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Die Abschlussschüler*innen der Gesamtschule wurden verabschiedet

Eine besondere Schulzeit geht zu Ende

„Jetzt müssen wir wieder umdisponieren – aber das ist für Euch ja kein Problem“, lauteten die Worte von Christoph Feldmann, Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer, als er seine Dankesworte an die Abschlussschüler*innen richtete.

Mehr Eigenverantwortung im Distanzunterricht

„Mal ein Test – könnt Ihr mich gut hören?“, fragt Christian Berghs in den „virtuellen Klassenraum“ hinein. Ein vielstimmiges, mal verzögertes, mal undeutliches „Ja“ schallt dem Mathelehrer des Oberstufen-Grundkurses als Antwort aus den diversen „Bildschirmkästen“ entgegen. Auf einem winzigen Bildschirm kann Berghs die diversen Schüler*innen ausmachen, die an der Videokonferenz teilnehmen. In dem „realen“ Klassenraum, in den er sich zurückgezogen hat, sieht er auf seiner winzigen Bildschirmleiste die „winkenden Hände“ neben den Namen. Sie zeigen an, wer gerade „aufzeigt“ und etwas sagen möchte. 

Die Nachbesprechung des Mathetests mit den Schüler*innen der elften Klasse geht konzentriert und leise vor sich. Immer wieder gilt es für alle Beteiligten, Geduld aufzubringen, um die Verzögerung des Netzes aufzufangen. Sich mit dem Bild wegschalten, das gibt es nicht. „Wir finden es nicht gut, Schüler nicht zu sehen. Es ist so eh schon schwer, weil man kein Gefühl für die Schüler hat“, sagt Schulleiter Christoph Feldmann. „Und es werden immer die Schüler eingeblendet, die was sagen.“ Wer nicht zeigen will, wo er gerade sitzt, kann eine Funktion zum Weichzeichnen des Hintergrundes nutzen. Den meisten Schüler*innen, die im Bild zu sehen sind, scheint das nicht so wichtig zu sein. Sie nutzen die Funktion nicht. 

Dass Lernen mit Hilfe des Programms durchaus funktioniert, beweist die virtuelle Schulstunde. Berghs schreibt die Aufgaben über das „Notes“-Programm auf den Bildschirm, wodurch die Schüler*innen die Schritte mit nachvollziehen können. Und später kommen noch Lernspiele dazu, mit denen die Schüler*innen noch aktiver in den Lernprozess einbezogen werden können. 

Der Lehrer unterrichtet am Tablet. Foto: AF

Viele lernen mit dem Tablet, tatsächlich noch einige mit dem Smartphone. „Solange das Tablet nicht da ist, wird es so gehen“, sagt Jana. Es gab da Probleme beim Versand. „Es ist nicht zu klein, man kann ranzoomen“, meint sie zu der praktischen Seite.  Aber ein bisschen beobachtet fühle man sich in dieser Unmittelbarkeit schon. Ob es anstrengender als der „reale“ Schulunterricht ist? „Hier muss man sich mehr konzentrieren, zuhören und gleichzeitig arbeiten“, sagt Lara. Und ab und zu komme es vor, dass man in Kervenheim halt mal Internetprobleme habe, sodass „ich nix sehe, nix höre und eine Minute verpasse.“ Ihm fehle der Lernrhythmus im Klassenzimmer, sagt Danny.

Ein Quantensprung

Technisch sei das digitale Lernen „ein Quantensprung für die Schule“, sagt der Digitalbeauftragte der Schule, Patrick Cosar. „Es geht um unterschiedliche Lernplattformen – „Logineo“ und „Moodle“ für die Klassen fünf bis zehn und in der Oberstufe arbeiten wir mit ,Teams 365‘“, erklärt die didaktische Leiterin der Gesamtschule, Martina Boudewins.  Schule habe sich in kürzester Zeit komplett gewandelt, ergänzt Schulleiter Christoph Feldmann. „Was sich die Schüler und Lehrer ,draufgeschaufelt’ haben“ an digitalem Umgang und Wissen, „das gab es so noch nicht.“ Für die Lehrer*innen gab es zu Beginn des ersten Shutdowns eine Art dreitägige „Turbo“-Fortbildung, mit der sie erstmal arbeiten mussten. „Es gibt dann immer so kleine ,Fortbildungs-Snacks’ in der Woche von 30 bis 60 Minuten“, ergänzt Boudewins. 

Die Voraussetzungen seit dem ersten Shutdown haben sich deutlich verbessert, nachdem die Lehrer*innen über den Digitalpakt mit iPads von der Stadt versorgt wurden und 150 iPads für die Schüler*innen leihweise parat stehen. Und das Lernen laufe besser als im Frühjahr, bezieht sie sich dabei auf eine aktuelle Umfrage an der Schule. „Da zeichnet sich ab, dass Eltern und Schüler deutlich zufriedener sind.“ Oftmals könnten Eltern schon für ihre Kinder am Vorabend die bereitgestellten Aufgaben ausdrucken und sogar vorbesprechen. 

Über die Videokonferenzen ließen sich nicht nur gezielte individuelle Fragen beantworten, sondern durchaus auch mal andere Fragen bereden, so Boudewins. Auch das sei in der Zeit wichtig. „Klar ist, dass das alles viel mehr Eigenverantwortung für die Schüler bedeutet“, ergänzt ihr Kollege Cosar. 

