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Ein Blick auf eine besondere Lehranstalt in besonderer Zeit

Erstes Jahrbuch der Gesamtschule

Wie viele Seiten hat eine Gesamtschule? Im Falle der Kevelaerer würden viele Schüler*innen und viele Lehrer*innen wohl sagen: unendlich viele.

Gesamtschüler*innen reisten nach Mönchengladbach, Winterberg, München und Berlin

Endlich gab’s wieder Klassenfahrten

Die Woche vor den Herbstferien ist für viele Schüler*innen der Kevelaerer Gesamtschule eine ganz besondere: In dieser Zeit fahren alle Sechst- und Zehntklässler*innen auf Klassenfahrt.

Kommunales Integrationszentrum und Caritasverband Kleve ermöglichen Jugendlichen den Besuch der Ausstellung im „missio-Truck“

Gesamtschüler*innen gewinnen Fluchteindrücke

Trotz Fotos und Filmaufnahmen im Internet oder im Fernsehen – für viele Jugendliche sind Flucht und Vertreibung sehr abstrakte Themen. Das Projekt „missio-Truck“ mit der Wanderausstellung „Menschen auf der Flucht“ hat sich zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern.

Die Abschlussschüler*innen der Gesamtschule wurden verabschiedet

Eine besondere Schulzeit geht zu Ende

„Jetzt müssen wir wieder umdisponieren – aber das ist für Euch ja kein Problem“, lauteten die Worte von Christoph Feldmann, Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer, als er seine Dankesworte an die Abschlussschüler*innen richtete.

Mehr Eigenverantwortung im Distanzunterricht

„Mal ein Test – könnt Ihr mich gut hören?“, fragt Christian Berghs in den „virtuellen Klassenraum“ hinein. Ein vielstimmiges, mal verzögertes, mal undeutliches „Ja“ schallt dem Mathelehrer des Oberstufen-Grundkurses als Antwort aus den diversen „Bildschirmkästen“ entgegen. Auf einem winzigen Bildschirm kann Berghs die diversen Schüler*innen ausmachen, die an der Videokonferenz teilnehmen. In dem „realen“ Klassenraum, in den er sich zurückgezogen hat, sieht er auf seiner winzigen Bildschirmleiste die „winkenden Hände“ neben den Namen. Sie zeigen an, wer gerade „aufzeigt“ und etwas sagen möchte. 

Die Nachbesprechung des Mathetests mit den Schüler*innen der elften Klasse geht konzentriert und leise vor sich. Immer wieder gilt es für alle Beteiligten, Geduld aufzubringen, um die Verzögerung des Netzes aufzufangen. Sich mit dem Bild wegschalten, das gibt es nicht. „Wir finden es nicht gut, Schüler nicht zu sehen. Es ist so eh schon schwer, weil man kein Gefühl für die Schüler hat“, sagt Schulleiter Christoph Feldmann. „Und es werden immer die Schüler eingeblendet, die was sagen.“ Wer nicht zeigen will, wo er gerade sitzt, kann eine Funktion zum Weichzeichnen des Hintergrundes nutzen. Den meisten Schüler*innen, die im Bild zu sehen sind, scheint das nicht so wichtig zu sein. Sie nutzen die Funktion nicht. 

Dass Lernen mit Hilfe des Programms durchaus funktioniert, beweist die virtuelle Schulstunde. Berghs schreibt die Aufgaben über das „Notes“-Programm auf den Bildschirm, wodurch die Schüler*innen die Schritte mit nachvollziehen können. Und später kommen noch Lernspiele dazu, mit denen die Schüler*innen noch aktiver in den Lernprozess einbezogen werden können. 

Der Lehrer unterrichtet am Tablet. Foto: AF

Viele lernen mit dem Tablet, tatsächlich noch einige mit dem Smartphone. „Solange das Tablet nicht da ist, wird es so gehen“, sagt Jana. Es gab da Probleme beim Versand. „Es ist nicht zu klein, man kann ranzoomen“, meint sie zu der praktischen Seite.  Aber ein bisschen beobachtet fühle man sich in dieser Unmittelbarkeit schon. Ob es anstrengender als der „reale“ Schulunterricht ist? „Hier muss man sich mehr konzentrieren, zuhören und gleichzeitig arbeiten“, sagt Lara. Und ab und zu komme es vor, dass man in Kervenheim halt mal Internetprobleme habe, sodass „ich nix sehe, nix höre und eine Minute verpasse.“ Ihm fehle der Lernrhythmus im Klassenzimmer, sagt Danny.

