Beiträge

Dennis van den Berg hat sein Bauernhofcafé am 28. August geschlossen

Fünf Jahre Binnenheide gehen zu Ende

Es war eine bunte, verrückte, laute Zeit in der Binnenheide. Was Dennis van den Berg in seinem Bauernhofcafé geschaffen hat, sucht seinesgleichen.

Silke Maubach schließt ihre Lottoannahmestelle. Seit 46 Jahren war der Betrieb in Familienbesitz.

„Manchmal kommt es im Leben einfach so“

In vier Jahren hätte Silke Maubach mit ihrer Lottoannahmestelle die 50 Jahre voll gemacht. Der Laden ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur zur Anlaufstelle für kleine Besorgungen, sondern auch zum Treffpunkt für viele Menschen geworden.

Bundesnotbremse: Neues Infektionsschutzgesetz

Erneute Schließung des Museums

Aufgrund des neuen Infektionsschutzgesetzes bleibt das Niederrheinische Museum in Kevelaer ab dem 24. April 2021 bis auf Weiteres geschlossen.

Gemeinschaftshauptschule nimmt Abschied

Die Umzugskisten sind gepackt, Bilder und Erinnerungen werden nach und nach von den Wänden genommen, Regale sind abgehängt. Es heißt Abschied nehmen. Abschied von einem bewährten und zuverlässigen Schulsystem.
„Leicht fällt dieser Abschied nicht“, beteuern Renate Timmermann, Schulleiterin der städtischen Gemeinschafts-Hauptschule und Bernd Druyen, stellvertretender Schulleiter der Gemeinschafts-Hauptschule, mit bewegter Stimme.
Die 59 Schüler der Gemeinschafts-Hauptschule haben ihre emotionale Entlassfeier bereits hinter sich. „Dennoch haben wir versucht, die Feier für die Schüler zu gestalten“, betont Renate Timmermann. Sicherlich nicht ganz einfach. Denn 51 Jahre Schulgeschichte beinhalten Lebensereignisse, die Bücher füllen könnten.
Sprungbrett in die berufliche Zukunft
Schon während der Jubiläumsfeier im vergangenen Jahr war allen Beteiligten die Vergänglichkeit dieser Schulform bewusst. Eine Schulform, die für viele Schüler ein Sprungbrett in die berufliche Zukunft bedeutete. Mit Ende des laufenden Schuljahres ist in der Wallfahrtsstadt die Zeit der Haupt- und Realschule endgültig aus und vorbei.
Im Juni 2013 beschloss der Stadtrat, beide Schulen aufzulösen und eine Gesamtschule zu errichten. „Eine damals bittere Pille“, erinnern sich Timmermann und Druyen, die mit diesem Beschluss aber nicht in Resignation verfallen, sondern eine Chance sehen. Ein engagiertes Lehrerkollegium nutzt die verbleibende Zeit. „Wir haben immer die Schüler im Blick gehabt. Sie dort abgeholt, wo sie gerade stehen, mit ihnen in die Zukunft geblickt“, betont die Schulleiterin. „Zudem konnten wir, und das war unser großer Vorteil, den Kids berufsorientierte Fächer anbieten. Zusätzlich erhielten wir immer große Unterstützung der Kevelaerer Firmen, die den Schülern einen Einblick in die Berufswelt gewährten“, fügt der Koordinator für Berufsorientierung der Gemeinschafts-Hauptschule Kevelaer mit Dankbarkeit hinzu. Zu hoffen bliebe, dass dieses Engagement an der Gesamtschule weitergeführt werden kann.
Die Geburtsstunde erlebt die Hauptschule im Frühjahr 1968. Ausgedient hatte die gute alte Volkschule. Aus ihr entstanden die Grundschulen bis zum vierten Jahrgang und drei weiterführende Schulen: Haupt-, Realschule und Gymnasium. Drei Hauptschulen existierten zunächst im Stadtgebiet Kevelaer, zwei in Kevelaer Mitte und eine in Winnekendonk, die bereits ein Jahr später wieder geschlossen wurde. Die ersten Rektoren waren Willi Dicks an der Edith-Stein-Hauptschule und Josef Pauels an der Theodor-Heuss-Hauptschule, der 1970 von Albert Pannen abgelöst wurde.