„Es wird weniger in die Klasse reingerufen“

Die Schüler*innen haben zu dem virtuellen Lernen eine differenzierte Meinung. „Ich denke schon, dass ich in der Schule motivierter bin als vor dem Bildschirm, aber ich finde es richtig, dass wir das jetzt hier so durchziehen wegen Corona“, sagt eine Schülerin. „Wegen Lüften und Corona“, sei es im Moment so besser, meint Maret. Für Emilie ist es aktuell „bequemer, wenn man nicht um 6 Uhr aufstehen und früh mit dem Bus fahren, sondern erst um halb 8 aufstehen muss.“ Und Lara hat einen weiteren interessanten Vorteil ausgemacht: „Es wird weniger in die Klasse reingerufen.“

Aber bei allen klingt deutlich durch, dass ihnen der normale Schulunterricht fehlt. „Ich hätte das früher nicht gedacht, aber ich freue mich auf die Schule“, sagt Lara. „Es fehlt das Stück Normalität und der geregelte Ablauf, morgens um 6 Uhr zu frühstücken, zum Bus und dann zur Schule zu laufen“, fasst Danny das Gefühl aller gut zusammen. Dieser Aspekt kommt bei vielen durch.

Der Start in die Distanz

„Es ist so, dass wir auf viele Sachen zurückgreifen können“, sagte die Rektorin der Hubertus-Grundschule, Helga Dückers-Janßen. „Wir haben uns in den Weihnachtsferien schon vorbereitet, sodass wir am Montag in die Distanz starten konnten.“

Kurz vor Weihnachten hätten die Kinder, die beim letzten Lockdown kein Endgerät zur Verfügung hatten, eins bekommen. „Wir gehen davon aus, dass jedes Kind ein Endgerät hat.“

Man werde in gut zwei Wochen so weit sein, „dass wir über den Videochat mit den Kindern in Kontakt“ treten können. „Das haben wir noch nicht ausprobiert, aber das steht bereit. Das wär ein neuer Schritt ins digitale Lernen.“ Da werde man keinen Unterricht machen, sondern mit den Kindern über die Aufgaben der Wochenpläne sprechen. Es werde auch Lernvideos geben, auf die die Kinder zurückgreifen können.

Die Kinder bekämen passgenaue Materialien, die sie mit Hilfe der Lernvideos bearbeiten können. „Sie gehen mit uns dann in Kontakt. Wir lassen uns die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder eine Bestätigung für ihr Arbeiten bekommen. Motivation ist ein ganz großes Thema.“ Mit den Lernprogrammen habe man schon im Präsenzunterricht gearbeitet. „Das  sind Systeme, die die Kinder seit dem vergangenen Jahr schon bearbeiten. Da können wir sehen, wie oft und wie viel die Kinder gearbeitet haben. Das läuft schon sowohl im Präsenz- als auch im Digitalunterricht.“ Es werde vieles geben, was man nach Corona fortsetzen werde.

Ungünstiges Hin und Her

Dückers-Janßen hofft, „dass wir im Februar mit kleineren Klassen starten können. Das wäre schon toll.“ Denn das Hin und Her von Schließung und Präsenzunterricht sei ungünstig für alle Beteiligten.

Auch der Rektor der Gesamtschule, Christoph Feldmann, sieht die Phase des Distanzlernens gelassen. „Ich gehe da zuversichtlich rein, aber in dem Bewusstsein, dass das nicht gleich Präsenzunterricht ist. „Das soziale Miteinander, das Schule abgesehen vom Lernen als Funktion hat“, das falle weg. Die Voraussetzungen seitens der Schüler seien sicher verschieden, „obwohl viele über die Weihnachtstage ihre mediale Infrastruktur aufgerüstet haben. Damit müssen wir rechnen und wissen damit umzugehen.“

Mit den Lernplattformen „Moodle“ und „Teams“ sei man gut aufgestellt, um ein gutes Angebot zu machen. Klausuren und Klassenarbeiten seien erstmal ausgesetzt. Man sei in der „sehr komfortablen Situation, dass wir über lange Zeit Präsenzunterricht bis in den Dezember hinein hatten, da die Grundlage für die Leistungsbewertung gelegt haben.“

Die stellvertretende Schulleiterinde des Gymnasiums, Christia Dier, sagt: „Wir sind im Gegensatz zum letzten Jahr dahingehend weiter, dass wir das digitale Lernmanagement „moodle“ anwenden. Das haben wir mit den Schüler*innen eingeübt, wie man sich da einloggen und das hochladen kann.“ Und mit den Lehrern fanden Schulungen statt, „sodass wir soweit sind, dass die Kommunikation zwischen Kollegen*innen und den Kleingruppen darüber möglich ist.“ Es gebe auch ein Videotool.

„Das Problem da war, die Server waren zu schnell überlastet.“ Seit der ersten Phase des Distanzunterrichtes habe man einen externen Anbieter dafür. „Montagmorgen hatten wir für die Sek 1 eine digitale Klassenlehrerstunde, damit man die abholt und sagt: Die Ferien sind vorbei und jetzt geht es wieder los. Das fanden wir wichtig, das hat sehr gut funktioniert.“ Die Lernplattform funktioniere sehr gut, „aber wir merken, dass Systeme zu bestimmen Spitzenzeiten in die Knie gehen. Das geht allen Schulen so.“

In Sachen “Klausuren” sei klar, dass laut Erlass in der Sekundarstufe I und der Einführungsphase kei-ne Klausuren bis zum 31. Januar laufen werden. In der Qualifizierungsphase sei das für notwendige Arbeiten möglich.

