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Laternen, Martinsspiel und singende Kinder

In Kervenheim wurde mit einem St. Martinszug der Geschichte des Samariter-Soldaten gedacht. Angeführt von St. Martin hoch zu Ross, zog der Tross von der Kervenheimer Grundschule aus mit vielen bunten Lampen und zahlreich singenden Kindern durch die Ortschaft.

Nach dem kurzen Martinsspiel am Feuer, das die Geschichte des Mannes nochmal sichtbar werden ließ, erfolgte wie immer die Ausgabe der Martinstüten an die Kinder an der Grundschule – und der gemütliche Ausklang für die Erwachsenen am Feuer bei Glühwein, Schmörkes und Grünkohl.

Foto: privat

Engagement für die Kevelaerer Kinder

„Kinder in die Vereine zu bekommen und Werbung für die Vereine zu machen“ – das sei das Ziel der neuen Broschüre, die die Bürgerstiftung „Seid einig“ und das Jugendamt gemeinsam entworfen haben, erklärt Stefan Jansen von „Seid einig“. Die Vereine aus Kevelaer und den Ortschaften stellen sich in der Broschüre vor – in kindgerechter Sprache. Von Sportvereinen über Musikinstitutionen bis hin zur Landjugend bietet das Heft eine breite Übersicht über die Vereine, die sich auf Nachfrage der Initiatoren zurückgemeldet haben. Die Kommunikation mit den Vereinen lief sehr gut, sagt Ruth Trötschkes vom Jugendamt Kevelaer. Jetzt werden die Broschüren in den St. Martinstüten verteilt.

Die Idee der Verteilung durch die St. Martinstüten kam Stefan Jansen, als er bei seinen Proben des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr im Feuerwehrhaus die Tüten dort stehen sah. Natürlich werden die Broschüren auch in verschiedenen Einrichtungen ausgelegt, es sollte jedoch eine flächendeckende Verteilung stattfinden.

Eine vielversprechende Lösung

Eine Verteilung über die Schulen habe man für weniger erfolgversprechend gehalten, erzählt Jansen, da erfahrungsgemäß in der Schule verteilte Schriftstücke gerne einmal untergehen und den Weg zu den Eltern gar nicht erst finden. Bei der St. Martinstüte sei das anders. „Die St. Martinstüte wird wahrscheinlich nach dem Zug bei jedem zu Hause ausgepackt“, meint Jansen. So gelange die Broschüre dann hoffentlich auch in die Hände der Eltern, die dann bei Bedarf gemeinsam mit den Kindern stöbern können.

Stefan Jansen, Ruth Trötschkes und Edmund Bercker, der nach zehn Jahren sein Amt als Vorsitzender der Stiftung zum Ende des Jahres aufgeben wird, betonen außerdem, dass es ihnen wichtig gewesen sei, die Broschüre werbefrei zu gestalten. Es gehe einzig und allein um die Vereine. Man sei natürlich „dankbar, wenn sich die ein oder andere Firma oder Privatperson finden würde, die das unterstützen möchte“, fügt Jansen hinzu. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Kinder des ersten bis sechsten Schuljahres.

Kicken für den guten Zweck

Auch in diesem Jahr heißt es in der Dreifachturnhalle am Schulzentrum auf der Hüls wieder „Kicken für den guten Zweck“. Denn am Donnerstag, 31. Oktober 2019, ab 17 Uhr startet das traditionelle Hallenfußballturnier zugunsten des Kevelaerer St. Martinszugs. Bereits seit fast 25 Jahren kämpfen Mannschaften aus Kevelaerer Unternehmen und Vereinen um den begehrten Wanderpokal und unterstützen damit die Finanzierung des St. Martinszugs und der Martinstüten für die Kevelaerer Kinder.

„In diesem Jahr konnten wir bislang 13 Mannschaften für eine Teilnahme an unserem Turnier gewinnen“, freut sich Bernd Pool, Präsident des St. Martinskomitees in Kevelaer. „Das zeigt uns, dass das Turnier auch bei den Kevelaerer Unternehmen und Vereinen zu einem festen Termin geworden ist.“ Die teilnehmenden Mannschaften der Firmen ABS Safety, Brocks, Formex, Küche life, Nacke Logistik, Sparkasse Kevelaer, Timo Pastoors Immobilien, TipTop Autopflege, Walther Faltsysteme und des Marienhospitals Kevelaer sowie vom KSV, von Lehrern der Kevelaerer Schulen und der Stadtverwaltung kämpfen nicht nur um den begehrten Wanderpokal, sondern auch um einen Sonderpreis der Volksbank an der Niers im Wert von 150 Euro für einen geselligen Mannschaftsabend. Er geht an die Mannschaft mit der größten Fangemeinde vor Ort.

Karten auch an der Abendkasse erhältlich

„Wir hoffen, dass auch die Zuschauer wieder in großen Scharen in die Dreifachturnhalle strömen und nicht nur ihre Mannschaft, sondern mit dem Eintrittspreis und dem Verzehr vor Ort auch den St. Martinszug unterstützen“, sagt Pool. Karten für das Turnier werden von den Schülern der Kevelaerer Schulen in den Nachbarschaften verkauft. Sie kosten 1,50 Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder. Zusätzlich sind sie im Service-Center der Stadt erhältlich. Auch die Spendensammler der Nachbarschaften sind auf Bitten des St. Martinskomitees Kevelaer unterwegs. Außerdem wird es eine Abendkasse geben.

