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Paketchaos durch Corona-Weihnachten?

Dass zur Vorweihnachtszeit bedingt durch ebay, Amazon und Co. seit Jahren die Zahl der Paketsendungen steigt, ist nichts Neues – in diesem Jahr wird dieser Trend durch die Corona-Pandemie aber nochmal verstärkt. „Seit der Cyberwoche inklusive des ‚Black Friday‘ bis Weihnachten sehen wir drei bis vier besonders starke Wochen – mit neuen Rekordmengen von über 11 Millionen Sendungen an Spitzentagen direkt vor Heiligabend“, sagt DHL-Sprecherin Britta Töllner. „Zum Vergleich: An durchschnittlichen Tagen befördern wir etwa 5,2 Millionen Pakete in unserem deutschen Paketnetz.“ Dementsprechend rechnet das Unternehmen 2020 auch mit einem Plus von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was umgerechnet etwa 1,8 Milliarden DHL-Paketen im Gesamtjahr 2020 entspräche. 

Entsprechend habe man bereits während des ersten Corona-Shutdowns rund 4.000 neue Kolleg*innen eingestellt, bis Jahresende in Zustellung und Sortierung etwa 10.000 zusätzliche Aushilfskräfte. Und es sind mehr als 13.000 zusätzliche Fahrzeuge im Einsatz. „Neu ist, dass wir in diesem Jahr verstärkt kleinere Pakete auch von unseren Briefzustellern zustellen lassen, um die Mengen zu bewältigen. Zudem werden wir mit mehreren Wellen über den Tag arbeiten, sodass unsere Zusteller in den kommenden Wochen mancherorts häufiger auch noch abends klingeln werden.“

Doppelt so viele Pakete wie üblich

Die höhere Resonanz wird auch in Kevelaer erkennbar – nicht nur an dem Aufkommen an den zehn Kevelaerer Poststellen und den drei Packstationen, sondern auch an der Anzahl der Pakete, die die Boten transportieren. „Momentan im Starkverkehr werden doppelt so viele Pakete wie üblich ausgeliefert“, sagt Töllner. Vom Zustellstützpunkt an der Gelderner Straße aus geht es für die Zusteller in „zwei Wellen“ auf die Straße. Die eine Hälfte befindet sich im Stützpunkt etwa von 8.15 bis 9.45 Uhr, die andere Hälfte kommt um 10.15 Uhr und verlässt ihn bis 11.45 Uhr. Jeden Morgen kommen dort Zulieferfahrten vom Brief- und Paketzentrum, die Briefe sind bereits auf die Gangfolge der Briefzusteller vorsortiert, Pakete kommen in Rollbehältern dort an und werden noch auf die einzelnen Zusteller verteilt. 

„Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Kunden steht für uns an erster Stelle“, sagt Töllner. Dementsprechend werde Distanz gewahrt, die Verfügungsstellen von Handdesinfektionsmitteln genutzt, das Fahrerhaus vor jedem Fahrerwechsel gereinigt und Masken getragen. Zudem verzichten die Zusteller auf die eigenhändige Empfangsbestätigung für eine kontaktfreie Übernahme der Pakete.

Worin man aber ganz sicher sein kann, wenn man spät dran ist: Auch am Heiligabend würden noch Briefe und Pakete zugestellt, so die Sprecherin.

Polizei ermittelt nach Einbruch in Zustellstützpunkt

Nach dem Einbruch in einen Zustellstützpunkt der Post in Kevelaer Montagnacht (15. Juni 2020, verschaffen sich Kripo und Post derzeit noch einen Überblick, wessen Pakete komplett entwendet wurden und welche nur aufgerissen wurden, aber nachträglich zugestellt werden können. Dieser Prozess dauert aufgrund der Vielzahl der Sendungen noch an, so dass die Geschädigten um Geduld gebeten werden. Wer im Raum Kevelaer zu den Geschädigten zählen könnte und bisher vergeblich auf sein Paket wartet, hat die Möglichkeit einen Nachforschungsantrag bei der Post zu stellen.

Einbruch in Zustellstützpunkt der Post

Montagnacht gegen 3.20 Uhr informierte eine aufmerksame Kevelaererin die Polizei über einen Einbruch im Zustellstützpunkt der Post auf der Gelderner Straße. Die Zeugin konnte unbekannte Personen im Gebäude beobachten, die bei Eintreffen der Polizei bereits die Flucht ergriffen hatten. Die unbekannten Täter waren vermutlich über ein aufgedrücktes Kellerfenster in den Zustellstützpunkt eingedrungen. Hier öffneten sie diverse Pakete und flüchteten anschließend über ein Fenster zur Gelderner Straße aus dem Gebäude. Was entwendet wurde, ist bisher unbekannt.

Hinweise zu verdächtigen Personen oder Beobachtungen nimmt die Kripo Goch unter Tel. 02823-1080 entgegen.