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Museum zeigt die Kunst des Aquarells

Die Freude über die aktuelle Ausstellung „Das Aquarell“ im Niederrheinischen Museum Kevelaer war den Beteiligten wenige Tage vor der Eröffnung anzusehen. „Wir haben eigentlich sofort ‚ja‘ gesagt, als Herr Wans gefragt hat, ob die Ausstellung in unserem Hause stattfinden kann“, waren die Worte der Museumsleiterin Veronika Hebben. Rund 90 Aquarelle werden im Rahmen der siebten Jahresausstellung der Deutschen Aquarell Gesellschaft (DAG) präsentiert, zu dessen Mitgliedern der Kevelaerer Künstler Paul Wans gehört. „Die größte Aquarellausstellung Deutschlands“: diesen Titel darf sich das Museum damit auf die Fahne schreiben. Eintönig dürfte es bei der Betrachtung der Werke trotz der großen Anzahl sicherlich nicht werden: Es gab keinerlei thematische Vorgaben für die Künstler. Von Architektur über Abstraktion bis hin zum Stillleben und der Tierwelt zeigt sich die alte Kunst des Aquarells in ihrer Fülle.

Für die Ausstellung wurde eine freie Hängung gewählt.

Bereits vor Tausenden von Jahren haben Menschen Farbpigmente mit Wasser angerührt, im Laufe des 19. Jahrhunderts schließlich kam die Technik zu immer größerem Ansehen. Ganz so alt sind die Werke in der Kevelaerer Ausstellung allerdings nicht. Sie sind alle in den vergangenen ein bis zwei Jahren entstanden. Auch aktuellere Arbeiten finden sich wieder – so unter anderem von Ingrid Lindner, die die Corona-Pandemie thematisiert. Eine Jury hatte vorab entschieden, welche Werke es in die Ausstellung schaffen. Mit Paul Wans‘ „Westphalian Family“ ist auch Kevelaerer Kunst zu sehen.

Eine Besonderheit der aktuellen Ausstellung: Der Künstler, dessen Werk vom Publikum mittels Stimmabgabe am besten bewertet wird, erhält erstmals ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Die Besucher können während der Ausstellungsdauer über den Publikumspreis abstimmen. Der zweite und dritte Platz erhält Sachpreise. Gekürt werden die Gewinner des Publikumspreises zum Abschluss am Sonntag, 22. November – zu Beginn der geplanten Finissage um 15 Uhr im Niederrheinischen Museum (weitere Termine zur Ausstellung finden Sie rechts im grünen Kasten).

Hängung spiegelt Vielfalt

Denjenigen, die nach der Eröffnung am vergangenen Wochenende bereits einen Gang durch die Ausstellung unternehmen konnten, wird eines aufgefallen sein: Geradlinig ist anders. „Wir haben in der Hängung bewusst die Vielfalt der Motive darstellen wollen“, erklärt Veronika Hebben. Man habe sich bewusst für eine sogenannte „freie Hängung“ entschieden, um den Kontrast der Werke und zugleich den Gruppeneffekt hervorzuheben. Denn trotz der zahlreichen Einzelwerke seien alle im Stil vereint. Auch Paul Wans als erfahrener Künstler zeigte sich begeistert vom Ergebnis.

Da es sich bei der Ausstellung nicht um eine herkömmliche Verkaufsausstellung handelt, können Besucher, die an einem der Werke interessiert sind, den Kontakt zum Künstler lediglich über die DAG herstellen. Bei Fragen helfen die Verantwortlichen des Museums gerne weiter.

Termine zur Ausstellung

Samstag, 24. Oktober, 15 Uhr: Öffentliche Führung (ohne Anmeldung; 5 Euro pro Person)

Freitag, 6. November, 17 Uhr: An einigen seiner Aquarelle erläutert Paul Wans mit kurzen handwerklichen Demonstrationen die unterschiedlichen Techniken des Aquarells und geht dabei auf die wichtigsten Malutensilien ein (mit Anmeldung; 5 Euro pro Person).

