Zwei Sieger mit neuen Streckenrekorden

Beim 17. LLG Kevelaer-Marathon stellten die beiden Sieger Nikki Johnstone und Dioni Gorla neue Streckenrekorde auf. Gut zwei Stunden nach seinem Triumph wirkte Johnstone im Läuferzelt aufgeräumt und unglaublich zufrieden. Auf und abseits des Siegerpodestes gab er bereitwillig Interviews.
„Es lief einfach perfekt – persönlicher Rekord und Bestzeit hier“, freute sich der schottische Überflieger des LAZ Rhein Sieg/Asics Frontrunner. Er hatte mit 2:14,18 Stunden seinen eigenen Streckenrekord vom Vorjahr nochmal um über sieben Minuten verbessert.
Von der Konkurrenz wurde die Leistung des Zürich-Siegers respektvoll gewürdigt. „Man ist stolz auf seine eigene Leistung. Das ist außerirdisch, was Nick da macht. Das ist außerhalb meines Niveaus“, bekannte der Zweitplazierte. Der Niederländer Ralph Steeg vom ATV Venray kam 22 Minuten und 20 Sekunden später (2:46:38) ins Ziel. Hinter ihm lief Dennis Schäfer in 2:50:10 Stunden ein.

Die Siegerin Dioni Gorla.


„Die Freude ist doppelt groß, weil sie so gewonnen hat“, meinte er mit Blick auf seine Freundin Dioni Gorla. Die 21-jährige gebürtige Griechin hatte bei den Frauen die Konkurrenz ähnlich souverän in Grund und Boden gelaufen.
Auch sie hatte mit 2:53:20 Stunden den von der mehrfachen Siegerin Eva Offermann 2016 aufgestellten Streckenrekord mal eben um 4:39 Minuten heruntergeschraubt. Damit war sie fast 18 Minuten schneller als die Zweitplazierte Birgit Schönherr-Hölscher vom PV Triathlon Witten, die nach 3:11:11 Stunden einlief. Kathrin Willems vom TuS Xanten wurde in 3:17:17 Stunden Dritte.
„Ich war da in der ersten Runde schon sehr sicher, hab da auf die Pace geguckt und wusste, das könnte die Bestzeit werden“, gestand die Siegerin im Gespräch mit der Reporterlegende Laurenz Thissen, der Stimme dieses Dreikönigenlaufes.
Die beiden Rekordläufer hatten bei wechselhaftem Wetter vom Start weg klar gemacht, dass der Sieg nur über sie gehen würde. Schnell und souverän hatten sie von Beginn an der Spitze alleine ihre Kreise gezogen und die sieben Runden jeweils in Bestzeiten bewältigt.
Bei den Staffeln siegte diesmal nicht der TSV Weeze, der in 2:55:42 Stunden Zweiter wurde. In der vorletzten Runde konnte Jörg Scherholz von der SV Siegfried Materborn die Staffel noch abfangen. Er siegte zusammen mit Klaus Hegemann in 2:53:24 Stunden. Dritter wurden die NiersRunners Wachtendonk 2002 e.V. in 3:00:04 Stunden.
39 Staffeln und 350 Marathonläufer (insgesamt knapp 500 Teilnehmer) waren aus Sicht der Vorsitzenden der LLG Kevelaer, Angelika Mölders, ein mehr als positives Ergebnis: „Wir haben zwölf Staffeln mehr als im Vorjahr. Viele sind dabei, die einen Marathon nicht schaffen und es trotzdem toll finden teilzunehmen. Besser hätte es nicht laufen können.“ Sie dankte allen Helfern und allen Beteiligten für das Engagement.
Nr. 50 lief 50. Marathon am 50. Geburtstag
Der Marathon war aber nicht nur ein Marathon der Sieger. Jeder der Teilnehmer verbuchte für sich einen Sieg und schrieb besondere Geschichten.
So wie Ralf Stein aus Voerde. An seinem 50. Geburtstag lief er mit der Nummer 50 seinen fünfzigsten Marathon. Er wurde von seinen Freunden an der Strecke unterstützt und meinte während des Laufs: „So eine Chance kommt nicht wieder.“ Jürgen Dombrowski aus Herne lief mit 53 Jahren seinen 500. Marathon und beschrieb, was ihn antreibt: „Der Spaß am Laufen, ein klein bisschen Ehrgeiz und der Ausgleich zum Bürojob.“
Und da war noch der Fanclub vom DJK Forstwald, der die Aktiven mit Gesang und Anfeuerungsrufen pushte. „Es hat von uns hier vom Training her keiner geschafft. Da haben wir uns gesagt: die kleinen Vereine müssen zusammenhalten“, feuerte auch Harald Küpprs vom DJK-Vorstand die Läufer mit an. Genauso tat es auch die Gerberstraßen-Nachbarschaft, die gemeinsame Bekannte unterstützte.
Am Ende stand aber der Satz von Jürgen Brendemühl, mit fast 80 Jahren sicher einer der Ältesten im Feld, zu der Motivation für diese immer wiederkehrende Herausforderung: „Das gibt mir Gesundheit und Lebensfreude.“

Laurenz Thissen interviewte den souveränen Sieger des Kevelaer-Marathon, Nikki Johnstone. Fotos: aflo