Aktuelles aus Redaktion Kevelaerer Blatt

Experiment zum Glücklichsein

Es ist ein Montagmorgen im Dezember. Es regnet in Kevelaer. Ich, 51 Jahre alt, Mutter zweier erwachsener Töchter, verwitwet, seit anderthalb Jahren mit Katze allein lebend, werde heute ein Experiment durchführen: Ich werde versuchen, ein wenig „Glücklichsein“ zu finden.

Denn sie ist da, diese Leere, die mich manchmal umgibt. Dieses „War-das-schon-alles“-Gefühl, dieses oft scheinbar grundlose Schlechte-Laune-Haben. Dieses „Weigern“ des Körpers, bestimmte Dinge immer und immer wieder hinzunehmen, den Alltag durchzustehen, so- dass er reagiert mit Kopfschmerzen, Magenschmerzen und einem Kloß im Hals, der dir sagt, dass du nicht immer alles im Leben hinunterschlucken kannst.

Viele Ratgeber, die ich gelesen habe, sagen mir, ich soll meine Gedanken verändern. Denn nur die Gedanken zu den Situationen im Leben erzeugen gute oder schlechte Gefühle. Und das will ich heute ausprobieren. Ich habe mir vorgenommen, den ganzen Montag zu versuchen, alle negativen Gedanken direkt im Kopf „umzuprogrammieren“ ins Positive. Los geht’s also.

Ich wache etwas entnervt auf, weil meine Katze um meinen Kopf kreist und ihr heiseres „Miau“ in mein Ohr haucht. Sie hat Hunger und will, dass ich aufstehe. Na gut, ist ja schon 7.15 Uhr. Ich freue mich, dass ich ein so pfiffiges Haustier habe. Die Mieze kriegt ihr Futter und ich meinen Kaffee, der heute besonders gut schmeckt. Nachdem ich ein bisschen aufgeräumt und mich fertiggemacht habe, gehe ich heute in die Stadt. Ich muss einen neuen Personalausweis beantragen und vorher Fotos machen lassen. Ich laufe mit dem Regenschirm los und stelle fest, dass die meisten Menschen, die mir entgegenkommen, einen ziemlich unfreundlichen Gesichtsausdruck haben. Und dann nehme ich allen Mut zusammen und beginne mit dem Experiment: Ich lächle jeden Menschen an …

Und siehe da, es kommt manchmal ein Lächeln zurück. Zaghaft, wie eine Blume, die sich im Frühling durch die harte Erde bohrt, so lächeln einige der Passanten mich an. Im Fotoladen scherze ich mit dem Inhaber, es ist ein lustiges Gespräch und ich erfreue mich daran. Auch in der Wartezone bei der Stadtverwaltung merke ich, dass viele Menschen sich freuen, wenn man sie anspricht. Die alte Dame zum Beispiel, die mit mir wartet und sich angeregt mit mir unterhält. Auch die Sachbearbeiterin bei der Stadtverwaltung ist sehr nett und zuvorkommend und einem Späßchen nicht abgeneigt.

Ich stelle fest, dass ich nicht einen negativen Gedanken hatte während dieses Stadtgangs. Nachdenklich, aber auch voll mit positiven Eindrücken gehe ich gegen Mittag wieder nach Hause und ziehe das Fazit, dass etwas Wahres daran ist, dass man seine Gedanken und damit auch seine Gefühle beeinflussen kann. Wer mit einem Lächeln im Herzen unter die Menschen geht, sie anlächelt, ein liebes Wort für sie hat, einfach nur ein bisschen Liebe ausstrahlt, der wird belohnt. Nicht immer, aber es wird immer öfter passieren, je mehr man von dieser Liebe verschenkt.

Auch ich habe an diesem Montagmorgen gelernt, dass es gar nicht so schwer ist, aus der Alltagsroutine einmal auszubrechen und ein bisschen Sonne in den Tag zu bringen. Es werden nicht alle Probleme im Leben dadurch gelöst. Aber wenn man was tut, und nicht nur abwartet, ist das tatsächlich ein guter Anfang. Und es gibt einem Mut, auch andere Baustellen in seinem Leben in Angriff zu nehmen.

Also lächeln Sie mal, wenn Sie unterwegs sind. Es kostet nichts und ist eines der schönsten Dinge, die Sie verschenken können.