Samstag, 7. November, 12 bis 17 Uhr: Workshop zum Einstieg in die Aquarellmalerei. Unter künstlerischer Anleitung können die Teilnehmenden die Aquarell-Technik für sich ausprobieren und sich von den unterschiedlichen Möglichkeiten sowie individuellen Ergebnissen überraschen lassen (mit Anmeldung; ab 14 Jahren; 25 Euro pro Person).

Donnerstag, 19. November, 15 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit anschließendem Austausch bei Kaffee und Kuchen (mit Anmeldung; 7,50 Euro pro Person)

Sonntag, 22. November, 15 Uhr: Die Gewinner des Publikumspreises werden bekanntgegeben. Außerdem wird die Künstlerin Barbara Hirsekorn  zum Abschluss der Ausstellung eine Malvorführung live präsentieren. Die Zuschauer können miterleben und auf einer Großleinwand per Direktübertragung verfolgen, wie die Künstlerin ein Aquarell entstehen lässt. Dabei wird sie die Arbeitsprozesse erläutern (mit Anmeldung; 5 Euro pro Person).

Das Aquarell fordert künstlerisches Können

Vom 18. Oktober bis 22. November zeigt das Niederrheinische Museum in Kevelaer die Ausstellung „Das Aquarell“. Es handelt sich dabei um eine Jahresausstellung der Deutschen Aquarell Gesellschaft.

Schon vor Tausenden von Jahren haben Menschen Farbpigmente mit Wasser angerührt, so die antiken Griechen, die alten Ägypter und sogar die Höhlenbewohner im französischen Lascaux. Die mittelalterlichen Miniaturen der Buchmalerei verkünden bereits den Ursprung des modernen Aquarells. Sogar eines der berühmtesten Werke der Kunstgeschichte ist ein Aquarell: Der Feldhase aus dem Jahre 1502 von Albrecht Dürer ist eines von etwa 100 Ausführungen in dieser Technik des alten Meisters. Dennoch dauerte es bis ins 19. Jahrhundert hinein, bis das meist für Skizzen und Studien verwendete Aquarell die ihm gebührende Anerkennung fand.

Das Aquarell zeugt im Vergleich zu einem Ölgemälde von Freiheit, Spontanität und Emotionen durch seine schnellere, intuitive Entstehung, die technisch nur selten Fehler verzeiht und dadurch das ganze künstlerische Können seines Urhebers fordert. Gerade in seiner Verbindung von Zeichnung und Malerei lässt es sich in jedem Genre und in jedem Stil anwenden. Ob realistisch oder expressiv, ob gegenständlich oder abstrakt, ob romantisch oder dramatisch, ob transparent oder voller tiefer gesättigter Farben – durch diesen Facettenreichtum erreicht es eine ungemeine Faszination.

Die Deutsche Aquarellgesellschaft DAG (auch German Watercolour Society e.V.) hat sich dieser Faszination verschrieben. 2012 gegründet, ist sie ein Zusammenschluss von mittlerweile über 300 Mitgliedern, der zwischen professionellen Künstlern und Aquarellanfängern keinen Unterschied macht. Die Gesellschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis für das Aquarell zu erweitern, die Verbundenheit seiner Mitglieder zu unterstützen, als Plattform zu dienen, den Kunstsinn zu pflegen und freischaffende Künstler zu fördern. Jährlich zeigt sie an diversen Orten die künstlerischen Ergebnisse ihrer sich einer besonderen Technik widmenden Mitglieder in einer jurierten Ausstellung.
So präsentiert das Niederrheinische Museum ab dem 18. Oktober 2020 die 7. Jahresausstellung der DAG (GWS) mit rund 90 Aquarellen in den unterschiedlichsten Motiven von rund 90 Künstlerinnen und Künstlern. Damit ist sie die größte Aquarellausstellung Deutschlands. Die Vielfalt der unterschiedlichen Aquarelltechniken gepaart mit den individuellen Umsetzungsmöglichkeiten aktueller Bildinhalte wird dabei im Mittelpunkt stehen.