Ein Quantensprung

Technisch sei das digitale Lernen „ein Quantensprung für die Schule“, sagt der Digitalbeauftragte der Schule, Patrick Cosar. „Es geht um unterschiedliche Lernplattformen – „Logineo“ und „Moodle“ für die Klassen fünf bis zehn und in der Oberstufe arbeiten wir mit ,Teams 365‘“, erklärt die didaktische Leiterin der Gesamtschule, Martina Boudewins.  Schule habe sich in kürzester Zeit komplett gewandelt, ergänzt Schulleiter Christoph Feldmann. „Was sich die Schüler und Lehrer ,draufgeschaufelt’ haben“ an digitalem Umgang und Wissen, „das gab es so noch nicht.“ Für die Lehrer*innen gab es zu Beginn des ersten Shutdowns eine Art dreitägige „Turbo“-Fortbildung, mit der sie erstmal arbeiten mussten. „Es gibt dann immer so kleine ,Fortbildungs-Snacks’ in der Woche von 30 bis 60 Minuten“, ergänzt Boudewins. 

Die Voraussetzungen seit dem ersten Shutdown haben sich deutlich verbessert, nachdem die Lehrer*innen über den Digitalpakt mit iPads von der Stadt versorgt wurden und 150 iPads für die Schüler*innen leihweise parat stehen. Und das Lernen laufe besser als im Frühjahr, bezieht sie sich dabei auf eine aktuelle Umfrage an der Schule. „Da zeichnet sich ab, dass Eltern und Schüler deutlich zufriedener sind.“ Oftmals könnten Eltern schon für ihre Kinder am Vorabend die bereitgestellten Aufgaben ausdrucken und sogar vorbesprechen. 

Über die Videokonferenzen ließen sich nicht nur gezielte individuelle Fragen beantworten, sondern durchaus auch mal andere Fragen bereden, so Boudewins. Auch das sei in der Zeit wichtig. „Klar ist, dass das alles viel mehr Eigenverantwortung für die Schüler bedeutet“, ergänzt ihr Kollege Cosar. 

„Es wird weniger in die Klasse reingerufen“

Die Schüler*innen haben zu dem virtuellen Lernen eine differenzierte Meinung. „Ich denke schon, dass ich in der Schule motivierter bin als vor dem Bildschirm, aber ich finde es richtig, dass wir das jetzt hier so durchziehen wegen Corona“, sagt eine Schülerin. „Wegen Lüften und Corona“, sei es im Moment so besser, meint Maret. Für Emilie ist es aktuell „bequemer, wenn man nicht um 6 Uhr aufstehen und früh mit dem Bus fahren, sondern erst um halb 8 aufstehen muss.“ Und Lara hat einen weiteren interessanten Vorteil ausgemacht: „Es wird weniger in die Klasse reingerufen.“

Aber bei allen klingt deutlich durch, dass ihnen der normale Schulunterricht fehlt. „Ich hätte das früher nicht gedacht, aber ich freue mich auf die Schule“, sagt Lara. „Es fehlt das Stück Normalität und der geregelte Ablauf, morgens um 6 Uhr zu frühstücken, zum Bus und dann zur Schule zu laufen“, fasst Danny das Gefühl aller gut zusammen. Dieser Aspekt kommt bei vielen durch.

Der Start in die Distanz

„Es ist so, dass wir auf viele Sachen zurückgreifen können“, sagte die Rektorin der Hubertus-Grundschule, Helga Dückers-Janßen. „Wir haben uns in den Weihnachtsferien schon vorbereitet, sodass wir am Montag in die Distanz starten konnten.“

Kurz vor Weihnachten hätten die Kinder, die beim letzten Lockdown kein Endgerät zur Verfügung hatten, eins bekommen. „Wir gehen davon aus, dass jedes Kind ein Endgerät hat.“

Man werde in gut zwei Wochen so weit sein, „dass wir über den Videochat mit den Kindern in Kontakt“ treten können. „Das haben wir noch nicht ausprobiert, aber das steht bereit. Das wär ein neuer Schritt ins digitale Lernen.“ Da werde man keinen Unterricht machen, sondern mit den Kindern über die Aufgaben der Wochenpläne sprechen. Es werde auch Lernvideos geben, auf die die Kinder zurückgreifen können.

