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Filmprojekt zur Landpartie

Der Fotograf und Filmemacher Gerhard Seybert ist in diesen Tagen als rasender Reporter in Sachen Landpartie am Niederrhein unterwegs. Er besucht aktuell mit seiner Filmkamera die 24 Ausstellungsorte der diesjährigen „Etwas anderen Landpartie am Niederrhein“, die ab dem 13. Juni 2020 einen ganzen Sommer lang zu einer Radtour zu Kunst, Kunsthandwerk und Kreativem in und um Kevelaer einlädt (das KB berichtete).

Möglich wird dieses bereichernde Film-Projekt übrigens dank einer großzügigen Spende des Fonds „Energie für Kevelaer“ und mit zusätzlicher Unterstützung durch den Verein Natur und Kultur im Achterhoek e.V.. Das Kunst- und Kreativnetzwerk „wirKsam e.V.“ freut sich über die spontane Unterstützung für die Projektidee zur Landpartie am Niederrhein. Wolfgang Toonen von den Stadtwerken Kevelaer berichtet: „Die Mitglieder der Auswahlkommission waren sofort begeistert von der Idee zu den Filmen. Wir freuen uns, auf diese Art Künstler und Kulturschaffende in unserer Stadt zu unterstützen. Sie bereichern unseren Alltag mit ihrer vielfältigen Schaffenskraft.“

Energie für Kevelaer

Der Fonds „Energie für Kevelaer“ unterstützt in jedem Jahr eine große Anzahl unterschiedlicher Projekte von Vereinen in Kevelaer. Er wird gespeist von der NiersEnergie GmbH, den Stadtwerken Kevelaer, der Bürgerwind Kevelaer GmbH & Co KG und der Bürgerenergie Schwarzbruch-Nord GmbH & Co KG.

Gerhard Seybert hält mit dem Filmprojekt einige der persönlichen Einblicke fest, die den Landpartie-Gästen in diesem Jahr auf Grund der Corona-Schutzmaßnahmen größtenteils verwehrt bleiben. „Mir werden die zahlreichen schönen Gespräche in Erinnerung bleiben und die tollen Menschen, die ich bei meiner Arbeit für die Landpartie kennenlernen durfte,“ berichtet der Filmemacher, der es mit seiner ruhigen, professionellen Art gut verstand, den Akteuren Sicherheit und ein gutes Gefühl zu geben.

Aus den Mengen gesammelten Filmmaterials schneidet Seybert nun kurze Werkstatt- und Künstlerportraits und persönliche Grußbotschaften an die Landpartie-Radelnden. Die Filme werden ab dem 13. Juni 2020 über QR-Codes auf den Infoschildern an allen 24 Ausstellungsorten und direkt über die Internetseite www.landpartie-niederrhein.de abrufbar sein. Die stimmungsvollen bewegten Bilder bereichern die Landpartie-Radtour. Denn an den Ausstellungsorten selbst gestaltet sich die Sichtbarkeit der künstlerischen Arbeiten und die Zugänglichkeit in diesem Jahr natürlich ganz unterschiedlich – von der Hütte mit zahlreichen Infos, über dekorierte Fenster, Schaufenster und Vorgärten bis hin zu zugänglichen Höfen und Werkstätten.

Die vielen verschiedenen Ausstellungsorte haben in diesen besonderen Tagen ganz unterschiedliche Möglichkeiten, den Landpartie-Gästen ihre Arbeiten zu präsentieren. Natürlich ist so das Landpartie-Erlebnis ein anderes als in den ersten vier Jahren.

Wenn die bunten Fahnen wehen

Überall gilt jedoch: Wenn die bunte Landpartie-Fahne draußen weht, freuen sich die GastgeberInnen auf einen spontanen Besuch – unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Ein Mund-Nase-Schutz sollte also unbedingt zum Reisegepäck gehören.

Darüber hinaus kann man einige der Ateliers und Werkstätten auch nach persönlicher Terminvereinbarung besuchen. „Erst eine schöne Radtour genießen und Eindrücke sammeln – dabei die Filmchen an jedem Ort ansehen. Und dann bei den Künstlern, die einen besonders interessieren, einen Termin für einen der Folgetage vereinbaren“, empfiehlt Anne van Rennings vom Landpartie-Team. Die Kontakt-Infos gibt es auf den Schildern an den Ausstellungsorten, über eine interaktive Karte im Netz und auf der beliebten Landpartie-Karte. Diese gedruckte Karte wird dank der Unterstützung der Volksbank an der Niers auch in diesem Jahr überall kostenlos verfügbar sein.

Die Weitsicht in frühen Jahren zahlt sich jetzt aus

Mit sieben Gleichgesinnten gründete Werner Neumann 1975 die Bunte Vogelwelt Twisteden. Wie dramatisch sich die Welt der flatternden Fluggesellen einmal verändern sollte, ahnte da noch niemand. „Dass dieses Thema mal so hochaktuell sein würde, hätten wir damals niemals für möglich gehalten“, versichert der Mitbegründer des Vereins.

