanlage in Betracht gezogen werden. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen in Schravelen und auf dem Achterhoeker Schulweg werden für erforderlich gehalten.
Einige Wanderwege bedürfen der Ausbesserung. Eine Ausdehnung des Netzes müsste noch im einzelnen geplant werden.
Sicherlich wartete Winnekendonk auf den Baubeginn der OW1. Diese neue Straße führt zwar am Ortskern vorbei, hat aber gewiss erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Dorfstruktur.
Das gilt auch für die Umlegung des Sportgeländes von der Kevelaerer Straße zur Sonsbecker Straße. Zur Zeit sind hinsichtlich des Grundstückes noch Kaufverhandlungen im Gange. Bei deren erfolgreichem Ausgang ist eine Baumaßnahme im Bereich des Viktoria-Parks notwendig, bietet aber auch die Gelegenheit, die ständig wachsenden sportlichen Aktivitäten zu fördern. Insofern werden weiterhin Überlegungen angestellt, wetterfeste Trimm-Geräte innerhalb des Dorfbereiches aufzustellen und die Trimm-Dich-Strecke in der Schravelener Heide wiederherzustellen.
Für Achterhoek gibt es Anregungen, einen neuen Gemeinschaftsraum zu erstellen. Hier bedarf es noch genauer Planung.
Erfreulich ist schließlich die Tatsache, dass die Mühle Kerssenboom im Rahmen des Denkmalschutzes saniert werden soll.
Martin Brandts, Kervenheim
In Kervenheim sind die letzten Mängel im Zuge der Glasfaser-Verlegung (weitestgehend) beseitigt worden. Insofern ist die Freude an dem Glasfasernetz und den qualitativ hochwertigen Produkten endlich ungetrübt – jedenfalls in den Kernbereichen, in denen die Glasfaser liegt. Glasfaser ist bislang erst innerhalb der geschlossenen Ortschaft verfügbar. Insofern sind eine Vielzahl von Haushalten bislang noch nicht angeschlossen. Hier besteht großer Handlungsbedarf, wobei die Hoffnung besteht, dass über das kreisweit ausgeschriebene Förderprogramm für den Außenbereich Abhilfe geleistet werden kann.
Der Standort Burggelände hat sich als Standort für unsere Kirmes bestens gewährt und etabliert. Das Burggelände lockt aufgrund der besonderen Atmosphäre nicht nur zur Kirmes, sondern auch zu den sonstigen Veranstaltungen wie insbesondere dem „Burgzauber“ und dem Maifest zahlreiche Interessierte auch aus dem Umland nach Kervenheim. Insoweit sind wir der evangelischen Kirchengemeinde für ihre Gastfreundschaft und die hervorragende Zusammenarbeit außerordentlich dankbar.
Die Pappeln entlang des Wasserwerkes wurden zwischenzeitlich gefällt. Damit ist die Grundvoraussetzung für eine Sanierung der Straße „Et Everdonk“ geschaffen. Die entsprechenden Arbeiten sollen bei planmäßigem Verlauf in der ersten Jahreshälfte erfolgen.
Konkret steht der Endausbau des Neubaugebietes „Haagsches Feld“ an, nachdem die Bebauung der Grundstücke praktisch abgeschlossen ist. Insoweit müssen insbesondere Lösungen gefunden werden, wie gerade die Zuwegungen, die ja auch noch für die Erschließung der weiteren Bauabschnitte benötigt werden, hier gestaltet werden sollen.
Ein Dauerthema ist die Sanierung der Burg – insoweit besteht der tiefe Wunsch, das Gebäude genauso wie schon das Gelände einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen bzw. zu halten. Umso erfreulicher ist es, dass auch die evangelische Kirchengemeinde ein klares Bekenntnis hierzu abgegeben hat und dass gemeinsame Überlegungen und Anstrengungen erfolgen, sinnvolle Konzepte zu erarbeiten und dann schrittweise umzusetzen.
Ein gemeinsames Ziel der Geselligen Vereine ist es, noch mehr aktive Mitstreiter für die zahlreichen Aktivitäten zu finden. Natürlich sind die Veranstaltungen, die ja auch in 2019 wieder stattfinden werden, mit einem zum Teil sehr großen zeitlichen Engagement verbunden. Ziel ist es, diese Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen, sodass das hohe Niveau der Veranstaltungen gehalten, bestenfalls sogar noch weiter erhöht werden kann.
Ganz wichtiges Ziel ist es auch, die junge Generation wieder mehr für die Vereine und die Vereinsarbeit zu begeistern. Dies gelingt etwa im Bereich des Fußballs bei Union Kervenheim dank des persönlichen Engagements einiger Eltern schon sehr erfolgreich. In Kervenheim sind wieder viele junge Familien ansässig, die ein riesiges Potenzial darstellen.