Die Kinder bekämen passgenaue Materialien, die sie mit Hilfe der Lernvideos bearbeiten können. „Sie gehen mit uns dann in Kontakt. Wir lassen uns die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder eine Bestätigung für ihr Arbeiten bekommen. Motivation ist ein ganz großes Thema.“ Mit den Lernprogrammen habe man schon im Präsenzunterricht gearbeitet. „Das  sind Systeme, die die Kinder seit dem vergangenen Jahr schon bearbeiten. Da können wir sehen, wie oft und wie viel die Kinder gearbeitet haben. Das läuft schon sowohl im Präsenz- als auch im Digitalunterricht.“ Es werde vieles geben, was man nach Corona fortsetzen werde.

Ungünstiges Hin und Her

Dückers-Janßen hofft, „dass wir im Februar mit kleineren Klassen starten können. Das wäre schon toll.“ Denn das Hin und Her von Schließung und Präsenzunterricht sei ungünstig für alle Beteiligten.

Auch der Rektor der Gesamtschule, Christoph Feldmann, sieht die Phase des Distanzlernens gelassen. „Ich gehe da zuversichtlich rein, aber in dem Bewusstsein, dass das nicht gleich Präsenzunterricht ist. „Das soziale Miteinander, das Schule abgesehen vom Lernen als Funktion hat“, das falle weg. Die Voraussetzungen seitens der Schüler seien sicher verschieden, „obwohl viele über die Weihnachtstage ihre mediale Infrastruktur aufgerüstet haben. Damit müssen wir rechnen und wissen damit umzugehen.“

Mit den Lernplattformen „Moodle“ und „Teams“ sei man gut aufgestellt, um ein gutes Angebot zu machen. Klausuren und Klassenarbeiten seien erstmal ausgesetzt. Man sei in der „sehr komfortablen Situation, dass wir über lange Zeit Präsenzunterricht bis in den Dezember hinein hatten, da die Grundlage für die Leistungsbewertung gelegt haben.“

Die stellvertretende Schulleiterinde des Gymnasiums, Christia Dier, sagt: „Wir sind im Gegensatz zum letzten Jahr dahingehend weiter, dass wir das digitale Lernmanagement „moodle“ anwenden. Das haben wir mit den Schüler*innen eingeübt, wie man sich da einloggen und das hochladen kann.“ Und mit den Lehrern fanden Schulungen statt, „sodass wir soweit sind, dass die Kommunikation zwischen Kollegen*innen und den Kleingruppen darüber möglich ist.“ Es gebe auch ein Videotool.

„Das Problem da war, die Server waren zu schnell überlastet.“ Seit der ersten Phase des Distanzunterrichtes habe man einen externen Anbieter dafür. „Montagmorgen hatten wir für die Sek 1 eine digitale Klassenlehrerstunde, damit man die abholt und sagt: Die Ferien sind vorbei und jetzt geht es wieder los. Das fanden wir wichtig, das hat sehr gut funktioniert.“ Die Lernplattform funktioniere sehr gut, „aber wir merken, dass Systeme zu bestimmen Spitzenzeiten in die Knie gehen. Das geht allen Schulen so.“

In Sachen “Klausuren” sei klar, dass laut Erlass in der Sekundarstufe I und der Einführungsphase kei-ne Klausuren bis zum 31. Januar laufen werden. In der Qualifizierungsphase sei das für notwendige Arbeiten möglich.

Bunte Bilder zieren die Gesamtschule

Dass die Gesamtschule Kevelaer sich als bunter Lernort versteht, soll nun auch nach außen strahlen: Schülerinnen und Schüler der siebten und neunten Jahrgänge haben in ihren Religionskursen gemeinsam mit den Lehrerinnen Annette van de Wetering und Saskia Reinkens die Fensterscheiben des großen Glasgangs, der vom Schulhof aus einzusehen ist, mit großformatigen, bunten Bildern verziert. Wenn das Licht in dem Gang angeschaltet ist, ergibt sich so ein beeindruckender Effekt. 

