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Werner Neumann setzt Belohnung für Täterhinweis aus

Ärger über Bauschutt in der Blumenwiese

Normalerweise erfüllt es Werner Neumann mit Freude, wenn er die prachtvolle Wildblumenwiese am Maasweg in Twisteden betrachtet.

Ein Teil der Anschaffungskosten wurde aus einem Landesprogramm finanziert

Erstes E-Nutzfahrzeug am Kevelaerer Betriebshof

Einigen von Ihnen wird das neue Fahrzeug des Betriebshofs im Straßenbild sicher bereits aufgefallen sein. Durch den bekannten Orangeton lässt es sich dem städtischen Betriebshof eindeutig zuordnen, doch das neue Gefährt mutet deutlich futuristischer an.

Der Kampf gegen den Schnee

Um kurz nach halb acht hatten sich einige der Mitarbeiter*innen des Kevelaerer Betriebshofes versammelt. Der Leiter des Betriebshofes, Johannes Baaken, wies seinen Mitarbeiter André Urselmann an: „Wenn es sich am Feriendorf nicht lohnt, dann fährst Du da einfach drüber, fährst dann zur Binnenheide, Wetten durch und zu der einen Dame, die war ganz verzweifelt.“

Er erläuterte dazu den Hintergrund: „Sie hat ein schwer behindertes Kind, sie hat Angst, dass da im Notfall kein Rettungswagen durchkommt.“ Solche Ausnahmen mache man „aus menschlichen Gründen selbstverständlich“, meinte er. „Wir sind seit vier Uhr unterwegs“, erläuterte Baaken. „Dann geht es los zur Streckenkontrolle.“ Man habe letzten Freitag gefragt, wer könnte und habe mehr Leute mobilisiert. Alle 30 Mitarbeiter*innen seien in Schichten im Einsatz. Diejenigen, die morgens um vier Uhr anfingen, würden abends nicht mehr rausgerufen.

„Aber auch wenn die Mittel für einen Bauhof dieser Größenordnung und für die Stadt exzellent sind: Ganz Kevelaer schnee- und eisfrei zu bekommen, ist Utopie, auch bei Temperaturen von minus zehn Grad“, stellte Baaken klar. „Wir haben am Sonntag, als der Schnee kam, schon gestreut, und dann ganztägig. Gestern haben wir da dran noch bis 22 Uhr gearbeitet.“

Bis jetzt seien ihm keine größeren Unfälle in der Stadt bekannt. „Darum geht es, Sicherheit zu gewährleisten und dass die Infrastruktur nicht zusammenbricht.“ Priorität habe das Hauptstraßenverkehrsnetz in der Stadt, die sogenannte „Kategorie 1“. Normalerweise mache man die Nebenstrecken nicht. „Sonntag deutete sich aber an, dass einige Pflegedienste anriefen. Auch die Postzustellung ist ein Thema. Da haben wir mit Pichler und dem Fachbereichsleiter Püplichhuisen besprochen, dass wir, wenn wir Kategorie 1 fertig haben, auch den Außenbereich und die Nebenstraßen mit machen.“

Jeden Tag aufs Neue

André Urselmann fuhr nach der Einweisung mit dem Räumfahrzeug vom Hof. „Ich komme von einem landwirtschaftlichen Betrieb, zu Hause von der Berendonk.“ Den Job im Betriebshof, den mache er seit drei Jahren. Die vergangenen Tage sei er in vollem Einsatz gewesen. „Sonntag waren es 13 Stunden, Montag zehn und heute schauen wir mal.“

Während der Fahrt beschrieb er die Situation zu Beginn des Wintereinbruchs. „Am Sonntag wussten wir in der Innenstadt nicht mehr, wohin mit dem ganzen Schnee. Das war schon kriminell.“ Durch die Schneeverwehungen sei nichts zu machen gewesen. „Am Morgen habe ich eine Strecke geschoben, die war um zwölf Uhr wieder voll.“ Er verstehe die Anlieger, „wenn die meckern, dass man an den Seiten alles voll schiebt. Aber die Zufahrtsstraßen müssen halt frei sein.“

Und neben dem Schneeschieben ereigneten sich auch noch andere Dinge, auf die man reagieren muss, erzählte er beim Auffahren auf die B 9 Richtung der Kreuzung nach Winnekendonk. „Ich habe gestern auch ein paar Autos rausgezogen. Ein etwas stärkerer Geländewagen hatte sich an der Veerter Staße im Graben festgefahren und beim Anziehen ist auch der Trecker leicht weggerutscht.“ Da sei Vorsicht angesagt. „Wenn ich selber im Graben lande, ist das nicht so schön.“ Die Prozedur habe aber nur 20 Minuten gedauert.

