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Equal Pay Day. Foto: Business and Professional Women Germany e.V.
Equal Pay Day macht auf die Geschlechterungerechtigkeit bei der Entlohnung aufmerksam

Die Kunst der gleichen Bezahlung

Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve nehmen das Motto des diesjährigen Equal Pay Days am 7. März „Die Kunst der gleichen Bezahlung“ zum Anlass, um auf die Geschlechterungerechtigkeit bei der Entlohnung aufmerksam zu machen.

Drei Frauen halten sich beim Spazierengehen an den Händen. Foto: Pixabay
Veranstaltungen in der Wallfahrtsstadt zum Weltfrauentag

Frauengeschichte(n) in Kevelaer

Im Rahmen des Weltfrauentags am Mittwoch, 8. März 2023, möchten auch die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve mit ihren Veranstaltungen zu diesem Thema sensibilisieren.

Filmabend beschäftigte sich mit politischer Gleichberechtigung. Kevelaerer Politikerinnen teilten ihre Erfahrung.

Zur Rolle der Frau in der Politik

Sexismus galt als Kavaliersdelikt, Macht als unweiblich: Es war eine aufschlussreiche, politische Filmreise, die am 30. März 2022 in der Öffentlichen Begegnungsstätte Kevelaer stattfand.

Aktionen sollen auf das Problem der häuslichen Gewalt aufmerksam machen

Runde Tische für gewaltfreies Zuhause

Die Runden Tische im Kreis Kleve für ein gewaltfreies Zuhause haben in diesen Tagen eine Kommunikationsinitiative unter dem Motto „Dein Zuhause“ gestartet.

Gleichberechtigung in NRW erreicht oder noch in weiter Ferne?

Anlässlich des diesjährigen Weltfrauentages rief die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragen in Nordrhein-Westfalen (LAG NRW) Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Wünsche und Visionen zu einem gleichberechtigten gesellschaftlichen Miteinander von Frauen und Männern zu formulieren.

Auch die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve haben diese Aktion unterstützt und in den Rathäusern und im Kreishaus an öffentlichkeitswirksamen Stellen sogenannte „Visionskisten“ zum Befüllen mit schriftlich formulierten Wünschen und Forderungen aufgestellt.

„Die Auswertung der zahlreichen Beiträge durch die LAG hat ergeben, dass besonders stark der Wunsch nach tatsächlicher Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Solidarität geäußert wurde”, erklären die Verantwortlichen. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen auch einen Nachholbedarf für den Bereich der Lohngleichheit und Anerkennung von Care-Arbeit. Ein häufig genannter Wunsch ist nach wie vor ein verbesserter Schutz von Frauen und Mädchen vor sexualisierter Gewalt.

Hinsehen statt wegschauen

Die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Kleve in Kevelaer kamen zusammen, um zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf diese Thematik aufmerksam zu machen. Auf dem Roermonder Platz bauten sie einen Infostand auf und informierten die Bürger, unter dem Motto „Bei Gewalt – Hinsehen statt wegschauen!“ Auch die Kreispolizeibehörde war mit einer Vertreterin aus dem Bereich „Gewaltprävention“ anwesend.

Besonders wichtig war den Vertretern an diesem Tag auch, die Tätigkeit des Hilfetelefons (Tel. 08000-116016) bekannt zu machen. Dort werden Frauen mit Gewalterfahrung rund um die Uhr beraten, wie sie sich aus diesen Lebenssituationen lösen können.

Die Veranstaltung finde von Jahr zur Jahr in verschiedenen Städten des Kreises statt, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kevelaer, Christiane Peulen. Im Jahr 2017 habe sie zuletzt in Kevelaer stattgefunden. Peulen zeigte sich zufrieden mit der Resonanz. Es sei aber ein Thema, bei dem man auf die Leute zugehen müsse – von selbst kämen recht wenig Bürger zum Stand, um sich zu informieren, da eine gewisse Distanz vorhanden zu sein scheint.

Nach 21 Jahren zurück nach Kevelaer

Nach Ausbildung, neuen Berufswegen und Elternzeit ist sie nun seit Juli im Job wieder zurück bei der Stadt Kevelaer. Christiane Peulen ist die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. 1998 schloss sie ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Wallfahrtsstadt Kevelaer ab.

„Mein erstes Amt war das Standesamt“, erinnert sich die 41-Jährige. Bereits dort habe sie gemerkt, dass es ihr viel Freude bereitet, den Umgang mit Menschen während ihrer Arbeitszeit zu pflegen. Auch im Service-Center und Ordnungsamt habe sie einen Teil ihrer Ausbildung verbracht. Das seien „sehr publikumsintensive Ämter“ gewesen. Dabei habe sie schnell gemerkt, dass sie das „am interessantesten finde“.

Den Menschen zuhören

Nach ihrer Ausbildung wechselte die gebürtig aus Geldern stammende Verwaltungsfachwirtin zur Kreisverwaltung nach Kleve. Vor allem im Bereich des Jugendamtes ging sie dort beruflich auf. „Den Menschen einfach zuzuhören“, das sei ein großer Bestandteil des Berufes gewesen. Im Jahr 2014 brachte sie ihre Tochter zur Welt und war anschließend von 2016 bis jetzt bei der Stadt Geldern tätig.

„Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten ist eine ganz neue Herausforderung“, macht Peulen deutlich, dass diese Position mit ihren vorherigen nicht zu vergleichen ist. Der neue Job sei „unheimlich spannend und vielfältig.“ Sie habe sich vorab näher damit beschäftigt, was eine Gleichstellungsbeauftragte genau mache: „Denn ich finde es wichtig, dass ich auch hinter dem stehe, was ich mache.“

Peulen steht sowohl den Bürgern für Fragen offen, ist jedoch auch stark in die internen Abläufe der Stadt integriert. Sie wird involviert, wenn es um Maßnahmen geht, „die sich auf die Gleichstellung auswirken können“, erklärt Peulen. So prüfe sie zum Beispiel die Unterrepräsentanz hinsichtlich der Stellenbesetzung der Stadt Kevelaer. Sie wird in den Bewerberprozess integriert, verschafft sich einen Überblick über den Männer- bzw. Frauenanteil auf bestimmten Stellen und achtet bei Bedarf im Bewerberprozess neben den Qualifikationen speziell darauf, ob eine Unterrepräsentanz eines Geschlechts auszugleichen ist.

Außerdem plane man mit der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Kleve unter anderem zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2019 einen Informationsstand in Kevelaer. Ebenso sei ein kleines Projekt zum Weltfrauentag am 8. März 2020 in Planung.

Ansprechpartnerin vor Ort

Peulen ist es ein großes Anliegen, „dass die Menschen wissen, dass sie auch zu mir kommen können. Die Leute einfach zu erreichen, das ist das Ziel.“ Für alle Belange, die das Thema „Gleichstellung“ betreffen, steht Peulen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit als Ansprechpartnerin vor Ort zur Verfügung, gemeinsam mit ihren beiden Vertreterinnen Andrea Hoenselar und Ina D‘Aleo.

Als einen Schwerpunkt ihrer Arbeit wolle Peulen unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Fokus stellen, ein Thema, was sie in ihrem Privatleben ebenfalls betrifft. „An oberster Stelle steht für mich der respektvolle und faire Umgang mit Menschen“, erklärt Peulen, eine Ansicht, die mit ihrem Grundsatz einhergeht: „Behandle andere Menschen so, wie du selbst auch behandelt werden möchtest.“