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Passionszeit in der Tageseinrichtung „Jona“

Parrerin Karin Dembek kommt regelmäßig zu den Kindern in der Evangeliuschen Tageseinrichtung „Jona“, um Geschichten über Jesus zu erzählen.

Wie Jesus getauft wurde, wie er seine Freunde fand, über Bartimäus den Blinden, den Gelähmten, Zachäus den Zöllner und Jesu Einzug nach Jerusalem und das letzte Abendmahl.

Die Kinder hören gespannt zu, wenn sie die Geschichten über ein Bildtheater, Bücher, durch Püppchen oder durch selber nachspielen, erfahren und kennenlernen dürfen.

Foto: privat

Den Glauben virtuell bewahren

Es herrschte eine entspannte Stimmung, als sich Annja Rossmann, Tom Löwenthal, Björn Völlings und Nicole Kraft-Englich gemeinsam mit Pfarrerin Karin Dembek verteilt im Kirchenraum auf die Aufnahmen vorbereiteten. „Ihr seid so weit weg, und so muss nur ich mit meinen Haaren vor die Kamera“, scherzte die Pfarrerin in Richtung der beiden Musiker*innen, die sich auf der Empore an der Orgel auf ihren Einsatz vorbereiteten. „Das liegt an der Orgel. Das hat nix mit den Haaren zu tun. Und wer schöner sein will als wir, ist nur geschminkt“, rief Rossmann lachend herunter – und war dann später doch „sichtbar“ für die Zuschauer*innen vor der Kamera. Zu Beginn sei das alles mit den Aufnahmen schon seltsam gewesen, gab Löwenthal zu. „Wir haben uns dran gewöhnt“, sagte der Chorleiter und Musiker. „Und wir haben Spaß.“  

Rossmann, die mit Gesang und Flöte die musikalischen Beiträge des Online-Gottesdienstes mit gestaltet, sah das ähnlich pragmatisch: „Es ist trotzdem so, als wären die Leute hier, weil sie am Bildschirm sitzen. In dem Moment, wo ich musiziere, denke ich an die Menschen, die zuhören. Wo sie zuhören, ist mir nicht so wichtig.“

In der Zeit direkt nach Beginn des ersten Shutdowns habe man mitbekommen, „dass das mit dem Online viele machen“, erzählte Pfarrerin Karin Dembek. „Und wir fragten uns: können wir das auch?“ Mit einem einfachen Stativ und dem Handy ging es los. „Da war sicher noch vieles sehr steif“, meint sie im Nachhinein. Dann kam Björn Völlings mit einem besseren Stativ, ein paar Anregungen – und so spielte sich das Ganze ein.

Die Aufnahme beginnt

Völlings justierte Stativ und Handy, gab Karin Dembek letzte Anweisungen. „Ich bleibe zum Kyrie-Gebet am Altar stehen. Dann komme ich nach vorne“, verständigten sich die zwei auf die Vorgehensweise. „Das ist ja abgespeckte Form, aber es ist schöner, wenn wir gemeinsam beten. Man sieht uns zwar nicht, aber hört uns“, sagte Völlings und bat die Küsterin Nicole Kraft-Englich, die über die Reihenfolge wachte, das „Vaterunser“ lautstark mitzubeten. 

Das Gute an der Zusammenarbeit sei, dass man alles bespreche, meinte Völlings. „Wir sind in dem Team hier oft zusammen. Selten kommt jemand extern dazu. Da ist es dann etwas wuschig, weil die das nicht gewohnt sind. Da haben wir mal ein, zwei Takes. Aber hier im Team schaffen wir es auch mal, ohne Cut zu drehen.“ Eine zweite Kamera für die Musiker*innen – das wäre mit Beleuchtung und Aussteuerung viel zu viel Aufwand, waren sich alle einig. 

Und so startete das Team am vergangenen Freitag: Rossmann intonierte nahe des Altars „Lobet den Herren“, und Dembek begrüßte die Gemeinde zur Online-Andacht  „für den Sonntag Invokavit.“ In Sachen Absprache herrschte dann ein paar Minuten später beim Erklingen einer von Tom Löwenthal mitgebrachten Melodie Verwirrung. 