Zu sehen sind auf den Bildern Weihnachtsmotive, aber auch Anbindungen an die gegenwärtige Pandemie. „Wir hoffen, ein wenig von der Fröhlichkeit und dem Optimismus, die unser Schulleben in weiten Teilen tragen, in diesen dunklen Tagen an die Menschen in Kevelaer weiterzugeben und ihnen eine kleine Freude zu machen“, sagt Annette van de Wetering zum Hintergrund der Aktion.

Die Gesamtschule Kevelaer präsentiert sich digital

In Corona-Zeiten ist vieles anders – auch die Art und Weise, wie sich Eltern über den möglichen zukünftigen Schulstandort für ihre Kinder erkundigen können. Die Gesamtschule Kevelaer ist in dieser Beziehung jetzt einen neuen Weg gegangen und hat auf ihrer Internetseite einen „virtuellen Tag der offenen Tür“ ins Netz gestellt.

„Der ist seit dem Wochenende auf der Homepage, stellt die wichtigsten Aspekte der Schule dar“, erläutert Schulleiter Christoph Feldmann. „Wir hätten ja sonst am 14. November unseren offiziellen ‚Tag der offenen Tür‘ gehabt.“ Da dieser aber aufgrund der Pandemie-Situation so wie sonst nicht durchführbar ist, hatte man sich überlegt, wie man in der aktuellen Lage die Schule, ihre Struktur und Aktivitäten bekannt machen kann.

„Zum einen gibt es eine Broschüre für alle Eltern. Dann geben wir im Dezember / Januar individuelle Beratungstermine an, damit man sich umfassend über die Gesamtschule informieren kann.“ Und als besonderen Service kommen jetzt die Videoclips unter dem Titel „Leben.Miteinander.Gestalten“ hinzu.

Zugute kam der Schule dabei, dass mit Simone Kaczmarz eine Lehrerin an der Schule tätig ist, die früher Mediengestalterin war und das nötige Rüstzeug dafür mitgebracht habe. Entsprechend konnte man die Filme selbst fertigstellen. „Das war aber auch sehr zeitaufwendig. Ich habe eineinhalb Wochen gedreht zwischen den Unterrichtsstunden – dazu kam noch der Schnitt“, sagt Kaczmarz, die aber viel Freude an dieser Form der Arbeit gefunden hatte. „Wenn man die Möglichkeit hat zu zeigen, welche tollen Menschen da arbeiten und wieviel Spaß es macht. Da kann man sicher auch ein anders Bild vermitteln“, meinte die frühere Community-Managerin für eine Online-Spielseite.

Die Clips sind zwischen vier bis sieben Minuten lang. „Man wird da durch die einzelnen Abteilungen geführt“, erklärt der Schulleiter. „Die didaktische Leitung sagt was zu den Bereichen, die Leiter der Klassen 5 bis 10 erklären was, der Beratungsleiter der Oberstufe spricht über die Abläufe in der Stufe.“ Und es gibt kleinere Filme, die sich mit den AGs der Schule und der Schulsozialarbeit befassen. „Die Idee war, so ein breites Bild der Schule zu erhalten“, sagt Schulleiter Feldmann. Einige Videos zeigen mehr die inhaltliche Seite, andere mehr bildliche Elemente, wenn es um die Arbeitsgemeinschaften an der Schule geht. „Man kann da sicher einen guten Eindruck erhalten.“

Das Ganze soll keine coronabedingte „Einmal-Geschichte“ bleiben. „Ich glaube, das werden wir auch weiterhin pflegen“, meint Christoph Feldmann. Das muss man dann ja auch aktualisieren – zumal in den Videos aufgrund der Situation alle Schüler mit Maske zu sehen sind. „Wir werden das beibehalten, im Vorfeld solche Erklärvideos im Netz zu präsentieren.“

Und die erste Resonanz, die die Schule bislang auf das Angebot erhalten hat, ist positiv, sagt Feldmann. „Das Thema kam bei den Eltern, die sich erkundigt haben, gut an. Das freut uns.

