Drecksarbeit

„Soll ich dir helfen, Schatz?“ Schatz schaut mich ganz erstaunt an, ist es doch eher selten, dass ich ihm bei handwerklichen Dingen meine Hilfe anbiete. Im Grunde ist er auch gar nicht so scharf auf meine Hilfestellungen, denn handwerkliches Geschick ist so rein gar nicht meins.
Aber wider Erwarten stimmt er mir dieses Mal verhalten begeistert zu. Gerade heute hat er ein solches Angebot meinerseits nicht erwartet. Ehrlich gesagt, hätte ich auch nichts dagegen gehabt, wenn er es abgelehnt hätte. Jetzt komme ich nicht mehr raus aus der Nummer und schon nach wenigen Minuten befinde ich mich kniend im Dreck. Versehen mit Knieschonern ergebe ich mich in mein selbst erwähltes Schicksal und befreie alte Pflastersteine von dicken Erdkrusten. Bereits nach einer halben Stunde merke ich, dass es nicht nur eine ziemlich öde, sondern auch eine mühsame und anstrengende Tätigkeit ist. Jeden einzelnen Stein darf ich in die Hand nehmen, abkratzen, drehen, wenden und auf der anderen Seite wieder ablegen.
Das Ganze kommt mir schier endlos vor. Ich kann gar nicht so schnell gucken wie Schatz die von mir bearbeiteten Steine wieder verbaut. Kaum ist der mir zugewiesene Stapel bewältigt, kredenzt mir Schatz den nächsten. Nach einer Stunde brauche ich erst einmal eine ausgiebige Pause, ich schwitze „wie Schwein“ und sehe inzwischen auch genauso aus. Mein Liebster grinst, als er meine verdreckten Füße und Beine betrachtet. Er ist natürlich schlauer, trägt langes Beinkleid und geschlossene Schuhe.
Als ich feststelle, dass mein Jammern und Stöhnen nichts bringt, arbeite ich weiter stumpfsinnig vor mich hin. Wie herrlich ist es, als ich später unter der Dusche stehe, befreit von Dreck und Schweiß. Noch zwei Tage danach soll ich diese ungewohnte Tätigkeit in meiner Muskulatur spüren. Zukünftig werde ich mir dreimal überlegen, bevor ich meinem Schatz irgendwelche Hilfsangebote mache.