Ein Malheur durch Schneeverwehungen.

Auf dem Weg zur Kreuzung fielen uns am Straßenrand zwei Autos auf. „Ein Auffahrunfall“, sagte Urselmann. Da gab es keinen Anlass zum Eingreifen. Er fuhr auf die Kreuzung zu. „Wir machen im Feriendorf erst mal die Zufahrtswege frei.“

Nahe der Bushaltestelle Höhe der früheren Schankwirtschaft Joosten schaufelte ein junger Mann Schnee, sah den Schneeräumer und hob den Daumen. „Das passiert mittlerweile sehr oft. Man wird gegrüßt, die Leute freuen sich auch. Bei älteren Damen fährt man mal die Auffahrt rauf und runter.“ Und erntet ein Dankeschön.

Bei der Fahrt durch Schravelen war wahrzunehmen, dass nicht mehr so viel Schnee auf der Straße war. „Wenn jetzt ein bisschen mehr Schnee drauf wäre und der Trecker müsste richtig kämpfen, dann schwankt er nach links und rechts.“ Mit Allrad und 25 km/h bei einem Eigengewicht von 5,5 Tonnen sei das aber kein Problem.

Der Schieber schob den Schnee zur Seite, aber die Spur konnte er unwesentlich verbreitern. „Die Schieber haben eine Breite von 2,80 Meter, ich kann sie von links nach rechts schwenken“, erläuterte Urselmann die Mechanik. In der Regel fuhren die Autos in der Mitte, aber das sei kontraproduktiv, „weil man immer die Spur, die nicht befahren wird, freiräumen muss.“

Am Wissener Weg fuhr Urselmann dann langsamer: „ Jetzt fangen wir an, die Einfahrt hier mal freizuschieben. Die Landesstraßen werden von ‚Straßen NRW‘ freigemacht, und die schieben das auch nur nach rechts“, fiel ihm an der Stelle auf. In Richtung Landhaus Voeskenshof fuhr er mit dem Räumer die linke Seite ab, um die Spur sichtbarer zu machen.
Ob man überhaupt einen Blick für die Landschaft habe während der Arbeit? „Zu Anfang schon, aber dann sieht man nur noch Schnee.“ Am Vortag habe er ziemlich viele Wirtschaftswege freigefahren. „Da muss man auch sehr konzentriert fahren. Da klatscht der Schnee gegen die Scheibe und man hat schlechte Sicht.“

Auf den Feldwegen könne man schon wahrnehmen, dass „die Landwirte viel mit Schaufel und Trecker freigelegt“ hätten, meinte Urselmann, während er auf Höhe Michelsweg den Schnee gleichmäßig beiseiteräumte.

Am Hohen Weg in Winnekendonk lag wenig Neuschnee. Wenn man da schiebe, verleihe man der Fläche nur eine gewisse Glätte. „In der Regel sollte man nur schieben, wo viele Autos fahren und auch den Modder direkt wieder von der Seite schieben, damit er nicht gefrieren kann. Hier ist das nicht machbar. Wir kommen da nicht mit den Schneeschildern nach unten weg.“ Das würde ansonsten den Zustand der Straße nur verschärfen. Urselmann bog anschließend in die Kevelaerer Straße ein. „Da waren hier die Kollegen heute morgen schon“, machte er darauf aufmerksam, dass die Straße relativ frei war. Einige Bürgersteige waren noch mit Schnee bedeckt. „Die müssen von den Anwohnern freigeräumt werden“, sagte er. Dass das nicht immer sofort passiere, verstehe er. „Die Leute sind berufstätig, und da macht man das morgens einmal“, meinte der 30-Jährige.