Greifen die Maßnahmen?

„Die Kommunikation mit dem Kreis ist deutlich besser geworden“, stellte Ordnungsamtschef Ludger Holla gleich zu Beginn dieser Woche klar. Damit nimmt er Bezug auf seine Vorwürfe aus der vergangenen Woche, dass die Zusammenarbeit mit dem Kreis Kleve hinsichtlich der Kontaktnachverfolgung „katastrophal“ sei. Der Kreis hatte die Vorwürfe scharf zurückgewiesen. Offensichtlich hat sich seitdem dennoch einiges verändert. Auch Bürgermeister Dominik Pichler bestätigt, dass sich „die Kommunikation erheblich verbessert hat.“ Auch über die jüngsten Ausbruchsgeschehen in Kevelaerer Einrichtungen sei man frühzeitig informiert worden, erklärt Holla. Nachdem in der Kita des Familienzentrums Sternschnuppe ein Corona-Fall bekannt wurde, folgten Berichte des Kreises Kleve über ein „Ausbruchsgeschehen“ im St.-Elisabeth-Stift sowie über einen Corona-Fall an der Gesamtschule. Sowohl in der Kita als auch an der Gesamtschule blieb eine Schließung der Einrichtung aus.

Petra Burkert-Hendricks, Leiterin der Kindertagesstätte des Familienzentrums Sternschnuppe, erfuhr am 26. Oktober von dem positiven Testergebnis eines ihrer Schützlinge. Das Kind sei am 16. Oktober das letzte Mal in der Einrichtung gewesen, kurz darauf erfolgte ein Corona-Test. Die Einrichtungsleitung wurde zuerst von den Eltern des Kindes über ein positives Testergebnis informiert, kurz darauf vom Gesundheitsamt. Aufgrund einer Listenführung über die Anwesenheit der Kinder konnte schnell festgestellt werden, mit welchen Kindern der / die Infizierte in Kontakt gekommen sein könnte. In diesem Fall mussten sich alle 53 Kinder, die zeitgleich mit dem / der Infizierten in der Kita waren, in Quarantäne begeben, da nicht auszuschließen war, dass es im äußeren Spielbereich Kontakte gab. Außerdem waren drei Erzieherinnen und eine Integrationsfachkraft von der Quarantäne betroffen.

Tests waren negativ

In der vergangenen Woche am Mittwoch hätten schließlich Reihentestungen stattgefunden. „Erste Ergebnisse kamen am Freitagmittag“, sagt Burkert-Hendricks. Alle Ergebnisse waren negativ. Da der letzte mögliche Kontakt innerhalb der Einrichtung mit dem infizierten Kind spätestens am 16. Oktober stattgefunden haben kann, durften die Betroffenen ihre Quarantäne am vergangenen Freitag beenden.

Nachdem die Einrichtungsleitung die Eltern informiert hatte, spürte sie eine gewisse Verunsicherung. „Einige Eltern waren wirklich verzweifelt“, berichtet Burkert-Hendricks. Schließlich war plötzlich eine ganztägige Betreuung der Kinder nötig. Aufgrund der negativen Testergebnisse läuft in der Einrichtung aktuell wieder alles in normalen, Corona-gerechten Bahnen. Für Burkert-Hendricks war dieser Verlauf durchaus ein Indiz, dass die Maßnahmen in der Einrichtung greifen. 

Nach dem KB-Gespräch mit Petra Burkert-Hendricks gab der Kreis Kleve am 3. November bekannt, dass es erneut einen Corona-Indexfall in der Einrichtung gebe. „Die betroffenen Personen sowie die ermittelten Kontaktpersonen der Kategorie 1 stehen unter Quarantäne. Die Kontaktpersonen werden kurzfristig getestet“, heißt es dort.