Bunte Bilder zieren die Gesamtschule

Dass die Gesamtschule Kevelaer sich als bunter Lernort versteht, soll nun auch nach außen strahlen: Schülerinnen und Schüler der siebten und neunten Jahrgänge haben in ihren Religionskursen gemeinsam mit den Lehrerinnen Annette van de Wetering und Saskia Reinkens die Fensterscheiben des großen Glasgangs, der vom Schulhof aus einzusehen ist, mit großformatigen, bunten Bildern verziert. Wenn das Licht in dem Gang angeschaltet ist, ergibt sich so ein beeindruckender Effekt. 

Zu sehen sind auf den Bildern Weihnachtsmotive, aber auch Anbindungen an die gegenwärtige Pandemie. „Wir hoffen, ein wenig von der Fröhlichkeit und dem Optimismus, die unser Schulleben in weiten Teilen tragen, in diesen dunklen Tagen an die Menschen in Kevelaer weiterzugeben und ihnen eine kleine Freude zu machen“, sagt Annette van de Wetering zum Hintergrund der Aktion.

Die Gesamtschule Kevelaer präsentiert sich digital

In Corona-Zeiten ist vieles anders – auch die Art und Weise, wie sich Eltern über den möglichen zukünftigen Schulstandort für ihre Kinder erkundigen können. Die Gesamtschule Kevelaer ist in dieser Beziehung jetzt einen neuen Weg gegangen und hat auf ihrer Internetseite einen „virtuellen Tag der offenen Tür“ ins Netz gestellt.

„Der ist seit dem Wochenende auf der Homepage, stellt die wichtigsten Aspekte der Schule dar“, erläutert Schulleiter Christoph Feldmann. „Wir hätten ja sonst am 14. November unseren offiziellen ‚Tag der offenen Tür‘ gehabt.“ Da dieser aber aufgrund der Pandemie-Situation so wie sonst nicht durchführbar ist, hatte man sich überlegt, wie man in der aktuellen Lage die Schule, ihre Struktur und Aktivitäten bekannt machen kann.

„Zum einen gibt es eine Broschüre für alle Eltern. Dann geben wir im Dezember / Januar individuelle Beratungstermine an, damit man sich umfassend über die Gesamtschule informieren kann.“ Und als besonderen Service kommen jetzt die Videoclips unter dem Titel „Leben.Miteinander.Gestalten“ hinzu.

Zugute kam der Schule dabei, dass mit Simone Kaczmarz eine Lehrerin an der Schule tätig ist, die früher Mediengestalterin war und das nötige Rüstzeug dafür mitgebracht habe. Entsprechend konnte man die Filme selbst fertigstellen. „Das war aber auch sehr zeitaufwendig. Ich habe eineinhalb Wochen gedreht zwischen den Unterrichtsstunden – dazu kam noch der Schnitt“, sagt Kaczmarz, die aber viel Freude an dieser Form der Arbeit gefunden hatte. „Wenn man die Möglichkeit hat zu zeigen, welche tollen Menschen da arbeiten und wieviel Spaß es macht. Da kann man sicher auch ein anders Bild vermitteln“, meinte die frühere Community-Managerin für eine Online-Spielseite.

Die Clips sind zwischen vier bis sieben Minuten lang. „Man wird da durch die einzelnen Abteilungen geführt“, erklärt der Schulleiter. „Die didaktische Leitung sagt was zu den Bereichen, die Leiter der Klassen 5 bis 10 erklären was, der Beratungsleiter der Oberstufe spricht über die Abläufe in der Stufe.“ Und es gibt kleinere Filme, die sich mit den AGs der Schule und der Schulsozialarbeit befassen. „Die Idee war, so ein breites Bild der Schule zu erhalten“, sagt Schulleiter Feldmann. Einige Videos zeigen mehr die inhaltliche Seite, andere mehr bildliche Elemente, wenn es um die Arbeitsgemeinschaften an der Schule geht. „Man kann da sicher einen guten Eindruck erhalten.“

Das Ganze soll keine coronabedingte „Einmal-Geschichte“ bleiben. „Ich glaube, das werden wir auch weiterhin pflegen“, meint Christoph Feldmann. Das muss man dann ja auch aktualisieren – zumal in den Videos aufgrund der Situation alle Schüler mit Maske zu sehen sind. „Wir werden das beibehalten, im Vorfeld solche Erklärvideos im Netz zu präsentieren.“

Und die erste Resonanz, die die Schule bislang auf das Angebot erhalten hat, ist positiv, sagt Feldmann. „Das Thema kam bei den Eltern, die sich erkundigt haben, gut an. Das freut uns.

Greifen die Maßnahmen?