Auch Fußgruppen dabei

Mit den Kleintreckern seien die Fußgruppen vom Betriebshof aus unterwegs, um solche Flächen, Parkflächen und Gehwege freizuräumen. Nahe der Feuerwehr stand ein Wagen mit Kollegen, die die Übergänge freimachen, deutete er in deren Richtung.

Auf dem Weg zur Binnenheide erzählte er von einer weiteren Begebenheit: „Gestern habe ich auf der Kapellener Straße auch eine Frau rausgezogen, die ist einem LKW ausgewichen. Da ist es natürlich eng zwischen Wetten und Kapellen. Die war ganz panisch und war froh, dass ein Mann da war, der wusste, wo der Abschlepphaken an ihrem Auto ist.“ Aber lieber ein Auto im Graben als ein LKW, meinte Urselmann.

Wie wahr der Satz war, erwies sich einige Minuten später, als Urselmann an der Einfahrt Achterhoek 4 auf einen Landwirtschaftskollegen mit seinem Fahrzeug traf. „Ich habe von ihm erfahren, dass beim Bauer Mott ein 40-Tonner feststeckt. Er hat versucht, ihn rauszuziehen, aber dabei sind Seil und Kette gerissen. Jetzt kommt noch ein zweiter LKW, der pumpt ihn leer und danach könnte man ihn rausziehen, aber das dauert sicher ein paar Stunden.“ Da könne er allein nichts ausrichten, sagte Urselmann. „Wenn er wirklich im Graben steckt – und wir haben ja auch nicht den optimalen Grip, denn wir stehen ja auch auf einer Schneefläche – da hat man keine Chance.“ Am Vortag hatte er noch einen schweren Geländewagen rausgezogen. „Da kam ich auch ins Rutschen. Der hatte auch seine zwei Tonnen.“

Bei 40 Tonnen würde man vielleicht mit einer Kolonne von zwei, drei Treckern ziehen. Aber das sei nicht nur eine herausfordernde, sondern auch eine gefährliche Geschichte. „Die Ketten rundherum können alle reißen, die Seile auch, und wenn die in der Heckscheibe oder im Führerhaus landen…“ Da müsse man überlegt handeln.

Für ein Pärchen endete der Ausflug im Schneeberg.

An einem Weg hinter einer kleinen Brücke stand im Schnee ein Auto, das in der Kurve versuchte, weiterzufahren. „Das wird nix“, meinte Urselmann sofort und stieg aus. „Wir wollten in der Einsamkeit mit unserem Hund spazieren gehen. Man muss ja irgendwo stehen und jetzt stehen wir“, erklärten die Winnekendonker Bianca und Marcus Thun, die sich über die Hilfe freuten. Mit dem Abschleppseil zog Urselmann den Wagen aus dem Schnee. „Man unterschätzt die Fähigkeiten des eigenen Autos“, sagte der Fachmann. „Sie sagten, die Straße war freigeschoben, wollten nur links parken – und dann war Endstation. Alleine wären sie nie da raus gekommen.“

„Die Schneeverwehungen“ nannte kurz darauf der Fahrer eines festsitzenden „Campina“-Milchlastwagens als Grund für sein Malheur, als wir ihm entgegenfuhren. „Jetzt kommt noch ein anderer Fahrer und pumpt den Wagen leer, zieht den dann mit der Abschleppstange raus. Wenn der beladen ist, ist das so ´ne Sache. Das haben die grade mit drei Treckern versucht und nicht geschafft.“

Nachdem André Urselmann den Weg der Frau mit dem behinderten Kind freigeräumt hatte, führte uns der Weg Richtung Wetten. Am Betriebshof endete die Fahrt. „Jetzt noch Berendonk, dann Richtung Wetten und nochmal Binnenheide, Kapellener Straße, dann wieder Innenstadt – und dann ist es gut für heute“, umriss der Fahrer den Rest der Schicht, bevor er kurz zur Ruhe kam.

