Missbrauch: Vorwürfe gegen Kevelaerer

Beschuldigter organisierte auch Jugendfreizeiten

„Schwerer sexueller Missbrauch“ – so lautet der Vorwurf der Klever Staatsanwaltschaft gegen einen 49-jährigen Kevelaerer. Dieser hatte im Juni über seinen Anwalt Selbstanzeige zu einem knapp zwei Jahrzehnte alten Vorfall erstattet. Damit reagierte der Beschuldigte vermutlich auf einen weiteren Vorfall, der sich unlängst in Ratzeburg ereignet haben soll. Dort war der Kevelaerer mit einer Jugendgruppe auf einer von ihm organisierten Reise unterwegs.

Selbstanzeige

Während es sich bei der Selbstanzeige um rund 40 Fälle sexueller Handlungen an einem Kind aus dem Verwandtenkreis des Beschuldigten handelt, die zwischen 1998 und 2002 stattgefunden haben, soll der jüngste Vorfall nach KB-Informationen sexuelle Handlungen im Beisein eines Jugendlichen betreffen.

Untersuchungshaft

Der Kevelaerer befindet sich seit dem 25. Juli in Kleve in Untersuchungshaft. Für die selbst angezeigten Taten erwarten den 49-Jährigen im Fall einer Verurteilung mindestens zwei Jahre Haft. Verjährt seien die Taten jedenfalls nicht, erklärte die Staatsanwaltschaft.

DNA-Spuren

Ob sich die Vorwürfe aus Ratzeburg erhärten – nach KB-Informationen soll es DNA-Spuren geben, die den Kevelaerer belasten – ermittelt die Kriminalpolizei derzeit. Aussagen des Beschuldigten zu den jüngsten Vorwürfen soll es nach KB-Informationen bislang nicht geben.

Weitere Ermittlungen

Ermittelt wird ebenfalls, ob es weitere Missbrauchsfälle gegeben hat. Der Kevelaerer hat seit 2002 regelmäßig Jugendfreizeiten begleitet und Projekte mit Jugendlichen durchgeführt, insbesondere mit Jugendlichen aus gesellschaftlich benachteiligten Familien.