„Am einfachsten wäre es, wir machen nach dem Eingangsgebet, was wir aufgenommen haben, einen Schnitt“, ordnete Nicole Kraft-Englich die Situation. „Wir machen da einfach weiter, wo wir gerade waren.“ Ihr fiel die Aufgabe wie immer zu, später das Video zusammenzuschneiden. „Das habe ich mir in der Zeit erarbeitet“, verwies sie auf die Tatsache, dass sie mit Sachen wie Videoschnitt zuvor relativ wenig zu tun hatte. „Aber das läuft mittlerweile alles tippi-toppi.“

Aufnahme war im Kasten

Zur Predigt schritt Dembek dann ganz nah an die Kamera, hob nach dem gemeinsamen Gebet noch die Hände zum Segen und schritt aus dem Bild. „Alles fertig“, konnte Völlings der coronakonform platzierten Mannschaft das Signal geben, dass alles im Kasten war. 

Es sei „nach wie vor merkwürdig, in eine leere Kirche reinzugucken“, gestand die Pfarrerin beim Verlassen des Kirchenraumes. „Es wäre schon schön, eine Antwort zu haben, wobei die Präsenzgottesdienste, die wir hatten, auch ohne Gesang vonstatten gingen“, sah sie die Besonderheit der Zeit auch unter analogen Bedingungen – ohne Abendmahl und konkretem Austausch. „Die Gemeinde hat da halt wenig Möglichkeiten, sich am Gottesdienst zu beteiligen. Das finde ich nach wie vor schräg.“ Das mache so ein Format wie dieses sogar fast noch angenehmer – weil wenigstens ein paar Menschen konkret dabei sind. „Und im Miteinander macht es schon Spaß.“ Immerhin habe man bei 21 ausgestrahlten Gottesdiensten 3809 Klicks verzeichnen können. Das sei schon eine ganz gute Rückkopplung, auch wenn man nicht wisse, wer da so alles von wo aus guckt. „Ich schicke das teilweise auch per WhatsApp-Gruppe herum“, sagte Dembek. „Im Januar sind die Gottesdienste erfahrungsgemäß recht zäh – da hatten wir an die 160 Klicks.“ So viele Menschen hätte man im Januar in den Gottesdiensten sicher nicht in der Kirche gesehen.  

Am Dienstag werde man einen Kindergottesdienst aufnehmen, erzählte die Pfarrerin. Wie es insgesamt weitergehe, da zuckte sie mit den Schultern. „Ich hoffe, dass wir im Sommer zu einer Normalität zurückkehren, obwohl ich letztes Jahr auch schon enorm optimistisch war.“ Dann wolle man einmal im Monat auf jeden Fall für diejenigen, die nicht kommen, eine Aufnahme ins Netz stellen. Und zu Ostern hofft Dembek, dass man zumindest Ostersonntag einen Gottesdienst „Open Air“ ausrichten kann. Bei Karfreitag habe man die Online-Variante im Blick. „Aber man kann halt gar nichts planen.“

v.l.: Annja Rossmann, Tom Löwenthal, Pfarrerin Karin Dembek, Björn Völlings, Nicole Kraft-Englich.

Eine Alternative für die Jugend

Seit gut drei Jahren organisiert die evangelische Kirche Kervenheim vierteljährlich einen eigenständigen „Rockgottesdienst“ auf der Burg Kervenheim. Es gäbe im Kreis Kleve zwar noch weitere klassische Jugendgottesdienste, „aber Rockgottesdienste dürften als unsere Kervenheimer Geschichte kreisweit die einzigsten sein“, versichert Yvonne Petri, Presbyterin der evangelischen Gemeinde, Jugendreferentin des Kirchenkreises.

In diesem Corona-Jahr ist allerdings alles anders. „Wir hatten zwei Rockgottesdienste im März und Juni ausfallen lassen“, sagt die Mitorganisatorin. „Im März haben wir das Open Air gemacht, was sehr gut ankam. Wir hatten gehofft, dass das im Dezember auch geht.“
Doch es gab immer mehr Corona-Fälle, viele Auflagen und die vorhersehbaren Einschränkungen. „Die Auflagen waren so kaum zu stemmen“, sagt ihr Mann Marco. „Da haben wir gesagt, wir machen gleich ein neues Format.“

Statt den Leuten „wieder sagen zu müssen, dass es wieder ausfällt“, entstand so der allererste „Castle Rock Kervenheim“ digital – ein etwas mehr als halbstündiger über Youtube abrufbarer Rockgottesdienst der ganz eigenen Art. „Die beiden Bands die kannten wir zum Teil schon“, erzählte Marco Petri, der die von den Beteiligten zur Verfügung gestellten Videos zu dem Gottesdienst zusammenstellte.

Die Formationen „Next life“ und das „Sabri duo“ mit Gast brachten ein paar Pop-und Rockklassiker aus den 70er Jahren zu Gehör. Und der Klever Jugendleiter Marc Böttcher bot in seiner Predigt einig paar beachtenswerte Gedanken zum Weihnachtsfest.

