Verantwortliche beobachten die Lage

Lockerungen im Kreis Kleve bleiben trotz weiterhin hoher Inzidenz bestehen

Am heutigen Freitagmorgen, 12. März 2021, zeigt die Corona-Statistik des Landeszentrums Gesundheit für den Kreis Kleve einen Tagesanstieg um 102 Coronafälle auf insgesamt 7.332 und somit auch einen Anstieg der 7-Tage-Inzidenz auf 113,0 (plus 14,7). Die genauen Zahlen gibt’s auf unserer Website. Der Kreis Kleve liefert in einer Mitteilung dazu folgende Hinweise: „Der Anstieg der 7-Tage-Inzidenz auf nunmehr 113,0 führt – so das Landesgesundheitsministeriums (MAGS) im Erlass vom 9. März – nicht automatisch zur Anordnung von Maßnahmen, die über die geltenden Regeln der Corona-Schutzverordnung hinausgehen. Diese Corona-Schutzverordnung besagt, dass die Kreise und kreisfreien Städte, in denen die 7-Tage-Inzidenz nachhaltig und signifikant über einen Wert von 100 liegt, die Erforderlichkeit weitergehender Schutzmaßnahmen prüfen.“

Das MAGS habe erläutert, dass die Begriffe „nachhaltig“ und „signifikant“ gewählt wurden, um den Kreisen und kreisfreien Städten Zeit für eine Gesamtbetrachtung der Situation vor Ort über einen längeren Zeitraum zu geben. Das Ministerium wolle vermeiden, dass ein kurzfristiger Wechsel zwischen Lockerungen und Verschärfungen entsteht, der den Bürger*innen nicht mehr zu vermitteln ist. Gleichwohl hat der Kreis die Möglichkeit, die lokalen Ausbruchsgeschehen zu lokalisieren und darauf zu reagieren.

„Das Gesundheitsamt des Kreises Kleve ist hierzu im ständigen Austausch mit den Kommunen und dem Ministerium“, erklärt Landrätin Silke Gorißen. Als Beispiele für Maßnahmen nennt sie die Beibehaltung des Wechselunterrichts in den Berufskollegs des Kreises Kleve in Kleve und in Geldern sowie den Appell an das Land NRW für mehr Impfstoff. Bekanntlich hat der Kreis Kleve gemeinsam mit weiteren Grenz-Kreisen ein größeres Kontingent an Corona-Impfstoff beantragt (das KB berichtete), was gestern von Landesgesundheitsminister Laumann auch zugesagt worden sei. „Es bleibt dabei, dass der Kreis Kleve aktuell keine Verschärfung der Schutzmaßnahmen plant“, betont die Landrätin. Es werde täglich geprüft, ob und welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Denn diese Maßnahmen müssten geeignet sein, um dem konkreten Infektionsgeschehen im Kreisgebiet sinnvoll zu begegnen. „Dazu tauschen wir uns auch permanent mit den Bürgermeistern aus.“

Ausbruchsgeschehen in Leiharbeiterunterkunft

Bei den 102 neuen Coronafällen gibt es ein größeres Ausbruchsgeschehen in einer Leiharbeiterunterkunft in Emmerich am Rhein – die dort Wohnenden arbeiten im Kreis Borken. Darüber hinaus gibt es einzelne positiv bestätigte Fälle in wenigen Kindergärten und bei der Kreisverwaltung. Bei der Kreisverwaltung sind die Indexfälle in Quarantäne und deren unmittelbare Kontaktpersonen bis zur Klärung, ob sie ebenfalls ein positives Testergebnis haben, im Homeoffice. „Im Übrigen bleibt es bei einem diffusen Verteilungsbild über das gesamte Kreisgebiet“, erläutert Amtsärztin Dr. Martina Scherbaum. „‘Haupttreiber‘ der hohen Zahlen sind nach wie vor Corona-Mutationen.“