Jeder hat seine eigene Taktik

Auf der Minigolfplatz in Twisteden wird wieder eingelocht. Mit Schwung ließ Martin Valkhyser den Spielball über das Hindernis hüpfen. Der 78-Jährige war mit seinen beiden Enkeln Jule und Bela zur Saisoneröffnung gekommen.
Mit Ruhe und Bedacht gelang ihm das Einputten an Bahn 9. „Wenn meine Enkel aus Hennef zu uns kommen, müssen die immer hierher“, hatte der Wember seine helle Freude an den  jungen „Minigolfspielern“. Anschießend setzten sie sich auf die Bank, um nach der Hälfte der Partie eine Eis-Pause einzulegen.
Die Drei waren nicht die Einzigen, die an dem langen Osterwochenende die Gelegenheit wahrnahmen, den Minigolfplatz an der Martinstraße bei schönstem Sommerwetter aufzusuchen. „Wir hatten schon am ersten Tag 120 spielende Gäste“, verriet Platzwart und Urgestein Horst Ehren, der für den Natur-und Heimatverein in dem kleinen Häuschen („Mein zweites Wohnzimmer“) Getränke, Schläger und Bälle ausgab.
Schon vor Weihnachten hätten die Mitglieder des Natur-und Heimatverein ausgesät, so dass sich jetzt ein saftiges Grün auf der Anlage zeigte. Hinter separaten Palisaden stehen jetzt die Mülltonne. Dafür wurde extra ein neuer Zaun gezogen. Und es wurde alles neu gestrichen. „Das hat sich gelohnt“, fand der immer noch rüstige Senior, der über Ostern seinen 78. Geburtstag feierte.
Auch die Issumerin Kathrin Derks hatte sich mit Ehemann, Kind, ihrem Bruder und dessen Partnerin mit Kind auf die Bahn begeben. „Wir wollten mal wieder was Gemeinsames machen“, sagte die 33-Jährige. „Hier hat man auch etwas Ruhe.“
Allerdings bemerkte die Familie, dass das letzte Minigolf-Spiel schon einige Zeit her war. „Das sind locker zehn Jahre“, versicherte Jutta Paßmann. So lautete ihre Taktik zum Erfolg kurz und knapp: „Einfach drauf los!“ Ihre zehnjährige Tochter Maja fand das Spiel einfach nur „lustig“, auch wenn sie an einer Bahn „den Ball einfach nicht reinkriegen“ wollte.
Selbst aus den benachbarten Niederlanden kamen die Gäste, so wie Jan Fransman und seine Frau Pieta aus Wallerloi. Sie absolvierten mit ihrem Sohn Michel, dessen beiden Kindern und seiner chinesischen Lebensgefährtin den Parcours. „Wir waren mit ihm schon als Junge hier“, verriet der Rentner, was der Sohn mit einem Lächeln quittierte. „Ich kann mich nicht mehr erinnern“, meinte er dazu. „Damals war ich bestimmt mit zehn Schlägen pro Feld“, scherzte er, um anschließend das Hütten-Hindernis in nur zwei Schlägen zu beenden und frisch motiviert weiterzumachen. „Jetzt geht’s los“, lautete seine optimistische Ansage.