Beiträge

Eine spontane Bandgründung

„Ich wollte bei einem Bandwettbewerb mitmachen, aber hatte keine Band“, beschreibt Nils Schink, Gründer der Band, das Problem, vor dem er im Mai dieses Jahres stand. Kurzerhand entstand mit Felix Ingenpaß und Phil Scharnowski „The Ohana Crew“. Die Zusammenarbeit entstand durch Kontakte, die Schink vorher bereits zu den beiden hatte. Es folgte der Auftritt beim Bandwettbewerb in Düsseldorf „direkt vor vielen Leuten“. Die Band blieb auch nach diesem Auftritt bestehen und stellte sich als eine harmonische Kombination heraus.

Mit Musik haben alle drei Bandmitglieder schon lange zu tun. Felix Ingenpaß, in der Band am Klavier und als zweite Stimme, machte bisher viel für sich selbst Musik. „Angefangen hat alles mit einem Keyboard im Kinderzimmer. In meinem Leben spielt Musik eine besondere Rolle. Wenn keine Musik zu hören ist, trage ich mindestens fünf Ohrwürmer mit mir herum“, erzählt der 24-Jährige. Phil Scharnowski aus Wetten, der in der Band als Schlagzeuger und allgemein als Percussionist aktiv ist, hat vorher ebenfalls schon Musik gemacht. „Ich bin mit Musizieren groß geworden, da ein großer Teil meiner Familie begeisterte Hobbymusiker sind. Ich spiele, seit ich acht Jahre alt bin“, erzählt der 21-Jährige.

In einem Van durch Australien

Nils Schink, in der Band Sänger und Gitarrist, hat im Ausland bereits Musik genutzt, um sein Leben zu finanzieren. Er ging während seines Jura-Studiums zunächst nach Teneriffa und anschließend nach Australien, wo er einen jungen Mann aufgabelte und mit ihm in einem Van durch Australien reiste. „Wir haben dann ein paar Gigs gespielt – für Essen oder Gage, was auch immer es gab“, erinnert sich der 23-Jährige an die Zeit. Nun macht er in Deutschland weiter Musik, will sein Jura-Studium beenden und ab dem nächsten Frühjahr Musik studieren. Im Moment ist er jedoch einfach glücklich über das, was er hat: „Manchmal vergisst man auch, dankbar zu sein für die Dinge. Zum Beispiel, dass ich zwei Musikerfreunde habe, mit denen ich Musik machen kann.“

Das Logo der Band. Foto: privat

Auf eine Musikrichtung haben sich die Musiker nicht festgelegt. Von HipHop über Rock bis Folk sei bereits vieles dabei gewesen. Man wolle „alles einmal durchprobieren“, meint Schink. Es sei einfach schön, „dass man gemeinsam Musik macht. Es ist nicht geplant, damit die Welt zu umreisen“, sagt der Gründer der Band. Die jungen Männer probieren nun in der Startphase verschiedene Stile aus und erproben das gemeinsame Spielen.

Vorerst bleibt es bei ihrem einzigen Auftritt in Düsseldorf. Hat jedoch jemand privat Interesse an einem Auftritt bei Geburtstag, Hochzeit oder Ähnlichem, kann die Band gerne bei facebook unter www.facebook.com/TheOhanaCrew/ kontaktiert werden. Wenn ein bunter Mix an Musikrichtungen gewünscht ist? „Dann ist man bei uns genau richtig. Wenn wir eins können, dann ist es, uns auf die individuelle Situation einzustellen“, lächelt Schink.

Die Band sucht aktuell noch Unterstützung. Ein Bassist und ein Gitarrist würden die Gruppe zunächst vervollständigen. Zeit für Proben finden die Musiker aktuell nicht viel – das Studium und die Ausbildungen spannen sehr ein. Vor allem beim Gründer der Band ist ungewiss, ob er in Zukunft in Köln wohnen wird oder die Wege ihn doch an einen anderen Ort verschlagen. Die Zukunft der Band kann Schink nicht klar formulieren, er denkt jedoch positiv: „Ich glaube, wenn ich weg wäre, würden die beiden auch weiter Musik machen. Aber ich kann froh sein, dass die auch mit mir Musik machen.“

Eine Panne beim ersten Auftritt

Auch wenn der gemeinsame Auftritt der Band bisher einmalig war – diesen werden sie wohl niemals vergessen. Alles lief glatt, die Gruppe harmonierte und ein großes Publikum war da. An einem Punkt jedoch gerieten die Musiker ins Schwitzen. „Da fiel mir auf, dass wir den Song gar nicht zu Ende geschrieben haben“, erzählt Schink. Doch die Band zeigte Improvisationstalent, der Text wurde frei aus dem Kopf fortgesetzt und das Publikum im Glauben gelassen, dass alles nach Plan läuft.