Auf dem Spielplatz geht‘s rund

Schaukel und Wippe standen nicht zur Debatte, als es um die Umgestaltung des Wettener Spielplatzes „Am Mühlenkamp“ ging. Denn in einem waren sich die Verantwortlichen einig: Der alte Sandkasten, der zum Ende hin überwiegend von den Katzen als Toilette genutzt wurde, sollte einem Spielgerät weichen, das nicht in jedermanns Garten steht. Der Spielplatz sollte einfach wieder mehr Zulauf finden und für alle Altersklassen etwas bieten, erklärt die Wettener Ortsvorsteherin Beate Clasen.

Bei einer Begehung der Wettener Spielplätze durch die Spielplatzkommission, Anwohner und die Ortsvorsteherin war beschlossen worden, dass der Spielplatz ein „Upgrade“ vertragen könnte. „Da haben wir sehr unkompliziert für eine Aufwertung gesorgt“, freut sich Clasen über die zügige Umsetzung der Idee.

Auch für den Schutz der Kinder ist gesorgt

Mitarbeiter des Kevelaerer Betriebshofes installierten nun zum Ferienbeginn das kegelförmige, sich drehende, kleine Klettergerüst. „Der Betriebshof hat das astrein umgesetzt mit den Fallschutzplatten“, verweist Clasen auf die ausgelegte Bodenfläche rund um das Gerüst.

Das Gerät werde von zahlreichen Kindern aus der Nachbarschaft bereits gut angenommen und sorge neben der bestehenden Wippe und dem kleinen Karussell für Abwechslung. Walburga Kamps (Foto rechts), Sprecherin der Spielplatzkommission, Beate Clasen (links), Tina Keller als Anwohnerin und einige Kinder aus den umliegenden Straßen trafen sich bereits, um das neue Objekt in Augenschein zu nehmen.