Doch auch schon in den 1970er Jahren nahm man es mit dem Schutz der artenreichen Vogelwelt sehr ernst. Mit sensiblem Fingerspitzengefühl hatten die Gründungsmitglieder einen gewissen Weitblick in Sachen Naturerhaltung. „Allerdings haben wir bis vor 15 Jahren auch nicht daran gedacht, dass Klimawandel, Umweltschutz und Artensterben uns mal dermaßen beschäftigen würde“, resümieren Vater und Sohn Neumann.

Andreas Neumann leitet als Vorsitzender seit 15 Jahren die Geschicke des Vereins. Was aber der Vogelverein damals schon einleitete, erweist sich heute als dankbare Weitsicht. Anfang der 1980er Jahre wandelte der Verein eine ehemalige Kiesgrube, die in den 1960er Jahren als Müllkippe genutzt wurde, in ein Vogelschutzgebiet um.

Das zehn Hektar große Gebiet stellt bis heute die Stadt Kevelaer zur Verfügung. „Eigentlich sollte dieses Gebiet für einen anderen Zweck genutzt werden“, weiß Werner Neumann zu berichten. Er kann sich nur zu gut daran erinnern, dass einige Maßnahmen ohne Genehmigung durchgeführt wurden. „Hätten wir darauf gewartet, wäre lange nix passiert“, gibt das Gründungsmitglied zu. Er handelte nach der Devise: „Machen ist besser als reden.“

Gemeinsam mit dem 1982 gegründeten Natur-und Heimatverein Twisteden-Kleinkevelaer zog man dort zusätzlich Betonwände hoch, damit sich die Uferschwalben einnisten konnte. 1987 erhielten sie für die Umwandlung des Gebietes den Umweltpreis des Landes NRW. Heute bietet das am Ortsrand gelegene Schutzgebiet zahlreichen Vogelarten, darunter Stieglitzen, Meisen, Dompfaffen, oder Fasanen sowie Insekten und Pflanzen, unberührten Lebensraum. Umliegende Baumschulen stifteten zu der Zeit 20.000 Bäume und Sträucher.

Erst vor kurzem errichtete die Bunte Vogelwelt dort ein Storchennest. Bewohnt wird es noch nicht. „Wir warten das aber mit aller Ruhe ab“, sagt Andreas Neumann, der gerade an diesem Areal der Natur Zeit und Raum geben möchte. Die jüngsten Aktivitäten des Vogelvereins aber stoßen auf reges Interesse ihrer zukünftigen Bewohner. Auch über die Grenzen Twistedens hinaus. „Wir haben im Verein, unter Mithilfe des Twistedener Jugendraumes, in diesem Jahr 200 Nistkästen angefertigt“, erklärt der Vorsitzende.

100 Nistkästen seien direkt an den Bauhof der Stadt Kevelaer gegangen, die diese zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aufgehängt haben. „Die restlichen haben wir im Ort verteilt aufgehängt“, führt Neumann weiter aus. Erstaunt zeigen sich die 30 Mitglieder des Vogelvereins, dass ihre bezugsfertigen Baumhäuschen sehr gut von Vogelpärchen zur Gründung einer eigenen Familie genutzt werden. „Mittlerweile sind wohl Zweidrittel der Nistkästen besetzt“, berichten die engagierten Vogelschützer. Ein nicht zu verachtender Erfolg. Besonders wenn man auf diese Weise dem Eichenprozessspinner auf natürlichem Wege zu Leibe rücken kann.

Seit Jahrzehnten schon gehen vom Verein ehrenamtliche Schutz-Aktionen aus. Sei es in der Baumpflege oder bei Müllsammelaktion. Auch die Pflege eines etwa drei Morgen großen Naturbiotops gehört dazu. Gepachtet wurde dieses vom Natur-und Heimatverein Twisteden-Kleinkevelaer. „Wir vom Vogelverein haben uns bereit erklärt, dieses zu pflegen und zu bewässern“, erklärt der Vorsitzende.

1.500 Pflanzen, darunter Eberesche, Hagebutte, Sanddorn und Holunder, wurden hier erst jüngst angepflanzt. Alles Beerensträucher die später zur Nahrung der Vögel dienen. „Wir hoffen darauf, dadurch noch mehr Vögel anzulocken“, sagt der Vogelliebhaber. Er hofft ebenso darauf, sich bald wieder ganz normal mit seinen Vereinsmitgliedern im vor zehn Jahren errichteten Domizil am Minigolfpaltz zu treffen. Bis zur Coronakrise trafen sich die Vogelliebhaber im Vereinshaus zu Fachgesprächen, zum Planen von Vogelschutzaktionen oder dem Anfertigen von besagten Nistkästen und Futterhäuschen.