Trotz Erfolg auf dem Boden geblieben

Rahel Maas ist mittlerweile eine gut beschäftigte Künstlerin. „Ich bin den ganzen Tag schon unterwegs“, gesteht die 24-jährige Gocherin im gemeinsamen Gespräch. Die Umtriebigkeit der jungen Frau ist verständlich, denn sie hat seit ihren Auftritten bei der Fernsehshow „The Voice of Germany“ einfach ein wenig mehr zu tun als früher. „Das hat schon viel gebracht, ich hatte danach viele Auftritte – ob im Saarland oder Dortmund. Es ist cool, wenn man angefragt wird.“
Dass sie mal eine bekannte Sängerin werden würde, das wurde ihr nicht unbedingt in die Wiege gelegt – beide Eltern hatten keine große Affinität zur Musik oder zu Instrumenten. Die Mutter spielte wie so viele Kinder mal Blockflöte, Rahels Schwester mal Klavier, das war‘s.
Die erste Band
„Ich habe auch Blockflöte gelernt, das fand ich furchtbar“, erzählt Rahel Maas. Danach spielte sie Schlagzeug, brachte sich auch Gitarre- und Klavierspielen selbst bei. Und als ihr das nicht mehr genügte, begann sie, Coversongs zu singen. Mit „New Age“ kam dann die erste Band. Außerdem leitet sie den Chor in dem Kindergarten in Goch, in dem sie arbeitet. „Ich wollte auf jeden Fall was mit Menschen machen und nicht nur was mit Büro“, erzählt die Künstlerin und brachte damit ihre „soziale Ader“ in den Beruf.
Am Klever Berufskolleg absolvierte sie eine Erzieherausbildung – und der Job macht ihr Spaß. „Kindergarten ist sehr kreativ“, findet sie. Und wenn sie mit den Kids auf dem Weihnachtsmarkt in Goch oder im Altenheim steht, dann merkt sie, wofür sie das macht. „Die Kids sind immer sehr dankbar und finden es cool, wenn sie vorsingen dürfen.“
Eine gute Erfahrung
Die Kinder fieberten natürlich mit, als Rahel urplötzlich die große Bühne im Fernsehen bei „The Voice of Germany“ betrat und bis in das Halbfinale vordrang. „Das ist schon krass, wenn man sieht, dass sich da um die 8.000 Sänger und Sängerinnen angemeldet haben – und Du bist dann unter den letzten 12.“
Den Umgang mit den prominenten Stars auf den Jury-Sesseln beschreibt sie als „mega-offen“ und „sehr cool. Die haben sich Zeit genommen, es war sehr interessant.“ Naturgemäß hatte sie natürlich mit „ihrem“ Coach Marc Forster zu tun. Diese besondere Erfahrung nimmt die 24-Jährige für die Zukunft mit.
Kein Sprachtalent
Die Bodenständigkeit hat sie durch die Sendung nicht verloren. „Das funktioniert alles gut, meine Freunde holen mich da noch runter.“ Neben den Auftritten, die aufgrund der Sendung zahlreicher geworden sind, tüftelt sie auch selbst weiter an ihrer eigenen Musik. „Die Songs, die ich selber schreibe, schreibe ich ja auch auf Deutsch. Ich bin nicht das Sprachtalent“, sagt die Sängerin und erzählt, dass sie versuche, mit ihren Texten auszudrücken, was sie grade beschäftigt. Sie hofft, „dass die Leute da etwas mit für sich rausnehmen können.“
Rahel Maas freut sich darauf, dass sie am Wochenende mal in der Nachbarschaft, nicht weit von zu Hause, auftreten kann, wo sie bisher noch nicht gespielt hat. Und auch in Kevelaer wird das gelten, was sie als Grundlage ihrer Leidenschaft als Live-Musikerin beschreibt: „Ich liebe das, auf der Bühne zu stehen und wenn ich weiß, dass die Leute das cool finden, gebe ich immer alles.“

Eine Plattform der Musik

Klein, aber fein präsentierte sich die „gute Stube“ der „Einhorn“-Gaststätte für den musikalisch abwechslungsreichen Abend am Samstag, 13. April 2019. Gut 60 Gäste nutzten alternativ zu den parallel laufenden Veranstaltungen wie der KLJB-Scheunenfete die Gelegenheit, live die drei eingeladenen Gruppen sehen zu können.