Dicke Wasserstrahlen gegen die lange Dürre

Es ist gerade mal acht Uhr morgens. Die Sonne scheint es an diesem Tag, wie auch schon in den vergangenen Wochen, mal wieder gut zu meinen. Das Thermometer steuert bereits schon zu diesem Zeitpunkt auf die 30°-Marke zu.
André Elbers und Rüdiger Verhoeven, Betriebshof-Mitarbeiter der Stadt Kevelaer, besteigen an diesem frühen Morgen ihr Stadtfahrzeug. Hinten auf der Ladefläche ein 2000-Liter-Fass, gefüllt mit Grundwasser. Ihre Kollegen sind bereits seit sechs Uhr unterwegs. Und auch ihre Fahrzeuge sind beladen mit Wassertanks. Anweisungen erhalten sie vom Betriebshofleiter der Stadt Kevelaer, Johannes Baaken: „Ihr fangt heute bitte an der Hubertusstraße an, wenn ihr damit durch seid, kommt ihr zum Nachfüllen und fahrt dann nach Kervenheim.“ Ihre Mission: Dringend benötigtes Wasser für Bäume und Pflanzen in der Stadt Kevelaer und ihren Ortschaften „ausschenken“.
Nicht nur die Sonne und die langanhaltende Hitze treiben in diesen Tagen Schweißtropfen auf die Stirn der Betriebshofmitarbeiter. „Bis Anfang der vergangenen Woche konnten wir auch noch von einem ganz normalen Sommer sprechen“, erklärt Johannes Baaken, „die Temperaturen sind auch nicht das Problem, sondern die langanhaltende Trockenheit“, fügt er mit sorgenvoller Miene hinzu. Und genau die lässt Bauhofmitarbeiter, freiwillige Feuerwehren, Heimat-und Naturvereine, aber auch viele Privatpersonen zu Maßnahmen der Bewässerung greifen. In einem ganz normalen Durchschnittssommer brauche man keine zusätzliche Bewässerung von Straßenbäumen und Bepflanzungen: „Da reicht eine alle zwei bis drei Tage stattfindende Bewässerung von Jungbäumen und Kübelbepflanzung in der Innenstadt“, weiß André Elbers zu berichten. Es gehe auch nicht darum, die Natur zu verwöhnen. Ganz im Gegenteil.
Im Normalfall ist ein „Altbaum“ (ab einem Alter von fünf Jahren) in der Lage, sich selbst zu versorgen. Will heißen: Er zieht sich das Wasser mit seinen Wurzeln aus dem Erdreich. Da aber durch die langanhaltende Trockenheit der Grundwasserspiegel gesunken ist, versiegt auch die Nahrungsquelle des Baumes. Bereits jetzt schon sind Verbrennungserscheinungen in der Krone deutlich zu erkennen. „Besonders Bäume und Bepflanzungen in eingefassten Beeten am Straßenrand brauchen jetzt zusätzliche Hilfe durch Wasserzugabe“, betont Elbers.
Seit der vergangenen Woche werden flächendeckend ganze Straßenzüge in der Innenstadt und im Außenbezirk sowie in den Ortschaften zusätzlich bewässert. Hierfür durch Landwirte und das Twistedener Unternehmen Mikro Veda zusätzlich gespendete Wassertanks, die ein Fassungsvermögen von 1000 bis 2000 Liter haben, helfen dabei, die botanische Not zu lindern. Weitere Hilfe gewährt auch die Firma Teunesen Sand und Kies GmbH, die eine Wasserentnahme aus ihrem nahe gelegenen Werk Hüdderath anbietet. Zusätzliche Güllefässer helfen bei der logistischen Ausbringung von Grundwasser. Die Freiwilligen Feuerwehren der Ortschaften Kevelaer, Twisteden, Winnekendonk, Wetten und Kervenheim verkürzen ihre Übungen und helfen, in Absprache mit der Stadt, beim Bewässern von Pflanzen und Bäumen.
Erfreulich ist auch die Hilfe von Nachbarschaften und einzelnen Bürgern. „Dafür ein dickes Lob und herzliches Dankeschön“, betont Baaken, der das Jahr 2018 mit Sturm Frederike im Januar, dem anschließenden starken Frost und der großen Hitze mit langanhaltender Trockenheit jetzt noch lange in Erinnerung behalten wird. „Solange ich hier arbeite, und das sind immerhin schon 19 Jahre, haben wir diese Maßnahmen mit zusätzlicher Bewässerung noch nicht ergreifen müssen“, erklärt der Betriebshofleiter.
Anna Oymann und ihr Sohn Luke von der Hubertusstraße haben auch ihre Gießkanne gefüllt, gießen die vor ihrer Haustür stehende Linde. „Ich habe einen eigenen Brunnen und natürlich gebe ich dann auch Wasser“, sagt die junge Frau. Denn einen traurigen Baum vor dem Haus zu haben – das gehe schließlich gar nicht.
Das sieht auch Annette Pörting so. Zwar sei sie froh darüber gewesen, dass die alte Linde nicht mehr da ist. Und ihre Begeisterung hielt sich „ziemlich in Grenzen, als ich sah, dass wieder eine Linde gepflanzt wurde“, betont sie, „aber ich lasse sie dann doch nicht verdursten“, versichert sie mit einem Augenzwinkern.
30.000 Liter Wasser für 9.000 Bäume – täglich
Ja, auch die Bäume und Pflanzen haben Durst. 9.000 Bäume in der Marienstadt erhalten in diesen Tagen täglich 30.000 Liter Grundwasser. Wir alle hoffen natürlich auf Regen. Am vergangenen Samstag sorgte dieser dann auch für eine kleine Verschnaufpause. „Ideal wären so um die 20°-25° und leichter Landregen“, so der Wunsch von Johannes Baaken, der seinen Blick sorgenvoll zum Himmel richtet.
Sein Appell an die Bürger: „Wenn die Möglichkeit besteht, Bäume vor der Haustüre mit Brunnenwasser zu versorgen, dann bitte nicht mit der Bewässerung zögern. Er wird es Ihnen danken, wir auch“, so die herzliche Bitte von Johannes Baaken. Auch in dieser Woche werden die Maßnahmen zur Bewässerung der Bäume und Pflanzen weitergefüh

Sie halten Kevelaer in Ordnung

1,2 Kilometer Hecken, 10.000 Bäume, 50.000 Quadratmeter Rasenflächen: Das sind nur drei der Bereiche, für deren Pflege in Kevelaer der städtische Betriebshof zuständig ist. Und auch wenn man den Mitarbeitern meist bei Grünpflegearbeiten oder der Straßenwartung antrifft, sind diese sichtbaren Arbeiten nur die Hälfte dessen, worum sich das 27-köpfige Team um Betriebshofsleiter Johannes Baaken kümmert.

