Anlieger und Gäste feiern die Hauptstraße

Es hatte schon was von einem kleinen Volksfest, was sich da vor dem Ausgabestand von Moeselaegen am vergangenen Donnerstag, 23. August 2018, abspielte. Leute stellten sich in die Schlange, um sich eine kostenlose Brat- oder Currywurst und ein Getränk zu holen. Die beiden Planungs-„Architekten“ der Straße, Franz Heckens und Sandra Kimm-Hamacher, posierten gerne mit dem Baustellenmaskottchen „Grubi“ – und allgemein war die Erleichterung über das Ende des ersten Bauabschnittes an der Hauptstraße zu spüren.

„Wir sind erleichtert, dass alles so gut geklappt hat“, meinte Heckens von der Kevelaerer Stadtplanung. „Wir sind froh, dass es durch ist“, ergänzte Norbert de Ryck als Ressorleiter für den Tiefbau der Stadtwerke. „Ich bin sehr zufrieden mit den Arbeiten der Firma. Wir sind zwar zeitlich drüber, aber es war, wenn man den Schlechtwetterstart mit berücksichtigt, schon eine Punktlandung.“

Franz Heckens, Grubi und Sandra Kimm-Hamacher verteilten den Baustellensand. (Foto: aflo)

Franz Heckens, Grubi und Sandra Kimm-Hamacher verteilten den Baustellensand. (Foto: aflo)

Kimm-Hamacher verteilte unter den Besuchern an den Tischen kleine Säcke. „Das ist Baustellensand von der Hauptstraße, den haben wir irgendwann speziell für diesen besonderen Moment zurückgehalten“, erklärte sie. So sorgte dieses kleine Präsent auch bei Sile Manbach und Beate Vedder für ein Schmunzeln. „Ich stelle es auf den Tisch im Lottogeschäft“, freute sich die 43-Jährige, die zugegebenermaßen die Monate zuvor nicht so viel zu lachen gehabt hatte. „Wir haben sehr gelitten – aber wir stehen noch“, resümierte sie. Zum 1. Januar hatte sie den Laden von Beate Vedder übernommen, die nach 42 Jahren aufgehört hatte. „Es hieß während der Bauphase nur noch: „Kevelaer, die Baustelle.“ Beide waren sich aber einig: Das Ergebis ist sehr gut. „Vor allem für Ältere und Rollatoren“, lobten sie und freuten sie sich auf den Moment, wenn die Laternen stehen werden. „Die Lampen werden nächste Woche ausgeliefert. Und wenn die Bauarbeiter ihren Urlaub durchhaben, werden sie im Herbst aufgestellt“, kündigte de Ryck an.

Was die Straße und den Aspekt Barrierefreiheit anbetraf, gab es durchweg nur Zustimmung. „Wesentlich besser insgesamt“, fand auch Helmut van den Berg und genoss eine Wurst. „Ich saß vor fünf Jahren im Rollstuhl. Das war so erbärmlich, mit gebrochenem Bein über diese Buckelpiste“, zeigte der 60-jährige Kevelaerer zugleich Verständnis für die gequälten Anlieger: „Das hätte ich nicht mitgemacht.“

Veronika Hebben schlug die Brücke zur Geschichte. „Historisch gesehen hatte die Hauptstraße immer zwei Trottoirs, und das bildet die Straße jetzt nach“, meinte die Leiterin des Niederrheinischen Museums, die mit Aufsichtsrat und Mitarbeitern vor „ihrem“ Straßeneingang zur Unterstützung stand. „Und das trotzdem alles erdig und zeitgemäß – mit Blindenweg“, zeigte sie sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Zum Ende hin ließ die Werbegemeinschaft Hauptstraße noch die letzten Lose für die Präsente ziehen und dann wurde bis in den Abend hinein gefeiert.


Nach dem Bau ist vor dem Bau
Der zweite Bauabschnitt soll Anfang/Mitte Januar in Angriff genommen werden. Fertig sein soll er Mitte/Ende Juli. „Danach kommen der Kapellenplatz und der Peter-Plümpe-Platz dran“, erklärte de Ryck.