Lob für das Hygienekonzept

Auch Christoph Feldmann, Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer, bekam kürzlich die Benachrichtigung über einen Corona-Infektionsfall in seiner Einrichtung. Der betroffene Schüler war am Montag, 26. Oktober, einen Tag in der Schule, blieb zwei Tage zuhause und am Donnerstag stand das positive Testergebnis fest. „Uns haben als erstes die Erziehungsberechtigten informiert“, sagt Feldmann. Daraufhin habe man sich mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und das Hygienekonzept der Schule vorgelegt. „Das hat das Gesundheitsamt sehr schnell geprüft.“ Aufgrund des Konzeptes, das auch von Ludger Holla ausdrücklich gelobt wurde, waren keine weiteren Maßnahmen notwendig. Im Nachgang mussten dennoch Schüler aus dem Unterricht genommen werden, da sie – wie sich bei der Kontaktnachverfolgung des Ordnungsamtes herausstellte – in der Mensa Kontakt zum Infizierten hatten. Diese Maßnahme ging allerdings nicht auf Lücken im Hygienekonzept der Schule zurück. Sie ergab sich aus den Angaben des Schülers, die er im Rahmen der Kontaktnachverfolgung gemacht hatte.

„Eine schöne Situation ist das natürlich überhaupt nicht, wenn irgendwo ein Corona-Fall auftritt“, macht Feldmann deutlich. „Ich denke, wir gehen jedoch sehr verantwortungsbewusst mit der Situation um.“ Dennoch stelle man sich immer wieder die Frage: „Tut man alles für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler, der Kolleginnen und Kollegen und allen sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Schule?“ Eine Anspannung bleibe immer, sagt der Schulleiter, der mit diesen Gedanken nicht alleine ist. „Es gab einzelne Rückmeldungen von besorgten Eltern“, erklärt Feldmann. Den Corona-Infektionsfall an der Schule hatten die Verantwortlichen am 29. Oktober online öffentlich kommuniziert. In dieser offensiven und transparenten Vorgehenswiese sieht Feldmann einen Grund dafür, dass sich die Rückfragen von Schülern und Eltern in Grenzen hielten.

Auch für die Gesamtschule gab der Kreis am 4. November nach dem KB-Gespräch bekannt, dass ein Corona-Indexfall vorliegt.

Während in den betreffenden Einrichtungen aktuell keine größeren Ausbruchsgeschehen zu verzeichnen sind, steigen die Corona-Neuinfektionen in Kevelaer weiterhin an. Innerhalb einer Woche (27. Oktober bis 3. November) wurden 29 Neuinfektionen verzeichnet. Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve liegt (Stand: Mittwoch, 4. November) bei 115,5. Bürgermeister Dominik Pichler hofft, dass sich bereits in der kommenden Woche in den Zahlen widerspiegeln wird, dass die erneuten Einschränkungen Wirkung zeigen. Er appelliert erneut an die Bürgerinnen und Bürger, sich auch im privaten Bereich angemessen zu verhalten: „Wenn die Bevölkerung sich im privaten Raum nicht achtsam verhält, kann die Landesregierung beschließen, was sie will.“

Advent, Advent…

Mit den neuen Einschränkungen gibt es auch Neuigkeiten in Sachen Advents- und Krippenmarkt: Die Verantwortlichen überlegen aktuell, den Markt eine Woche später als geplant zu starten, erklärt die Stadtverwaltung. Der ursprünglich angesetzte Beginn Ende November ist aufgrund der dann noch geltenden Corona-Schutzverordnug nicht möglich. Das Hygienekonzept stehe weiterhin, so Ludger Holla. Eine endgültige Absage des Marktes gibt es bisher nicht. Allerdings, so Pichler, müssten sich die Veranstalter die Frage stellen, „ob sie sich einen Gefallen damit tun, einen solchen Markt in diesen Zeiten zu veranstalten.“

Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auch auf die Marketing-Preis-Verleihung. Diese war für den 20. November als Online-Veranstaltung geplant, wird nun allerdings auf den 5. Dezember verschoben. Die aktuellen Corona-Einschränkungen hätten einfach zu starke Auswirkungen auf die Durchführung gehabt, erklärt Pichler. Allein die Band der „Kevelaer All Stars“ umfasse 14 Personen und dürfe sich nicht für eine Online-Übertragung auf der Bühne zusammenfinden. Die Verschiebung sei „der Versuch, der Durchführbarkeit der Veranstaltung mehr Sicherheit zu geben“, so Pichler.

Bummeln am Sonntag?