Denn gefüttert werden solle das ganze Jahr. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es sinnvoll ist, Vögel das ganze Jahr über zu füttern“, erklärt Andreas Neumann. Denn Nahrung werde auch für die Vögel immer knapper. Insektensterben, gedüngte und bis zu drei Mal im Jahr abgemähte Felder oder fehlende Wildblumen nehmen den Luftakrobaten jede Nahrungsgrundlage. Um eine gute Versorgung zu garantieren, spendet der Verein Bunte Vogelwelt jährlich bis zu 4.000 Meisenknödel, die er den Twistedener Bürgern zur Verfügung stellt.

Glaube an die Bunte Vogelwelt

Eine Geste die gerne angenommen wird. Wie in jedem Verein, plagt auch der Bunten Vogelwelt Twisteden, die Sorge um den Nachwuchs. Dennoch glaubt der erste Vorsitzende nicht daran, dass dieser Verein aussterben wird. „Vielleicht geht ja aktuell ein Ruck durch die Menschen“, betont Andreas Neumann, „ich glaube die Bunte Vogelwelt wird weiterhin Bestand haben und noch lange leben.“

Blumige Aktion für Hummel, Biene und Co.

Wohl kaum ein Thema hat im vergangenen Jahr die Gemüter so sehr erhitzt wie der Klimawandel und deren Folgen für Mensch und Tier. Fast scheint es so, als habe das Coronavirus die Klimaveränderung in den Hintergrund gedrängt. Das aber wäre fatal.

Mit oder ohne Corona schreiten der Klimawandel und damit das Artensterben unaufhaltsam voran. Dem Umweltschutz verschrieben, und das seit mehr als 40 Jahren, hat sich der Natur- und Heimatverein Twisteden-Kleinkevelaer. „Ich glaube, dass die Menschen sich bewegen und auch etwas ändern wollen“, sagte Werner Neumann, erster Vorsitzender des 1981 gegründeten Natur- und Heimatvereins Twisteden-Kleinkevelaer e.V., im vergangenen Sommer und rief damit eine pfiffige Idee ins Leben. (Das KB berichtete).

Gesucht wurden Paten für eine Bienenweide, um Insekten, Bienen und Co. Nahrung zu bieten. Mit den Spenden sollten Brachflächen in überlebensnotwendige Refugien umgewandelt werden. Die Reaktionen darauf waren selbst für den Vorsitzenden und Kämpfer in Sachen Naturschutz überwältigend.

„Bis Weihnachten vergangenen Jahres hatten wir über hundert Patenschaften und großzügige Spenden für unser Vorhaben“, erklärt Neumann freudestrahlend. Doch damit nicht genug. Twistedener Landwirte und im Ort ansässige Gärtner stellten brach liegende Flächen zur Verfügung, um am Projekt mitzuwirken. „Dafür möchten wir uns, auch im Namen des Natur- und Heimatvereins Twisteden-Kleinkevelaer, einfach mal herzlichst bedanken“, betonen Werner Neumann und Doris Mierzwa, 2. Vorsitzende des Vereins, mit bewegten Worten.

Im April dieses Jahres bearbeitete Landwirt Theo Heuvens an acht Stellen insgesamt 35.000 Quadratmeter Feldflächen. Anschließend säte er hier das spezielle Wildblumensaatgut aus. Für die Wildblumenmischung stand der Leiter des Betriebshofs der Stadt Kevelaer, Johannes Baaken, beratend zur Seite. „Jetzt hoffen wir auf den dringend benötigten Regen“, sagt Neumann mit flehendem Blick zum Himmel.

Schließlich sollen Hummeln, Bienen, Hornissen und alle anderen Artgenossen schon bald auf Schafgabe, Löwenzahn und Co. fliegen und sich daran laben können.

Sicherlich kann der Natur- und Heimatverein mit dieser Aktion nicht die Welt retten. Das weiß auch der Vorsitzende des Vereins. Doch jede noch so kleine Maßnahme trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Und darauf kommt es den Verantwortlichen an.

Waldbrandgefahr im Frühjahr beachten

Die Waldbrände der vergangenen Tage bei Gummersbach und im Naturschutzgebiet de Meinweg in den Niederlanden haben bereits gezeigt, welche Gefahren die Trockenheit für den Wald birgt. Bereits eine weggeworfene Zigarette oder ein unachtsam geparktes Auto können einen Großbrand auslösen. Aufgrund der derzeitigen Kontaktbeschränkungen bietet sich der Wald für viele Menschen als Ausflugsziel an. Die hohen Waldbesucherzahlen bedeuten gleichzeitig ein erhöhtes Waldbrandrisiko. Das Regionalforstamt Niederrhein hat eine Übersicht zusammengestellt, an welche Regeln Waldbesucher sich zur Minimierung des Waldbrandrisikos halten sollten:

1) Einhalten des gesetzlichen Rauchverbots (1. März bis 31. Oktober; 2) Kein Feuer / Grillen im und am Wald (100 Meter Mindestabstand); 3) Freihalten der Waldzufahrten für die Feuerwehr; 4) PKW nicht im hohen Gras abstellen, da die Abwärme des Fahrzeugs ausreicht, um das darunter liegende Gras in Brand zu setzen; 5) Keine Zigaretten aus dem Fahrzeug werfen.