„Alles kann Bühne sein“

Gut 90 Menschen kamen am Samstagabend zum Museumseingang, um die Performance des Kölners Holger Maik Mertin zu verfolgen. Neben Kevelaerern waren auch auswärtige Gäste gekommen. Anne van Rennings von „WirkSam e.V.“ hatte ein Jahr zuvor im „KuK-Atelier“ einen Einblick in die Kunst von Mertin erhalten. „Mal sehen, wie das im öffentlichen Raum funktioniert, mit beweglichem Publikum“, freute sie sich, „dass so viele Leute gekommen sind.“

Drei Tage lang hatte Daniel Neuys, ebenfalls Mitglied bei „WirkSam e.V.“, gemeinsam mit Mertin „Spielorte“ rund um das Museum gesucht. „Es ist nicht das erste Mal, dass wir sowas zusammen machen. Wir hatten zuletzt in der Kölner St. Gertruds-Kirche eine 24-Stunden-Performance zusammen.“ Neuys hoffte darauf, damit  auch in Kevelaer „eine Akzeptanz von Dingen zu schaffen, die jenseits des Mainstreams sind, neue Impulse zu setzen und mal was anderes als die klassische Konzert-Situation anzubieten.“ Die Idee des Ganzen sei, den Raum zu ändern. „Die ‚Bühne‘ wird aufgebrochen. Alles kann Bühne sein.“

Museumsleiterin Veronika Hebben hatte ihr Okay zu dem Projekt gegeben, weil sie auch andere Formen ans Museum heranführen wolle. „Es muss nicht nur die klassische Kunst sein. Von daher haben wir sofort gesagt, das unterstützen wir. Ich bin sehr gespannt und überrascht, wie es am Ende umgesetzt wird.“

Nackter Oberkörper und ausgebreitete Arme

Und so startete Mertin zur Überraschung aller auf dem Dach des Museums seine Performance. Minutenlang blieb er dort mit nacktem Oberkörper und ausgebreiteten Armen auf dem Dachfenster liegen, erzeugte so eine erste Spannung, wann er beginnen würde. Danach legte der Performance Künstler los, lief zwischen den Scheiben und bearbeitete mit seinen Schlägeln rhythmisch das Glas.

Im Anschluss daran kam er nach unten in die Museumsmeile, nutzte das Tor und den Boden mit speziellen „Besen“ als Instrument, warf Metallstäbe durch den Raum, verwandte die in den Gängen liegenden Türen als Klanginstrument. Er ließ Kugeln über den Boden rollen, schob einen alten Feuerwehrkarren mit Müllsäcken durch das Tor auf den Mechelner Platz, kehrte wieder zurück, nutzte das Verbindungsstück zwischen Museum und Busmannstraße als Klangwand, die er mit den Stäben bewarf und bespielte. Er ging auch in die Museums-Zwischengänge, sorgte für Lacher, als er die quietschenden Laute eines Tieres hören ließ. Und er nutzte den Anlieferungs-Aufzug, der aus dem Boden vor dem Museum hervorfuhr, um dort die Wände erklingen zu lassen.

Der Künstler erzeugte Klänge an einem Tor.

Am Ende nutzte Mertin Müllbeutel als „Instrumente“, ließ die darin gesammelten Herbstblätter auf der Fläche vor dem Museumseingang entweichen, schlug am Boden auf sie ein, warf sie dem Publikum teilweise zu und vergrub sich am Ende unter den Blättern.