Es fehlen bundes- und europaweit einheitliche Zertifizierungen

Mit dem Kreis Kleve ist der gebürtige Gocher Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff eng verbunden. Um die Bedürfnisse der Menschen zu erfahren, führt er regelmäßige Besuche in den Städten und Gemeinden durch. Im Rahmen dieser Besuchsreihe kam Rouenhoff am Dienstag, 18. Dezember 2018, auch nach Kevelaer.

Seit September 2017 vertritt Stefan Rouenhoff von der CDU den Kreis Kleve als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Den Bundestagsausschüssen für Wirtschaft und Energie sowie für Tourismus gehört er als ordentliches Mitglied an, dem Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union als stellvertretendes Mitglied.

„Als Ihr Bundestagsabgeordneter möchte ich zuhören, überzeugen und jederzeit ein offenes Ohr für die Themen haben, die Sie bewegen“, so Rouenhoff. Und so traf er sich zunächst mit Bürgermeister Dominik Pichler, den Fachbereichsleitern der Stadt und Vertretern der Ratsfraktionen im Rathaus. Im Anschluss steuerte die Runde in Kleinkevelaer den Internationalen Blumengroßhandel Eurofleurs Elbers GmbH & Co. KG an.

Geschäftsführerin Ann Elbers empfing die Delegation und informierte über den 1985 von ihren Eltern gegründeten Betrieb. Diese erkannten, dass für die niederrheinischen Pflanzen (hier werden überwiegend Moorbeet- und Heidepflanzen gezogen) ein internationaler Markt vorhanden ist. Im Laufe der Jahre expandierte die Elbers GmbH zu einem bedeutenden Blumengroßhandel mit internationaler Reputation, für den der Kunde mit seinen Wünschen im Vordergrund steht. Kundenzufriedenheit, Individualität und Flexibilität stehen dabei an erster Stelle, so Elbers.

Rouenhoff interessierte sich besonders für die durch Eurofleurs umweltfreundlich erzeugte Ware, bei deren Produktion nicht nur der Verbrauch an Plastikprodukten massiv reduziert, sondern in der bereits die neue EU-Wasserrichtlinienverordnung umgesetzt wurde. Diese schreibt vor, dass die Bewässerung nur in einem geschlossenen System durchgeführt werden darf. Die Produktion ist automatisiert, um kostensparend und effizient zu kultivieren. Durch die geschlossene Fläche mit rezirkulierendem Wassersystem werden bis zu 72 Millionen Liter Wasser im Jahr eingespart – dass bedeutet eine Reduzierung des Verbrauchs um 90 Prozent. Außerdem können durch den punktuellen Einsatz von Dünger (bei wöchentlichen Kontrollen muss nur die Konzentration aufgefüllt werden) Geld gespart und die Umwelt geschützt werden. Die Reinigung des Wassers erfolgt durch sogenannte Bio-langsam Filter ohne jeglichen Zusatz von Chemikalien.

Aber nicht nur die Herstellung ist umweltfreundlich, sondern auch die Verpackung. Anstelle von Plastikpaletten und Etiketten werden nur Holzkisten aus zertifizierten Betrieben verwendet und das Etikett besteht aus Steinpapier, welches nach fünf Monaten biologisch abgebaut ist. Hinzu kommt, dass der Kunde keine Töpfe mehr auffindet, die er noch entsorgen muss, denn die Produkte werden ohne Topf ausgeliefert.

Auf Rouenhoffs Frage, ob es von Seiten der Unternehmerin Wünsche an die Politik gäbe, sprach Ann Elbers das Problem der uneinheitlichen Zertifizierungen nicht nur in Europa, sondern sogar zwischen einzelnen Bundesländern an. Es genüge nicht Europa als einen Währungsbereich zu verstehen, sondern auch Zertifizierungen (z.B. für Biosiegel) müssten angeglichen werden. Auch der Einsatz von Asylsuchenden als Arbeitskräfte sei durch bürokratische Hürden fast unmöglich. Arbeitswillige Kräfte müssten gelangweilt herumsitzen statt einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen zu können.

Rückkehr eines ehemaligen Pfarrers

Sichtlich erstaunt und erfreut zugleich zeigte sich Pastor Alois van Doornick, ehemaliger Pfarrer an St. Quirinus Twisteden und an der St. Antonius Gemeinde Kevelaer, beim Gottesdienst an der „Sieben-Schmerzen-Kapelle“ in Kleinkevelaer.