„Die Kommunikation mit dem Kreis ist deutlich besser geworden“, stellte Ordnungsamtschef Ludger Holla gleich zu Beginn dieser Woche klar. Damit nimmt er Bezug auf seine Vorwürfe aus der vergangenen Woche, dass die Zusammenarbeit mit dem Kreis Kleve hinsichtlich der Kontaktnachverfolgung „katastrophal“ sei. Der Kreis hatte die Vorwürfe scharf zurückgewiesen. Offensichtlich hat sich seitdem dennoch einiges verändert. Auch Bürgermeister Dominik Pichler bestätigt, dass sich „die Kommunikation erheblich verbessert hat.“ Auch über die jüngsten Ausbruchsgeschehen in Kevelaerer Einrichtungen sei man frühzeitig informiert worden, erklärt Holla. Nachdem in der Kita des Familienzentrums Sternschnuppe ein Corona-Fall bekannt wurde, folgten Berichte des Kreises Kleve über ein „Ausbruchsgeschehen“ im St.-Elisabeth-Stift sowie über einen Corona-Fall an der Gesamtschule. Sowohl in der Kita als auch an der Gesamtschule blieb eine Schließung der Einrichtung aus.

Petra Burkert-Hendricks, Leiterin der Kindertagesstätte des Familienzentrums Sternschnuppe, erfuhr am 26. Oktober von dem positiven Testergebnis eines ihrer Schützlinge. Das Kind sei am 16. Oktober das letzte Mal in der Einrichtung gewesen, kurz darauf erfolgte ein Corona-Test. Die Einrichtungsleitung wurde zuerst von den Eltern des Kindes über ein positives Testergebnis informiert, kurz darauf vom Gesundheitsamt. Aufgrund einer Listenführung über die Anwesenheit der Kinder konnte schnell festgestellt werden, mit welchen Kindern der / die Infizierte in Kontakt gekommen sein könnte. In diesem Fall mussten sich alle 53 Kinder, die zeitgleich mit dem / der Infizierten in der Kita waren, in Quarantäne begeben, da nicht auszuschließen war, dass es im äußeren Spielbereich Kontakte gab. Außerdem waren drei Erzieherinnen und eine Integrationsfachkraft von der Quarantäne betroffen.

Tests waren negativ

In der vergangenen Woche am Mittwoch hätten schließlich Reihentestungen stattgefunden. „Erste Ergebnisse kamen am Freitagmittag“, sagt Burkert-Hendricks. Alle Ergebnisse waren negativ. Da der letzte mögliche Kontakt innerhalb der Einrichtung mit dem infizierten Kind spätestens am 16. Oktober stattgefunden haben kann, durften die Betroffenen ihre Quarantäne am vergangenen Freitag beenden.

Nachdem die Einrichtungsleitung die Eltern informiert hatte, spürte sie eine gewisse Verunsicherung. „Einige Eltern waren wirklich verzweifelt“, berichtet Burkert-Hendricks. Schließlich war plötzlich eine ganztägige Betreuung der Kinder nötig. Aufgrund der negativen Testergebnisse läuft in der Einrichtung aktuell wieder alles in normalen, Corona-gerechten Bahnen. Für Burkert-Hendricks war dieser Verlauf durchaus ein Indiz, dass die Maßnahmen in der Einrichtung greifen. 

Nach dem KB-Gespräch mit Petra Burkert-Hendricks gab der Kreis Kleve am 3. November bekannt, dass es erneut einen Corona-Indexfall in der Einrichtung gebe. „Die betroffenen Personen sowie die ermittelten Kontaktpersonen der Kategorie 1 stehen unter Quarantäne. Die Kontaktpersonen werden kurzfristig getestet“, heißt es dort.

Lob für das Hygienekonzept

Auch Christoph Feldmann, Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer, bekam kürzlich die Benachrichtigung über einen Corona-Infektionsfall in seiner Einrichtung. Der betroffene Schüler war am Montag, 26. Oktober, einen Tag in der Schule, blieb zwei Tage zuhause und am Donnerstag stand das positive Testergebnis fest. „Uns haben als erstes die Erziehungsberechtigten informiert“, sagt Feldmann. Daraufhin habe man sich mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und das Hygienekonzept der Schule vorgelegt. „Das hat das Gesundheitsamt sehr schnell geprüft.“ Aufgrund des Konzeptes, das auch von Ludger Holla ausdrücklich gelobt wurde, waren keine weiteren Maßnahmen notwendig. Im Nachgang mussten dennoch Schüler aus dem Unterricht genommen werden, da sie – wie sich bei der Kontaktnachverfolgung des Ordnungsamtes herausstellte – in der Mensa Kontakt zum Infizierten hatten. Diese Maßnahme ging allerdings nicht auf Lücken im Hygienekonzept der Schule zurück. Sie ergab sich aus den Angaben des Schülers, die er im Rahmen der Kontaktnachverfolgung gemacht hatte.

„Eine schöne Situation ist das natürlich überhaupt nicht, wenn irgendwo ein Corona-Fall auftritt“, macht Feldmann deutlich. „Ich denke, wir gehen jedoch sehr verantwortungsbewusst mit der Situation um.“ Dennoch stelle man sich immer wieder die Frage: „Tut man alles für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler, der Kolleginnen und Kollegen und allen sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Schule?“ Eine Anspannung bleibe immer, sagt der Schulleiter, der mit diesen Gedanken nicht alleine ist. „Es gab einzelne Rückmeldungen von besorgten Eltern“, erklärt Feldmann. Den Corona-Infektionsfall an der Schule hatten die Verantwortlichen am 29. Oktober online öffentlich kommuniziert. In dieser offensiven und transparenten Vorgehenswiese sieht Feldmann einen Grund dafür, dass sich die Rückfragen von Schülern und Eltern in Grenzen hielten.