Im Anschluss machte der 43-Jährige deutlich, dass das Ganze auch eine physische Komponente hat. „Ich habe eine Leistungssport-Vergangenheit. Das ist auch ein Grund, warum ich das so mache. Mit 60 wird das vielleicht nicht mehr so gehen.“ Er habe in der Hochschule für Musik und Tanz in Köln viel an der Schnittstelle zwischen beidem geforscht. „So kam die Idee, mehr und mehr die Instrumente ‚loszulassen‘, den Raum selber wie ein Tänzer auch zu bespielen und ihn zugleich als Instrument zu sehen.“

Er wolle als Klangperformer und Mover zu zeigen, „dass Räume ganz andere Komponenten haben, als das, was wir damit sonst so machen.“ Die Interaktion mit dem Publikum sei ihm sehr wichtig. „Wenn ich das mache, meine ich das ernst mit dem Raum. Ich mag den Ansatz sehr, dass wir alle Performance sind in dem Moment – ob jemand stehenbleibt, die Kugel wegstupst oder was auch immer. Das bin nicht nur ich, die Performance. Das greift alles ineinander.“ An dem Abend hatte es funktioniert.

Spaß mit Mama Muh und der Krähe

Die Geschichten um „Mama Muh und die Krähe“ sind als schwedisch-deutsche Zeichentrickserie zwischen 2009 und 2010 bekannt geworden und basieren auf den schwedischen Kinderbüchern von Tomas und Jujja Wieslander und Sven Nordqvist.
Die Abenteuer der quirligen Kuh Muh hat auch das WODO Puppenspiel adaptiert. Am vergangenen Samstag war das Stück im Kevelaerer Museum zu sehen.

Dort ließ Dorothee Wellfonder einige Abenteuer der quirligen Kuh und ihrer Freundin, der Krähe, lebendig werden. Statt Gras zu fressen und faul auf der Weide oder im Stall zu liegen, tanzt Mama Muh lieber, spielt Fußball mit Ballettschuhen oder frisst das Blumengeschäft der Stadt leer. Der Bauer ist sauer auf Mama Muh und will eine hohe Mauer um die Weide bauen, doch Mama Muh lässt sich nicht entmutigen und übt schon einmal Hochsprung.

Die anwesenden Kinder waren eingeladen, sich einbeinig mit der tanzenden Kuh im Kreis zu drehen oder sangen am Ende Mama Muh mit einem Lied in den Schlaf. Anschließend konnte jeder, der wollte, sich von Mama Muh verabschieden.

Dorothee Wellfonder freut sich, nach einer längeren Corona-Pause wieder auftreten zu können. Nach dem Lockdown hatte das WODO Puppenspiel schon ab Mai wieder einige Auftritte: „Wir waren das erste Theater von NRW, das Aufführungen hatte. Wir haben viel draußen gespielt und die Zuschauerzahl war stark beschränkt. Aber was geht, machen wir“, so die Puppenspielerin.

Regelmäßig ist das Figurentheater aus Mülheim im Museum zu sehen. Dieses Mal saßen die Kinder nicht wie sonst alle gemeinsam auf dem Teppich vor der Bühne, sondern alle Kinder saßen mit viel Abstand zu den anderen bei ihren Eltern oder Großeltern.

„Theaterspielen gehört einfach zu unserem Leben“, meint Dorothee Wellfonder, und freut sich auf viele weitere Vorstellungen im Kevelaerer Museum.

Performance in der Museumsgasse

Am Samstag, 26. September 2020, findet in Kevelaer eine Klang-Performance mit dem Kölner Perkussionisten und Klang-Aktionisten Holger Maik Mertin statt. Dabei wird der öffentliche Raum zwischen Museumsgasse und Mechelner Platz zum Instrument. Mertin bespielt Flächen, Wände, Böden, Scheiben und Geländer. Selbst die Luft wird in Schwingung versetzt. Er nutzt minimale Hilfsmittel wie „Reibeschlägel“ und „Elastix“. Ansonsten sind die Hände, Füße und der ganze Körper Klangerzeuger und die Bewegung im Raum wird zu einem zentralen Moment. In Kooperation mit dem Niederrheinischen Museum, dem Bereich Tourismus und Kultur der Stadt Kevelaer und mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze ermöglicht der Verein „wirKsam e.V.“ diese Klang-Performance im öffentlichen Raum. „Neue Zeiten brauchen neue Formate. Wir von wirKsam arbeiten daran und freuen uns immer über Unterstützung“, sagt Daniel Wouters, der im vergangenen Jahr die Nachfolge seiner Schwester Frederike „Fredda“ Wouters im Vorstand des Vereins angetreten hat.