Junge Detektive, wachsende Korallenriffe und ein Dorf am Fluss

Die „SPIEL“ in Essen ist der alljährliche Höhepunkt für Gesellschaftsspieler rund um die Welt. Auch in diesem Jahr gab es dort weit mehr überzeugende Neuerscheinungen zu entdecken, als die meisten Menschen in ihrer Freizeit unterbringen können. Wir haben deshalb drei Tipps für unterschiedliche Zielgruppen herausgegriffen und getestet.

EXIT Kids – Code Breaker

EXIT Kids - Code Breaker (Grafik: Verlag)

EXIT Kids – Code Breaker (Grafik: Verlag)

Escape Rooms erfreuen sich ähnlicher Beliebtheit wie deren Gesellschaftsspielumsetzung, der „Exit“-Reihe des Kosmos-Verlags, die im vergangenen Jahr mit dem „Kennerspiel des Jahres“ ausgezeichnet wurde. In diesem Jahr erweitert der Verlag die Palette um ein Spiel für Kinder. Ziel des Spieles ist es, Rätsel zu lösen, an deren Ende immer ein vierstelliger Zahlencode steht, mit dem ein überdimensioniertes Vorhängeschloss aus Kunststoff entsperrt werden soll. In vier Schwierigkeitsgraden gibt jede der enthaltenen Rätselkarten Hinweise auf vier Lösungsberiffe. Diese Begriffe finden sich auf 20 offen ausgelegten Karten wieder, die dann ihrerseits eine der Ziffern und deren Position für das Zahlenschloss verraten. Der Clou – und in unseren Testrunden ein noch größerer Spaßfaktor für die Kinder als die eigentlichen Rätsel – besteht darin, dass die Begriffe auf den Hinweiskarten verschlüsselt sind: Einige lassen sich nur im Spiegel lesen, andere nur durch einen Rotfilter und wieder andere nur unter UV-Licht. Die nötigen Hilfsmittel liegen dem Spiel natürlich bei. Weil das alles gegen die Zeit gespielt wird, entbrennt stets erst eine heiße Debatte darum, welche Begriffe für das aktuelle Rätsel benötigt werden, und dann eine wilde Suche in den ausliegenden Karten.

Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad sind die Rätsel so leicht, dass auch jüngere Kinder dabei erfolgreich sind. Die einzige Voraussetzung besteht darin, dass die teilnehmenden Kinder bereits lesen können müssen. Mindestens durch die Grundschule hindurch bleibt das Spiel spannend. Und während die Erwachsenen zunächst Sorge hatten, die gegenüber der „echten“ Exit-Reihe geringe Komplizität könnte das Interesse schnell abflauen lassen, bereitet das Durchsuchen der Karten den Kindern so viel Vergnügen, dass sie selbst bereits gelöste Rätsel noch einmal spielen. Dabei zeigte sich dann jedoch auch der einzige Haken, der vermutlich doch dazu führen könnte, dass spätestens nach den 60 enthaltenen Rätsel die Luft raus ist: Kinder merken sich einfach ruckzuck, ob ein bestimmter Begriff nun auf einer Karte für Spielgel, UV-Licht oder Rotfilter zu suchen ist – was die Suchdauer erheblich verkürzt.

Exit Kids – Code Breaker
1-4 Spieler, ab 7 Jahre, 15 Min.
Kosmos, ca. 25 Euro

Reef

Reef (Grafik: Verlag)

Reef (Grafik: Verlag)

Ein Spiel, dessen Regelwerk auf eine Doppelseite passt, verspricht einen schnellen Einstieg, kann aber dennoch Spieltiefe aufweisen. „Reef“ von Emerson Matsuuchi ist daher ein ideales Spiel für Familien und Gelegenheitsspieler, aber auch für Vielspieler eine reizvolle Abwechslung.