Auch für die Gesamtschule gab der Kreis am 4. November nach dem KB-Gespräch bekannt, dass ein Corona-Indexfall vorliegt.

Während in den betreffenden Einrichtungen aktuell keine größeren Ausbruchsgeschehen zu verzeichnen sind, steigen die Corona-Neuinfektionen in Kevelaer weiterhin an. Innerhalb einer Woche (27. Oktober bis 3. November) wurden 29 Neuinfektionen verzeichnet. Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve liegt (Stand: Mittwoch, 4. November) bei 115,5. Bürgermeister Dominik Pichler hofft, dass sich bereits in der kommenden Woche in den Zahlen widerspiegeln wird, dass die erneuten Einschränkungen Wirkung zeigen. Er appelliert erneut an die Bürgerinnen und Bürger, sich auch im privaten Bereich angemessen zu verhalten: „Wenn die Bevölkerung sich im privaten Raum nicht achtsam verhält, kann die Landesregierung beschließen, was sie will.“

Advent, Advent…

Mit den neuen Einschränkungen gibt es auch Neuigkeiten in Sachen Advents- und Krippenmarkt: Die Verantwortlichen überlegen aktuell, den Markt eine Woche später als geplant zu starten, erklärt die Stadtverwaltung. Der ursprünglich angesetzte Beginn Ende November ist aufgrund der dann noch geltenden Corona-Schutzverordnug nicht möglich. Das Hygienekonzept stehe weiterhin, so Ludger Holla. Eine endgültige Absage des Marktes gibt es bisher nicht. Allerdings, so Pichler, müssten sich die Veranstalter die Frage stellen, „ob sie sich einen Gefallen damit tun, einen solchen Markt in diesen Zeiten zu veranstalten.“

Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auch auf die Marketing-Preis-Verleihung. Diese war für den 20. November als Online-Veranstaltung geplant, wird nun allerdings auf den 5. Dezember verschoben. Die aktuellen Corona-Einschränkungen hätten einfach zu starke Auswirkungen auf die Durchführung gehabt, erklärt Pichler. Allein die Band der „Kevelaer All Stars“ umfasse 14 Personen und dürfe sich nicht für eine Online-Übertragung auf der Bühne zusammenfinden. Die Verschiebung sei „der Versuch, der Durchführbarkeit der Veranstaltung mehr Sicherheit zu geben“, so Pichler.

Bummeln am Sonntag?

Auch über die verkaufsoffenen Adventssonntage ist noch nicht endgültig entschieden worden. Laut aktueller Corona-Schutzverordnung bleiben sie erhalten. Die Gewerkschaft „verdi“ hatte die Verordnung bereits Anfang Oktober scharf kritisiert und die Landesregierung dazu aufgefordert, bei der Überarbeitung der Corona-Schutzverordnung die Möglichkeit der Sonntagsöffnung zurückzunehmen. Der Aufforderung folgten die Verantwortlichen offenbar nicht, denn auch in der aktuellen Verordnung, die bis zum 30. November gilt, ist eine Öffnung vorgesehen. Dass der Zeitraum der Gültigkeit der neuen Verordnung nun zumindest einen der geplanten Sonntage (29. November) umfasst, biete „verdi“ nun eine Grundlage für eine Klage, erklärt Pichler. Es kann also sein, dass die Öffnung in der nächsten Verordnung noch ausgeschlossen wird.

Schüler wollten hoch hinaus

Die Schüler der 8b der Gesamtschule durften sich im Rahmen einer Teambuilding-Maßnahme auf einen elf Meter hohen Kletterbaum begeben. Konzentriert verfolgte dabei Cornelius Niederholz vom Boden aus, wie Melissa langsam die Roteiche hinaufkletterte.

„Jetzt geh in die Hocke, dann lass ich dich langsam runter“, rief ihr der ausgebildete Erlebnispädagoge und Schulsozialarbeiter an der Gesamtschule zu, nachdem sie die Spitze der elf Meter hohen Baumkletterstation erreicht hatte.

Als sie unten war, berichtete sie voller Stolz und Erleichterung: „Das hat Spaß gemacht. Erst mal habe ich nicht mal nach unten geguckt, ich war aufgeregt.“ Sie hätte zwar zwischendurch ziemliche Angst gehabt, weil es so hoch war. „Zum Schluss hat es sich so angefühlt, als ob ich langsam falle. Aber es war cool.“

Niederholz hatte die ganze Vormittagsaktion für die Schüler der Klasse 8b organisiert. „Heute machen wir einen Erlebnistag mit verschiedenen Teambuilding-Aktionen, unter anderem dieser Kletterstation, wo die Kids einfach nochmal über sich hinauswachsen können, aber nicht müssen.“

„Über die Gelsenwasser-Stiftung haben wir 2.000 Euro zur Verfügung gestellt bekommen, womit ich dieses Klettermaterial angeschafft habe. Jetzt haben wir hier die Möglichkeit, langfristig regelmäßig die Schülerinnen mit Kletterangeboten auszustatten“, freute er sich über die Möglichkeit.