Im Rahmen einer Residenz hat Holger Mertin von Mittwoch bis Samstag Zeit, die Gegebenheiten am Museum auszuloten. „Wundern Sie sich also nicht, wenn dort jemand auf den Vitrinen herumtrommelt“, so Wouters. Am Samstag, 26. September 2020, findet dann zwischen 19 und 20 Uhr die eigentliche Performance statt. Die Zuhörer können ihren Platz frei wählen und dem Künstler auf seinem Weg folgen. Es gelten die Corona-Bestimmungen im öffentlichen Raum, also Abstand und das Tragen einer Maske. „Im letzten Jahr hat Holger bereits unser Vereinslokal, das KUK-Atelier Kevelaer bespielt. Es ist schon erstaunlich, was alles zum klingen gebracht werden kann. Selbst meine Kinder haben gespannt zugehört, wenn Holger den Feuerlöscher oder den Heizkörper bespielt hat.“ Der Eintritt zur Performance ist frei. Es wird darum gebeten, möglichst leise zu sein, um die Klänge auch aus der Distanz hören zu können. Nähere Infos bietet die Vereins-Homepage unter www.wirksam-ev.de.

Ferien im Museum mit farbenfrohen Sommerateliers

Die Ferien kommen und mit ihnen die farbenfrohen Sommerateliers im Niederrheinischen Museum Kevelaer. Kinder und Erwachsene sind eingeladen, ihre Kreativität und Fantasie frei auszuleben. Ob auf Papier, Leinwand oder Druckstock, ob mit Pinsel, Spachtel oder Händen – jede Kunsttechnik steht einmal im Mittelpunkt der Workshops.

Mittwoch, 1. Juli 2020

Print it up!
Druckgrafik = langweilig? Nie und nimmer! Zumindest nicht in der Museumsschule. Denn Drucken bedeutet hier Farbexperimente mit eigens kreierten Vorlagen und Motiven in den unterschiedlichsten Variationen, die selbst die teilnehmenden Künstler immer neu ins Staunen versetzen.

Mittwoch, 8. Juli 2020, sowie Mittwoch, 29. Juli 2020

Steinchen, die die Welt bedeuten
… und zwar eine ganz eigene! Die bauen und basteln sich die Teilnehmer selbst zusammen aus vielen bunten (Bau-)Materialien und aus den faszinierenden dänischen Steinchen, die in der aktuellen LEGO® Ausstellung des Museums zu bestaunen sind.

Mittwoch, 15. Juli 2020

Ein Bild der unbegrenzten Möglichkeiten
Hier werden verschiedenste Maltechniken wie Zeichnung, Aquarell und Malerei ausprobiert, jedoch nicht fein und brav hintereinander, sondern gleichzeitig auf einem Bild vereint. Durch die parallele Anwendung von Bleistift, Kohle, Kreide, Wasser-, Finger-, Plakatfarben usw. entstehen auf dicken Papierbögen sogenannte Mischtechniken, die nicht nur durch ihre Farbigkeit beeindrucken.

Mittwoch, 22. Juli 2020

Farben des Lichts
Die Glasmalerei bringt Kunstwerke hervor, die nicht wie ein Gemälde vor Licht geschützt werden müssen, sondern gerade durch die sie durchdringenden Sonnenstrahlen besonders zu leuchten beginnen und ihre ganze Umgebung verwandeln können. So werden in diesem experimentellen Workshop Rot und Blau, Gelb und Grün, Orange und Violett in klassischen Motiven oder abstrakten Variationen zu Farben des Lichts.