Zahlreiche Besucher aus Twisteden und Kleinkevelaer waren zum traditionellen Gottesdienst erschienen und freuten sich ebenfalls ihren ehemaligen Pastor wiederzusehen. So begrüßte der erste Vorsitzende des Kapellenvereins, Theo Heuvens, den Geistlichen im Zelt an der Sieben-Schmerzen-Kapelle auch aufs Herzlichste.

Zwar sei der Pastor, auch nach seinem Weggang vor sieben Jahren, nicht größer geworden. Aber: „Erst nachdem Sie gegangen sind, haben wir Ihre wahre Größe erkannt“, sprach Heuvens damit wohl einigen Gläubigen aus dem Herzen. Denn seit seinem Fortgang habe sich im Dorf, wie in der Kirchengemeinde viel verändert. Auch ein Gottesdienst- Besucherrückgang sei deutlich zu spüren.

Sichtlich gerührt nahm der Pastor die Worte entgegen, stellte aber klar, dass es hier keineswegs um seine Person, sondern um den Gottesdienst ginge. Auch er spüre als Pfarrer an der Heilig Geist Kirche in Kalkar einen deutlichen Besucherrückgang. „Heute aber freue ich mich über die Begegnung mit den Twistedenern. Er stellte fest: „Wir sind alle sieben Jahre älter geworden“, so seine humorvollen Begrüßungsworte.

Den Gottesdienst am Namensfest Marias, der musikalisch von Johanna Ambrosius begleitet wurde, hatte Sybille Thielen vorbereitet. Im Eingangstext wurde darauf hingewiesen, dass Maria eine von uns sei, im Glauben an Gott aber uns voraus sei. Wie tief Maria im Glauben verankert ist, beschrieb Pastor van Doornick an Hand einiger Marientafeln. Diese stammten aus einer kürzlich stattgefundenen Sternenwallfahrt nach Marienbaum. In unterschiedlichsten Darstellungen zeugten die Bilder vom Glauben Marias an Gott. „Glaube hat mit Leben und Liebe zu tun“, erläuterte der Kalkarer Pfarrer, „immer wieder dürfen wir uns durch Gott gestärkt fühlen, immer wieder dürfen wir ihm anvertrauen was uns auf dem Herzen liegt“, führte van Doornick weiter aus. „Gott macht uns im Leid stark.“ Er wies weiter auf eine Ausstrahlung der Kirche im Glaubenszeugnis hin.

Nach der Messe blieben viele Besucher in geselliger Runde an der Sieben-Schmerzen Kapelle. Sie nahmen so die Gelegenheit wahr, miteinander und mit ihrem ehemaligen Pastor zu plaudern. Der ehemalige Twistedener und Kevelaerer Pfarrer gestandt, dass er gerne nach Twisteden gekommen sei. „Ich habe in den Jahren zuvor den anderen guten Geistlichen gerne den Vortritt gelassen“, fügte van Doornick an. Natürlich schaue auch er der Realität ins Auge. „Wenn aber bei so einem Event, und da lobe ich das Engagement des Kapellenvereins Kleinkevelaer, so viele Besucher kommen und dann auch noch etwas davon mitnehmen können, dann ist das sehr gut und sei viel erreicht.“

Gerade im Kleinen könne man viel bewirken, betonte der Pfarrer. Er hofft, dass durch die neue Aufdeckung von Missbrauchsfällen nicht zu viel kaputt gemacht werde. „Eine Aufklärung aber ist sehr wichtig“, betonte der Pfarrer, der sich noch einige Zeit mit den Besuchern an der Sieben-Schmerzen-Kapelle unterhielt.

Weniger, aber immer noch genug

Rund 20 Helferinnen und Helfer hatten sich am späten Nachmittag an der Kapelle eingefunden, um sich von dort aus auf die verschiedenen Sammelschwerpunkte rund um Kleinkevelar zu verteilen.

Die Ortsvorsteherin Johanna Ambrosius und der Heimatvereins-Vorsitzende Theo Heuvens hatten wieder zu der Aktion aufgerufen. „Wir machen das schon seit zehn Jahren“, sagte die engagierte 60-Jährige und war nur von der fehlenden Unterstützung durch Kinder etwas enttäuscht. „Es ist Beichttag für die Erstkommunionkinder und Fußball, das ist halt auch wichtig.“

Entlang eines langgezogenen Grabens auf dem Feld fuhr Theo Jansen mit seinem Trecker plus Anhäger und Mülltonne – Karl Heinz Kehren und der neunjährige Joshua lasen mit Zangen den Unrat auf und warfen ihn in die Tonne.

„Immer derselbe Rummel, die müssten das Plastik generell verbieten“, meinte Jansen angesichts der immer wiederkehrenden Funde. „Obwohl alles die Jahre doch weniger geworden ist.“ Ein Eindruck, den später auch einige Helfer bestätigten, auch wenn noch ausreichend viel gefunden wurde.