„Wir haben diese sogenannten Monkey-Griffe, die helfen, an Passagen im Baum, wo keine Äste zur Verfügung stehen, den Baum hochzukommen. Wir haben oben Bandschlingen reingehängt, über den ein Sicherungssystem läuft“, erklärte er den Ablauf. „Ich hab hier ein Seil, über das die Kinder mit Klettergurten gesichert sind und sichere sie vom Boden aus.“

In der Sporthalle wurde Eis verpackt

Neben dieser Station gab es noch zwei weitere Herausforderungen, Murmelbahnen bauen an einem Hügel mit Naturmaterialien und im oberen Foyer der Zweifachturnhalle das Verpacken eines Eis auf eine Art und Weise, dass es beim Fallen aus zweieinhalb Meter Höhe nicht kaputt geht.

In der Sporthalle wurden die Schüler zuvor in drei Gruppen aufgeteilt. Sie mussten Teamaufgaben lösen. Zum Beispiel gab es ein Tuch mit Löchern, das die Schüler spannen und darauf einen Ball im Kreis wandern lassen mussten.

Die größte Resonanz fand bei vielen Jugendlichen aber der Kletterbaum. „Ich will es nochmal versuchen. Ich war schon einmal oben , habe es aber nicht bis ganz nach geschafft“, sagte der 14-jährige Pascal. „Es ist schön, wenn man Teile der Schule von oben sieht“, fand der 13-jährige Tom die Aussicht einfach nur klasse.

Und auch der 14-jährige André hatte seinen Spaß an der Kletterei. „Erstmal war es etwas Angst dabei. Aber beim dritten Mal war es easy“, meinte er, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. „Ich finde das richtig krass.“

Schüler bekommen Hilfe über Homepage

Schüler sucht man in diesen Tagen auch an der Gesamtschule in Kevelaer vergebens. Seit dieser Woche sind die Türen wegen des Coronavirus geschlossen. Lediglich eine Notfallbetreuung in besonderen Fällen wird aufrechterhalten – aktuell genutzt von einem Kind. Damit die Schüler in den kommenden Wochen die Möglichkeit zur Bearbeitung von Lernmaterial haben, stellt die Schule im Internet verschiedene Möglichkeiten bereit. „Wir haben versucht, relativ schnell zu reagieren“, erklärt Schulleiter Christoph Feldmann.

Auf der Homepage der Schule (www.gesamtschule-kevelaer.de) finden die Schüler für die kommenden Wochen in einem passwortgeschützten Bereich unterschiedliche Wege, daheim zu lernen. Es würden von den Lehrern für die einzelnen Kurse Materialien bereitstehen, sagt Feldmann. Während und nach der Bearbeitung könnten die Schüler bei Bedarf mit den Lehrern per E-Mail in Kontakt treten. Am Dienstag konnten die Schüler bereits ihre Schulbücher abholen, um diese zu Hause nutzen zu können, berichtet Abteilungsleiter Tobias Jaschke.

Lernapps, Lehrfilme und Lernplattformen

Mit dem Online-Angebot wolle man den Schülern verschiedene Lernmöglichkeiten bieten, erklärt Feldmann. Ob und wie diese letztendlich genutzt werden, liege bei den Schülern. Das Angebot auf der Homepage beinhaltet unter anderem Vorschläge zu Lernapps, Lehrfilmen, verschiedenen Lernplattformen und auch die Sendung mit der Maus ist vertreten. „Wir können nicht voraussetzen, dass alle Schüler Zugang zum Internet haben“, betont Feldmann. Und auch mit Zugang sei es nicht selbstverständlich, dass geeignete Endgeräte vorhanden sind, ergänzt Jaschke – denn auf einem Smartphone könne das dauerhafte Lernen doch beschwerlich werden.

Dennoch lege man Wert darauf, dass die Situation am Ende keinen Nachteil für die Schüler bringe, so Feldmann. „Nach den Ferien schauen wir dann, wo die Schüler stehen.“ Für die Schüler der zehnten Klassen stünden ebenfalls Aufgaben zur Verfügung. Über Lernbüros habe hier in der Vergangenheit bereits eine gesonderte Förderung vor allem in den Hauptfächern stattgefunden, erklärt Jaschke. Wie es hinsichtlich der Abschlussprüfungen nach dem Schulstart weitergehe, müsse sich zeigen. Eine Idee wären zum Beispiel „Powertage“ vor den Prüfungen, an denen man noch einmal in eine intensive Vorbereitung gehe. Dazu müsse man aber vorerst auf Anweisungen warten.  In der aktuellen schulfreien Zeit erwarte man von den Schülern der hohen Klassen durchaus eine eigenständige Arbeitsweise, da sind sich Feldmann und Jaschke einig. Unter anderem könne mit dem ohnehin bereits existierenden Material zur Vorbereitung auf die zentralen Abschlussprüfungen gearbeitet werden.

Konzepte schreiben und weiterentwickeln

Die vergangenen Tage habe man vor allem genutzt, um auch die Lehrer zu schulen. „Die Situation beamt uns ins 21. Jahrhundert – die Digitalisierung“, schmunzelt Feldmann. Das Kollegium habe Unterweisungen zum Programm „Office 365“ bekommen, vor allem in Bezug auf das Thema „Home Office“. Außerdem sei man eine „aufbauende Schule“ und habe somit ohnehin verstärkt Konzepte zu schreiben und weiterzuentwickeln.