Mittwoch, 5. August 2020

Der Berg ruft
Das Geheimnis der Berge haben viele schon einmal erlebt: ob gewaltige, farbenprächtige Gebirge, faszinierende Sandberge am Meer oder in der Wüste oder sogar majestätische Vulkane – in einzigartigen Farbkombinationen bringen die Teilnehmer herrliche Bergwelten auf die Leinwand und benutzen dabei nicht einfach nur den Pinsel. Die zweistündigen Sommerateliers beginnen immer mittwochs um 11 Uhr und enden gegen 13 Uhr. Sie sind für alle Altersgruppen offen. Mitmachen kostet zwischen 5 und 6 Euro. Kinder unter sechs Jahren sollten von einem Erwachsenen begleitet werden. Anmeldungen bitte bis zwei Tage vorher gerne per Mail an info@niederrheinisches-museum-kevelaer.de, persönlich an der Museumskasse oder unter Tel. 02832-954120.

Aufgrund der aktuellen Lage finden die Sommerateliers unter den gegebenen Auflagen statt. Zugleich stehen alle unter Vorbehalt.

Schüler zeigen Bilder im „Kunst-Schau-Fenster“

Manchmal macht Not erfinderisch. Im kulturellen Bereich haben das nicht zuletzt die ganz großen Stars der Musik- und Schauspielbranche bewiesen, die in ihrem Wohnzimmer, auf einem Balkon oder auch im leeren Schauspielhaus Auftritte aufnehmen und über Fernsehen und Web verbreiten.

Auch die „kleinen Künstler“ vom Kevelaerer Kardinal-von-Galen-Gymnasium sind jetzt kreativ geworden und haben gemeinsam mit Eltern „Kunst-Schau-Fenster“ organisiert. An zwei Stellen in der Kevelaerer Innenstadt stellten Geschäftsinhaber den Schülern und Schülerinnen der drei achten Klassen und der Klassen 9A und 9C Fenster für deren Bilderpräsentation zur Verfügung.

Bei je drei Schülerinnen in beiden Stufen konnten diejenigen, die mit ihren Bildern teilnehmen wollten, ihre Ergebnisse in den Briefkasten stecken, damit sie gesammelt und dann schließlich von einer Schülerin aufgehängt werden konnten.

Und so kann sich nun jede/r im Freien und sogar aus der Nähe an der Marienstraße 18 eine Vielzahl von Farbstift- und Bleistiftzeichnungen und fotografischen Arbeiten der Achtklässler anschauen, welche sie im fachpraktischen Teil vom „Unterricht auf Distanz“ zum Themenbereich „Es bewegt sich – Es bewegt mich“ angefertigt haben.

Eine Straße weiter, an der Bahnstraße 21, zeigen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9A und 9C ihre Zeichnungen und Fotos zum Themenkomplex „Räumliche Darstellung auf der Fläche“. Insgesamt sind rund 50 Bilder der KvGG-SchülerInnen in ihren Schaufenstern ausgestellt.

Kunstpädagoge und Initiator der Aktion, Paul Wans, ist beeindruckt vom Engagement seiner SchülerInnen. Er habe einigen seiner Klassen den Vorschlag für eine solche Ausstellung gemacht, und den Jugendlichen über ihre Aufgabenblätter im Homeschooling-Download der KvGG-Website genau erklärt, wie er umgesetzt werden könnte.

„Musiker brauchen Zuhörer, Schauspieler brauchen Zuschauer, Künstler brauchen Betrachter!“, hatte er seinen Acht- und Neuntklässlern dort ermutigend mit auf den Weg gegeben. Es sei auch für ihn eine erstmalige Erfahrung Schüler auf einem solchen Weg zu einer kleinen Ausstellung in der Öffentlichkeit zu motivieren. Einige Beispiele habe er zuvor per Mail bekommen und gesehen. Alle ausgestellten Farbgrafiken und Fotografien im Original habe jedoch auch er erstmals vor den Schaufenstern begutachten können.