Experiment ist gelungen

Das Experiment ist aus der Sicht der Initiatoren gelungen. „Wenn Corona immer noch nicht die Bühne freigibt, werden wir das 2021 sicher nochmal machen, dann aber mit mehr Vor-Werbung“, versprach Yvonne Petri „Wir waren einfach unsicher, ob wir das hinkriegen. Deshalb haben wir uns zurückgehalten.“ In Verbindung mit dem Burg-Jubiläum, das im kommenden Jahr nachgefeiert werden soll, haben die Initiatoren noch so einige Ideen in petto, ein Mittelalter-Rockgottesdienst zum Beispiel.

Im Sommer soll das an der Burg ergänzt werden durch ein Jugendpartizipationsprojekt. Dazu wurden fünf Kirchenkreise ausgewählt.

„Wir haben dazu ein Wohnmobil erworben, mit Graffiti umgestaltet, werden das als Jugendarbeits-Hotspot mit Podcasts nutzen und am 12. Juni einen Rock-Gottesdienst mit Einweihungs-Open-air auf die Beine stellen“, blickt das Ehepaar nach vorne. Aber alles natürlich unter dem Corona-Vorbehalt.

Gottesdienst an der frischen Luft

Rund 60 Menschen verfolgten die Freiluft-Andacht der evangelischen Kirchengemeinde am dritten Advent, die an diesem Nachmittag vor dem Gotteshaus an der Brunnenstraße stattfand. Pfarrerin Karin Dembek sprach von einer „guten Probe für Heiligabend“, sollte das angesichts des Corona-Shutdowns überhaupt möglich sein.

Foto: privat

Kreissynode tagte und wählte online

Die Andacht zur 222. Synode des Evangelischen Kirchenkreises Kleve erreichte die Synodalen aus den Arbeitszimmern von Pfarrer Christian Werner und Pfarrerin Ulrike Stürmlinger (Straelen-Wachtendonk).

Sie beschrieben die Sehnsucht der Menschen nach Zufluchtsorten, Liebe und Leben in Zeiten, in denen sie vermehrt Ungewissheit und Angst vor der Zukunft empfänden. Erstmalig tagten die Abgesandten aus 20 Kirchengemeinden und kreiskirchlichen Arbeitsfeldern per online-Konferenz.

Superintendent Hans-Joachim Wefers begrüßte 82 der 86 stimmberechtigten Synodenmitglieder und weitere Gäste. Er dankte für die Arbeit der Gemeinden während der Corona-Pandemie. Wie viele haben die Kirchengemeinden unter den Corona-Regelungen zu leiden: Sie seien ein „Widerpart kirchlicher Arbeit“, weil diese eigentlich von Begegnungen und Nähe lebe. Trotzdem hätten Gemeinden Kreativität gezeigt: Neue Gottesdienst-Orte, vereinfachte Liturgien, kürzere Gottesdienste, neue Formen der Kommunikation. Gemeinden fragten sich auch, ob die Menschen die derzeit wegblieben, nach „Corona“ wiederkämen.

Pfarrstellenentwicklung

Statt 23,6 Vollzeitstellen stehen im Jahre 2030 noch 16,4 nicht-refinanzierten Pfarrstellen im Kirchenkreis Kleve zur Verfügung. Ein landeskirchlicher Beschluss regelt dies, ihm liegen die prognostizierten Gemeindegliederzahlen in der Fläche zugrunde. Die Gewinnung von theologischem Nachwuchs ist ein zentrales Anliegen: Durch Pensionierungen ab 2025 werden, wenn keine Neubesetzungen erfolgten, nur fünf der derzeit 32 Pfarrpersonen im Kirchenkreis noch im Amt sein.

Wahlen zum Kreissynodalvorstand

Als Assessor wurde Pfarrer Robert Arndt (Goch) mit 78 Ja-Stimmen im Amt bestätigt. Auf den weiteren theologischen Positionen wählte die Synode zwei neue KSV-Mitglieder: Pfarrerin Yvonne Brück (Issum) wurde 1. Stellvertretende Skriba mit 41 positiven Stimmen im 1. Wahlgang (40 entfielen auf Susanne Kock). Pfarrerin Susanne Kock (Büderich) erreichte als 2. Stellvertretende Skriba im anschließenden Wahlgang 77 Ja-Stimmen.
Ellen Kley (Kerken) wird dem KSV ebenfalls neu angehören als 2. Synodalälteste, sie erhielt 61 positive Voten. Die 3. Synodalälteste, Karin Wilhelm (Louisendorf), erhielt 58 Ja-Stimmen und bleibt somit im Amt.