Jeder Spieler hat einen vier mal viel Felder großen Abschnitt des Meeresbodens vor sich und soll darauf das prächtigste Korallenriff errichten. Dazu gibt es Korallen in vier Farben, die auf jedem der 16 Felder in bis zu vier Lagen übereinander platziert werden. Gewählt werden die Korallen über Karten, von denen jeweils vier offen ausliegen und jeder Spieler pro Zug entweder eine neue Karte aufnimmt oder eine aus der Hand ausspielt. In letzterem Fall gibt die Karte vor, von welcher Farbe der Spieler sich zwei Korallen nehmen darf und welches Korallenmuster in seinem Riff direkt im Anschluss wie viele Siegpunkte verspricht. Die Muster können einfach nur alle Korallen einer Farbe sein, Winkel aus drei Korallen einer Farbe, alle Korallen in der vierten Ebene und manches mehr. Relevant ist für die Wertung jedoch nur die oberste Koralle eines jeden Korallenstapels.

Gute Planer können die Optimierung ihres Riffbaus ziemlich weit treiben, doch auch ohne Grübeln hat man viel Spaß dabei, die Korallen optimal im Riff zu platzieren und den Mitspielern das ein oder andere attraktive Muster vor der Nase wegzuschnappen.

Reef
2-4 Spieler, ab 8 Jahre, 30 Min.
Next Move Games, ca. 33 Euro

Key Flow

Key Flow (Grafik: Verlag)

Key Flow (Grafik: Verlag)

Bei dem ein oder anderen Strategiespieler wird „Key Flow“ aufhorchen lassen, gibt es doch ein beliebtes Spiel namens „Key Flower“. Tatsächlich greift der Neuling viele Themen aus dem fünf Jahre alten Vorgänger auf, ersetzt aber zentrale Mechanismen durch neue, was dem Spiel einen zügigen Ablauf ohne Wartezeiten für einzelne Spieler verleiht.

Wer das 2011 mit dem Deutschen Spielepreis ausgezeichnete „7 Wonders“ kennt, wird mit dem Spielprinzip von „Key Flow“ schnell warm: Durch vier Jahreszeiten hindurch gibt es jeweils eine Starthand voll Karten für jeden Spieler, aus der dieser eine Karte auswählt und ausspielt und die übrigen Karten im Uhrzeigersinn weiterreicht, bis irgendwann alle Karten einer Jahreszeit gespielt sind.

Zwei Sorten von Karten gibt es dabei: Zum einen solche, aus denen Schritt für Schritt vor jedem Spieler ein Dorf an einem Fluss entsteht. Diese Karten bestehen aus Gebäuden, die Aktionen ermöglichen, aus Booten, die Ressourcen bringen und aus weiteren Karten, die festlegen, wofür der jeweilige Spieler später zusätzliche Siegpunkte erhält (zum Beispiel für die Anzahl der Kühe im Dorf). Die zweite Sorte Karten zeigt ein bis drei Spielfiguren. Diese Karten werden an ein Gebäude angelegt, um dessen Aktion auszuführen – Rohstoffe erhalten, Rohstoffe transportieren, ein Gebäude aufwerten und mehr. Bis zu drei Mal in einer Jahreszeit darf jedes Gebäude so verwendet werden, allerdings muss die Anzahl der Spielfiguren auf der angelegten Karte größer sein als die Häufigkeit, mit der das Aktionsgebäude bereits genutzt worden ist. Der Clou dabei: Man darf auch bei den unmittelbaren Nachbarn die Aktionsgebäude nutzen, deren Fähigkeiten einem gerade nützlich sind, falls Pfeile auf der Karte das erlauben. Die Karten mit den Spielfiguren sackt am Ende einer Jahreszeit jedoch der Gebäudebesitzer ein – und darauf können sich so manche Siegpunkte verbergen. Will man also Aktionen nutzen, die das eigene Dorf nicht bieten kann – oder riskiert man lieber nicht, dem Gegner dadurch Punkte zu schenken?

Wie auch bei „7 Wonders“ ist der Spielmechanismus eigentlich recht einfach, doch die Vielfalt der Symbole, die die Aktionen und Siegpunkte repräsentieren, stellt anfangs eine Hürde dar. Vielspieler wird das nicht schrecken, Gelegenheitsspieler sollten sich nicht abschrecken lassen. Denn spätestens nach der ersten Partie blickt man durch und hat mit „Key Flow“ ein unterhaltsames Spiel, das unterschiedliche Wege zum Sieg bietet und das sich auch noch zu sechst in einem vertretbaren Zeitrahmen spielen lässt.