Organisierten für ihre MitschülerInnen das Kunst-Schau-Fenster an der Bahnstraße 21: Mathis Eilmans, Judith Wolters und Alessia Baumgart (v.li.). Foto: privat

Die Jugendlichen hätten ihre Arbeitsanweisungen mit Sach- und Methodenkompetenz engagiert umgesetzt; von mehreren wisse er, dass sie auch während der Osterferien daran weiter gearbeitet haben. Die durchweg guten und attraktiven Schülerarbeiten machten deutlich: Die schriftliche oder telefonische Kommunikation über Hilfestellungen und Korrekturen sei zwar aufwändig und zeitintensiv, jedoch offensichtlich zielführend und erfolgreich.

Dankbar sind die betreffenden Schüler und ihr Kunstlehrer dem Eigentümer Jörg Bousart und der Geschäftsinhaberin Cordula Gleumes an der Marienstraße 18, sowie auch Kathrin Baumgart als Eigentümerin an der Bahnstraße 21 für deren Unterstützung. Noch bis zum 23. Mai kann man sich die Grafiken und Fotoarbeiten der Jugendlichen im „Kunst-Schau-Fenster“ anschauen.

Museum sucht „Lego®“-Konstrukteure

Seit dem 16. März ist das Niederrheinische Museum für Besucher geschlossen. Wenn die Mitarbeiter durch die Gänge und Ausstellungsräume laufen, dann ist es recht dunkel und leer. Ein komisches Gefühl, wenn sonst Einzelbesucher und Gruppen anzutreffen sind. Dem Museum geht es da natürlich nicht anders als anderen kulturellen Einrichtungen.

Doch es ist nicht ganz so still im Museum. In der Verwaltung wird weitergearbeitet und auch im technischen Bereich gibt es viel zu tun, denn eine neue Ausstellung entsteht.
„kleine steine – GROSSE IDEEN“ würde eigentlich im Mai eröffnet werden, ob der Termin eingehalten werden kann, ist noch offen. Aber für die Möglichkeit, dass das Museum wieder öffnen darf, wird alles vorbereitet.

Aufgrund der aktuellen Lage hat sich eine Aktion zur Ausstellung entwickelt und da benötigt das Museum die Hilfe und Unterstützung aller Kinder, die gerne mit „Lego®“ spielen, denn in der kommenden Ausstellung dreht sich alles um die kleinen und großen bunten Noppensteine.

„Wir möchten alle Kinder und Junggebliebenen dazu aufrufen, uns ein Foto ihres gebauten Legoprojektes zu schicken, das sie in der Zeit, in der sie zu Hause bleiben mussten, gebaut haben oder noch bauen werden. Das darf etwas Kleines, aber natürlich auch etwas Großes sein. Wer mag darf sich auch gerne mit abbilden. Schickt uns gerne was ihr zum Thema habt und werdet unter dem Motto „Zu Hause im Museum“ in den Ausstellungsbereich integriert“, schreiben die Ausstellungsmacher in einem Aufruf.

Bilder können per Mail an info@niederrheinisches-museum-kevelaer.de geschickt werden.

Museum sagt Veranstaltungen ab

Das Frühlingskonzert der Jungen Streicher Kevelaer und „Briefe von Felix“, das Wodo-Puppenspiel, werden abgesagt, heißt es in einer Pressemitteilung des Museums.
Das Niederrheinische Museum Kevelaer hat sich dazu entschlossen, das immer gut besuchte Frühlingskonzert der Jungen Streicher Kevelaer am 15. März um 11 Uhr und das Wodo-Puppenspiel am 4. April um 15 Uhr aufgrund der Empfehlung des Kreises Kleve, Veranstaltungen mit zahlreichen Besuchern abzusagen, nicht stattfinden zu lassen. Bereits erworbene Karten können gegen Vorlage an der Museumskasse erstattet werden. Zudem können die Karten für das kommende Sommerkonzert der Jungen Streicher Kevelaer am 21. Juni 2020 um 11 Uhr oder das Wodo-Puppenspiel „Mama Muh & die Krähe“ am 26. September 2020 genutzt werden. Sie verlieren nicht ihre Gültigkeit.
Bei Fragen könne man sich zu den Öffnungszeiten ans Museum wenden: 02832-954120.