In den Pool der bis zu vier stellvertretenden Synodalältesten wurde Klaus Eberhard (Neulouisendorf) mit 75 Stimmen gewählt. Die Verabschiedung der Mitglieder, die den KSV verlassen und die Einführung der neuen KSV-Mitglieder (Amtszeit acht Jahre) findet im Gottesdienst am 4. Adventssonntag, 20. Dezember, um 10 Uhr in Issum statt.

Des Weiteren wählte die Synoden die Mitglieder der Fachausschüsse und Synodalbeauftragungen, die im Kirchenkreis bestimmte Arbeitsfelder vorantreiben sowie Delegierte zum Kuratorium des Gemeindedienstes Mission und Ökumene (GMÖ). Die Liste der Arbeitsfelder wird aktualisiert auf den Internetseiten www.kirchenkreis-kleve.de bereitgestellt. Der Jugendausschuss wird vorbehaltlich neuer Besetzungsregeln der Landeskirche (Jugendpartizipation) erst im Sommer 2021 neu berufen.

Die Synode bestimmt in jedem Jahr an drei Sonntagen die Kollektenzwecke, diese lauten 2021: Notfallseelsorge im Kirchenkreis, Haus der Stille Rengsdorf und das Institut Südwind.
Die nächste Synode findet am Samstag, 12. Juni 2021, im Sonsbecker Kastell statt.

Der Glaube schiebt der Angst den Riegel vor

In zwei Etappen feierten 21 Jugendliche in der evangelischen Kirche ihre Konfirmation. Dabei war nicht nur den jungen Leuten, sondern auch ihren Familienangehörigen anzumerken, dass dieser Schritt ein Besonderer war, so wie bei der Familie Brune. „Wir sind stolz, dass die Kinder erwachsen werden und ihren Weg im Leben finden“, freuten sich Celine-Joells Eltern.

Einen Konfirmations-Gottesdienst unter Corona-Bedingungen ohne Gemeinde und nur mit den Familien auszurichten, sei im mehrfacher Hinsicht „ein bisschen schwierig“, versicherte Pfarrerin Karin Dembek. „Einmal, weil er sehr komprimiert und kürzer ist – kein Abendmahl, kein Presbyterwort, kein Elternwort.

Und dann dachten wir erst, die Leute könnten wieder feste Plätze mit Teilnehmerlisten erhalten, um ohne Maske zu sitzen. Im Laufe der Woche habe ich aber darum gebeten, mit Mund-Nasen-Schutz in der Kirche zu sein, weil die Infektionszahlen so gestiegen sind.“

Natürlich sei das Ganze naturgemäß „ein bisschen anders“ als sonst. Der Moment, die Aufregung, alles andere bleibe ja irgendwie doch erhalten. „Bei der Probe habe ich gemerkt: Es ist auch ein bisschen wie immer.“

So sollten die beiden Feiern trotz der vielen Einschränkungen zu einer bewegenden Stunde werden. Tom Löwenthal an der Orgel und Annja Rossmann, Gabri Frings und Anne Sogbo am Gesang sorgten mit Liedern wie „Nicht durch Macht, nicht durch Stärke“ oder „Der mich trug“ für einen würdevollen Rahmen, mit „You raise me up“ für einen feierlichen Moment.

Die 30 solistischen Sekunden „Amazing grace“ von Annja Rossmann gingen den Anwesenden so unter die Haut, dass während der Ansprache Dembeks an die Konfirmanden spontaner Applaus aufbrandete.

Bevor Karin Dembek den Konfirmanden in drei Gruppen ihre ausgewählten Bibelstellen vorlas und sie anschließend segnete, gab sie ihnen noch einige Gedanken mit auf den Weg. Dabei nahm sie Bezug auf Timotheus 1, 710 und dem dort enthaltenen Kernsatz „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

„Furcht, Angst, Verzagtheit, Sorge begleiten unser Leben“, bezog sie die aktuelle Lage mit ein: „Auch wir hatten uns vieles anders vorgestellt mit der Konfirmation im Mai“, bis Corona und der damit verbundene Lockdown alle Pläne vereitelt und „die Angst vor Ansteckung, Krankheit, Einsamkeit, Veränderung“ präsent gewesen sei.