Waldboden und Laub sind ausgetrocknet

Zum Teil könne trotz gleicher Witterungsbedingungen die Waldbrandgefahr lokal unterschiedlich ausgeprägt sein, teilt das Regionalforstamt Niederrhein mit. Die Brandanfälligkeit von Wäldern hänge zudem davon ab, was unter den Bäumen steht. Hohes Gras wachse dort, wo Licht an den Waldboden kommt. Das sei vor allem der Fall, wenn durch vergangene Stürme zahlreiche Bäume im Wald umgeworfen wurden oder auf freien Flächen, wo viele neue Bäume gepflanzt wurden. Meist entstünden Waldbrände als Bodenfeuer. Da jetzt im Frühjahr die Sonne fast ungehindert durch die noch recht wenig belaubten Bäume auf den Waldboden scheinen kann, könnten sich trockene Pflanzen, Gräser oder auch Laub besonders leicht entflammen. „Das frische Frühjahrsgrün der Bäume und Sträucher täuscht über die derzeitige Waldbrandgefahr hinweg. Der obere Waldboden sowie darauf liegende Äste und Laub sind völlig ausgetrocknet,“ erklärt Falk Stefan, Mitarbeiter im Regionalforstamt Niederrhein.

Die hohe Zahl der Waldbesucher in Nordrhein-Westfalen könne beim Thema Waldbrand aber gleichzeitig auch von Vorteil sein, sagen die Experten. Denn durch die vielen Waldbesucher  würden die meisten Brände entdeckt. Daher bittet das Regionalforstamt Niederrhein, wenn es zu einem Brand kommen sollte: 1) Löschen Sie kleine Entstehungsbrände, wenn es Ihnen gefahrlos möglich ist; 2) Melden Sie Brände über Tel. 112 (dies gilt auch für gelöschte Brände, um ein Wiederentfachen zu vermeiden); 3) Verlassen Sie den Gefahrenort auf kürzestem Wege.

Eine Blütenpracht neben der Basilika

Man muss nicht nach Bonn oder Japan reisen, um die Kirschbaumblüte bewundern zu können. Zwei prächtige Spanische Kirschbäume verzaubern mit ihrer üppigen Blütenpracht die östliche Seite der Marienbasilika.

Gestiftet wurden diese von Adele Aengenheyster. Und nicht nur Enkeltochter Birgit Aengenheyster erfreut sich bei jedem Blick und Gang aus der Haustür des rosafarbenen Blütentraumes. Jeder Besucher, der vom Basilikaparkplatz kommt, erlebte in den vergangenen Tagen diesen Anblick und so manche Kamera hielt den Augenblick fest.

Gestiftet wurden die Bäume damals, „da der Vorgängerbaum wegen einer Baumkrankheit gefällt wurde“, berichtet Birgit Aengenheyster. „Ein großer Blumenkübel, der von meinen Eltern Heinz und Marlene Aengenheyster gespendet wurde, steht jetzt im Innenhof des Priesterhauses, weil die Blumen nachts regelmäßig Opfer von alkoholisierten Menschen wurden. Dann kamen die beiden Bäume. Hoffentlich dürfen sie den Umbau Johannes-Stalenus-Platz überleben.“

Sie sagten dem Müll den Kampf an

Es waren ein Dutzend junge Leute, die an diesem Mittag auf dem Parkplatz des DJK Twisteden zusammenkamen, um beim Müllsammeln anzupacken. Peter Davies-Garner und Hans-Gerd Willems verteilten Müllsäcke, Handschuhe, Signalwesten und drei Greifer, die der Gruppe für die Aktion zur Verfügung standen. „Es ist wichtig, den Kindern zu zeigen, dass jeder dafür zuständig ist, dass Twisteden schön bleibt“, sagte Davies-Garner, der zusammen mit Willems sowie Karen und Kay Fritz die Jugend bei ihrem Vorhaben unterstützte.

„Ich bin gerne mit dabei“, meinte der zwölfjährige Peter. Auch der 14-jährige Benedikt freute sich auf die bevorstehende Aufgabe: „Weil es eine Messdieneraktion ist, bei der es wichtig ist, zusammenzuhalten.“ Regelmäßig gestalte man mit den Messdienern von St. Quirinus Aktionen, erinnerte Willems auch an den „Schöpfungstag“, an dem man 2019 ein Insektenhotel auf der Wiese am Friedhof angelegt habe. Fürs nächste Jahr sei der Bau eines Vogelhäuschens angesagt. 

Alle packten fleißig mit an.

Die Müllsammlung war die erste dieser Art. „An dem großen Sammeltag am 21. März in Kevelaer können wir nicht dabei sein, deshalb sind wir heute unterwegs“, ergänzte Kay Fritz. „Entlang der Straße sieht es scheußlich aus, was da allein schon gedankenlos hingeworfen wird.“  Rund um den Fußballplatz und in den Straßen in der Nähe suchten drei Kinder mit Karen Fritz zusammen nach Sammelbarem.  Merrit, Amelie und Elisa fanden im Gebüsch nahe des Parkplatzes Zigaretten und Pfanddosen. „Hier liegt noch eine Dose“, warf Elisa das Fundstück in die Tüte.