„Wir haben das schon häufiger gehabt, machen ja auch „Sex in the fridge“ und hatten jetzt ein Pause“, erklärte Ladenbesitzerin und Gastgeberin Ursula Grootens die Grundidee des Ganzen. „Wir wollen jungen Bands die Gelegenheit geben, sich zu präsentieren“, hatte sie den Abend diesmal im Zusammenwirken mit den Jungs der Kevelaer Band Foley organisiert.

Sich präsentieren

Als erster Act auf dem Zettel stand „Dinomites“ – eine vierköpfige Band aus Duisburg, die seit 2012 existiert und zum ersten Mal in Kevelaer zu hören war.

Ihr Set bot melodischen Alternative Funk Rock. Dabei war die Anlehnung an die Red Hot Chilli Peppers mehr als deutlich – ob es sich nun um eher funkige „Drifting Away“, das pop-rythmische „Disco“ oder das basslastige „Aurora“ handelte. Federnd-rockig gestaltete sich „Trashcannon“, der letzte Song des Konzerts. „Sehr angenehm, super Akustik und super Leute“, war das Fazit von Sänger Robert Reimann und seinen Mitstreitern nach dem Gig.

Im Anschluss daran präsentierte sich das Trio „Silence Goodbye“, deren Mitglieder aus Wemb, Weeze und Bochum stammen. Die Combo war drei Jahre zuvor schon in der Marienstadt aufgetreten, hatte in der letzten Zeit einige Bandcontests wie zuletzt in Bochum gewonnen. „Deshalb fahren wir auch demnächst nach Krakau“, erzählte Schlagzeuger Florian Volkmann.

Warum die Band so ankommt, dokumentierte sie bei ihrem Konzert: klarer Riff-Rock mit straighter Linie bei Songs wie „Acceptance refused“, kompakt-komplex wie bei „Spring again“ oder auch balladenschwer wie bei „You never come back“. Am Ende hauten die drei Musiker noch den Beastie-Boys-Klassiker „You gotta fight for your right „(to party)“ raus und bewiesen, dass das als Trio-Cover auch funktionieren kann.

Als letzte Combo betraten dann die Lokalmatadoren von Foley die Bühne. „Die Chefin lässt uns den Raum, selbst organisieren ist kein Problem, wenn man das in die Hand nimmt“, meinte Sänger Jonas Spolders nach dem Konzert. „Und das hier hat für Bands wie unsere die richtige Größe“ überzeugten er und seine drei Mitstreiter mit ihrem zupackenden, zugleich melodischen gitarrenorientierten Rock mit viel Energie mit Songs wie „Chemicals“ oder „Wash away“.

Am 18. Mai 2019 wird das Quartett erneut zu hören sein – dann im Forum der Begegnungsstätte zusammen mit Bands wie „Edison Park“ oder „AtoMe“. „Die Release-Party für unsere EP im letzten Jahr da war cool und wir haben dann gedacht, das machen wir nochmal“, sagte Spolders und machte klar, was er sich für die hiesige Musikszene wünscht: „Wenn es mehr und regelmäßige Auftrittsmöglichkeiten gäbe, würden sich auch mehr Bands gründen.“

25 Jahre „Sex in the Fridge“

„Sex in the Fridge ist keine hemmungslose Kopulation in einem gekühlten Raum, sondern die pure Lust an der Musik,“ so erklärt die Band ihren Namen, die ihr Bestehen seit 25 Jahren feierte.
Als „Weihrauch City Synphonik Orchester“ gegründet, machen die Musiker bereits noch länger Musik. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Dietmar Weiß, Franz Girmes, Hanns Clegg und Walter Holtappels, und sie erinnern sich noch sehr gut, wie und wo ihre ersten Auftritte waren.
Sieg bei Hubertuskirmes

„Wir haben beim Talentwettbewerb 1982 und 1983 auf der Hubertuskirmes teilgenommen und haben dort sogar den ersten Platz gemacht und 500 DM als Preisgeld bekommen. Warum wir damals teilgenommen haben, wissen wir auch noch genau – da kam man umsonst rein.“ Die Musiker können sich das Lachen nicht verkneifen: „Die 500 DM hatten im Festzelt aber nur eine Halbwertzeit von knapp zwei Stunden, dann waren sie mit anschließendem Besuch des Prinzenhofs aufgebraucht.“
Die erste Musik wurde aber schon vorher gemacht. „Wie sich das für Leute aus der Kradszene gehört, waren wir immer schon von Rockmusik begeistert und haben in der ,Musikband Bananas‘ mitgespielt.“ „Sex in the Fridge“ sorgte deshalb von 1996 bis 2004 und ebenso in einzelnen Jahren danach auf der Motorradfahrer-Wallfahrt für fetzige Stimmung.
Die Langlebigkeit der Band erklären die Rocker so, dass die Musik zwar immer wichtig gewesen sei, aber nie an erster Stelle gestanden habe. „Es muss immer Zeit für die Familie bleiben und neben den wöchentlichen Proben, die anfänglich im Kaninchenstall und im Gewölbekeller stattfanden, dürfen die Konzerte nicht zu häufig anstehen.“
Neben den Gründungsmitgliedern besteht „Sex in the Fridge“ heute aus Kerstin Sowislo und Hermann Peters. Frühere Mitglieder waren Michael Broecksteeg (1993 – 2016), Heike Hollmann (2000 – 2010), Cristian Wimmer (2004), Rolf Lewe (1997 – 99) und Jörg Laakmann 1994 – 97).
Die heutigen Bandmitglieder sind noch immer mit Herz dabei und fordern ihre Fans auf: „Falls ihr Spaß an rockigen Gitarrensounds habt, dann besucht doch eines unserer Konzerte, denn ,Sex in the Fridge‘ ist ‘ne coole Nummer!“