„Das kann schon frustrieren, wenn Vorhaben durchkreuzt werden“, schlug sie den Bogen zu Timotheus der die Menschen nicht so ohne Weiteres vom Evangelium überzeugen konnte und in seinem Frust von Paulus einen Brief mit dem benannten Kernsatz erhält. Es gebe zahlreiche Ängste, wie die vor einer Prüfung, dem Auseinanderbrechen einer Familie, vor Krankheit und Einsamkeit, Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg oder dem Klimawandel. Mit dem Satz „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht solle die Angst nicht weg- oder kleingeredet werden,. „Es geht darum, der Angst die Grenzen aufzuweisen.“

Christus habe dem Tod die Macht genommen: „Ich bin vergnügt, erlöst befreit“, sagte sie. Mit diesem Satz habe er eine besondere Zusage gegeben. „Wir haben den Geist Gottes in uns, über uns, um uns, er ist uns gegeben“, bezeichnete sie ihn als „Mutmach-Geist“. Man sei „kompetent in Umgang mit der Angst“. Das bedeute nicht, keine Angst mehr zu haben oder sie zu verdrängen. Beides sei naiv, letzteres „auch gefährlich, denn unterdrückte Angst kommt wieder und kann sehr zerstörerisch sein.“

Aber was aus dem Timotheus-Brief hervorgehe, sei, das der Glaube die Angst „verändern“ kann, „Der Glaube arbeitet an der Angst, schiebt ihr einen Riegel vor: bis hierhin und nicht weiter.“

Gott rufe uns allen zu: „Du bist nicht allein“, selbst nicht im Sterben, so Dembek. Sie zitierte die jüdische Schriftstellerin Rose Ausländer, die den Naziterror ausgesetzt war mit den Gedichtzeilen: „Wirf Deine Angst in die Luft“.

Ausländer habe ihrer Furcht mit einer fast schon spielerischen Leichtigkeit getrotzt, sagte die Pfarrerin. Das passe gut zum Paulus-Wort. „Ihr seid nicht gefangen in Euren Ängsten, ihr seid frei. Ihr habt Gottes Geist und Kraft, der uns aufatmen lässt, damit wir die Angst in die Luft werfen können.“

Konfirmiert wurden: Nika Brauers, Felix Bousart, Celine-Joelle Brune, Jana Claaßen, Jakob Ecke, Nina Gebhardt, Lukas Gleumes, Katharina Heinen, Melina Hinssen, Jason Hübsch, Linus Jansen, Emma Kirchesch, Jana Kühnen, Jordi Leck, Aileen Maaßen, Fionnula Mc Govern, Phil Pätz, Luca Rösner, Emilia Teßmann, Sara van Büren und Tim Wittschurke.

Am Ende waren alle so erleichtert wie Tim Wittschurke, der „unheimlich aufgeregt“ war , weil „bei den Proben die Kirche leer war, jetzt war sie voll“ und alle Blicke richteten sich auf ihn. „Ich bin froh, dass nichts schiefgegangen ist“, bedeutete es ihm viel, „zu Gott Ja gesagt“ zu haben.

Nach den Konfirmanden am Samstag (oben) folgte am Sonntag die zweite Gruppe.
Fotos: aflo

Die Zusprache hat ihr gut getan

Jung und Alt trafen sich bei schönstem Spätsommerwetter zum Ökumenischen Gottesdienst in der Jesus-Christus-Kirche, um das 25-jährige Dienstjubiläum von Pfarrerin Karin Dembek zu feiern. Eine Konfirmandin übernahm eine Fürbitte im Gottesdienst.

„Vor genau 25 Jahren war so ein schönes Wetter wie heute“, erinnerte sich ein Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Kevelaer, der die Ordination Dembeks in Kerken damals miterlebt hatte. Wie die meisten Gottesdienstbesucher blieb auch er noch, um auf dem Kirchvorplatz der Pfarrerin zu ihrem Jubiläum zu gratulieren. Die Menschen waren schnell miteinander im Gespräch. Sie genossen draußen bei gleißendem Sonnenschein kühle Getränke und einen kleinen Imbiss. Es war als ob alles genau so bestellt worden war. Die Pfarrerin hatte zur Begegnung auf den Kirchplatz geladen im Anschluss an den Gottesdienst.

Zuvor hatte Karin Dembek nach dem Orgelvorspiel die Besucher im Gottesdienst begrüßt und ihre Dankbarkeit betont, dass die Kirche gerade so gefüllt sei, dass man sich keine Sorgen machen müsse um eine Gefährdung der Besucher in dieser ökumenischen Verbundenheit, über die sie sich sehr freue.

Mit dem Kanon „Lobe den Herrn, meine Seele“ leiteten Tom Löwenthal, Gabi Frings, Annja Rossmann und Anne Sobgo die Predigt ein, die sich Pastor David Burau, evangelisch-freikirchliche Gemeinde, Pastor Andreas Poorten, St. Antonius, und Pastor Gregor Kauling, St. Marien, teilten.