Gemeinsam mit dem Jungen las Kehren Blumenpötte, Folien und eine Aluminiumsalz-Tüte auf. „Unverständlich, dass die Leute den Müll hier für andere liegen lassen“, sagt er. Aber seiner Überzeugung nach hatte sicher auch der Sturm „Friederike“ einiges mit rübergeweht. Auch Joshua wunderte sich: „Was man hier so findet…“

Jona und Pia sammelten entlang des Velder Dycks. Die beiden Teenager fanden „Zigarettenpackungen, Plastik, ganz viele Blumentöpfe“. An die Folien in den Bäumen kam Theo Heuvens aufgrund der Höhe teilweise gar nicht mehr heran. „Damals bei dem starken Wind“ sei eben vieles weggeflogen.
Was nichts an den vielen Funden „von McDonalds und Co“ an der Lüllinger Straße ändere, wo die Strecke stark befahren sei. Erstaunt war Hans-Gerd Ruelfs über „die Matratze, die in dem Bushaltestellenhäuschen Richtung Wetten“ lag.

Im Ortskern fanden sich „Folien, Polyesterteile, Wein- und Bierflaschen – und Hundehaufen en masse“, bilanzierte Ambrosius nach einer Stunde Arbeit, nach der es dann an der Kapelle zur Stärkung Kaltgetränke und Würstchengab.

„Wir fördern damit auf jeden Fall die Kameradschaft, das Zusammenleben als Kapellenverein – und geben das Bewusstsein für die Tradition und die Sauberkeit im Ort an die nächste Generation weiter“ , fasste Hans Elbers den Sinn des Ganzen in einem Satz zusammen.

Maria auf Augenhöhe begegnet

Maria auf Augenhöhe begegnen. Der Kapellenverein Kleinkevelaer machte dieses für die Besucher des Gottesdienst an der „Sieben Schmerzen Kapelle“ möglich. Zum gleichnamigen Fest holten Mitglieder des Kapellenvereins die von Papst Franziskus gesegnete Kopie des Kevelaerer Gnadenbildes zu sich.
Die Gottesdienstteilnehmer kamen in der Empfangshalle von Euro Fleurs zusammen. Familie Elbers hatte diese zur Verfügung gestellt. Denn eine Messe unter freiem Himmel war wegen Regen und Sturm nicht möglich. Theo Heuvens, Vorsitzender des Kapellenvereins, begrüßte die rund 60 Gläubigen sowie Pastor Andreas Poorten, der den Gottesdienst zelebrierte.
Anlässlich des 375-jährigen Bestehens der Wallfahrt und zum eigenen 15-jährigen Bestehen nutze der Kapellenverein die Möglichkeit, eine von Papst Franziskus gesegnete Kopie des Marienbildes zu beherbergen. „Das ist auch für uns etwas Besonderes“, versicherte Heuvens. Er hatte das Bild der Trösterin der Betrübten gemeinsam mit Johanna Ambrosius und Sybille Thielen am Abend vor dem Gottesdienst in der Kerzenkapelle in Empfang genommen. „Überreicht wurde es uns von unserem ehemaligen Bürgermeister Dr. Axel Stibi“, verriet Johanna Ambrosius. (Stibi ist Brudermeister der Consolatrix Afflictorum, Anmerkung der Red.).
„Durch die Erhaltung und Pflege der Sieben-Schmerzen-Kapelle bekommt Maria ein Zuhause“, lobte Pastor Poorten das Engagement des Kapellenvereins. Der Pfarrer fühlte sich angesichts des Marienbildchens und einer Messfeier unter Palmen (einige dieser Prachtexemplare zierten die Empfangshalle) dem Himmel sehr nahe. Diese Atmosphäre entging auch den Gottesdienstteilnehmern nicht. „Hier begegnen wir Maria auf Augenhöhe. Sie fühlt und leidet mit uns. Ihr können wir unsere Nöte und Sorgen anvertrauen“, umschrieb Poorten das Bild der Trösterin der Betrübten in seiner Predigt. Hierbei erscheine sie nicht hocherhaben, sondern sympathisch. „Eben als Mutter, als unsere Mutter“, so der Pastor weiter.
Nach dem Gottesdienst nutzten die Teilnehmer aus Kleinkevelaer und Twisteden die Möglichkeit, in entspannter Runde ins Gespräch zu kommen. Die Kopie des Marienbildchens wurde am nächsten Tag wieder zurückgegeben.
Nach Beendigung der Aktion „Das Gnadenbild von Haus zu Haus“, die am 1. November endet, erhält der ehemalige Wallfahrtsrektor, Weihbischof Rolf Lohmann, die Kopie des Gnadenbildes als Geschenk.