Plastik, Kaffeebecher und Flaschen

Hans-Gerd Willems staunte ob der Ausbeute, die er entlang der Straße Richtung Holland auf Höhe des Tennisplatzes zusammen mit Tore, Benedikt und Sören verzeichnen konnte. „Ein paar Kleingläser Korn, ganz viel Plastik, Kaffeebecher to go, Flaschen und Zigarettenkippen“, zählte er auf und vergegenwärtigte sich in dem Moment, dass „eine Kippe 50 Liter Wasser verseucht.“

Im Gestrüpp nahe der Straße bahnten sich Peter Davies-Garner, sein Sohn und dessen bester Freund den Weg. „Folienersatz, Flaschen, Dosen und Schokopapier“ konnten sie finden. Für die größte Überraschung sorgte ein paar Meter weiter ein Sammelsurium von kreuz und quer übereinanderliegenden Hölzer auf dem Erdboden. „Das sieht so aus, als hätte jemand hier eine Hütte gebaut“, zeigte sich Davies-Garner erstaunt. „Das können wir nicht entsorgen. Da  müssen wir wohl den Bauhof informieren.“

„Mein Vorgarten soll bunter werden“

Naturschützern und Imkern jagt Schotter kalte Schauern den Rücken runter: Auch in Kevelaer nimmt die Zahl der Steingärten weiter zu. Mit der Aktion „Mein Vorgarten soll bunter werden“ wollen die Wallfahrtsstadt Kevelaer und der Imkerverein für Kevelaer und Umgebung e.V. nun gemeinsam gegensteuern.

„Wir bemühen uns um eine insektenfreundlichere Ausrichtung unserer Stadt“, geben die Kevelaerer Klimaschutzmanagerin Dr. Nina Jordan und Jürgen Kulcke vom Imkerverein die Marschrichtung vor. Erreichen wollen sie dies nicht etwa mit Verboten, wie in anderen Städten, sondern mit Wettbewerben, die naturnahe Vorgärten belohnen. Sie seien „bestrebt, die Anzahl der Gärten aus Stein und Schotter zu reduzieren und sie in blühende, aber pflegeleichte Anlagen umzuwandeln.“

Wer seinen bestehenden Schotter- oder Steingarten in einen naturnahen Vorgarten umwandeln möchte, kann Bilder vom aktuellen Zustand einsenden und einen von drei Preisen gewinnen. Es winken als 1. Preis ein „fachmännisch geplanter und angelegter neuer insektenfreundlicher Vorgarten“, als 2. Preis „Pflanzgutscheine für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen inkl. Beratung für den eigenen Vorgarten im Wert von 100,-€“ und als 3. Preis „Pflanzgutscheine für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen im Wert von 50,-€“.

Wer sich bereits Gedanken gemacht hat und seinen Garten bereits naturnah angelegt hat, solle aber nihct leer ausgehen, haben die Klimaschutzmanagerin und der Imker beschlossen. An einem zweiten Wettbewerb können deshalb auch diese „Beispielgeber“ teilnehmen. Für naturnahe Gärten sind ebenfalls drei Preis ausgelobt: 1. Preis ist „eine Familiendauerkarte für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort“, 2. Preis ist „eine Einzeldauerkarte für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort“, 3. Preis „Kaffee und Kuchen für zwei Personen im Bauerncafé Binnenheide“. Die Wettbewerbe wurden durch die Unterstützung der Sponsoren Gartenbau Steegmann, Gartencventer Breuer, Gasa Group und Bauernhofcafé Binnenheide möglich.

Die Teilnahmebedingungen und Teilnahmeunterlagen für beide Wettbewerbe werden in der kommenden Woche im Internet veröffentlicht. Auskunft erteilt die Klimaschutzbeauftragte der Walldfahrtsstadt Kevelaer, Dr. Nina Jordan (Telefon: 0 28 32 – 12 27 40 oder Email: nina.jordan@kevelaer.de).

Stadt und Imkerverein belassen es aber nicht allein beim Wettbewerb, sondern wollen in der kommenden Woche in einem Flyer, der zur Teilnahme an den beiden Wettbewerben aufruft, den Interessenten auch die Vorteile einer naturnahen Gartengestaltung und Argumentationshilfen für eine Umgestaltung an die Hand geben. So heißt es in dem Flyer etwa, dass Naturmaterial viel günstiger sei als Fremdmaterial, die Baustoffe stammten aus der Region und seien nachwachsend, es müssten keine umweltschädlichen Hilfsmittel wie verbotenes Gift oder Flämmgeräte zum einsatz kommen, Kleintiere und Insekten fänden Lebensraum und Nahrung, die Fläche sorge für Kühlung, Filterwirkung und Sauerstoffbildung, fördere das natürliche Bodenleben und schließlich könne Wasser versickern und werde durch den natürlichen Boden gefiltert.