14 unterschiedliche Arbeitsgruppen mit ganz verschiedenen Aufgabenbereichen gibt es im Betriebshof. Das beginnt dort, wo man die Mitarbeiter am ehesten erlebt: bei der Gärtnerkolonne. Sie pflegt das Straßenbegleitgrün und die Straßenbeete und kümmert sich jeden Freitag von Hand um die Stadtreinigung.

Ebenfalls in der Stadt unterwegs ist die Innenstadtkolonne zur Grünpflege. Saisonbepflanzung, Heckenschnitt und nicht zuletzt die Bewässerung der Pflanzen gehören in ihren Aufgabenbereich.

Eine eigene Arbeitsgruppe gibt es für die Sportplätze. Während die beiden Kunstrasenplätze von den jeweiligen Vereinen unterhalten werden, obliegt die Pflege des Aschenplatzes und der 13 Naturrasenplätze dem Betriebshof: Rasenschnitt, Düngung, Abfallbeseitigung, aber auch die Wartung der Ausrüstung wie die Tore.

Die rund 60 Spielplätze werden ebenfalls von einer eigenen Gruppe betreut. Sicherheitskontrolle und Reparatur der Spielgerät, Säuberung und Grünpflege gehören zu den Aufgaben.

Rund 10.000 Bäume im Stadtgebiet werden von der Arbeitsgruppe Baumpflege zweimal pro Jahr auf ihre Sicherheit und Gesundheit kontrolliert und bei Bedarf geschnitten oder auch gerodet.

Entlang der 300 Kilometer Straßennetz mäht der Betriebshof die Bankette – was jetzt aus ökologischen Gründen seltener werden soll –, bessert Kieswege, Wanderwege, Bürgersteige und Pflaster aus und flickt Schlaglöcher in der Fahrbahn.

Der Fahrer der Kehrmaschine reinigt nicht nur regelmäßig Straßen, Plätze und Schulhöfe. Er ist auch unterwegs, wenn Ölspuren beseitigt werden müssen oder nach Großveranstaltungen Sonderreinigungen anstehen. Ein weitere Kollege leert an 365 Tagen im Jahr rund 400 öffentliche Abfallgefäße.

Spätestens die nachfolgenden Aufgaben rücken jedoch oft aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Zwar kümmern sich die Elektriker um die Unterhaltung der rund 3.000 Straßenlampen und 20 Brunnen der Stadt. Sie sind aber auch zuständig für das Flutlicht und die Beregnung der Sportanlagen, für die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt und die technische Betreuung von Veranstaltungen. Vor allem aber müssen sie jährlich die Sicherheit von mehr als 7.000 städtischen Elektrogeräten prüfen.

Der Schreiner kümmert sich nicht nur um Spielgeräte und Parkbänke, sondern auch um die Möbel in städtischen Gebäuden. Außerdem ist er zugleich Hausmeister an den Grundschulen Twisteden und Wetten.

Der Maler pflegt die städtischen Gebäude und Objekte. Darüber hinaus vertritt er den Schreiner bei dessen Hausmeistertätigkeit.

Der Schlosser repariert motorbetriebene Kleingeräte, hält den Fuhrpark der Stadt flott und erledigt Metallarbeiten an öffentlichen Gebäuden.

Last but not least gibt es einen Lkw-Fahrer, der sich um die großen Fahrzeuge kümmert, von der Abfallenentsorgung in Containerform, Transporte aller Art bis hin zu Baggerarbeiten.