Key Flow
2-6 Spieler, ab 14 Jahre, 75 Min.
R&D Games, ca. 38 Euro

Drecksarbeit

“Soll ich dir helfen, Schatz?“ Schatz schaut mich ganz erstaunt an, ist es doch eher selten, dass ich ihm bei handwerklichen Dingen meine Hilfe anbiete. Im Grunde ist er auch gar nicht so scharf auf meine Hilfestellungen, denn handwerkliches Geschick ist so rein gar nicht meins.
Aber wider Erwarten stimmt er mir dieses Mal verhalten begeistert zu. Gerade heute hat er ein solches Angebot meinerseits nicht erwartet. Ehrlich gesagt, hätte ich auch nichts dagegen gehabt, wenn er es abgelehnt hätte. Jetzt komme ich nicht mehr raus aus der Nummer und schon nach wenigen Minuten befinde ich mich kniend im Dreck. Versehen mit Knieschonern ergebe ich mich in mein selbst erwähltes Schicksal und befreie alte Pflastersteine von dicken Erdkrusten. Bereits nach einer halben Stunde merke ich, dass es nicht nur eine ziemlich öde, sondern auch eine mühsame und anstrengende Tätigkeit ist. Jeden einzelnen Stein darf ich in die Hand nehmen, abkratzen, drehen, wenden und auf der anderen Seite wieder ablegen.
Das Ganze kommt mir schier endlos vor. Ich kann gar nicht so schnell gucken wie Schatz die von mir bearbeiteten Steine wieder verbaut. Kaum ist der mir zugewiesene Stapel bewältigt, kredenzt mir Schatz den nächsten. Nach einer Stunde brauche ich erst einmal eine ausgiebige Pause, ich schwitze „wie Schwein“ und sehe inzwischen auch genauso aus. Mein Liebster grinst, als er meine verdreckten Füße und Beine betrachtet. Er ist natürlich schlauer, trägt langes Beinkleid und geschlossene Schuhe.
Als ich feststelle, dass mein Jammern und Stöhnen nichts bringt, arbeite ich weiter stumpfsinnig vor mich hin. Wie herrlich ist es, als ich später unter der Dusche stehe, befreit von Dreck und Schweiß. Noch zwei Tage danach soll ich diese ungewohnte Tätigkeit in meiner Muskulatur spüren. Zukünftig werde ich mir dreimal überlegen, bevor ich meinem Schatz irgendwelche Hilfsangebote mache.

Waldeslust

Schatz, wo führst du mich hin?“ Tapfer stapfe ich Schatz hinterher über einen stark bewachsenen und mit Laub übersäten Waldweg. Es sieht aus, als seien hier seit Jahrzehnten keine menschlichen Wesen mehr gelaufen. Irgendwie ist es mir nicht geheuer, waren wir doch soeben schon mit dem Fahrrad über Stock und Stein geholpert, um dieses Waldstück zu erreichen. Sand und Geröll, gepaart mit einigen netten Steigungen, machen das Radfahren für den gemütlichen Niederrheiner zu einer mittelprächtigen Quälerei.
Die wackelige Tour hatte ich ohne Blessuren überlebt, und nun das! Über Wurzeln stolpernd und mit den Armen wedelnd, um die Abertausenden von Insekten zu verscheuchen, trotte ich durch die Wildnis – Schatz stramm vorne- weg marschierend. Irgendwo hier im dichten Wald sollte sich ein altes Hünengrab befinden – Schatzens Ziel. Anfangs hatte es immerhin noch kleine, fast unscheinbare Schilder gegeben, die die Existenz dieses Grabes anzeigten. Aber nun ist nix mehr zu erspähen – schon seit geraumer Zeit, nur noch hohes Gras und Gebüsch.
Ich male mir schon aus, wie wir uns verirren und elendig verhungern, dann wäre der Wald wohl unser Grab. Aber so schnell gibt Schatz nicht auf, selbst als nicht mal die Ahnung eines Weges auszumachen ist. Auch auf die Gefahr, plötzlich im tiefen Wald allein dazustehen, streike ich und zetere so lange, bis Schatz nachgibt und wir zurückgehen. Und was entdecken wir da auf der Hälfte der Strecke? Einen Haufen dicker Steine. Das wird es wohl sein, wenn auch weder Grabplatte noch irgendwelche sterblichen Überreste zu sehen sind.
Ich positioniere mich für das obligatorische Foto vor den Steinhaufen – Gruppenbild mit Mücken. Und dann nix wie weg!