„føley“ machen auf sich aufmerksam

Lange war der Abend geplant gewesen – und sicher hatten sich die vier Bandmitglieder von „føley“ vor ihrem ersten Auftritt unter neuem Namen in der Kevelaerer Heimat viele Gedanken gemacht, wie ihre neuen Ideen beim Publikum ankommen würden. In der vergangenen Woche hatte „føley“ in Münster bei einem gemeinsamen Konzert mehrerer Newcomer-Bands eine Art Generalprobe gespielt, richtig ernst wurde es dann aber am Samstagabend in der Begegnungsstätte.

Als die Pforten geöffnet wurden und sich bereits weit über eine Stunde vor Konzertbeginn eine Schlange gebildet hatte, da staunten Frontmann Jonas Spolders und seine Bandkollegen nicht schlecht. „Das war eine absolute Premiere für uns. Für eine junge Band wie uns, die was erreichen möchte, war das ein toller Start“, sagte Spolders.

Musikalisch weiterentwickelt

„føley“ hieß früher „K47“, bereits seit 2014 gibt es die Band in ihrer aktuellen Besetzung. Spolders, Gitarre und Gesang, Nico Venhoven am Bass, Josa Fiedler an der Gitarre und am Schlagzeug Alexander Lemmen – die vier Kumpels bilden eine Einheit, auf und neben der Bühne. Während ihr Sound unter altem Namen noch eher an den klassischen US-Punk erinnerte und auch der ein oder andere Coversong mehr dabei war, hat sich die Band seit der Umbenennung musikalisch weiterentwickelt.

„føley“ ist eigenständiger, orientiert sich nicht mehr so eng an alten Vorbildern. „Wir sind älter geworden, da entwickelt sich automatisch auch der musikalische Einfluss“, meinte Spolders.

Über 100 Freunde, Bekannte, Familienmitglieder – und womöglich alte oder zukünftige Fans – waren also gekommen, um in der Begegnungsstätte richtig was auf die Ohren zu bekommen. Lauter Alternative Rock, deftiger Punk-Rock – „føley“ ließ die Wände zittern. Rund eine Dreiviertelstunde wurden die neuen Songs präsentiert, wobei sich auch am Samstagabend ein alter Song aus „K47“-Zeiten auf die Setlist geschlichen hatte – und der Applaus war riesig.

Begeisterung für „lokale Musik“

„Es ist schön zu sehen, dass man für lokale Musik so viele Leute begeistern kann“, freuten sich Spolders und seine Bandkollegen über die überwältigende Resonanz, die sie nicht nur während des Konzerts, sondern auch beim obligatorischen Get-Together im Anschluss bekamen.

Zu hören gibt es „føley“ nicht nur demnächst live in Geldern (7. April) oder Kleve (12. Mai), sondern auch über die gängigen Musik-Streamingdienste wie Spotify, Deezer oder Soundcloud sowie bei YouTube. „If everything was alright“ heißt die EP, die die Band kürzlich veröffentlicht und für die sie am vergangenen Wochenende mit ihrem starken Auftritt ordentlich Werbung gemacht hat. Viel Herzblut, Schweiß und Geld hatten die vier Kevelaerer Musiker in die Debüt-CD gesteckt, am Ende soll sich der große Aufwand mit eigens gebuchtem Tonstudio und viel investierter Zeit gelohnt haben. „Da wir die gesamte Veranstaltung sowie die EP selbst organisiert und vorfinanziert haben, sind wir extrem froh, dass alles so gut geklappt hat“, zeigte sich Spolders zufrieden mit dem Auftakt. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass man in Kevelaer und Umgebung etwas von „føley“ gehört hat – versprochen.