Burau übernahm den ersten Teil des Psalms 103, der Inhalt der drei Kurzpredigten war. Meist wären die Sorgen uns näher als das Lob, doch die Lebenskraft, die die Zeilen des Psalms zum Ausdruck bringen, wollten sie ihr, Karin Dembek, zusprechen. Es gäbe soviele Veränderungen, die Kommunikation wäre auch einfacher geworden, versicherte Burau, dafür gäbe es neue Herausforderungen.

Pastor Andreas Poorten erzählte, er hätte einen wissenschaftlichen Podcast verfolgt, in dem dargestellt wurde, wie leicht wir etwas vergessen, wenn wir durch eine Tür gingen. Doch wir sollten nicht vergessen, was wir alles Gutes erfahren durften. So sei es doch sicher wertvoll, seit vielen Jahren im gleichen Lebensraum leben und wirken zu dürfen, den Menschen zu begegnen hier in Kevelaer. So wie Dembek während ihrer Konfirmationszeit Menschen begegnen durfte, die ihr Türen und Räume zeigten, wie in der Lokalzeitung zu verfolgen war.

Der Bürgermeister brachte einen Briefbeschwerer mit

Pastor Gregor Kauling erinnerte sich gerne in seinem Teil der gemeinsamen Predigt daran, was der Herr Gutes tat auch in diesen tragischen Zeiten. Er betonte das starke Miteinander der Kirchengemeinden in Kevelaer im Vertrauen, Respekt und Achtung. Da wäre Neues entstanden. 25 Jahre im Dienst der Kirche, im Sorgen für die Menschen sei Karin Dembek mit ihrer Beständigkeit und Natürlichkeit ein Teil von etwas Größerem.

Auch Hans-Joachim Wefers, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Kleve, brachte in seinem Grußwort zum Ausdruck, wie schön es sei, dieses freudige Ereignis für die Ortsgemeinde miteinander ökumenisch zu feiern. Wefers überreichte Pfarrerin Dembek die Urkunde der Rheinischen Kirche anlässlich ihres Jubiläums.

Bürgermeister Dr. Dominik Pichler hatte der Pfarrerin einen Briefbeschwerer mitgebracht, etwas Altmodisches, sagte er. Als Erinnerung an das Jahr 1995 habe er ihn ausgewählt, als das Leben noch fast ohne Internet funktionierte. Pichler wünschte ihr für die kommenden Jahre noch viel Schaffenskraft. Er würde es ja beobachten, nicht nur er lachte, die Besucher in der Jesus-Christus-Kirche stimmten ihm lachend zu.

Die Pfarrerin bedankte sich für den ökumenischen Gottesdienst trotz erschwerter Bedingungen. Die Predigt so wie der Gottesdienst und die Zusprache hätten ihr gut getan.
Die Ordination vor 25 Jahren war eine klare Entscheidung für sie, ergänzte sie. Dann freute sich sich auf ihr Lieblingslied: „Der mich trug auf Adlers Flügeln“, das wie der gesamte musikalische Teil von Löwenthal und Team gestaltet wurde.

Sie schätzt ihren Beruf auf dem Land

Seit 22 Jahren lebt Karin Dembek in Kevelaer und ist die Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Kevelaer. Am Sonntag feiert sie ihr 25-jähriges Ordinationsjubiläum.

Am 16. September 1995 wurde Karin Dembek zur Pfarrerin ordiniert. Dass dies schon so lange her ist, kann sie sich heute manchmal nicht vorstellen. Und dann erinnert sie sich doch gut und gerne daran, wie alles angefangen hat und was sie bis heute auf den Weg bringen durfte.

Sie stammt aus keiner Pfarrersfamilie, ihr Großvater war Schauspieler, das hätte sich Karin Dembek auch vorstellen können. Doch sie ist nach ihrer Konfirmation gerne mit den Jugendlichen ihrer evangelischen Kirchengemeinde in Krefeld unterwegs und engagiert sich in der Jugendarbeit.

Damals habe man noch sehr anschaulich an den jungen Pfarrern oder den Vikarinnen wahrnehmen können, was es bedeutet als Geistlicher unterwegs zu sein und was es alles beinhaltet. Diese vielfältigen Aufgaben sind es auch, die die junge Frau veranlassen, nach ihrem Abitur ihr Theologiestudium in Münster zu beginnen.

Damals zu ihrer Konfirmanden- und Jugendzeit seien auch viel mehr Pfarrerinnen und Vikare in einer Kirchengemeinde beschäftigt gewesen, versichert Dembek. Das sei heute ja überhaupt nicht mehr so. Heute erleben die Jugendlichen meist ältere Pfarrer oder Pfarrerinnen und können sich nicht so leicht in solch ein Arbeitsfeld, in diesen Beruf, hineindenken. Diese Vorbilder seien für sie tatsächlich beispielhaft gewesen. „Und ich hatte einen richtig guten Religionsunterricht in der Schule damals“, erinnert sie sich.