Bunte Häuschen für die Vögel

Im Schulgarten der Gesamtschule Kevelaer-Weeze tut sich was. Lange Zeit lag das Gelände im Schatten des Hülsparkstadions brach. Dank einer Garten-AG unter der Federführung von Sonderpädagoge Matthias Brade und Sozialarbeiter Cornelius Niederholz erlebt er jetzt ein Revival. Jeden Donnerstag wird dort mit Schülern gegraben, gehämmert und gewerkelt.

Ein Bienenhotel lockt bereits die Insekten an. Jetzt haben auch die gefiederten Freunde eine neue Anflugstelle. 38 Nisthilfen nebst Vogelhausinstallation sind ab sofort im Schulgarten anzutreffen. Gebaut wurden die Häuschen im Rahmen der Aktion „Der frühe Vogel“.

„Letzten Sommer griffen 20 Sieben- und Achtklässler unserer Schule im Rahmen der Projekttage das Motto der Ausschreibung des Fachverbands der Tischler NRW sowie der Natur- und Umweltschutzakademie NRW auf“, erklärt Martina Boudewins, Didaktische Leiterin der Gesamtschule. Federführend waren dabei Techniklehrer Frank Maubach und Obermeister Heinz-Josef van Aaken. In seiner Tischlerei gingen die Jungen und Mädchen zwei Tage zu Werke.

Zuschneiden, Feilen, Schleifen und Verschrauben

„Es war eine gute Gelegenheit, den jungen Leuten den Holzbereich näher zu bringen“, sagt van Aaken. „40 Nistkästen war unser hochgestecktes Ziel. 38 Nistkästen sind es geworden.“ Das Erleben der praktischen Arbeit in Schule und Tischlerei, gepaart mit dem Wissen um aktiven Naturschutz habe die Schüler begeistert. „Schließlich ist es wichtig, dass die Schüler auch die andere Welt kennenlernen“, verweist Martina Boudewins auf den Besuch von Handwerksbetrieben. Bei van Aaken haben die Jugendlichen sowohl allein als auch im Team gearbeitet. Dabei haben sie das Zuschneiden, Feilen, Schleifen und Verschrauben von Holz sowie den abschließenden Anstrich der Werkstücke erlernt.

Leroy und Luca hat der Tag in der Tischlerei jedenfalls gut gefallen. „Wir können uns vorstellen, sowas auch beruflich zu machen“, sind sich die beiden 14-Jährigen einig. Für Heinz-Josef van Aaken ein Beweis, dass er mit der Aktion richtig liegt: „Generell sind doch momentan viele Handwerksberufe auf der Suche nach Nachwuchs.“

Einen Anreiz Richtung Berufswahl soll auch die Garten-AG geben. „Bei uns geht es neben dem selbstständigen Arbeiten in der Natur auch um Durchhaltevermögen und Wetterfestigkeit“, sagt Matthias Brade.

Twistedener kritisiert „Naturfrevel“

Eigentlich genießt Kurt Walter Lau den Blick aus seinen in den oberen Stockwerken gelegenen Bürofenstern. Von hier aus kann der Unternehmer der Firma Mikro Veda GmbH (Entwicklung und Vertrieb von „Effektiven Mikroorganismen“) und Betreiber von Gut Neuenhof („Zentrum und Akademie für nachhaltiges Leben“), weit über die Felder Twistedens schauen. Hier am Rande von Twisteden, nahe der holländischen Grenze, betreibt Kurt Walter Lau, gemeinsam mit seiner Frau Gabriele Freitag-Lau, einen Öko-Grünlandbetrieb im Nebenerwerb, bietet darüber hinaus seit vielen Jahren Weiterbildungsmaßnahmen zum ökologischen Garten- und Landbau, Klima-, Natur- und Umweltschutz an.

Am 24. Oktober 2019 lassen ihn Vorgänge am Straßenrand aufhorchen, beziehungsweise genauer hinschauen, erklärt er gegenüber dem Kevelaerer Blatt. „Was ich vorerst vernommen habe, war ein Schaben und Kratzen“, beschreibt der Verlagsinhaber und Herausgeber der Zeitschrift „Natürlich Gärtnern & anders Leben“, die von außen kommenden Geräusche. Beim Hinausschauen aus seinem Bürofenster erblickt er orangefarbene Wagen mit Blinklichtern, die sich langsam am Straßenrand fortbewegen. Ein späteres Nachschauen jedoch macht den Naturliebhaber vorerst sprachlos.

„Man hat auf einer 2 x 1,6 km langen Strecke, beidseitig des Rojensweg, wertvollen Ackerrandstreifen abgeschabt, das anfallende Grün und das wertvolle Humusmaterial abgefahren und damit den Randstreifen auf Jahre hinaus zerstört“, sagt Kurt Walter Lau, der diesen Vorgang auch vier Wochen später immer noch nicht nachvollziehen kann. „Wir können nicht von den Landwirten verlangen, Ackerrandstreifen stehen zu lassen, um diese dann von anderer Stelle abtragen zu lassen“, erklärt Lau mit Nachdruck.