Christel Hundertmarck

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Schatz, ich werde mich bei der Nabu beschweren!“ Die haben doch tatsächlich behauptet, es gäbe immer weniger Insekten. Man solle Wildwiesen und bienenfreundliches Gehölz etc. anbauen. Bewaffnet mit einer Tube kühlendem Gel mache ich mich ans Werk, um eine nicht unerhebliche Anzahl von Mückenstichen zu behandeln. Nicht, dass ich schöne Beine hätte, aber diese dicken, roten Flatschen machen sie auch nicht unbedingt attraktiver.
Schatz und ich lieben die Natur und sind bei schönem Wetter am liebsten draußen, gerade deshalb lieben wir unsere Camping-Urlaube. Aber auch im Wald und auf der Heide ist man nicht wirklich allein. Vom ersten Moment an hat man reichlich Gesellschaft. Besonders beliebt sind wir bei den Mücken, auf unseren Hund fliegen eher die Zecken. Und so werden wir täglich mehr oder weniger ausgesaugt.
Selbst intensivste Knoblauchausdünstungen stören diese Mini-Vampire nicht. Erwischen wir so ein Tierchen in flagranti, schlagen wir kräftig zu. Normalerweise vermeide ich, wenn immer möglich, ein Tier zu töten, aber bei diesen fiesen Blutsaugern kenne auch ich kein Erbarmen.
Tunlichst vermeiden sollte man das Pipi-machen in der freien Natur. Leider lässt es sich nicht immer vermeiden,und dann heißt es aufgepasst! Natürlich kann ich mich nicht mitten auf den Weg hocken und in Gebüsch und Baumnähe wimmelt es meist von stechendem Getier. Auch von Ameisenhaufen sollte man gehörigen Abstand nehmen. Das könnte ganz schön brenzlig werden. Und der Angriff auf die nicht beweglichen Körperteile erfolgt meist heimlich von hinten. Da beneide ich meinen Schatz, wobei ich da jetzt nicht auf Details eingehen werde.
So wird dann mehrmals täglich gesalbt und dabei gejammert und gestöhnt, auch wenn´s nix nutzt. Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Christel Hundertmarck

Das KB im neuen Glanz

In der Weihnachtsausgabe 2017 haben wir angekündigt, dass wir weiter investieren und modernisieren werden. Mit der Ausgabe 01/2018 wurde das traditionelle dunkle KB-Grün aufgefrischt und die Seitenanzahl um 25% gesteigert, d.h. es gibt jetzt wöchentlich mindestens 16 Seiten attraktiven Lesestoff und Fotos. Darüberhinaus wurde auch nochmal an der Gestaltung der Seiten gefeilt und einzelne Elemente sowie Grafiken angepasst. Daran werden wir fortlaufend weiter arbeiten.

Mit der aktuellen Ausgabe 2/2018 haben wir auch eine höherwertigere Papierqualität gewählt, die eine deutliche Verbesserung in der Brillanz der Farben und der Fotos gebracht hat und damit Ihr Lesevergnügen steigert.

Wenn Sie Anregungen zur Gestaltung und/oder zum Inhalt haben oder Sie Inhalte vermissen, die andere Leser/-innen auch interessieren könnten, dann schreiben Sie uns redaktion@kevelaerer-blatt.de.

