„Der Bürger da draußen ist schon viel weiter“

Zur Ausschusssitzung für Gebäudemanagement und Umweltschutz der Stadt Kevelaer schreibt KB-Leser Uwe Richter:

Ist Klimaschutz eine Zumutung für uns? Am Ende einer aufgeladenen Debatte hat sich eine Mehrheit im Ausschuss auf eine salomonische Formulierung geeinigt und so den Klimaschutz in Kevelaer aufgewertet – gut so. Aber warum so weich, warum eine so unverbindliche Formulierung?

Die Argumente der CDU und der SPD lassen mich daran zweifeln, dass die Ratsmitglieder dem Klimaschutz wirklich den ersten Rang einräumen werden. Konkret frage ich mich dies bei folgenden Aussagen (aus dem Gedächtnis zitiert): Maßnahmen in Kevelaer haben nur eine verschwindend geringe Auswirkung auf das Klima. Wenn wir die Menschen überfordern, kann es zu Unruhen kommen. Wir dürfen nicht mit der Peitsche hinter den Bürgern stehen.

Offensichtlich dominiert hier die Angst, Macht und Wähler zu verlieren. Bei mir erzielt das die gegenteilige Wirkung. Ich brauche keine Politiker, die zwar den Klimawandel anerkennen, aber keinen Mut haben, ernsthaft und entschlossen zu handeln.

Der Bürger da draußen ist schon viel weiter und sehr viele Menschen wollen mehr Klimaschutz. Es wäre hilfreich, wenn die Politik uns Bürgern dabei hilft, unser Leben entsprechend umzustellen.

Dazu müssen die Politiker allerdings vorausdenken und nicht hinterherlaufen. Ohne weitere breite Diskussionen und natürlich dem Druck von der Straße wird es wohl allenfalls minimale Fortschritte geben, sowohl in Kevelaer als auch im Bund – und das bezeichne ich als Symbolpolitik.

Ich hoffe, dass diese Debatte uns noch länger beschäftigt und dass sie von den Beteiligten mit Respekt vor dem Anderen geführt wird! „Tragen wir gemeinsam die Verantwortung für einander und für den ganzen Planeten.“ (Papst Franziskus)