Feldmann und Jaschke ist bewusst, dass die meisten Schüler auch untereinander vernetzt sind. Dennoch ist es den Verantwortlichen wichtig, mit den Schülern und Eltern selbst kommunizieren zu können in der kommenden Zeit. Dazu diene vor allem die Homepage, betont der Schulleiter. Über diese werden alle wichtigen Informationen veröffentlicht. Weiterhin ist aber auch das Büro geöffnet und telefonisch erreichbar (Tel. 02832-93360), es kann per E-Mail kommuniziert werden und auch schriftliche Post wird natürlich bearbeitet.

Schulen zeigen stabile Entwicklung

Der Schulentwicklungsplaner Wolf Krämer-Mandeau aus Bonn stellte beim Schul- und Sportausschuss die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes für die Schulen der Stadt Kevelaer vor. Seine Grundthese lautete, dass „die Zuwachserwartung auf Einstiege in die laufenden Klassen nicht mehr so verlaufen“ wird, „wie wir sie einmal hatten.“ Die Kevelaerer Grundschulen könnten im nächsten Jahr mit ansteigenden Schülerzahlen rechnen, würden aber Werte wie im Jahr 2000 nicht mehr erreichen. Der Schnitt von etwa 240 Kindern pro Jahrgang werde „ein wenig absinken und dann wieder etwas ansteigen.“

Die Entscheidung, eine Gesamtschule einzurichten, „war richtig“, betonte der Schulentwicklungsplaner. Die Gymnasien hätten grundsätzlich eine Jahrgangsstufe verloren, jetzt werde man sie „wiederfinden“. Wie sich das räumlich gestalte, sei dabei eine Kernfrage. Fast alle Gymnasien hätten nicht nur die Klassen 10 abgebaut, sondern im Verdrängungswettbewerb untereinander eine Entwicklung hin zu kleineren Zahlen genommen. „Das macht es leichter, sich an G9 heranzutasten.“ Da sei eine Grundfrage, ob es G9 in Verbindung mit dem Ganztag geben könne. Das KvGG habe „untypischerweise“ das hohe Niveau seiner Schülerzahlen gehalten. Dort gebe es keine große Neigung zum Ganztag. „Machen Sie als Schulträger Ganztag mit der Gesamtschule oder einen eigenen Ganztag?“, das sei da die Frage.

Der Anteil derjenigen, die Eltern werden könnten, werde in den nächsten Jahren dramatisch zurückgehen. Allerdings zähle Kevelaer in Sachen Geburten in den letzten Jahren mit zu den stärksten Städten in NRW. „9,8 Kinder auf 1000 Einwohner ist im Land ein Spitzenwert.“ Für die Grundschulen bedeute das, dass „die Vier- bis Fünfzügigkeit in der Innenstadt in den nächsten Jahren gefestigt“ werden wird. Für die St. Antonius-Grundschule prognostizierte er stabile Zahlen um die 80 Anmeldungen. St. Hubertus werde zwischen Zwei- und Dreizügigkeit liegen. „St. Norbert wird in 20 Jahren der jüngste Stadtteil“ sein, sagte er voraus. Der Standort Overberg mit seinem Teilstandort werde sicher „in die Dreizügigkeit hineingehen.“

Pendlerbewegungen zur Realschule in Geldern

Was den Wechsel zu den weiterführenden Schulen angeht, besuchten aktuell zehn Prozent der Schüler nach dem Ende der Realschule und des Gesamtschul-Standortes Weeze jetzt eine Realschule außerhalb Kevelaers. Es sei die Aufgabe der Gesamtschule, sich zu fragen: „Sind wir in vollem Umfang Realschule, Gymnasium und Hauptschule?“ Es gebe Pendlerbewegungen zur Realschule nach Geldern, sogar zu mehreren öffentlichen Gymnasien außerhalb Kevelaers – man spreche da für Kevelaer von bis zu 70 Auspendlern. „Wir müssen mit einem Viertel der Schüler leben, die Angebote außerhalb nutzen. Das verstehe ich nicht.“

Der Experte zeigte sich überzeugt, dass das Gymnasium locker eine Vierzügigkeit schaffen könne.  Der Befund könne Anlass sein, „intern mit Ihren weiterführenden Schulen zu beraten, was können wir da besser machen, um darauf zu reagieren.“ Es gebe allerdings kaum jemanden, der sich von draußen für Ihre Schulen interessiert. „Hier schlummern Kapazitäten und warten auf den Prinzen, der vorbeikommt“, meinte er fast literarisch. Die Gesamtschule werde sich zwischen 140 und 160 Anmeldungen bewegen – also eine Sechszügigkeit haben, die in den Räumlichkeiten sehr gut machbar sei „zu sehr guten Bedingungen“. Aktueller Stand seien 149 Anmeldungen. Der Gesamtschulleiter Christoph Feldmann unterstrich, dass es bei ihm „genug Räume“ gebe. „Das Problem ist der Ganztag und die Anordnung der räumlichen Struktur.“ Da gebe es noch Möglichkeiten der Erweiterung, gestand er zu, da „auf hohem Niveau“ zu klagen.

Christoph Feldmann und Tristan Tiedtke von der „AG Oberstufe“ erläuterten das Konzept für die Gesamtschul-Oberstufe, die in ca. fünf Monaten gestartet wird. Man sei da mit Fortbildungen und anderen Maßnahmen seit zwei Jahren in der Planung. Tiedtke machte deutlich, dass man „nichts anderes als am Gymnasium“ mache. „Das ist haargenau das Gleiche, auch die gleichen Prüfungen.“ Man habe die Quote der potenziellen Oberstufenschüler/innen von 3,4 Prozent auf ungefähr 30 Prozent hochgedrückt. Aktuell gebe es 82 potenzielle Oberstufenschüler/innen, von denen voraussichtlich wohl 60 den Zugang erhalten werden.