Auch über die verkaufsoffenen Adventssonntage ist noch nicht endgültig entschieden worden. Laut aktueller Corona-Schutzverordnung bleiben sie erhalten. Die Gewerkschaft „verdi“ hatte die Verordnung bereits Anfang Oktober scharf kritisiert und die Landesregierung dazu aufgefordert, bei der Überarbeitung der Corona-Schutzverordnung die Möglichkeit der Sonntagsöffnung zurückzunehmen. Der Aufforderung folgten die Verantwortlichen offenbar nicht, denn auch in der aktuellen Verordnung, die bis zum 30. November gilt, ist eine Öffnung vorgesehen. Dass der Zeitraum der Gültigkeit der neuen Verordnung nun zumindest einen der geplanten Sonntage (29. November) umfasst, biete „verdi“ nun eine Grundlage für eine Klage, erklärt Pichler. Es kann also sein, dass die Öffnung in der nächsten Verordnung noch ausgeschlossen wird.

Schüler wollten hoch hinaus

Die Schüler der 8b der Gesamtschule durften sich im Rahmen einer Teambuilding-Maßnahme auf einen elf Meter hohen Kletterbaum begeben. Konzentriert verfolgte dabei Cornelius Niederholz vom Boden aus, wie Melissa langsam die Roteiche hinaufkletterte.

„Jetzt geh in die Hocke, dann lass ich dich langsam runter“, rief ihr der ausgebildete Erlebnispädagoge und Schulsozialarbeiter an der Gesamtschule zu, nachdem sie die Spitze der elf Meter hohen Baumkletterstation erreicht hatte.

Als sie unten war, berichtete sie voller Stolz und Erleichterung: „Das hat Spaß gemacht. Erst mal habe ich nicht mal nach unten geguckt, ich war aufgeregt.“ Sie hätte zwar zwischendurch ziemliche Angst gehabt, weil es so hoch war. „Zum Schluss hat es sich so angefühlt, als ob ich langsam falle. Aber es war cool.“

Niederholz hatte die ganze Vormittagsaktion für die Schüler der Klasse 8b organisiert. „Heute machen wir einen Erlebnistag mit verschiedenen Teambuilding-Aktionen, unter anderem dieser Kletterstation, wo die Kids einfach nochmal über sich hinauswachsen können, aber nicht müssen.“

„Über die Gelsenwasser-Stiftung haben wir 2.000 Euro zur Verfügung gestellt bekommen, womit ich dieses Klettermaterial angeschafft habe. Jetzt haben wir hier die Möglichkeit, langfristig regelmäßig die Schülerinnen mit Kletterangeboten auszustatten“, freute er sich über die Möglichkeit.

„Wir haben diese sogenannten Monkey-Griffe, die helfen, an Passagen im Baum, wo keine Äste zur Verfügung stehen, den Baum hochzukommen. Wir haben oben Bandschlingen reingehängt, über den ein Sicherungssystem läuft“, erklärte er den Ablauf. „Ich hab hier ein Seil, über das die Kinder mit Klettergurten gesichert sind und sichere sie vom Boden aus.“

In der Sporthalle wurde Eis verpackt

Neben dieser Station gab es noch zwei weitere Herausforderungen, Murmelbahnen bauen an einem Hügel mit Naturmaterialien und im oberen Foyer der Zweifachturnhalle das Verpacken eines Eis auf eine Art und Weise, dass es beim Fallen aus zweieinhalb Meter Höhe nicht kaputt geht.

In der Sporthalle wurden die Schüler zuvor in drei Gruppen aufgeteilt. Sie mussten Teamaufgaben lösen. Zum Beispiel gab es ein Tuch mit Löchern, das die Schüler spannen und darauf einen Ball im Kreis wandern lassen mussten.

Die größte Resonanz fand bei vielen Jugendlichen aber der Kletterbaum. „Ich will es nochmal versuchen. Ich war schon einmal oben , habe es aber nicht bis ganz nach geschafft“, sagte der 14-jährige Pascal. „Es ist schön, wenn man Teile der Schule von oben sieht“, fand der 13-jährige Tom die Aussicht einfach nur klasse.

Und auch der 14-jährige André hatte seinen Spaß an der Kletterei. „Erstmal war es etwas Angst dabei. Aber beim dritten Mal war es easy“, meinte er, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. „Ich finde das richtig krass.“