Echte Pionierarbeit im Schießsport

Bereits am Donnerstagmorgen kamen die ersten Helfer der Sonsbecker VTS Medienproduktion unter der Leitung ihres Geschäftsführers Veit Scheuermann in die Halle, nachdem sie in mehreren Fahrten die schweren Materialien herangekarrt hatten. „Wir sind alle gut drauf – wir haben um neun Uhr heute morgen schon angefangen“, konnte SSG-Geschäftsführer Georg Joosten seine Vorfreude ob des besonderen Ereignisses kaum verbergen. „Das ist einmalig und erstmalig als Deutschland-Premiere. Da können wir voll zu stehen und echt stolz drauf sein.“

Fleißige Helfer packen im Vorfeld des SSG-Wettkampfes mit in der Zweifachturnhalle mit an.

Fleißige Helfer packen im Vorfeld des SSG-Wettkampfes mit in der Zweifachturnhalle mit an.


„Wir kabeln gerade“, erläuterte Oliver Lenzen – zuständig für Grafik und Design bei dem Event – die Arbeit vom Kleinbus aus. „Allein die Lichtwellenkabel machen locker ein paar hundert Meter aus“, verwies der junge PC-Experte auf die Kabelrollen im Laderaum. „Drei bis vier Kilometer Kabel insgesamt verlegen wir hier locker“, ergänzte sein Chef Scheuermann, der mit den Helfern in der Halle die verschiedenen Stellwände, die Kameras und das Equipment justierte, vor den Tribünen Hängeelemente für die Beleuchtung anbrachte.
Mehrere Mikrofone und insgesamt fünf Kameras – darunter eine fahrbare „Kamerarampe“, ein acht Meter langer Schwenkkamerakran und mit einer Art Starenkasten abgedeckte, fernsteuerbare Schützenkameras  – sollen dafür sorgen, dass die Sportler, das Publikum und die „Kevelaer Queens“ als Cheerleader in Bild und Ton richtig rüberkommen.
Modernste Kameratechnik kommt bei der Übertragung zum Einsatz.

Modernste Kameratechnik kommt bei der Übertragung zum Einsatz.


„Den Transport der Punkte und live die grafischen Einblendungen zu setzen“, das wolle man gut hinzubekommen,  sah Scheuermann, dessen Team seit über zehn Jahren Erfahrungen mit Talksendungen, Livefernsehen und Werbeaufnahmen hat, auch das Besondere dieses Übertragungs-„Streamings“ in HD-Qualität.
Mindestens so spannend wie Dart
„Wir komprimieren mit geringer Bandbreite das Signal so, damit das Bild gut wird. Im Grunde genommen machen wir hier Pionierarbeit – es kommt halt alles aus einer Hand. Das erfordert dann auch eine gewisse Kreativität. Dabei wollen wir so wenig Einfluss nehmen wie möglich, um die Stimmung einzufangen.“ Er ist überzeugt: „Wer sich Dart anguckt, kann und wird sich das auch ansehen.“
An einer großen Stellwand werden Georg Joosten und der Kleinkaliber-Olympiasieger von Rio 2016, Henri Junghänel, den Interview- und Moderatorenpart in der Halle wahrnehmen. Ein Stockwerk höher sitzen zwei Moderatoren , die 1:1 den Live-Stream und das Geschehen in der Halle kommentieren werden. Deswegen wird das Catering statt in der Cafeteria diesmal auch im Eingangsbereich stattfinden – auch um den Ablauf der ersten Internet-Übertragung eines Bundesliga-Schießwettkampfes in Deutschland möglichst nicht zu beeinflussen.
Von Kevelaer aus in die Welt - ein Blick in den Ü-Wagen.

Von Kevelaer aus in die Welt – ein Blick in den Ü-Wagen.


Schon jetzt sei die Resonanz großartig, meint Nicole Bollen vom SSG-Vorstand: „Wir hatten so 200 bis 250 Sitze angedacht, aber allein für Samstag haben wir schon 280 Anfragen“, ist sie sich sicher, dass an beiden Tagen eine schöne Atmosphäre im Sportzentrum herrschen wird. Und dass die ganze Geschichte überhaupt so ablaufen kann, sei auch den Winterferien zu verdanken. „Wenn hier vorher noch Schulsport gewesen wäre, hätten wir das nicht so umsetzen können.“
Am heutigen Freitag werden die Nachwuchsschützen der SSG Kevelaer als „Generalprobe“ die Anlage ausprobieren. Und dann sind alle gespannt auf die Premiere im Netz – primär geht es für den SSG ja vor allem um Siege.
Dass man – bei allem Respekt – den ersten Gegner Freischütz Rautheim wohl besiegen kann, davon geht nicht nur Bollen aus. „Wenn wir am Sonntag Gölzau geschlagen haben, dann ist fürs Meisterschaftsfinale alles gut.“
Auf diesen Stühlen werden gut 250 Zuschauer Platz haben.

Auf diesen Stühlen werden gut 250 Zuschauer Platz haben.


Der Live-Stream wird auf der Seite www.sportdeutschland.tv mitzuverfolgen sein. Die Übertragung ins Internet beginnt am Samstag um 14 Uhr, die Wettkämpfe starten eine Stunde später. Am Sonntag geht die Übertragung bereits um neun Uhr los.
Wer vor Ort mit dabei sein will: Einlass ins Sportzentrum ist am Samstag ab 12 Uhr, am Sonntag ab 8 Uhr.