„Als St. Martinskomitee freuen wir uns über jede Spende, jeden Kartenverkauf und jeden, der beim Turnier das eine oder andere Kaltgetränk oder Würstchen verzehrt. Denn auch in diesem Jahr wollen wir wieder mehr als 2.000 Kinder mit einer Martinstüte erfreuen. Die Einnahmen aus dem Hallenfußballturnier und die Spenden sind dabei unsere entscheidende Finanzierungsquelle, um jedem Kind eine Martinstüte zu sichern, denn öffentliche Gelder stehen für den St. Martinszug nicht zur Verfügung. Für die Unterstützung durch den Betriebshof der Wallfahrtsstadt Kevelaer, der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei sind wir sehr dankbar“, erläutert Bernd Pool abschließend.

Für das leibliche Wohl der Zuschauer ist mit Kaltgetränken, Pöfferkes und Würstchen bestens gesorgt. Auch die Erlöse aus den Verkäufen kommen dem St. Martinszug zugute. Dabei sein lohnt sich also am 31. Oktober 2019 ab 17 Uhr in der Dreifachturnhalle auf der Hüls.

Alle Informationen finden Interessierte auch hier.

Es wurde geteilt

Paula Lohmann und Luna Mischke aus der 3b der Grundschule in Winnekendonk verkauften mit ihren Vätern zu St. Martin Kakao und Kinderpunsch auf dem Schulhof. Die beiden Mädels spendeten nun den gesamten Erlös an die Waisenkinder aus den Kinderdörfern in Kilolo und Kitwiru.

Schon Paulas Opa war in den beiden, vom Gelderner Verein Amani gebauten, Kinderdörfern in Tansania tätig.

Den Kindern in nichts nachstehen wollte Firma Lohmann, entschied in diesem Jahr auf Weihnachtsanzeigen und Grüße zu verzichten und überreichte dafür einen Scheck an Marlies Deutskens von Amani Kinderdorf e.V. .

St. Martin ritt durch Schravelen

Es war ein süßer Anblick, der sich den Teilnehmern des Martinzuges an der Pforte des Kindergartens bot. Kleine, große, in Herzensform gebastelte Laternen wiesen den kleinen Marienkäfern den Weg des Zuges durch den kleinen Ortsteil.

“Natürlich haben wir die Lieder eingeübt, nach 30 Jahren hat man ja Routine” , lachte die Leiterin Beate Kaus. Dabei gäben die Erzieherinnen nie vor, wie welche Laterne auzusehen habe. Das erkläre die unterschiedlichen Arten und Formen.

“Die kleinen Marienkäfer sind aus Flüssigseifen-Behälter erstellt”, zeigte sie auf ein paar der Exemplare, die die Kinder vor ihr trugen. Bei der einen Laterne habe man auf dem Papier erst Wachstropfen, dann Farbe und wieder Wachs genommen und so die schönen Farbtupfer erzeugt, plauderte sie ein bisschen aus dem Nähkästchen.

An der Spitze des Zuges durfte auf dem Schimmel zum zweiten Mal Johannes Grevers reiten, was ihm sichtlich Spaß machte: “Man hat mich damals gefragt, ob ich das machen will.” Eine Nachbarin hatte ihn angesprochen, weil sie wusste: der macht sowas gerne.

Entlang der kleinen Siedlung waren die Häuser geschmückt mit LED-Lampen und Lichterkettenn. Nachbarn hatten Kinderpunsch und Dampfnudeln für die Kleinen zubereitet. “Jahr für Jahr stehen wir hier. Und das Event wird immer größer”, so eine Anwohnerin.

Auch der “arme Mann” fand sich schnell, der von dem “Heiligen Martin” die Hälfte des Mantels erhielt, auch wenn es an diesem Abend nicht ganz so kalt schien. Die Kinder wurden von ihren Eltern begleitet, bei denen der Tenor einhellig war: “Dass man teilt”, sei einfach eine wichtige Grundeigenschaft, und das lerne man mit über die Martinsgeschichte.

Am Ende konnten sich die kleinen Jungen und Mädchen nach dem zügigen Marsch durch Schravelen noch auf etwas Besonderes freuen. Im Sportraum der Kindertagesstätte kamen sie dem St. Martin ganz nah.

“Ich freue mich jedesmal, wenn ich zu euch komme, und bedanke mich sehr für euren Gesang. Habt ihr das mit Mama ud Papa gemacht”, fragte er die Kinder. “Nein, alle zusammen!”, riefen diese spontan aus. Gemeinsam stimmten sie das Martinslied an, bevor der Heilige Mann jedem Kinder ein Stück des großen Weckmanns reichte.

Danach ging es zu den Eltern in den großen Versammlungsraum, wo sich der Martin  verabschiedete und alle gemeinsam nochmal für ihn “sein Lied” anstimmten.

Nach dem Zug begrüßte der Heilige Mann die Kinder persönlich.