„Natürlich könnten wir mehr Leute gebrauchen“, sagt Baaken, doch er weiß, dass die Stadt weiter auf die Haushaltskonsolidierung blickt. Daher startet nun zum 1. April ein Projekt, von dem viele profitieren sollen: Bis zu fünf Langzeitarbeitslose sollen den Betriebshof auf freiwilliger Basis bei zusätzlichen Aufgaben unterstützen, praktische Erfahrungen sammeln können und so wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Immerhin ein kleines zusätzliches Entgelt gibt es auch. Ein ähnliches Projekt gibt es schon länger: Betreut durch SOS Kinderdorf werden junge Leute, die am ersten Arbeitsmarkt schwer vermittelbar sind, beim Betriebshof eingebunden und so ans Arbeitsleben herangeführt.

Denn auch wenn der Aufwand der Grünflächenpflege reduziert wurde, die Grünabfälle nicht mehr am Betriebshof abgegeben werden können: Es kommen ständig neue Aufgaben hinzu. Spätestens mit dem Park auf der Hüls und neuen Wohngebieten – die auch neue Spielplätze bedeuten – werden die Arbeiten von alleine mehr. „Wir wollen auf der Hüls etwas Bbesonderes gestalten und uns von anderen abheben“, betont Baaken.

Weil besonders viele Arbeiten im Sommerhalbjahr anfallen, gibt es für die Mitarbeiter eine besondere Vereinbarung: Im Sommer liegt die Wochenarbeitszeit höher als 40 Stunden. Dafür ist im Winter die Arbeitszeit kürzer, Überstunden können und müssen abgebaut werden.

Im Vergleich mit Betriebshöfen anderer Städte kommen die Kevelaerer bislang mit sehr wenig Personal aus. Möglich macht das unter anderem die gute Ausstattung bei Maschinen und Gebäuden. „Die Heimatvereine der Ortschaften entlasten uns aber auch in vielen Bereichen“, lobt der Betriebshofschef. Auch für sein Team hat er Lob: „Ich behaupte, dass die Leistung stimmt und unsere Mitarbeiter einen guten Ruf genießen.“ Viele arbeiten schließlich vor den Augen der Bürger und möchten sich keine Beschwerden anhören müssen. „Wir verstehen uns als Dienstleister und achten darauf, dass es keine Dinge gibt, die zur Beschwerde anregen“, versichert Baaken.

Beinahe wäre der Betriebshof übrigens eine reine Männerwelt, gäbe es nicht eine ehemalige Auszubildende, die heute dort als Gärtnerin arbeitet. „Das Gleichstellungsziel erreichen wir nicht ganz“, scherzt Personalchef Werner Barz. Doch das liegt nicht an ihm oder Baaken. Es gibt schlicht keine Bewerberinnen auf ausgeschriebene Stellen. Dafür gibt es drei weitere ehemalige Auszubildende, die der Betriebshof mit den Jahren übernommen hat. „Aktuell bilden wir nicht aus, weil wir keine Position in Aussicht stellen können“, berichtet Baaken. Für 2019 aber überlege man, wieder einen Ausbildungsplatz anzubieten – diesmal wohl nicht im Bereich Garten- und Landschaftsbau, sondern zum Straßenwärter.

„Die Herausforderungen werden nicht weniger“, resümiert Baaken, „Kevelaer wächst. Aber neue Dinge machen den Job auch interessant.“


Der Betriebshof in Zahlen

Der Betriebshof gehört zum Fachbereich 3 unter Leitung des Kämmerers Ralf Püplichuisen. Betriebshofleiter ist Johannes Baaken, sein Stellvertreter Bruno Helmus. Mit 27 Mitarbeitern ist der Betriebs zuständig für:

    • Pflege und Sicherheit von 60 Spielplätzen
    • Pflege von 14 Sportanlagen
    • Pflege und Sicherheit von 10.000 Bäumen
    • mehr als 300 Kilometer Straßen und Wege
    • mehr als 7.000 jährlich zu prüfende Elektrogeräte
    • rund 200 jährlich zu überprüfende Leitern und Tritte
    • mehr als 400 täglich zu entleerende Abfallbehälter
    • Pflege von 1,2 Kilometern Hecke
    • Pflege von 50.000 Quadratmetern Rasenflächen
    • Pflege von 50.000 Quadratmetern Gehölzflächen
    • Pflege von 40.000 Quadratmetern Wildwiesen