Unterschiedliche Taktungen der Schulstunden würden Kooperation erschweren

Einer Kooperation mit dem Gymnasium stehe man nicht ablehnend gegenüber, unterstrich Feldmann. „Aber ich habe den Eindruck, dass die Stadt sehen möchte, dass wir als Gesamtschule eine Oberstufe bilden können und ein Abitur machen, das eigenständig schaffen. Das können wir und das ist möglich.“ Eine Kooperation sei schon aufgrund der verschiedenen Taktungen der Schulstunden nicht einfach – 45 Minuten bei der Gesamtschule, 67 Minuten beim Gymnasium.

Einstimmig verabschiedete der Ausschuss abschließend die weitere Durchführung des „Verlässlichen Halbtages“ für das Schuljahr 2020/21. Die CDU machte dabei den Vorstoß, das Angebot nicht nur für ein Jahr, sondern unbegrenzt weiterlaufen zu lassen, fand damit durchaus die Sympathie der Vertreter von SPD, Grünen und FDP. Die Verwaltung machte allerdings klar, dass es nicht sinnvoll sei, so vorzugehen, da man nicht wisse, ob man dafür dann neue Beitragsstrukturen braucht. „Das wäre dann kein gutes Signal“, meinte Ulrich Berns. Das solle man dann lieber sorgsam vorbereiten.

Gesundes Wasser für die Schüler und Lehrer

An der Gesamtschule gibt es an Trinkwasserspendern jetzt gesundes Wasser zu trinken und dazu noch 1.200 Flaschen für Schüler und Lehrer. Ermöglicht wurde dies durch die Unterstützung der Stadtwerke Kevelaer, der NiersEnergie und der Sparkasse.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeister Dominik Pichler unterstrich Wolfgang Toonen von den Stadtwerken den Ansatz, nachdem „Leitungswasser als eines der bestkontrollierten Lebensmittel der Welt“ mehr gesundheitlichen Wert hat als Cola oder andere Drinks.

Künftig weniger Abfall

Die Bereitstellung von 1.200 eigenen Trinkflaschen solle auch der Abfallvermeidung dienen. Mitgebrachte Trinkpäckchen oder Einwegdosen würden sonst auf der Müllhalde oder in der Müllverbrennung landen. Insgesamt seien 2.500 Trinkflaschen für die Kevelerer Schulen vorgesehen. Die Flaschen beständen allerdings nicht aus Glas, sondern aus Plastik, „damit sie nicht kaputtgehen“, machte Toonen deutlich, allerdings aus Plastik ohne Weichmacher.

Die Installation der Geräte und die Bereitstellung der Trinkflaschen habe nach seinen Angaben ein finanzielles Gesamtvolumen von 17. 000 Euro. „Also benutzt es pfleglich, wir haben dafür viel Geld in die Hand genommen“, bat er die Fünftklässler, die zur Übergabe gekommen waren.

Der leitende Gesamtschuldirektor Christoph Feldmann erinnerte mit Bezug zur Bibel an die Grundidee, „die Erde zu bewahren, wie sie ist“ und in dem Sinne auch nachhaltig zu wirken, „um Ressourcen und die Umwelt zu schützen.“ Das sei auch seitens der Schule nur mit Partnern zu lösen: „Das hier ist ein kleiner Beitrag dazu.“ Nachhaltigkeit werde in allen Gremien diskutiert, das Thema sei Bestandteil des Lehrplans.

Ergänzend zu der Übergabe hatte die 5b im Bereich Naturwissenschaft eine Info-Stellwand zum Thema „Was ist Plastik – was können wir tun“ aufbereitet. „Es war überraschend, wie gut die darüber informiert waren und das auch im Elternhaus besprochen wird“, gab Lehrerin Karla Seifert ihre persönlichen Eindrücke des Projekts wieder.

Viele Schüler seien dafür „Feuer und Flamme“ gewesen, so wie die elfjährige Ivonna: „Manche Tiere sterben wegen Plastik, und das wollten wir aufzeigen“, machte sie klar. „Wichtig ist, dass wir weniger wegschmeißen, das landet im Meer und die Tiere fressen das“, ergänzte ihr Mitschüler Arges.

Außerdem stellte Gertrud Kannenberg für die Kreis Klever Abfallgesellschaft die im Foyer aufgestellte Wander-Ausstellung „Verschwenden“ vor, Sie zeigt Beispiele auf, wie jeder Einzelne seinen Alltag schon mit kleinen Veränderungen umwelt- und ressourcenschonend gestalten kann.

Wieder mehr Dosen

Thematisiert werden unter anderen „Verpackungsmüll, Lebensmittelverschwendung, bewusstes Konsumieren oder das richtige Entsorgen“. Das Motto laute „Wertschätzen und nicht wegwerfen“, benannte Kannenberg einen durchaus beunruhigenden Trend in Sachen „Getränkekonsum“, der nicht zu unterschätzen sei. „Dosen nehmen wieder enorm zu, Mehrweg ist rückläufig. Das hat viel mit unserer Bequemlichkeit zu tun.“

Sponsoren und Schüler am neuen Wasserspende.