Zeit für Geselligkeit

Wieder ein neuer Besucherrekord, das ist die Bilanz der diesjährigen Spielemesse in Essen. Viele Hundert Neuerscheinungen konnten die Besucher testen, zunehmend von internationalen Verlagen präsentiert. Da kam jeder Spieler auf seine Kosten. Das KB hat drei Spiele für verschiedene Ansprüche getestet.
Pinguinschnipsen
Das Kinderspiel des Jahres ist mit „Ice Cool“ in diesem Jahr ein Geschicklichkeitsspiel. Das dreidimensionale Spielfeld ist durch mehrere Wände unterteilt, durch die Türöffnungen führen. In diesem Spielfeld – einer Pinguingrundschule – tummeln sich die Pinguinfiguren der Spieler. Ein Spieler ist der Fänger und muss mit seiner Figur jede andere einmal berühren, indem er seinen Pinguin schnipst. Die anderen Spieler müssen drei bestimmte Türen passieren, um Fische zu sammeln, bevor der Fänger sein Ziel erreicht hat. Anschließend rotiert die Rolle des Fängers, bis sie jeder einmal innegehabt hat. Der besondere Reiz des Spiels liegt darin, dass man die Pinguine geradeaus oder mit Effet schnipsen und sogar über Wände springen lassen kann – wenn man denn kann. Denn die gezielte Bewegung des Pinguins erfordert einige Übung. Dem Spaß, insbesondere der jüngeren Spieler, tut das keinen Abbruch. Wer aber zu viel von seinen Künsten erwartet, kann auch frustriert werden.
Neben dem kurzweiligen Spaß für Kinder und Familien hat „Ice Cool“ zudem das Potenzial, ähnlich wie „Looping Louie“ als Partyspiel zweckentfremdet zu werden.
„Ice Cool“ von Brian Gomez ist für 2-4 Spieler ab 6 Jahren, dauert etwa 30 Minuten und kostet 29,99 Euro.
Taktikglück
„Kingdomino“ hat nicht nur die Jury des „Spiel des Jahres“ überzeugt, sondern erntet auch in Vielspielerkreisen ausgezeichnete Noten. Jeder Spieler baut aus Dominosteinen sein individuelles Königreich aus fünf mal fünf Feldern. Auf den Steinen finden sich sechs Landschaftstypen, mindestens eine der Berührungskanten beim Anlegen muss im Landschaftstyp übereinstimmen. Der Reiz besteht im Erwerb der Dominosteine: Jede Runde liegen so viele Steine wie Spieler aus, sortiert nach ihrer Qualität: die besten unten, die am wenigsten Siegpunkte versprechenden oben. In der ersten Runde erfolgt die Auswahl in einer zufälligen Reihenfolge. Ab dann wählt immer der zuerst, der in der vorherigen Runde den obersten Stein gewählt hat. Wer also zuvor den punkteträchtigsten Stein verbauen durfte, muss nun nehmen, was die anderen Spieler verschmähen. Am Ende sollten die jeweiligen Landschaftstypen möglichst große zusammenhängende Flächen bilden und dazu noch mindestens eine Krone aufweisen, um viele Punkte zu zählen.
Bei unseren Probespielen gab es starke Schwankungen bei den individuellen Spielergebnissen. Das deutet darauf hin, dass der Glücksfaktor des Spiels weit größer ist, als das taktische Spielgefühl vermittelt. Wem das nicht den Spaß verdirbt, der hat mit „Kingdomino“ ein schnelles und familientaugliches Spiel mit einfachen Regeln, das beim Spielen eine Menge Spaß macht.
„Kingdomino“ von Bruno Cathala ist für 2-4 Spieler ab acht Jahren, dauert 15-30 Minuten und kostet 24,95 Euro.
Rund um die Tafel
Wer als Vielspieler ein anspruchsvolles Spiel mit unverbrauchtem Mechanismus sucht, sollte einen Blick auf „Merlin“ werfen. Jede Runde hat ein Spieler vier Würfel zur Verfügung. Mit dreien bewegt er seine eigene Figur auf einem Kreis aus möglichen Aktionen im Uhrzeigersinn, mit dem vierten kann er „Merlin“, der allen Spielern zur Verfügung steht, in eine beliebige Richtung auf dem Aktionsrad verschieben. Es gilt also, die Reihenfolge, in der die Würfelaugen genutzt werden, geschickt zu planen. Obendrein lassen manche Aktionsfelder die Wahl anderer Aktionen zu, beispielsweise wenn dort Mitspieler stehen.
Mit den Aktionen gilt es, rund um das Aktionsrad Gegenstände zu sammeln und Einfluss aufzubauen, um Auftragskarten zu erfüllen, die Punkte einbringen. Außerdem müssen Rittergüter erreichtet werden, die dem Spieler mit der Mehrheit in einer Region Siegpunkte einbringen. Und nicht zuletzt gilt es, Verräter abzuwehren, was bestimmte der zuvor erwähnten Gegenstände erfordert.
Kurzum: Hat man das etwas längere, aber gut aufgebaute Regelwerk erst einmal verinnerlicht, präsentiert sich einem eine spannende Mischung aus Strategie und Taktik, die besonders mit drei oder vier Spielern viel Interaktion und komplexe Optionen bietet.
„Merlin“ von Stefan Feld ist für 2-4 Spieler ab 14 Jahren, dauert 75 Minuten und kostet 54,99 Euro.

