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Die traditionelle Tagung erfolgt am Samstag virtuell. Doch die Teilnehmer*innen erhalten auch ein analoges Erinnerungspaket

Ganz Kevelaer denkt an die Pilgerleiter*innen

180 Pilgerleiter*innen wären eigentlich am Samstag, 27. März, zur Pilgerleiter*innentagung in der Wallfahrtsstadt zu Gast. Da das aufgrund der Pandemie nicht möglich sein wird, kommt Kevelaer nun zu ihnen nach Hause.

Zeit der Orientierung für die Wallfahrt

Wenn man 1. Mai der Bischof von Mainz, Peter Kohlgraf, an das Pilgerportal der Marienbasilika klopfen wird, beginnt die diesjährige Wallfahrtszeit. Bereits jetzt hatten Wallfahrtsleitung, Stadt Kevelaer sowie der Wirtschafts- und Verkehrsverein die Pilgerleiter aus vielen deutschen und niederländischen Städten zur Tagung ins Konzert- und Bühnenhaus eingeladen.
Die Gäste erhielten einen Einblick in die Planungen für die anstehende Wallfahrtszeit, Arbeitshilfen und Impulse für die Organisation der eigenen Pilgerreise.
Schon vor der Begrüßung durch Dr. Rainer Killich und Dr. Bastian Rütten von der Wallfahrtsleitung begann auf der Bühne ein kreativer Prozess. Die Künstlerin Tatjana van Went malte während der Tagung ein großformatiges Bild auf der Bühne. Rütten erklärte: „Das Thema der diesjährigen Wallfahrtszeit ist ,Herr, wohin sollen wir gehen?‘, eine Frage, die auch wir uns immer wieder stellen müssen. Daher haben wir hier bewusst etwas auf die Bühne gebracht, das sich erst entwickeln muss und während unserer Tagung entsteht.“
Das Motto griff auch Wallfahrtsrektor Gregor Kauling in seiner Begrüßung auf. Es sei gut, mit vielen Menschen gemeinsam auf dem Weg zu sein, betonte er. Die Kirche stehe derzeit, gerade mit Blick auf den Missbrauchsskandal, vor einem Abgrund. Und das, obschon die Botschaft des Evangeliums eine gute, lebendige Botschaft sei. „Es besteht die Gefahr, dass wir vor dem Abgrund nicht mehr die Kraft haben, das Gute zu hören. Das wäre dann der zweite Sieg des Bösen“, warnte Kauling. Doch Christus habe das Böse am Kreuz besiegt, daher sei es wichtig, auch auf ihn zu schauen.
Das Wallfahrtsmotto betreffe Menschen jeden Alters. Von der Kindheit bis ins hohe Alter gebe es immer wieder Situationen, in denen die Frage aufkommt, wohin der Weg gehen soll und wie die Zukunft aussehen wird, sagte Kauling. „Tuen wird das ohne Angst. De Freude ist ein guter Ratgeber, nicht de Angst.“ Das Jahr 2019 auch für die Wallfahrt in Kevelaer „eine Zeit des Anhaltens und der Orientierung“, sagte der Wallfahrtsrektor.
Vom Stummfilm bis zu den Wallfahrtstagen
Doch auch ohne große Jubiläumsfeiern stehen wieder zahlreiche besondere Feste und Veranstaltungen während der kommenden Monate im Kalender. Die Angebote reichen von kulturellen Angeboten – zum Beispiel der in der Basilika gezeigte Stummfilm „Die Wallfahrt nach Kevelaer“ aus dem Jahr 1921, mit Orgelimprovisationen von Basilika-Organist Elmar Lehnen – bis zu Wallfahrtstagen für bestimmte Gruppen. Dazu zählen die Kommunionkinder ebenso wie die Motorradfahrer oder die Tamilen.
Eine Neuerung gilt für alle Gottesdienstbesucher in der Basilika. Die bisherigen Gesang- und Textbücher werden durch das „Gotteslob“ ausgetauscht. Dieses wird durch einen Anhang ergänzt, der die Lieder und Gebete aus dem bisher bekannten Buch beinhaltet. Chordirektor Romano Giefer, der die Tagung gemeinsam mit seiner Frau musikalisch begleitete, erklärte: „Wir wollen den unerschöpflichen Fundus der Lieder und Gebete im Gotteslob nutzen, aber auch das Repertoire der gerade hier in Kevelaer bekannten Lieder. Es geht kein Gesang aus dem bisherigen Buch verloren.“ Die Ergänzungen zum Gotteslob seien in jeder Buchhandlung erhältlich.