Mit Beginn eines neuen großen Schulzentrums auf der Hüls, Anfang der 1970 Jahre, erhielten auch die Hauptschulen neue Räume. Nach der Pensionierung von Albert Pannen wurde Winfried Janssen zu seinem Nachfolger gewählt. Auch die Edith-Stein Hauptschule erfuhr 1990 einen Rektorenwechsel. Für Willi Dicks kam Wolfgang Funke. 1986 hielt die Realschule Einzug am Schulzentrum, deutlich spürbar für die existierenden Hauptschulen.
Das Ansehen der Schulen, die schon 2000 den Schritt der Inklusion für körperlich und emotional beeinträchtigte Kinder wagten und auch bis zum Schluss erfolgreich betrieben, bröckelte. Erste Stimmen einer Fusion kamen auf, wurden im politischen Programm aufgenommen. Der ungebremste Zuwachs der Realschule ging auf Kosten beider Hauptschulen. 2004 beschloss der Rat der Stadt Kevelaer die Zusammenlegung beider Schulen.
Mit dem Schuljahr 2005/2006 ging die Städtische Gemeinschafts-Hauptschule an den Start. Ralph Lenninger übernahm das Rektorenamt. Doch schon die damalige Weitsicht des 2004 pensionierten Rektors Winfried Janssen ließ bereits seit 2002 eine gemeinsame Schulleitung zukunftsorientiert arbeiten.
Aus zwei Schulen wurde eine Gemeinschaft
Renate Timmermann, die 33 Jahre an der Kevelaerer Hauptschule mitwirkte, 2006 Konrektorin und 2014 zur Schulleiterin ernannt wurde, war maßgeblich daran beteiligt. Ebenso wie Bernd Druyen, der seit 2002 an der Hauptschule unterrichtete. Beide Pädagogen erinnern sich nur zu gut an die anfänglichen Schwierigkeiten. Doch aus beiden Schulen wurde, dank eines engagierten Schulkollegiums, eine Gemeinschaft.
Ihnen gelang es, Traditionen wie St. Martin, Nikolaus, Karneval und die Kevelaerer Wallfahrt aufrechtzuhalten. Zusätzlich schafften sie es, mit gemeinsamen Aktionen wie Musicals, Sport-Events, Berufsfindung, Städtereisen nach Berlin oder Ski-Freizeit, den Unterricht abwechslungsreich und spannend zu gestalten. Mehr noch: Die Gemeinschafts-Hauptschule Kevelaer hatte sich das Ziel gesetzt, jedes Kind zu fördern und zu fordern.
Mit Festigung dieser Gemeinschaft kam vor sechs Jahren die Verkündigung über das Aus der Hauptschule. Turbulente Zeiten für Lehrer wie für Schüler und Eltern. „Wichtig ist, dass die Gesamtschule mit Beginn des neuen Schuljahres in Ruhe starten und damit den Kindern gerecht werden kann“, so der Wunsch von Renate Timmermann und Bernd Druyen. Denn nichts sei wichtiger als die Kinder im Blick zu behalten.
Am Freitag wird die Gemeinschafts-Hauptschule mit einem offiziellen Akt von Bürgermeister Dominik Pichler verabschiedet. Ihm soll ein Schul-Schatz überreicht werden. Und auch die alte Schulglocke, die ihren Platz aus der alten Volksschule am Markt im Gebäude der Gemeinschafts-Hauptschule hatte, soll in gute Hände gegeben werden. Emotional dürfte diese Verabschiedung auf jeden Fall noch einmal werden.
Eines liegt der scheidenden Renate Timmermann sehr am Herzen und das verkündete sie auch während der Abschiedsrede: „Die Beurteilung einer Leistung darf niemals ein Urteil über eine Person sein. Niemand darf glauben, er sei nichts wert. Jeder Schüler, jede Schülerin, ist wertvoll durch das, was er ist, und nicht allein durch das, was er kann.“