Irritation über den „Naturfrevel“

Eine Woche später, genauer gesagt am 1. November 2019, schreibt er einen Brief an den Bürgermeister der Stadt Kevelaer, schildert darin den Vorgang und bittet um Aufklärung. „Wir sprechen hier vom Randbereich der Ackerflächen, der ohne Einsatz von Herbiziden unbearbeitet bleibt, damit sich dort Ackerwildkräuter und Wildblumen ausbreiten können, die zum Überleben von Vögeln und Insekten wichtig sind“, betont der Gartenbaufachmann, der darauf hinweist, dass von dieser Maßnahme auch ein nicht unerheblicher Teil seines Eigentums entlang des Rojensweg/Im Kuckucksfeld betroffen ist. Im Schreiben an Dr. Dominik Pichler bekundet Kurt Walter Lau das für ihn unverständliche Vorgehen und seine Irritation über den „Naturfrevel“.

Wortwörtlich ist darin zu lesen: „Wir gehen davon aus, dass sich auch die Stadt Kevelaer dem Insekten-, Vogel- und Wildtierschutz verpflichtet fühlt, jedenfalls wird das uns Bürgern durch die erweiterte Kompetenz der ehemaligen Klimaschutzbeauftragten zur Umweltschutzbeauftragten so vermittelt, ebenso durch die Berichterstattung der örtlichen Presse über Veranstaltungen zum Insektenschutz der Stadt Kevelaer in der jüngeren Vergangenheit.“

Des Weiteren bittet Lau um Aufklärung darüber, wieso die Stadt Kevelaer so brutal gegen die Restnatur im Raum Twisteden vorgegangen ist. „Um übliche Pflegemaßnahmen aus sogenannten Verkehrssicherheitsgründen oder Regenschutzmaßnahmen, die Wege hier sind leicht abschüssig und die Landwirte für jeden Regentropfen dankbar, kann es sich hierbei nicht handeln“, vertritt der Journalist eine ganz andere Meinung als die Verwaltung und die ausführenden Stadtwerke.      

Die Antwort der Stadtwerke

Auf Nachfrage des Kevelaerer Blattes erinnerte sich Bürgermeister Dominik Pichler an die Anfrage und die Antwort der zuständigen Stadtwerke. Er bedauerte, diese Antwort versehentlich nicht an Herrn Lau weitergeleitet zu haben. Folgende Antworten gaben die Stadtwerke auf die Vorwürfe:

„Im Rahmen der Unterhaltung der Wirtschaftswege wurden in diesem Jahr die Bankette auch am Rojensweg abgetragen. Diese Maßnahme wird einmal jährlich im Bereich verschiedener Wirtschaftswege und Straßen durchgeführt. Hierbei werden die Bankette durch Abtragen von Boden so profiliert, dass Niederschlagswasser nicht mehr an der Fahrbahnkante stehen bleibt und dort Pfützen bildet. Das Niederschlagswasser wird durch Gefällebildung von der Fahrbahnkante abgeleitet und versickert am Ackerrand in der Bankette. Pfützen entlang asphaltierter Fahrbahnkanten sind, neben Überbelastung, Hauptursache für massive Wegeschäden. Die zu bearbeitenden Straßen und Wege werden jährlich nach Notwendigkeit neu festgelegt.

Im Jahr 2019 wurden rd. 21 lfd.km Bankette bearbeitet. Die Breite der Bearbeitung beträgt rd. 0,80 m. Die Flächen regenerieren sind durch natürliche Vegetation. Im nächsten Jahr sind die durchgeführten Arbeiten anhand der Vegetation nicht mehr erkennbar. Die Bankette werden regelmäßig von Fahrzeugen überfahren (Ausweichen) und durch die Mitarbeiter des Bauhofes gemäht.

Die hier bearbeiteten Bankettenstreifen entlang asphaltierter Fahrbahnen gehören zum Straßenkörper. Sie sind keine Ackerrandstreifen wie Sie von Herrn Kurt Walter Lau beschrieben werden. Das ist auch so den im Schreiben von Herrn Lau angeführten Quellen zu entnehmen. Hinsichtlich der grundstücksrechtlichen Belange ist zu sagen, dass die öffentlichen Wegeparzellen der betroffenen Straßen eine Breite von rd. 5,50 m aufweisen. Bei einer asphaltierten Breite von 3,00 m – 3,30 m verbleiben an beiden Seiten rd. 1,10 m. Somit sollten die Arbeiten ausschließlich auf öffentlichem Grundstück erfolgt sein.“

Ein kleiner Meilenstein für den NuK im Achterhoek

Matthias David vom Verein Natur und Kultur im Achterhoek freut sich, dass sie “einen kleinen, aber feinen Meilenstein passiert“ haben: „Oft haben wir uns gefragt, wie wir unsere Natur nachhaltig schützen können.