Kleiner Kulturschock

Als Dembek nach ihrer Vikariatszeit in Mönchengladbach nach Kerken kommt für ihren Probedienst, ist das für sie ein kleiner Kulturschock, meint die Pfarrerin und lacht: heute sei sie richtig glücklich hier auf dem Land und in der beschaulichen lebendigen kleinen Pilgerstadt Kevelaer, in der sie seit 1998 lebt und wirkt.

Sie schätzt ihren Beruf als Gemeindepfarrein. Denn als Jugendliche hat sie nicht nur in diese Richtung gedacht. Es gab ja verschiedene Möglichkeiten durch ihr Theologiestudium. Doch letztlich ist es genau das, was sie möchte, auch wenn es nicht immer einfach sei, die vielen Aufgaben zu bewältigen, die die Gemeindearbeit ausmacht. Einiges habe sich verändert in dieser Zeit.

Nicht nur die Jugendlichen schauen öfter mal auf ihr Smartphone, auch als Pfarrerin müsse man mittlerweile auch digitale Präsenz zeigen, nicht nur durch die Pandemie bedingt. Und dann gibt es so viele schöne Dinge, die man auf den Weg bringen dürfe, meint Dembek und erzählt von Tom Löwenthal, der seit 2017 die Kirchenmusik in der Kirchengemeinde virtuos bereichere.

Für die Zukunft wünscht sich Pfarrerin Karin Dembek noch einmal mehr, besonders jungen Familien zeigen zu dürfen, was Kirche ausmacht. Früher sei dies viel leichter gewesen als heute, weil Kirche dazu gehörte.

Feiern mit Menschen

Und so möchte Pfarrerin Karin Dembek es auch feiern, ihr 25-jähriges Ordinationsjubiläum, gemeinsam mit den Menschen, mit den Kirchengemeinden dieser Stadt in ihrer Jesus-Christus-Kirche in Kevelaer.

Der Ökumenische Gottesdienst findet statt am Sonntag, 20. September, um 16 Uhr in der Jesus-Christus-Kirche, Brunnenstraße 70. Hierzu laden die St. Antonius Kirchengemeinde, die St. Marien Kirchengemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Kevelaer ein.

Im Anschluss an den Gottesdienst wird ein kleiner Imbiss gereicht gemäß den Hygienebedingungen der Coronamaßnahmen.

Zur Person

1984 Abitur in Krefeld, anschließend bis 1991 Studium der Evangelischen Theologie an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster. Nach dem 1. Theologischen Examen Vikariat in Mönchengladbach.
Nach dem 2. Theologischen Examen Hilfsdienst (heute Probedienst) in der Ev. Kirchengemeinde Kerken.
Seit 1998 Pfarrerin in Kevelaer, von 2003 bis 2009 Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Kleve. Mitglied der Theologischen Prüfungskommission, Mitglied im ständigen Innerkirchlichen Ausschuss, Vorsitzende des GA KDA Duisburg-Niederrhein.
Verheiratet seit 2005 mit Jürgen Dembek.
Zwei Kinder aus erster Ehe: Lisa-Marie (*1990) und Max-Fabian (*1993).

Jede Menge Wahlen bei jeder Menge Abstand

Während der 221. Tagung des Evangelischen Kirchenkreises Kleve im Gocher Kastell saßen die 74 Stimmberechtigten, die beratenden Mitglieder und Gäste an Einzeltischen, mit zwei Metern Abstand. Schwierig darum die sonst üblichen Gespräche am Tisch, auf eine Pause wurde auch verzichtet.

Vor der versammelten Synode wurde Schulreferentin Hanna Sauter-Diesing durch den Superintendenten in die kreiskirchliche Pfarrstelle eingeführt und für ihren Dienst gesegnet.
Damit sich die Landessynode der Ev. Kirche im Rheinland im Januar 2021 konstituieren kann, müssen 37 Kirchenkreise dafür Abgeordnete wählen. In insgesamt acht geheimen Wahlgängen bestimmte die Klever Sommersynode ihre „Landessynodalen“.

