Kävele lävt – Jahr der Erinnerung

Gedenkfeiern für Theodor Bergmann und Jupp Tenhaef und neue Projekte zu Heimatsprache und Heimatforschung

2018 steht ganz im Zeichen besonderer Jahrestage Kevelaerer Persönlichkeiten, die sich um unsere Sprache und die Heimatforschung verdient gemacht haben. Der Museumsverein und das Kevelaerer Blatt werden im Laufe des Jahres mit verschiedenen Aktionen und Projekten daran erinnern, um das Interesse an der niederrheinische Mundart und an der Heimatgeschichte am Leben zu erhalten.

Zum Todestag von Theodor Bergmann, der sich am 17. Mai zum 70. Mal jährt, findet an diesem Donnerstag um 19 Uhr an seiner Büste auf der Basilikastraße – hinter der Basilika – eine kleine Gedenkfeier statt. Der Männergesangverein wird einige von Bergmann verfasste Lieder vortragen, darunter natürlich auch unser Heimatlied „Wor hör ek t’hüß“, das gerne jeder mitsingen darf.

Auch der Geburtstag von Bergmann jährt sich in diesem Jahr zum 150. Male. Hierzu wird es am 27. Oktober eine Gedenkfeier „Maisüches on Heijblumme“ im Museumscafé geben. Es werden Texte von Theodor Bergmann in niederrheinischer Mundart vorgetragen und Lieder gesungen und gespielt.

Theodor Bergmann starb vor 70 Jahren und der Geburtstag jährt sich zum 150. Male.
Der Geburtstag von Jupp Tenhaef (mit seiner Lebensgefährtin) jährt sich zum 100. Male.

Jupp Tenhaef wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Auch dieser Gedenktag wird mit einer Feierstunde „Et Hart op de Tong“ am 17. November begangen. Neben der Enthüllung einer Gedenktafel in der Museumspassage wird es Text- und Liedvorträge aus dem Schaffen Tenhaefs geben. Des Weiteren werden gesammelte Werke Tenhaefs der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Geburtstag von Peter Martens jährt sich zum 110. Male.

Der Geburtstag von Peter Martens, Kevelaerer Dichter und Vater von Mine Paliwoda, jährt sich zum 110. Male. Er schuf mehr als 200 Mundart-Gedichte.

Der Todestag von Griche und They Gerrits jährt sich zum 80. Male.

Der Todestag von Griche und They Gerrits jährt sich zum 80. Male. Die Schravelener Geschwister hatten ohne akademische Bildung die hiesig Natur wissenschaftlich fundiert erforscht. Mehr als 5.000 Pflanzen hinterließen sie in einem Herbarium dem Museum. Leider wurde dies im 2. Weltkrieg zerstört. Darüber hinaus verfassten sie zehn Bücher und Schriften über die Sitten und Gebräuche ihrer Mitmenschen.

Herbert Cürvers, sen. sein Todestag jährt sich zum 5. Male.

Der Kevelaerer Goldschmied Herbert Cürvers sen. verstarb vor fünf Jahren. Sein Werk „Das Kevelaerer Mundart-Wörterbuch“, das ein einzigartiges Nachschlagewerk über unser Kevelaerer Platt ist, wurde vor 35 Jahren der Öffentlichkeit präsentiert. In seinem Vorwort schreibt Cürvers: „Ich würde mich freuen, wenn dieses Buch im Laufe der Zeit ergänzt wird.“

KB plant Neuauflage des Kevelaerer Mundart-Wörterbuches

Das Kevelaerer Blatt beabsichtigt, im Rahmen einer „Leader“-Förderung eine Neuauflage des Mundart-Wörterbuches als „Kevelaer Edition“ zu realisieren (der Antrag ist gestellt). „Dabei geht es uns nicht nur darum neue Vokabeln hinzuzufügen, so wie es sich Herbert Cürvers sen. gewünscht hatte“, erläutert KB-Herausgeber Rudi Beerden. „Das 35 Jahre alte Wörterbuch ist leider nur in platt-hochdeutsch erstellt worden und erschließt sich somit den meisten Menschen, die nur wenig oder gar kein Platt sprechen, nicht mehr. Wir wollen eine zeitgemäße Version erstellen, die auch eine hochdeutsch-platt Übersetzung beinhaltet.“

Noch viel wichtiger sei aber, dass die Aussprache nicht verloren gehe. Aus diesem Grund soll in dem Projekt auch eine Online-/App-Version entstehen, die jede Vokabel mit einer Audio-Datei versieht, so dass man sich auch anhören kann, wie sich Kävels Platt anhört und man weiss, wie man es ausspricht.

„Wenn die Projektförderung genehmigt wird, werden wir noch ausgiebig darüber berichten und auch die Kevelaerer einladen, an diesem Projekt mitzuwirken“, kündigt Beerden an.