Die Wallfahrtsstadt ist bestens gerüstet

Zum offiziellen Eröffnungstermin der kommenden Kevelaerer Wallfahrtszeit am 1. Mai ist es zwar noch eine Weile hin. Der eigentliche Startschuss zur neuen Saison fällt aber für die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wallfahrt seit fast 40 Jahren am Wochenende der jährlichen Pilgerleitertagung.
Am letzten März-Wochenende wird sie wieder einmal deutlich zu spüren sein: die Bedeutung der Wallfahrt für Kevelaer. Annähernd 400 Repräsentanten aus Deutschland und den Benelux-Ländern werden der Einladung von Wallfahrtsleitung, Wallfahrtsstadt und Verkehrsverein Kevelaer folgen, um sich traditionell an der großen Pilgerleiter-Tagung im Konzert- und Bühnenhaus zu beteiligen. Die Vertreter der alljährlich etwa 1.000 angemeldeten Pilgergruppen stimmen am Wochenende traditionell zahlreiche Details zu ihrer Kevelaer-Wallfahrt ab. Damit markiert das Pilgerleiter-Wochenende den bedeutsamen Ausgangspunkt für die Wallfahrtszeit 2019.
Frühstück nach Hochamt
Beginnen wird die Pilgerleitertagung am Samstag, 30. März, mit einem festlichen Hochamt um 9 Uhr in der Marienbasilika, das der Rektor der Wallfahrt, Domkapitular Gregor Kauling, zelebrieren wird. Nach dem Gottesdienst ziehen die Gäste zum Gruß an das Gnadenbild vor die Gnadenkapelle.
Im Konzert- und Bühnenhaus ist danach der Frühstückstisch für die Gäste aus Nah und Fern gedeckt. Dr. Bastian Rütten und Dr. Rainer Killich, beide Mitarbeiter der Wallfahrtsleitung Kevelaer, moderieren anschließend ein informatives und unterhaltsames Programm mit Gesprächen, Interviews und Präsentationen rund um die Kevelaer-Wallfahrt.
Im kleinen Saal des Bühnenhauses bereiten die Stadtführer/-innen des Kevelaerer Verkehrsvereins und das Team vom städtischen Service-Center für Tourismus und Kultur das umfangreiche Informationsmaterial vor, dass die Pilgerleiter/-innen zum Abschluss der Tagung entgegennehmen. Mit einem Mittagessen, das die Kevelaerer Gastronomen für ihre Stammgäste spendieren, endet der erste Tag des Kevelaerer Pilgerleiter-Wochenendes.
Am Sonntag, 31. März, nimmt die Wallfahrtsleitung die vielen Kleingruppen sowie die unzähligen Einzelpilger und Gäste in den Blick. Daher stehen der Rektor der Wallfahrt und seine Mitarbeiter zum Gespräch und zur Information auf dem Kapellenplatz und im Priesterhaus bereit. Die druckfrischen Schriften und Informationsmaterialien, die am Vortag im Bühnenhaus zur Verfügung gestellt wurden, warten auch hier auf ihre Interessenten. Der zweite Tag des Pilgerleiter-Wochenendes wird mit zahlreichen weiteren Aktionen rund um das Thema „Wallfahrt“ gestaltet.
So lädt das „Studio Kevelaer“ zu einem Tag der offenen Tür. Das Team der ehrenamtlichen Helfer um Jan Suchecki freut sich über jeden Besuch im Studio, das sich am Kapellenplatz zwischen Priesterhaus und Sakramentskapelle findet.
Rundgang am Kapellenplatz
Unter dem Motto „Auf den zweiten Blick…“ lädt Dr. Bastian Rütten gleich zweimal zu einem Rundgang über den Kevelaerer Kapellenplatz ein. Dabei wird er mit lyrischen Impulsen auf kleine Details hinweisen, die dem Betrachter wahrscheinlich nicht auf den ersten Blick ins Auge fallen. Der Theologe Dr. Bastian Rütten hat seinen Arbeitsplatz im Kevelaerer Priesterhaus am Kapellenplatz. Im Team der Pfarr- und Wallfahrtsgemeinde St. Marien ist er zum einen mit seelsorglichen Aufgaben betraut, zugleich aber auch in der Leitungsrunde mitverantwortlich für die Gesamtentwicklung von Kirchengemeinde, Wallfahrt und Priesterhaus.
Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Entwicklung neuer Formate für Pfarrei, Wallfahrt und das Priesterhaus als Tagungs- und Exerzitienhaus. Im Jubiläumsjahr der Kevelaer-Wallfahrt (2017) haben ihn gleichermaßen viele Kevelaerer und Gäste unter anderem als Autor des Marienfestspiels „Mensch! Maria!“ kennen und schätzen gelernt. Die kostenlosen Führungen beginnen um 13 und um 15 Uhr jeweils vor dem Priesterhaus.
Die Stadtführerinnen des Kevelaerer Verkehrsvereins laden ebenfalls zu einer besonderen Themenführung ein. Historisch begründet ist die Führung von Susann Pechhold, die unter dem Titel „Wie war das denn?“ vor allem auch auf die Anfänge und in die Frühzeit der Wallfahrt blickt. Die kostenlose Sonderführung beginnt um 14 Uhr vor dem Priesterhaus.
Die Straßenwerbegemeinschaft der Hauptstraße wird den Tag nutzen, um gemeinsam mit der Kevelaerer Wirtschaftsförderung über die aktuelle Baustellensituation zu berichten. Auch Maulwurf Grubi, das allzeit freundliche Baustellen-Maskottchen, hat seinen Besuch angekündigt und wird sicher nicht nur die kleinen Besucher an diesem Tag erfreuen.
Die Wallfahrtsleitung lädt alle Besucher zu den verschiedenen Feiern und Gottesdiensten am Kapellenplatz ein. Zu einem Kerzensegen wird um 14.30 Uhr auf den Kapellenplatz geladen.
Verkaufsoffener Sonntag
Da wieder mit zahlreichen Besuchern gerechnet wird, die sich über das kommende Wallfahrtsjahr informieren möchten, sind die Geschäfte in der Innenstadt im Rahmen des ersten verkaufsoffenen Sonntags des Jahres von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Einzelhandel und Gastronomie werden sich an diesem Tag ebenfalls mit verschiedensten Aktionen rund um das Thema „Wallfahrtsstadt Kevelaer“ am Pilgerleiter-Wochenende beteiligen und für ihre Gäste und Besucher präsent sein.