Qua Amt sind Superintendent Hans-Joachim Wefers (Xanten) als 1. Theologischer Abgeordneter und seine Stellvertretungen, Assessor Robert Arndt und Pfarrerin Rahel Schaller (beide Goch) gesetzt. Als 2. Theologischer Abgeordneter wurde Pfarrer Hartmut Pleines (Geldern) bestätigt. Ebenfalls ohne Gegenkandidaten wurden erstmalig Pfarrer Dr. Georg Freuling (Kleve) als dessen 1. Stellvertretung und Pfarrerin Hanna Sauter-Diesing (Schulreferat Duisburg/Niederrhein) als dessen 2. Stellvertretung gewählt.

Auch bei den Wahlen der zwei nichttheologischen Abgeordneten stellten sich die insgesamt vier Kandidatinnen und ein Kandidat dem Plenum drei Minuten lang vor. Mit Mund-Nasen-Schutz war das eine atemraubende Situation am Mikrofon.

Als 1. Nichttheologische Abgeordnete setzte sich Dr. Rose Wecker (Goch) durch. Als 2. Nichttheologische Abgeordnete wurde Brigitte Messerschmidt (Xanten) in zwei Durchgängen bestimmt. In stellvertretende Positionen der nichttheologischen Abgeordneten wurden gewählt: Michael Rolle (Kerken), Nicole Ganss (Kevelaer) und Ursula van Haaren (Kalkar).

„En bloc“ das Vertrauen der Synode bekamen die Mitglieder für den Geschäftsführenden Ausschuss des Schulreferats Duisburg/Niederrhein: Jeanette Osthus (Xanten), Dr. Rose Wecker (Goch) und Superintendent Hans-Joachim Wefers. Auch wählte die Synode für die Vertretungen im Rechnungsprüfungsvorstand der Rechnungsprüfungsstelle Niederrhein: Ralf Kruse (Kervenheim) und Heinz-Dieter Steinbrecher (Büderich).

Die nächste Kreissynode findet am 13. und 14. November ebenfalls im Gocher Kastell statt.

Einmal im Monat ist Männergruppe

Stolz posieren Joachim Werner, Johannes Rath und Uwe Hoppmann als Begründer der ersten Männergruppe in der evangelischen Kirche für die Kameras. Der 76 frühere Verwaltungsfachwirt in der Kommunalverwaltung, der 58-jährige gelernte Maschinenbau-Diplomingenieur und der 63-jährige gelernte Kaufmann bilden die Speerspitze eines neuen Interessen-Zusammenschlusses.

Das Ganze sei angelehnt an die Vereinigung „Muk – Männer und Kirche“, die es bereits in der evangelischen Kirchengemeinde Geldern gäbe, erläuterte Hoppmann.

In der Senioren-und Jugendarbeit sei die evangelische Kirche ja schon unterwegs. „Ein Angebot speziell für Männer, das hat noch gefehlt“ unterstreicht der Presbyter, der seit dem Jahr 2000 aktiv in der Gemeinde engagiert ist.

Dass es mehr Frauengruppen in der evangelischen Kirche gäbe, liege halt daran, „dass die Frauen früher halt mehr Zeit hatten sich zu treffen, während die Männer malocht haben“. Frauen hätten ein Forum, wo sie über U3, Kindergarten oder Gesundheit miteinander sprechen können. Eine solche Möglichkeit sollte es auch für das andere Geschlecht geben, meinten auch Joachim Werner und Johannes Rath. „Mich interessiert auch die Beschäftigung mit intellektuellen Themen und geistigen Dingen wie Kirche und Politik oder Kindesmissbrauch in der Kirche“, umschrieb Werner, was er sich unter dem gemeinsamn Austausch vorstellen könne. Themen wie „Demenz oder Depression“ könnten genauso spannend sein.

Aber auch andere Anregungen seiend willkommen. „Nach dem Beruf fehlen einem auch so ein bisschen die Kontakte, da kann eine Männergruppe helfen.“ Was nicht bedeutete, dass nicht auch jüngere Männer den Kreis bereichern sollten.

Seit August treffen sich die Männer am ersten Mittwoch im Monat. Sie würden den Kreis der Personen sehr gerne erweitern. Der Termin müsse nicht in Stein gemeißelt sein. Da sei man flexibel. Erste Aktivitäten für das neue Jahr haben die drei schon ins Auge gefasst:

Am 11. März ist ein Ausflug nach Straelen zum europäischen Übersetzerbüro geplant. „Da ist ein Übersetzer-Kolloquium, da wollen wir uns gerne mit dranhängen“, sagt Johannes Rath. Und selbst wird man einen Diskussionsabend am 12. Februar unter dem Titel „Der barmherzige Samariter“ mit dem evangelischen Theologieprofessor Dr. Siegfried Zimmer vom „Worthaus“ in Köln zu Fragen von Kirche und Gesellschaft gestalten.