Dat gibt ‘ne Blötsch

“Oh Schatz, dat gibt ne Blötsch, wenn nich sogar ne Narbe!“ Mit schmerzverzerrtem Gesicht hockt er auf der Bank am Esstisch und presst einen Eisbeutel auf die rechte Augenbraue. Ich betrachte eingehend den frischen Riss und überlege, ob er so tief ist, dass er genäht werden muss. Wenn es nicht nötig ist, kann man sich das stundenlange Abhängen in der Ambulanz des Krankenhauses getrost sparen.
Ich entscheide, dass ein Pflaster ausreichen müsste, eine Dressman-Karriere kommt für Schatz ja eh nicht mehr in Frage. Jetzt, wo ich weiß, dass keine Lebensgefahr besteht, kann ich mir das Lachen kaum verkneifen. Und irgendwann bemerkt Schatz, dass sich doch ein feines Grinsen in meinem Gesicht breitmacht. „Du böses Weib!“, schimpft er, woraufhin ich erst recht lospruste.
Zugegeben, ich habe mich schon erschreckt, als der laute Schrei aus dem Schuppen herausdrang. Und der Anblick, wie das Blut auf den Boden tropfte, war nicht gerade erheiternd. Ich habe dann auch gleich gehandelt – Kompresse, Eisbeutel, das volle Programm. Erst als er meine Frage nach der Ursache des Unglücks beantwortete, musste ich mich gewaltig zusammenreißen.
Es war der Klassiker: Der geübte Gartenarbeiter hatte seine Harke falsch geparkt – mit den Zinken nach oben, so wie man es nicht tun sollte. Und im Eifer des Gefechts latschte er mit Schmackes drauf, mit dem Erfolg, dass der Stiel mit ebenso viel Schmackes gegen seinen Kopf tömmerte. Sein Antlitz erinnerte ein wenig an Klitschko in seinem letzten Kampf.
Nun ist er verpflastert, und wir stehen am Gartentor, als eine nette Nachbarin vorbeikommt. Natürlich ist die erste Frage, was Schatz denn da gemacht habe. Und was sag ich? Wir Frauen sind uns doch irgendwie ähnlich, denn auch sie muss herzlich lachen. Ihren Vorschlag, daraus eine „Schatzgeschichte“ zu machen, setze ich dann auch gleich in die Tat um.
Christel Hundertmarck

Die ersten Bilder vom Stadtfest am Samstag

Endlich gab’s wieder ein Stadtfest von Kevelaerern für Kevelaerer! Der Verein “Inside Kevelaer” hat es organisiert. Am Samstag wurde auf dem Peter-Plümpe-Platz gefeiert. Erste Eindrücke vom Nachmittag gibt’s hier in den Fotogalerie (im Menu unter KB Plus) in der Fotogalerie des Kevelaerer Blattes. Weitere Bilder folgen.

Schüler schreiben im Kevelaerer Blatt

Die meisten Leser werden es schon bemerkt haben: Seit zwei Wochen erscheinen sowohl in der Print- als auch in der Onlineausgabe des Kevelaerer Blattes Artikel, die Schülerinnen und Schüler des Kevelaerer Kardinal-von-Galen-Gymnasiums verfasst haben. Dahinter steckt ein gemeinsames Projekt der Schule und der Heimatzeitung.
In den letzten Wochen vor den Ferien haben sich die Gymnasiasten der neunten Klassen intensiv mit dem Thema Zeitung beschäftigt. Ein Ergebnis waren Artikel, die die Schüler eigenständig recherchiert und verfasst haben, und die eine “junge Sicht” auf Kevelaerer Themen bieten.

Auch in den ersten Ferienwochen werden wir noch weitere Beiträge der Schüler veröffentlichen. Gesammelt zu finden sind die Artikel unter www.kevelaerer-blatt.de/tag/junge-seite. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre der Berichte unserer jungen Autoren!