Klar ist es toll, Wildblumensaat auszubringen und damit der Insektenwelt ein wenig Erleichterung zu verschaffen und die Biodiversität zu fördern. Wir haben dafür ja sogar Land gepachtet. Aber was nutzt es langfristig, wenn man ein Areal umgestaltet, welches lediglich gepachtet ist. Geht die Pachtvereinbarung nach zehn Jahren in andere Hände, kann es passieren, dass alle Mühe vergebens war, weil der Folgepächter andere Ziele im Sinn hat.

Für uns vom NuK war klar, dass wir echte Nachhaltigkeit nur auf eigenem Land erreichen könnten. Dieses Ziel ist angesichts der Preise unter dem heutigen agrarischen Druck nur schwer zu erreichen, bzw. teuer zu bezahlen. Es sei denn, man hat Glück oder der Zufall kommt zur Hilfe.

Wir erhielten vor gut zwei Monaten einen Tipp. Ein kleines Stück Land im Herzen Achterhoeks stand zum Verkauf. Eine kleine Parzelle an den Fischteichen östlich der Wetterley an der Oetzelstraße suchte einen neuen Besitzer. Früher wurde diese Gegend „Achterhoeker Ried“ genannt und stellte ein Eldorado für Kiebitze dar. Heute ist es unterteilt und im Besitz verschiedener Menschen, die dort eine Art Schrebergärten-Dasein pflegen. Der natürliche Ursprung ist längst Vergangenheit. Nur eine einzige Parzelle dümpelt still und unauffällig in ihrer natürlichen Folgeerscheinung als Erlenbruchwäldchen vor sich hin.

Zelle wechselt Besitzer

Und genau diese Zelle sollte nun den Besitzer wechseln. Nach einer ersten Ortsbegehung stellten wir den (für uns) hohen Wert dieses Geländes fest. Hierzu ein knapper Exkurs: Jedes Gewässer ist geschaffen, um zu verlanden. So will es der Lauf der Zeit. Es entsteht und es vergeht. Geschaffen durch wilde Flüsse (als wir noch welche hatten), vergangen durch Verlandung. Ein Gewässer ist in seiner Geburt nahrungsarm, reichert sich im Laufe der Jahre an, wird dadurch produktiv und nimmt mehr und mehr Nährstoffe in sich auf. Laub und Äste wehen hinein, Blütenstaub und tote Insekten rieseln hinein und alles reichert sich an.

Mit den Jahrzehnten entwickelt sich eine Schlammschicht auf dem Grund, die so lange anwächst, bis das Gewässer verschwindet und die ersten Erlen Fuß fassen. Der Kreislauf schließt sich.

Das erwähnte Grundstück ist in seiner Entwicklung schon einen Schritt weiter. Hier haben sich nun neben den namensgebenden Erlen auch die Weiden breit gemacht. Einige von ihnen sind abgestorben und werden in naher Zukunft für viel Totholz am Boden sorgen. Blickt man sich im Achterhoek um, findet man kein vergleichbares Stück Land, in dem die Entstehungsgeschichte unserer Landschaft so gut ablesbar ist wie hier.

Wir haben es als äußerst wertvoll eingestuft, da hier die Natur seit Langem unberührt ist, obwohl drum herum die Zeit nicht stehen geblieben ist. Im letzten Jahr haben wir aus diesem Gebiet die erste Pirol-Beobachtung seit langer Zeit vermelden dürfen. Es gab für den Erwerb auch einen zweiten Interessenten. Ein Pferdebesitzer aus Duisburg suchte ein Stück Land, um es in eine Weide zu wandeln. Hätte er den Vorzug bekommen, wäre dieser Kleinstwald verloren gewesen.

Am heutigen Tag (22. November 2019, Anm. d. Red) wurden wir notariell aufgefordert, den Kaufpreis anzuweisen. Mit dieser Überweisung steht dem Wechsel des Eigentümers im Grundbuch nichts mehr im Wege. Der NuK ist von nun an erstmals Eigentümer von Grund und Boden. Und wir sind stolz wie Bolle.

Nuk ist „stolz wie Bolle“

Wer hätte vor sechs Jahren gedacht, dass wir hierzu einmal fähig sein werden. Ein guter Zeitpunkt, allen Mitglieder Danke zu sagen. Ohne die breite Unterstützung in der Bevölkerung hätten wir es nicht bis hierher gebracht.

Wie geht es weiter? Nach einigen Bedenken haben wir uns entschlossen, die Fläche für ein Öko-Punkte-Konto anzumelden. Für den reinen Erhalt – also für´s Nichtstun – bekommen wir einen Öko-Punkt pro qm. Die Summe dient zur Refinanzierung des Kaufes. So verausgaben wir unsere Kasse nicht zu sehr und haben danach wieder Luft für das nächste Projekt, das uns unter den Nägeln brennt. Was das ist … ?

Das verraten wir erst im nächsten Jahr, wenn die Weichen gestellt sind.“