Faszination Fayencen

Delft. Wem kämen in Verbindung mit dem schmucken Städtchen in Holland nicht blaue Kacheln, Vasen und Wandteller in den Sinn? Doch wer weiß heute noch, dass sich die blaue Blütezeit der Delfter Keramik buchstäblich auf eine „billige Kopie“ zurückführen lässt? Ausgerechnet chinesisches Porzellan versuchten die Niederländer damals zu imitieren. Und wie so oft steckten handfeste wirtschaftliche Interessen dahinter. In einer spannenden Ausstellung mit dem Titel „Im Glanz des Barock“ präsentiert das Niederrheinische Museum Kevelaer derzeit dieses Thema anhand von Fayencen des 17. und 18. Jahrhunderts.

Foto: Nick

Fayencen – benannt nach der norditalienischen Stadt Faenze, wo sich während der Renaissance ein blühendes Töpferhandwerk entwickelte – dienten Adel und wohlhabendem Bürgertum als Repräsentationsobjekte und standen oder hingen eher im Kunstkabinett, als dass sie in Gebrauch waren. Zuvor hatte man chinesisches Porzellan importiert. Doch das konnten sich auch gut betuchte Familien eher selten leisten. Zudem wurden die Handelswege – das erste chinesische Porzellan wurde durch die Niederländische Ostindien-Kompanie importiert und stammte aus der Ming-Dynastie – durch Unruhen unterbrochen. Und so begannen die Fayecebäcker, vornehmlich in Delft, mit den italienischen und auch mallorcinischen Methoden (Fayancen/Majolica) eine deutlich günstigere Steingut-Kopie herzustellen.

Wie wörtlich das mit der Kopie zu nehmen ist, zeigt die Ausstellung immer wieder durch Gegenüberstellungen. In den Anfängen finden sich fast ausschließlich chinesische Figuren und Motive auf den Vasen und Wandtellern, bis sich nach und nach immer mehr niederländische und später in deutschen Manufakturen (etwa in Frankfurt am Main) auch hiesige Motive „einschlichen“. Diese Entwicklung wird in zahlreichen Opjekten an den Wänden und in Vitrinen gut nachvollziehbar erklärt und in großen Texttafeln verständlich erläutert. Eine Vitrine und weitere Texte erläutern anschulich den Produktionsprozess.

Foto: Nick

Sammlung Posten

Die ausgestellten Exponate sind durch die Eheleute Wolfgang und Marie-Luise Posten liebevoll gesammelt und ausgewählt worden. In ihrem Umfang zeigen die hochwertigen und besonderen Ausstellungsstücke die Entwicklungen der Motivik und die Einflüsse aus dem asiatischen Raum in ihrer barocken Zeit. Die einzelnen Fayencen schaffen es, den Betrachter in eine opulente Zeit zurück zu versetzen und die damalige Bedeutung dieses nachgefragten Steinguts aufzuzeigen. Eine Handarbeit, die es heute nur noch selten zu bestaunen gibt.

Ein umfangreiches Programm begleitet die Ausstellung und ein Katalog ist erschienen .
„Aber bitte mit Sahne“ Führung mit Kaffee und Kuchen am Donnerstag, 12. März, ab 15 Uhr, 7,50 Euro pro Person, Anmeldung erforderlich.
Kinderworkshop „À la baroque“ für Kinder ab sechs Jahren, am Samstag, 21 März, ab 10 Uhr, 10 Euro Mitmach-Gebühr, Anmeldung erforderlich.
Öffentliche Führungen finden am Samstag, 21. März, 15 Uhr, und Samstag, 25. April, 15 Uhr, statt, Kosten: fünf Euro pro Person. Für die Teilnahme an den Führungen ist keine Anmeldung erforderlich.